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10.12.2007 |
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Scientology als eine Art UFO-Sekte, X-treme KulteTeil I: Unglaublicher Spinnkram: Die Scientology- UFO -Verschwörung aus der Geheimlehre von Sektengründer Hubbard
Doch was GENAU ist der Glaubens-INHALT der Scientologen? Da sind wir eben bei dem Thema "Scientology und ihr Alien-Geheimnis"! Scientology ist das Werk des gescheiderten, verstorbenen SF-Schundromanschrifstellers L.Ron Hubbard, bekanntgeworden erst mit seinem berüchtigten Werk "Dianetics". In den verborgenen, "Heiligen Schriften" des Sekten-Imperators ist ein Platz für Aliens ausgemacht worden, etwas was sich wie billige Science-Fiction anhört und nur den obersten Positionen der Vereinigung bekannt ist, den so genannten "Clears"*. Gedroht wird jedem Ungeweihten, der das Geheimnis erfährt, an einer Lungenentzündung zu sterben. Und es hat auch seinen Grund, weil da absolut verrückter Quatsch verzapft wird, den jeder normaldenkende Mensch von der Story her allein schon nicht einmal in der BILD-Zeitung erwartet.
*= Zu diesen Typen gehören auch die Parapsychologen Hal Puthoff** und Russell Targ vom Stanford Research Institute (jetzt Stanford Research International), die niemand anderen als den Löffelbieger und magischen PSI-Unterhaltungskünstler Uri Geller interessengesteuert gefördert haben. Welch ein Zufall. Doch zumindest in einem Fall waren sie sich darüber im Klaren, dass Geller ihnen einen Zaubertrick vorführte. Doch sie drückten beide Augen zu und das Motto "Wer einmal lügt, dem glaubt man nicht!" wurde förderlich ausgeklammert. Targ und Puthoff veröffentlichten eine umfangreiche Studie, in der sie sich sehr positiv über Gellers psychische Kräfte äußerten. Ihre Protokolle dieser "ernsthaften" Untersuchung der von Geller behaupteten Fähigkeiten wurden von Dr.Ray Hyman, der das Projekt im Auftrag einer amerikanischen Fördergesellschaft begutachtete, als "schlampig und unzulänglich" charakterisiert. Ähnlich verhält es sich mit Masuaki Kiyota aus Japan, der zwei landesweit bekannte Parapsychologen (Tosio Kasahara und Dr.Jule Eisenbud) narrte und sich als asiatische Ausgabe von Geller versuchte. Erst 1984 flog er bei der Aufzeichnung einer TV-Sendung auf, als eine Hochgeschwindigkeitskamera zeigte, wie seine Tricks völlig einfach und unpsychisch abliefen. Kiyota versuchte sich als eine Art Mischung zwischen Geller und Ted Serios mittels Löffelbiegen und Gedankenfotografie. Bekannt wurden auch die Brüder Davenport im letzten Drittel des 19.Jahrhunderts. Sie lieferten spektakuläre und erstaunliche Bühnenauftritte, der den Glauben an den Spiritismus zu rechtfertigen schien. Ein wichtiger Bestandteil des Auftritte der Brüder war ihr Sprecher Dr.J.B.Ferguson, ein presbyterianischer Geistlicher mit wunderbar salbungsvoller Stimme. Dieser geistliche Herr versicherte dem Publikum, die Davenports besäßen Gaben und arbeiteten allein mit geistigen Kräften. Tatsächlich versuchten sie stets den Eindruck zu erwecken, sie führten echte spiritistische Phänomene vor - die aber jeder Illusionist und Zauberer ohne große Umstände nachmachen konnte. Ihr Trick war es, eben nie zuzugeben, dass dies alles nur Illusions-Bühnenshow war.
**= Dies alles geschah zu einer Zeit, als bestimmte Leute plötzlich von einer PSI-Lücke sprachen. Der analog zu dem im Kalten Krieg populären "Technologielücke" (als Bezeichnung für die technische Überlegenheit der Sowjetunion über den Westen - oder umgekehrt) gebildete Ausdruck "PSI-Lücke" wurde von Parapsychologen als Schreckgespenst an die Wand gemalt (wodurch auch das Remote Viewer-Projekt STARGATE entstand). Genährt wurde diese Vorstellung hauptsächlich durch üble Scherze wie die eines Reporters, der für den in ganz Amerika gelesenen Washingtoner Kolumnisten Jack Anderson arbeitete. Mit "psychotechtronischen Waffen" wie einer "Hyperraum-Haubitze" und "SADDOR" - einer von Satelliten eingesetzten mechanischen Wünschelrute - versetzte dieser Mann die amerikanische Öffentlichkeit in Angst und Schrecken rund um das Menschenwunder PSI und diese Kraft als "Geheimwaffe des Ostblocks". Geller, der führende PSI-Befähigte und -Promoter mit bester Presse, engagierte sich aktiv für die Schließung der PSI-Lücke und drängte den US-Kongress, diese Geheimnisse zu Verteidigungszwecken erforschen zu lassen. Er würde sich dafür bereitstellen, natürlich. Doch mit der Sowjetunion verschwand auch der Ost-West-Konflikt weitgehend, und wie wir heute wissen, besaß keine der beiden Staaten etwas, das auch nur vage an PSI-Kräfte, PSI-Technologie oder PSI-Waffen erinnert hätte. Egal mit welchen Buchtiteln die Nachfahren von Geller sich darin versuchen, diese Mär neu zu fördern. Wenn Sie diesen Rahmen begreifem, sehen Sie auch schnell, wie ein Wahn in den anderen übergreift und daraus eine undurchschaubare Sosse wird, wenn man nicht bereit ist, da einfach genauer hinzuschauen.
Erst nach langen, langen "Schulungen" (und so mancher, gewaltiger Investition) wird das allerletzte Geheimnis aus den "urheberrechtlich geschützten" Papieren des Hubbard einem kleinen Insiderkreis offenbart. Naive Gemüter fallen bekanntlich zuhauf dem Sektenboom zum Opfer. Geradezu gierig verschlingen viele von ihnen die angebotene "neue Wahrheit". Man zieht ihnen das Geld aus der Tasche und merken in einer Art Verblendung nicht, wie sie in eine irreale Welt abgleiten. Irgendwie erinnert dies auch an das ufologische Feld, oder nicht? Das Ziel aber von Scientology: Mach Geld, und noch mehr Geld; mittels Gehirnwäsche werden die Mitglieder "gefügig" gemacht. Dafür betont sie immer wieder eine "Kirche" zu sein, als solche ist sie bekanntlich in Amerika anerkannt, was in Deutschland, überhaupt in Europa, ihr nicht so schnell abgenommen wird und hierzulande sogar Verfassungsschutz-Überlegungen aufkommen, um den Einfluß der Sekte zu überwachen.
Das unglaubliche ufologische Wirrwarr-Geheimnis des SF-Schriftstellers Hubbard: Eine irre Variante der Genesis aus der SF-Kiste, die nicht einmal die letzten Prä-Astronautiker aus dem Erich von Däniken-Lager hinterm Ofen vorlocken wird (???). Worauf basiert nun die Scientology-Geheimlehre wirklich? Halten Sie sich fest: Die Führung einer galaktischen Förderation, bestehend aus 76 Planeten, mußte sich dem Problem der galaktischen Überbevölkerung lösen. Die Überzähligen wurden zur Erde gebracht, dort in Vulkane gesperrt, über denen man dann Wasserstoffbomben zündete. Vor 75 Millionen Jahren sollen dann zudem die ermordeten Seelen von Außerirdischen in Kartons gepackt und in Vulkanen versteckt worden sein. Xeno, der galaktische Ober-Hitler, pflanzte in diese Seelen alle Boshaftigkeiten ein, denen ein Wesen überhaupt fähig ist. Seither, so Hubbard, nisten sich diese "Tetane" genannten Quälgeister seither unbemerkt in den Menschen des Planeten Erde ein. Thats it.
Dieses bisher bestgehütete Geheimnis von Scientology bekamen nur jene nach vorne strebenden Scientologen zu Gesicht, die um die 277.000 Dollar für Schulungen bis hin zum obersten Scientology-Meisterrang namens "operierenter Tetan" ausgaben. Im Schwedischen Reichstag hat nun ein Scientology-Kritiker, Xenon Panoussis, das Hubbard-Evangelium ausgelegt, was Scientology schnell in Bewegung brachte und diese Affäre im Rahmen des Hochverrats betrachten läßt. Aus der amerikanischen Clearwater-Zentrale waren auch flott die Ober-Scientologen eingeflogen, ein so genannter Krisen-Rat, die die Auslage der Dokumente in Stockholm verhindern wollten, aber es hat ihnen nichts gebracht. Ein ungenannt gebliebener Sprecher von Scientology gegenüber Focus TV vor über zehn Jahren: "Diese Schriften sind urheberrechtlich geschützt. Sie sind versiegelt und nicht für die Öffentlichkeit bestimmt. Sie sind Heilige Schriften." Mein Gott, was laufen da für Typen auf Mutter Erde herum! Und Michael Jackson, John Travolta und Tom Cruise sind derartige "Eingeweihte" in billigen SF-Schnickschnack? Gerade auch betreffs folgenden, nachdenkenswerten Umstand: Wie David Gaiman, Kopf der britischen Scientology-Loge, Anfang der 70er Jahre in einem Geheimpapier ausführte, sei in der Arbeit dieser "Kirche" die "Operation Katze" im Projekt "Snow White" für den Welt-Führungsanspruch der Sekte ganz wichtig, weil sie "in hohem Maße gefälschte Informationen in Regierungsorgane, besonders in die Akten der Sicherheitsdienste, einschleusen" will, "um sie später aufzudecken und um sie öffentlich lächerlich zu machen." Wir denken hier an die in den 70er und 80er Jahren gerade auch in ufologischen Kreisen zirkulierenden "Geheim-Dokumente", die man "regierungszurechtgemacht" gestaltete und dann als UFO-/Alien-Beweise in Umlauf brachte - und die sich schließlich als Fälschungen entpuppten, die aber als solche von vielen UFO-Enthusiasten und Freunde des Fantastischen bzw dem Bodenpersonal der Außerirdischen nach wie vor als echt angesehen werden. Was hier von Scientology bezweckt wird sind schlichtweg demagogische Maßnahmen zur Unterminierung des Glaubens an die Staatsführung, damit sogar in den Bereich "staatszersetzend" anzusiedeln. Allein dies sollte Grund genug sein, um Verfassungsschützer auf die Spur der "Kirche" von Hubbard zu setzen! Scientology und die Mun-Sekte sind nach dem Fall des "Eisernen Vorhangs" massiv nach Rußland und die GUS-Staaten vorgedrungen. Ihr Ziel ist es dort, die Eliten im Land anzusprechen - hochbegabte Studenten, Militärs, Wissenschaftler, Banker und die Eigentümer der Massenmedien, also jene Leute an den Schaltstellen von Politik und Wirtschaft! Auf diesem Weg wurde der Lesesaal der Moskauer Journalisten-Fakultät von Scientology renoviert, hergerichtet, ausgestattet, betreut und gepflegt - natürlich stark bestückt mit Hubbard´s Schriften!
Im UFO-Glauben sind es die intergalaktischen Heilsbringer und "Weltenlehrer" wie Ashtar, P´taah, Heraldatron, Lord Monka und viele andere ufonische Lichtgestalten - allesamt Vertreter eines rezenten Typs religiöser Autorität - , die den ´Seelenfunken´ in menschlicher Gestalt spiritueller und technischen Fortschritt versprechen. Die Rolle des ´Heilsbringers´ wird bei Scientology gleichsam von der Stifterpersönlichkeit Hubbard eingenommen, der längst zu einem Universalgenie hagiographisiert wurde und offenbar selbst mit der Vorstellung gespielt hat, sich - dem Buddha gleich - als erleuchtetes Wesen und Heilsbringer für die gesamte Menschheit zu präsentieren. Dies in einer Lehre mit durchkapitalisierter internataionaler Organisations- und Vertriebsstruktur. Ein angemessenes religionswissenschaftliches Verständnis für Scientology kann man dann aufbringen, wenn man weiß das Hubbards erste Utopia-Publikationen zwischen 1938* und 1950 in dem amerikanischen SF-Magazin ´Astounding Science Fiction´ veröffentlicht wurden - also genau mit dem Radio-Hörspiel von Orson Wells und dem Beginn der ufologischen Aufbruchstimmung Amerikas in den frühen 50er Jahren. Scientology hat also ihre Wurzeln in dieser Ära und daher auch die Gemeinsamkeit zwischen Scientology und esoterischer UFOlogie.
*= Im Juni 1938 kam in New York auch das erste Bilderheft-Magazin ´Action Comics´ mit einem total neuen Cartoon-Helden auf den Markt - einen, wie es ihn vorher noch nie gab in diesem Genre. Der neue Überflieger war niemand anderes als "Superman", der erste Superheld seiner Art - und er wurde sofort zum absoluten Superhelden für die Leser und es brachen damit wahrhaft fantastische Zeiten an. Es war genau das was einen Jungen damals begeisterte. Die normalerweise mit 800.000 Exemplaren verkauften 10 Cent-Heftchen (Pulps) machten einen Sprung aus dem Stand heraus mit Superman auf über eine Millionen verkaufte Exemplare. Mehr als 400 Zeitungen des Landes druckten die Geschichten nach. Der Fremde vom Planeten Krypton, der unerkannt unter uns lebt, wurde von Null an zum erfolgreichsten Außerirdischen. Superman ist damit der moderne, unglaubliche Himmelsgott geworden, um uns in eine bessere Zukunft zu führen.
Man muß zu obigen Zeilen noch eine historische Note ansetzen, um dies alles besser verstehen zu können, wenn man sieht aus welcher aufgeheizten Ära Hubbard sich bediente. Es war quasi die Abenteuer-Zeit von Buck Rogers. Wer sich heutzutage mit der UFO-Thematik beschäftigt hat meistens wenig Ahnung, woher die heute umherspukenden Konzeptionen stammen. Die meisten UFO-Interessenten denken, dass die >Fliegenden Untertassen< ganz plötzlich anno 1947 über uns kamen. Doch ist ist so nicht richtig. Nur ein Beispiel. Bereits in der populären amerikanischen Zeitschrift "Science and Invention" (soetwas wie ein zeitgenössisches Produkt wie mindestens unser ´P.M.´ in dieser Ära) vom Februar 1922 berichtete so Hugo Gernsback* in dem Editorial "Power from the Air" von einem US-Ingenieur namens Hermann Plauson, der angeblich in Deutschland damals schon seit 25 Jahren an der kostenlosen "freien Energie" arbeitete, welche er mit Ballonen einzufangen gedenke - eine revolutionäre Erfindung die "ohne Zweifel bald schon universelle Anwendung auf der ganzen Welt finden wird". Hier also findet sich das Element der "free energy", welche heute noch Esoteriker und UFO-Verschwörungsfans umtreibt.
*= Gernsback gab bereits im April 1918 einem vorausschauenden Grafik-Talent eine Chance und ließ diesen auf die Titelseite der US-Zeitschrift ´Electrical Experimenter´ eine >Fliegende Untertasse< für den Artikel "The War With The Invisible" abdrucken.
Im selben Heft behandelte man bereits "Städte der Zukunft", welche als "Städte am Himmel" anzusehen wären und die Habitate der künftigen Menschen seien. Auf einer ganzseitigen Abbildung waren nichts weiter als >Fliegende Untertassen< (sogar mit "festen Lichtstrahlen", solid lights) als die Maschinen der Zukunft abgebildet. Ernest K.Chapin war in der Zeitschrift Autor der utopischen Story "An Excursion Into the Past", sicherlich ausgewiesen als "scientific yarn". Die erfundene Geschichte wird Ihnen in ihren Basismotiven bestens vertraut sein, wenn auch aus ganz anderer Zeit: Ein Mann fährt eines schönes Tages mit seinem Wagen durch einen abgelegenen Wald, plötzlich sieht er aus dem klaren Himmel ein "großes, leuchtendes, weißliches Raumschiff" (damals nannte man soetwas nich "space flyer") herabkommen, der Motor des Wagen stottert und versagt. Das herabkommende Objekt leuchtet den Wald ringsum aus. Aus der Maschine steigt ein Raummann (hier "aerial chauffeur" genannt) aus und lädt den Autofahrer ein, "die nächste Welt" mit ihm zu besuchen. Das Auto fährt in das Raumschiff und schon fliegen sie davon quer durchs Weltall, wo die Sterne schließlich nur noch wie "kleine Lächer in einem schwarzen Vorhang" aussehen. Der Außerirdische ("a Martian", ein Marsianer) hat Warnungen für die Menschheit parat - damals freilich war das "schnell-fahrende Auto" wegen seiner Unfallgefahr das größe Problem, er riet an mit nicht mehr als 60 mph zu fahren. Offenbar aus Mangel an Weltraum-Vorstellungen ging es dann in dieser Geschichte um einen Rücksturz in die irdische Vergangenheit, wo der Mensch dann viele historische Momente erlebte, um daraus zu lernen. Schließlich ging es in eine irdische Zukunftswelt, wo gerade ein "World War" tobte. Ausgetragen mit Strahlenwaffen und zigarrenförmigen Fluggefährten im Kampf gegen herkömmliche Flugzeuge, wodurch sich das "Mutterschiff" zeigt und auch die alsmal aufkommenden Bilder von "Fliegenden Untertassen"-Kämpfen mit irdischen Flugzeugen aus den späten 40er und frühen 50er Jahren des 20.Jahrhunderts hier bereits ausbildeten. Ich denke, all dies wirft ein neues Licht auf die Entstehung des modernen UFO-Mythos.
Jeder Leser kann sich nun selbst seine Gedanken machen, wenn es darum geht festzustellen was zuerst da war - Ei oder Henne (in unserem Sinne also Fiktion oder ´echte UFOs´). Auf jeden Fall kann man nicht leugnen, dass a) ausgerechnet in den USA die späteren amerikanisch-geprägten UFO-Konzeptionen bereits in massenattraktiven Organen vorgestellt wurden; b) diese nicht nur ´Irgendwie´-Übereinstimmungen mit sich bringen, sondern ziemlich nahe der ´Wirklichkeit´ sich orientieren; und c) man nicht vergessen darf, dass die damalige Zeit die "der Ruhe" und nicht der Hektik wie heutzutage war. Man erinnerte sich hier wahrscheinlich noch an die knapp 25 Jahre zurückliegenden Welle von "Airship"-Sichtungen (darin manifestierte sich das Konzept des anstehenden neuen Zeitalters des Fliegens z.B. mit Zeppelinen) und projizierte Ereignisse, die sich knapp (wieder) 25 Jahre später scheinbar aktuell ereigneten - Fliegende Untertassen, Marsianer in ihnen und die UFO-Trägerschiffe in Form der "Fliegenden Zigarren". Die 20er Jahre waren eine "Schwellenzeit" mit dem Ausbruch des industriellen Zeitalters inmitten der Ausläufern des "Wilden Westen" und dem vorgegebenen Spannungsfeld des Flugwesens, der Aeronautik mit all ihren fesselnden Vorstellungen. Es war auch die Periode des Lesens - mit einer größerer Bedeutung als Heute, da es damals gerade erst mal das Radio für einige Wenige gab und Kino ein ganz großes Erlebnis (dort jedenfalls wo es eine der seltenen Vorführstätten gab). Fernsehen, Video und Internet sich noch nicht einmal am Horizont abzeichneten. Es überrascht zudem, dass die Chapin-Story "moderne UFO-Inhalte" vorgibt, obwohl ganz sicher derartige "Erfahrungen" aus der damaligen Epoche als reale UFO-Geschichten nicht existierten! Bemerkenswert auch die bildliche Vorgabe von "solid light"-Erscheinungen im Umfeld von Fliegenden Untertassen zu einer Zeit als es die "wirklichen" flying saucer´s und ihre an "Magie erinnernten Effekte" noch gar nicht gab.
Manche von Ihnen werden Ulrich Magin´s Beitrag "Das Shaver-Geheimnis: eine frühe Parallele zum UFO-Mythos" entweder von der UFO-Konferenz Cröffelbach 2000 oder durch die Pilotnummer der "Zeitschrift für Anomalistik" kennen. Bereits hier verwies mein Kollege und Freund Magin auf die "verblüffenden strukturellen Ähnlichkeiten zwischen dem modernen UFO-Mythos und dem sogenannten ´Shaver-Geheimnis´" aus dem Jahr 1943, welches in der populären amerikanischen SF-Zeitschrift "Amazing Stories" (von Ray Palmer) aufgegriffen wurde - und weswegen die Verkaufsauflage binnen kurzer Zeit von 25.000 auf 250.000 Exemplate stieg. Was ein Hinweis darauf ist, dass die Menschen nach solchen bereits vorgegebenen Geschichten gierten (wenn sie sie ablehnen und für als zu ´verrückt´ angesehen hätten, dann wäre dies die Pleite der Zeitschrift gewesen) . Die Zeit war einfach reif um eine "soziale Bewegung" auszulösen, wie Magin als Soziologe es nennt und damit wohl recht hat. Genauso wie Shaver/Palmer direkten Einfluss auf das nahmen was ab 1947 laufen sollte (Magin sieht sogar eine Beeinflussung durch die beiden auf Ron Hubbard´s darauf erfolgende Scientology-Konzeption - was gar nicht einmal so verkehrt ist, schließlich versuchte sich Hubbard genau in jenen Tagen ebenso als Utopia-Schriftsteller und scheiderte!), so gibt es auch einen sich wechselseitig anregenden Vorlauf der sich gestaltend auf die UFOlogie auswirkte - einen solchen habe ich hier kurz umrissen. Was wir gesehen habe ist der Umstand, dass die Bestandteile des heutigen UFO-Mythos bereits durch fantastische Idee ausgerechnet dort geboren wurden, wo man das "Mutterland der UFOs" festmacht - den Vereinigten Staaten von Amerika.
Siehe dazu auch dringend "Scientology: An Investigation": http://www.youtube.com/watch?v=Nejl... - http://www.youtube.com/watch?v=Xeqb... . Wer sich mehr über Scientology-Gründer und Billig-Utopia-Autor L.Ron Hubbard erfahren mag, der kann hier einsteigen: http://www.youtube.com/watch?v=ksDo... . Und kann auch hier mal reinlesen: http://de.wikipedia.org/wiki/L._Ron... .
Die kosmischen Eingeweihten
Ist es nun nicht an der Zeit, sich ernsthafte Gedanken zu machen über das abhängige Zusammenspiel der fragwürdigen UFO-Promoter und ihren gleichfalls fragwürdigen "besten UFO-Beweisen"? Nicht umsonst hatte ich bereits im November 1990 den CENAP-Sonderband ?Angeklagt: Der UFO-Beweis? in Eigenproduktion herausgegeben, der auch heute noch Gültigkeit hat und noch nie so aktuell ist, wie in diesen Tagen. Tatsächlich scheint mir, dass die Zeit mehr als reif ist für ein neues ufologisches Bewußtsein, geprägt von Skepsis gegenüber immer wieder den gleichen hollywoodartigen Inhalten mit Fliegenden Untertassen-SF-Geschichten auf niedrigstem Niveau während der Alltag ein ganz und gar anderes UFO-Phänomen mit sich bringt - Lichterscheinungen in der Nacht und eben keine metallisch-blitzenden Fliegenden Untertassen am hellen Tageshimmel. Natürlich ginge dann eine erhebliche Faszination verloren und wir wären um einen künstlichen Mythos ärmer, aber wäre das wirklich so schlimm? Und wäre es für die UFO-Forschung nicht hilfreich, wenn wir uns vom alten Balast trennen würden, der uns doch immer wieder in Irrgärten führt?
Vielleicht wäre eine Renaissance der UFOlogie nicht mal so schlecht, aber man muß den Realitäten schon ins Auge sehen: Die europäische Neo-UFOlogie auf der Basis der Vernunft, der Logik und des gesunden Menschenverstandes wollen teilweise weder UFO-Zeugen noch UFOlogen, da sie sich nur ihrer Glaubensüberzeugung zuwenden wollen. Und wenn die Tatsachen mit den teilweise (pseudo)religiösen Überzeugungen nicht übereinstimmen haben die Tatsachen eben Pech gehabt. Auch die Medien kommen oft mit dieser neuen ufologischen Strömung nicht klar, weil UFOlogen einfach nur moderne "Zauberdoktoren" mit einem spinnerten Thema für sie zu sein haben. Hier will ich ein historisches Beispiel nicht verschweigen, welches sehr gut als Beleg für meine Aussage dient. Am 8.Juli 1954 meldete die Kölnische Rundschau: In London nur ein Versuchsballon - In London war es dagegen diesmal nichts mit den "Fliegenden Untertassen". Das silbern glänzende "Objekt", das am Mittwochmittag über der britischen Hauptstadt auftauchte und von Zehntausenden mit ehrfürchtiger Scheu beobachtet wurde, erwies sich als ein großer Versuchsballon der Universität Bristol, mit dessen Hilfe man kosmische Strahlen erforschen will. Aber viele, denen es erheblich lieber gewesen wäre, Augenzeugen einer geheimnisvollen Erscheinung zu sein, wollten die nüchterne Aufklärung nicht glauben. Ein Postbeamter ließ sich vernehmen: "Ganz gleich, was da alles gesagt wird, es war doch eine Fliegende Untertasse. Vielleicht wurde sie von kleinen grünen Männern mit zwei Köpfen gesteuert." Ja, es gibt immer wieder Menschen, die treu zum Mythos der Untertasse stehen, "zu ihres modernen Märchenglaubens allerliebstem Kind". Wir konnten hier sehen, dass es gar nicht so einfach ist, den UFO-Beobachtern und auch den UFOlogen ihre Spielzeuge wegzunehmen, weil sie einfach vom Willen-zum-Glauben bekehrt sind. Nüchterne Erklärungen der UFO-Geschehnisse wollen sie dagegen einfach nicht akzeptieren, auf dieser Basis ist freilich jegliche progressive wissenschaftliche Weiterentwicklung unmöglich, da sich ganze Gruppen in einem pseudoreligiösen Dogma verlieren.
Viele UFO-Enthusiasten lieben es, sich mit den "außerirdischen Botschaften" zu beschäftigen, weil sie hierin die totale Wahrheit über sich selbst und den Kosmos erhoffen (Sinngebungs- und Orientierungsfragen materialisieren sich hier). Aber dies gilt auch für manchen UFO-Zeugen, der sich nachträglich nicht mehr durch eine Rationalisierung seines UFO-Erlebnisses in den Alltag zurückholen läßt und lieber an exotische Erfahrungen glauben will. Damit bekommt die UFOlogie einmal mehr einen pseudoreligiösen Geschmack. Die größten UFO-Vereinigungen sind nicht unbedingt jene Skeptiker-Organisationen oder wissenschaftlich-orientierten Gruppen, sondern schon immer jene gewesen, die einen UFO-Kontaktler oder ihnen sehr nahestehende Persönlichkeiten an ihrer Spitze haben bzw jene die die "UFO-Wunder" lobpreisen. Zu ihnen zählt auch Claude Vorilhon (ein ehemaliger Motorsport-Journalist), der die Raelianische Bewegung von Frankreich aus ins Leben rief, nachdem er mit den Elohim am Vulkan Puy de Lassolas in der Nähe von Clermont-Ferrand zusammenkam, die da vom Himmel stiegen. Nur sie, die kleinen Christus-Idealbild-Aliens mit langem schwarzen Haar und Vollbart, hätten die korrekte Interpretation der Heiligen Schrift im Sack. Vorilhon, jetzt unter dem galaktischen Namen Rael*, reduzierte die beziehungsreiche Mythologie der Bibel auf ein mittelmäßiges Science-Fiction-Abenteuer von Leuten aus dem Kosmos mit nuklearen Zerstörern und Anti-Schwerkraftstrahlen, die eifrig dabei waren, die im Alten und Neuen Testament niedergeschriebenen Wunder zu vollbringen sowie ein Paradies mit köstlichem Essen, super-schönen Frauen und grenzenlosem Sexvergnügen anzubieten. Irgendwie erinnert dies auch an die höchste Wissensstufe bei Scientology, die von deren Gründer Ron Hubard (ehemals gescheiterter SF-Roman-Schriftsteller - genauso wie George Adamski, der 1949 in seinem Roman ´Imaginäre Reise zum Mond, zur Venus und zum Mars´ das vorwegnahm, was er später als Tatsachenbericht "Fliegende Untertassen sind gelandet" dann mit durchschlagendem Erfolg in die Buchhandlungen und um den Globus brachte, auch bei Whitley Strieber´s ´Die Besucher´ war der Kniff dann erfolgreich) im Verborgenen gehalten wird.
*= Während nicht gerade alle modernen UFO-Propheten sich gleich umbenennen, so sind doch die vorgeblichen Außerirdischen mit denen die Kontaktler in Verbindung treten mit mythologischen Namen behaftet, wenn sie wie Kosmos-Engel daherkommen: Xeno, Ashtar Sheran, Val-Thor, A-lan, Orthon, Arkon und Estralon oder Lucinda.
Wie bei allen religiös-motivierten UFO-Abenteurern und Geschichten-Erzählern geht es bei dem Kontaktmann im Kern darum, dass dieser die Menschheit auf das Auftauchen der Außerirdischen vorbereiten soll und hierzu die Gläubigen in die universelle Liebe und kosmische Harmonie einweist - er allein als Guru der Bewegung. Auch Rael wurde von seinen Elohim beauftragt, Geld einzusammeln, um eine Botschaft auf der Erde zu bauen. Während die meisten amerikanischen Alt-Kontaktler das puritanische Amerika wiederspiegelten, ist es freilich beim modernen Rael in Frankreich ganz anders: Er gibt neue Gebote aus, die die Gläubigen zu einer bemerkenswert freizügigen und ohne jede moralische Einschränkung ausgerichtete kosmische Liebe aufruft. Nebenbei: Es muß auch die von Rael geleitete Organisation unterstützt werden, wozu man zehn Prozent des Einkommens abzuführen hat. Aber was tut der willige Gläubige nicht alles, um die "sensuelle Meditation" zu erfahren? Was ist dies denn, werden Sie sich nun fragen. Nichts anderes als die gute alte freie Liebe versteckt sich dahinter, frei nach dem Motto: Schwing Dein Ding! Mit Ablegern in Frankreich, der Schweiz, Belgien, Kanada und England scheint Claude Vorilhon einem drängenden Bedarf für eine neuzeitliche (Weltraum-)Religion entsprochen zu haben. Es ist bezeichnend, dass ein UFO-Kult, der in Frankreich in den 70er Jahren entstanden ist, als eines seiner Hauptziele den Wunsch nach Liberalisierung der Sitten nennt, wohingegen bei einem in Amerika entstandenen Kult es eher darum geht, die Jugendlichkeit zu bewahren und die Alten wieder frisch zu machen. Tja, dies war auch tatsächlich das Ziel von "The College of Universal Wisdom", welches 1953 von George Van Tassel in der Mojave-Wüste Kaliforniens gegründet wurde.
Auch Van Tassel (ehemals ein Flugzeug-Inspektor für die Howard Hughes Lockheed Company und dann Aussteiger) hatte Space Brother-Kontakte im Sinne von Adamski und CoKG. Angefangen hatte es 1952, als er behauptete, "pschic messages" von außerirdischen Raumschiff-Kommandeuren via ´Licht- und Tonstrahlen´ direkt als Stimme im Innern des Kopfes in Form des "Fernhörens" über den "Omni-Strahl" zu empfangen (er will so gar auf die von den Außerirdischen inszenierte UFO-Invasion vom Sommer 1952 über Washington, DC informiert worden und und darüber dann das Pentagon unterrichtet haben, behauptete er später) und am 24.August 1953 dann sogar an Bord eines Raumschiffs eingeladen worden zu sein, wo er einem außerirdischen Wesen namens Solganda begegnete. Damit veränderte sich sein Leben von grundauf und eine neue Ära der UFOritits setzte ein. Draußen auf seinem kalifornischen Giant Rock-Airport (nahe Yucca Valley) in der Mojave-Wüste fanden ab 1954 kultige Open-Air-UFOlogen-Treffs statt, die einmalig für ihre Zeit waren - und die Detroit-Meetings rund um die Reeve´s sowie die von Max B.Miller veranstaltete "First Flying Saucer Convention" im Hollyood-Hotel von Los Angeles von 1953 schließlich ablösten. So gab es also dort auch die "World´s First Interplanetary Spacecraft Convention", getragen von einer enthusiastischen Welle der Begeisterung (die sich auch in Gründungen unzähliger, meist unorganisierter, Untertassen-Clubs mit Namen wie "Fontana Space Craft Research Group" oder "Saucer Round Table" sowie der Herausgabe von immer mehr Publikationsorganen festmachte): Van Tassel und Gleichgesinnte versammelten sich hier (aber nicht nur zu den offiziellen Veranstaltungen, sondern immer wieder auch so ´unterm Jahr´) in den 50ern, um Hymnen und Weltraumlieder zu singen und sich mental auf den Kontakt mit den Leuten aus dem All vorzubereiten. Tausende von UFO-Fans kamen hier fast alljährlich aus den ganzen USA zusammen, um den Fliegenden Untertassen und den Space Brothers zu huldigen, Erzählungen der Kontaktler zuzuhören und natürlich auch deren Bücher und Broschüren zu kaufen. Draußen beim Giant Rock versammelte sich alljährlich das "who´s who of the UFO contact movement" - ähnlich wie 40 Jahre später die UFOlogie wieder an der so genannten "black box" und im Little A´le´In von Rachel, Nevada, ihre neuzeitliche Kultstätte finden würde.
Orfeo Angelucci, Truman Bethurum, Daniel Fry und George Hunt Williamson (der auch Morsefunkkontakte mit den Aliens zwischen 350 und 450 Kilohertz hielt) kamen schließlich auch sofort hierher (nachdem sie sich in Motown Detroit bei der dortigen Untertassengruppe des Ehepaars Reeve´s bewährten und hier gut ankamen), um zu berichten, was sie angeblich alles erlebt haben wollen - egal ob mit physikalischen oder mit ätherischen Wesen von den Sternen, auf physischer oder auf "außerräumlicher" Ebene. Hauptsache es ging um die Botschaft der "universal love" wodurch die Fliegenden Untertassen mehr als ´nur´ eine reine physische Manifestation wurden. Das Erscheinen der Saucers bekam eine Bedeutung zugesprochen - und war nicht nur bloß eine wissenschaftliche Herausforderung. Alles was daraus entstand und damit zu tun hatte wurde dann als "UFO-Forschung" von der Gemeinde bezeichnet - was mit ein Grund sein mag, warum die "UFO-Forschung" als UFOlogie einen so schlechten Beigeschmack in der Öffentlichkeit besitzt. Daher ist vielleicht auch zu verstehen, warum sich UFOlogen und kritische UFO-Forscher kaum verstehen können, da ihr mentales Konzept rund um die UFOs völlig verschieden ist. Übrigens: 1953 begann hier Van Tassel erstmals mit "Ashtar" zu channeln, der später zu einem viel herumspukenden Superstar der intergalaktischen Kontaktler-Hitparade werden sollte. Aber dies kam nicht von ungefähr, weil bereits seit Jahren eine Frau Ethel P.Hill aus Coleville bei Washington die "Ashtar-Botschaften" im kleinen Verlag New Age Publishing Co. in Los Angeles herausgab nachdem sie diese als "sehr feinfühlige Frau übermittelt bekommen hatte". Dies wurde in Nr.4/1957 der amerikanischen Publikation The Kingdom Come aus Los Angeles festgestellt, eines der vielen kalifornischen Okkult-Heftchen, die es seit den 30er Jahren des 20.Jahrhunderts gab und in jener Zeit von Gabriel Green veröffentlicht wurde, der sich 1960 und 1972 übrigens für das Amt des Präsidenten der Vereinigten Staaten bewarb (1962 bewarb er sich um einen Sitz im US-Senat und bekam immerhin 171.000 Stimmen dafür). Doch bereits auf dem Weg zur ersten Giant Rock-Veranstaltung meldete AP aus Twenty-Nine Palms, dass eine 40-jährige Schriftstellerin namens Florence Minna Thiel aus LA auf dem Weg in die Mojave-Wüste zum Untertassen-Meeting verdurstete. Polizisten hatten sie am 10.Juli 1954 tot in ihrem Wagen 15 Meilen nordwestlich des Veranstaltungsortes und zwei Meilen vor Surprise Springs, wo es einen See gibt, aufgefunden.
Kosmische Segnungen der Engel in Raumschiffen
Nach diesen ersten Botschaften von Hill und Van Tassel beriefen sich bald weitere Kontaktler und Kontaktlerinnen auf "Channelings" von Ashtar - unter ihnen Trevor James Constable, "Tuella" Thelma B.Terrell und W.und Th.Gauch-Keller, die sich als das sogenannte "Ashtar Command" verstehen, einer lose organisierten neureligiösen Bewegung, welches bis heute irgendwo im ufologisch-esoterischen Untergrund existiert. Die um Ashtar zentrierten Lehrinhalte erscheinen lediglich als Fortentwicklung traditioneller Theosophien bzw als Adaptionen derselben innerhalb des Kontextes ufologischer Kosmologie. Niemand wird es wundern, wenn die galaktischen Heilsbringer gegenüber traditionellen theosophischen Lehren nichts wesentlich Neues zu sagen haben. Von den frühen 50ern bis etwa Mitte der 70er Jahre trafen sich hier die Fans des amerikanischen "flying saucer contactee movement" und die Freunde der "alien saucerians" als jene des reinen Glaubens. So wird in den Fortean Times Nr.118 berichtet, dass die Veranstaltung Van Tassel selbst veranlaßte, auf die Sprecherplattform zu steigen und als Channeling-Medium vor den Versammelten zu sprechen. 1958 meldete er sich so als "Ich bin Knut. Ich bringe euch die Liebe!" Knut stände unsichtbar über der Menge in einem 100 Meter großen Versorgungsschiff, kam es auch Van Tassel´s Mund. Doch "Heh, ich bin der Alien Knut" kam nicht so gut an, wie der toll-klingende Name Ashtar! Die Giant Rock-Cons zählen auch unter heutiger Sichtweise noch zu den meist-besuchten UFO-Konferenzen der Welt. Ein ungeschriebenes Gesetz machte die ufologische Zirkus-Veranstaltung erst möglich: "Haust du mir keine rein, hau ich dir keine rein." So konnten auch Widersprüche akzeptiert werden. Die Kontaktler hatten derart viel folkloristisches und psychosoziales Material anzubieten, das sie sich gegenseitig im Grunde nicht wehtaten. Draußen am Giant Rock traten die allermeisten Kontaktler überhaupt erstmals in der Öffentlichkeit auf und konnten so lernen mit der Menge umzugehen. Seriöse UFO-Organisationen wie NICAP oder APRO lehnten Kontaktler ab und ließen auch die Finger von diesen Versammlungen. Schließlich erhielt Van Tassel den Bauplan eines "Integraton", ein kuppelförmiges, vier Stockwerke hohes Holz-Gebäude, das den Alten als Verjüngungsmaschine dienen und die Jungen vor dem Altwerden bewahren sollte. Auf den ersten Blick sieht es wie ein Planetarium aus. 25 Jahre lang arbeitete Van Tassel an diesem kosmischen Jungbrunnen, leider gingen ihm zwischenzeitlich immer die Mittel aus, sodass er immer Spendenaufrufe leistete, um weitermachen zu können. Nun, 1978 verstarb Van Tassel im Alter von 67 Jahren und das Integraton ist immer noch nicht fertiggestellt - dennoch, auch mit ihm ging eine UFO-Epoche zu Ende und Van Tassels Veranstaltungen waren eines der größten Sammelbecken der ungewöhnlichsten Bewegungen jener Ära gewesen um den UFO-Kult auszubauen. Zurück bleibt ein kuppelförmiges Gerüst, das irgendwie fehl am Platz inmitten der High Desert, zwei Autostunden von Los Angeles entfernt, wirkt. Die Heilung aus dem All ist auch eine natürliche Erwartungshaltung voller Hoffnung für ältere Menschen, die sich hauptsächlich nach dem Überschreiten ihres Lebenszenits mit dem esoterisch angehauchten Überirdischen abgeben.
Und wie wirkt die außerirdische Jungbrunnen-Maschine? Ganz einfach: "Menschliche Zellen werden wie durch eine Batterie aufgeladen. Alle beschäftigen sich hier mit dem Aufladen der Zellenstruktur durch elektromagnetische Felder, um die Jugend der Zellenstruktur des Körpers wieder herzustellen. Die Konstruktion ist wie eine gigantische Tesla-Spule ausgelegt, eine Spule mit einem sehr hohen biologischen Spannungsfeld. Der Begriff Integraton ist ein Kunstwort, bestehend aus Integration und Vorrichtung. Sinn des ´Integration´ ist es, die Zellstruktur eines Menschen, also seinen Körper, mit dem Energiekörper, also die Aura, zu integrieren." Diese Erklärung der bio-technischen Funktion lieferte Don Lockwood, Sachverwalter Van Tassel´s im April 1987 während der RTL-Sendung "Unglaubliche Geschichten" mit Rainer Holbe und Johannes von Buttlar ab. Sie sehen also, eine reine "black box"-Pseudoerklärung voller undefinierbarerer Worthülsen aus einem bunten Mischmasch der Wellenlehre und Esoterik zusammengebastelt. Während also Van Tassel den kosmischen Jungbrunnen versprach, bot die Lesbierin Sara Shaw nach ihrem Kontakt vom 22.März 1953 im kalifornischen Tujunga Canyon sogar ein "Heilmittel gegen Krebs" an, welches sie auf telepathischem Wege vermittelt bekommen hatte. Shaw´s Fall ist eine Mischung zwischen Kontakt und Entführung, bei der sie nackt ausgezogen wurde und dabei die Aufmerksamkeit der männlichen Aliens erregte und dies selbst für sich sichtlich genoß. Der UFO-Forscher D.Scott Rogo stellte fest, dass das "Heilmittel gegen Krebs" nichts weiter als einfache Essigsäure war. Darüber hinaus aber der Fall sich als eine "symbolische Vergewaltigungs-Fantasie" herausstellte, die auf die Unzufriedenheit von Sarah in ihrer lesbischen Beziehung zu Jan Whitley hindeutete. (Beschrieben in Peter Brookesmith´s Band ´UFO´, Heel-Verlag, 1995, S.57.)
Rogo stellte sinngemäß fest, dass die menschliche Fantasie sich in eine physikalische Realität in Gestalt einer subjektiv-wirklichen UFO-Sichtung und/oder Entführungs-Erfahrung scheinbar objektivieren kann. Der Glaube also kann nicht nur Berge versetzen, sondern auch UFO-Ereignisse aus dem Kopf in physische Realitäten verwandeln, wenn die Einbildungskraft oder schon im Geist des Subjekts vorhandene Ideen benutzt werden und damit die psychologischen Bedürfnisse des Subjektes reaktiv projiziert. Nebenbei muß natürlich auch die 1977er Lawson-Studie erwähnt werden. Hier ging es um "reale" und "konfabulierte" UFO-Abductions-Berichte. Dummer Weise stellte Dr.Alvin Lawson fest, dass die imaginierten Berichte über eine vorgebliche UFO-Entführungs-Erfahrung sich kaum von den "realen" Darstellungen dieser Art unterschieden. Das Potential ist uns also gegeben, aus dem Verstand und Geist heraus den Hebel Kreativität umwerfen und munder UFO-Storys abzusondern. Wer vielleicht eine Fantasiebesessene Persönlichkeit ist, wird sie sogar als Alltags-Realität empfinden und als solche vorgeben. Bereits der amerikanische Horror-Romanschriftsteller Strieber, der mit seinem Entführungs-"Tatsachenbericht" ´Communion´ die Welt in Aufregung versetzte und für ordentliche Verkaufszahlen seines sogar mit Christopher Walken verfilmten Buches sorgte, gestand schließlich kleinlaut ein: "Wenn eine Person, die sich innerlich nach Veränderung sehr, den Punkt erreicht hat, wo sie die alten psychologischen Muster nicht mehr aufrechterhalten kann, dann können die Besucher durch die Ritzen in die Glaubensmuster dieser Person eindringen. Die Besucher sind die Widerspiegelung meiner eigenen Seele." (Nachzulesen in ´UFOs - das Handbuch der Phänomene´ von Phil Cousineau, Ullstein, 1997, S.151) Bereits Kenneth Ring, der Nahtod-Erfahrungs-Experte konnte hier mit seinem Thema übereinstimmende Muster finden und nannte jene Menschen, die solche absonderlichen Psycho-Erfahrungen machen, "Personen, die zu Begegnungen neigen". Sie fordern durch ihre eigene Persönlichkeit derartige transzendale Erfahrungen geradezu heraus. Hier entstehen dissoziierte Zustände, die die Menschen für alternative Wirklichkeiten empfänglicher macht. Die Grenzen der Realität werden mit den Erfahrungen des inneren Raums oder der Seele durcheinandergebracht. Aber dies ist sicher nicht einzig und allein richtig, sondern es gibt auch noch andere Motive und Hintergründe, die den Anlaß mit sich bringen, auf kuriose Pfaden zu wandeln, wobei es natürlich vom Einzelfall abhängt wie man ihn zu bewerten hat. Dies geht hin bis zur seelischen/psychologischen ´Selbstfriedigung´, wenn die Menschen einen psychischen Gewinn für sich erzielen. Aber es gibt noch andere Motive, die einen verblüffen: "Dino Kraspedon" war einer der späteren Trittbrettfahrer-Kontaktler, sein richtiger Name war Aladino Felix. Er machte Mitte der sechziger Jahre eine Reihe erstaunlich genauer Prophezeiungen, hauptsächlich über Bombenanschläge und Morde in seiner brasilianischen Heimat. Diese fanden wirklich statt. Doch am 22.August 1968 nahm die Polizei die Terroristen fest, ihr Anführer: Aladino Felix! (Brookesmith, S.67.)
Fortsetzung folgt... Externe Linkshttp://www.youtube.com/watch?v=Nejl524iTHUhttp://www.youtube.com/watch?v=XeqbX1dzTjc http://www.youtube.com/watch?v=ksDoVUTy1go http://de.wikipedia.org/wiki/L._Ron_Hubbard Hypnose NTE/OBE Frankfurt Nahtodeserfahrung |
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