Lars A. Fischinger – 6.500 Jahre alte Kreisgrabenanlage in Tschechien ist älter als Stonehenge

Archäologen haben nahe Chleby in Tschechien eine bislang unbekannte neolithische Kreisgrabenanlage entdeckt.

Die Anlage ist nach bisheriger Datierung etwa 6.500 Jahre alt und besitzt einen Durchmesser von rund 230 Metern.

Sie bestand vermutlich aus einem bis zu 2,5 Meter tiefen Graben und mehreren hölzernen Palisaden.

Zwölf Eingänge sollen nicht zufällig angeordnet worden sein, sondern auf Sonnenwenden und bestimmte Mondpositionen weisen.

Möglicherweise wurde sogar der rund 18,6 Jahre dauernde Mondstillstandszyklus berücksichtigt.

Fischinger sieht darin einen Hinweis auf langfristige Himmelsbeobachtungen und ein über Generationen bewahrtes Wissen.

Er spricht von einem möglichen „tschechischen Stonehenge“, das nach der verwendeten Datierung ungefähr tausend Jahre älter als frühe Stonehenge-Bauphasen wäre.

Und er meint, sie als sensationell groß gewesen.

Auch Stierschädel und Hörner wurden gefunden; sie könnten Teil einer Toranlage oder ritueller Handlungen gewesen sein.

Ein sicherer Nachweis für einen Stierkult oder Menschenopfer liegt damit jedoch nicht vor.

In der Eisenzeit verlor der Ort offenbar seine ursprüngliche Bedeutung und wurde später als Siedlungsfläche genutzt.

Luftbildarchäologie machte die unterirdischen Strukturen sichtbar.

Wie die Anlage tatsächlich aussah und welche Rituale dort stattfanden, bleibt vorerst offen.

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