Lars A. Fischinger – Indianische Überlieferung aus dem 19. Jahrhundert: Der Junge, der die Erde von oben sah

Fischinger spricht über einen Artikel seiner Kollegin Gisela Ermel in der Zeitschrift *Sagenhafte Zeiten* vor.

Eine Indianer-Legende, aufgezeichnet von 1859, liest sich wie ein moderner UFO-Bericht – lange vor Kenneth Arnold und den ersten „Fliegenden Untertassen“.

Sie erzählt vom „Kleinen Raben“, einem indigenen Mann, der als Kind etwas erlebt haben will, das wie aus einem Science-Fiction-Film klingt.

Als Junge, so die Erzählung, klettert er nach dem Tod seiner Mutter auf einen Baum, um ungestört zu weinen. Da erscheint eine schwarze Gestalt, nimmt ihn bei der Hand und schwebt mit ihm über die Baumwipfel zu einem fernen Berg.

Ein Spalt öffnet sich, ein langer Gang, am Ende ein helles Haus.

In dessen Mitte: eine Lichtquelle, die der Junge für die Sonne hält.

Durch eine Öffnung im Boden sieht er die Erde tief unter sich – Wälder, Gebirge, den Oberen See, die Rundung der Welt.

Durch ein Loch in der Decke wirken die Sterne zum Greifen nah.

Fischinger staunt: „Wie eine Himmelsreise oder ein Blick aus großer Höhe“,

Dann sieht der Junge plötzlich sich selbst.

Eine Stimme prophezeit ihm vier Söhne und verspricht: „Ich werde dich immer sehen.“

Die Rückkehr: Als der Junge auf dem Baum erwacht, ist auf der Erde nur eine Nacht vergangen – für ihn wirkte das Erlebnis wesentlich länger.

Danach war er drei Tage krank und erschöpft.

PS: Diese Überlieferung wurde vom Bremer Reiseschriftsteller Johann Georg Kohl in seinem Werk Kitchigami festgehalten.

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