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01.04.2009


    
Historische Noten der UFOlogie aus dem CENAP-Archiv:

2) Gegen das Vergessen in der UFOlogie: April-UFO-Meldungen vor 55 bis vor 20 Jahren: Fliegende Untertassen in der Presse

Wer die Gegenwart des UFO-Phänomens verstehen will, der muss seine Vergangenheit kennen...

´Fliegende Untertasse über Kanada?´ hieß es am 14.April 1959 im ´Tagesspiegel´ entsprechend einer UPI-Depesche: Über dem kanadischen Luftstützpunkt St.Hubert ist ein geheimnisvolles Flugobjekt gesichtet worden, das einige Minuten in der Luft zu hängen schien und dann mit großer Geschwindigkeit verschwand. Das Wetterbüro des Flughafens Dorval äußerte die Vermutung, es habe sich um einen Wetterballon gehandelt, der kurz vorher hochgelassen worden war.

´Mysteriöse Kugel schafft Verwirrung´ hieß es am 17.April 1974 in der ´Abendzeitung´: Jacksonville/Florida. Das Rätsel um das seltsame Objekt, das von der Familie Antoine Betz vor einigen Tagen im Garten ihres Hauses entdeckt wurde, scheint gelöst zu sein. Nach Angaben der amerikanischen Marine, die die rund elf Pfund schwere Kugel eingehend untersuchte, handelte es sich um einen eindeutig auf der Erde hergestellten Hohlkörper aus rostfreiem Stahl. Die Familie Betz aber ist mit dieser Erklärung nicht zufrieden [schließlich reichte sie ihren Fall als UFO-Fall des Jahres bei einem Boulevardblatt, dem National Enquirer, ein der $ 5.000 dafür ausschrieb]. Sie berichtet, daß ein Wissenschaftler die Kugel untersuchte und dabei festgestellt habe, daß sie ein Magnetfeld besitze und Wellen ausstrahle. Warum sich die Kugel anscheinend aus eigem Antrieb bewegt, konnte bisher niemand sagen.

´Wieder geheimnisvolle Kugel gefunden´ hieß es aus Jacksonville am 23.April 1974 in der BILD: Die US-Marine witterte eine Geheimwaffe, amerikanische Bürger glaubten an etwas Überirdisches: In Florida wurden jetzt schon zwei Kugeln aus rostfreiem Stahl gefunden, deren Herkunft nicht einmal von fünf berühmten Professoren [fünf UFOlogen, die beim Klatschblatt National Enquirer zeitweilig einen UFO-Ausschuß bildeten, der 5.000 Dollar für den besten UFO-Fall eines Jahres vergab] geklärt werden konnte. Vor zwei Wochen hatte eine Frau im Vorgarten ihres Hauses auf der Insel Fort George zuerst ein solches silbern glänzendes Ding gefunden. Es war zehn Kilo schwer, etwas größer als ein Fußball und hohl. Die Frau alarmierte die Marine: "Die Kugel rollt, von einer mysteriösen Kraft angetrieben, hin und her." Ein 21jähriger Mann aus Jacksonville fand jetzt eine gleiche Kugel bei einem Spaziergang. Die Marine kam, untersuchte die Kugel und entschied: "Quatsch - die Kugeln sind einfach Kugeln." (Später gestand A.J.Hynek in einem Interview für den ´UFO Report´ August 1976 ein, den "Betz Ball" mehrere Tage lang ´bewacht´ zu haben, als er die Familie Betz besuchte. Ja er schlief sogar neben der Kugel: "It never acted funny around me." Er nahm Proben von der Oberfläche und ließ sie einer spektrografischen Analyse unterziehen. Es handelte sich hier im rostfreien Stahl der Klasse 646.)

´In der CSSR: Stahlkugeln fielem vom Himmel´ hieß es aus Preßburg, als BILD am 25.April 1974 berichtete: Durch die Funde der geheimnisvollen Stahlkugeln in Florida ist jetzt bekannt geworden, daß bereits vor sechs Jahren bei Preßburg in der Tschechoslowakei drei ähnliche Kugeln vom Himmel fielen. Experten des Preßburger Instituts für Metallurgie untersuchten die Kugeln und stellten fest: Stahl von diser Härte ist auf der Welt unbekannt. Das Metall ließ sich nicht einmal mit Diamanten zerkratzen."

Derartige "Artefakte aus dem Kosmos" gingen als ´space balls´ in die UFO-Saga ein. Bereits früher waren solche Kugeln gefunden worden und immer wieder wurden sie mit UFO-Unfällen etc in Verbindung gebracht, siehe so den CONDON REPORT und sein Kapitel 3, "Direkte physikalische Beweise". Hier hatte Roy Craig im Unterabschnitt "Teile von UFOs oder UFO-Ausrüstung" sich den immer wieder aufgefundenen polierten UFO-Kugeln angenommen und sie erklärt: "Diese Hohl-Kugeln sind Radar-Ziele, die man einsetzt, um Radar-Einrichtungen zu kalibrieren. Gemäß dem Hersteller sind diese Kugeln aus Aluminium und variieren in der Größe zwischen 3 bis 28 Inch im Durchmesser und sie werden von Flugzeugen, Ballonen oder Raketen abgelassen. Bei gewöhnlichem Gebrauch im freien Fall erreichen sie eine durchschnittliche Geschwindigkeit von 90 mph. Sie werden normaler Weise nur in unbewohnten Regionen fallengelassen."

"Russen reißen sich um den Däniken-Film - Verleih wagt neuen deutschen Start", so die Headline am 27.April 1974 im Kölner Massenblatt ´Express´. Der Text: "In Deutschland verleiht ihm die Kritik das Etikett ´Trivial-Filmer´, im Ausland kommt er zu großen Ehren: Spielfilm-Regisseur Dr.Harald Reinl erntet mit seinem bisher ersten und einzigen Dokumentarfilm in Amerika und der Sowjetunion gleichermaßen Ruhm. Seine vier Jahre alte Verfilmung des Erich von Däniken-Bestsellers ´Erinnerungen an die Zukunft´ brachte in Amerika allein in vier Wochen mehr als fünf Millionen Dollar in die Kinokassen. In der Sowjetunion läuft der Streifen in sage und schreibe 1.700 Kinos. Bei uns fiel der Film vor vier Jahren -trotz der riesigen Däniken-Anhängerschaft- durch. Jetzt will der Constantin-Verleih es noch einmal wagen. Regisseur Reinl dreht derweil einen neuen Ganghofer-Film: ´Der Jäger von Fall.´"

´UFO-Dokumente bei UN´ meldete aus Madrid dpa und am 1.April 1979 druckte es die ´Frankfurter Rundschau´: Die spanische Regierung will Belege über das Auftreten von "UFOs" auf der 32.Vollversammlung der Vereinten Nationen zeigen. Wie am Freitag in Madrid bekannt wurde, umfaßt die von der spanischen Luftwaffe zusammengestellte Dokumentation Beobachtungen von militärischen und zivilen Piloten sowie von Mitarbeitern von radarstationen und Militärstützpunkten. Die im Mai beginnende UN-Vollversammlung beschäftigt sich auf Antrag mehrerer Länder erstmal mit den rätselhaften fliegenden Erscheinungen.

´Fünfzig Zeugen für ein UFO´ meldete dpa aus Belfort und die ´Frankfurter Rundschau´ vom 5.April 1979 schrieb: Die Polizeibeamten von Beaucourt bei Belfort in Ostfrabkreich haben rund 50 Zeugenaussagen für eine neue UFO-Erscheinung in diesem Gebiet gesammelt. Danach wurde am Montagabend ein zigarrenförmiges großes Flugobjekt beobachtet, das sich lautlos etwa eine Stunde lang über dem Dort bewegte. Die Feuerwehr schoß einige Fotos. Ende März war weiter südlich bei Montbeliard ein angebliches UFO gesehen worden. Polizeibeamte hatten während der Erscheinung auf einem Balkon dem bisher unerklärlichen Tod eines Hamsters beigewohnt, für den der Vorbeiflug des Objektes offenbar zu aufregend war.

´Woher der UFO-Glaube kommt/Ernst Benz: "Kosmische Bruderschaft - Die Pluarlität der Welten"´ hieß ein Essay von Günter Maschke am 10.April 1979 in der ´Frankfurter Rundschau´: Im Zeitalter der Angst hat sich eine wohlfeile Erlösungsphantastie entwickelt: der Glaube an die Fliegenden Untertassen, deren Personal landet und uns, oder den besseren Teil von uns, rettet. Die als zerstörerisch empfundene Rationalität des Technischen wird hier in zauberhafte, befreiende Allmacht umgeformt. Die Erlösung der Gattung wird zum Druckknopfproblem. Mittels der kindlich anmutenden Vision wird der naturwissenschaftlich-technische Optimismus noch einmal restauriert, der sich religiösen Spekulationen überlegen wähnt. Und doch wurzelt die UFOlogie in der religiösen Tradition; in einer freilich abgedrängten und fast ketzerischen. Ernst Benz, der vor einem Jahr verstorbene Marburger Theologe, der eigenwillige Erforscher der mystischen, charismatischen und häretischen Seitenwege der Religionen, skizziert in seinem letzten Werk die oft subtilen Vorformen des heutigen UFO-Glaubens. Einsatzpunkt für Benz ist der "kopernikanische Schock", der die Erde, den Schauplatz göttlichen Heilsgeschehens, zu entwerten drohte. Ist die Erde nur ein geringes Staubkorn in einem riesigen Kosmos, dann ist auch die bisherige Sinngrundlage der Welt bedroht. Noch ein jean Paul stellte mit seiner "Rede des toten Christus vom Weltgehbäude herab, daß kein Gott sei" das Entsetzen dar angesichts der ungeheuren leeren Räumen, angesichts der kalten "Leichengruft des Alls"; ein Horror, den Jacob Böhme als fast plausible "Einbleuung" des Teufels empfand.

Als der kopernikanische Schock dann im 18.Jahrhundert das allgemeine Publikum erreicht, entstehen Theorien von der Belebtheit des Alls, in denen sich solche theologischen Bedürfnisse mit den naturwissenschaftlichen Überlegungen der Zeit verbinden. Der religiöse Grundgedanke ist dabei, daß der Zweck der Schöpfung sich nur in der Bewohnbarkeit des Universums erfüllen kann und daß sich die Erlösungstat Christi auf den ganzen Kosmos bezieht. Derart entsteht bei den von Benz dargestellten Gelehrten, denkern und Visionären - unter anderen Huygens, Fontenelle, Kant, Lambert, Lavater, Jung-Stilling, Swedenborg, Hahn, Oetinger - eine Theologie der Natur (eine "ökologische Theologie"), die freilich kaum ausgearbeitet ist, noch die besonders im Protestantismus bestehende Fixiertheit auf den Menschen in Verlegenheit gebracht hat. Die Zukunftsträchtigkeit einer solchen Theologie der Natur deutet Benz leider nur an. Bei einigen Autoren (so Oetinger und Lavater) werden die Sterne als Aufenthaltsorte der Seelen irdischer Menschen aufgefaßt; von Stufe zu Stufe, also von Stern zu Stern, nähern sich die Seelen der Vollkommenheit, bis sie den Himmel betreten können. Benz versäumt hierzu zu zeigen, wie sich diese erstaunliche Variante des Fegefeuer-Glaubens einem anderen, wohlwollenderen Menschenbild verdankt; daß hier der Gott der Gnade mächtiger ist als der des Gerichtes. Bei Lavater sind die Gestirnebewohner Menschen, die an der Ausbildung der von Gott ständig geschaffenen neuen Welten beteiligt sind und so zu seinen wirklichen Mitarbeitern werden. Die den bisherigen christlichen Glauben bedrückende Erkenntnis von der Weite des Alls schlägt so um in eine Euphorie wirklich grenzenlosen Heilsbewußtseins: "Nicht die Erde, die wir jetzt bewohnen, ist der Grenz-Ort unseres Daiseins. Nicht irgendeine paradiesische Welt...; sondern der höchste Himmel, das Urbild der Welten, die Fülle jeder sichtbaren Schönheit" (Lavater). Ausführlicher befaßt sich Benz mit Autoren, die zar ebenfalls von der gottgewollten Belebtheit der Gestirne ausgehen; aber die diese Wesen nicht als Seelen irdischer Menschen, sondern als andere, uns überlegene Menschen einschätzen und dafür nach astronomisch-naturwissenschaftlichen Belege suchen.

"Ich wußte, das Ding ist nicht von dieser Welt" hieß die fette Schlagzeile des zweiten Teils der "Strahler aus dem Weltall" in ´BamS´ vom 2.April 1979. EvD war im Herbst 1973 auf einer US-Vortragsreise gewesen, als gerade die große amerikanische UFO-Welle losbrauste. Viele werden sich an die Entführungsstory von Charles Hickson und Calvin (und nicht Melvin, wie EvD schrieb) Parker aus Pascagoula erinnern. von Däniken ging der Sache nach, weil sein US-Verlag Bantam Books des finanzierte und Sensationsautor Ralph Blum ihm die Adressen gab. Hickson zeigte dem berühmten Mann hinter dem Schrottplatz an der Werft die Örtlichkeiten, wo das Ereignis neben einer Autobahnbrücke geschehen sein soll. Was wir nun nachlesen ist die gequetsche Fassung des Vorfalls, mit all der inzwischen gewohnten Dramatik wie "herbeieilende Streifenwagen der Highway-Patrol" von der Autobahnbrücke her. Und genau dies ist der Knackpunkt: Weder sah irgendein Autofahrer auf dieser belebten Autobahnbrücke das UFO, noch eilte irgendjemand herbei, ganz im Gegenteil: die beiden "UFO-Opfer" mußten sich erst im Städtchen darum bemühen, jemanden zu finden, der ihnen überhaupt zuhörte. Bei der Presse an Ort fanden sie dann offene Türen... von Däniken tut dann so, als sei er ein paar Tage nach seinem Ausflug nach Pascagoula "bei der NASA in Huntsville einem Wissenschaftler" begegnet, der zu jenen "Professoren" gehörte, die von "verschiedenen Fakultäten" aus ehemals den Vorfall untersucht hätten. Dabei handelte es sich um die Herren James Harder (für die private UFO-Organisation APRO) und Allen Hynek (der gerade sein ebenfalls privates CUFOS aufzog und dem EvD zuschob, es würden bei ihm täglich 100 UFO-Sichtungen registriert!). Keiner der beiden war im staatlichen Auftrag unterwegs, sondern gingen wie immer, wenn es um UFOs in dieser Zeit ging, ihrem privaten UFO-Hobby nach. von Däniken war von Hickson überzeugt, weil er doch so ehrlich ist.

EvD gehört zu jenen, die die Gordon Cooper-Astronauten-UFO-Legende mit ausbreiteten, schreibt er hier doch, das Cooper als Astronaut von Mercury 9 und Gemini 5 gesagt haben soll: "Intelligente Wesen von anderen Planeten besuchen regelmäßig unsere Welt in der Absicht, mit uns Kontakt aufzunehmen. Ich bin verschiedenen Schiffen während meiner Raumfahrten begegnet. Die NASA und die amerikanische Regierung wissen das und sind im besitz beachtlicher Beweise dafür. Dennoch schweigen sie, um die Bevölkerung nicht zu beunruhigen. Ich bin dafür, die Behörden zu zwingen, ihr Schweigen endlich zu brechen." Dies muß wohl genau eine jener Aussagen sein, die von Däniken aus den "geheimen US-Archiven" sammelte und die bisher unveröffentlicht sind. Schließlich verhält es sich doch anders: Die Fernsehzeitschrift BILD + Funk Nr.16 für den Zeitraum 22.bis 28.April 1978 hatte nämlich direkt Gordon Cooper nach seinen Astronauten-UFOs gefragt und klipp und klar eine Abfuhr erhalten - Cooper hatte nie als Astronaut UFOs gesehen, woran man sehen kann, welchen Wert die von Däniken-UFO-Geheimnisse haben können.

Unter "Ich bin von einem UFO entführt worden" ging es in BamS am 9.April 1979 weiter und was von Däniken zunächst aussagt, klingt tatsächlich recht vernünftig: "Nur 10 Prozent aller angeblichen UFO-Sichtungen verdienen eine ernsthafte Beschäftigung mit dem ´Sujet´. Der überwiegende Rest läßt sich durch Halluzinationen oder physikalische Vorgänge oder besondere Wetterkonstellationen [was diese auch immer sein mögen] erklären. Die viel zuvielen Meldungen gaukeln eine UFO-Invasion vor und gefährden die seriöse Forschung." Aber gleich darauf zitiert EvD die Thor Heyerdahl-Observation in der Karibik, bei der er rhedorisch frägt, ob dieser Zeuge nur Halluzinationen hatte? Auch hier gilt die selbe Feststellung wie im Fall des Lufthansa-Veteranen: All das wissenschaftliche Ansehen und die soziale Position eines Beobachters schützt nicht davor, sich dennoch von einem ungewöhnlichen Stimulus täuschen zu lassen. Auch wenn von Däniken Hynek bemühte, der betonte, daß eine "der allerbesten und komplettesten UFO-Meldungen von wissenschaftlich hochqualifiziertem Personal" stammt, hat genau ein hochangesehener Vertreter dieser Bevölkerungsgruppe sich durch einen fernen Raketenstart irritieren lassen. Der Schweizer Prä-Astronautik-Schreiber bezieht sich so auch siegessicher auf den weltbekannten Concorde-Zwischenfall, als am 30.Juni 1974 ein angebliches UFO bei der Beobachtung einer Sonnenfinsternis aufgetaucht sei. Nein, sogar "mit höchster Wahrscheinlichkeit" war dies ein echtes UFO gewesen, da nach einer "gründlichen Prüfung aller Details" dies außer Frage stehe. Dabei handelte es sich auch hier um ein durchaus irdisches Wetterphänomen. Ein vereinzelnte Wolke wurde vom Restsonnenlicht angestrahlt.

Auch wenn von Däniken zwar zugesteht, daß selbst die sensationellsten UFO-Sichtungen sich immer wieder als "lahme Enten dekuvrieren lassen", so nimmt er doch für sich in Anspruch, daß dies für seine Fälle nicht gilt, um auch sofort zur Travis Walton-UFO-Entführung zu kommen, über die er sich aus einer der geheimsten Quellen der Welt informierte, dem amerikanischen Knallblatt National Enquirer. EvD war sicher: "Das ist die erste Entführung, die von anderen Leuten beobachtet wurde - von Holzfällern, denen man kaum eine so üppige Phantasie zumuten kann, daß sie diese Geschichte erfanden." Diesen Mut möchten wir als UFO-Spezialisten auch haben, um für diese waghalsige Story die Hand ins Feuer zu legen. Objektive Untersuchungen lassen den Vorfall nämlich tatsächlich als Schwindel aufblitzen.

´Sowjet-Professor: Es war ein UFO!´ hieß es am 19.April 1979 in der ´Abendpost´ laut einer ddp-Meldung aus Moskau/London: Der so genannte Tunguska-Meteorit, der 1908 in Sibirien niederging, war nach Auffassung von Felix Zigel, Professor für Weltraumkunde am Luftfahrtinstitut in Moskau, gar kein Meteorit, sondern ein UFO. Das berichtete uns der englische Journalist William Dick, der zusammen mit einem amerikanischen Kollegen den Wissenschaftler interviewt hat. Prof.Zigel: "Wir haben wissenschaftliche Daten, dass der Tunguska-Körper, nachdem er am 30.Juni 1908 einige hundert Kilometer unsere Atmosphäre durchflogen hatte, in der Luft in Höhe von fünf bis sieben Kilometern mit der Stärke einer Atombombe von 40 Megatonnen explodierte". Die Summe aller Erkenntnisse führte zu dem Schluß, dass der Körper eine Sonde aus dem Weltraum gewesein sei, meinte der Professor. Dick und sein US-Kollege U.Gries berichten in einem jetzt erschienen Buch auch über ihr Gespräch mit dem sowjetischen Militärarzt Oberstleutnant Vargen Karpetyan. Er sei der wohl einzige Mensch, der einen Schneemenschen ("Yeti"), in der Sowjetunion "Almasty" genannt, auf Herz und Nieren untersucht habe. Das sei im dezember 1941, während des zweiten Weltkrieges im gebiet des Berges Ararat gewesen, wo nach Überlieferung Noahs Arche nach der Sintflut landete. Der Almasty habe "wie ein Bär, aber nicht wie ein Affe" ausgesehen, erklärte Karpetyan. "Ich sah, dass seine Hände sehr groß und seine Finger ungewöhnlich kräftih waren...die Leute, die ihn gefangen hatten, hatten mir die Wahrheit gesagt - es krabbelte nur so auf ihm von Läusen. Aber er kümmerte sich nicht darum." Der Almasty reagierte weder auf die ihm entgegenstreckte Hand noch auf Worte. "Er zwinkerte nicht einmal", sagte der Militärarzt. Da das verdächtige Wesen keine Antwort gegeben habe, sei es schließlich als "Verräter" zum Tode verurteilt und von den Soldaten erschosssen worden.

´Hamburg: 8 UFOs! Hunderte sahen sie´ meldete BILD am 20.April 1979: UFO-Alarm über Norddeutschland: Unbekannte Flugobjekte mit einer geschätzten Geschwindigkeit von 400 Stundenkilometern zogen von West nach Ost in etwa 30 Kilometer Höhe. Die Flugkörper mit rötlich glühendem Feuerschweif waren zehn Minuten lang am Nachthimmel sichtbar. Nach Angaben des Flottenkommandos Glücksburg wurden die UFOs zuerst von der zivilen Flugkontrolle in Bremen beobachtet, dann von der Signalstelle der Marine bei Cuxhaven, schließlich vom Tower des Marinegeschwaders I in Jagel. Sie überquerten Norddeutschland auf der Linie Norderney-Fehmarn und wurden später auch über Dänemark und Schweden gesichtet. Einer der vielen Augenzeugen, Friseurmeister Uwe Freiberger (49) aus Schleswig: "Ich sah sie zufällig vom Schlafzimmerfenster aus. Grelle runde Flugkörper sausten lautlos über die Dächer, der erste hatte einen rötlich glühenden Schweif. Acht Stück zählte ich. Auf meiner Armbanduhr war es genau 23:34 h." Der Fluglotse im Tower des Marinefluggeschwaders Jagel: "Auf dem Radarschirm sah ich nichts, aber ich konnte die leuchtenden Flugobjekte am Himmel erkennen." Über das Aussehen gibt es nach Meldungen vom Glücksburger Marinesprecher drei Versionen: ein zylinderförmiges UFO, ein zigarrenförmiges und ein Hauptobjekt mit mehreren kleinen Zusatzobjekten. Der Leiter der Bochumer Sternwarte, Prof.Heinz Kaminski, glaubt: Meteorbrocken seien bei Eintritt in die Erdatmosphäre verglüht. Die Gesteinsmeteoriten sind dann als leuchtende Punkte für Flugkörper gehalten worden. Dänische Wissenschaftler dagegen halten es für einen künstlichen Satelliten, der beim Eintauchen in die Erdatmosphäre verglühte.

´Mysteriöses "UFO" am Himmel - Beobachter: Mit feurigem Schweif über Norddeutschland gezogen´ meldete am 20.April 1979 die Zeitung ´Bremer Nachrichten´: Ein leuchtendes, unbekanntes Flugobjekt ist in der Nacht zum Donnerstag gegen 23:30 h in großer Höhe und mit einer geschätzten Geschwindigkeit von 400 Kilometern pro Stunde über Norddeutschland und Dänemark vorübergezogen. Bisher ist nicht geklärt, ob es sich um einen Satelliten oder einen großen Meteoriten handelte, der möglicherweise in der Erdatmosphäre verglühte. Die Sternwarte Bochum, die das Objekt nicht registrierte, hat unterdessen Augenzeugen gebeten, ihr eine genaue Beschreibung des Objekts zu geben. Die Beobachter verständigten unabhängig voneinander die Lokalredaktionen der in Cixhaven und Bremerhaven erscheinenden Tageszeitungen. Nachforschungen bei militärischen Stellen im Elbe-Weser-Raum und bei der Flugsicherung Bremen blieben bisher ergebnislos. Das "UFO" sei auf den Radarschirmen nicht beobachtet worden, hieß es. Nach Angaben des Flottenkommandos in Glücksburg wurde das Objekt u.a. von der Signalstelle Marienleuchte und schließlich vom Tower des Marinegeschwaders I im schleswig-holsteinischen Jagel beobachtet. Die geschätzte Flughöhe wurde mit 30 Kilometern angegeben. Die Flugrichtung habe auf der Linie von der Nordseeinsel Norderney zur Insel Fehmarn in der Ostsee gelegen. Insgesamt sei das Objekt rund zehn Minuten [?] am Himmel sichtbar gewesen. Über das Aussehen des Objektes über dem Gebiet der Bundesrepublik gibt es nach den Worten des Glücksburger Marinesprechers drei Versionen: die einen hätten es als zylinderförmig, andere als zigarrenförmig und die dritten schließlich als ein Hauptobjekt mit mehreren kleinen Zusatzobjekten beschrieben. Zuerst habe der Flugkörper hell geleuchtet, dann habe er sich dunkelrot verfärbt und einen Schweif hinter sich hergezogen. Dänische Astronomen hielten es gleichermaßen für möglich, dass es sich bei dem Objekt um einen künstlichen Erdsatelliten, der in der Erdatmosphäre verglühte, oder einen großen Meteor handeln könnte. In Kopenhagen erklärte ein Sprecher der dänischen Luftwaffe, es sei jedenfalls kein abstürzendes Flugzeug gewesen, wie viele Beobachter zunächst befürchtet hatten. Auch dort sei das Objekt nicht vom Radar erfasst worden.

´Feuerball raste über Norderney - Hunderte vom "UFO" erschreckt´ hieß es im ´Express´ vom 20.April 1979: Mit 400 Stundenkilometern ist ein Feuerball über Norderney und Fehmarn hinweggerast. Hunderte haben das rätselhafte Objekt gesehen, das Mittwoch kurz vor Mitternacht zehn Minuten lang über den deutschen Himmel zog. Der Pulk von etwa acht hellen Punkten mit einem Feuerschweif wurde auch von der zivilen Flugkontrolle in Bremen und vom Tower des Marinegeschwaders I in Schleswig-Holstein gesichtet. Professor Kaminski von der Bochumer Sternwarte klärte das Rätsel: Ein Meteorbrocken, der bei Eintritt in die Erdatmosphäre verglühte.

´Marine meldet ein UFO´ hieß es knapp in der ´Süddeutschen Zeitung´ vom 20.April 1979 aufgrund einer AP-Meldung aus Glücksburg: Ein leuchtendes unbekanntes Flugobjekt ist in der Nacht zum Donnerstag in 30 Kilometer Höhe und mit einer geschätzten Geschwindigkeit von 400 Stundenkilometern über Norddeutschland und Dänemark gezogen. Bisher ist nicht geklärt, ob es sich um einen Satelliten oder einen großen Meteoriten handelte, der möglicherweise in der Erdatmosphäre verglühte. nach Angaben des Flottenkommandos in Glücksburg war das Objekt rund zehn Minuten am Himmel sichtbar.

´Mysteriöses Licht´ berichtete die ´Rhein-Neckar-Zeitung´ aufgrund einer DDP-Meldung aus Kopenhagen am 20.April 1979: Eine mysteriöse Lichterscheinung am Himmel über Dänemark und Südschweden stellte die Bevölkerung vor ein Rätsel. Augenzeugen in verschiedenen Teilen Dänemarks, einschließlich des Kopenhagener Flughafens und des Luftstützpunktes von Värlöse nahe der Hauptstadt, beobachteten am Mittwochabend eine Lichtkugel mit einem langen Schweif, gefolgt von einer unbestimmten Anzahl von kleineren Lichtkugeln. Über die Richtung, in der sich das Phänomen bewegte, gab es unterschiedliche Aussagen. Nach Ansicht von Experten könnte es sich bei der mysteriösen Erscheinung um Meteore oder Teile eines künstlichen Satelliten handeln, die nach ihrer Ablösung in die Erdatmosphäre eindrangen.

´UFOs rissen Insel-Menschen aus Schlaf´ meldete BILD am 24.April 1979: Grelle UFOs rissen nachts Hunderte Inselbewohner auf Bohol (Philippinen) aus dem Schlaf. Ein Polizist: "Sie flogen 70 Meter hoch und sandten Lichtstrahlen in Blau, Rot und Grün."

´"UFOs" und "IFOs" am Freiburger Himmel? Freiburger UFOlogen-Arbeitskreis versichert Seriosität´ hieß es am 17.April 1984 in der ´Badischen Zeitung´: Sie reden von UFO-Sichtungen und -Landungen wie gewöhnliche Zeitgenossen von ihren Untertassen. Dem einen widerfahren Begegnungen der erste, zweiten oder gar dritten Art fast jedesmal, wenn er auf dem Kandel, bei Menzenschwand, in der Wutachschlucht oder an ähnlich UFO-trächtigen Wildwechseln nächtens auf der Lauer liegt; der andere, obwohl er zeitweilig "Objektmanager" war, hat noch nie ein "Unidentifiziertes Flugobjekt" mit eigenen Augen gesehen. Beide aber sind - ergriffen fabulierend der eine, mit skeptischer Neugier der gläubige Thomas - Mitglieder jenes "UFOlogen-Arbeitskreises", der seit Februar dieses Jahres regelmäßig in der Alten Universität tagt. Etwa ein Dutzend Interessenten, vom Studenten bis zum Rentner, treffen sich jeden zweiten Freitag, um Zeitungsberichte und das einschlägige Organ, die "UFO-Nachrichten", zu besprechen, eigene Erfahrungen auszutauschen und mehr oder minder kühne Schlüsse daraus zu ziehen. Gründer und Veteran der Freiburger Ortsgruppe der in Wiesbaden residierenden "Deutschen UFO-Studiengesellschaft e.V." ist Gustav Vollmer. Seit mehr als 20 Jahren widmet er sich den "Fliegenden Untertassen", die bei ihm als Ausgeburt einer quasireligiösen Privatkosmologie ins Rotieren kommen. "Gustav, das glaubst Du jetzt aber nur", werfen seine Genossen, die es mehr mit der exakten Wissenschaft vom Übernatürlichen halten, ein, wenn ihnen sein Kosmisches komisch vorkommt. Das Heft (und die Sitzungsglocke) fest in der Hand hat Christian Lauermann, Student der Philosophie, der im August 1975 in den Pyrenäen sein Schlüsselerlebnis mit einem in der Mittagshitze glitzernden "metallenen Objekt" hatte. Lauermann legt viel Wert auf die Seriosität der Studiengruppe. Aus der Existenz der UFOs lasse sich zwingend folgern, dass die Erde nicht der einige bewohnte Planet sei. Extraterrestrische, UFOnauten, Interplanetarier, Humanoide oder wie immer man sie nennen mag, beobachten die Erde, sie kontrollieren gottlob, pazifistisch gesinnt, die Atomwaffen der Supermächte und kommunizieren auf telepathischen Wegen mit einigen Auserwählten. Doch diese unheimlichen "Begegnungen der dritten Art" - "Kontaktler" heißem im Fachjargon Menschen, die mit den Insassen eines "IFOs" (Interplanetarischen Flugobjekt) Umgang hatten - sind noch nicht gesicherte Erkenntnis. Zu viele Schwindler und Scharlatane brächten die ernsthaften UFOlogen in Verruf, klagt Lauermann.

Ob Wesen aus dem All auch den Freiburger Raum heimzusuchen pflegen, ist bei den hiesigen Experten durchaus umstritten. Wohl werden hin und wieder Fotos von "nicht wahrgenommenen UFO-Manifestationen" herumgereicht, die eine diffuse, "feinstoffliche Körperlichkeit" erahnen lassen. Zuletzt will der UFOgraf Manfred Saier am 9.August 1983 ein immaterielles also unsichtbares Raumschiff in der Gegend von St.Peter auf einen Film gebannt haben. Für einen älteren UFOlogen in der Runde ist das nichts Neues. Mal begegnet er, seinen Hund Gassi führend, einem orangeförmigen "Ding", dann, im Oktober 1979 in Denzlingen, hat ihn ein Dreikäsehoch ("Uffo, Uffo!") auf einen fliegenden blauen Fleck aufmerksam gemacht; zuletzt hat er im (uranhaltigen) Gebiet des Hochfirst im Februar 1982 ein sogenanntes "Doppelkugel-UFO" gesichtet - mit allem, was dazugehölrt: Tentakel, Projektil, Blitze und Rauchwirbel. Für ihn, bekennt der esoterisch gebildete "Kaufmann und Globetrotter", sei das UFO-Gucken eine "Freizeitbeschäftigung". Einige UFOlogen kichern bei diesen phantastischen Augenzeugenberichten nur und murmeln höhnisch etwas von "kleinen grünen Männchen". Einig aber sind sich alle in der Empörung darüber, dass CIA und KGB, Nato und Bundeswehr ihre eher schlechten Erfahrungen mit den unbekannten Flugobjekten der Öffentlichkeit verheimlichten - eine Verschwörung von Presse, Wissenschaft und Regierungen, ein "kosmisches Watergate". Bei ihren Treffen diskutieren die Freiburger UFOlogen über diese globale "Banalisierungs"-Verschwörung. Das Thema "Evakuierung der Menschheit durch UFOs", das ursprünglich auf der Tagesordnung gestanden hatte, wurde kurzfristig abgesetzt. Für den Pressevertreter, befand man, sei das "zu hoch".

Begleitet wurde der Artikel von einem Bild mit folgendem Text: Eine Begegnung der ersten Art: Am 9.August 1983 hat der Schmalfilmer Manfred Saier nach eigener Aussage bei St.Peter im Schwarzwald diese "nicht wahrgenommene UFO-Manifestation auf Film gebannt" - ein in der Tat geheimnisvoller "unsichtbarer Zauber".

´Chaos wegen "UFO"´ meldete dpa aus London und die ´T.Z.´ berichtete am 1.April 1989: Ein als Aprilscherz gedachtes "UFO" hat am Freitagmorgen bei London zu einem Verkehrschaos geführt. Bei dem glitzenden und bunte Lichtsignale ausstrahlenden Flugkörper handelte es sich um einen Heißluftballon in Form eines Tellers. Er wurde gesteuert von Richard Branson, dem Chef des Musikkonzerns Virgin. Der 38jährige machte damit einen Probeflug. Ergebnis: Auf der Ringautobahn stoppten alle Autofahrer und starrten in den Himmel. Zum Glück gab es keinen Unfall.

´Ente der Woche´ hieß es am 16.April 1989 in der BILD am Sonntag: Der Bürgermeister einer Ortschaft in Kolumbien telegrafierte in die Hauptstadt Bogota: "Hier ist ein Meteorit eingeschlagen. Krater von 100 Meter Durchmesser. 90 Häuser zerstört. Erbitten dringend Bargeld für Rettungsarbeiten." Inspektoren fanden heraus: Es war nur ein kleiner Erdrutsch, zwei Kaffeefelder waren überflutet worden.


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