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09.09.1999


    
Erste September-UFOs auf globaler Ebene

Australien und Florida waren Zielpunkt von Raumschiff-Besuchen

Ganz schön was los am globalen Himmel. Am 2.September 1999 meldete die Australian Broadcasting Corporation in einer "Breaking News"-Story: "Russian rocket startles Sydneysiders!" Anwohner im nördlichen Sydney berichteten von der Sichtung eines großen, zylinderförmigen Objektes, welches an diesem Nachmittag quer über den Himmel zog. Ross Dowe vom National Space Center in Melbourne hatte jedoch die Bevölkerung informiert, was da vor sich ging und aufgerufen, deswegen nicht in Panik zu verfallen. Dowe, der Kontakte zur NASA in den Vereinigten Staaten unterhält, erklärte das Geschehen als eine russische Booster-Raketenstufe, die in die Erdatmosphäre zurückkehrte und dort verglühte. Wie Peter B.Davenport vom amerikanischen National UFO Reporting Center in Seattle, Washington, zusätzlich am 9.September 1999 via E-Mail uns mitteilte, wurden für Anfang September gleich mehrere russische Raketen-Booster-Re-Entrys erwartet: am 1.September über Oregon, Kalifornien, Utah und Arizona; am 2. über Australien; am 6. über Washington-State und am 7. über Florida.

Und am 8.September 1999 berichtete tatsächlich auch die St.Petersburg Times mit der Schlagzeile "Mystery lights turn out to be rocket´s red glare" über UFO-Lichter über Florida! Am frühen Morgen des vorausgehenden Tages rieben sich Frühaufsteher die Augen, als sie am dunklen Himmel verblüffende Dinge sahen. Unter ihnen Tim Beachy aus Bay Pines nahe St.Petersburg: "Ich habe nichts mit UFOs zu tun, wissen Sie ich bin Realist, aber was ich da gesehen habe, war das seltsamste Phänomen was mir jemals zu Augen kam." Beachy ist 38 Jahre alt und Privatpilot, sein beruf: Computer- und Elektronik-Techniker am VA Medical Center in seiner Stadt. Er fuhr gerade westlich auf der Interstate 4 nahe Plant City gegen 5 h, als er ein glühendes Objekt sah, welches einen funkenschlagenden Schweif hinter sich herzog und langsam gegen den südöstlichen Horizont herabkam. "Ich sah es etwa 40 Grad hoch über dem Horizont, es waren mehrere Lichter die kompakt und nahe beieinander sich befanden. Sie hinterliessen einen leuchtenden Partikelstrom wie Funken, aber bestäniger und kräftiger", berichtete er. Auch der 64jähre Wachmann Henry Clifford auf der Florida Power´s Weedon Island-Anlage nordöstlich von St.Petersburg sah die Erscheinung: "Es war keine Sternschnuppe. Das Ding war längere Zeit zu sehen und zog fast gemächlich dahin und kam langsam in einem flachen Winkel herab. Es war um 5:04 h und ich hatte es für mindestens 15 Sekunden in Sicht, deswegen kann es keine Sternschnuppe gewesen sein." Nach Clifford besaß das Objekt ein rötliches Glühen und zog einen Schweif von weißlich-blauen Funken nach.

Sofort wurden die lokalen Polizeistationen, Sicherheitsbehörden, die Bundesluftfahrtbehörde FAA, alle Medien-Redaktionen und das Kennedy Space Center der NASA mit Anrufer überschwemmt. Allein Billy Fuchs von der AM Tampa Bay-Radiostation WFLA-AM 970 erhielt an diesem Morgen um die 40 Anrufe von Leuten aus Hernando County bis hin zum Manatee County: "Alle haben das selbe berichtet." Wie das US Space Command in Colorado Springs mitteilte, handelte es sich bei diesen Sichtungen um die Wahrnehmung der Reste eines Tags zuvor gestarteten kommerziellen Satelliten, den die Russen in den Orbit gestartet hatten. Wie Army Major Mike Mirmingham, Sprecher des Space Command, erklärte, handelte es sich hierbei um eine SL 12-Raketenstufe die von Tyratum in Kasachstan gestartet worden war. Zwischen 60 bis 80 künstliche Objekte fallen pro Jahr in die Erdatmosphäre zurück und werden damit zu Re-Entrys, "doch die meisten sieht man nicht, weil es am hellen Tage irgendwo über der Erde geschieht", führte Birmingham aus und fügte an: "Zudem besteht die Erdoberfläche zu 75 Prozent aus Wasser und große Teile der restlichen 25 Prozent sind nicht besonders ode rgar nicht bevölkert, sodass die Chance für die Sichtung eines Re-Entrys allgemein sehr klein ist. Aber wenn man sie sieht, gibt es immer ein Spektakel."

Vorauszubestimmen, wo genau die Re-Entrys auftauchen ist schwierig, weil die meisten Objekte beim ersten Eintritt (im Fachjargon heißt dies dann tatsächlich "first contact") in die oberen Luftschichten der Atmosphäre einen "Hüpfer" machen, so wie wenn man einen flachen Stein übers Wasser schlittern läßt. Deswegen werden sie aus der Bahn geworfen und treten an einem nicht vorausbestimmbaren Punkt ein, dannach geht alles sehr schnell. Die Abweichung kann bis hin zum Aufschlagspunkt dann theoretisch bis zu 3000 Meilen betragen, weil sich auch der Eintauchwinkel verändenr kann. "Berechneten wir einen Re-Entry z.B. über dem Golf von Mexiko, kann er dort zwar eintreten, aber durch den Hüpfer wo anders hin ziehen. Natürlich verfolgen wir sie dann weiter, aber um jemanden darauf im Niedergangsgebiet aufmerksam zu machen um hochzuschauen, dazu reicht die Zeit nicht. Deswegen sind es immer mehr oder weniger Zufallsbeobachtungen. Je nach Eintrittswinkel und Größe des Objektes hängt es davon ab, ob der Weltraummüll verbrennt oder ob etwas zur Erde herabkommt. Das können wir wirklich nicht vorhersagen. Seitdem wir im Dienst sind gingen mehr als 16.000 Re-Entrys runter, aber bisher haben wir nie etwas davon gehört, das es einen Menschen geschadet hätte", führte der Mann vom Space Command zusätzlich aus.

NASA-Sprecher George Diller erklärte hingegen, dass inzwischen die amerikanischen und russischen Raumprogramme so ausgerichtet sind, um die großen Trägerstufen in die Erdatmosphäre zurückfallen zu lassen, wo sie dann zerbrechen und verglühen. "Dies ist unsere Art um den Spacejunk zu reduzieren", erklärte er. In Folge dessen können wir wohl in Zukunft immer öfters Re-Entrys-IFOs als UFO-Meldungen verzeichnen, wodurch sich die Statistiken verschieben werden. Re-Entry-Vorfälle in der Vergangenheit gab es recht selten, weil man eben alles im All beließ, was man hochbrachte. Unter dem Druck der künftigen (Weltraum-)Müllvermeidung (der erdnahe Raum ist voller Müll der bereits zu einer Bedrohung von Missionen im Orbit wird), aber unter ständig ansteigenden Raketenstarts kommt hier unserem alten Bekannten eine neue Bedeutung in seiner Beachtung zu!


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