Wladislaw Raab – Leserbrief von M. N.: Dreieck am Himmel, Waldwesen und nächtliche Lücken

M. N. sah als Kind bei einer nächtlichen Autofahrt ein dreieckiges Objekt am Himmel.

Stillstehend oder sehr langsam.

Mit 13 oder 14 Jahren, beim Gassi gehen im Wald, blieb der Hund plötzlich stehen.

Keine zehn Meter entfernt stand ein Wesen: braune, schrumpelige Haut, dunkel-braune Augen, leicht gebeugt.

Es schaute in seine Richtung. Dann ging es weiter.

M. N. rannte. In den Wald ist er nie wieder gegangen.

Seit etwa 18 Jahren schläft er schlecht. Manche Nächte sind normal.

Andere beginnen mit einem summenden Ton – dann verzerrt sich der Raum, nahe Wände wirken wie in weiter Ferne, dann blendet alles aus.

Was danach kommt, erinnert er nur in Fragmenten: ein Grey-Gesicht, eine Szene vor einem Raumschiff, drei Greys.

Und danach Wunden – an Stellen, die er sich selbst nie zufügen würde.

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