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13.12.2007


    
Eine bunte Themenpalette geboten

"Ein galaktischer Unfug" - Der Haller Uli Thieme räumt mit einer Ufo-Story auf/Mystery Park für 14 Mio. Franken verkauft/GWUP: Kein UFO vor dem Weißen Haus

Donnerstag, der 13.Dezember 2007. Der Tag bevor es heißt ´Vorhang auf für Roswell, Pro7 und Uli Thieme´ - darüber berichtete heute schon die Presse im Hohenlohischen unter http://www.suedwest-aktiv.de/region... :

> KOSMOS / Der Haller Uli Thieme räumt mit einer Ufo-Story auf

"Ein galaktischer Unfug" - TV-Sendung widmet sich morgen dem "Roswell-Zwischenfall"

Ein Haller lässt morgen im Fernsehen einen Ufo-Mythos ins Nichts abstürzen: Uli Thieme (51) entzaubert beim Privatsender Pro 7 die weltweit verbreitete Mär, wonach vor 60 Jahren in der Wüste von New Mexico (USA) ein außerirdisches Raumschiff gestrandet sei. Von Harald Zigan

Schwäbisch Hall.  Die Story hält sich schon seit Jahren hartnäckig auf Platz 1 aller schaurig-schönen Geschichten aus dem Reich der grünen Männchen: Am 14. Juni 1947 sei ein Rancher namens Mac Brazel nüchtern wie ein Sargnagel in der Nähe von Roswell im US-Bundesstaat New Mexico über die Trümmer eines Ufos aus fernen Galaxien gestolpert. So behaupten es felsenfest (und durchaus auch zur Hebung ihres Kontostandes) etliche Autoren wie der Amerikaner Charles Berlitz oder Michael Hesemann, der deutsche Rauner in Sachen "fliegende Untertassen". Damit aber noch nicht genug: Die Leichname der Raumkreuzer-Piloten hätten sich ebenfalls an der Absturzstelle befunden. Die (wie immer böse) US-Army habe die Reste des Raumschiffs und seiner Besatzung dann klammheimlich zur Seite geschafft und den Mantel des Schweigens über die ganz Sache gebreitet, die mit Sicherheit die Welt in ihren Grundfesten erschüttert hätte.

 

An dieses Szenario glaubte nach der Lektüre der einschlägigen Bücher und Filmchen auch der Haller Ulrich Thieme - bis er sich an Ort und Stelle selbst ein Bild über den geheimnisvollen Roswell-Zwischenfall machte. Nach dem intensiven Studium aller Quellen und dem vielfachen Nachweis von Lug und Trug fällte der begeisterte Hobby-Ufologe ein vernichtendes Urteil: "Alles ein galaktischer Unfug" - ein vorschneller Pressesprecher der US-Luftwaffe hatte die Mär vom Raumschiff ungeprüft in die Welt hinausposaunt. Uli Thieme fand die Wahrheit über die wüste Story in der Wüste heraus: Bei den Trümmern handelte sich um ein in der Tat hoch geheimes Ballon-Projekt der US-Militärs, mit dessen Hilfe die Schallwellen von (russischen) Raketen in der Stratosphäre aufgespürt werden sollten.

 

INFO: Uli Thieme berichtet am morgigen Freitag, 14. Dezember, ab 22.10 Uhr in der Sendung "Galileo Mystery" des Senders Pro 7 über seine Roswell-Recherchen.<

Nur, um es auch festgestellt zu haben und es klar zu sehen: Die ganze Verlagsgruppe ´Südwest Presse´ mit ihren diversen Zeitungen, die dahinter stehen, berichtete darüber - mehr als 1 Dutzend Blätter! Und dies ist gut so, da wir nur erfolgreich sein können, wenn wir ein breiteres Publikum erreichen, dazu müssen wir in größerem Maße die Medien nutzen. Auch wenn es beim Publikum die UFO-Freunde des Fantastischen gibt, die sogar nichts weiter als fanatische, von der UFOlogie getäuschte Zuhörer sein mögen, die von dort aus (v)erzogen worden sind und es vielleicht selbst schon im Ansatz mitbrachten, alles zu GLAUBEN was sich irre anhört und gleichsam eine Mentalität aufgebaut haben, um zu glauben, dass sich die Wissenschaft irrt. Was notwendig ist, um verrückte Sichtweisen ins metaphysische Spektrum hinein zu entwickeln. Erinnern Sie sich noch an die Punkerin Nina Hagen in der Sendung "Menschen bei Maischberger", die sogar zur ´Gottesfrage´ gelangte? ICH denke jedoch aufgrund meiner eigenen Position als amüsierter Agnostiker an dieser Stelle, dass mit der Abwendung vom religiösen Glauben sich auch eine Abkehr vom Glauben an übernatürliche Einwirkungen aka Wunder auf die Welt ergibt. Ja: Gottesglaube und skeptisches Denken sind meiner Ansicht nach nur schwerlich vereinbar. Skeptiker mit religiösen Überzeugungen würde ich gar nur bis zu einem gewißem Maß als Skeptiker bezeichnen. Schließlich gehört zum Gottesglauben auch der Glaube an Wunder, also an Geschehnisse auf Erden, die direkt von einem allwissenden, allmächtigen Gott verursacht wurden. Für mich gehört ein rationale Religionskritik (inklusive der Esoterik und ´Neu´-Esoterik namens New Age) als ´Grundordnung´ damit automatisch nicht nur am Rande - aber eben NICHT als Mittelpunkt - zu meiner Tätigkeitkeit dazu. Der skeptische Zugang argumentiert stets aus einer naturalistische-materialistischen Position heraus - und wenn es gut geht, ohne ein "skeptisches Dogma", sondern mit einer trotzdem offenen Gesinnung, die ich für mich (zu Ihrer Verblüffung vielleicht) in Anspruch nehme. Aber, wir wissen ja: Materialismus und Naturalismus können gute Gründe dafür angeben, warum bestimmte Aussagen äußere Objekte bzw Vorgänge halbwegs korrekt repräsentieren und andere nicht. Was sonst? In der Konsens-Frage, die sich vor ein paar Jahren zwischen den UFO-Vereinigungen, ausgegeben ausgerechnet von den Skeptikern, stellte, kam eine klare Antwort von den ´Alien´-UFO-´Gläubigen´*: NEIN es gibt keinen solchen Konsens. Dazu kann man sich durchaus diese Frage stellen: "Warum sollten sich EINSICHTIGE Personen nicht auf einen bestimmten Wertekanon einigen können, weil unter Einhaltung bestimmter Regeln letztlich alle besser wegkommen würden?" Weil es eben die EINSICHT nicht gab, brachen die Gespräche zusammen.

*= Im Grunde sind es jene, die wie die ´Texanischen Scharfschützen" vorgehen: Zuerst auf ein Scheunentor schießen und dann das Einschussloch herum die Zielscheibe mit dem ´Treffer´ in der Mitte aufmalen. Originell ist das ja nicht, und erkenntisfördernd in Wirklichkeit auch nicht - auch wenn man so als Blender und Roßtäuscher tut, als wenn man auf auf der Suche nach dem Stein der Weisen fündig geworden sei. Trotzdem kam dabei immer Katzengold heraus. All die UFOlogie-Promoter haben sich bisher immer als ´Täuschungskünstler´ herausgestellt und sind nicht ehrlich dem Publikum gegenüber. Ein richtiger ´Täuschungskünstler´ der vom ´magischen Schein des Betrugs´ lebt ist der Trickkünstler aka ´Zauberer´ oder ´Illusionist´ Werner Fleischer vom Magischen Zirkel Nürnberg, der sein Publikum aber verblüffend ganz ehrlich begrüßt: "Meine Damen und Herren, was Sie hier sehen, hat mit Zauberkunst nichts zu tun. Bei mir erleben Sie den knallharten Beschiss."

Zur Roswell-Sendung finden Sie bei Pro7 diese Informationen inklusive einer Bildergallerie: http://www.prosieben.de/wissen/gali...

Gleichzeitig erreichte mich an diesem Tag die Meldung: "Mystery Park für 14 Mio. Franken verkauft - Bern. sda/baz. Eine Firmengruppe rund um die beiden Organisatoren des Swiss Economic Forum in Thun übernimmt den Mystery Park bei Interlaken. Sie zahlt dafür rund 14 Mio. Franken. Das gab die Liquidatorin des Parks am Donnerstag in Bern bekannt. Der Park wurde Ende November 2006 wegen finanzieller Probleme geschlossen. Mitte Februar genehmigte ein Gericht in Interlaken den Nachlassvertrag und gab damit grünes Licht für den Verkauf der Anlage. Der Konkurs wurde damit abgewendet. Der Rätselpark, der von Schriftsteller Erich von Däniken initiiert worden war, wurde im Mai 2003 eröffnet. Nach anfänglichen Erfolgen zeigte sich, dass die erhofften Besucherzahlen nicht zu erreichen waren. Mehrere Varianten für eine bessere Positionierung als Rätselpark oder für eine Neuausrichtung lagen bereits auf dem Tisch. Überschattet wurden die Bestrebungen auch von internen Machtkämpfen."

Ebenfalls gab es die jährliche GWUP-Auswertung in Sachen Prognosenrückschau, hier für 2007:

>Kein UFO vor dem Weißen Haus

Eine UFO-Landung am Potomac River in Washington, der Moskauer Kreml in Flammen, die Entdeckung eines Riesenaffen ? la "King Kong" im Dschungel von Costa Rica - nicht nur diese drei Prognosen des kanadischen Mediums Nikki Pezaro für das Jahr 2007 erwiesen sich als Flop, auch andere Astrologen, Wahrsager und Hellseher konnten mit ihren Voraussagen keine Belege ihres Könnens liefern.

Den Mainzer Mathematiker Michael Kunkel, der solche Prognosen für die "Gesellschaft zur wissenschaftlichen Untersuchung der Parawissenschaften" auswertet, wundert das nicht. "Die Zukunft ist nun einmal nicht festgelegt und lässt sich weder aus der Glaskugel noch aus den Sternen voraussagen, auch wenn dies bisweilen in manchen Medien so suggeriert wird", so Kunkel. Er weiß es, denn die Liste von Fehlprognosen, die er in den letzten Jahren gesammelt hat, ist lang. Trotzdem verweist die Augurenzunft oft und gerne auf ihre hohe Trefferquote, die sich bei näherem Hinsehen allerdings schnell in Luft auflöst. So wurde auch 2007 weder der Euro abgeschafft noch Cannabis legalisiert, wie von der Astrologin Patricia Bahrani bereits vor Jahren angekündigt, und der Einmarsch amerikanischer Truppen in den Iran (vorausgesagt z.B. von Johannes Höber, Rosalinde Haller und Nikki Pezaro) fand ebenso wenig statt wie der alljährlich von mehreren Auguren prognostizierte Anschlag auf den amerikanischen Präsidenten. Naturkatastrophen, Terror und Kriege sind traditionell die Lieblingsthemen der Prognostiker. Schwarzseher des Jahres war der amerikanische Fernsehprediger Pat Robertson: Er rechnete mit Millionen Toten bei Terroranschlägen in den USA.

Die Mehrzahl der esoterischen Zukunftsprognosen sind allerdings so vage und schwammig formuliert, dass sie sich einer Prüfung schlicht entziehen. So waren für den Astrologen Martin Banger Aufstände und Unruhen in "Niederlande, Japan, Kanada, Libanon, Sri Lanka, Finnland, Philippinen, Rumänien, Ungarn, Polen und Saudi-Arabien denkbar, und laut Elizabeth Teissier mussten wir "zwischen Mitte Januar und Mitte Oktober mit Veränderungen wie Naturkatastrophen, wirtschaftlichen Turbulenzen und Anschlägen rechnen". Der Astrologe Olaf Staudt gab in seiner Dezemberprognose Binsenweisheiten preis: Er sah "Dogmatiker und Ideologen fanatisch für ihre Ziele kämpfen". Die unscharfen Formulierungen haben für die Prognostiker einen großen Vorteil: Da man so gut wie alles in sie hineininterpretieren kann, findet sich im Nachhinein immer eine Nachricht, die irgendwie auf die Prognose passt. "Manche Prognostiker, die für das Jahr 2004 ganz allgemein Erdbeben oder Naturkatastrophen vorausgesagt hatten, rühmen sich heute, die Tsunami-Katastrophe vorhergesehen zu haben", kritisiert Kunkel.

Die in der Regenbogenpresse beliebten Promiprognosen waren ebenfalls wenig genau. Die üblichen Vermutungen über Liebesglück, Karriere oder Gesundheit wurden fast immer mit dem Konjunktiv "könnte" versehen - oder es fehlten die Namen, wie bei Hans Jürgen Butz, der "eine große Hochzeit von einem sehr bekannten Paar" ankündigte. Ein Treffer? Zumindest war es nicht Prinz Albert II. von Monaco, wie von Nikki Pezaro vorausgesagt. Überraschend auch, dass in Huters Astrologischem Kalender 2007 sogar Prognosen über längst verstorbene Personen (Johann Sebastian Bach, Pater Pio) zu finden waren - bei den Lebenden (z.B. Sean Connery, Hillary Clinton, Dieter Zetsche) wurde inhaltsleer ein "mittelprächtiges" oder "gemischtes" Jahr vorausgesagt.

Auch bei Börsenastrologen überwog die Unschärfe. Uwe Kraus sah den DAX im Februar "weiterhin optimistisch, möglicherweise zunehmend", im Mai sollte es einerseits "einen Kick geben", andererseits war "nicht mehr so viel Bewegung denkbar". Der Haftungsausschluss am Ende seiner monatlichen Prognoseversuche scheint bei solchen Widersprüchen durchaus begründet. Martin Leutgöbs Börsenprognosen waren ebenso deutungsbedürftig: "starker Optimismus" zwischen Ende April und Anfang Mai oder "Schwankungen und Kurseinbrüche" speziell Ende Oktober - ob das als Prognose der tatsächlichen Bewegungen des deutschen Leitindex durchgehen kann? Einfach zu prüfen sind dagegen die Prognosen von Karsten Kröncke aus Freiburg. Er sagt seit Jahren voraus, ob der DAX an einem Handelstag steigt oder fällt und rühmt sich auf seiner Webseite einer monatlichen Trefferquote zwischen 46% und 86%. In den ersten 11 Monaten 2007 belief sich seine Trefferquote jedoch insgesamt auf nicht einmal 47%, und im Juni lag er mit 29% besonders weit daneben. Fehlende Geschäftstüchtigkeit kann man Kröncke jedenfalls nicht vorwerfen: Ein ca. 35-seitiges astrologisches "großes Gutachten" kostet bei ihm 1.700 EUR (incl. MWSt.). Die sich seriös gebenden Astrologen verweisen bei der Konfrontation mit solchen Fehlprognosen gerne darauf, dass nur eine Minderheit ihrer Zunft überhaupt solche Voraussagen macht, und sie selbst die Astrologie nur zur Ermittlung des Charakters einer Person nutzen. Skeptiker Kunkel weiß das: "Dann müssten sie allerdings erklären, warum sich bei wissenschaftlichen Versuchen in der Regel etwa 90% der Testpersonen auch im Horoskop eines Massenmörders wiederfinden und warum Menschen ihr eigenes Horoskop nicht von dem einer anderen Person unterscheiden können."

"Wenn am 24.11. der Merkur im Skorpion ein Quadrat zu Neptun im Wassermann bildet, sollten Sie nicht alles glauben, was man Ihnen sagt" schrieb Winfried Noé in seiner Novemberprognose. In Bezug auf den Wahrheitsgehalt von Astrologen- und Wahrsagerprognosen sollte man die Gültigkeit dieses Tipps auf sämtliche Tage jedes Jahres erweitern! Und wundern Sie sich nicht, wenn sie einen Mann treffen, der Korsett und Büstenhalter trägt: Er hat lediglich einer weiteren Prognose von Nikki Pezaro vertraut und hält das für die aktuelle Mode...<

Zusatz- und Hintergrundinfos zur Prognosenauswertung:

http://www.gwup.org/themen/texte/wa...

Die Rückschauen der vergangen Jahre finden Sie unter:

http://www.gwup.org/themen/texte/wa...

Die AP (und bald sah ich ebenso, dass die dpa sich ebenso eingeschaltet hatte) griff diese GWUP-Meldung wie immer auf, das hat schon seit einigen Jahren Tradition. Und die Nachrichtenorgane (siehe z.B. http://www.welt.de/wissenschaft/art... ) griffen gerne zu. Da war also insgesamt einiges an Informationen geboten an diesem Tag, eine wahrlich bunte Palette. Übrigens wird Michael Kunkel, der 2006 auf dem Mannheimer (CENAP)-Astronomie-Tag an Peter Wright´s Radiosternwarte einen beachteten Vortrag dankenswerter Weise hielt, am kommenden Samstag, den 15.Dezember, ab 22:20 h bei Frank Elstner in seiner SWR3-TV-Sendung "Menschen der Woche" zu Gast sein.

Vorausgehendes war ja ein interessantes Themenspektrum und so gab ich auf der mittelgroßen Tour eine neue Version meiner gestrigen halboffiziellen PM jetzt offiziell aus: "Ein Meteor und ein geplatzter Spionageballon: Die größte UFO-Legende aller Zeiten - der UFO-Crash von Roswell 1947 - ist noch nicht einmal für ein Weihnachtsmärchen gut..."* Toll, einfach toll und dies alles unter dem Zusatzaspekt, das die große Geminiden-Himmelsschau auch Freitagnacht anstehen soll während gleichsam sich die Bewölkung zurückzog und blauer Himmel aufkam. Mannheim, 14 h: 16 Grad Plus zeigt mir das Balkonthermometer an. Am 12.Dezember hatte die ´Netzeitung´ ( http://www.netzeitung.de/wissenscha... ) so berichtet: "Sternschnuppen-Regen über Europa ... Am Freitagabend wird über Europa, so das Wetter mitspielt, einer der größten Meteorschauer des Jahres zu sehen sein. Jedes Jahr in der Mitte des Dezembers tauchen über dem Himmel die Geminiden auf - eine kosmische Staubwolke, die ihren Ausgangspunkt im Sterzeichen Zwillinge nahe bei den hellen Sternen Castor und Pollux hat. In diesem Jahr werden besonders viele Sternschnuppen erwartet. Der Geminidenschauer wird sein Maximum am Freitag gegen 17.45 Uhr haben. Der Ausgangspunkt (Radiant) wird allerdings bis zum Sonnenaufgang über dem Horizont bleiben, so dass die Sternschnuppen die ganze Nacht lang gut zu sehen sein werden. Dazu kommt, dass der zunehmende Mond derzeit eine dünne Sichel ist, die bereits um 21 Uhr abends vom Nachthimmel verschwinden wird. Die meisten Sternschnuppen werden auf dem Lande zu sehen sein, wo weniger Lichtquellen von der Erde den Nachthimmel erhellen..."

Na, immerhin hat´s die Zeitung geschrieben! Und selbst die NASA meldete am 3.Dezember als durchhaltende ´Erwartungsparole´ ( http://science.nasa.gov/headlines/y... ) "Asteroid Shower ... Mark your calendar: The best meteor shower of 2007 peaks on Friday, December 14th..." Und dann noch dieses Astro-Schmankerl dazu: Der Ausstrahlungspunkt der Geminiden liegt etwas über dem roten Planeten Mars an unserem Osthimmel.

*= >Mannheim/Schwäbisch Hall. Vom Himmel her soll im Sommer 1947 nichts weniger als eine außerirdische ´Fliegende Untertasse´ gekommen sein und stürzte mutßmaßlich in der Wüste Neu Mexikos ab. Ein Ehepaar sah in der Nacht einen Feuerball durch den Himmel flitzen und am Horizont herabfallen. Damit begründet sich "die größte UFO-Legende aller Zeiten" namens "der UFO-Crash von Roswell", wie es der Mannheimer UFO-Phänomen-Erforscher Werner Walter und seine Schwäbisch Haller Kollege Uli Thieme als der "deutsche Mr.Roswell" es sehen. Praktisch jeder Mensch unserer Ära hat davon mindestens einmal etwas davon vernommen. Viele Menschen meinen gar, dass damit der ganze UFO-Mythos begonnen hat. Doch dies ist falsch, total falsch und nichts weiter als die größte Mär die uns UFOlogen, Medien und Hollywood einredeten. Und ausgerechnet in der großen Freitagnacht des Geminiden-Meteorschauers zeigt der Münchener Fernsehsender Pro7 (der ´Star Force´-Sender nach eigener Werbung) in der beliebten ´Galileo Mystery´-Reihe die Sendung "Roswell - der Absturz der Außerirdischen". Eingeladen ist hier auch Thieme, der vor zehn Jahren bereits die Sargnagel-Dokumentation "Roswell - Ein Mythos stürzt ab" verfasste, um die wahren Ereignisse von 1947 aufzubereiten. Danach wird die bisher größte UFO-Story noch nicht einmal für ein Weihnachtsmärchen gut sein...

Roswell - wie es damals wirklich war

Im Juli 1947 veröffentlichen die Militärbehörden eine Pressemeldung, die ungefähr so anfängt: "Die vielen Gerüchte um unbekannte Flugobjekte wurden Wirklichkeit, als ein Nachrichtenoffizier der 509. Bomberdivision des 8. Luftwaffenstützpunkts Roswell das Glück hatte, einer der Scheiben habhaft zu werden." Einige Zeitungen an Ort titelten: "Fliegende Untertasse von der Air Force gefangen." Über eine Agentur gingen ein paar Sätze dazu um den Globus und da und dort wurde dies dann ebenso gedruckt. 24 Stunden später dementierte das Militär und erklärte, dass das, was man für ein Ufo gehalten habe, in Wirklichkeit ein Wetterballon gewesen sei, der in einen nahe gelegenen Bauernhof gestürzt war. Walter und Thieme führen dazu aus: "Wissen muss man zudem, dass damals 1947 auch keine apparative Maschine in Form von einer ´Fliegenden Untertasse´ gefunden wurde (und von ´Aliens´ damals auch nie die Rede war!), sondern das schon drei Wochen vorher auf dem Acker gesichtete Material erst als Plunder - bestehend aus "einer großen Quantität folienartigen Materials, zusammengeklebt mit Scotchklebeband und stabilisiert mit Balsa-Holz-Stöckchen" - angesehen worden war und liegen gelassen worden ist!"

Erst als Wochen später die ´flying saucer´-Gerüchte aufkamen und die US-Nation ihren ID4-Unabhängigkeitstag feierte, lag das Volk wie im Rausch und eine Firma setzte scherzeshalber Preisgeld auf den Fund eines Geschwirrteils vom Himmel aus. Erst als ein Rancher DAVON hörte, erinnerte er sich an das Gerümpel auf dem Feld und schleppte dieses - unter dem Arm zusammengerollt - beim Sheriff an, der die Luftwaffe benachrichtigte... Und der von einem Paar gesehene Feuerball entpuppte sich als glühender Meteor von den Sternen - und er sollte der einzige außerirdische Besucher in der ganzen Geschichte sein. Daher ist auch die Geminiden-Nacht mit der TV-Dokumentation bei Pro7 die pure Ironie an dieser UFO-Story, weil über die Jahre hinweh immer wieder diese "Groß-Sternschnuppen" für bundesweiten UFO-Alarm sorgen. Wie auch immer, damit war die Geschichte für alle schon 1947 erledigt - für die Presse, das Militär und sogar für die Menschen an Ort, die ja dabei waren. Und der Rancher bekam dafür auch nicht das ausgelobte Preisgeld... UFOlogen haben auch jahrzehntelang keinen Wind mehr dazu gemacht. Es gab viel mehr und tollere Irrungen und Wirrungen am Horizont...

Roswell, die Wiedergeburt - Jahrzehnte später in neuer Version

Das künstlich-aufgezogene und von Lügen besetzte UFO-Hysterien-Tamtam um ROSWELL kam viel später erst in einer neuen auf "Akte X" zurechtgezimmerten Version der trögen und einst langweiligen Story auf... - und entwickelte sich erst ab dann zum bekannten größten UFO-Weltraumfahrtzeitalter-Mythos.

Erst 30 Jahre später - nach dem eigentlich mehr als harmlosen Ereignis - veröffentlichte Charles Berlitz, der Autor und ´Erfinder´ des "Bermuda-Dreiecks" gemeinsam mit dem ehemaligen Postangestellten und Hardcore-UFOlogen William Moore, der großmundig vorgab, vormals für den CIA gearbeitet zu haben (was nicht stimmt), das Buch "Der Roswell-Zwischenfall - Die Ufos und der CIA". Damit erst begann der UFO-Crash-Mythos von Roswell aber erst aufzublühen - und zwar, indem das einstige Geschehen plötzlich wie ein Science Fiction-Schinken daherkam und EINE NEUE VERSION entstand - allein schon mit der Frechtheit im Untertitel des Buches den Geheimdienst CIA zu erwähnen, der im ganzen Buch gar nicht genannt wird! Das war eine clevere Verkaufsstrategie gewesen, um die zwei Reizkürzel U.F.O. und C.I.A. miteinander zu verknüpfen, was schon die ´halbe Miete´ war. Die Verschwörungstheorien mit dem Mord-Attentat auf Kennedy und aufgrund des ´Watergate´-Skandals erhielten neue Nahrung und wurden in den Folgemonaten von den Medien entsprechend mystisch im Eigeninteresse (Stichwort: Auflage und Quote) verklärt.

Überreste von der ´Fliegenden Untertasse´ plus ihre Aliens seien von Roswell zum militärischen Sperrgebiet Area 51 im südllichen Nevada gebracht worden, hieß es plötzlich - wodurch eben diese Area 51 wie aus dem Nichts kommend auf den öffentlichen Gewahrwerdungs-Radarschirmen auftauchte, um als geheimes UFO-Testgelände der US-Luftwaffe angesehen zu werden. Manchmal mit, manchmal ohne Augenzwinkern verstiegen sich Fernsehen- Zeitungen und Magazine zu Berichten über die Entführung von Menschen durch Aliens und umgekehrt in diesem Zusammenhang. "Die Ufo-Hysterie befand sich auf ihrem Höhepunkt. Und erst JETZT stiegen auch die Roswellianer zu Ende der 1980er Jahre ein und sorgten für einen ufologischen Dauerzirkus bei sich an Ort, wobei immer mehr händereibend ins UFO-Business einstiegen", sehen es die UFO-Sachverständigen in Mannheim und Schwäbisch Hall.

Heute ist das Roswell-Ereignis vor allem ein Riesengeschäft für die Stadt, wie Uli Thieme bei seinen Expeditionen nach Roswell selbst immer wieder erfuhr. Ein eigenes Museum sowie ein sich jährlich im Juli wiederholendes Festival zieht Tausende von ´Ufo-Gläubigen´ aus aller Welt nach Roswell in Amerika, der Land der unbegrenzten Geschäfts-Möglichkeiten. Roswell ist wie das Cape Kennedy inzwischen so zur eigenen Legende geworden und gehört zur US-Pop-Kultur wie ´Superman´, Burgers und Coca-Cola. Und dies alles nur wegen einem geplatzten riesigen Versuchs-´Wetterballon´, der damals im Geheimprojekt MOGUL als militärisches Spionage-Fernaufklärungsobjekt mit angehängten Spezialsonden dienen sollte, um über der UdSSR mal nachzugucken, wie weit man dort zu Beginn den ´Kalten Kriegs´ mit der atomaren Waffentechnik ist - auf Satelliten konnte man noch nicht zurückgreifen, da erst zehn Jahre später der sowjetische SPUTNIK dieses Zeitalter eröffnete und damit erst diese Weltraumfahrt-Technologie in ersten Ansätzen zur Verfügung stand. Auch Höhen- und Fernaufklärungsflugzeuge wie die U-2 standen selbst noch in der aeronautischen Zentren auf Blaupausen der Zukunft...

Für informierte UFO-Skeptiker wie Werner Walter und sein Kollege Thieme im CENAP-Netzwerk "ist damit der größte UFO-Mythos aller Zeiten abgestürzt... - extrem verwunderlich ist nur der Umstand, dass diese Mär überhaupt erst aufkommen konnte." Zu erklären ist dies schlußendlich nur so: Als ab den 1970er die ersten Wurzeln den Mythos austrieben, machte niemand seine Hausaufgaben und ging den Urquellen nach, sodass diese neue Version extreme Purzelbäume schlagen konnte und mit immer wilderen Mutmaßungen - und die als Tatsachenbehauptungen ausgegeben - der Historien-Mutant entstand, wie wir ihn heute alle kennen. Bis hin zur Roswell-"Alien-Autopsie", die einfach in den 1990er Jahren aufgrund des bestehenden Mythos inszeniert worden ist, um nur eines damit zu bezwecken: Geld zu verdienen. Dies war dann die größte Veräppelung in der UFO-Thematik seither gewesen und sorgte für ihren allergrößten denkbaren Schaden - die UFOlogie brach als Thema heillos zusammen und konnte sich nicht mehr davon erholen. "Spezielle UFO-Zeitschriften verschwanden mangels Publikumsinteresse vom Markt und Verlage sehen UFO-Bücher heute nur noch als Kassengift an", schließt Walter das Thema ab. Und wie gerade aus Bern gemeldet wird, wird soeben Erich von Däniken´s großer Traum, sein "Mystery Park" in Interlaken, wegen finanzieller Probleme aufgrund des fehlenden Besucherpublikums weiterverkauft...

Ende<

Zudem teilten die GEP-Kollegen mit, dass das aktuelle ´Journal für UFO-Forschung´ mit seiner Ausgabe Nr.173 erschienen ist - Titelthema: "Die UFO-Sichtungswelle in Deutschland" mit einem hübschen Cover-Bild dazu! Es gibt ja ´viele´ UFOlogen, aber nur noch wenige abgespeckte UFO-Vereinigungen - und noch weniger die der interessierten Öffentlichkeit VERLÄSSLICHE Informationen zu dem angeblichen UFO-Phänomen bieten. Ohne Zweifel, hier findet dies für den deutschsprachigen Raum statt (neben CENAP natürlich in gleicher Ballhöhe). Auch hier will man unter Hans-Werner Peiniger den Menschen zeigen, wie wichtig kritisches Denken ist und auf die Gefahren der ufologischen Pseudowissenschaft hinweisen, die in wissenschaftlichem Gewand auftritt. Seriöse UFO-Phänomen-Erforschung vertritt auch eine lebendige und praktische Philosophie, die gesellschaftliche Probleme - dies ist im Sub-Bereich eben auch das UFO-PROBLEM - aus humanistischer sowie auch aus skeptischer Perspektive betrachtet.

´Leider´ gibt es an diesem Tag mal KEINE TV-UFO-Dokumentationen, die ich für Sie bei YouTube abgreifen kann. Da haben Sie natürlich ´Luft´, um sich die bisher gebotenen Sendungen anzuschauen! Klasse. Zudem ist auch der ´Pool´ einmal ausgereizt...

Externe Links

http://www.suedwest-aktiv.de/region/hohenlohertagblatt/lokales/3283868/artikel.php?SWAI...
http://www.prosieben.de/wissen/galileomystery/episoden/artikel/46514/
http://www.gwup.org/themen/texte/wahrsager/prognosen2007.html
http://www.gwup.org/themen/texte/wahrsager
http://www.welt.de/wissenschaft/article1457370/Wahrsager_haben_fuer_das_Jahr_2007_versa...
http://www.netzeitung.de/wissenschaft/842211.html
http://science.nasa.gov/headlines/y2007/03dec_asteroidshower.htm

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