Er gilt als einer der bekanntesten deutschen Autoren für rätselhafte Phänomene – und sorgt mit einer neuen These für Diskussionsstoff: Vor rund 560 Millionen Jahren, so behauptet Hartwig Hausdorf in einem Gespräch auf dem YouTube-Kanal „Hangar18b“, könnte ein außerirdischer Eingriff die Entwicklung des Lebens auf der Erde drastisch verändert haben. Anlass seiner Spekulation: die rätselhafte Ediacara-Fauna.
Das Rätsel der frühen Meeresbewohner
Die Ediacara-Fauna bezeichnet eine Gemeinschaft bizarr geformter, vielzelliger Organismen, die vor Jahrmillionen in den Urmeeren lebte. Nach Darstellung Hausdorfs war diese Tierwelt über lange Zeit erstaunlich stabil – bis sie in geologischen Zeiträumen betrachtet „über Nacht“ verschwand. Kurz darauf sei mit der sogenannten kambrischen Explosion eine völlig neue Tierwelt entstanden, die mit den vorherigen Organismen „überhaupt nichts zu tun“ habe. Für Hausdorf ist dieser Bruch einer der rätselhaftesten sogenannten Faunenschnitte der Erdgeschichte.
Der außerirdische „Cut“
Hausdorf beruft sich auf den 2020 verstorbenen Paläontologen und Prä-Astronautik-Autor Johannes Fiebag, der bereits 1992 in einem von Erich von Däniken herausgegebenen Sammelband spekuliert habe, die Ediacara-Fauna könne ein Indiz für Eingriffe in die Entwicklung des Lebens sein. Hausdorf geht noch weiter: Er hält einen außerirdischen Eingriff für „eher wahrscheinlich“ und stellt sich die Erde als eine Art langlaufendes „Experiment“ vor. Seine Vorstellung: Beobachter hätten erkannt, dass sich die damalige Lebenswelt nicht weiterentwickelte – und kurzerhand einen „Cut“ herbeigeführt. Die Evolutionstheorie sieht er durch den fehlenden Übergang zwischen Ediacara- und kambrischer Tierwelt infrage gestellt.
Namibia als Beweisort?
Seine Beschäftigung mit dem Thema führt Hausdorf auf zahlreiche Reisen nach Namibia zurück. Dort stieß er eigenen Angaben zufolge im Museum des Ministeriums für Bergbau und Energie in Windhoek sowie im Heimatmuseum von Swakopmund auf umfangreiche Sammlungen von Ediacara-Fossilien. Besonders spannend: Vorfahren der San, auch Buschleute genannt, hätten die Fossilien offenbar schon vor Jahrtausenden auf Felszeichnungen dargestellt. Ein Motiv in Twyfelfontein bezeichnet Hausdorf liebevoll als „UFO-Landung von Twyfelfontein“ – seine persönliche Deutung eines gelandeten Objekts mit Menschen darum herum.
Kein Meteorit, aber eine Reise
Die naheliegende Frage des Moderators, ob – ähnlich wie bei den Dinosauriern vor 65 Millionen Jahren – ein Meteoriteneinschlag das Ende der Ediacara-Fauna verursacht haben könnte, verneint Hausdorf: Die Geologie liefere keine Hinweise auf einen entsprechenden Impakt, zudem habe die Fauna vollständig im Meer gelebt. Ein Einschlag an Land hätte das Leben im Meer kaum beeinflusst. Stattdessen wirbt er für seine Namibia-Reise vom 2. bis 15. Juni 2027, bei der Interessierte unter dem Motto „Come and Search“ – angelehnt an sein Vorbild Erich von Däniken – die Fossilien und Fundorte selbst in Augenschein nehmen können.
Wissenschaftlich umstritten
Die Ediacara-Fauna ist tatsächlich ein bedeutendes Forschungsrätsel – allerdings eines, das die Wissenschaft deutlich vorsichtiger beschreibt. Die Ediacara-Periode dauerte etwa von 635 bis 539 Millionen Jahren vor heute; der Übergang zum Kambrium vollzog sich nicht in wenigen tausend Jahren, sondern über längere Zeiträume, und die kambrischen Tiergruppen entstanden keineswegs ohne evolutionäre Vorfahren. Für das Ende der Ediacara-Gemeinschaften werden natürliche Ursachen wie Veränderungen der Meereschemie, des Sauerstoffgehalts und ökologische Konkurrenz untersucht. Die Deutung der San-Felskunst als Fossilienabbildungen ist eine Interpretation, kein gesicherter Befund – und die Bezeichnung „UFO-Landung“ bleibt eine persönliche Benennung ohne unabhängigen Beleg. Hausdorfs Schlussfolgerung, ein außerirdischer Eingriff sei wahrscheinlich, ist damit eine spekulative These – faszinierend, aber wissenschaftlich nicht belegt.
*Wer sich selbst ein Bild machen möchte: Die Reise nach Namibia findet laut Hausdorf vom 2. bis 15. Juni 2027 statt, mit maximal 15 bis 16 Teilnehmern und Direktflug von Frankfurt nach Windhoek.*
