Die Pyramiden von Gizeh stehen heute nackt in der Wüste.
Ursprünglich waren sie mit poliertem weißen Tura-Kalkstein verkleidet – strahlend hell, glatt, von weitem sichtbar.
Fast alles davon ist weg.
Eine mittelalterliche arabische Chronik namens „Hitat“ überliefert etwas Merkwürdiges:
Die Verkleidungssteine sollen von oben bis unten mit Schriften bedeckt gewesen sein – in einer Sprache, die bereits im 12. Jahrhundert niemand mehr lesen konnte.
Und noch etwas:
Der Erbauer soll befohlen haben, die Verkleidung 600 Jahre nach der Errichtung wieder abzureißen.
Warum jemand immensen Aufwand in den Bau investiert – und dann den Abriss vorausplant – bleibt ungeklärt.
Einen Teil der Zerstörung lässt sich historisch belegen.
Sultan Al-Aziz Uthman begann Ende des 12. Jahrhunderts, die Verkleidung systematisch abzutragen.
Er wollte eigentlich ganz Gizeh abreißen.
Nach acht Monaten gab er auf – der Aufwand war zu groß.
Mehrere kleine Nebenpyramiden verschwanden vollständig.
An der Mykerinos-Pyramide ist die Narbe bis heute sichtbar: eine rund acht Meter tiefe Ausbruchstelle an der Nordseite.
Ein Pilgerbericht aus dem Jahr 1333 fügt noch ein Detail hinzu.
Deutsche Jerusalem-Pilger beschreiben Inschriften in verschiedenen Sprachen auf der Verkleidung – darunter sogar eine lateinische, die der Verfasser abschreibt.
Ihre Beschreibung des Inneren passt allerdings nicht zum bekannten Grundriss: nur ein Gang und ein einzelner Raum.
Kein verzweigter Schacht, keine Große Galerie.
Wo sie wirklich waren, ist unklar.
Etablierte Ägyptologen erklären die Beschriftungen auf der weiße Verkleidung der Pyramiden mit Graffiti: Griechen, Römer, Kopten – ein historisches Durcheinander.
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