Wann kamen die ersten Menschen nach Amerika?
Diese Frage beschäftigt die Forschung seit Jahrzehnten – und eine neue Studie dreht die Debatte erneut.
Die Fundstätte Monte Verde II in Südchile galt als Beweis, dass Menschen Amerika früher besiedelt hatten als die klassische Theorie erlaubt.
Datierungen aus den 1970er Jahren ergaben 14.500 Jahre – älter als die frühesten gesicherten Nordamerika-Funde.
Das Problem: Wer von Norden nach Süden wandert, kann im Süden nicht früher ankommen.
Todd Surovell und sein Team haben die Fundstätte nun neu bewertet. I
hr Befund, veröffentlicht in „Science“: maximal 8.200 Jahre alt.
Die alten Datierungen waren durch natürliche Schichtvermischung verfälscht – angeschwemmtes Holz, verschobene Erdschichten, eine Vulkanascheschicht unterhalb der menschlichen Spuren, die eigentlich darüber liegen müsste.
Monte Verde war nie unabhängig überprüft worden.
Jetzt ist es überprüft worden.
Allerdings gibt es andere Funde ohne einfache Erklärung: bearbeitete Riesenfaultier-Knochen in Brasilien, datiert auf bis zu 27.000 Jahre.
Schlachtspuren an Mammutknochen in New Mexico, die 37.000 Jahre alt sein sollen.
Felszeichnungen im brasilianischen Bundesstaat Piauí, datiert auf 30.000 Jahre.
Die Beringstraße bleibt die wahrscheinlichste Route – genetisch gut gestützt.
Aber ob sie die einzige war, ist längst nicht entschieden.