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01.04.2009


    
Historische Noten der UFOlogie aus dem CENAP-Archiv:

1) Gegen das Vergessen in der UFOlogie: April-UFO-Meldungen vor 55 bis vor 20 Jahren: Fliegende Untertassen in der Presse

Wer die Gegenwart des UFO-Phänomens verstehen will, der muss seine Vergangenheit kennen...

"Düsenjäger suchten ´fliegenden Gegenstand´" meldeten UP/dpa und die ´Rhein-Neckar-Zeitung´ am berüchtigten 1.April (1954). Zwei Düsenjäger des 86.Jagdbombergeschwaders hatten am vergangenen Freitag den Auftrag, über dem Luftwaffenglände bei Landstuhl nach einem "nicht identifizierten fliegenden Gegenstand" zu suchen. Sie kehrten gerade von einem Übungsflug zurück und wurden auf Bodenbeobachtungen hin in den fraglichen Luftraum geleitet. Unter dem amerikanischen Bodenpersonal wollen zahlreiche Beobachter das "fliegende Objekt" hell und schnell über den Himmel ziehend gesichtet haben. Das 86.Bombergeschwader verweigerte eine Auskunft auf die Frage, ob der "fliegende Gegenstand" auf dem Radarschirm erfaßt wurde.

´Die Wahrheit über das GRÖSSTE GEHEIMNIS unserer Tage: Fliegende Untertassen - Sendboten von anderen Planeten?/Wunderwaffen der Sowjets?/Oder deutsche Erfindung?´ meldete am 11.April 1954 die Illustrierte ´7 Tage´ in einem Titelaufmacher. Versprochen wurde in einem abgesetzten Kasten: "7 Tage beginnen heute mit einer Untersuchung über jene rätselhaften Vorgänge, die mit dem Erscheinen bisher unbekannter und unerklärlicher Objekte an unserem Himmel zusammenhängen. Die volkstümliche Bezeichnung für diese Erscheinungen lautet ´Fliegende Untertassen´. An ihrem Vorhandensein besteht kein Zweifel mehr. Über ihren Charakter und Ursprung gehen die Meinungen auseinander. Wir versuchen, dieses Rätsel zu lösen." [Knapp zwei Jahre zuvor hatte es die Illustrierte bereits schon einmal getan und die Rolf Schriever-Untertasse aus dem Zweiten Weltkrieg als Erklärung angeboten.] Begleitet wurde der Aufmacher von einer Grafik mit einer gelandeten Phantasie-Untertasse und einer darüber gesetzten "Raumfahrerin" im Weltraumlook: Ledermini, Lackstiefel, zum Boden reichenden Umhang und Strahlenpistole in der Hand, schulterlangen Handschuhen und futuristischem Haarschnitt. In der linken unteren Ecke findet man ein Foto mit dem Text: "Auf der Baleareninsel Mallorca entdeckte unser Reporter den deutschen Photographen Hein Hausmann, dem es als erstem Mann der Welt gelang, eine Fliegende Untertasse auf die photographische Platte zu bannen. hausmann, der im Auftrag der spanischen Wochenschau arbeitet, ist mit seinem Motorrad auf den gebirgsstraßen der Insel dauernd unterwegs. Bei einer Fahrt sah er in der Dämmerung einen Feuerkreisel herannahen. Er zückte die stets schußbereite Linhoff-Kamera und pgotographierte die eigenartige Erscheinung. Man schrieb den 24.März 1950." Man sieht Hausmann bei sich im Wohnzimmer, wie er einen großformatigen Abzug seines "Feuerkreisels" in Händen hält, die keineswegs den poppigen Fliegenden Untertassen entspricht! Dieses Foto aber bildete den Kern der Fliegenden Untertassen-Saga, sobald man von feuerspeienden Kreisel-Körpern sprach, die angeblich im Zweiten Weltkrieg aus deutscher Produktion kamen und dann von den Siegermächten heimlich nachgebaut worden sein sollen! Doch dann der Zeitschriften-Text:

Es wird wohl nur noch wenige Wochen dauern, und dann werden sich die Meldungen wieder häufen, die vom Auftauchen geheimnisvoller Flugkörper in den verschiedensten Teilen der Welt sprechen. [Das Blatt besaß entweder prophetische Fähigkeiten, oder erwartete zu jener Zeit die Welt schlichtweg die Wiederkehr der Untertassen?] Die meisten derartigen Beobachtungen stammen aus dem Westen und Südwesten der USA, andere aus Kanada und einige in neuerer Zeit auch aus Schweden und aus den Gebieten der sowjetischen Besatzungszone Deutschlands. dass mitunter auch über Frankreich, über Süditalien und einigen anderen Orten in Südostasien derartige Erscheinungen beobachtet worden sein sollen, läßt sich mit der Psychose erklären, die, 1948 beginnend, ihren Höhepunkt im Jahr 1952 erreichte, in dem allein in den USA 375 Meldungen von Angehörigen der amerikanischen Luftwaffe in deren Hauptquartier eingingen. [Das ist so nicht korrekt, es gingen wohl die Berichte beim UFO-Projekt ein, aber im Gegensatz zur Behauptung handelte es sich nicht nur um Beobachtungen durch Militärs, sondern hauptsächlich durch Zivilisten.] Ihr Ende fand diese Beobachtungswelle am 1.August des gleichen Jahres, als der Oberbefehlshaber der US-Luftstreitkräfte, general Hoyt Vandenberg, offiziell erklärte, er seiu fest davon überzeugt, dass es keine Fliegenden Untertassen gäbe. Alle Gerüchte, dass es sich um Versuchsobjekte der amerikanischen Luftwaffe handele, wies Vandenberg eindeutig zurück, erklärte aber ferner, es stehe fest, dass diese angeblichen "Fliegenden Untertassen" nicht von "Männern vom Mars" oder von Piloten einer anderen irdischen Macht gesteuert würden. Im gegensatz zu diesen Erklärungen steht zweifellos eine Schrift, die der [Ex-]Major der amerikanischen Luftwaffe [falsch, er kam von der Marine!] Donald E.Keyhoe im Oktober vergangenen Jahres mit Wissen des Pentagons [es war aber eine private, kommerzielle Veröffentlichung, deren Inhalt nie vom Pentagon sozusagen geprüft wurde!], also der Zentralkommandostelle der US-Wehrmacht, veröffentlicht hat und in der er zugibt, dass von zweitausend Berichten, die die Lufttechnische Nachrichtenzentrale in Dayton (Ohio) seit dem 1.Januar 1952 geprüft hat, mindestens 14 Prozent ungelöst geblieben seien. Major Keyhoe bekam Einblick in die Geheimberichte, die in Dayton gesammelt worden waren. Es handelt sich durchweg um Beobachtungen absolut zuverlässiger und erfahrener Flieger [total falsch, die meisten Berichte kamen aus der Bürgerschaft], die teilweise in großer Nähe der geheimnisvollen fliegenden Körper gelangt waren. In den meisten Berichten werden die Untertassen als große, kreisrunde Scheiben beschrieben mit einer kleinen in der Mitte gelegenen Kabine [falsch, zumeist wurden/werden unförmige Gebilde gemeldet, die keineswegs ´meistens´ genau den Hollywood-Untertassen entsprechen, sie sind sogar die ganz große Ausnahme damals wie heute]. ... Major Keyhoe, der diese und viele anderen Beobachtungen sorgsam registriert [er hätte sie besser selbst untersucht], kommt zu dem Schluß, dass es sich um Flugkörper handeln müsse, die ihren Ursprung von außerhalb der Erde haben. Die Möglichkeit, dass es sich um bisher unbekannte Naturerscheinungen in großen Höhen handelt, lehnt er ab, da nach allen vorliegenden Berichten die geheimnisvollen Gegenstände sinnvoll gesteuerte Manöver ausführen [?, selbst die ungelenkten Bewegungen von als UFOs angenommenen Wetterballonen im Wind werden als intelligente Steuerung fehlgedeutet]. der Major ist der Ansicht, dass die Erde zur Zeit von bisher unbekannten Wesen aus anderen Welten beobachtet wird. Er glaubt, dass die in den Flugschiffen sitzende Weltraumrasse vorläufig nichts Böses gegen die Erdbewohner im Schilde führt, sondern, durch die Atomexplosionen der letzten Jahre angelockt, versuchen will, zu erkunden, was bei uns vor sich geht. Wieweit diese Darstellung Major Keyhoes seine persönliche Überzeugung darstellt oder im Einvernehmen mit höchsten militärischen Stellen verfaßt wurde, um von dem eigentlichen Geheimnis der Fliegenden Untertassen abzulenken, steht dahin. [Stand eben nicht dahin, da Keyhoe niemals Sprecher für die US-Regierung noch dem Pentagon-UFO-Projekt war, sondern ganz klar als Privatmann und Berufsschriftsteller seine UFO-Werke verfaßte. Interessant aber die Andeutung, dass die Alien-Erklärung eine Ablenkung vom "wirklichen Untertassen-geheimnis" sei, in diesem Fall von menschlichen Flugobjekten supermodernster Natur!] ...

Auf Seite 3 ging es dann weiter, begleitet auch hier von phantastischen Grafiken: A) Das Bild aus einem Bomber-Cockpitfenster heraus, wo helleuchtende Untertassen-Gebilde mit Schweif sich in wildem Tanz vor der Windschutzscheibe bewegen. Hier sitzt der Navigator vor einem TV-Bildschirmähnlichen Radargerät, auf dem genau das selbe Bild zu sehen ist, wie vor dem Cockpit, was natürlich fürs Radar barer Quatsch ist. Der Text hierzu: "Optische Täuschung ausgeschlossen! Denn das Radargerät bestätigt die Wahrnehmungen des menschlichen Auges. Freilich, wenn auch der Radar sich täuschen läßt..." B) Die Grafik zeigt das, was man sich unter der Konstruktion "einer Fliegenden Untertasse vorstellen kann". Zunächst eine Art modernisierter Schriever-Scheibe am Boden, dann darüber noch eine im geneigten Steigflug und nochmals eine darüber hoch am Himmel. Der Text hierzu: "Um die kreisförmige, feststehende Flugzeugzelle rotiert eine ringförmige Tragfläche, die an ihrem Rand schwenkbare Staustrahldüsen trägt. Der senkrechte Aufstieg erfolgt wie bei einem Düsenhubschrauber, wobei noch in die Zelle eingebaute, nach unten abstrahlende Rückstoßaggregate die Startleistung erhöhen. Für den Hochgeschwindigkeitsflug in horizontaler Richtung sind vier Strahltriebwerke vorgesehen. - Das unterne Bild zeigt die Maschine teilweise geschnitten mit dem Stabilisationskreisel in der Mitte, den Motorenüberwachungsräumen im Oberdeck und den Triebwerkskammern im Unterdeck. Seitlich ist die Tankanlage sichtbar, darunter der Raum für das Einziehfahrwerk. Die ringförmige Tragfläche ist hier durchsichtig gezeichnet und zeigt die Zuführungsleitung für den Treibstoff zu den Staustrahldüsen und deren Verstellmechanismus. Die Kuppel an der Oberseite des Flugzeugs, auch ´Insel´ genannt, enthält Führer-, Navigations- und Besatzungsräume sowie die Funk- und Radarausrüstung. Zechn. H.u.B.v.Romer-München."

Im Artikel selbst ging es zunächst mit der Vorstellung der Theorie von Dr.Menzel weiter, abgelöst von einer kurzen Darlegung der Behauptungen des Frank Scully. Und dann hieß es weiterführend:

Noch seltsamer klingen Nachrichtena su Mexiko, über die die dortige Zeitung Ultimas Noticias berichtete. Danach sei es gelungen, mit den Insassen einer über der dortigen Gegend fliegenden Untertasse funkentelegraphischen Kontakt aufzunehmen. Es habe sich nach anfänglichen Schwierigkeiten die Möglichkeit einer Verständigung ergeben. Die Insassen der Fliegenden Untertasse hätten bekanntgegeben, dass sie vom Planeten Mars kämen, der in ihrer Sprache "Tum-Brum" heiße. Sie seien ausgesnadt worden, um den Stand der technischen und zivilisatorischen Entwicklung auf der Erde zu erforschen, hätten aber keinerlei feindliche Absichten. Die Zivilisation der Marsmenschen selbst müsse nach einigen ihrer Erklärungen vor allem in technischer Hinsicht der unsrigen um jahrhunderte überlegen sein. Noch phantastischer klingt die Schilderung, die der amerikanische Raketenforscher [falsch, total falsch] George Adamski von einem Erlebnis in der Nähe von Fort Blythe in Kalifornien gibt. Adamski behauptet, in der dortigen einsamen Wüstengegend die Landung einer Fliegenden Untertasse erlebt zu haben. PLötzlich sah er zwischen den Hpgeln ein Wesen stehen, das ganz wie ein junger Mann aussah, nur lange Haare trug und Züge von ausgesprochen weiblicher Schönheit hatte. Er trug eine Art Uniform in brauner Farbe, die etwa einem modernen Skianzug glich. Durch Zeichensprache sei er mit diesem Wesen ins Gespräch gekommen und habe erfahren, dass die Untertassen vom Planeten Venus kämen, dessen Bewohner durch die starken Atomexplosionen auf der Erde, die in den letzten jahren stattgfeunden hätten, beunruhigt seien. Sie kämen deshalb jetzt auf ihren Raumschiffen, die auf magnetischen Raumstrahlen durch das All schwebten, um nähere Erkundungen vorzunehmen und die Menschen vor den Gefahren weiterer Atomexplosionen zu bewahren. Auch das Raumschiff selbst konnte Adamski aus nächster Nähe beobachten. Es glich einer riesigen Glocke aus einem gläsern schimmernden, den Menschen bisher unbekannten Metall, aus dem Innern kamen ständig wechselnde Lichtstrahlen. Da Adamski seine Angaben sogar durch Fotos von dem Raumschiff belegen konnte, druckte das kalifornische Blatt Phoenix Gazette seinen Bericht ab und nahm ihn durchaus ernst. Auch einer der führenden europäischen Luftfahrer, der französische Rekordflieger Pierre Clostermann, hat sich der Ansicht angeschlossen, dass die "Fliegenden Untertassen" von fremden Planeten zu uns kommen. Er habe Gelegenheit gehabt, die umfangreichen Geheimberichte der amerikanischen Luftwaffe über das Auftreten der Untertassen zu studieren und hält es für ausgeschlossen, dass die Erscheinungen, die an Hunderten von Orten von menschen, Apparaten und Radarstationen gesichtet worden sind, auf atmosphärische Spiegelungen oder auf Sinnestäuschungen beruhen. Gleichzeitig aber erklärt Clostermann auch, dass es unmöglich sei, dass Flugschiffe, die derart phantastische Geschwindigkeiten erreichen und solche enormen Manöver plötzlichen Steigens und jähen Kurswechsels ausführen, von Menschenhand erbaut seien. Die Flugbedingungen dieser Maschinen seien an Stahlsorten oder Rohstoffe gebunden, die wir noch nicht kennen. Er könne daraus nur schließen, dass sie von anderen Welten zu uns kommen. ...

Augenscheinlich ist ein großer Teil der Piloten der US-Luftwaffe selbst nicht im Bilde, über die Versuche, die von ganz anderer Stelle in den USA, gleichzeitig aber auch unter strengster Geheimhaltung, in Kanada gemacht werden. Über diese letzteren Versuche sind einige Einzelheiten bekanntgeworden. Es handelt sich um das Projekt "Y" der kanadischen Avro-Flugzeugwerke in Malton bei Toronto. Die Konstruktion wird vorläufig streng geheimgehalten, doch verlautet, dass es sich um einen nach dem Kreiselprinzip arbeitenden Motor handelt, der von Düsen angetrieben, sich um einen festen Pilotensitz drehen kann. Dieses Flugzeug soll bisher schon eine Geschwindigkeit von über 5000 km/st. erreicht haben. Es steigt fast senkrecht in die Luft und hat die Form eines Diskus, so dass die Beobachtungen durchaus erklärlich sind, die ihm die Form einer Untertasse zuschreiben, die sich mit großer Geschwindigkeit fortbewegt. Sowohl über Kanada wie auch England selbst haben bereits Versuchsflüge mit dieser durch Luftstrahlturbine angetriebenen Scheibe stattgefunden. Wie geheim diese Versuchsflüge gehalten werden, geht aus der Aufregung hervor, mit der die augenscheinlich nicht unterrichteten Nachrichtenoffiziere der Royal Airforce die Meldungen über das Auftauchen derartiger unbekannter Flugmaschinen verfolgen. Eine sehr klare Meldung dieser Art stammt von den beiden englischen Fliegeroffizieren T.Johnson und G.Smythe. Sie flogen in einem Vampirnachtjäger über die Grafschaft kent, als sie plötzlich einen merkwürdig leuchtenden Gegenstand beobachteten, den sie zuerst für ein besonders helles Flugsicherungslicht hielten. Aber das seltsame Licht war bedeutend höher als sie selbst und bewegte sich mit erstaunlicher Geschwindigkeit. Nach wenigen Sekunden sauste es über den Nachtjäger hinweg, wobei es völlig waagerecht flog und ein merkwürdig glänzendes Licht ausstrahlte. Ein ähnliches Objekt wurde auf einem Flugplatz in Sussex von dem Fliegerfeldwebel Norster beobachtet, der berichtete: "Es war einw eißlich schimmerndes kreisrundes Objekt, das direkt über uns am blauen Himmel hing. Wir glaubten zunächst, es sei ein besonders hochstehender Wetterballon, bis es sich plötzlich mit unvorstellbarerer Geschwindigkeit in Richtung zum Kanal entfernte."

War man bisher der Ansicht, dass die Fliegenden Untertassen hauptsächlich nur über Amerika gesichtet worden seien, so tauchten im Laufe des letzten Sommers und des frühen Herbstes immer mehr Meldungen, die von ähnlichen Beobachtungen auch über dem südlichen Schweden, über der Ostsee und über Teilen der Sowjetzone zu berichten wissen. Die Vermutungen, dass auch die Sowjets mit derartigen hypermodernen Flugzeugkonstruktionen experimentieren, verdichten sich durch die Schilderung eines früheren Junkers-Ingeneieurs, der nach achtjähriger Arbeit aus russischer Gefangenschaft zurückkam und über seine Tätigkeit in bisher unbekannten neuerstandenen Fabrikstädten am Aralsee berichtete. Er wurde 1947, nachdem er bis dahin an einer Verbesserung der sowjetischen Mig-Nachtjäger mitgearbeitet hatte, in die Gegend von Kasalinsk gebracht. Zusammen mit zahlreichen anderen deutschen Fachkräften wurde er in verschiedenen Forschungsgruppen an einem Projekt eingesetzt, das unter dem Decknamen "Cow 7" läuft und einen neuen geheimnisvollen Flugkörper betrifft. Es handelt sich um ein scheibenförmiges Flugzeug mit Düsenantrieb. Die Einzelteile wurden in verschiedenen Gruppen hergestellt und ihre Zusammensetzung erfolgte nur durch sowjetisches Personal, so dass die deutschen Mitarbeiter selbst niemals Einblick in die Gesamtkonstruktion bekommen konnten. Im Jahr 1951 konnte der Ingenieur aus einem fenster seines Laboratoriums einen Probeflug dieser geheimnisvollen maschine beobachten. Die kreisrunden Flugkörper stiegen senkrecht vom Boden auf und erreichten schon nach etwa 10 Sekunden eine Höhe, in der sie dem menschlichen Augen entschwunden waren. Sie wurden von 12 Kreisdüsen angetrieben und drehten sich um eine im Innern festliegende Kanzel, wobei die sich ständig steigernde Rotationsgeschwindigkeit gleichzeitig zur Steigerung der Schnelligkeit im Waagerechtflug ausgenutzt wird. Ob dieses Cow 7 aus unabhängig voneinander funktionierenden Teilen besteht, war auf die Entfernung nicht genau festzustellen. Der Ingenieur selbst arbeitete an einer Spezialkanzel aus starkem Quarzglas, die augenscheinlich in der Mitte der Scheibe angebracht ist und stillsteht, während der ringförmige Antriebsteil sich mit hoher Geschwindigkeit um dieses Zentrum dreht.

´Das Geheimnis der Fliegenden Untertassen: Die Wunderscheibe des John Frost/Kanadas Wuntertassen fliegen wirklich/Geniale Konstruktionen´ hieß die Schlagzeile in ´7 Tage´ für den 12.-18.April 1954: Wir setzen heute unseren Bericht über das größte Geheimnis unserer Tage, die sogenannten "Fliegenden Untertassen" fort. In der vorigen Ausgabe schilderten wir die Stellungsnahme des ameriokanischen Majors Keyhoe, der glaubt, dass es sich um Sendboten anderer Planeten handelt, und des Forschers Donald Menzel, der sie für Luftspiegelungen hält. Aber Tatsache ist, dass diese seltsamen teller- und scheibenartigen Luftfahrzeuge existieren und fliegen! Auf dem Versuchfeld der kanadischen Flugzeugwerke A.V.Roe in Malton bei Toronto ist seit kurzer Zeit alles abgesperrt. Weder Journalisten noch Pressephotographen oder Flugzeug-Fans als Zaungäste haben auch nur die geringste Möglichkeit, an das Flugfeld heranzukommen. Trotz aller Vorsichtsmaßnahmen ist doch etwas durchgesickert von dem sonderbaren Flugmodell des jungen Chefkonstrukteurs der Avro-Werke, John Frost, eines früheren Mitarbeiters von Sir Frank Whittle, dem Erfinder des Düsentriebwerks. Es soll eine Fliegende Untertasse sein, aber nicht einer der früher geschilderten Flugkörper, bei denen sich der Teller in rasender Rotation um eine Achse bewegt, in deren Mittelpunkt die Pilotengondel hängt. Könnte ein neugieriger mit dem Auge des Fachmanns in die kleinste der Hallen am Rande des Maltoner Flugfeldes einen schnellen Blick werfen, so würde er ein tellerartiges graues Ding mit einem Durchmesser von höchstens drei Metern erkennen, in dessen Mittelpunkt eine gewölbte Haube aus Plexiglas den Pilotensitz deckt. Die kreisrunde Scheibe ist auf einer Seite wie mit einem großen Messer abgeschnitten und zeigt an dieser Stelle Kästchen neben Kästchen, die wie große Lamellen eines Autokühlers aussehen. Zu beiden Seiten dieser breiten Fläche sind nebeneinander Rohre sichtbar, die wie Auspufftöpfe anmuten. Wir kommen damit dem Verwendungszweck dieser Rohre schon etwas näher. Sie sind nichts anderes als die Enden von Staustrahlrohren, welche die in den modernsten Flugzeugen verwendeten Düsentriebwerke ersetzen. Es sind Rückstoßmotoren, die vorne die Luft einsaugen, durch eine Turbine schleusen und in die Verbrennungskammer pressen, aus der sie dann mit hoher Geschwindigkeit durch eben diese Rohre entweicht und dadurch den Flugkörper vorwärts drückt. Eine Art von Düsenjäger, ohne Rumpf und Flügel. Oder besser ausgedrückt, beides zusammengewachsen zu einer fast kreisrunden Fläche, eine Weiterentwicklung des Flugzeugs mit Deltaflügeln, ohne Schwanz und Schnauze. John Frost ist zu der Überzeugung gekommen: Wenn schon etwas Neues, dann radikal neu. Er strich die Landeräder, also das Fahrgestell, die Schwanzflossen und alle beweglichen Teile irgend einer Manövriervorrichtung bisheriger Art aus seinem Plan und sagte sich, dass das Modell ja beweisen müsse, ob es flugfähig ist oder nicht.

Nun, die ersten Probeflüge hat er hinter sich, der Frost-Teller. Er fliegt mit Telemeter-Fernsteuerung, so wie die unbemannten Matador-Bomber der Amerikaner ferngesteuert werden. Der Pilot sitzt sicher und trocken in seinem Raum und verfolgt den Flug vom Start weg auf dem vor ihm aufgebauten Fernsehbildschirm und auf der Radaranlage. Die Flugtechnik diueses Tellers ähnelt in keiner Weise der den Fliegenden Untertassen angedichteten. Von einer Drehung der kresirunden Scheibe um ihre Achse kann keine Reede sein. Der Teller bleibt in seiner Normallage und wird von den Staustrahlrohren vorwärtsgetrieben. Der Sitz des Piloten ist umringt von den Triebwerken. Das ist alles, was so durchgesickert ist. Eine Schwierigkeit für die Techniker ist vorläufig noch der Start und die Landung dieses ungewöhnlichen Flugzeugs. Man erzählt sich in Malton, John Frost hätte es zeurst mit Rotorflügeln am Modell versucht, ähnlich dem neuen amerikanischen Allzweckflugzeug XV-1, das wie ein Hubschrauber mit drehenden Rotorflügeln startet und landet und in der gewünschten Höhe mit einem Turbopropeller hohe Geschwindigkeiten erzielen soll. Aber bei der geplanten Geschwindigkeit des John-Frost-Tellers von 2400 Stundenkilometern in der großen Ausführung von vierzehn Metern Durchmesser wären Hubschrauberflügel kaum mehr da, die würden vom Luftwiderstand buchstäblich zerfetzt. Frost hat sich eine andere Lösung ausgedacht. So wie ein Düsenflugzeug auf dem Rollfeld mit dem Rückstoß seiner Düse startet, so könnte auch ein tellerförmiger Flugapparat mit dem Rückstoß ohen Fahrgestell starten. Nur müßte hier die Rückstoßkraft nicht nach rückwärts erfolgen, sondern nach unten, direkt auf den Boden. Er würde also dadurch gehoben werden. Die Landung könnte nach dem gleichen Prinzip erfolgen. Die Staustrahlrohre würden dabei ihre Stoßrichtung nach unten zu verändern und so als Bremse wirken. Start und Landung könnten wie beim Hubschrauber vom Platz weg ohne Anrollen und Ausrollen erfolgen, praktisch also ohne Flugfeld. Bis jetzt ist Frosts Konstruktion noch ein geheimnis von A.V.Roe in Malton und selbst die benachbarten Amerikaner scheinen davon nur ganz wenig zu wissen. Aber die Industriespionage wird kräftig am Werk sein.

Wenn neue "Fliegende Untertassen" auftauchen, dann sind es diemal bestimmt John Frosts Fliegende Teller. Es handelt sich bei diesen Scheibenflugzeugen also nicht um bemannte Flugzeuge sondern um ferngesteuerte Objekte. Ihr Vorteil besteht darin, dass sie infolge ihrer enormen Geschwindigkeit selbst von der besten Flaksperre fast niemals abzuschießen sein werden. Sie können sowohl als Fernaufklärer über den feindlichen Linien benutzt werden wie auch, wenn die Versuche der Kanafier sich als erfolgreich erweisen, als Träger hochexplosiver Sprengstoffe. Für die Beobachtung ist außerordentlich günstig, dass sie wegen der nach unten verstellbaren Düsenvorrichtung praktisch über einem besonders interessanten Ziel in der Luft stehen bleiben und ihre Beobachtungen machen können. Als Bombenträger empfiehlt sich diese Konstruktion deshalb, da sie, unbemannt, eine erheblich größere Sprengstoffmenge mit sich führen kann als ein bemanntes und mit Waffenausrüstung beschwertes Flugzeug. Sollte wider Erwarten doch einmal eine derartige fliegende Scheibe durch einen Zufallstreffer der gegnerischen Flak getroffen und abgeschossen werden, so stürzt sie senkrecht ab und zerschellt zweifellos am Boden so gründlich, dass der Gegner aus ihren Bruchstücken keine entscheidenden Schlüsse mehr ziehen kann. Der beste Beweis dafür ist, dass im Dezember 1944 ein britisches Flottenkommando auf Spitzbergen, das damals als Stützpunkt für die alliierten Geleitzüge nach Murmansk diente, Reste einer Flugscheibe fand, deren Konstruktion heute noch für die Engländer und Kanadier ein Geheimnis ist. Diese auf Spitzbergen gefundene Scheibe war praktisch die erste "Fliegende Untertasse der Welt". Woher diese Scheibe stammte, wo sie konstruiert war und welche Hoffnungen ihre Erfinder an sie knüpften, ist eines der letzten großen Geheimnisse des Zweiten Weltkrieges. Wir werden dieses Rätsel in unserer nächsten Ausgabe lösen.

Begleitet wurde dieser hochfliegende Artikel von einigen in die Zukunft blickenden Grafiken. So wurde ein von Computern und Aufzeichnungsgeräten vollgestopfter Raum gezeigt, in welchem angeblich die mit komplizierten Instrumenten kontrollierten Teller des Herrn Frost ferngelenkt werden können. Mittels einer Querschnittszeichung wurde ein modernes Staustrahlrohr vorgestellt. In einer weiteren Grafik wurde gezeigt, wie es wohl sein werde, wenn der Fliegende Frost-Teller einmal abheben werde. Zusätzlich vermittelte ein Zeichnung eine Ahnung davon wie es sein mag, wenn der Frost´sche Teller sich im Luftraum bewegt.

"Deutsche erfanden ´Fliegende Untertassen´ - Als Geheimwaffe im Zweiten Weltkrieg konstruiert, aber nie mehr zum Einsatz gekommen" hieß die ´7 Tage´-Schlagzeile der Ausgabe für den Zeitraum 19.-25.April 1954: Wir beenden heute unseren Tatsachenbericht über die Geschichte der sogenannten Fliegenden Untertassen. In der vorigen Ausgabe hatten wir Spezialinformationen über die zur Zeit in Kanada stattfindenden Versuche des Ingenieurs Frost veröffentlicht. Heute können wir mitteilen, dass diese kanadischen Konstruktionen auf einer Erfindung beruhen, die in den letzten Kriegsjahren in Deutschland gemacht wurde, die aber auch den Russen und jetzt auch den Amerikanern bekannt ist... Unter den zahlreichen Projekten, die dem damaligen Reichsluftfahrtministerium im Jahre 1941 unterbreitet wurden, befand sich auch der Vorschlag zur Konstruktion sogenannter Flugscheiben. Es war eigentlich nur die logische Fortsetzung einer Ideenreihe, die von den bisher üblichen, aber durch ihren großen Luftwiderstand den Erfordernissen höherer Geschwindigkeit nicht mehr gewachsenen Flugzeugen zum sogenannten Nur-Flügel-Flugzeug [der Gebrüder Horten] und weiter zur Flugscheibe führte. Genau wie ein enormer Unterschied besteht zwischen den Entfernungen, die eine von einem Leichtathleten gestoßene Kugel und ein von dem gleichen Athleten geschleuderten Diskus zurücklegten, so mußte die kaum mehr einen Luftwiderstand hervorrufende Scheibe schneller werden als je ein Flugzeug zuvor war. Im April 1941 befahl Göring, die ersten Versuche zu unternehmen. Neben der Konstruktion der sogenannten V-Raketen, die vor allem in Peenemünde durchgeführt wurde, begannen einige Spezialisten sich mit dem Problem der Flugscheibe zu befassen. In Eger baute der vor Jahresfrist auf geheimnisvolle Weise verstorbene Testpilot Rudolf Schriever seinen Flugkreisel (über den wir in früheren Ausgaben schon berichtet haben). [Merkwürdiger Weise hieß es aber ursprünglich in der selben Zeitschrift, dass Schriever bei den BMM-Werken bei Prag seine Konstruktion in einem privaten Hobby- und Freizeit-Unternehmen und klammheimlich vorantrieb! Zudem handelt es sich nun plötzlich um ein ganz anderes technisches Design mit einem auch optisch völlig anders ausschauenden Fluggerät, wie wir gleich feststellen müßen!] Gleichzeitig lief unabhängig davon in Breslau und in der Nähe von Prag ein zweites, vom Ministerium Speer betreutes Projekt, die sogenannte Miethesche Flugscheibe, die wir oben erstmals in einer Konstruktionszeichnung zeigen können. Sie ist der Vorläufer der sogenannten "Fliegenden Untertassen". Sie war in erster Linie als Bombenträger für weite Entfernungen gedacht, ja sie sollte, zur Vollendung gekommen, vor allem dazu dienen, von Deutschland aus die Rüstungszentren der USA zu bombardieren. Dabei war an eine unbemannte, ferngesteuerte Scheibe im Durchmesser von etwa 42 m gedacht, die durch Düsenturbinen angetrieben werden sollte. [Wie sollte aber in einem unbemannten Objekt die Fernsteuerung und Zielheranführung erfolgen, wenn die Telemetrie der damaligen Zeit noch nicht einmal im Gedanken an ein Satelliten-gestütztes Navigationssystem denken konnte? Auch eine via optisches Kamerasystem herangeführte Überschallmaschine muß beständig nachgeregelt bzw kontrolliert werden, auch hierfür fehlte ein satellitengetragenes Kontrollsystem immer noch vollständig. Die reine wechselseitige Funküberwachung und Funk-Fernsteuerung ist ansonsten mittels der normalen Funkwellenausbreitung schon hinter dem Horizont erledigt.]

Unser obiges Bild zeigt die Seitenansicht einer derartigen Fliegenden Scheibe, wie sie im Jahre 1944 und Anfang 1945 noch in Breslau und Prag gebaut wurden. Der Steuerraum liegt [nun] nicht [mehr] in der Mitte der Scheibe, sondern etwas exzentrisch hinten [!], um die Mitte für den sogenannten Stabilisationskreisel freizumachen. Zwölf Turbinenantriebe sind gleichmäßig auf den ganzen Umfang der Scheibe verteilt [und übergangslos starr montiert!]. Beim Vorwärtsflug werden nur die Turbinen 8 bis 12 in Tätigkeit gesetzt [wodurch das rotierende Kranz-Prinzip plötzlich verschwindet, was die ganze Zeit über als neuartiger Technologie-Ansatz bei diesem Fahrzeug vorgestellt wurde!]. Die seitlichen [starr montierten] Turbinenantriebe dienen zur Ausführung jener ruckartigen Manöver, wie sie aus allen bisher gemachten Beobachtungen für die "Fliegenden Untertassen" typisch sind, also zu plötzlichen Wendungen nach links oder rechts, wie sie kein normales Flugzeug ausführen kann, ohne vom Luftdruck zerbrochen zu werden. Um die Flugscheibe über dem zu beobachtenden oder zu bombardierenden Ziel stillstehen zu lassen, werden Turbinen nach unten gestellt [hier ist der Ansatz für das Senkrechtstarter-Prinzip am normalen stromlinienförmigen, traditionellen Flugzeugkörper gegeben, was einzig und allein ein Blick in die aeronautische Zukunft an dieser ganzen Geschichte ist]. Beim Nachlassen des Antriebs senkt sich die Scheibe langsam nach unten.

Das schwierigste Problem war wie bei allen Neukonstruktionen auch bei den Flugscheiben Start und Landung. Die ersten Versuche wurden mit einer verhältnismäßig kurzen schrägen Startbahn gemacht, da ein direkt senkrechtes Aufsteigen bei diesem nicht rotierenden, sondern in sich feststehenden Scheiben natürlich wegen des hohen Luftwiderstandes unmöglich war [auch dies ist ein völlig neues Startverhalten, welches zuvor so nie explizit ausgeführt worden war!]. Auf diese Weise wurde im April 1945, also kurz vor dem Zusammenbruch, eine dieser Scheiben gestartet und mit Fernsteuerung auf einen Probeflug geschickt. Aus bisher ungeklärten Gründen versagte unterwegs die Fernsteuerung, die Scheibe kam nie wieder nach Breslau zurück, sondern war spurlos verschwunden. Erst Jahre später konnte das Geheimnis gelöst werden. Die Scheibe war auf Spitzbergen gelandet und dort zerschellt. Britische Kommandotrupps, die zur Sicherung des wichtigen Nachschubweges nach Murmanks dort gelandet waren, hatten die Trümmer des niedergegangenen Flugzeugtyps geborgen. [Die ´echte´ Spitzbergen-Story hört sich dagegen völlig anders an: Auf Spitzbergen landete Fliegende Untertasse - Das Rätsel endgültig gelöst? - "Silberner Diskus mit Plexiglaskanzel und 46 Kreisdüsen" - Sowjetischer Herkunft? hieß es in der Saarbrücker Zeitung aus Narvik am 28.Juni 1952 von einem J.M.M. geschrieben: "Norwegische Düsenjäger hatten soeben über Spitzbergen mit ihren diesjährigen Sommermanövern begonnen." Hier hatten nicht britische, sondern norwegische Einheiten die Flugscheibe gefunden, auch nicht 1944, sondern erst 1952! Noch nicht einmal an diesem Punkt gibt es Übereinstimmung!] In Zusammenarbeit mit der kanadischen Luftwaffe und den Avro-Werken wurde die Konstruktion der Fliegenden Scheibe sorgsam untersucht, aber erst nach dem Zusammenbruch erfuhren die akandischen Experten aus dem Mund eines deutschen Ingenieurs Einzelheiten über die genauen Dimensionen der Flugscheibe. Die dabei verwendete Metall-Legierung, die geeiegnet sein muß, die bei den enormen Geschwindigkeiten entstehende Reibungshitze zu überstehen, war ihnen ebenfalls noch unbekannt.

Trotz fieberhafter Anstrengungen [dies ist historisch nicht verbürgt!] in den Werken in Prag und Breslau kam infolge des unaufhaltsam sich anbahnenden Zusammenbruchs der Ostfront diese letzte Geheimwaffe des Dritten Reichs nicht mehr zum Einsatz. Während in Prag die dortigen Werke und Teilkonstruktionen noch gesprengt werden konnten, fiel in Breslau in den dortigen unterirdischen Hallen ein Teil der Pläne und wahrscheinlich auch ein fast fertiges Modell den Russen in die Hände. Es dürfte der Vorläufer jener geheimnisvollen Maschinen sein, von deren Auftauchen in den letzten Monaten Augenzeugen aus der Sowjetzone und aus Schweden berichteten. Da auch zwei Mitarbeiter des deutschen Konstrukteurs Miethe in Breslau von den Russen gefangengenommen wurden und bisher nicht nach Deutschland zurückkehrten, ist anzunehmen, dass sie dort an der weiteren Fertigung dieser Flugkonstruktionen arbeiteten. Miethe selbst, dem im letzten Augenblick die Flucht aus Breslau gelungen war [die Ähnlichkeit mit dem Weg von Schriever fällt hier auf, während z.B. die führenden Köpfe der V-1 und V-2 durchweg von den Amerikanern einkassiert wurden], floh zunächst auf einer Privatmaschine nach dem Nahen Osten, stellte sich später den Franzosen zur Verfügung und soll nach glaubwürdigen Aussagen seit einigen Monaten in den USA unter einem falschen Namen tätig sein. Es ist anzunehmen, dass er sein Wissen und seine Erfahrungen mit der deutschen Luftscheibe bei der Konstruktion der amerikanischen Fliegenden Untertassen verwerten wird. Ob diese neuartigen Flugkörper eine entscheidene Rolle im Zweiten Weltkrieg hätten spielen können, wenn ihre Massenherstellung rechtzeitig gelungen wäre, steht dahin. Als Mittel im Luftkampf wären sie kaum in Frage gekommen. Eine Bewaffnung war zwar möglich, aber wenig zweckmäßig, da bei Geschwindigkeiten von weit über 2000 Stundenkilometern, wie sie damals schon erreicht wurden, ein sicheres Zielen auf Gegner ohnehin kaum mehr möglich ist. Weit wertvoller wäre die Flugscheibe zweifellos als Bombenträger auf weite Entfernungen gewesen [was die Analogie zur Wunderwaffe V-2 herstellt, die aber nur beschränkte Reichweite besaß und Amerika nicht erreichen konnte]. Ihr Aktionsradius ist nahezu unbegrenzt [was die V-2 nicht hatte], da sie, einmal auf volle Geschwindigkeit gebracht, in Flughöhen von über 10.000 m riesige Entfernungen in einer Art Gleitflug hätte überbrücken können. Es hätte also bei entsprechender Verbesserung der ersten Modelle zweifellos die Möglichkeit bestanden, selbst wichtige Rüstungszentren der USA mit ferngelenkten deutschen Flugscheiben [Raketen] zu bomardieren. Ebenso dürfte wohl auch künftig die Aufgabenstellung der in den USA, in Kanada und in der Sowjetunion konstruierren Flugscheiben in erster Linie dahin gehen, hochexplosive Kampfstoffe (etwa Atombomben) auf feindliche Ziele abzuwerfen. Infolge ihrer enormen Geschwindigkeit und Wendigkeit stellen diese Flugscheiben im Ernstfall die gegnerische Abwehr vor kaum lösbare Aufgaben [genauso wie die V-2 es getan haben würde].

Wir beenden mit diesen Feststellungen unseren Fortsetzungsbericht über das Geheimnis der Fliegenden Untertassen. Wir glauben, die geheimnisvollen Andeutungen, wonach es sich hierbei um Sendboten anderer Welten handelt, eindeutig widerlegt zu haben. Fliegende Untertassen existieren. Und ihre ersten Konstrukteure waren - Deutsche!

Begleitet wurde der Artikel von zwei Skizzen. Zum einen sehen wir die Draufsicht auf eine Skizzierung des fraglichen, grob dargestellten Objektes mit seiner feststehenden Düsen-Anordnung. Die zweite Grob-Skizze zeigt die Seitensicht auf das phantastische Gebilde der Miethe´schen Fliegenden Scheibe, die in Breslau und Prag angeblich gebaut wurde. Lustiger Weise befindet sich hier sogar in der Kuppel des Steuerraums (bekanntlich bestehend aus einer Plexiglaskuppel) ein nach oben ausfahrbares Periskop, was einmal mehr blödsinnig ist, weil für eine militärische Aktion nicht der ansonsten freie obere Luftraum interessant ist, sondern der darunter befindliche Boden mit seinen Zielen!

´Immer wieder neue Rätsel um die Fliegenden Untertassen: Major Donald Keyhoe wartet auf den "Tag X" - Geheimberichte der US-Luftwaffe sollen interplanetarische Herkunft der unbekannten Flugobjekte bestätigen´ hieß der Leitartikel von Otto Merk am 24.April 1954 im ´Münchner Merkur´. Die seit nunmehr bald sieben Jahren anhaltende Diskussion um das Phänomen der "Fliegenden Untertassen" nimmt kein Ende. In den Vereinigten Staaten wurde sie gerade in den vergangenen Monaten neu belebt durch ein Buch von Major Donald E.Keyhoe "Flying Saucers from Outer Space", das demnächst auch in deutscher Übersetzung (Verlag Lothar Blanvalet, Berlin, 328 Seiten, 14.80 Mark) unter dem Titel "Der Weltraum rückt uns näher" vorliegen wird. Keyhoe ließ sich vom Presseamt des amerikanischen Verteidigungsministeriums seine "Qualifikation als führende Kapazität" auf dem Gebiet der Untersuchungen [damit ist keine Einzelfalluntersuchung, sondern nur Quellenrecherchen in Publikationen und Behörden-Korrespondenz gemeint] über die "Fliegenden Untertassen" bestätigen, und er glaubt, aus dieser Bestätigung auch das Eingeständnis der US-Luftwaffe lesen zu können, dass die geheimnisvollen Flugobjekte interplanetarischer Herkunft sind. Für ihn steht fest, dass die Erde seit Jahren beobachtet wird und dass der "Tag X", an dem die Raumfahrer unseren Planeten betreten werden, nicht mehr ferne ist.

Der Mann, der den zweifelhaften Ruhm für sich in Anspruch nehmen kann, die größte Massenhysterie seit Kriegsende ausgelöst zu haben, heißt Kenneth Arnold. In seinem Privatflugzeug flog dieser als seriös bekannte Geschäftsmann am 24.Juni 1947 im amerikanischen Staat Washington vom Meer her auf den 4.390 Meter hohen Mount Rainier im Cascadegebirge zu, als er vor sich neun riesige glühende Scheiben [sic!] in Winkelformation dahinrasen sah. Vor dem Mount Rainier zogen diese Scheiben steil hoch [?] und verschwanden dann hinter dem Berg. So wenigstens erzählte es Ken Arnold dem Reporter einer kleinen amerikanische Provinzzeitung. Er sagte, die Scheiben seien "untertassenähnlich" [falsch, er nannte sie sogar Flugzeug-artig und zeichnete sichelförmige Gebilde auf] mit einem Durchmesser von etwa 35 Metern gewesen, und ihre Geschwindigkeit habe gute 1.800 Kilometer in der Stunde betragen. Aus der Provinzzeitung sprang die Sensationsmeldung auf die Titelseiten aller amerikanischen Blätter, die Nachrichtenagenturen funkten sie um die Welt. Die "Fliegenden Untertassen" waren geboren. Ken Arnolds Story wurde geglaubt oder belächelt. In Europa hatte man zu Beginn dieses zweiten Nachkriegssommers ohnedies andere Sorgen genug, als sich um phantastisch klingende Erzählungen von der Ostküste der Vereinigten Staaten zu kümmern. Aber Arnolds Bericht war nur der Anfang. Schon bald darauf rannten in den verschiedensten Teilen Nordamerikas Bewohner kleiner Landstädte zu den Redaktionen ihrer Lokalblätter und erzählten Beobachtungen, die nicht weniger sensationell waren als die Schilderungen des Fliegers vom Mount Rainier. Überall in den Staaten wurden plötzlich jene geheimnisvollen Flugkörper gesichtet. Keine Sternschnuppe konnte mehr über den Nachthimmel ziehen, ohne von aufgeregten Laien als "Untertasse" identifiziert zu werden. In der Dunkelheit waren es rot- oder bläulich-grün leuchtende, bei Tager silbern glitzernde Scheiben, die beobachtet wurden. Der erste (und wohl bisher einzige) Mensch, der der Untertassen-Psychose sein Leben opfern mußte, war Captain Thomas Mantell, ein Flugzeugführer der US-Air Force. Als am frühen Nachmittag des 7.Januar 1948 zahlreiche Bewohner von Madisonville im Staate Kentucky "eine riesige, rot und weiß glühende Scheibe" am Himmel in Richtung auf Fort Knox, das Golddepot der Vereinigten Staaten, ziehen sahen und wenig später der Flugkörper auch von der Air-Base Godman aus beobachtet wurde, erhielt Mantell, der sich mit einer Rotte Jäher vom Typ F-51 "Mustang" gerade auf einem Übungsflug befand, durch Sprechfunk den Befehl, sich das "Ding" einmal näher anzusehen. Kurz darauf meldete er, dass er das Objekt, "das aus Metall zu sein scheint und ungeheuer groß ist", gesichtet habe. Obwohl er die Verbindung mit seinen beiden Rottenkameraden verloren hatte, stieg der Captain weiter, auf 5.000, auf 6.000 und 7.000 Meter. Noch einmal meldete er sich: "Ich kann nicht näher herankommen, das Ding fliegt mit gleicher Geschwindigkeit." 130 Kilometer vom Militärflughafen Godman entfernt, fand man am anderen Tag seine Leiche und die Trümmer seiner "Mustang".

Es ist nie geklärt worden, warum Mantell abstürzte. Vermutlich war sein Sauerstoffgerät nicht in Ordnung [er hatte erst gar keine externe Sauerstoff-Versorgung an Bord], so dass er bewußtlos wurde. Die führerlose Maschine dürfte dann im Sturz zerplatzt sein, denn die Trümmer lagen im Umkreis von einem halben Kilometer verstreut. Das "Ding", das der Captain jagte, aber war nach Ansicht von Sachverständigen ein Phantom, eine Sonnenreflektion auf den Eiskristallen einer Cirruswolke in 9.000 Meter Höhe [???, dies ist die verrückteste aller Erklärungen in diesem Fall und taucht sonst nirgends auf; die offizielle Erklärung war zunächst nämlich als Planet Venus abgegeben worden]. Für die Sensationspresse war es ausgemacht, dass Mantell von der verfolgten "Untertasse" abgeschossen worden war. Die US-Luftwaffe sah sich daher veranlaßt, einen geheimen Untersuchungsausschuß aus Sachverständigen zu bilden, der alle Meldungen über die "unbekannten Flugobjekte" sammeln und auswerten sollte. Er bekam bald mehr zu tun, als ihm lieb war. Zu Hunderten gelangten die Berichte an den Ausschuß. Bei der Mehrzahl von ihnen war von vorneherein zu erkennen, dass es sich um Halluzinationen aufgeregter Bürger handelte [?]. Ein weiterer, nicht unerheblicher Prozentsatz von Beobachtungen erleidgte sich durch Rückfragen bei astronomischen und meteorologischen Stationen [hier gab es also schon den Ansatz für Recherche!]: Die gesichteten "Untertassen" waren Meteorite oder ganz einfach Wetterballons, sogenannte Radiosonden, gewesen. Übrig blieben aber immerhin noch einige Meldungen von Augenzeugen, denen man nicht ohne weiteres zutrauen konnte, dass sie Halluzinationen unterliegen [wie man nur auf diese weitverbreitete Idee von den Halluzinationen kam?]. Da behaupteten erfahrene Piloten von Verkehrsmaschinen, ein flügellos, zigarrenförmiges Raumschiff aus nächster Nähe gesichtet und sogar Kabinenfenster erkannt zu haben [keine Halluzination, sondern eine wahrnehmungspsycholgisch bedingte Irritation, die zu einer Konstruktion des angenommenen Objektes führte - in Wirklichkeit war dieses Objekt ein Feuerball-Bolide gewesen, der auch von anderen Zeugen als solcher erkannt wurde]. Leutant George Gorman berichtete, und Beobachter vom Boden bestätigten es, dass er fast eine halbe Stunde lang mit seinem Nachtjagdflugzeug einen "Kurvenkampf" mit einem "unheimlichen Licht" aufgeführt habe, bis schließlich die seltsame Erscheinung, des Spieles offensichtlich müde, mit ungeheurer Geschwindigkeit davongestiegen sei [unsere Detailanalyse läßt den starken Verdacht aufkommen, dass das Geschehen ein wahrer Luft-Kampf mit einem zum Spaß hochgerichteten Scheinwerferlicht eines nahebei befindlichen Sportstations war]. Solche und ähnliche Darstellungen erhielten vom Untersuchungsausschuß die Benotung "ungeklärt". Sie blieben als Extrakt aus dem Wust von Meldungen übrig, den die erste Welle der Untertassen-Psychose gezeugt hatte.

Die Beobachtungen in den Vereinigten Staaten fanden ihre Ergänzung durch [danach aufkommende] Berichte von amerikanischen Stützpunkten in aller Welt. Über Goose Bay in Labrador, über Alaska, über Japan, ja selbst über dem Jägerflugplatz Fürstenfeldbruck bei München wurden im Herbst 1948 die geheimnisvollen Flugkörper gemeldet. Es schien, als ob die Hysterie auch die Soldaten ergriffen habe, die tagtäglich in ihren [aus Amerika kommenden] Zeitungen die Nachrichten über die "Flying Saucer" lasen. Die deutschen Bewohner von Fürstenfeldbruck wenigstens hatten an diesem 23.November 1948, an dem eine "Feuerscheibe" über den Flugplatz dahingezogen sein soll, keinerlei Beobachtungen gemacht. [Dies ist ein weiteres deutliches Indiz dafür, dass die "Untertassen" ihre Verbreitung über die sich ausbreitende Presse-Hysterie fanden und dannach auch als Folge aus den amerikanischen Stützpunkt-Zonen gemeldet wurden. Ja, haben denn die Untertassen die amerikanische Presse gelesen und verfolgten deren Weg um den Globus, um sich danach zwecks ihrem Auftauchen zu richten? Dies kann man kaum glauben, weitaus eher ist es akzeptabel die Meinung anzunehmen, dass erste die ´Presse-Enten´ und dann die UFO-Eier da waren. Ein wirklich externes Phänomen hätte dies nicht nötig.] Während des Jahres 1949 wurde es verhältnismäßig still um die unheimlichen Flugkörper. Aber kaum hatte im Januar 1950 die Luftwaffen-Untersuchungskommission in ihrem Abschlußbericht festgestellt, dass alle Angaben über "Fliegende Untertassen" Täuschung oder Unsinn gewesen seien, begann der Spuk von neuem, diesmal vor allem in Europa. Im März und April sichtete man die "Flying Saucers" nicht nur über Italien, Spanien, Schweden und Dänemark, sondern auch über Berlin, Nürnberg, Aschaffenburg, dem Bayerischen Wald und München. Es ist interessant, dass sich in allen Fällen, in denen diese angeblichen Phänomene über Deutschland auftauchten, eine einfache, natürliche Erklärung fand: Über Nürnberg und Aschaffenburg waren es amerikanische Düsenjäger, die einige Laien genarrt hatten, während bei den Beobachtungen in München und Berlin von den Sternwarten festgestellt wurde, dass es sich um Sternschnuppen handelte. Die Schilderungen der "Untertasse, so groß wie ein Hut" über dem Bayerischen Wald, die von einem Postbeamten gegeben worden war, konnte von vorneherein nicht ernstgenommen werden.

Um diese Zeit tauchten die ersten Gerüchte auf, dass es sich bei den "Untertassen" entweder um eine amerikanische oder eine sowjetische Geheimwaffe handle. Washington dementierte derartige Vermutungen sofort; Moskau hat sich nie dazu geäußert. Aber wer probiert schon eine neue Waffe über dem gebiet des mutmaßlichen künftigen Gegners aus? [Wie wir aus heutiger Perspektive sehen können, sind also die heutigen Spekulationen um UFO-Geheimwaffen in Form der "Fliegenden Dreiecke" und der Area 51 vor 45 Jahren in einer anderen Form aufgetaucht, nachdem bereits 1946 die "Ghostrockets" über Skandianavien eine ähnliche Funktioin erfüllten - es kehrt also alles im neuen Kleid wieder!] Fast ein Jahr lang herrschte nach dieser zweiten "Invasion" unbekannter Flugkörper Ruhe. Die Untertassen wären beinahe in Vergessenheit gearten, wenn nicht im Februar 1951 die amerikanische Illustriere Look, gestützt auf Erklärungen eines maßgeblichen Mitarbeiters des Forschungsinstitutes der amerikanischen Marine, Professor Urner Liddel´s mit der Erklärung herausgerückt wäre, die Untertassen seien nichts anders als große Ballons [Stratosphären-Ballons] zur Erforschung kosmischer Strahlen in Höhen bis zu 30.000 Meter. An Hand dieser bis dahin streng geheimgehaltenen Ballonaufstiege konnte tatsächlich eine weitere Anzahl von Untertassen-Beobachtungen einwandfrei geklärt werden [hierzu zählte an erster Stelle der Mantell-Vorfall, auch wenn er zu dieser Zeit noch nicht in diesem Zusammenhang bekanntgemacht worden war!] Trotzdem setzte Mitte 1951 die dritte Nachrichtenwelle über das Auftauchen von Flugkörpern ein. Sie begann damit, dass im Juli einige merkwürdige Objekte, teils durch Radar, teils durch Augenbeobachtung, über dem Raketenversuchsgelände von White Sands festgestellt wurden, von denen angeblich auch Filmaufnahmen gelangen. Der entwickelte Streifen zeigte jedoch lediglich einen verschwommenen Lichtfleck am Himmel. Eine offizielle Anerkennung der Echtheit dieser Aufnahmen ist nie erfolgt. Nun aber steuerte die Psychose langsam ihrem bisherigen Höhepunkt zu. Es mehrten sich die "Photographien" von Untertassen, die meist "zufällig" Bildberichtern bekannter Sensationsblätter gelangten. Am bekanntesten sind die Aufnahmen seltsamer Lichterscheinungen am nächtlichen Himmel von Lubbock in texas geworden. Die angesehene zeitschrift Time hielt sie einer Veröffentlichung wert. Angeblich sollen die Negative von der Luftwaffe untersucht und als "echt" bezeichnet worden sein.

Im Juni und Juli 1952 überstürzten sich die Geschehnisse. Die Saarbrücker Zeitung ließ sich aus Nordnorwegen berichten, dass dort eine Untertasse notgelandet aufgefunden worden sei. Genaue Einzelheiten über die Leistungen der Flugscheibe wurden abgegeben, und es fehlte nicht die Feststellung, dass die Instrumente russische Beschriftung trügen. In dieser, durch solche und ähnliche Sensationsberichte erzeugten hektischen Atmosphäre, verwundert es kaum noch, dass von fast allen militärischen wichtigen Punkten der Vereinigten Staaten -einschließlich der Atomwerke- Meldung auf Meldung über "Aufklärungsflüge" von Untertassen im Pentagon eintraf. In der Nacht zum 20.Juli waren die unbekannten Flugkörper erstmals über der Hauptstadt Washington selbst. Auf dem Schirm des Panorama-Radar-Geräts in der Zentrale des National Airport tauchten wenigstens plötzlich die Markierungen für acht unbekannte Objekte im Luftraum über der Stadt auf, obwohl sich kein Verkehrsflugzeug unterwegs befand. Gleichzeitig wurde diese Zeichen auch vom Radargerät auf dem Kontrollturm des Flughafens angezeigt, und Beobachter auf dem Turm glaubten, eine orangerot leuchtende Scheibe zu sehen. Düsenjäger wurden angefordert, aber ehe sie eintrafen, waren die bis dahin nur mit 160 bis 120 Kilometer pro Stunde fliegenden Objekte plötzlich vom Radarschirm verschwunden - um nochmals aufzutauchen, nachdem die Jäger zum Einsatzhafen zurückgekehrt waren. Noch zweimal wiederholten sich in den folgenden Nächten diese Erscheinungen auf den Braunschen Röhren der Washingtoner Funkmeßgeräte. Die Erregung der amerikanischen Öffentlichkeit drohte in Panik auszuarten. Da machte sich die US-Luftwaffe auf einer Pressekonferenz die Theorie des Astro-Physikers Dr.Donald Mentel von der Harvard-Universität zu eigen. Nach Menzels Erklärung hätte eine Temperatur-Umkehrschicht, die sich während der damaligen Hitzewelle nachts über Washington bildete, sowohl Lichtquellen auf der Erde als auch Radarstrahlen reflektiert und so die festgestellten Erscheinungen herbeigeführt. Die Bewegung der "Untertassen"-Zeichen auf den Radarschirmen war seiner Meinung nach durch die Turbulenz ausgelöst worden. Zu jenen Teilnehmern der Pressekonferenz, die dieser Erklärung ungläubig gegenüberstanden, gehörte auch Major d.R. des Marine-Corps Donald E.Keyhoe. In seinem neuen Buch, das sich trotz aller angebrachten Skepsis spannend liest wie ein utopischer Roman, versucht er, Menzels Theorie ad absurdum zu führen. Das Material, das Keyhoe anführt, stimmt nachdenklich. Um so mehr, als er behauptet, sich ausschließlich auf Berichte des 1950 offiziell aufgelösten, später aber wieder neugebildeten Untersuchungsausschusses der Luftwaffe zu stützen. Solche Geheimberichte sehen -laut Keyhoe- folgendermaßen aus: Die Erscheinung wurde am 3.August 1953 auf dem Flugstützpunkt Hamilton in Kalifornien beobachtet. Um sechzehn Uhr fünfzehn waren zwei riesige Scheiben, in verschiedener Höhenlage fliegend, von Osten her aufgetaucht. Düsenpiloten auf dem Flugplatz beobachteten, wie die höher fliegende Maschine auf die Ebene der anderen herunterkam. Dann begannen die beiden Untertassen um den Stützpunkt herumzukurven, wobei sie wie Düsenjäger bei einem Kurvenkampf manövrierten. Der Flieger, der sie zuerst bemerkte, ein Leutnant D.A.Swimley, hatte immer über die Untertassen gespottet. Er glaubte immer noch, seinen Augen nicht trauen zu können, holte ein fernglas und stellte es auf die seltsamen Flugobjekte ein. Dabei konnte er ihre runde Form deutlich sehen, doch flogen die Scheiben zu hoch, um andere Einzelheiten erkennen zu lassen. Inzwischen hatte das Radargerät der Bodenkontrolle die Bläschen der Untertassen eingefangen, und Luftspäher telephonierten schon die ersten Meldungen durch. Während die Abfangpiloten zu ihren F-86-Maschinen rannten, kamen sechs weitere Scheiben in Sicht und schlossen sich den anderen an. Wie Swimley und andere Flieger vom Boden aus feststellen konnten, gruppierten sich die Untertassen in Hufeisenformation und nahmen Kurs nach Westen. Ehe die Düsenjäger auf gleiche Höhe kamen, waren die Scheiben verschwunden. Im Verhör durch einen Geheimdienstoffizier erklärte Swimley, er schätze den Durchmesser der Scheiben auf 20 bis 33 Meter. "Und erzählen Sie mir nichts von Reflexionen", fügte er hinzu. "Ich weiß, dass es massive Körper waren."

Und hier ein anderer Fall. Diesmal war der Schauplatz die Ostküste: Um 21:12 h näherte sich eine DC-4-Verkehrsmaschine der Pan American der Stadt Norfolk, Virginia, auf ihrem Weg nach Miami. Am Steuer war der Erste Offizier W.B.Nash. Der Zweite Offizier W.H.Fortenberry fungierte als Begleitpilot. Beide Männer hatten eine Flugpraxis von mehr als zehn Jahren hinter such und hatten tausende von Stunden in den Kanzeln von Verkehrsflugzeugen zugebracht. Die DC-4 hatte eine Höhe von 2.600 Metern und befand sich einige Kilometer von Newport News entfernt, als voraus ein roter Feuerglanz auftauchte. Die Piloten sahen sechs riesige, scheibenförmige Maschinen auf sich zurasen, aber in geringerer Höhe. Die Scheiben, die in Flachlage flogen, hatten einen strahlend orangenen Glanz wie rotglühendes Metall. Als sie sich in Staffelformation näherten, verlangsamte die Führermaschine jäh die Fahrt und kippte auf den Rand hoch. Wie auf ein Signal folgten die anderen fünf und stellten sich ebenfalls hochkant. Dann machte die Führermaschine beinahe kehrt, kippte wieder in Flachlage und schoß nach Westen davon. Die anderen manövrierten gleicherweise, änderten rasch ihren Kurs und schlossen sich der ersten Maschine in Linie an. Einige Sekunden später schossen noch zwei Scheiben unter den Tragflächen der DC-4 hervor. Als sie ihre Geschwindigkeit erhöhten, um die Formation einzuholen, konnten die Piloten verfolgen, wie ihre Farbe plötzlich heller wurde. Offenbar stand dies im Zusammenhang mit dem Antriebsverfahren der fremden Maschinen, denn das Licht der ersten sechs Scheiben war matter geworden, als sie ihre Geschwindigkeit herunterschraubten, um zu wenden. Dann waren sie wieder heller geworden, als sie ihr Tempo erhöhten. Verblüfft und verstört über die seltsamen Dinge, die die gesehen hatten, funkten die Piloten nach Norfolk und meldeten die Erscheinung in allen Einzelheiten. Als Geheimdienst-Offiziere der Luftwaffe sie bei der Landung in Miami in Empfang nahmen, meldeten die Drähte die Geschichte bereits in die Zeitungsredaktionen des Landes´. Keyhoes Darstellung unterscheidet sich wohltuend von den üblichen Untertassen-Sensatiosnberichten in manchen Illustrierten. Jene Geschichten, dass Untertassen bereits gelandet und in einem Fall mit Liliputanern, im anderen Fall mit schrecklichen Monstren bemannt gewesen seien, verweist er eindeutig in den Bereich der Fabel. Er glaubt jedoch, dass sie demnächst landen werden, und er meint, die amerikanische Luftwaffe solle endlich alle ihre vorliegenden Informationen über die geheimnisvollen Erscheinungen bekanntgeben, damit die Erdbevölkerung sich auf das Auftauchen der "Männer vom anderen Stern" vorbereiten kann.

Für Keyhoe gibt es nämlich keinen Zweifel, dass die Untertassen interplanetraischen Ursprungs sind. Er hat alle Erscheinungsformen dieser "UFOs", dieser "unbekannten Flugobjekte", katalogisiert, die zigarrenförmigen genauso wie die scheibenförmigen. Aus den für ihn freigegebenen Geheimberichten der Luftwaffe glaubt er die Erkenntnis ziehen zu können, dass die Untertassen die "Beobachtung" der Erde abgeschlossen haben, um nun in Kürze -in freundschaftlicher Absicht, wie ihm scheint- zur Landung auf unserem Planeten anzusetzen. Seine Theorie ist, dass die wesentlich höher als wir Menschen entwickelten Wesen ihre Raumschiffe unter Ausnutzung elektromagnetischer Felder bewegen, dass sie auf die Erde durch die ständigen Atomexplosionen aufmerksam geworden sind. Eine Erklärung für den Widerspruch, dass die erste Atombombe 1945 gezündet wurde, dass aber die ersten Untertassen ebreits zwei Jahre danach auftauchten, obwohl der nächste Stern außerhalb unseres Planetensystems über vier Lichtjahre entfernt ist, gibt Keyhoe allerdings nicht. Dabei kann keine Rede davon sein, dass die "UFOs" etwa mit Lichtgeschwindigkeit, nämlich mit 300.000 Kilometer pro Sekunde, fliegen könnten. Die durch Radar-Beobachtungen festgestellte Höchstgeschwindigkeit einer Untertasse betrug "nur" 27.000 Kilometer pro Stunde. Diese uns ungeheuer erscheinde Geschwindigkeit würde jedoch noch nicht einmal ausreichen, um das Schwerefeld der Erde zu verlassen, würde also jede Rückkehr der "UFOs" zum Startplatz auf einem anderen Planeten ausschließen. Auch sonst gibt es noch manches festzustellen, was gegen Keyhoes Theorien und überhaupt gegen das Vorhandensein von "Fliegenden Untertassen" spricht. Es ist bisher weder ein "UFO" in seiner genauen Gestalt gesehen worden, noch wurde das Spektrum der damit verbundenen Lichterscheinungen festgehalten, noch ist die Geschwindigkeit durch Kino-Theodoliten ermittelt worden. Es erhebt sich dabei freilich die Frage, ob Dinge, die aus einer anderen Welt kommen, überhaupt mit unseren irdischen Maßstäben zu erfassen, zu bestimmen und zu messen sind. Übrigens: Die letzte Meldung über eine "Fliegende Untertasse" stammt vom 9.Januar und kommt aus Deutschland. Mehrere Personen aus Donaueschingen und dem benachbarten Erdmannswieler wollen an diesem Tag zwischen sieben und acht Uhr einen mit großer Geschwindigkeit in südlicher Richtung fliegenden scheibenartigen Himmelskörper beobachtet haben. Der Nebel, der an diesem Morgen herrschte, läßt die Vermutung zu, dass die Beobachter sich durch eine Spiegelung der aufgehenden Sonne täuschen ließen [?].

Begleitet wurde der lange Artikel von der Salem-Aufnahme mit dem Bilduntertext: "Bluff oder Tatsache: Offiziell nicht beglaubigte Aufnahme von ´Untertassen´ über Salem." Zudem brachte man ein Bild von einem hochschwebenden und von unten fotografierten Stratosphären-Ballon mit dem Text "Sieht aus wie eine Untertasse: Stratosphären-Ballon der US-Marine" ein. Ergänzt wurde der Beitrag mit einem sonst weiter nie gesehenen Foto, untertitelt mit: "Anregung für Flugzeugbauer: William Horten konstruierte diese einer Untertasse nicht unähnliche Maschine." Das Foto ist aber kaum aussagekräftig und schaut tatsächlich eher wie ein Handmodell in grober Zigarettenkisten-Form aus, dies mit den berüchtigen Untertassen in Verbindung zu bringen, war schon recht abenteuerlich.


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