Es gibt Themen, um die Forscher lange einen Bogen machen. Bud Hopkins und David Jacobs, zwei Veteranen der Entführungsforschung, berichten offen, dass sie die verstörendsten Aspekte ihrer Arbeit jahrelang vor sich hergeschoben haben – zu schwer zu verstehen, zu schwer zu erklären.
Heute sprechen sie über Hybride aus menschlichen und außerirdischen Genen. Und über einen Verdacht, den Jacobs früher selbst für unhaltbar hielt.
Ein Programm, kein Zufall
Hopkins und Jacobs betonen wiederholt, den eigentlichen Zweck des Geschehens nicht zu kennen. Jacobs beschreibt es dennoch als koordiniertes Programm mit Anfang, Verlauf und angestrebtem Ziel – nicht als lose Sammlung zufälliger Experimente. Damit verschieben sie den Akzent deutlich: weg von einzelnen Untersuchungen, hin zu einem Vorgang mit Struktur.
Frühe Berichte, neue Fragen
Als frühes Beispiel dient der Fall von Betty und Barney Hill. Hopkins zufolge berichtete Betty Hill, eine Nadel sei in ihren Bauchbereich eingeführt worden – sie habe das als eine Art Schwangerschaftstest verstanden; Barney Hill sei eine Samenprobe entnommen worden. Die Forscher konnten damit zunächst wenig anfangen. Später sammelten sich Berichte über Gewebeentnahmen, Eizellen, Samenzellen. Hopkins’ Bewertung: Das passe schlecht zu wohlwollenden Besuchern, die der Menschheit helfen wollten. Er vermutete eine eigene Agenda, ein Interesse am menschlichen Körper und an der Fortpflanzung. Jacobs sah darin zunächst eine Art Lernprozess – bis die Wiederholung über Jahre und über viele Länder hinweg diese Erklärung für ihn unzureichend machte. Sein Schluss: ein langfristiges Programm, dessen Ziel er nicht kennt.
Kinder mit übergroßem Kopf
Hopkins beschreibt Zeichnungen und Aussagen von Personen, die während angeblicher Entführungen kleine Kinder sehen sollten – oft mit übergroßem Kopf, auffälligen Augen und spärlichem, ungleichmäßig wachsendem, sehr hellem Haar. Zugleich seien manche Gesichtszüge menschlicher als die der typischen „Grauen“. Betroffene hätten diese Kinder halten, berühren, versorgen sollen. Im Fall von Katie Davis, so Hopkins, folgte auf eine verschwundene Schwangerschaft später die Begegnung mit einem Kind, zu dem sie starke Zuneigung empfand – beschrieben als Mischung menschlicher und außerirdischer Merkmale. Die Berichte, betont Hopkins, kämen aus unterschiedlichen Gegenden. Jacobs unterscheidet frühe, mittlere und spätere Entwicklungsstufen und vermutet, dass die späteren zunehmend menschlich aussähen. Sein Modell: menschliche Ei- und Samenzellen kombiniert mit hybrider DNA, was verschiedene Mischungsverhältnisse erklären könnte. Wichtig ist der Hinweis, dass dies eine spekulative Deutung der Berichte bleibt – im Vortrag wird keine genetische oder sonstige unabhängige Bestätigung vorgelegt.
Erwachsene, Kleidung, Rangordnung
Über erwachsene Hybride berichtet Hopkins von weiblich wirkenden Wesen mit dunklen oder menschlich wirkenden Augen; ihre Frisuren seien häufig als unnatürlich beschrieben worden, wie schlecht sitzende Perücken. Männer hätten sich gelähmt und sexuell benutzt gefühlt, die Erlebnisse als verstörend, beschämend, abstoßend. Hopkins spekuliert über einen Eingriff ins Nervensystem und fragt, ob die menschlich wirkenden Körper tatsächlich physisch seien oder auf andere Weise erzeugt würden. Ein ungewöhnlich aussehender erwachsener Mann sei von zwei Frauen unabhängig gezeichnet worden – für Hopkins ein Hinweis auf ein wiederkehrendes Muster.
Jacobs zeigt Zeichnungen von Wesen in schlichter, oft heller „Hybridkleidung“, häufig mit dreiviertellangen Ärmeln. Er beschreibt eine Rangordnung: besonders fremdartig oder insektenähnlich wirkende Gestalten mit hochgeschlossenen Gewändern ordnet er höher ein. Hybride erscheinen in Berichten in Autos, Geschäften, ganz gewöhnlichen Umgebungen und werden mit Telepathie und Beeinflussung von Gedanken verbunden. Hopkins hält das für starke Hinweise auf eine Art Infiltration – betont aber ausdrücklich, es gebe keinen klaren Beleg für böse Absicht. Eher, so seine Vermutung, lernten die Wesen menschliche Gepflogenheiten und passten sich an.
Schule des Alltags
Was folgt, liest sich mitunter unfreiwillig komisch: In Szenen auf Bildschirmen sollen Betroffene auf Gruppenbildern erkennen, wer Hybride sind – und scheitern zum Teil. Eine Person soll einem Wesen helfen, einer wütenden Menge zu entkommen, eine andere auf einer Karte Menschenströme lenken. Ein Hybrid fragt in einem Supermarkt, was Eier seien und wie man sie zubereite – und ob Brot gekocht werde. Ein anderer will wissen, wie man Computer bedient, Sätze zeichensetzt, ein Kopiergerät in Gang bringt. Mehrere Hybride befragen eine Frau zu Partnerschaften, Ehe, Kindern, Freundschaften und dazu, warum Menschen für Freunde etwas tun. In einer Cafeteria muss eine Betroffene erklären, dass man Tablett und Teller benutzt, statt Essen herumzutragen; die Jugendlichen, so der Bericht, albern wie typische Teenager herum und sind zu laut. Das Essen wird als braune, schwer beschreibbare Masse dargestellt. Jacobs versteht all das als Schulung – und die Prüfungen von Kleidung, Schuhen, Auftreten als späte Vorbereitungsstufe, bevor Hybride unauffällig unter Menschen treten könnten. In einem Fall fiel ein nicht mehr zeitgemäßer Schuh auf.
Vorstellungsgespräche, die keine sind
Hopkins schildert mehrere Fälle von auffällig unglaubwürdigen Vorstellungsgesprächen: eine Frau, als 16-Jährige in einer Pizzeria angesprochen, abgeholt von einem Mann, der sehr private Einzelheiten ihres Lebens kannte; ein fast leeres Büro, eine vage beschriebene Stelle, eine sexuelle Aufforderung, die sie ablehnt. Später ein rundes, gläsernes Gebäude auf einem Feld und kleine fremdartige Wesen. Junge Frauen in leeren Räumen ohne Möbel, Unterlagen, Gehaltsangaben. Eine Betroffene schläft während eines Gesprächs mit monoton sprechender Person ein. Ein Kanadier wird erst freundlich empfangen, dann mit Physikfragen überfordert – und erinnert eine schwere Stahltür mit abgerundeten Ecken und rotem Licht darüber. Hopkins’ Deutung: Hier werden Fähigkeiten, Wissen und psychische Reaktionen geprüft; womöglich lernen Hybride, selbst solche Gespräche zu führen und sich in Organisationen zu bewegen.
Emotionale Prüfungen
Ein besonders düsteres Beispiel: Ein entführter Mann soll in einer Situation mit einem gefesselten Menschen eine Waffe erhalten und den angeblich Bösen erschießen. Er weigert sich und erklärt, notfalls den Entführer zu erschießen. Danach löst sich die Szene auf – der gefesselte Mensch war eine der Gestalten, die Waffe nicht real. Jacobs nennt solche Szenen „staging“; Hopkins vermutet, es gehe um die Untersuchung emotionaler und moralischer Reaktionen. Ähnlich bei der Betreuung von Hybridkindern: Betroffene sollten Babys halten, füttern, versorgen; eine Frau fühlte sich emotional verbunden, während das Kind zunächst Angst vor ihr hatte. Mehrere Frauen bemerkten unabhängig, das Haar der Kinder sei ungepflegt und ungebürstet. Hopkins spekuliert, die Wesen hätten selbst wenig Erfahrung mit gewöhnlicher Elternschaft, weil ihre Fortpflanzung künstlich organisiert sei – und lernten durch menschliche Bezugspersonen, wie man Kinder pflegt.
Eine neue Phase
Jacobs sagt, er habe jahrelang ähnliche Berichte gehört; die Wiederholungen hätten zunächst die Übereinstimmung gestützt. Ältere Erzählungen betrafen stärker medizinische Verfahren und Geräte, neuere drehten sich häufiger um Hybride, deren Kommunikation, Training und Eingliederung. In den letzten rund 18 Monaten vor dem Vortrag seien ihm auffällig viele neue Berichte begegnet – von Personen, mit denen er teils jahrelang gearbeitet habe. Er räumt ein, früher die Vorstellung abgelehnt zu haben, Hybride könnten bereits unter Menschen leben; inzwischen sei er weniger sicher. Eindeutig sagt er es nicht, stellt aber infrage, ob man es ausschließen könne.
Der Zweck bleibt unbekannt
Beide betonen, über viele Einzelinformationen zu verfügen, aber kein vollständiges Bild zu haben. Hopkins hält eine spätere Anpassung oder Eingliederung für plausibler als eine zufällige Folge von Experimenten – sieht aber keinen eindeutigen Beweis für böse Absicht. Jacobs findet die Berichte beunruhigend und deutet sie als systematischen Vorgang mit unbekanntem Ziel. Den Vorwurf, Betroffene per Hypnose zu bestimmten Aussagen geführt zu haben, weisen beide zurück: Die Erzählungen enthielten häufig unerwartete Einzelheiten, die sie selbst nicht erwartet und nicht hören wollten.
