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15.05.2010


    
UFOlogie ist gut für der Erhalt der legendären ´Glaubenssubstanz´

UFO-Historie aufgetaut, versteckte Kamera im Weltraum: Am UFO-Himmel tobte ein geheimer Krieg - Das Corona-Programm & Moby Dicks über der UdSSR! - Old Henry´s Exo-Mär zum Sonntag

Samstag, im 15.´Wo-ist die Sonne?´-Monat Mai 2010. Sich mit UFOs zu beschäftigen ist so ´stabil´, wie eine Art ´Fischen am Himmel´ - man weiß nie wirklich, was einem bei schwieriger See und ihren tiefen Riffs dort draussen an die Angel kommt. So kann jeder neue Tag seine Überraschungen mit sich bringen, wo die diversen IFOs scheinbar der ewige Beifang sind und wir uns in ´UFO-Theologie´ üben müssen - und auch nur deswegen herumlamentieren können. Und bis mal der ganz große Fisch auf unserer Dreamland-Angeltour-Safari als Bringschuld gefangen wird ... kommen wahrscheinlich noch eine Menge SF-UFO-Träumerein szenenintern, die auch die ´Pilotfische´ wegen der heißen Luft auf dieser Journey ins Ungewisse irritieren, hoch. Am rationalen und objektiven Riemen reißen bringt bei der unvernünftigen UFO-Paranoia aber auch schon was..., man darf sich vom ausserirdischen ´Fliegenden Untertassen´-Glanz nur nicht verführen lassen und nüchtern der UFO-Legende begegen, dann wird man auch nicht von den giftigen Quallen eingewickelt und von den Haifischen gefressen. Wie komme ich als Binnenlandeinwohner auf solche Gedanken? Das lange und trübe Regenwetter des angeblichen ´Wonnemonats´ Mai muss daran Schuld sein... ;-) Mal sehen was uns heute ins Netz geht und was wir am Haken haben werden... Es wird doch nicht etwa wie immer in Sachen UFOs und den größten Problemen dort sein: UFOlogie-Krise und dortige ´Chaospartner´ mit dem großen Maul... - und wir Hobbyforscher vom CENAP bleiben dran, um natürlich auch zu sehen wie die UFOlogie unbeirrt ihren Kurs fortsetzt.

Raumschiff ´Atlantis´, Ahoi!

Machen wir wenigstens als ´Ausgleich´ den Boden bei den Freunden des UFO-Fantastischen gut? Jederzeit kann es ja hypothetisch passieren, dass da ein absolut echtes ´UFO´ sich manifestiert oder die Sonne als Neustart in den Monat scheint. Was ist wahrscheinlicher? Egal, auf jeden Fall startete die US-NASA-Raumfähre ATLANTIS bei Bilderbuchwetter (siehe neidisch: http://www.youtube.com/watch?v=XS6u... ) zu ihrer letzten ISS-Mission - bevor es dann nach der Rückkehr von da oben ab ins Museum bzw in die ´Rente´ geht. Zunächst aber einmal hieß es: Farewell ATLANTIS ! Und natürlich wurde der ´Final Launch´ der ATLANTIS mit Begeisterung vom Publikum in Volksfeststimmung aufgenommen und begleitet, siehe http://www.youtube.com/watch?v=2qa6... / http://www.youtube.com/watch?v=09mV... . Go, Baby, Go: http://www.youtube.com/watch?v=HTYz... ! Cool... Und über Kroatien konnte die Raumfährte sogar mit abgetrenntem E.T. gefilmt werden - http://www.youtube.com/watch?v=8aNU... , dies hat ´UFO-Film-Qualitäten´!

In Amerika, dem unmöglichen Land: Ein Mr.Nobody auf UFO-Disclosure-Sprücheklopferei getrimmt

Exologische Erzählung, Ike - der alte Mann und das Meer der ´Flying Saucer´-Mär

Dies freut die stock-naiven Exos nach der Story vom Russen - Iljumschinow oder wie der heißt, aber Sie wissen Bescheid - abenteuerlich und wie toll (Stichwort: Tollwut): In einem persönlichen und privat-arrangierten (und nicht bei CNN im TV-Studio ´offiziell´) Videostatement - siehe: http://www.youtube.com/watch?v=mrK2... - hat der sich heute im Ruhestand befindende einstige Abgeordnete des US-Bundesstaates New Hampshire {Heimat des berühmten UFO-Ehepaars Hills sowie des amerikanischen Nationalhelden Alan B. Shepard - America´s First Astronaut in Space}, Henry W. McElroy erklärt (abgelesen wie von einem typischen exologischen Papier!), während seiner Dienstzeit ein offizielles Schriftstück gesehen zu haben, in dem US-Präsident Dwight D. Eisenhower (1953-1961) über die Anwesenheit außerirdischer Besucher in den USA informiert wurde. Ob der alte Ami-Mann hier seinen ´Flying Saucer´-Enthusiasmus aus alter Jugendzeit neu aufgerührt zum Besten gibt oder einfach nur mit seiner Erzählung auf sich aufmerksam machen will (und nur lügt und die Story vom Western-Gaul erzählt) ist in Anbetracht der ´Karriere´ des Herrn sowieso nur zweitrangig. Wichtig ist die Polit-Legende ´Ike´ mit seiner persönlichen Biografie (er steht für die Doktrin des ´Open Skies´) in der Zeit des ganz großen ´Fliegenden Untertassen´-Rummels - und was man damals von ´frühexologischer´ Bewegungsseite her über Eisenhower abließ, siehe die Muroc AFB-Story von 1954. Eisenhower hat eine besondere Beziehung zu damals geheimnisvollen Vorgängen im Luftraum gehabt, wir berichten heute weiter dazu. Deswegen wundert es mich auch nicht, wenn auch heute ihn aufgrund seines geschichtlichten Rufs jetzt wieder im Nachhinein eine alte Geschichte mystifizierend an die Backe geklebt wird. Viel wichtiger ist ja, das ´Ike´ niemals etwas betreffs ´Flying Saucers´ machte und tat noch selbst besondere ´Auffälligkeiten´ desen entwickelte.

In der Hochzeit der ´Flying Saucer´-Paranoia war Amerika ein ganz besonderes Land und denkbar ist ja durchaus, dass der US-Präsident a) einmal über seine angehängte Muroc-Story als solche informiert wurde und/oder b) zudem sich auch einnmal in Sachen ´Flying Saucers´ vom Pentagon briefen ließ, weil das Thema sowie in allen Blättern und im Radio akkut war. Je nachdem wie dieser McElroy zu ´Ike´ Zugang bekam und zu ihm stand, kann er dabei auch mal den Prässidenten "erwischt" haben, wie der einen Blaubuch-Report auf dem Bürotisch hatte. Why not? Also wenn McElroy mit seiner Erzählung nach all den Jahren und Jahrzehnten überhaupt korrekt ist und nicht eine harmlose Geschichte aus der alten Erinnerung heraus neu-aufgebauscht aufsetzt. So wie heutzutage Exologen das White House mit eMails bombardieren, um den heutigen Präsidenten Obama zu bewegen, die "letzten Geheimnisse um die Alien-UFOs freizugeben" und es schon im ganzen ´Akte X´-Zeitalter beim Fandom der UFOlogen mächtig In war, die US-Behörden mit FOIA-Anfragen zwecks ´UFO-Akten´ einzudecken, war dies natürlich zu Beginn der ´Flying Saucer´-Hysterie in Amerika in den 1950er Jahren genauso, nur wurden damals echte Papier- und Post-Briefe eingeschickt. Die US-Luftwaffe erstickte darin und die hauptsächliche Tätigkeit beim ´Flying Saucer-Project´ war nicht die diesbezügliche Fällezu untersuchen, sondern standardmäßig ist Post zu beantworten, Öffentlichkeits- und PR-Arbeit zu machen. So sah dies bekanntlich einfach aus:

Briefe wurden kaum im Detail beantwortet (wenn überhaupt) und auch UFO-Meldungen aus der Öffentlichkeit blieben ununtersucht (als im April 1952 Bob Ginna´s UFO-Artikel im ´Life´-Magazin erschien, wurde das UFO-Projekt mit 2000 bis 3000 Briefen* von US-Bürgern überschüttet, die bei Blaubuch trotz simpler Anschriften wie "Flying Saucers, Washington, DC" ankamen, wer hätte dies je mit der Schreibmaschinen-´Technik´ von damals beantworten können? So kam es wohl, wie es kommen mußte. Zeitweise kamen die Blaubüchler den Fällen nicht mehr nach und teilweise war es zweifelsfrei auch ein gewaltiges PR-Problem gewesen, eine so anrüchige Affäre wie UFOs vernünftig im Sektor der nationalen Sicherheit abzuklären. Als wissenschaftliche Herausforderung wurde das UFO-Problem hier nie gesehen, dafür aber war man aus verständlichen nachrichtendienstlichen Gründen verzweifelt versucht, das öffentliche Interesse daran zu reduzieren, was aber wegen der öffentlichen Kampagne von Donald Keyhoe und seinem dafür verwendeten NICAP misslang. So kam es zur Geheimniskrämmerei und der daraus resultierenden Legendenbildung. Ein Fehler war in der Handhabung sicher auch, dass die bürokratischen Verwaltungs-Richtlinien nicht ganz klar waren und auf der einen Seite die Öffentlichkeit auch schon mal mit wirren Erklärungen aus dem Bauch heraus zu einzelnen Fällen abgespeist wurde und auf der anderen Seite Personen mit berechtigtem Interesse, investigative Journalisten z.B., selbst nach Büroschluß unbeaufsichtigt in den Blaubuch-Akten herumsuchen und gelegentlich auch ´kistenweise´ Material mitnehmen konnten (was das Verschwinden einiger Akten oder gar ganzer Sektionen erklärt). Blaubuch kam einfach dem öffentlichen Interesse nicht nach, weil es immer personalmässig minderbesetzt zurechtkommen musste. Soweit auch was zur Bedeutung und zum Stellenwert des Projektes innerhalb der USAF und der Administration auch unter ´Ike´.

* = US Air Force Colonel William Coleman war drei Jahre lang bei Blaubuch tätig. In der Zeitung ´Florida Today´ meldete er sich am 24.Oktober 1999 nochmals mit einem Interview zurück und berichtete über seine Erfahrungen im Blaubuch-Büro. Dabei erklärte er, "dass die UFO-Sache für mich damals soetwas wie Flöhe auf einem Elefanten waren. Es war damals der Cold War, vergessen Sie das nicht. Wir hatten damals eine ganze Reihe anderer Sachen am Hals als die UFOs. Da ist nichts Mysteriöses dran. Wissen Sie, dass wir damals bis zu 9000 Briefe im Monat bekamen und ich diese alle persönlich beantworten sollte?" Auch daran sei nochmals erinnert, um die Sache zu verstehen: "Papierkrieg wegen ´Untertassen´" meldete dpa aus Washington, die ´Kasseler Post´ vom 25.Januar 1954 schrieb so: "Der Nachrichtendienst der amerikanischen Luftwaffe führt gegenwärtig mit den angeblichen Augenzeugen ´Fliegender Untertassen´ einen ausgedehnten Papierkrieg**. Nach Angaben verschiedener Offiziere mußten bereits wichtigere Arbeiten zurückgestellt werden, weil jeder einzelne Hinweis genauestens überprüft wird. Wie es heißt, kommen 75 Prozent aller Zuschriften von Jugendlichen. Die zweitstärkte Gruppe ist nach den Äußerungen der Offiziere die Gruppe der ´Spinner´, die angeblich die seltsamen Himmelserscheinungen mit eigenen Augen gesehen haben wollen. Die USA-Luftwaffe gibt für diesen Papierkrieg monatlich mehrere Tausend Dollar aus." Die Vorzimmer-Damen im White House werden da natürlich auch was abgekriegt haben und ihrem Chef - dem Präsidenten - davon berichtet haben. Die obskursten Geschichten - mit Eingangsstempel vom Weißen Haus - werden sie ab und an ihm auch gezeigt haben (besonders wenn es ihn selbstwie die Muroc-Story betrifft), damit man was zum scherzen und lachen hat.

** = Deshalb sei an Bill Adler´s TB "Das Rätsel der UFOs" (1967 bei Moewig erschienen) erinnert, welches sich hauptsächlich auf den Posteingang bei den offiziellen ´UFO-Hunters´ im Amt zwecks ´Fliegenden Untertassen´ konzentrierte. Hauptsächlich verschickten sie eine Standard-Antwort wie bekanntlich diese: "... Die Luftwaffe leugnet nicht die Möglichkeit, dass es Leben auf anderen Planeten innerhalb des Universums gibt. Bis heute hat die Luftwafe jedoch keinerlei Beweise erhalten oder entdeckt, die für einen Verkehr im Weltraum und die Existenz von Lebewesen außerhalb unserer Erde spricht. Die Luftwaffe hält ihre Einladung an Jedermann aufrecht, der glaubt, Beweise für das Vorhandensein außerirdischer Flugkörper zu besitzen, die im erdnahen Raum operieren, diese Beweise zur Analyse einzusenden... Personen, die bei der Luftwaffe eine UFO-Meldung einreichen, steht es frei, über die Angelegenheit beliebig zu diskutieren. Die Luftwaffe hält weder Informationen zurück, noch übt sie hinsichtlich dieses Programms, für das keine Geheimhaltungsvorschriften bestehen, eine Zensur aus."

Die Exo-opportunistische McElroy-Erzählung kommt selbst in US-UFOlogen-Kreisen nicht gut an, allein weil der Mann selbst eine eigenartige Historie* hat und in der Politik keinerlei Schwergewicht von Bedeutung sowie zudem inkompetent ist. Bewertung: Auch diese Einlassung und ´Exo-Analogkäse´-Nummer ist nur UFO-Spam eines alten angesteckten Mystikers zum Lebensende hin, der nochmals für Wirbel sorgen möchte und anderen (Exos) auf den Leim geht, um sich seine heimlichen UFO-Hoffnungen zu erfüllen. Er hat ja nichts mehr zu verlieren, also was soll dann die halb-öffentliche Schwätzerei unter exologischer Souffleurerei? Ein weiterer Alien-Exo-Schwätzer mit Bringschuld unterwegs... Was für eine Art von in Szene Setzerei nach dem Vorbild: ´Gelegenheit macht Diebe´... Fazit als ´Wort zum Sonntag´: Arg ranziger Käse fürs exologisierte frühe UFOlogen-Sommerloch. Insgesamt reiht der Zwitscher-Vogel sich her nahtlos in die Riege der Mitchells, Hellyers und sonstigen UFO-Operetten-"Zeugen" ein. Es ist mal wieder wie bei "Plan 9 From Outer Space"... quasi, nur in der Fassung ´Neues aus der Anstalt´. Im Rahmen von Hawking´s, dem Russen und Cameron in England ist diese neuerliche Inszenierung nur die exoLOGISCHE Folge bei den ggb Anreiz-Parametern, die ufologischen ´Tratschweiber´ sind losgelassen und sind ´kreativ´ im Geschichtenerzählen mit Durchlauferhitzer-Wirkung unterwegs...

* = Ein Nobody will mal endlich mehr sein: Politisch ist über dieses kleine Licht leider nicht viel zu erzählen, abgesehen von seinem Versuch, für New Hampshire eine eigene Währung einzuführen. Zuletzt aufgefallen ist er - Old Henry - allerdings eher weniger vorteilhaft, namentlich als Jurymitglied in einem Gerichtsprozess 2008: da hat er leider unter Eid falsche Angaben gemacht hat. Zunächst hatte das Gericht noch gutmütigerweise mal angenommen dass Old Henry, der rüstige Rentner, da nur "Probleme mit seinem Erinnerungsvermögen" hatte, weil er aber auch noch wiederholt gegen verschiedene Punkte der Gerichtsordnung verstossen hatte und zu allem Überfluss während der Sitzungen mehrfach friedlich eingeschlafen ist hat man ihn schliesslich ´entfernt´. Soviel zur ´Kompetenz´ des Herrn und siehe auch da: http://www.unionleader.com/article.... .

Soviel also mal wieder in Sachen ´wertvolle UFO-Disclosure´ und was die CTU dazu als ihre ´2 Cents´ abwirft...

USA-Today: Der UFO-Ballon und der Junge

>´Balloon boy´ parents get their balloon back

Our sister TV station, KUSA-TV in Denver, reports - http://www.9news.com/news/article.a... - that the balloon boy parents are getting their balloon back. The runaway UFO-like balloon caught the world´s attention because everyone thought it was carrying their 6-year-old son.

It all turned out to be a hoax, and Richard and Mayumi Heene pleaded guilty to numerous charges. The Larimer County Sheriff´s office says Richard Heene asked to measure the balloon to make sure it was the same one he launched into infamy on Oct. 15. Authorities say the Heenes staged the hoax to try to get attention for a reality television show.<

Nach: ´USA Today´, http://content.usatoday.com/communi...

Und damit geht es jetzt weiter:

Ein weiterer Teil der UFO-Kunde: "top secret"/"special handling", 1.Teil:

Ein geheimer Krieg - Das Corona-Programm & Moby Dicks über der UdSSR, versteckte Kamera im Weltraum! Das Weltraumproblem rückt uns wie ein Thriller näher...

"Ich glaube einfach nicht, das es in der heutigen Zeit sinnvoll wäre, wenn die Informationen über unser technisches Vermögen überall auf der Welt bekannt gemacht würden. In einer vollkommenen Welt hätten wir keinen Grund diese Informationen geheim zu halten, aber die Welt ist nicht vollkommen." - Nancy Bone, National Photographic Interpretation Center.

+ 1945, der Krieg in Europa ist zu Ende. Deutschland wird besetzt. Die Eintracht der Sieger ist nur Fassade, hinter den Kulissen beginnen die Vorbereitungen für den nächsten möglichen Krieg - dem Dritten Weltkrieg, der sich binnen Jahre zur Gefahr eines Atomkriegs ausweitete. Die Welt teilt sich in Ost und West. USA gegen Sowjetunion - viele hielten den Atem an als dann noch die >Fliegenden Untertassen< auftauchten. Der Welt-Kommunismus breitete sich aus und immer mehr europäische Staaten fielen dem ´Roten Bären´ zum Opfer. Der Kreml hatte als Ziel die kommunistische Weltherrschaft erklärt. Die 1948er Berlin-Blockade durch die UdSSR ließ die Spannungen steigen und auch China wurde kommunistisch (und 1950 begann dann noch China mit der Invasion Koreas, niemand wusste ob dahinter nicht Moskau steckte). Die Zündungen von zunächst der Atombombe durch Moskau und dann noch der Wasserstoff-Bombe ließen auch im Pentagon und im Weißen Haus die Wände beben, weil dies Jahre vor jenem Zeitpunkt geschah, als man es im Westen erwartete. Stalins Propaganda nach bauten die Russen Atombomber-Flotten, Atom-Raketen-Arsenale und U-Boote mit der Möglichkeit Atomraketen abzufeuern. Die Amerikaner wissen fast nichts über die wirkliche Stärke des Gegners, der ´Eiserne Vorhang´ ist undurchdringlich. Der mächtige Warschauer Pakt - ein weißer Fleck auf der Landkarte der Geheimdienste. Aufklärung - koste es was es wolle - war das Motto. Es gibt Luftkämpfe über sowjetischem Gebiet, mindestens 155 Menschen verlieren bei diesem geheimen Luftkrieg ihr Leben. Ein tödliches Spiel um geheime Luftspionage und elektronische Feindaufklärung um Radarfrequenzen auszukundschaften und Funksprüche abzufangen. Ein gefährliches Spiel um die Weltherrschaft begann. Der Spionageluftkrieg der Supermächte war bis heute ein Geheimnis des ´Kalten Krieges´. Das amerikanische und sowjetische Volk war ahnungslos, die Regierungen aber wussten Bescheid. Hier haben wir es mit Bürokratien zu tun, die zum einen Waffen besitzen und zum anderen geheim bleiben wollen. Dies sind zwei gefährliche Komponenten, gerade auch beim Militär. Nach dessen Willen werden Menschen für "höhere Ziele" geopfert. Aber dies wollen sie gerne verschweigen und für immer geheim halten. Und dies ist der Rahmen für den nachfolgenden Beitrag, der auch dazu dienen soll die Vergangenheit kennen zu lernen um die Gegenwart zu verstehen.

+ Im Ringen um die ´Macht auf der Welt´ des Kalten Kriegs gab es viele Geheimnisse. Wunderwaffen z.B. Flugobjekte gehörten dazu, unbekannt gehaltene zudem. Jene wurden "top secret" gehalten, aus politischen, militärischen und geheimdienstlichen Gründen. Insbesondere auch in jener Epoche, als die >Fliegenden Untertassen< flogen. WISSEN über die Fähigkeiten/Möglichkeiten des Gegners war dabei überlebenswichtig. Spionage beschäftigt sich mit der genauen Bestimmung der Stärken und Schwächen der Feinde (und auch der Freunde). Gerade in einer Ära der atomaren Hochrüstung. Geheimdienstlich ist dabei der Punkt AUFKLÄRUNG bzw Fernaufklärung von besonderer Bedeutung. Ein sensibles Thema ist damit verbunden. Die Verletzung internationaler Verträge unter dem Blickpunkt der so genannten nationalen Sicherheit (weil die UdSSR ganz offen sich dazu bekannte eine kommunistische Weltherrschaft anzustreben). Verbunden ist dies alles schon recht früh mit Aktivitäten im erdnahen Weltraum, nachdem bereits im Ersten Weltkrieg von den Franzosen Luftaufklärung über dem Schlachtfeld via bemannten Heißluftballons betrieben wurde (wenig bekannt ist, dass dies ebenso während des amerikanischen Bürgerkriegs getan wurde), was aber wegen Scharfschützen am Boden eine sehr risikoreiche Unternehmung und gefährlich war. Auch während des Zweiten Weltkriegs gab es Fernaufklärung aus der Luft heraus, spezielle Mosquito-Schwadronne der Engländer erkundeten so Deutschland und die Anlagen des deutschen V-1- und V-2-Programms, den deutschen Wunderwaffen. Bald erkannte man, dass die beste Chance für Feindaufklärung in der neuen Epoche die sei, wenn es aus dem erdnahen Weltraum heraus stattfindet. Bereits 1946 testeten amerikanische Wissenschaftler in der Wüste von Neu Mexiko im White Sands-Testgelände dorthin verfrachtete V-2-Raketen unter der Leitung von Wernher von Braun. Das Wettrüsten zwischen den USA und der UdSSR weitete sich immer mehr auf den Weltraum aus, um mit immer wirksameren Raketen die militärische Oberhand zu gewinnen (wobei alle Risiken in Kauf genommen wurden). Gleichzeitig war die Rand Corp. beauftragt worden festzustellen, ob man Kameras in den Weltraum bringen könne.

+ Es ist der Weltöffentlichkeit kaum bekannt, dass das sogenannte CORONA-Programm* Wegbereiter für die zivile, wissenschaftliche als auch militärische Weltraumeroberung war. Jeden Fehlschlag, den man dabei erleben kann erfuhr das geheime Team dahinter als Erstes - die 50er Jahre standen so gesehen unter keinem guten Stern für die Amerikaner. Doch zunächst gab es in den Anfangstagen der Raumfahrt genug Probleme, da viele grundlegenden Fragen gar nicht gelöst waren - und probieren ging über studieren. Mit dem Corona-Projekt wurde schließlich doch gute Arbeit geleistet, auch wenn es aus heutiger Sicht etwas amateurhaft ausschaut (einiges in den UFO-Unterlagen des Projekt Blaubuchs schaut genauso aus - da braucht man sich aber als UFO-Interessent nicht hämisch zu freuen, weil heute noch die UFOlogie meistens dilettantenhaft betrieben wird). Aber ganz Amerika hatte damals etwas amateurhaftes an sich. Wir glauben alle ganz sicher das amerikanische Raumfahrtprogrammschon alleine mit Namen wie Mercury, Gemini und Apollo zu kennen. Namen die für Pionierleistungen stehen und an deren Ende der Mensch den Mond betrat. Aber es gab noch ein anderes Raumfahrtprogramm, welches der Öffentlichkeit vorenthalten wurde. Darum geht es hier, um das CORONA-Programm mit dem der erste Spionagesatellit als Wunderwaffe der Welt entwickelt und in einem Spionageprogramm der geheimen Art eingesetzt wurde! Zwischen 1960 und 1972 konnten damit der Sowjetunion und dem Ostblock ihre militärischen Geheimnisse effektiv entrissen werden. Kein Wunder, wenn dieses Programm ein Teil der nationalen Sicherheit darstellte. In einer Ära wo Röhrenradios und Lochstreifen technischer Standard waren, stellte Corona ein Meilenstein der Technologie da. Trotz aller Widrigkeiten wurde es vorangetrieben und man gab nicht auf, da Leute dahinter standenen denen der Schock von Pearl Harbor noch in den Knochen steckte und sich schworen, dass dies nicht noch einmal passieren dürfe! Es war jene Generation die die Atombombe entwickelt hatte und sich dann vor ihrer gewaltigen Zerstörungskraft selbst fürchtete. Die Vereinigten Staaten und die Sowjetunion hatten sich als Supermächte etabliert und der Tonfall zwischen beiden Blöcken wurde zusehend aggressiver.

* = Siehe dazu auch: " Corona: Freedom´s First Sentinel in Space" - http://www.youtube.com/watch?v=RS4U... !

+ Sowohl eine N24-Discovery-Dokumentation namens "Geheime Satelliten" vom 18.Januar 2004 als auch eine Arte-Sendung vom 28.Januar 2004 ("Der geheime Luftkrieg der Supermächte") waren ziemlich verblüffend und erhellend für mich, sodass ich mich hier diesem speziellen Thema der "Spionage aus der Luft und dem Weltraum in der Vergangenheit"* mal wieder annähern möchte um auch einen wichtigen Teil der geheimen Weltraumeroberung bzw der von dort aus stattfindenden geheimdienstlichen Tätigkeit aufzuklären. Eine spannende Geschichte, die auch das UFO-Thema direkt betrifft, gerade auch in Sachen "Vertuschungen" - namentlich ´Roswell´ und ´Area 51´ oder solchen Ereignissen wie der Arnold-Fehldeutung 1947 von F-84-Jets, dem Mantell-Incident von 1948 mit einem nicht-bekannten Skyhook-Ballon zu militärischen Zwecken oder bis hin zu den russischen Raketenaktivitäten am ehemals geheimen Cosmodrome Plesetsk, von wo man erst weit über ein Jahrzehnt später eigene Spionagesatelliten gegen den Westen richtete. Wirkliche Kenner des Problemkreises werden vielleicht noch ein paar Punkte einbringen könne, gerade rund um Re-Entrys von Satellitenkörpern (man entsinne sich an Kecksburg). Amerika hatte in den 40er/50er Jahren erhebliche Probleme Daten aus dem Ostblock durch dort eingesetzte Informanten/Agenten zu erhalten, weil die Abschottung des Machtblocks immer strikter wurde. Die Russen selbst waren dabei bescheidener, da sie weitaus weniger Aufwand betreiben mussten um sich in Amerika umzusehen. Daher erklärt es sich auch, dass das Wettrennen ins All rund um den russischen SPUTNIK und seine Folgen beim Kreml anders als im Pentagon/White House lief. Die einfache Formel lautete damals: Erfolge in der Raumfahrt sind nur auf das bessere Gesellschaftssystem zurückzuführen. Der Westen sah damals: Die Russen können einen künstlichen Satelliten hochschicken, wir können es nicht. Das Zentrum für die Technologie auf der Welt war Amerika und plötzlich kamen diese rückständigen Russen daher und plötzlich waren sie als Erste im Weltraum! Dies war der eigentliche "Sputnik-Schock" gewesen. Natürlich war dies, und sollte auch so verstanden werden, auch ein Ausdruck für militärische Stärke. Gut, SPUTNIK I war als solcher ein Schreckmoment für die amerikanische Nation gewesen, auch die bald darauf folgenden Satelliten mit Tieren an Bord - aber Spionagesatelliten hatte Moskau geraume Zeit gar nicht im Blick gehabt, die Amerikaner dagegen von Anfang an. Kaum öffentlich beachtet ist der Flug von SPUTNIK III von 1958, aber genau der hatte es wirklich in sich da hier 1.300 Kilogramm Nutzlast hochgebracht worden war, fast so viel wie ein Atomgefechtskopf damals wog! Und damit kam eine völlig neue Problematik auf, da die Rakete die SPUTNIK III hochbrachte damit ICBM-Fähigkeiten besaß und damit eine Wunderwaffe, wenn man so will, war! Dies ´versteckte´ sich dahinter und dies erschütterte das Pentagon am meisten und wirklich, weil man damit nicht gerechnet hatte. Wenn schon ein piepsender Fussball mit zurückgebogenen Stabantennen im Weltraum auftauchte und eine Eskimo-Hündin namens Laika ihre Herzschläge aus dem erdnahen Raum rüberschickte, dies ist doch eigentlich alles harmlos, aber mit SPUTNIK III kam ein echtes Problem auf. In diesem Zusammenhang gab es nicht nur einen Schock, sondern in den hohen Kreisen herrschte regelrechte PANIK und der Begriff von der ´Raketenlücke´ kam auf.

* = Siehe dazu: "Spy Satellites" - http://www.youtube.com/watch?v=1suT... !

Es war die Zeit der "Fliegenden Untertassen"-Tollwut, der UFO-Paranoia vom anderen Stern

Zwischenruf & historische Notiz: Bisher gehörte der Sternenhimmel den astronomischen Spezialisten, Spinnern und Romantikern, doch nun ging das All allen an. Das Interesse am Weltall wurde durch die Erfolge der sowjetischen Raumfahrt zu einem Massenphänomen, welches Millionen Menschen faszinierte. Begierig aufgegriffen in Werbespots, Comics, Büchern und Filmen. Science Fiction hieß die Gattung, die die Weltraumvisionen vorwegnimmt und zu beschreiben versucht wie es da oben ausschaut und wie es dort oben mit uns Menschen weitergehen mag. In den USA war das Genre schon längst In, aber in Deutschland z.B. gewann es erst jetzt so richtig an Boden - eben gerade auch mit amerikanischem Import. Dies lief prächtig an, auch weil niemand wusste, wie es da oben wirklich ausschaut. Da war reichlich Platz für Fantasien und für die >Fliegenden Untertassen<. Vor allem aufgrund der Tatsache, dass die Frage nach wie vor ungeklärt war, ob wir alleine im All sind. Plötzlich hieß es nicht m ehr wie noch Jahre zuvor, es sei unmöglich in den Weltraum zu fliegen - plötzlich schien alles machbar und möglich... Alles zusammen löste also eine große Faszination und Begeisterung aus, ließ Fantasien spriesen. Die Pokultur griff ebenso zu den Sternen. Wer erinnert sich noch an die Popband ´Sputniks´ mit ihren space-igen Gitarrenklängen und ihrem Kosmonauten-Outfit auf der Bühne? Der Weltraum war uns näher gerückt und in unserer Zivilisation angekommen. Besonders Kinder und Jugendliche ließen sich begeistern und vom Weltraum-Fieber anstecken. "Kaba" machte sogar den ersten Werbefilm mit Weltraum-Motiven; Onko-Kaffee zog nach und gewann dafür Theo Lingen. Raketenspielzeug war In. Die erste Weltraumausstellung in Stuttgart wurde fast von den Menschen überrannt und dies demonstrierte, dass der Mensch daran interessiert war die irdischen Fesseln zu sprengen (was mit auch ein Grund dafür ist, dass die ersten ´Flying Saucer´-Gruppen damals entstehen konnten).

´Sprennung´ der irdischen Fesseln

Die ´Fliegenden Untertassen´ kamen ja auch nicht zu irgendeinem beliebigen Zeitpunkt auf der Zeitachse, sondern punktgenau zu einer Zeit wo wir sie in unseren Herzen landen ließen! Das Reiseziel Mond lag plötzlich ganz nahe, die Fahrt zum Mond lag schon ein paar Jahre vor Kennedys Verkündung des Mond-Programms in der Luft*. Obwohl niemand wirklich daran dachte; trotzdem. 1958 verkündete die unter der "space act" als Sperrspitze gegen die russische Raumfahrt gerichtete frisch-gegründete NASA unter General-Manager Robert Seamans dann mit sieben Astronauten ("The Right Stuff" oder "Mercury Seven") ihr Ziel den Raum jenseits des Himmel zu erobern. Sie waren Helden der Nation noch ehe sie überhaupt wirklich innerhalb des Mercury-Programms im Weltraum waren, dies war das Ergebnis eines Prestigekriegs mit dem die bemannte Raumfahrt überhaupt erst einsetzte! Was John Wayne für den amerikanischen Heimatfilm ausmachte, symbolisierten Männer wie Glenn oder Schirra für Gegenwart und nahe Zukunft. Ihre Kollegen staunten und sagten - "Heh, ihr seit berühmt und habt noch gar nichts geleistet!" Der neue Traumjob der Jungen war plötzlich nicht mehr Lokomotiv-Führer, sondern ´Astronaut´ (wobei allein schon der Begriff eine Offenbarung wurde und Verheißung mit sich brachte). Und die Namen der sieben wackeren Pioniere amerikanischer Raumfahrtbestrebungen kannte bald jeder auf der Welt und viele nahmen sie ehrfurchtsvoll in den Mund. Doch es war kein Amerikaner, der der erste Mensch im Weltraum war, sondern ein russischer Kommunist - Juri Gagarin, ein Kosmonaut in der Wostock I. SPUTNIK war schon ein Schock, aber die Erdrumrundung von Gagarin frass sich noch tiefer... Auch hier musste der Westen ohnmächtig mit ansehen, wie der Kreml einen weiteren Weltraumerfolg feierte und mit Gagarin erstmals die Tür zum Weltraum einen spaltweit aufgemacht hatte. Und dies mit einer verblüffenden Konsequenz. Amerika bekam immer nur den 2.Platz ab. Für die westliche Supermacht war dies nicht akzeptabel. Amerikans neuer, junger Präsident Kennedy griff energisch zu und machte mit dem Mond-Programm die Umkehr dieser Situation möglich. Und dieses neue und konkrete Ziel war elektrisierent. Die militärisch-geheimdienstliche Nutzung der Raumfahrt war der Öffentlichkeit vorher schon kein Begriff gewesen und das wissenschaftlich-technische Ziel des Mondflugs lenkte noch weiter davon ab. Besser konnte es gar nicht gehen.

*= Im 21.Jahrhundert könnte ein uralter Traum der Menschheit Wirklichkeit werden: Schon in naher Zukunft sind wir vielleicht in der Lage die Erde zu verlassen und andere Planeten zu besiedeln. Sogar eine bemannte Mission jenseits unseres Sonnensystems wäre vorstellbar... Wir leben in einem Zeitalter des unvorstellbaren Gedankens der Besiedelung des Alls. Vor über 50 Jahren wurde die uralte Fantasie "der Reise zu den Sternen" erstmals im Ansatz verwirklicht. Die ersten Menschen im All (= erdnahe Umlaufbahn) fühlten sich dabei als Pioniere zum Aufbruch in unendliche Weiten. Die Weltraumbegeisterung wurde durch das Medium Fernsehen dann noch weiter getragen, als JFK das Mondlandeprogramm verkündet hatte. Erst in den USA, dann auch in Europa/Deutschland. Die Bilder von Apollo VIII in der Mondumlaufbahn mit der aufgehenden blauen Murmel namens Erde über dem Mond im Kosmos haben alles verändert. Die Wahrnehmung unserer Selbst wurde mit dem Aufgang der Erde über dem Mondhorizont für immer verändert. Einblicke in die Welten, die noch niemand gesehen hatte standen unmittelbar bevor. Die Macher von Film und Fernsehen kamen an diesem Stoff einfach nicht vorbei. ´Raumschiff Enterprise´ in Amerika und ´Raumschiff Orion´ in Deutschland sorgten fast parallel für die zusätzliche Begeisterung der Öffentlichkeit für den Aufbruch in den Kosmos. Beide Serien erreichten wie kaum andere SF-TV-Serien Kultstatus. Sie wurden von Alt wie Jung begeistert aufgenommen. Fast alle deutschen Wissenschaftsastronauten unserer Tage geben gerne zu, dass genau dies alles damals Anlass für sie war tatsächlich später den Schritt in den Weltraum-Beruf zu machen.

Es begann alles ausgerechnet in Neu-Mexio

+ Im Projekt MOGUL begann man von Neu Mexiko aus ein eigentlich wissenschaftliches Forschungsinstrument aus den 30er Jahren geheimdienstlich umzubauen und mit Spionagesonden auszurüsten! Die Überlegungen dazu basierten auf dem japanischen Fu-Go-Programm aus dem Krieg, als die Japaner zwischen November 1944 und dem Ende des Kriegs solche etwa 10 Meter großen Papierballone mit Brandbomben als Nutzlast gegen die USA schickte (ohne wirklichen Schaden anrichten zu können, aber trotzdem zeigte das dahinterstehende Prinzip interessante Möglichkeiten zur Überwindung von interkontinentalen Entfernungen auf - weswegen man auch in den USA später die Fu-Go`s nie an die große Glocke hängte). Eine Folge davon war der sogenannte ´Roswell-Incident´ im Sommer 1947 gewesen, als ein Rancher die Trümmer eines Versagers aus der MOGUL-Reihe auf dem Ranchland seiner Schafzucht auffand. Seinen eigenen Worten nach eine große Quantität folienartigen Materials, zusammengeklebt mit Scotch-Klebeband (wir würden ´Tesa-Film´ sagen) und bestückt mit Balsholz-Stöckchen. Zudem fand sich ein größeres aluminiumartiges Teil von Sterngestalt, ein Radarreflektor (Radartechnologie war quasi brandneu und ein militärisches Geheimnis). Siehe dazu auch die ZDF-Sendung HISTORY vom 1.Februar 2004, wo man sich dem Fall Roswell nochmals widmete und dabei auch den hier beschriebenen Aspekt deutlich machte; in Ergänzung dazu ist auch "Die UFO-Story"-Reportage von der ARD vom 1.Mai 2003 anzuraten. Dadurch rundet sich auch das Bild mit dem Thema hier! Riesenballons namens SKYHOOK ("Himmelshaken"*) waren von Militärs und ihren Auftragswissenschaftlern in der Gegend zu Testzwecken gestartet worden. Ihr Auftrag: Sich in den hohen ´Jetstreams´ einfädeln und damit die Erde bis über russisches Gebiet hin zu überfliegen um dort z.B. Messungen über Radioaktivität ob Atombombenversuchen vorzunehmen oder Lauschgerät und Kameras dort einzusetzen - hochfliegende und weitreichende Flugzeuge gab es noch nicht und Satelliten erst recht noch nicht. Also griff man auf das zurück, was vorhanden war um Fernaufklärung und Himmelsspionage durchzuführen: eben hoch- und weitreichende ´Wetterballone´. Die Rand Corp. hatte dazu entsprechende Studien durchgeführt und Wissenschaftler an der Universität von New York waren damit in der Praxis dann beschäftigt. Edwin Land, Erfinder der Sofortbildkamera, unterstützte dieses Projekt und stellte sich dem Weißen Haus hier als Berater zur Verfügung (übrigens sollte er daraufhin noch drei Jahrzehnte lang verschiedenen Präsidenten in dieser Funktion und über alle politischen Grenzen hinweg zur Verfügung stehen). Dieses Projekt brachte im Wesentlichen keine großen Ergebnisse, weil man die Ballons eben nicht steuern konnte. Außerdem lenkten sie die ungewünschte Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit auf sich, die gerade überall >Fliegende Untertassen< sah und nicht wenige genau solche nicht-erkannten Ballone waren und die UFO-Hysterie weiter anheizten. Ein wichtiges Merkmal um zu zeigen, wie sich die UFO-Subkultur in diesen Zeiten entwickelte. Während die silberne Kunststoffhülle dieser Objekte von teilweise mehr als 30 Metern Durchmesser hoch am Himmel jene vom Boden aus sehr auffällig machte, waren sie gleichsam so gut wie nicht auf dem Radar festzustellen.

*= Mir war bisher nie bekannt, warum diese Stratosphärenballons ausgerechnet ´Himmelshaken´ genannt wurden. In der N24-Dokumentation wurde es gezeigt, und zwar in Zusammenhang mit CORONA, wo man diese Kapseln noch in der Luft von Flugzeugen aus auffischt, entweder an gabelähnlichen Vorrichtungen am Flugzeug oder schlichtweg mit ausfahrbaren Haken mit denen die Fallschirme an denen Kapseln niederschweben aufgehakt werden sollten. Diese Technik bei Corona übernahm man von den Ballon-Skyhooks, weil man diese dort längst einsetzte. Die Flugzeugcrews wurden dafür monatelang trainiert. Zur Praxis: Das ´Abfangflugzeug´ setzt sich zunächst über den Fallschirm, fliegt dann darüber und fischt den Fallschirm so von oben her schräg ab. Auch die gleich erwähnten ´Moby Dick´-Ballone wurde so wieder abgeerntet.

Die geheimnisvollen Skyhooks

So musste man schließlich die heiße Luft vom Kessel nehmen und entließ Dampf, indem man die Skyhooks 1952 öffentlich in Wochenschauen rund um die Welt vorstellte und als Objekte der Untertassen-Hysterie brandmarkte. Naja, man gestand ihren wahren Zweck dabei nicht ein und umschrieb ihre Aufgabe als Instrument "zur Erforschung von Weltraumstrahlen". Land machte sich übrigens auch für Lockheed´s U-2 stark - und konnte das Programm dieses Stratosphärenflugzeugs durchsetzen, bis die U-2 aber z.B. von Wiesbaden in Deutschland aus mit der besten Kamera an Bord und neuentwickelten Filmen fliegen konnte verging noch etwas Zeit und dafür brauchte es einen Lückenbüsser. Im Programm ´Genetrix´ versuchte Amerika nochmals die Skyhooks als sogenannte "Moby Dicks" aufleben zu lassen, dies ab Januar 1956 nachdem Eisenhower am 27.Dezember 1955 dazu die Anordnung erließ als die UdSSR nun mit der H-Bombe drohen konnte und auch die Vernichtsungskraft der ´herkömmlichen A-Bombe´ kräftig gesteigert wurde. Solche starteten auch in der Türkei von der US-Basis Incirlik sowie in der deutschen Pfalz (Rammstein Air Base) Richtung Osten wenn es der Wind erlaubte (und nicht plötzlicher Windrichtungswechsel die selbigen Polyethylene-Ballone in ganz andere Richtungen trieb um dort für UFO-Alarm zu sorgen).

Eine dauerhafte und nicht nur sporadische Überwachung des sowjetischen Reichs war notwendig geworden und die Stratosphärenballone das bis dahin beste Mittel - zudem verhältnismäßig ´billig´ und schnell quasi wie am Band herzustellen und überall auflassbar, oftmals an Bord von Flugzeugträgern die in allen Meeren unterwegs waren - zudem hoffe man darauf, dass die Leute im Kreml die Kröte mit der "Weltraumstrahlen-Forschung" geschluckt hatten (ob dem so ist weiß man nicht, aber die Menschen sahen rund um den Globus weiterhin auch >Fliegende Untertassen< in ihnen, die US-Militärs gaben keine Skyhook-UFO-Entwarnung mehr im großen Stil aus um ihr Spionageprogramm zu schützen; später soll dies genau auch der Grund gewesen sein, warum der CIA UFO-Meldungen durch U-2-Missionen schweigend über sich ergehen ließ und ruhig blieb). Technische Ausführung durch spezielle Abteilungen der USAF/US-Navy, aber unter Federführung ("exclusive control of the intelligence phases of the operation") der CIA! Festschnallen: Allein binnen der nächsten Jahre wurden 516 dieser übermächtigen Stratosphären-Ballone* als "Waffensystem 461L" nur unter der Kenntnis von einigen wenigen Leuten aufgelassen um gegen die UdSSR zu fliegen und dort zu spionieren (immerhin lieferten 32 von ihnen wirklich brauchbares Material mit einer neu-entwickelten Weitwinkel-Kamera von Kühlschrankgröße und einer entdeckte damit sogar eine bis dahin dem Pentagon verborgen gebliebene Nuklearanlage - aber allein 1958 gingen drei dieser Ballone auf sowjetischem Territorium verloren weil sie zu tief flogen und abgeschossen wurden und es drohten internationale Verwicklungen wegen deren Fotoausrüstung deswegen die man mühsam als wissenschaftliches Instrument zur Beobachtung von "Wolkenformations-Ausbildungen" erklärte, so wurde bald darauf dieses Projekt wegen künftigem Erklärungsmangel zurückgeschraubt) während sich Ike bereits Gedanken über eine bald wohl entstehende "neue Defense Space Agency" mit neuen Mitteln machte, "wie sich die CIA es sich wünscht". Ein entscheidender Grund hierfür war auch, dass die Sowjets erst aufgrund der Spionage-Höhenballone ihre Resourcen bis hin zur Entwicklung der MiG-17 (die erste sowjetische Maschine mit Nachbrenner-Technologie und offiziell als ´specialized balloon and reconnaissance-plane interceptor´ entwickelt - was übrigens auch den "all-weather fighter" Yak-25/Mandrake betrifft, den man in Russland einfach den "Balloon Interceptor" nannte!) betreffs ihrem "hight-altitude air-defense system" steigerten und dieser Aufrüstung schließlich wohl Gary Powers zum Opfer fiel. Ironie der Geschichte. Die Sowjets sahen sich als die friedvollen Opfer einer nicht-endend-wollenden westlichen Aggression.

*= Hierzu veröffentlichte Curtis Peebles das Buch "The Moby Dick Project: Reconnaissance Balloons over Russia" im Mai 1991 bei der Smithsonian Institution Press.

+ Der Westen hatte schlicht Angst vor einem massiven nuklearen Überrasachungsangriff und wollte sich Gewißheit verschaffen, dazu war jedes Mittel recht. Niemand wusste was in der riesigen Sowjetunion vor sich ging, man wollte deswegen mehr wissen. Man wollte sich Informationen über das Rüstungspotenzial der ´Roten´ unter Josef Stalin verschaffen, wissen was jenseits der sowjetischen Propaganda betreffs Rüstungen wirklich wahr war und natürlich auch entsprechenden Funkverkehr abhören sowie die Radarfrequenzen der Luftabwehrstellungen kennenlernen. Lange bevor die U-2 flog, waren schon andere, speziell umgerüstete Flugzeuge der Amerikaner nahe der sowjetischen Satellitenstaaten unterwegs gewesen um entlang der Grenzen der UdSSR Fernaufklärung zu betreiben (und gelegentlich auch kühn dort einzudringen um noch bessere Spionage betreiben zu können). Diese Operationen wurden dann als wissenschaftliche Untersuchungen im elektromagnetischen Spektrum ausgegeben und deswegen flog man nie vom Heimatflughafen die sowjetischen Ziele linear an, sondern kurvte erst zur Ablenkung über dem eigenen Gebiet und kam quasi Hinterrücks erst in die ´target-area´... Überall wo die USA starke Basen hatte gab es solche Aktivitäten. So auch von Thule auf Grönland aus, wo in der Operation "Homerun" die UdSSR extrem provoziert wurden indem man von dort aus fast 160 Aufklärungseinsätze startete. Teilweise sogar in Formationen, was eine ungeheure Provokation darstellte. Die ´Entschuldigung´ Amerikas waren "Störungen durch den Nordpol" und daher habe man sich verflogen.

CIA-Spionage-Missionen der 7499.Luftunterstützungsstaffel von Wiesbaden aus

Sogar vom deutschen Wiesbaden (wo sich das Hauptquartier der USAF Europe befand), Bitburg sowie von Frankfurt stiegen spezielle Geheim-Einheiten wie die unauffällige 7499.Luftunterstützungsstaffel unter CIA-Führung im alten IG Farben-Hochhaus in der Mission "hard rock" u.a. in der geheimnisvollen RB-69 auf, um in den Osten vorzustoßen um dort Sprechfunkverkehr, Radarstellungen und die Organisationsstruktur der Sowjets zu überwachen. Entsprechende Geheimdienst-Operationen von Deutschland aus wirkten wie ein "Staubsauger". Ja, Deutschland war ein ´hot spot´ in Sachen Aktivitätsfenster für solche Operationen - so sehr Sie dies nun verblüffen wird. Dies war bereits seit Sommer 1950 der Fall, auch wenn schon bei einem der ersten Einsätze von deutschem Boden aus eine amerikanische Maschine mit zehn Mann Besatzung über der Ostsee auf litauischem Gebiet abgeschossen worden war. Die Briten hatten auf Radar alles verfolgt, aber man gab die Cover-Story aus, wonach sich die Trainingsmaschine nur verirrt habe und von den schießwütigen Roten dann ohne Warnung vom Himmel geholt worden sei. Soetwas gehörte eben auch zu diesem "Spiel". Man nennt es Lügen, oder politischer: Desinformation. Von Anfang an war also klar wie gefährlich diese Unternehmungen waren. Trotzdem machte man weiter, auch weil der neue US-Präsident Truman wegen dem Korea-Konflikt bereits mit der A-Bombe drohte und auch höchsten US-Generälen wie Curtis LeMay oder Nathan Twining (!) die Nerven durchgingen und sie einen Atomkrieg aufkommen sahen. Tatsächlich gab es auch weitere Dramen, die von Deutschland aus begannen. So wurde eine Aufklärungs-Herkules ein paar Jahre später an der türkisch-sowjetischen Grenze abgeschossen, hilflos mitverfolgt von US-Radarstationen in Darmstadt. Dieser Einsatz basierte tatsächlich auf einem tragischen Fehler, weil sich die Crew wirklich verflogen hatte und wegen der Geheimhaltung nicht davor gewarnt werden konnte. Im IG Farben-Haus erfand man für die Weltpresse daraufhin die Erklärung, dass da ein Flugzeug auf einer Trainingsmission abgestürzt sei... Das Spionage-Schachspiel ging in eine neue Runde, der vermeidbare menschliche Verlust spiele keine Rolle. Soldaten sind eben auch nur Marionetten an den politischen Fäden, Erfüllungsgehilfen. Nichts Neues unter der Sonne.

Dies ist die Geschichte hinter der Geschichte. Die Russen wieder hatten Angst vor zwei Feinden aus dem Westen: 1) den hier behandelten Spionagefliegern und 2) vor "Absetzflugzeugen" die damals zu hunderten Spione hinter den feindlichen Grenzen mit dem Fallschirm abspringen ließen um vom Boden aus Spionage zu betreiben aber auch um Sabotage-Ziele auszukundschaften. Geworben hatte übrigens diese Agenten Hitlers Geheimdienstchef Gehlen, der inzwischen zu den Amerikanern übergelaufen war. Doch dies war ein tödlicher Flop und die Idee die kommunistischen Staaten von innen heraus zu destabilisieren kostete vielen Menschen das Leben. Und der Westen erfuhr so gut wie gar nichts über die normalen Agententätigkeit, trotzdem Hunderte als Freiwillige sich hierfür opferten. Der Eiserne Vorhang blieb undurchlässig für die Informationen, die der Westen haben wollte. Deswegen also der geheime Spionageluftkrieg. Der Westen kam mit tradioneller Geheimagenten-Tätigkeit im Osten nicht weit, der Osten aber mit genau dieser klassischen Aktivität im freien Westen mit seiner offenen Gesellschaft sehr sehr weit. Dies ist wohl auch genau der Grund, warum sowjetische Luftaufklärung im Westen lange Zeit gar nicht durchgeführt wurde. Moskau´s Agenten konnten ja bequem vor Ort ermittel und observieren.

Als es schief ging - Der fürchterliche Tag für Gary Powers

+ Es war ein dunkler Tag für die US-Geheimdienste als am 1.Mai 1960 Gary Powers in seinem supermodernen ´Segelflieger´ namens U-2 beim Fernaufklärungsflug GRAND SLAM (mit geplanter Flugroute von Peshawar in Pakistan nach Plesetsk, dann nach Bodo in Norwegen zur Landung) über der UdSSR dort von einer unerwartet leistungsstarken sowjetischen Rakete vom Himmel geputzt wurde und man Powers in Moskau einen Schauprozess lieferte, der den USA die Schamesröte ins Gesicht jagte. Bisher war die U-2 wegen ihrer Flughöhe als unangreifbar gehandelt gehandelt worden, deswegen machten die USA auch die entsprechenden Grenzverletzungen souveräner Nationen um militärisches-geheimdienstliches Bildmaterial (Atomanlagen, Flugplätze, Häfen, militärische Industrie, überhaupt militärische Infrastruktur von Raketenstartplätzen etc) von dort zu gewinnen. Powers hatte versagt, auch weil er die Selbstmord-Giftnadel nicht benutzte, was ihm lange Zeit einige wichtige Persönlichkeiten als ´Feigheit´ nachtrugen. Plötzlich war wieder alles anders und das Wort vom unerwarteten "missile gap" machte die Runde des Schreckens im Westen. Dies ist eine bemerkenswerte Ausgangssituation. Seitdem der ideologische Konflikt zwischen den Blöcken in Ost und West bald nach Ende des 2.Weltkriegs ausgebrochen war und die A- bzw bald darauf sogar die H-Bombe das Machtgefüge erschütterte, war man in Washington als auch in Moskau nervös. In Washington mehr wohl als im Kreml, weil Amerika eine offene Gesellschaft darstellte während der ´Eiserne Vorhang´ von Moskau gegenüber den Rest der Welt aufgezogen wurde um sich streng zu isolieren und keinerlei Einblicke zu gewähren*. Soetwas bringt natürlich Unruhe sowie Unsicherheiten mit sich - gerade auch in Zeiten des Umbruchs und der explosionsartigen Entwicklung auch der Waffentechnologie im Bereich Luft- und Raumfahrt. Plus einer schweren Propaganda, die Moskau gegenüber dem Westen in Gang brachte. Trotzdem, man suchte in Washington nach Alternativen und so schickte man die B-47 aka RB-47H in einer besonderen Spionageelektronik-Variante hinaus, weil die elektronische Aufklärung weiter und weiter ging. Trotzdem, dies waren weiterhin lebensgefährliche Einsätze. So war dies eben ab den späten 40er Jahren ab dem sich auch das Untertassen-Thema entwickelte. Hier gibt es m.E. nach eines historische Wechselwirkung, die den meisten UFO-Freunden des Fantastischen gar nicht bewusst ist.

* = Unklar ist bis zum heutigen Tag geblieben, was es mit der amerikanischen Aufklärung in Richtung China auf sich hatte. Seltsamer Weise ist dies auch nicht im Blickpunkt der Diskussion. Man weiß nur, das auch dort Amerika elektronische Aufklärung betrieb.

Glanzstück des High Tech-Zeitalters

Es ist erstaunlich - bereits Anfang 1946 führte die Rand Corporation eine Studie durch, in der die Entwicklung einer Spionagesatelliten im niedrigen Erdorbit für Amerika empfohlen wurde (jenseits mal der aktuellen technischen Möglichkeiten dazu) - und am 2.Mai 1946 gab sogar die Douglas Aircraft Corporation erste Studien nach Washington weiter, in denen man es von einem "Preliminary Design for an Experimental World Circling Spaceship" hatte. Aber erst ab 1955 war die US-Luftwaffe im Stande sich weiter diesem Thema, welches bereits auf Eis lag, zu widmen, weil es die Technologie inzwischen erlaubte und man die Advanced Research Projects Agency (ARPA) gründete. Ja, aber erst der Start des russischen SPUTNIK am 4.Oktober 1957 gab der Sache wirklichen Schub, einfach auch wegen der damit verbundenen Raketentechnologie. Ohne Raketen keine Satelliten. Machen wir uns nichts vor: Raketentechnologie hat den Menschen auf den Mond gebracht, das Kommunikationswesen revolutioniert und der Kriegsführung neue Dimensionen erschlossen. Dadurch sehen wir unseren kleinen Planeten mit anderen Augen - und wir bekamen ebenso neue Zukunftsaussichten eröffnet. Technik extrem ist damit umfasst, Kraft und Tempo symbolisieren sich darin. Seit Beginn des technischen Zeitalters ist unsere Gesellschaft davon geradezu besessen. Ein gewaltiger Motor des technologischen Fortschritts basiert genau darin. Die mächtigste und schnellste Maschine die jemals entwickelt wurde ist die Weltraumrakete wie wir sie seit Jahrzehnten kennen. Ihre kraftvolle Eleganz fasziniert fast jeden (auch wenn sie nicht wirklich ein ´Weltraumschiff´ ist) und sie sind zum Glanzstück des High Tech-Zeitalters geworden, auch wenn sie nur verhältnismässig kleine Nutzlasten in den Weltraum bzw besser erdnahen Weltraum tragen kann. Deswegen nennt man sie auch Trägersystem. Die Erdanziehung können sie, die Raketen, nur überwinden, wenn sie sofort nach dem Start auf 11 km pro Sekunde beschleunigen, auf 38.000 km/h also. Um dieses unglaubliche Tempo zu erreichen brauchen sie einen Treibstoff dessen explosionsartige Verbrennung eine enorme Energie liefert und Triebwerke, die diese Energie direkt in Schub umwandeln - zu einem goldigen Preis übrigens: um ein Kilo Nutzlast in den Erdorbit zu bringen braucht es den schlußendlichen Treibstoffverbrauchsgegenwert von einem Kilo Gold. Und dies gelang erst nach einer langen Entwicklungsarbeit mit vielen katastrophalen Fehlschlägen.

Die Eroberung des Weltraums ist ein Problem für sich: Verlässt ein Raumschiff die Erde, ist es gewaltigen Strahlenbelastungen ausgesetzt. Kosmische Strahlung die hochgradig krebserzeugend ist. Raumfahrzeuge im interplanetaren Raum müssen deswegen mit schwersten Schutzschilden ausgerüstet werden, 60 cm dicke Zusatzisolierungen rund um ein Raumschiff (was wieder enorme Gewichte mit sich bringt). Kosmische Strahlung besteht vor allem aus Protonen, die über eine große Energiedichte verfügen. Sie bewegen sich mit Lichtgeschwindigkeit unsichtbar und tödlich durch den Raum. Auf Erden sind wir davor durch das Erdmagnetfeld und die Atmosphäre geschützt (Ionen-Reststrahlungen jedoch sorgen dennoch für Sonnenbrand und Hautkrebs) - im Weltraum dagegen durch nichts. Mächtige Sonnenentladungen (Flares) die damit einhergehen zeigen schnell auf, wo die Grenzen sind: 1989 wurde so die ganze Energieversorgung der kanadischen Provinz Quebec durch einen Sonnensturm lahmgelegt. Die harmloseste Auswirkung ist dabei, das Astronauten "sehr helle Lichtblitze" mit den Augen inmitten der Dunkelheit wahrnehmen die aufgrund der kosmischen Strahlung auf die Nervenbahnen im Gehirn erzeugt werden. Die Apollo-Astronauten des Mondlandeprogramms hatten dabei wirklich ein ´Schweine-Glück´ - es gab während ihrer Abenteuer in den dünnen ´Alu-Büchsen´ ihrer Mondlandefähren keinen Solar-Flare, der die ungeschützte Mondoberfläche mit harter Strahlung von der zigfachen Leistung einer normalen Sekundenbruchteil-Röntgenaufnahme beim Arzt langzeitig und dauerhaft überschüttete... Das grundsätzliche Risiko dieser kosmischen Strahlenverbrennung nahmen die US-Mondflieger als "ohne Garantie und Rückgaberecht" in Kauf. Da muss man nochmals extra Nachdenken, wie ich meine, bevor man diesen Absatz einfach so verlässt.

Das ´big business´ in Sachen Raketen

Raketenfliegerei ist gar nicht so einfach wie es ausschaut, echter Raumflug genauso wenig - einfach auch wegen der Kostenintensivität! Um die Erde wirklich zu verlassen braucht es mächtige und leistungsstarke Raketenmotore, schließlich sprechen wir hier von Entfernungen die mindestens 10 x höher liegen als ein supermodernes Flugzeug sie aus technischen Gründen jemals erreichen kann. Raketenmotore geben ungeheure Schubkräfte frei, die gelenkt sein wollen, steuerbar sein müssen, wenn man sie auch nicht wirklich beherrschen kann. "Raketenflugzeuge" haben daher eine ganze Menge von Problemen vor sich - und alle Überschallflugzeug-Ideen haben ihre Grenzen. Hyperschallflugzeuge sind wohl der größe Traum der Raumfahrtingenieure, doch die Grenzen des Machbaren haben sie bereits jetzt überholt und stillgestellt. Das "Weltraumflugzeug" gehört also inzwischen selbst, nach all der Aufbruchstimmung in den 90er Jahren, mehr zur Science Fiction als zur Wirklichkeit - das problembelastete ´Space Shuttle´ Amerikas zeigt dies deutlich auf. Moderne Raketen sind sehr komplexe Systeme in Sachen Steuerung und Stabilisierung etc, weswegen eben einfach nicht jede Nation selbst Raketentechnologie entwickeln kann und der ´Raketenklub´ sehr elitär bleibt - und selbst die "dritte Weltmacht´, China, so lange brauchte bis sie endlich den ersten Taikonauten vor kurzem in die Umlaufbahn brachte. Zudem muss man die richtige Mischung zwischen Feststoff- und Flüssigkeit-Raketen finden, je nach Mission fällt dies wieder unterschiedlich aus. Feststoffraketen haben den größten Schub, sind aber weitgehend unkontrollierbar und man kann sie nach Zündung nicht mehr stoppen (siehe so auch 1986 die CHALLENGER-Katastrophe). Sie brennen einfach blitzschnell wie eine Silvesterrakete runter. Lenkung und Steuerung ist aber nur mit Flüssigkeitsantrieben wie beim PKW möglich. Für den russischen Space Shuttle-Nachbau namens BURAN entwickelte man damals die bis heute mächtigste Träger-Rakete der Welt, die ´Energija´ - noch stärker als die amerikanische ´Saturn V´, welche die kleinen Apollo-Kapseln zum Mond trug. Doch aus Kostengründen flog das Teil nur einmal. Übrigens: Übermächtige und gewaltige Raketenstarts dieser Dimension sehen direkte Augenzeugen selbst in vielen Kilometern Entfernung nicht nur, sie spüren sie auch da die Druckwellen vom eigenen Brustraum zurückprallen. Seismometer selbst in mehr als 1000 km Distanz verzeichnen die Starterschütterungen am Boden - soviel Kraft steckt dahinter. Und um Strahlenschutzschilde für Raumschiffe mitzuführen, bräuchte es einiges mehr an Schutzmaterialmenge als die eigentliche Nutzlast wieder ausmacht. Hier beisst sich die Kostenkatze wieder in den eigenen Schweif.

Nach diesem kurzen technischen Lauf auch zum ´big business´ in Sachen Raketen zurück zu unserem eigentlichen Thema. Auf politischer Ebene hatte Präsident Dwight Eisenhower zunächst auf diplomatischem Wege versucht bei einem Gipfeltreffen 1955 mit den Führern der UdSSR die Initiative "Open Skies" umzusetzen. Sie sollte es den USA wie der UdSSR erlauben das Territorium des jeweils anderen zu überfliegen. Auf diese Weise hätten beide Seiten sehen können, ob der andere einen Angriff vorbereitet. Der sowjetische Ministerpräsident Nikita Chrustschow lehnte den Plan kategorisch ab, was natürlich das amerikanische Misstrauen erhöhte. Eisenhower glaubte keine andere Wahl zu haben als zu illegalen Mitteln greifen zu müssen... 1956 genehmigte er den ersten illegalen Überflug über Russland mit der U-2 (unter Hervey Stockman) von Deutschland aus, auch wenn er sich bei diesem Flug und weiteren sehr unwohl fühlte. Aber nicht nur die U-2 flog gegen Osten sondern auch andere Einheiten wie die schwere B-36 oder die B-47 in abgespeckter Version für Luftbildmissionen als Höhenaufklärer. Man brauchte nämliche dringlichst neue Landkarten der Sowjetunion. Karten auf denen man die wichtigsten Ziele für einen Atomkrieg einzeichnen konnte. Schließlich arbeitete man bis dahin mit veraltetem Kartenmaterial aus Nazi-Deutschland, welches man dort vor dem Angriff auf die Sowjetunion vor 1941 aufgrund eigener Aufklärungsflüge entwickelt hatte. Kurzum, dies alles war überholt. Und man wollte dringlich aktuelle Informationen haben, weil man nach Pearl Harbor gelernt hatte, dass man nie genug Informationen haben kann. Pearl hatte Amerika erleben müssen, weil man nicht genug über den japanischen Gegner damals wusste. Ein neues Pearl wollte man unter allen Umständen verhindern, da dies das militärische Trauma für Amerika schlichtweg war. Während Amerika mit diesen Aufklärungsflügen einfach nur Bescheid wissen wollte was Sache ist sah man im Kreml diese Flüge als Vorbereitung für einen Krieg an. Wieder wussten die Amerikaner fasst nichts, mussten der sowjetischen Propaganda glauben. Dies ist also alles ein ganz schmaler Grad.

Der "top secret"/"special handling"-Befehl

+ Die Entwicklung eines Aufklärungs-Satellitenprogramms bekam zunächst den Kodenamen SENTRY, dann SAMOS. Am 7.Februar 1958 gab Eisenhower der CIA unter Allan W.Dulles den "top secret"/"special handling"-Befehl für das dazugehörige Gerät namens CORONA (basierend auf einer Sitzung des National Securitry Council/NSC mit seiner Direktive Nr.5, in der man der CIA die primäre Verantwortung für geheime Fernaufklärungsunternehmen in Berücksichtigung auf die National Security Act von 1947 übertrug)! Auch weiterhin wurde bis in die 60er Jahre hinein das Aktenmaterial dazu mit "top secret"/"special handling" gestempelt - wobei mir erstmals die Zusatzstufe "special handling" überhaupt bekannt wurde*. Dulles übertrug den Job an Richard M.Bissel jr, seinem Special Assistant for Planning and Development der sich bereits beim U-2-Programm Verdienste erworben hatte und alle technischen Möglichkeiten nutze um Amerika eine Überlegenheit zu verschaffen. Bissel war es gewesen, der die erste U-2 binnen neun Monate aus dem Boden stampfte. Verbunden damit waren ungeheure technische Probleme, so einfach ist es nämlich nicht nur einen Spionagesatelliten hochzuschießen und dann noch saubere (unverwackelte) Bilder ferngesteuert zu bekommen. Ballon- sowie flugzeuggestützte Fotos waren schon bis dahin ein Problem. Bei Fotos von starr-eingebauten Kameras in den Flügeln von Flugzeugen war schon immer das Problem, dass die Heißluft rund um die Maschine mit hoher Geschwindigkeit das Bildmaterial ´vernebelt´ - aus diesem Grund wird es wohl kaum UFO-Guncamera-Bilder bzw -Filme geben.

Im Weltraum ist es wegen der absoluten Kälte dort wieder andersrum, wenn man von dort aus die Erde ablichten will. Auch diese Probleme musste man erst erkennen und in den Griff bekommen, namentlich die Firma KODAK. Fotos unter -60 Grad C sind chemisch allein nicht zu machen (im Weltraum sind es gar -270 Grad C), aber dies musste man erst durch die Praxis erkennen. Hinzu kommt das Problem durch den Orbit der Systeme um die Erde, alle 90 Minuten sind die Sonden der extremen Sonnenhitze ausgesetzt. Insgesamt also ein Wechselbad der Extreme für Filmmaterial, dies musste erst alles bewältigt werden. Zudem gab es mechanische Schwierigkeiten der simplen Art mit dem Mechanismus der Kameras unter diesen klimatischen Umständen - sowie auch mit den G-Kräften bei der Rückkehr. Der CIA verpflichtet für die Problemlösungen u.a. William O.Baker von den Bell Labs, Carl Overhage vom MIT Lincoln Research Institute sowie den Nuklearphysiker Edward M.Purcell von der Universität Harvard und unterstellte alle der Schweigepflicht im Rahmen der nationalen Sicherheit - die Kamera selbst wurde von der Firma Itek gebaut (die auch heute noch Kameras für Spionagesatelliten entwickelt), welche bereits unter Walter Levison die Stratosphären-Ballon-Kamera konzipiert hatte. Ganz zu schweigen wie man damals es anfangen wollte, die zurückkehrenden kleinen Kapseln mit dem wertvollen Filmmaterial zu bergen, mit der Funkübermittlung war es damals längst noch nicht soweit. Man musste schlichtweg das Fotomaterial in einer Kapsel abgestoßen von der Sonde zur Erde schicken. - Heutzutage werden Aufklärungssatelliten-Bilder natürlich digital-codiert sofort überspielt. Das ganz und gar große Geheimnis darum sind die verwendeten Satelliten-Funkfrequenzen. Ja, diese sind geschützte Geheimnisse der nationalen Sicherheit. Jeder der imstande ist, diese in unserer modernen Kommunikationsgesellschaft zu knacken, der bekommt erste Probleme - wohl ähnlich wie in dem Film "Staatsfeind Nummer Eins" mit Will Smith. Und dies ist tatsächlich ein ernstzunehmendes Problem! Schon vor dem Apollo-Programm (weswegen alle "Moonhoax"-Verschwörungstheorien schon Blödsinn sind) haben Tausende Amateurfunker in den USA die CORONA-Tarnkappe durchbrochen (auch wenn sie wohl nicht wussten, was sie da als Signal hatten) und die Funksignale des Programms empfangen und verfolgt.

* = Aufgefunden in dem Internet-Dokument "Civilians, Spies, and Blue Suits: The Bureaucratic War for Control of Overhead Reconnaissance, 1961-1965" von Jeffrey T. Richelson, herausgegeben im Januar 2003 als ´A National Security Archive Monograph´.

Fortsetzung folgt...

Externe Links

http://www.youtube.com/watch?v=XS6usvEnsX4
http://www.youtube.com/watch?v=2qa61ELrNHI
http://www.youtube.com/watch?v=09mV-O1rTW0
http://www.youtube.com/watch?v=HTYzLK7YOtc
http://www.youtube.com/watch?v=8aNUPRkdKrk
http://www.youtube.com/watch?v=mrK2YgfjnHo
http://www.unionleader.com/article.aspx?articleId=1d75de55-05d0-4397-a4b4-fbcc4af81a8d&...
http://www.9news.com/news/article.aspx?storyid=138882&catid=339
http://content.usatoday.com/communities/ondeadline/post/2010/05/balloon-boy-parents-get...
http://www.youtube.com/watch?v=RS4UV3YfCYA
http://www.youtube.com/watch?v=1suTAwc5_zY

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