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02.06.2009

    
Historische Noten der UFOlogie aus dem CENAP-Archiv:

2) Gegen das Vergessen in der UFOlogie: Juni-UFO-Meldungen vor 55 bis vor 20 Jahren: Fliegende Untertassen in der Presse

Wer die Gegenwart des UFO-Phänomens verstehen will, der muss seine Vergangenheit kennen...

"Fliegende Untertasse war ein Ballon - Beobachtung des Kasseler Fliegers Schmidt", so am 16.Juni 1954 die ´Kasseler Post´: Der in Schocketal bei Kassel wohnende Motor- und Segelflieger Georg Schmidt hat die in Pressemeldungen als "Fliegende Untertasse" angesprochene Beobachtung eines unbekannten Flugobjektes in Westdeutschland selbst kontrollieren können. Er sah in der Gegend von Darmstadt in etwa 2.000 Meter Höhe eine hellviolette runde Scheibe in horizontaler Bewegung. Er schätzt die Geschwindigkeit auf etwa hundert Kilometer. Die runde Scheibe sah gelegentlich auch elliptisch aus. Eine Erklärung für das Flugobjekt sieht Georg Schmidt in der Reaktion, die die Scheibe auf eine gewaltige Anhäufung von Kumuluswolken nahm. Das Flugobjekt durchschnitt nicht wie ein vom Motor angetriebenes Flugzeug die Wolken, sondern wurde mit rasender Geschwindigekit hochgetrieben. Dann zog es wieder in horizontaler Richtung weiter gegen Darmstadt-Frankfurt. Der beobachtende Flieger schließt auf Grund seiner Erfahrung, dass es sich um einen Ballon, vielleicht um einen Wetterballon der US-Luftwaffe, gehandelt hat. Die Wandlung im Bild der Scheibe vom kreis zur Ellipse erklärt er aus Strahlungserscheinungen und aus Veränderungen in der Aufsicht auf den Ballon. Die Beobachtung wurde gegen 9 h morgens gemacht, bei so klarem Licht, dass -wie Herr Schmidt meint- ein Irrtum in der Beurteilung des Flugobjekts kaum in Frage kommt.

Hans Heinrich Gute nahm sich am 19.Juni 1954 dem Thema "Weltraum-Besuch oder irdische Versuche? Wahn und Wirklichkeit der ´Fliegenden Untertassen´" in der ´Frankfurter Rundschau´ in einem Leit-Artikel an: Es scheint, als ob das Loch-Ness-Ungeheuer, das lange Zeit hindurch besonders in der Zeit der Hundstage durch die Spalten der Weltpresse geisterte, der Zeit entsprechend im modernen Gewande als eine von anderen Planeten kommende "Untertasse" auferstanden wäre. Jetzt sind sie auch in Deutschland aufgetaucht. Kein Wunder, denn seit kurzem werden die Beobachter von Untertassen oder UFOs (unbekannte fliegende Objekte), wie sie jetzt mit wissenschaftlichem Anstrich benannt werden, nicht mehr mitleidig belächelt, sondern ihre Berichte mehr oder weniger ernsthaft geprüft und veröffentlicht. Der Grund dafür ist wohl hauptsächlich das Buch von Major Keyhoe "Flying Saucers from outer spaces", das jetzt in deutscher Übersetzung mit dem Titel "Der Weltraum rückt uns näher" im Blanvalet-Verlag, Berlin, erschienen ist. Natürlich ist man versucht, mit den bekannten Erscheinungen der Massenhysterie diesen ganzen Fragenkomplex lächelnd abzutun. Wenn man andererseits die Flut der in wissenschaftlichem Gewand und zum Teil mit amtlichem Siegel über den technisch unvorbelasteten Leser hereinbrechenden Veröffentlichtungen betrachtet, so scheint es doch angebracht, einmal nüchtern und sachlich zu erörtern, was möglich und was Tatsachen sind. Die Wissenschaft hat noch nie bestritten, dass es möglich ist, dass außer der Erde noch andere Sterne bewohnt sind. Der Entwicklungsstand dieser Bewohner könnte höher oder tiefer sein. In einem Zeitalter, wo wir selbst versuchen, in das Weltall vorzudringen, wäre es auch keineswegs absurd anzunehmen, dass diese Raumwesen uns besuchten, wenn sie eine Möglichkeit dazu gefunden hätten. Man muß sich nur darüber im klaren sein, dass diese vermuteten Möglichkeiten im wahrsten Sinne des Wortes im luftleeren Raum stehen und erst durch unwiderlegbare Tatsachen bewiesen werden müßen. Wer ist Major Keyhoe? Der ehemalige Offizier der US-Marine hat vor drei Jahren ein Buch über Untertassen geschrieben ("Es gibt wirklich Fliegende Untertassen") und aufmerksam alle Nachrichten darüber gesammelt sowie von Zeit zu Zeit sensationelle Berichte in angesehenen amerikanischen Zeitungen veröffentlicht. Durch geschicktes Taktieren lockte er die US-Luftwaffe aus ihrer Reserve. Ein Geheimdienst ist ja verpflichtet, jeder Sache, auch wenn sie nur etwas Wahrscheinlichkeit enthält, nachzugehen. Nach wohlbekannter Methode wurde ein besonderer Ausschuß für die Untersuchung der Untertassen-Beobachtungen gebildet und zur Erfassung Fragebogen ausgegeben. Aus diesen gesammelten Werken wurde nun eine Anzahl ausgewählter Berichte Major Keyhoe zur Veröffentlichung freigegeben. Tatsache scheint zu sein, dass die US Air Force durch die Flut der Beobachtungen beunruhigt ist.

Welcher Art sind die Tatsachenberichte? Im Anhang des Buches werden 41 Berichte des amerikanischen Luftwaffengeheimdienstes aufgeführt und dem Verfasser bestätigt, dass die im einzelnen aufgeführten Informationen freigegeben und ihm zur Veröffentlichung zur Verfügung gestellt wurden. Diese Bestätigung gibt dem Buch erst sein Gewicht, und es ist deshalb sehr bedauerlich, dass der Verfasser Dichtung und Wahrheit und sogar lügnerische Berichte so miteinander vermengt hat, dass selbst dem mit der Material Vertrauen eine Trennung nur schwer möglich ist. Bei fast allen Berichten fehlt die Stellungsnahme des Geheimdienstes selbst, wenn man nicht den lakonischen Satz "Keine Schlußfolgerungen" auch als ein Ergebnis auffassen will. Übersicht über die charakteristischen Beobachtungen. Wenn man sich die etwas mühselige Arbeit macht, aus den vorliegenden Berichten die reinen Tatsachen herauszuziehen, so bleibt etwa folgendes übrig: Aus einer großen Anzahl von Beobachtungen von Fliegenden Untertassen, insbesondere in den Jahren 1950 bis 1953, bleibt eine Anzahl (etwa 20 Prozent aller überhaupt glaubwürdigen Beobachtungen) übrig, die sich nicht einwandfrei auf die Mißdeutung natürlicher Phänomene zurückführen läßt. Was war wirklich geschehen: Hunderte von Einzelpersonen, aber auch mehrere Personen gleichzeitig sowie größere Personengruppen hatten, nachdem sensationell aufgemachte Berichte veröffentlicht worden waren, Lichterscheinungen gesehen, die sich am Himmel eigenartig bewegten. Am 24.Juni 1947 sah ein Privatflieger in Idaho, namens Kenn Arnold, in der Nähe des Mount Rainier im Staate Washington neun glühende [metallisch Sonnenlicht-reflektierend] Scheiben [sic] in Formation dahinrasen und bezeichnete ihre Form in einem Sensationsbericht als "untertassenartig" [sic]. Von diesem Zeitpunkt an sahen viele Leute "Untertassen". Die älteren ungeklärten Berichte wurden jetzt unter diesem Gesichtspunkt untersucht. Diese Lichterscheinungen standen still oder bewegten sich mit unterschiedlicher, zum Teil sich ändernder Geschwindigkeit und Bahn, einzeln und in Gruppen, so dass der Eindruck von gesteuerten Flugbewegungen entstand. Einzelene Beobachter glaubten, hinter den Lichtern Körper von zigarrenartigen, andere von scheibenähnlicher Form, in verschiedener Größe und Farbe gesehen zu haben. Geschwindigkeit und Bahn waren derart, dass keine bekannten und auch nach dem heutigen Stand der Technik möglichen Flugkörper sich derart bewegen konnten, ganz zu schweigen von der Unmöglichkeit, dass kein menschliches Wesen diese Beschleunigungen aushalten könnte. Besonders wichtig ist, dass einige der Erscheinungen gleichzeitig optisch und durch Radargeräte beobachteten wurden, wodruch der Festkörperchakter der Lichterscheinungen bewiesen schien. Major Keyhoe kommt auf Grund dieser Beobachtungen zu dem Schluß, dass die Erscheinungen gesteuerte Flugkörper aus außerirdischen Räumen seien. Der amerikanische Luftwaffengeheimdienst gibt keine Schlußfolgerung, erklärt jedoch die Meinung Keyhoes für möglich, sofern nicht noch uns bis jetzt unbekannte, natürliche Erscheinungen eine Erklärung für die Beobachtungen geben.

Warum gibt der US-Geheimdienst Berichte frei? Die verblüffende Offenherzigkeit des amerikanischen Luftwaffen-Geheimdienstes nach so vielen Dementis und Versuchen, eine natürlich Erklärung zu geben, läßt vermuten, dass gewichtige Gründe zur Änderung der bisherigen Haltung geführt haben. Ziemlich sicher scheint nur, dass die von Keyhoe vermuteten und so eifrig in seinem Sinne interpretierten Gründe zur Vorbereitung der Menschheit auf einen Besuch aus dem Weltraum sehr unwahrscheinlich sind. Als einen sehr nüchternen Grund auf den Wechsel in der Haltung der amerikanischen Luftwaffe könnte man eher annehmen, dass -was zwar heftig dementiert wird- die Entwicklung eigener neuartiger Flugkörper verschleiert werden soll. Auch eine psychologische Vorbereitung auf die Notwendigkeit und die großen finanziellen Belastungen für eine Raumstation und Weltraumfahrt könnten Gründe dafür sein, ebenso wie ein großangelegter Test auf Massenhysterie denkbar ist. Diese Vermutungen haben zwar mehr Wahrscheinlichkeit für sich, aber es ist befriedigender, sich auf dem sicheren Boden der Tatsachen zu bewegen. Es ist von verschiedenen Stellen versucht worden, möglichst alle Beobachtungen natürlich zu erklären. Eine große Anzahl der Erscheinungen wurde derart aufgeklärt, zum Teil durch Effekte, die früher nicht bekannt bzw unbeachtet gelieben waren. Nach dem bisher Bekanntgewordenen hat man summarisch etwa folgende Erscheinungen und Phänomene, die Täuschungen hervorrufen können, berücksichtigt.

Welche natürlichen Erscheinungen wurden zur Erklärung herangezogen?

a) Für optische Beobachtung: Meteore, Fixsterne, Sonnenhunde (falsche Sonnenscheibe in den Eiskristallen der Cirruswolken), Blitz, Auspuff von Düsenflugzeugen, Wetterballone, Spiegelung durch verschieden warme Luftschichten.

b) Für Radar-Beobachtungen: Störerscheinungen durch das Gerät selbst, durch andere Radargeräte, ionisierte Wolken, Ablenkung der Radarstrahlen durch Temperatursprünge in der Atmosphäre, Meteore, Wetterballone, Flugzeuge.

c) Die wichtigsten Berichte sind zweifellos diejenigen, in denen gleichzeitig optisch und mit Radargeräten Erscheinungen beobachtet wurden. Hier können folgende natürliche Phänomene eine Erklärung für die beobachteten Erscheinungen geben: Nordlicht, Ionisierung durch Sonne und Meteore, Kugelblitz, falsche Höhen- und Entfernungsangaben der Radargeräte, ionisierte Luft in Strahlströmen, Ionisation in und durch Windhosen und Wirbelstürme, Strahlungen von atomverseuchten Schichten, fortschreitende Entladung zwischen ionisierten Schichten. Nordlicht, das durch die Ultraviolettstrahlen der Sonne entsteht, reflektiert Radarstrahlen, verändert seinen Ort teilweise sehr schnell und kann, obwohl sich die Nordlichterscheinungen normalerweise in Höhen von etwa 100 Kilometern abspielen, sehr leicht zu optischen Täuschungen führen, ebenso auch beim Radargerät sich bewegende Festkörper vortäuschen, da die meisten Radargeräte eine Mehrdeutigkeit der Entfernungsanzeige zulassen. Nordlichter und nordlichtähnliche Erscheinungen werden aber nicht nur vor Ultraviolettlicht, sondern auch durch, von der Sonne oder aus dem Kosmos herrührende, elektrisch geladene oder neutrale Partikel erzeugt. Außerdem werden geladene Teilchen bei der Auflösung von Meteorkörpern durch die Luftreibung sowie durch Atombomben-Explosionen erzeugt und können Radarechos auch in der erdnahen Atmosphäre hervorrufen. Diese Erscheinungen können also gleichzeitig am gleichen Ort Lichterscheinungen hervorrufen und Radarechos erzeugen sowie stillstehen und sich mit großer Geschwindigkeit bewegen. [Die Einbringung von Nuklearwaffen-Explosionen als UFO-auslösender Faktor ist viel zu weit hergeholt und als praktische Möglichkeit allein schon aus dem Grund auszuschließen, da kein Vorfall bekannt ist, der als UFO-Meldung aufkam, als gerade ein A-Waffen-Test erfolgte! Wieder einmal hört sich eine Erklärung zunächst plausibel an, geht aber an der Praxis vorbei.]

Kugelblitze, die bis jetzt nur in Erdnähe beobachtet wurden, sind wissenschaftlich noch wenig erforscht. Es wäre aber denkbar, dass sie viele Erscheinungen erklären könnten, insbesondere, da sie neben der Lichterscheinung mit ziemlicher Sicherheit auch Radarechos liefern. Auch hier können Stillstand und große Geschwindigkeit auftreten. [Diese Option "es-könnte-sein" ist zurückzuweisen, da hiermit ein Rätsel mit einem anderen Rätsel ´erklärt´ wird; zudem ist der Kugelblitz immer noch nicht nachgewiesen und steht nach wie vor, wie vor über 40 Jahren, in Frage.] Ionisierte Luftschichten, die ebenfalls Radarechos hervorrufen, bewegen sich normalerweise höchstens mit der Geschwindigkeit der Windströmung. Entgegen der Meinung Major Keyhoes können sich jedoch bei Windhosen und Wirbelstürmen diese ionisierten Schichten im Kreise und auch sonst beliebigen Bahnen bewegen und soweit sie von den sogenannten "Jet- oder Strahl-Strömen" erfaßt werden, auch Geschwindigkeiten von meheren hundert Kilometer in der Stunde erreichen. Während als Entladungserscheinung allgemein nur der Blitz, der zum Beispiel zwischen zwei Wolken überschlägt, bekannt ist, kann es durchaus zwischen zwei ionisierten Schichten zu einer elmsfeuerähnlichen Entladung kommen, die an den Rändern der Schichten entlangläuft. Dabei können alle nur denkbaren Geschwindigkeiten, Lichterscheinungen, Bahnen und Radarechos, auftreten. [Auch diese ´Lösung´ muß a. wegen großer Unwahrscheinlichkeit und b. wegen des Mangels an praktischen Beispielen aus der UFO-Phänomenologie zurückgewiesen werden.] Was scheint nun nach Aufassung der Wissenschaft wirklich hieb- und stichfest zu sein?

1. Die gleichzeitigen Messungen am Radargerät und an optisch festgestellten Lichterscheinungen.

2. Die gemessene Geschwindigkeit, die, obgleich veränderlich, zwischen den irdischen (Flugzeuge, Ballone) und den unirdischen Körpern (Kometen, Boliden) und, von unserem Standpunkt aus, im bereich des Realisierbaren liegt.

Alles andere, einschließlich der schönen Theorie von den Gründen fiktiver Wesen, uns hierzu besuchen oder uns durch ferngelenkte Körper besuchen zu lassen, ist völlig unklar. Wir haben auch keine Vorstellung, ob solche Wesen unsere Art der Logik kennen oder "denken". Sowie man sich aber mit diesem Problem befaßt, einschließlich des Raum-Zeit-Problemes, begibt man sich auf das Glatteis haltloser Spekulationen.

"´Fliegende Untertassen´ über Mannheim-Feudenheim gesichtet?" fragte am 26.Juni 1954 der ´Mannheimer Morgen´: Eine junge Weinheimerin will am Donnerstag, 19:55 h, in geringer Höhe über der Schleuse bei Feudenheim eine kreisrunde Scheibe beobachtet haben, die in der Färbung heller gewesen sei als der um diese Zeit etwas diesige Abendhimmel und die sich, nachdem sie zunächst an einem Punkt zu verharren schien, schnell in Richtung Schriesheim entfernt habe. Zehn Minuten später, um 20:05 h, seien zwei weitere Scheiben gefolgt. So lautet die Meldung, die uns telefonisch zuging, und wir wir deshalb mit allem Vorbehalt weitergeben. Es wäre immerhin möglich, dass die sagenhaften "Fliegenden Untertassen", nachdem sie zuletzt über dem Rhein-Main-Flughafen und über Frankfurt am Main beobachtet wurden, nun auch einmal Mannheim mit einem Besuch beehrten.

"´Untertassen´ über Berlin - Radarjagd auf unheimliche Flugkörper - Hamburger Abendblatt sprach Augenzeugen", kam es aus der Berliner Redaktion der Zeitung am 26.Juni 1954. Fliegende Untertassen über Berlin? - mit dieser Frage wird sich jetzt die amerikanische Luftwaffe in der Viersektorenstadt beschäftigen. Seit etwa anderthalb Monaten werden immer wieder unbekannte Flugobjekte in großer Höhe über Berlin gesichtet. Ihre Manöver und die bei großer Geschwindigkeit in Sekunden wechselnden Flugrichtungen sind so rätselhaft, dass sie nach Ansicht von Luftfahrtsachverständigen unmöglich von Menschenhand gesteuert sein können. Zur Identifizierung dieser unbekannten Flugobjekte ist jetzt im Tempelhofer Flughafen ein zusätzliches Radargerät aufgestellt worden. Das bisher in Betrieb befindliche Gerät war durch den Flugverkehr in den Luftkorridoren nach Berlin voll aufgelastet. Deshalb, so sagte ein unterrichteter alliierter Beamter, war es erforderlich, ein zweites Gerät aufzustellen. Der amerikanische Offizier, der die Tempelhofer Radarstation leitet, sagte dem Hamburger Abendblatt dazu: "Ich kann mich nicht näher darüber äußern, denn die Beantwortung Ihrer Frage würde eine besondere, mir auferlegte Schweigepflicht verletzen und auch im allgemeinen gegen die militärischen Geheimhaltungs-Vorschriften verstoßen!" "Es besteht kein Zweifel, dass es sich bei diesen Erscheinungen um Flugobjekte handelt, die unter der Bezeichnung ´Fliegende Untertassen´ bekannt sind." Das ist die Meinung des 45jährigen Rudolf Hermes, der als einer der wenigen deutschen Experten für diese Frage gilt. Hermes ist Angehöriger der Flugleitung Berlin-Tempelhof und beschäftigt sich schon seit mehreren Jahren mit diesem Phänomen.... Wird man durch das neue Radargerät hinter das Geheimnis der mysteriösen Flugobjekte über Berlin kommen? Wegen der ruckartigen Fortbewegungsart halten Luftfahrtsachvertsändigees für ausgeschlossen, dass es sich um sowjetische Düsenjäger handeln könnte. Die Materialbelastung, die durch das ständige ruckartige Wechseln der Flugrichtungen eintreten muß, ist nach ihrer Ansicht auch viel zu groß, um in ihnen ferngelenkte Geschosse irdischen Ursprungs zu sehen. So bleibt nur noch die Annahme, dass die seit sechs Wochen in verstärktem Umfange über Berlin gesichteten "Fliegenden Untertassen" tatsächlich interplanetarischen Ursprungs sind. [Der Artikel wurde von der Salem-Aufnahme begleitet, der Text dazu: "Solche Formationen Fliegender Untertassen...sind auch in Berlin gesehen worden." Doch das Bild geht auf eine Bürolampen-Reflexion auf der Fensterscheibe eines Küstenschutzbüros zurück und damit können die real am Berliner Himmel gesehenen Lichterscheinungen zunächst wirklich nichts zu tun haben.]

"Neues Radargerät in Tempelhof zur Beobachtung von ´Untertassen´ - ´Unmöglich von Menschenhand gesteuert´ - 300 Augenzeugen berichten", so die ´Kasseler Post´ am 30.Juni 1954 aus Berlin in einem fast identischen Artikel wie vom 26.6.54 im ´Hamburger Abendblatt´: Fliegende Untertassen über Berlin? - mit dieser Frage wird sich jetzt die amerikanische Luftwaffe beschäftigen. Seit etwa sechs Wochen werden immer wieder unbekannte Flugobjekte in großen Höhen über Berlin gesichtet. Ihre Manöver und die bei großer Geschwindigkeit in Sekunden wechselnden Flugrichtungen sind so rätselhaft, dass sie nach Ansicht von Luftfahrtsachverständigen unmöglich von Menschenhand gesteuert werden können. Zur Identifizierung dieser unbekannten Flugobjekter ist jetzt im Tempelhofer Flughafen ein zusätzliches Radargerät aufgestellt worden. "Es besteht kein Zweifel, dass es sich bei diesen Erscheinungen um Flugobjekte handelt, die unter der Bezeichnung Fliegende Untertassen bekannt sind." Das ist die Meinung des 45jährigen Rudolf Hermes, der als einer der wenigen deutschen Experten für diese Frage gilt. Hermes ist Angehöriger der Flugleitung Berlin-Tempelhof und beschäftigt sich schon seit mehreren Jahren mit diesem Phänomen. In seinem Büro auf dem Tempelhofer Flugplatz registriert Hermes jede Beobachtung von Fliegenden Untertassen über Berlin. In systematischer Arbeit scheidet er die glaubwürdigen von offensichtlich unseriösen Beobachtungen. Sein Archiv umfaßt heute etwa 300 Augenzeugenberichte aus verschiedenen Stadtteilen Berlins. Die Geschichte der geheimnisvollen Flugkörper über Berlin begann am 15.Mai 1945. Hier einer dieser Berichte: Am 8.Januar gegen 20:30 h sah der Garagenbesitzer Richard Steinke einen scheibenförmigen Flugkörper. Seine Wahrnehmung hat er eidesstattlich bekräftigt und sie auch vor mehreren amerikanischen Offizieren zu Protokoll gegeben. "Ich wohne in der Mommsenstraße 11 und ging kurz vor 20:30 h mit meinem Hund auf die Straße. Die Nacht war sternenklar. Plötzlich tauchte in nordwestlicher Richtung eine gelbe Scheibe vor mir auf. Sie hatte etwa die Größe eines Vollmondes. Mit erheblicher Geschwindigkeit zog sie geräuschlos über mich hinweg und verschwand dann in südöstlicher Richtung. Ehe sie durch einen Hausgiebel aus meinem Gesichtskreis entschwand, verringerte sie ihre Geschwindigkeit etwas, und es sah fast so aus, als stände sie für einen Moment still. Dann erhöhte sie ihre Geschwindigkeit wieder. Der von mir beobachtete Flugkörper hatte keinen Schweif. Seine Farbe war gelb, aber es war kein Leuchten, wie man es beim Mond beobachtet. Der Rand war ohne Schattierungen."

+ Leider hörte man von Rudolf Hermes nichts mehr und bisher weiß niemand, was aus seinen Unterlagen geworden ist. Interessant ist es zweifellos, dass da ein Mitarbeiter der Flugleitung von Berlin-Tempelhof sich um die Erfassung solcher Meldungen bereits 1954 mühte - und bis dahin schon die unglaubliche Anzahl von 300 (!) entsprechende Berichte allein aus Berlin (!) vorliegen hatte. Dies weist einmal mehr nach, dass die Flugsicherungseinrichtungen seit jeher mit zu den frequentiertesten Anlaufstellen von UFO-Meldungen gehören. Der eingebrachte Musterfall birgt jedoch zuwenige Beobachtungs- und Objektdetails, um hiermit eine sachverständige Wertung vornehmen zu können. Handelte es sich um zum Himmel gerichtete Scheinwerfer-Lichter, wofür vielleicht die ruckartige Bewegung durch Handierungen am Gerät zu erklären sind. Interessanter Weise verschwanden alsbald die Meldungen über diese Hauruck-UFOs - wie abgeschaltet.

"´Fliegende Untertassen´ für die amerikanische Armee" hieß es AP-Meldung aus Washington, die die ´Frankfurter Rundschau´ am 1.Juni 1959 verwendete: Für die amerikanische Armee ist ein Flugkörper entwickelt worden, der den "Fliegenden Untertassen" ähnelt. In einem Bericht des Leiters der Entwicklungsabteilung im Amt für Wehrforschung, Brigadegeneral Britton, werden einige Angaben über die erstaunlichen Leistungen des neuen "Avrocar" gemacht. Demnach kann das tellerförmige Fluggerät senkrecht in größere Höhen aufsteigen und in der Luft auf der Stelle schweben. Der "Avrocar" gehört zu einer Reihe bisher streng geheimgehaltener Entwicklungen, die für taktische Einsätze der Armee ausgearbeitet wurden. [Die Vorschuß-Lobeshymnen waren verfrüht und der AVROCAR eine aeronautische Pleite, wie spätere Tests des mit einigen Paukenschlägen und scheinbar großen Erwartungen konzepierten neuen Fluggeräts zeigen sollten. Kein Wunder, wenn bei heutigen, superteuren High Tec-Fluggeräten der Militärs z.B. in der Area 51 der Deckel draufgehalten wird, bis wirklich funktionstüchtiges Fluggerät den Reißbrettern und Planungsabteiltungen Hand und Fuß angenommen hat.]

"´Ich komme von der Venus!´ George Adamski, Boß einer Weltraum-Sekte, besucht Hamburg" titelte am 1.Juni 1959 die ´Hamburger Morgenpost´: Entweder erlebt Hamburg in den nächsten Tagen eine Sensation oder einen Skandal! Grund für diese Annahme gibt die Vortragsreise eines Mannes - george Adamski -, der behauptet, mit Raumschiffen der Venus-Bewohner bereits durch den Weltraum geflogen zu sein. Adamski gibt vor, einer der wenigen Erdenmenschen zu sein, mit denen die Venus-Wesen bei ihren kurzfristigen Besuchen auf der Erde interplanetarische Kontakte pflegen würden. Über seine Begegnungen mit den Lebewesen anderer Planeten hat George Adamski bereits einige Bücher geschrieben. Was ist das für ein Mann, der sich Spezialist für UFOs (Unbekannte Flugobjekte) nennt und schon Einblick in eine Welt gewonnen haben will, an deren Erschließung die Wissenschaftler unserer Erde schon seit Jahrzehnten fieberhaft arbeiten? Adamski, ein gebürtiger Pole, wanderte als Zweijähriger mit seinen Eltern nach Amerika aus. Sein Leben war das eines normalen Durchschnittsbürgers. Er arbeitete in den verschiedensten Berufen, war Kellner und lief noch vor einigen Jahren als Würstchenverkäufer mit einem Bauchladen umher. Standort seines nahrhaften gewerbes waren die kalifornischen Palomar-Berge, wo heute das größte Spiegel-Teleskop der Welt steht. Hier will der heute 68jährige Adamski eines Tages von einem höflichen und vornehmen Herrn angesprochen worden sein. "Ich komme von der Venus" stellte sich der Unbekannte vor und erzählte ihm, dass ihn die Bewohner dieses Planeten schon lange beobachtet und für würdig befunden hätten, ihnen als irdischer Kontaktmann zu dienen.

Wenig später seien auch ein Mann vom Mars und einer vom Saturn zu ihm gekommen, und hätten ihn im Vorzimmer eines Hotels zu einer Reise in den Weltraum eingeladen. Als "fahrbarer Untersatz" diente ein Mutterschiff von der Venus, zu dem die Beobachtungs-Untertassen nach erfolgreicher Erd-Aufklärung zurückkommen. Adamski gibt die Ausmaße dieses Mutterschiffes mit 600 m Länge und 45 m Durchmesser an. Einen Teil seiner Weltraumreise schildert er in dem Buch "Im Innern der Raumschiffe" (Ventla-Verlag, Wiesbaden/Schierstein) folgendermaßen: "Als ich dann über die Schwelle diese luxuriöse Lounge betrat, wurde meine Aufmerksamkeit alsbald vollständig in Anspruch genommen von zwei unglaublich liebreizenden jungen Frauen, die sich von einem der Diwane erhoben und usn entgegenkamen, als wir eintraten. War das eine Überraschung! Aus irgendwelchen Gründen hatte ich mir niemals Frauen als Raumfahrerinnen vorgestellt. Allein ihre Gegenwart und außerordentliche Schönheit, ihre Liebenswürdigkeit, die so augenscheinlich war, als sie sich uns zur Begrüßung näherten, zusammen mit diesem prunktvollen Hintergrund in dem außerirdischen Fahrzeug, waren überwältigend." Adamski weiß weiter zu erzählen, dass die Frauenm alle nicht älter aussahen als höchstens Mitte Zwanzig, dass sie nach unserer Zeitrechnung aber in Wirklichkeit bis zu mehreren hundert Jahren alt seien.

Prophet oder Scharlatan? Im nächsten Kapitel schildert der UFO-Spezialist seine Begegnung mit dem "Meister", der ebenfalls Insasse des Venus-Mutterschiffes war und ihm - Adamski - Aufklärung über die Ziele der Venus-Bewohner gab. Adamski schreibt: "Wenn mir auch erst später erklärt wurde, welchen Rang dieser Mann auf allen Planeten einnahm, so war es unmöglich, nicht zu bemerken, dass ich in Gegenwart eines hochentwickelten Wesens war, und die Haltung aller Anwesenden zeigte deutlich, dass sie sich, wie ich, alle sehr demütig vor ihm fühlten. Ich erfuhr, dass er schon fast eintausend Jahre in diesem Körper lebte." Nun kommt dieser Mann, der Dinge erlebt haben will, von denen unsere Wissenschaftler noch nicht einmal zu träumen wagen, also auch nach Hamburg. Es ist nicht bekannt, ob er sich in der Hansestadt auch der Presse stellen wird, wir hätten jedenfalls viele Fragen für ihn! In den Niederlanden hat Adamski jedenfalls schon viel von sich reden gemacht und dabei Königin Juliane in arge Verlegenheit gebracht. Sie hatte den Scharlatan nämlich zu Pfingsten in Privataudienz empfangen. Das wiederum mißfiel der holländischen Presse und der Öffentlichkeit, die sich noch lebhaft an die Affäre mit der Hof-Gesundbeterin Greet Hofmans erinnert. dass es Fliegende Untertassen, oder ähnliche, so bezeichnete Flugkörper gibt, ist nicht ausgeschlossen. Das amerikanische Verteidigungsministerium hat sicher nicht umsonst eine eigene, kostspielige Geheimabteilung eingerichtet, die allen Beobachtungen dieser Art nachgeht und schon viele hundert Einzelfälle geprüft und aktenkundig gemacht hat.

Die Behauptungen George Adamskis aber - von dem der US-Luftwaffengeneral Schaper sagt, er sei ein pathologischer Fall - klingen so phantastisch und schmecken so sehr nach Scharlatanerie, dass man gespannt sein kann, was er den Hamburgern für abenteuerliche Erzählungen und weltraum-philosophische Betrachtungen auftischen wird. Wir aufgeschlossenen Menschen eines modernen technischen Zeitalters werden wohl nicht eher an Adamskis Erlebnisse glauben, bis nicht eine der von ihm geschilderten und von angeblich so sympathischen Lebewesen gesteuerten Flugkörper auf dem Rathausmarkt gelandet sein wird!

Stinkbomben auf Adamski. Ein Vortrag des "kosmischen" Experten G.Adamski wurde jetzt in Zürich polizeilich abgebrochen, als einige Zuhörer begannen, den Redner mit faulem Obst und Stinkbomben zu bewerfen. Es kam zu einem Tumult, als ein Zuhörer gegen Adamskis Behauptung, Kontakt zu Lebewesen auf anderen Planeten hergestellt zu haben, protestierte und ein Saalordner ihn entfernen wollte. Dem protest schlossen sich andere Zuhörer an, die plötzlich faules Obst und Stinkbomben hervorzogen. Andere warfen Feuerwerkskörper. Adamski rief schließlich die Polizei zu Hilfe. Der "kosmische" Experte behauptete, das Publikum sei durch Anzeigen irregeführt worden, in denen die Zürcher Organisatoren seiner Vortragsreihe erklärt hatten, Adamski habe wiederholt mit Leuten von venus und Mars gesprochen und sei mit ihnen zusammen geflogen. Das stimme nicht, er habe niemals derartige Flüge unternommen, sondern lediglich Kontakte zu Lebewesen von anderen Planeten gehabt. (In seinem Buch "Im Innern der Raumschiffe" erzählt Adamski jedoch selbst ausführlich von diesen Flügen. Die Redaktion.)

Begleitet wurde der Artikel von einem Bild des "Exkellner Adamski: Vorliebe für Untertassen", einem von "Adamskis Beweisstücken", das Photo von einem Erkundungsschiff der Venusmenschen, welches Adamski "am 13.Dezember 1952 in Palomar Gardens (Kalifornien) mit einem 15-cm-Amateur-Teleskop aufgenommen haben will. Seine Anhänger - und davon hat er bereits eine ganze Menge - jubelten, seine Kritiker dagegen behaupteten, dass dies die Deckenlampe eines Operationssaales sei. Die Kugeln sollen als Landevorrichtung dienen, die mittlere Kugel soll eine Linse sein, mit der man auch aus großer Höhe jeden einzelnen Menschen, stark vergrößert, beobachten könne. Adamski will dies selbst schon auf einem seiner Mitflüge getan haben." Hinzu kam eine weitere Aufnahme von einer Fliegenden Untertassen: "Photos von Fliegenden Untertassen gibt es heute schon genug. Es ist allerdings eigenartig, dass wir noch über keine scharfe Aufnahme verfügen, die eine Landung fremder Wesen auf unserer Erde glaubhafter machen würde. Auch dieses Photo des italienischen Ingenieurs Giampiero Monguzzi, das er am 31.Juli 1952 auf dem Scersen-Gletscher im Bernina-Massiv aufgenommen haben will, ähnelt mehr einem Modellphoto. Monguzzi hatte sogar einen Piloten im Raumanzug gesehen."

"Tumult um George Adamski in Zürich" meldete Bernd Naumann in der ´Frankfurter Allgemeinen Zeitung´ vom 1.Juni 1959: Dem 68 Jahre alten Amerikaner polnischer Abstammung George Adamski aus dem kalifornischen Palomar Gardens, von Beruf Philosoph, studierender Lehrer und Untertassen-Forscher, nutzte am Wochenende bei einem Vortrag in Zürich der ganze Kontakt mit dem Weltall nichts, dessen er sich seit Jahren rühmt. Die einzelnen Fliegenden Untertassen, die durch den Kongreßsaal schwirrten, waren Bierdeckel - wie jene allerdings sehr erstaunliche Proben überraschender und aller herkömmlichen Steuertechnik spottender Flugmanöver gebend... Die ersten Pfiffe, die den einführenden Worten des Untertassen-Vorredners gelten, sind Beifall im Vergleich zu dem, was später kommen sollte... Von der Galerie, wo starke Truppen der Studentenschaft der eidgenössischen Technischen Hochschule sitzen, kommen schrille Pfiffe und laute Bravorufe... Die Studenten im Saal meinen, nun sei es genug. Wildes Gejohle begleitet den Start des ersten Bierdeckelgeschwaders, minutenlanges Klatschen verhindert kurz die weitere Aufklärung. George Adamski indes bleibt ruhig und sagt gelassen: "Lassen Sie mich weitermachen, die Jungens sind ganz nett." Die Studenten im Saal quittieren die Märchen fürt Fortgeschittene mit dem Liede "Gaudamus Igitur", die ersten Knallfrösche rattern durch die Beine der Zuhörer, Kinderballons schwanken fröhlich zur Decke empor, die Bierfilze haben die Herrschaft im Luftraum an sich gerissen, und die ersten festeren Gegenstände fliegen auf die Bühne. Besonnene bitten um Mäßigung, ein Züricher bürger schämt sich "für unsere Akademiker". Die Polizei stellt fest: Die Studenten wünschen eine Saalschlacht, wir wünschen sie nicht, - und Herr Adamski ergreift wiederum, zum letztenmal, das Wort: Selbst präsident Eisenhower glaube an die Raumschiffe; in Amerika sind fünfzig Menschen im Training, um demnächst mit einem in Konstruktion befindlichen Raumschiff zur Venus zu fliegen, und er besitze ein Schreiben der amerikanischen Regierung, das die Existenz der Planetarier und ihrer Untertassen beweise.

Nach diesen Worten ist der Tumult vollkommen. Mit einem Wutgeheul beantworten die Studenten die Feststellung einer Zuhörers, man erlebe "heute abend die geistige Elite der Universität". Eine junge Frau wird, von einem Wurfgeschoß (Flasche!) verletzt, aus dem Saal geführt, und die Polizei schließt die Veranstaltung, die eigentlich noch gar nicht begonnen hat. Den Züricher Studenten ist die Entmystifizierung eines modernen Scharlatans zweifellos mißlungen, sie haben George Adamski nicht der Lächerliichkeit preisgegeben, sondern ihn mit Mitteln, denen sich vorzugsweise der Mob bedient, eher zum Märtyrer gemacht, und das ist dümmer, als es der Untertassen-Spezialist aus Kalifornien je sein kann. Die, deren Seelen die technischen Hochschüler zu retten vorhatten, äußerten jedenfalls vor der Tür, eine bessere Reklame sei für George Adamski gar nicht möglich gewesen. Jetzt will man sich besonders gründlich mit diesem Thema befassen... Wem aber die Besatzung einer Fliegenden Untertasse weder jemals den Motor seines Autos, zum Beispiel, noch den Verstand abgewürgt hat, der wird sie dahin legen, wohin sie auch die amerikanische Luftwaffe gelegt hat: zu den Akten. Und wird mit Otto Hahn der Meinung sein, dass kein vernünftiger Mensch an den Unsinn von den Fliegenden Untertassen glauben kann.

BILD berichtete am 6.Juni 1959 von einer "Fliegenden Untertasse über Frankfurt? Roter Flugkörper alarmierte Polizei": "Fliegende Untertasse über Frankfurt!" Diese Meldung alarmierte in der Nacht zum Freitag die Flugsicherung auf dem Rhein-Main-Flughafen und die Polizei, die über eine Stunde lang ein "unbekanntes Flugobjekt" jagten. Gegen 21:30 h hatten mehrere Einwohner des Frankfurter Stadtteils Nordend ein aus Richtung Taunus kommendes "großes, rotes Licht" beobachtet. Der unbekannte Flugkörper zog zahlreiche ellipsenähnliche Flugkurven und glitt mitunter "bis in Dachhöhe" hinunter. Zahlreiche Augenzeugen, die sofort die Polizei alarmierten, erklärten übereinstimmend kein Motorengeräusch gehört zu haben. Luftspiegelungen? Nordlicht? Selbsttäuschung? Oder doch eine "Fliegende Untertasse"? Etwa 30 Minuten nach seinem Auftauchen entfernte sich das fliegende rote Licht erneut in Richtung Taunus. Sekunden später sollen am Horizont sogar zwei derartige "Rotlichter" aufgetaucht sein. Vor dem endgültigen "Abflug" sei eine "Untertasse" im Sturzflug zur Erde gerast, habe sich jedoch kurz vor dem Boden gefangen und sei dann in Richtung Taunus abgeflogen. Die Flugsicherung informierte über Sprechfunk alle Verkehrsmaschinen im Frankfurter Luftraum. Doch von keinem Flugzeug wurde etwas "Außergewöhnliches" gesichtet. Auch auf den Radarschirmen entdeckte man nichts.

Auch die Frankfurter Redaktion des ´Hamburger Abendblatt´ griff die Geschichte auf und meldete in den hohen Norden Deutschlands ebenfalls am 6.6.1959: "Rote Punkte über Frankfurt - Viele wollen ´Fliegende Untertassen´ gesehen haben". Hier findet sich aber eine bemerkenswerte Information: Während BILD von 30 Minuten Sichtungszeit sprach, reduzierte sich das Geschehen im Hamburger Abendblatt auf "einige Minuten". Leider reichen auch in diesem Fall die Sichtungs-Darstellungen nicht für eine Bewertung des Vorgangs aus, auch wenn vielleicht eine drastisch übertriebene Beobachtungsmeldung zu einem Miniatur-Heißluftballon (rote Farbe) vorliegen mag.

"Untertassen-Spuk über Frankfurt - Zahlreiche Bewohner wollen Flugkörper gesehen haben/Polizei alarmiert" - so die Meldung am 9.Juni 1959, die sogar über Deutschland hinaus Fuß faßte (wir beziehen uns hier auf den in Wien erscheinenden ´Kurier´). Fliegende Untertassen wollen die Frankfurter gesehen haben. Ein "großes rotes Licht", das aus der Taunusgegend kam, wurde von zahlreichen Bewohnern der nördlichen Vororte beobachtet. Es näherte sich in ellipsenähnlichen Kurven und soll bis auf Dachhöhe heruntergekommen sein. Motorengeräusch war nicht zu hören. Einer der Flugkörper kam plötzlich mit rasender Geschwindigkeit im Sturzflug herunter, verschwand dann aber mit den übrigen in Richtung Taunus. Die Polizei, durch zahlreiche Telephonanrufe alarmiert, verständigte die Flugsicherung, die jedoch nichts Außerordentliches feststellen konnte.

Englands Fliegende Untertasse die von den Flugzeugwerken Saunders Roe hergestellte "S.R.N 1 Hovercraft" machte jetzt auf der Insel Wright die ersten Probeflüge. Die Maschine gleitet auf einem Luftkissen, das eine von einem 450 PS starken Motor angetriebene Turbine unter sie drückt. Vorwärtsbewegt und gelenkt wird die Fliegende Untertasse von zwei seitwärts von der Turbine abgehenden Druckschächten. Die Stärke des Luftkissens betrug bei den ersten Versuchen etwa 30 Zentimeter. Unser Bild zeigt die "S.R.N 1 Hovercraft" auf dem Versuchsgelände vor dem Start, rechts die Pilotenkanzel. - Zu einem AP-Bild, welches am 10.Juni 1959 in der ´Frankfurter Rundschau´ veröffentlicht wurde. [Diese Sache wurde damals ganz groß in vielen Zeitungen hervorgebracht und Schlagzeilen wie "Die Fliegende Untertassen am Strand von Dover" oder "Fliegende Untertasse vorgeführt" gingen nebst Bildmaterial aller Agenturen tagelang durch die Presse.]

"Feuerkugel am Himmel" hieß es am 20.Juni 1959 in der BILD: "War das ein Flugzeug oder ein verglühender Meteor?" So fragten sich gestern abend um 22:30 h viele Menschen in Hamburg und im Nordseeküstengebiet. Eine Feuerkugel, fünf bis zehn Sekunden lang sichtbar, zog mit ungeheurer Geschwindigkeit über den Nachthimmel. Bei BILD, auf dem Flughafen Fuhlsbüttel und bei der Bergedorfer Sternwarte klingelten kurz danach unaufhörliche die Telephone. Viele Beobachter wollten Auskunft haben über die ungewöhnliche Lichterscheinung. Auch der Schiffsmeldedienst Cuxhaven meldete sich bei BILD: "Das Ding sah aus wie eine Fliegende Untertasse. In 45 Grad Höhe flog es von Ost nach West." Was es war, blieb ungeklärt.

"Was war los am Himmel? Viele Hamburger sahen eine Feuerkugel - Keine Erklärung" textete das ´Hamburger Abendblatt´ am 20.Juni 1959: Was war gestern um 22:30 h am Nachthimmel los? Rund zwanzig aufgeregte Anrufer aus allen Stadtteilen meldeten dem Hamburger Abendblatt merkwürdige Beobachtungen. Man hatte grüne, blaue und rote Feuerkugeln oder außerordentlich hellglühende grünlich oder bläulich leuchtende Flug- oder Himmelskörper gesehen, die sämlich aus südlicher Richtung kamen und lautlos am Himmel verlöschten. Auch von der Schiffsmeldestation in Cuxhaven aus wurde um 22:30 h ein rätselhafter Flugkörper beobachtet: "Wir können von dem hohen Turm des Schiffsmeldedienstes auf der Alten Liebe die schleswig-holsteinische Küste gut überblicken. Das Ding sah aus wie eine Fliegende Untertasse, flog mit hoher Geschwindigkeit in etwa 45 Grad Höhe von Ost nach West. Wir wollten gerade zum Feldstecher greifen, als der Himmelskörper in den fernen Wolken verschwand. Er war fünf Sekunden lang sichtbar gewesen." Im Flughafen Fuhlsbütel ist nichts über einen derartigen Flugkörper bekannt. Dort hat man auch nichts beobachtet. Vermutungen, dass es sich um Irrläufer aus dem großen Feuerwerk gehandelt habe, das gestern abend anläßlich des Harburger Vogelschießens auf dem Schwarzenberg abgebrannt wurde, entbehren jeder Grundlage. Das Feuerwerk war um 22:15 h beendet. Der verantwortliche Pyrotechniker erklärte außerdem, dass eine derartig weite Streuung unmöglich sei. Die Himmelserscheinung bleibt demnach vorläufig ein Rätsel.

"Feuerball nicht identifiziert" hieß es am 22.Juni 1959 im ´Hamburger Abendblatt´: Die merkwürdige Himmelserscheinung, die, wie berichtet, am Freitag gegen 22:30 h über Hamburg gesichtet wurde, ist auch in Düsseldorf, über der Nordsee und in Kopenhagen beobachtet worden. Der Feuerball, der aus südlicher Richtung kam und kurz aufglühte, ist noch immer nicht identifiziert. Das nächtliche Schauspiel wird vermutlich für immer ein Rätsel bleiben. Inzwischen haben Hunderte von Lesern des Hamburger Abendblattes die Beobachtung bestätigt. Das Bundesverteidigungsministerium erklärte, dass die Radarkontrolle der Luftverteidigung das unbekannte Flugobjekt nicht festgestellt habe.

"Unbekannter Flugkörper gesichtet" meldete am 22.Juni 1959 die ´Frankfurter Allgemeine Zeitung´ aufgrund einer UPI-Meldung aus Hamburg: Ein bisher nicht identifizierter leuchtender Flugkörper ist in der Nacht zum Samstag über Norddeutschland und Dänemark beobachtet worden. Der Schiffsmeldedienst und die Lotsenstation in Cuxhaven teilten mit, sie hätten einen kreisrunden hellen Flugkörper gegen 22:30 h in großer Höhe mit großer Geschwindigkeit über den nächtlichen Himmel fliegen sehen. Das unbekannte Objekt sei von Ost nach West geflogen und nach fünf Sekunden hinter einer Wolkenbank verschwunden. Die zuständige Kontrollstelle der Bundesanstalt für Flugsicherung in Hannover erklärte, auch ihr lägen Mitteilungen über die Beobachtungen vor.

Ein "rätselhafter Flugkörper" wird abends über Schleswig-Holstein in Ost-West-Richtung gesehen, und ungefähr zu gleichen Zeit im Rheinland an verschiedenen Orten ein aus dem Süden kommendes Objekt, das sich mit rasender Geschwindigkeit nach N entfernt. Auch in Waldeck ereignete sich Ähnliches. Aus Rhena wird mitgeteilt, dass nachts um 22 h über dem Silberberg ein dicht über dem Horizont fliegender Flugkörper von der Größe des aufgehenden Mondes gesichtet wurde. Er hatte in der Mitte ein Loch. Die Ränder waren ausgezackt. Die Farbe wird mit blassgelb angegeben. In der gleichen Stunde beobachteten Bewohner von Bad Wildungen einen leuchtenden, von West nach Ost sich bewegenden Feuerball. In Ammenhausen sprangen einige Bewohner aus dem Bett, als sie gegen 22:30 h ein flugmotorenähnliches Geräusch hörten und einen weißglühenden, länglichen Flugkörper mit rötlich-feurigem Schweif sahen, der aus Richtung Volksmarsen kommend am östlichen Himmel in Richtung Rhoden verschwand. Das Objekt war so deutlich zu sehen, dass man den Eindruck gewann, es flöge in gar nicht großer Höhe. ´Waldeckische Landeszeitung´, am 23.Juni 1959.

Am 24.Juni 1959 veröffentlichte das ´Hamburger Abendblatt´ einen Leserbrief von Katrin Höngesberg, Blomberg/Lippe, zum Thema ´Die seltsame Lichtkugel´: "Sehr geehrte Herren! Im Hamburger Abendblatt las ich von der seltsamen Himmelserscheinung, die in Hamburg gesehen wurde. An diesem Abend etwa auch um 22:30 h beobachteten mehrere Personen und ich ebenfalls eine Kugel, die aus östlicher Richtung schräg am Himmel flog und lautlos hinter der Waldkette verschwand. Die Kugel war silberbläulich und von außergewöhnlicher Leuchtkraft. Wir waren starr vor Staunen und sind begierig zu erfahren, was das wohl gewesen sein mag."

Inzwischen haben sich weitere Leser gemeldet. Otmar Hensel aus Volkmarsen konnte am gleichen Abend gegen 22:30 h mit mehreren Kollegen einen überhellen Feuerball mit kometenähnlichem Schweif beobachten, der aus Südost kam und mit "unvorstellbarer Geschwindigkeit" im Norden verschwand. Auch unser Leser Jung sah auf einer Saujagd in Wattenbach (Kreis Kassel) die mysteriöse Erscheinung zwischen 23 und 24 h. Sie sei ebenfalls von Süd nach Nord geflogen, zuerst mit Schweif, später ohne, in Größe des Mondes, mit leicht grünlichem Licht. Von einer ähnlichen 15 Sekunden dauernden Beobachtung berichtet Karl Wilhelm in Kassel. ´Hessische Allgemeine´, am 24.Juni 1959.

"Am Freitag fuhr ich mit dem Wagen von Passau nach Hause. Gerade als ich Jacking passiert hatte, es war etwa 22:30 h, sah ich am nördlichen Himmel eine rötliche Scheibe mit einem glühenden, anhängenden Streifen in gleicher Breite und in etwa der dreimaligen Länge, die sich sehr schnell, aber nicht so schnell wie eine Sternschnuppe, in etwa halber Himmelshöhe von mir aus gesehen von rechts oben nach links unten bewegte, also von ost nach West. Die Erscheinung war gut einige Sekunden deutlich zu sehen und verschwand noch oberhalb des Horizonts." So ein Leserbrief von Max Obermaier, Neukirchen, in der ´Passauer Neue Presse´ vom 26.Juni 1959.

"Wir sassen noch nach 22 h auf unserem Balkon. Plötzlich kam mit Düsenjägertempo relativ niedrig aus SSO ein heller Schein daher, der nach NNW flog. Vorn war ein kugelförmiges Gebilde, das rötlich wie Feuer glühte und einen hellen Streifen, grell wie ein Blitz, in Form einer riesigen Leuchtstoffröhre hinter sich zog. Eigentümlicherweise war dieser Streifen auf seiner ganzen Länge gleichmäßig breit. Wir konnten den Schein 3-4 Sekunden verfolgen, dann verschwand er hinter Häusern. Ein Meteor kann es bei der eigenartigen Form m.E. kaum gewesen sein." So F.Schmidt in einem Leserbrief in der ´Hannoversche Allgemeine Zeitung´ vom 27.Juni 1959.

+ Tatsächlich sind derartige Beobachtungsberichte auf Boliden, also dem großen Bruder der Sternschnuppe, zurückzuführen. Obige Berichte weisen uns den Beginn einer auch in Deutschland gültigen Tradition nach: Derartige Feuerkugel-Beobachtungen sorgen bei ihrer Observation für Aufregung bei den Zeugen, sie rufen entsprechend Zeitungen etc an, um in Erfahrung zu bringen, um was es sich bei diesen Erscheinungen handelt - dies ist der Annahme, man wüßte dort Bescheid, was aber in aller Regel nicht der Fall ist, weshalb zusätzliche Verwunderung zustandekommt. Dies geschieht weltweit bis in die heutige Zeit hinein immer wieder, sodass es hier einmal längst überfällig wäre auf breiter Front derartige Phänomene dem Publikum zu erklären. Hier hat die astronomische Wissenschaft versagt, entsprechend auf die Medienwelt einzuwirken. Schlußendlich geht es hier um Volksbildung. Und auch das Muster ist immer gleich: Jene Gebilde werden immer wieder mal von einigen Betrachtern als Fliegende Untertassen dargestellt während die Militärs weitaus vorsichtiger, und korrekt, von unidentifizierten Flugobjekten sprechen. Für die UFO-Forschung selbst ist wichtig zu notieren, dass ein und der selbe Körper von unterschiedlichen Zeugen mit nicht ganz stimmigen Richtungsangaben gemeldet wird, sodass bei einer Übertragung von Einzeldaten auf Kartenmaterial seltsame Flugbewegungs-Illusionen zustandekommen, die bereits mehrfach in der weltweiten UFOlogie Anlaß gaben, über gesteuerte Fluggebilde zu spekulieren! Gleiches gilt für Zeitangaben. Bedauerlich ist auch im konkrete Beispielsmuster, dass die Boliden-Erklärung nicht deutlich hervorgehoben wurde und ganz im gegenteil gar die Lösung als offenes Mysterium verblieb, sodass sich daraus der Eindruck beim Publikum entwickelt, dass die Erscheinung etwas außergewöhnliches tatsächlich war und unerklärlich ist. Kein Wunder also, wenn in der ufologischen Tradition derartige Feuerkugel-UFOs zum sogenannten "wahren Kern" des UFO-Phänomens zählen. So geschah es im konkreten Fall tatsächlich auch in den ´UFO-Nachrichten´ Nr.37 vom September 1959, S.4:

In dem Artikel ´Rätselhafter Flugkörper´ wurde dieser Fall gleich zu einer "Sichtungswelle" hochgezogen, weswegen die Redaktion "alle Berichte genau prüfte" und eine "Analyse" vornahm. Begleitet wurde die "Analyse" mit einer Deutschland-Karte, auf die die verlängerten Bahnen der unterschiedlichsten Zeugenaussagen eingebracht wurden. Plötzlich wurde aus dem dadurch entstehenden Dilemma der unterschiedlichen Richtungsangaben das Schaubild von "mindestens drei unbekannte Flug-Objekten", die "bei genauerer Beobachtung die Form einer Untertasse" hatten, ja es war sogar von einer Formation der UFOs die Rede, ein Einzelobjekt sei gar bei Berlin im scharfen rechten Winkel abgebogen. Darüber hinaus ergab die "Analyse", dass aufgrund des vielfältigen Farbenspiels des verbrennenden Boliden der "sichtbare Ausdruck der elektrischen- bzw. elektromagnetischen Antriebskräfte der UFOs" belegt wurde. Die fehlende Radarbeobachtung erklärt sich "sicher auch durch bestimmte Abschirmvorrichtungen in den Objekten". Da über Mainz das Gebilde als ein "zigarrenförmiges Mutterschiff" erschien, gingen die Untertassen-Getreuen in ihrer IFOlogie soweit, davon auszugehen, dass dies jenes Trägerschiff war, welches die anderen drei UFOs zur Aufklärungsmission ausschickte!

"´Fliegende Untertassen´ als kosmisches Eis" erklärt meldete AP aus San Diego und am 24.Juni 1959 schrieb so die ´Frankfurter Rundschau´: Die grünleuchtenden Objekte, die während der "Saison der Fliegenden Untertassen" vor einigen Jahren am Himmel beobachtet wurden, erklärt ein amerikanischer Wetterforscher als kosmische Eisstücke. Nach Ansicht des Wissenschaftlers Donald Robey handelt es sich dabei um gefrorenen Stickstoff. Das aus Einzelatomen aufgebaute kosmische Eis speichere ungeheure Energien, die von kosmischen Strahlen, aus den Sonnenemissionen oder ähnlichen Quellen stammten. Beim Verdampfen des kosmischen Eises würden diese Energien frei, wobei Licht abgegeben werde. [Dies ist mal wieder so eine wissenschaftliche Extrem-UFO-Erklärung, die schier an den Haaren herbeigezogen wurde.]

Am 19.Juni, gegen 22:30 h, wurde über Hannover von mehreren Zeugen an verschiedenen Orten ein UFO festgestellt. Theordor Kreyes, der während dem Krieg in England war, verglich es etwa mit einer V 1; Anneliese Fritsche setzte das Fernglas an die Augen, doch erschien das seltsame Dinge nicht größer, was sie erstaunte, da sie die Flughöhe als niedrig eingeschätzt hatte. Wilhelm Hübner und Frau Hildegard Grupe sahen den Körper ebenfalls auf seiner Bahn von Südost gegen den Flughafen fliegen, in völlig gerade Linie und ohne dass er sich der Erde näherte. ´Hannoversche Presse´, am 26.Juni 1959.

Über dem Hunsrückberg, Richtung Rhenser-Brunner, sah am 25.Juni gegen 21 h Ph.Waldbach mit Gattin aus einem Wolkenfeld einen Feuerball von ca 40 cm geschätztem Durchmesser zum Vorschein kommen. Er war klar zu sehen, verschwand aber nach einigen Sekunden, um kurz darauf nochmals zu erscheinen. Die Kugel hatte übernormale Leuchtkraft. Ein Geräusch war nicht zu vernehmen. Es gibt auch andere Zeugen. Um diese Zeit hat ein Flugzeug noch keine Beleuchtung, und eine Verwechslung mit der Sonne kommt ebenfalls nicht in Frage, da sie weit im Westen stand. Nachdem gerade in den letzten Tagen im Raum Bonn, Bad Godesberg und Hamburg geheimnisvolle Flugkörper gesehen worden sind, scheint die Beobachtung gar nicht so utopisch. ´Rhein-Post´ am 29.Juni 1959.

"Fliegende Untertassen erhitzen die Gemüter - Astronomische Gesellschaft Urania veranstaltet Diskussionsabend über UFOs", meldete am 23.Juni 1969 der ´Wiesbadener Kurier´. Im Vortragssaal des Neuen Museum hatte die astronomische Gesellschaft Wiesbadens, die Urania, zu einem Diskussionsabend geladen: Als UFO-Vertreter erschien Karl Veit und als Kontra-Vertreter Klaus Aschenbrenner, 2.Vorsitzender der Urania. Die Moderation übernahm ein Herr Baumann. Wie eigentlich fast immer, lockt das UFO-Thema die Menschen in Massen an, so war der Vortragssaal auch überfüllt. Dia- und Filmmaterial begleiteten den Vortrag von Veit über die drei Grundsatzfragen "Gibt es Fliegende Untertassen?", "Existiert Leben im Weltraum?" und "Werden die UFOs von intelligenten Wesen geflogen?". Natürlich wurde sie mit einem klaren Ja beantwortete und Veit verwies auf die Herren MacDonald, Riedel und Oberth, die sich positiv für UFO-Besuche von anderen Welten ausgesprochen hatten [wobei zumindest die beiden letztgenannten selbst keine Fall-Untersuchungen durchführten und sich bei ihrer Überzeugung auf Hören-Sagen verließen]. Aschenbrenner räumte deswegen ein, "daß einzelne Wissenschaftler, deren Zahl in einem nicht ins Gewicht fallenden Prozentsatz zur Gesamtzahl ernstzunehmender Wissenschaftler steht, die Phänomene, die man unter dem Begriff UFOs zusammenfaßt, wohl für außerirdischen Ursprungs halten. Die Mehrzahl von ihnen jedoch, so auch Dr.Wernher von Braun, wollen ohne positive und glaubhafte Beweise nicht an die Existenz der UFOs als von intelligenten Wesen hergestellte und gesteuerte Raumfahrzeuge glauben." Aschenbrenner verwies auf die bis dahin 2,2 Millionen Mark teure Colorado-Studie, die bisher eher "entmudigende" Ergebnisse durchblicken ließ. Und er hatte sich aber auch vertan als er erklärte, daß die Colorado-Studie ergeben habe, daß die bisher unbekannten Phänomene, die durchaus glaubwürdige Zeugen gemeldet hatten, auf "Kugelblitze" und "Plasmawolken" zurückgingen. Da hatte er ganz klar sich geirrt und schlichtweg den von Condon unabhängen Phil Klass zitiert, der kurz vorher mit seiner "free plasm"-Theorie durch die Schlagzeilen ging.

Als Aschenbrenner sich dann dem Kontaktler-Problem widmen wollte, reagierte das Publikum unwillig, weswegen Veit einen Einspruch tat, um zu erklären, dazu könne Aschenbrenner nichts sagen, weil er davon keine Ahnung habe. Eine Pro-/Kontra-Debatte wird durch den Pro-Vertreter und dem auf ihn eingeschworenen Publikum bestimmt, wo gibt es sowas noch? Dann zeigte Aschenbrenner noch eine Reihe selbstgefertigter UFO-Trick-Aufnahmen, um aufzuzeigen, wie leicht derartiges Bildmaterial entstehen kann. Ihm ging es dabei darum auch aufzuzeigen, daß das unendlich reichhaltige fotografische Untertassen-Material nicht als Beweis dienen kann, solange der Verdacht einer fotografischen Manipulation im Raum steht. Die dadurch entstandene Diskussion mußte abgebrochen werden, da die Wellen zwischen Gegner und Befürworter zu hoch schlugen. Der Vertreter des Wiesbadener Kurier vermerkte damals extra, daß die Besucher aus der jungen Generation wegen der "zur Schau getragenen Skepsis für das Vorhandensein der UFOs lautstark" auf den Busch schlugen und die kritischsten Fragen an die Wissenschaft stellten. Schon damals also waren also hauptsächlich Jugendliche die größten UFO-Fans, eben jene Altersgruppe die auch heute noch die Akte X-Generation ausmacht.

"Hatten die Israelis beim Marsch durch die Wüste einen kleinen Kernreaktor dabei?" fragte sich Hans-Jochen Kaffsack (dpa) und am 18.Juni 1979 schrieb so die ´Frankfurter Rundschau´: Die Außerirdischen hielten drei Tage lang den Kongreßsaal eines Münchner First-Class-Hotels besetzt. Die kosmischen Lehrmeister vom fremden Stern kamen mit fliegenden Wagen, zeugten Erdenkinder ohne die Spur eines Körperkontakts, zeigten ihre Pillen gegen die Schwerkraft vor und machten sich dann behehnt in einem Feuerball wieder von dannen. Zum begreifen nahe waren die "Himmelssöhne" bis zum Wochenende jedoch nur dem, der zur eingeschworenen Gemeinde der sechsten Weltkonferenz der Gesellschaft für prähistorische Raumfahrt "Ancient Astronaut Society" (AAS) zählte. Die unheimliche Begegnung mit den bemannten Flugobjekten began sich tief in der Vergangenheit. Denn nicht um "UFOs" ging es den Referenten vor den knapp 1000 AAS-Anhängern, sondern um einen vermeintlichen Besuch aus dem Weltall vor Jahrtausenden, den nachzuweisen die Gesellschaft als hehrstes Ziel 1973 steckte. "Ich kann nur keine außerirdische Mumie hier in Spiritus vorführen", klagte zwar der Schweizer Erfolgsautor Erich von Däniken, Urheber der Suche nach frühen Astronauten, die sich zu einer Stipvisite auf der Erde herabließen: "Jeder Tag bringt uns jedoch nach dem Schneeballsystem dem entgültigen Beweis näher." [So,so...] Mit einem immer wieder betonten Anspruch auf Wissenschaftlichkeit trugen die "propheten der Vergangenheit" ihre astro-archäologischen Belege selbstbewußt und im Glauben an die bessere Wahrheit zu einem, wie sie verkündeten, "zeitgemäßen Weltbild heute" zusammen. Fliegen war schon, so etwa der Österreicher Peter Krassa, im Reich der Mitte kein Fremdwort mehr, "außerirdische Kontakte gab es im alten China zuhauf", wie Studien chinesischer Urquellen und Legenden gezeigt hätten.

Neben der Statue eines "Raumfahrergottes" der alten Mayas und Felszeichnungen von Astronauten rund um den Erdball trat in München eine Mannamaschine ins erste Glied der Beweismittel: ihren jahrzehntelangen Exodus durch die Wüste überlebten die Israeliten womöglich allein durch einen kleinen Kernreaktor, der ihnen eiweißhaltige Algen als hochwertige Nahrung "ausgespuckt" haben könnte - mutmaßt jedenfalls der Engländer Rodney Dale. Nahezu eine Sternfahrt zur Erde müssen die Außerirdischen gemacht haben. Aus mehreren Kontinenten gibt es angeblich von ihnen eine Unzahl von Spuren. "Wir wissen nicht, warum sie gekommen sind", räumte der frühere NASA-Abteilungsleiter Josef Blumrich aus Österreich ein. Doch bestand nach Überlieferungen und Zeremonien der nordamerikanischen Hopi-Indianer, von Blumrich gesammelt und ausgewertet, bis ins erste Jahrtausend nach Christus eine "Kolonie der Außerirdischen" in Amerika. "Wir wollen wissen, sind neugierig wie Kinder. Wissenschaft muß nicht immer ein praktisches Ziel vor Augen haben", stimmten Kongreßteilnehmer mit den Zielen der vom Amerikaner Gene Phillips gegründeten und geleiteten AAS überein. Doch die häufigen Fußnoten auf bevorstehende Buchveröffentlichungen, auch Interviews und Autogrammjägerei sind Fingerzeige darauf, daß mitunter nicht allein außerirdische Interessen vorliegen. Wiederkunftserwartungen, meine von Däniken, geisterten seit eh und je durch die Geschichte der Menschheit. Ob diese nicht Kraft gewinnen könne durch einen "überwältigenden Beweis" vom außerirdischen Stelldichein auf unserem Planeten? Da paßte dann noch die Aufforderung, die Menschen sollten sich "technisch, politisch und moralisch" auf eine Wiederkehr der "Fremden" vorbereiten, deren Spuren aus der Vorgeschichte jetzt erst voll erfaßt werden könnten.

"Alarm um ´UFOs´ an der Grenze/Bei Manövern in der CCSR neue Beleuchtungen erprobt" meldete die ´Neue Kronen Zeitung´ vom 14.Juni 1984: Mysteriöse Himmelserscheinungen an der CSSR-Grenze im Raum von Angern (NÖ) ließen in der Nacht zum Mittwoch die Telefone der umliegenden Gendarmerieposten und der Fliegerleitzentrale des Bundesheeres heißlaufen. Viele der Anrufer waren der Ansicht, "UFOs" gesehen zu haben. Die Beschreibungen gingen auseinander: Ein Gendarm des Postens Gänserndorf beobachtete einen "riesigen beleuchteten Christbaum, dessen Lichter langsam einzeln erlöschten". Auch der Bürgermeister von Angern, Leopold Abraham (37), sah das "hell erleuchtete Trapez" am Himmel. Oberstleutnant Adolf Stieber vom Bundesheer: "Es muß sich um die Erprobung einer neuartigen Gefechtsfeldbeleuchtung im Zuge von Manövern in der CSSR gehandelt haben."

"UFO-Alarm: Signalballons aus der CSSR? Orangerotes Leuchten" meldete der ´Kurier´ am 14.Juni 1984: UFOs glaubten Dienstag zahlreiche Wiener und Niederösterreicher am östlichen Nachthimmel zu sehen. Rätselhafte, orangerot leuchtende Flugobjekte bewegten sich in wechselnden Formationen über den Himmel, ehe sie gegen 22:30 h langsam verlöschten. Die Erscheinung wurde auch bei der Flugsicherung in Schwechat registriert, konnte aber selbst bisher von den dortigen Fachleuten nicht einwandfrei geklärt werden. Experten vermuten, dass es sich möglicherweise um militärische Signalballons handelte, die in der CSSR während Manövern benützt wurden. Meteoriten oder dergleiche sind wegen des langen und langsamen Fluges der vielfach beobachteten Objekte auszuschließen.

"UFO-Alarm um Raketen aus der CSSR/Leuchten aufgeklärt" meldeten die ´Marchfelder Nachrichten´ am 15.Juni 1984: Mehrere Menschen in Gästerndorf (unter ihnen eine Gendarmeriepatrouille), Angern und Stillfried an der March verfolgten Dienstag gegen 22 h fasziniert ein UFO-Lichtspiel am Nachthimmel. Minutenlang war eine christbaumähnliche Lichtergruppe zu sehen, die nacheinander erlosch, ohne an Höhe zu verlieren. Das Rätsel um die Erscheinung wurde am Mittwoch geklärt. Es handelte sich um so genannte "Flares" (Lichtraketen), die von CSSR-Militär auf dem Truppenübungsplatz Malacky (rund zehn Kilometer von der Staatsgrenze entfernt) abgefeuert wurden. Die militärische Radarpolizei in Schwechat, die am Radarschirm keine verdächtige Wahrnehmung gemacht hatte, wurde vom zivilen Chefflugleiter Hans Bauer nach dessen Recherchen bei CSSR-Behörden über die Identität des UFO informiert. UFO-Gläubige können den Fall abschreiben...


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