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13.10.2007

    
Deutsche TV-UFO-Historie: "UFOs: Und es gibt sie doch!"

Teil III: 1994, die Kulmination zum Start von ´Akte X´- MUFON-CES geht ins Fernsehen!

MUFON-CES geht ins Fernsehen, Millionen schauen zu

Bei mir und meinen Kollegen machte sich also deswegen ein mehr als flaues Bauchgefühl breit, weil wir uns einfach nicht vorstellen konnten, daß dies eine UFOlogie-kritische sowie UFO-skeptische Darstellung abgeben sollte, gerade auch wenn man vorgenanntes und noch viel mehr um MUFON-CES kennt - vom dem wir einfach einmal ausgehen, daß dies den verantwortlichen Personen beim NDR nicht bewußt war und verschwiegen wurde (Vertuschung). Auch wenn wir nicht gleich einfordern, nurmehr auf dieser Ebene UFO-Sendungen ins Programm zu bringen, so ist doch zumindest eine gleichgewichtige Darlegung im Sinne der Ausgewogenheit einzufordern, wenn es um eine Ausstrahlung des öffentlich-rechtlichen Fernsehens geht, welches sich dazu noch auf die Fahnen schreibt, auch Programm für "Minderheiten" zu machen und einen Kulturauftrag besitzt. UFO-Skeptiker sind eine Minderheit und das populäre Verzerren der UFO-Problematik in aller Öffentlichkeit führte zu einer Art paranoide Subkultur. "Über ein Jahr Recherche" und dann wurden die beiden bekanntesten UFO-Gruppe wie CENAP und GEP sowie die Skeptiker-Organisation GWUP mit ihrem UFO-Fachbereich einfach übersehen? Eine sofortige Nachfrage bei allen Kollegen zeigte genau dies auf, weder irgendjemand vom NDR noch konkret Herr Rohde hatte irgendjemand aus unseren Reihen kontaktiert, um beratend zur Seite stehen zu können. Kurz vor Schluß sollte CENAP halt noch schnell etwas Filmmaterial herausrücken... - dafür waren wir also gut genug. Die Alarmsignale standen also auf Rot.

Hinzu kam noch eine Mauschelei hinter den Kulissen, die unser Unbehagen deutlich förderte. Der BR produziert bekanntlich die beliebte Talksendung "Fliege" für das ARD-Nachmittagsprogramm. Für den 28.August wurde die Produktion (Aufzeichnung) einer Fliege-Sendung angesetzt und im direkten Vorfeld dazu wurden ich und Rudolf Henke von der Münchener Redaktion angesprochen um an der Sendung teilzunehmen, welche gleich nach der UFO-Dokumentation zur Sendung kommen sollte. Ich faxte noch meine Greifswald-Unterlagen seitenlang und auf eigene Kosten nach München, da man darum bat. Bald darauf erfuhr scheinbar MUFON-CES-Computerexperte Klein (der beim BR eine Computer-Show moderierte) von den entsprechenden Einladungen, sah offensichtlich deswegen rot und wollte aussteigen, wenn wir teilnehmen würden. Da Klein aber schöne Computer-Animationen anzubieten hatte und darüber hinaus noch im eigenen Haus als Kollege arbeitete, verneigte man sich vor ihm und kurzerhand flogen Henke und Walter wieder raus. Soviel zum Thema "Ausgewogenheit" und "demokratisches Verständnis" als Teil des Ehrenkodex einer TV-Redaktion und eines "akdemischen Elite"-UFOlogen... Geblendet vom Namen und vom Berufsstand (beides hat mit der Qualifizierung als hobbymäßiger und seriöser UFO-Forscher nichts zu tun), sind nicht nur Medien-Redakteure, sondern auch UFO-Fans. Übersehen wird dabei ein Statement von Dr.A.J.Hynek, dem "Dean of UFOlogy", welches er 1978 bereits im bei Goldmann erschienen TB "UFO-Report" aufgrund seiner Arbeit bei Blaubuch und als Gründer des CUFOS machte: "Erstaunlicherweise scheinen Berufs- und Militärpiloten relativ schlechte Zeugen zu sein. Das heißt, ein Fachmann auf einem Gebiet überträgt seine Kompetenz nicht unbedingt auf ein anderes. So überrascht es uns vielleicht, daß ein Pilot Schwierigkeiten hat, andere Flugzeuge zu identifizieren, aber es sollte nicht verwundern, daß eine Mehrheit der Verwechslungen bei Piloten bei astronomischen Objekten stattfand." Daraus können wir zweierlei lernen, wenn wir nur wollen: 1) Piloten und sonstige Leute in angesehenen Berufen sind keine Idealzeugen und kommen mit astronomischen Körpern nicht zurecht. 2) Wenn jemand in einem elitären Job tätig ist und dann privat den UFOs nachpirscht, heißt dies noch lange nicht, daß die Qualifikation vom Job und dem dortigen Berufsstand in den Hobbybereich übertragen werden kann. Nichts indem widerspricht unseren Erfahrungen und jeder kann sie hören, der nur will, wenn er nur will.

Der UFO-Zug breschte los. Passend zur internen Arbeitstagung der deutschen UFO-Forscher in Weißenthurm schlug die Werbetrommel zur ARD-UFO-Dokumentation zu. Zunächst sah ich am Abend des 13.Oktober 1994 in Schreinemakers einen Hör Zu-Werbeclip für die kommende Ausgabe, wo man ein UFO-Titelbild attraktiv als Blickfang nutzte. Tatsächlich, die ´Hör Zu´ machte mit Heft 42 vom 14.10.1994 klar: "Eine sensationelle ARD-Dokumentation beweist: UFOs - Es gibt sie doch". Der dazugehörende Feature-Artikel von einem "H.Tantus" machte überaus bunt die Geschichte auf, die zu einer Affäre ausarten würde. Tenor des Artikels: Selbst seriöse Wissenschaftler zeigen im Fernsehen, daß es die Fliegenden Untertassen doch gibt! Millionen Leser erfahren: "Das NDR-Team Uwe Zimmermann, Henning Rumohr und Heinz Rohde hat 14 Monate lang für die UFO-Dokumentation recherchiert, Physiker und Geheimdienstler befragt." Erstmals könnten die Zuschauer den Flug eines UFOs von Belgien "miterleben". Im Fall Greifswald gäbe es neue Entdeckungen, die Illobrand von Ludwiger nun preisgibt: "Es waren keine Körper aus Metall, es handelt sich um Plasma-Erscheinungen, um extrem heiße Gasbälle." Als UFO-Zeuge diente Ex-Lufthansa-Chefpilot Werner Utter und als schlagenden Fliegenden Untertassen-Nachweis wurde das unscharfe Foto von Weddel bei Hamburg (vorgestellt als "ein seltenes Bilddokument: Experten haben in aufwendigen Bild-Analysen nachgewiesen, daß es sich um keine Fälschung handelt") präsentiert. Dem Autor des Beitrags, also dieser "H.Tantus", erklärte, daß der Welt etwa 100.000 UFO-Sichtungen bekannt seien, wobei allerdings die "meisten davon sich als Fälschungen erwiesen". Das flaue Gefühl in unserer Magengrube wuchs bereits zur Grimm, weil die Ausführungen schon so nicht stimmten. Greifswald als Kugelblitz-Phänomene? Das stark im Schwindel-Verdacht stehende Weddel-Foto sei definitiv keine Fälschung? Und die meisten UFO-Sichtungen sollen Fälschungen sein während sie in Wirklichkeit nur Wahrnehmungstäuschungen aufgrund tatsächlicher realer Auslöser sind bzw auf falsch verstandene echte Erscheinungen zurückgehen?

Der ´Mitteldeutsche Express´vom 18.Oktober 1994 titelte: "UFO-Forscher: E.T. liegt in der Tiefkühltruhe - Bunkert US-Geheimdienst Aliens?" Dies als Vorwort für Michael Hesemanns Vortrag in Halle, der "in Archiven des KGB un der NASA gestöbert" hat. Hesemann: "Die Supermächte haben die Existenz von UFOs längst anerkannt. Aber sie halten die Beweise geheim, aus Angst um ihre Macht."

Die Zeitschrift ´Neue Welt´ begann am 19.Oktober 1994 mit der neuen Serie Augenzeugen berichten: Von UFOs entführt aus der Feder von Johannes Fiebag. "Entsetzlich, Außerirdische nahmen mir mein Kind" - Hausfrau Maria Struwe (32) aus Berlin klagte in Teil 1 ihr Leid. Im August 1986 war es geschehen und nach der Begegnung fühlte sie sich so, als habe sie die ganze Nacht über Schwerstarbeit geleistet: "Ich war ausgelaugt, fertig..." Sie war in jener Zeit mit ihrem dritten Kind schwanger gewesen und hatte kurz nach dieser Nacht einen Abgang, "aber es war nur die leere Plazenta. Ich glaube, in jener Augustnacht haben sie mit mein Kind gestohlen." Doch die Erschütterung hielt nicht lange ob des Verlustes an, weil sie neun Monate später dann ihren Sebastian zur Welt brachte. In einer weiteren Folge berichtet Regina Köhler aus der Nähe von Karlsruhe von ihrer Begegnung, aber nun mit einem "Zauberer" - mit Spitzhut und seinem Zauberstab in der Hand, der sie in ein Raumschiff hochzog.

Es schwante bereits in dieser Stufe der Entwicklungen der kleinen Fraktion der "Rationalen Union", den informierten, sach- und fachkundigen UFO-Skeptikern, nichts Gutes. Allzuviel zeigte uns an, daß mit dieser Sendung bewußt an uns und vor allen Dingen unseren berechtigten Einwänden vorbeimarschiert wurde und eine Quoten-Show beabsichtigt war, die mit kritischen Tönen von skeptischen und erfahrenen Praktikern nur versalzt worden wäre. Der damalige UFO-Fachbereichsleiter der GWUP, Henke, nahm sonach Verbindung mit der ´Hör Zu´-Chefredaktion auf, weil ich gerade zu jenem Zeitpunkt ausreichende Informationen und Argumente zusammengetragen hatte, um zumindest konkret dem des besten deutschen UFO-Fall, Greifswald, die Luft zu nehmen und eine banale Lösung gefunden hatte. Hierbei erfuhr Henke, daß der Schreiber des Hör Zu-Beitrags niemand anderes als der NDR-Unterhaltungs-Abteilungs-Redakteur Heinz Rohde gewesen war, der unter einem Alias-Namen den Beitrag verfaßte, um seiner Sendung den notwendigen Schub durch eine beliebte TV-Zeitschrift zu geben. Am selben Tag, als die Hör Zu ans Kiosk kam, schaltete auch das Millionen-Boulevardblatt BILD fix und schob den Artikel "TV will beweisen: UFOs gibt es doch" nach - perfektes Timing und verflixt gute Promotionarbeit um Quote zu machen. Der auflagenstarke Axel Springer-Verlag und die alte Tante ARD lagen also im gemeinsamem Bett. In BILD hieß es dann auch klipp und klar: "Ein Fernseh-team will beweisen, daß es UFOs gibt. ... 100.000mal haben Menschen außerirdische Flugmaschinen gesehen..." (In der selben Ausgabe lief zudem noch die Serie "Hausbesuch bei deutschen Dichtern" und hier wurde Götter-Astronauten-Guru Erich von Däniken vorgestellt und jener bekam die Schlagzeile "Die Außerirdischen haben ihn reich gemacht" weg. Ironie oder Zynismus?)

Die GWUP verschickte daraufhin eine kritische Pressemitteilung mit dem Titel "UFOs: ARD-Programm von allen guten Geistern verlassen?" quer durch die Redaktionen Deutschlands - doch eine Krähe hakt der anderen kein Auge aus, unser berechtigter Zweifel mußte so verpuffen. Die Journalisten reagierten nicht darauf und schwiegen. Am 21.Oktober 1994 stand die nächste Überraschung mit der aktuellen Nummer der Zeitschrift ´Neue Revue´ (Nr.43/1994) an. "UFOs aus dem Panzerschrank der NATO!" war der Titel dort: "Über dieses Thema wurde soviel gelogen wie bei Münchhausen. ARD und Neue Revue sprachen zum 1.Mal mit Wissenschaftlern, die nachweisen können: UFOs - Und es gibt sie doch". Hier erfuhren wieder Hunderttausende, das Heinz Rohde eigentlich Physiker ist, NDR-Redakteur und (wie gut) gleichsam Neue Revue-Autor, der niemals vorher an UFOs glaubte, aber er will nun im Panzerschrank der NATOs Fotos gefunden haben, die nicht von verrückten UFO-Fans, Schummlern und Täuschern stammen. Wieder erfuhren wir, daß der Mann mit seinem Team 14 Monate lang durch die "halbe Welt" reiste und Ergebnisse zusammentrug, die die ARD nun senden werde. Zu erwarten war dagegen eher, daß zumindest die Ergebnisse längst schon in den Schubladen und Aktenschränken privater UFO-Forscher schlummerten und nur TV-gerecht aufbereitet werden mußten. Jeder der sich durch die Unterlagen eines von Ludwiger, von Buttlar oder Hesemann´s arbeitet wird wie Rohde zur Folgerung kommen: "Warum sollten wir die einzigen sein, die Raumschiffe haben..." Dazu braucht es keine stilistische Dramaturgie und erst recht keine 14 Monate lange Recherchen rund um den halben Globus. Jeder BILD-Zeitungs-Mann macht dies an einem Tag fertig.

In der ´Dresdner Morgenpost´ vom 21.Oktober 1994 fand sich dann die Schlagzeile "Ist das echt, Herr Hesemann? Am Dienstag kommt der UFO-Papst ins Haus der Kultur. Was suchen die Außerirdischen in Sachsen?" "Unwiderlegbare Beweise" präsentierte er auf seiner Promotion-Tour: "Natürlich gab es in den letzten Jahren viele Fälschungen von Fotos. Aber bei mir ist alles echt, ich arbeite mit amtlichen Dokumenten." Sogar bis nach Sachsen sind die Außerirdischen vorgedringen und die Aliens wollen die irdische Kultur studieren, dabei "scheinen sie die neuen Bundesländer besonders zu interessieren".

Am 22.Oktober 1994 hieß es dann im ´Hallesche Tageblatt´: "Außerirdische sind sehr rücksichtsvoll - Tageblatt sprach mit UFO-Fachmann Hesemann". Die UFOs kämen so immer näher, wie Hesemann in Halle im Kongreß- und Kultur-Haus berichten würde. Er selbst habe eine "leuchtende Scheibe mit länglichen Luken" am 2.Dezember 1992 auf einem Bergrücken in Nevada ausgemacht. "Damals filmte ich mit meinem eigenen Team. Ein Erlebnis, das meine etwa 15jährigen Forschungen nur bestätigen. Von Glaube oder Nichtglaube kann längst keine Rede sein. Daß es UFOs gibt, ist eine unumstößliche Tatsache", läßt sich Hesemann nicht beirren. Überall sind UFOs aufgetaucht, auch in den neuen Bundesländern. Ja, selbst DDR-Kosmonaut Sigmund Jähn "habe ihre Bekanntschaft geschlossen".

Das Unwohlsein über das, was sich da am TV-Horizont abzeichnete stieg in uns wie Galle auf. Noch am Abend des 23.Oktober 1994 verschickte ich fleißig Faxe mit einer zweiseitigen Erklärung an die Programmchefs und Wissenschafts-Redaktionen der Beteiligten des ARD-Sterns: "NDR schickt UFOs auf Reisen und versagt in seiner Verantwortung wg unausgewogener Berichterstattung am Montag-Abend!" Eine spezielle Pressemitteilung ging am Vormittag des 24.Oktober unter dem Titel "UFO-TV-Spektakel trennt UFOlogen wg Beweislast" an Agenturen, Radiosender und Zeitungen hinaus. Doch Blindheit beschlug die Journalisten und einige weitere Blätter des Tages heizten das Publikum an. So titelte das Boulevardblatt BZ mit der Seite-1-Schlagzeile "Sensationelle Beweise im TV: UFOs - Es gibt sie doch." Zitat: "Wissenschaftler präsentieren Fotobeweise, Computerdarstellungen, zitieren aus geheimen Akten der NATO." Genauso wie das Blatt schon immer in Sachen UFOs unterwegs war. Der Boulevard-Journalismus gab sich mit dem öffentlich-rechtlichen Fernsehen nun die Hand, obwohl dies eher beim Verlagsfernsehen der Privatkanäle angesagt gewesen wäre.

Einzig der ´Spiegel´ reagierte auf unsere eigenen Aktivitäten und hatte in Nr.43 vom 24.10.1994 noch hinten im Blatt versteckt (S.262) versucht, die Bremse zu ziehen und verwies darauf, daß "kein Skeptiker in Heinz Rohdes ´Report´ störe" und "kein Fachmann die Phantasmen auseinandernähme" bzw "auf den Tisch legen könne, was über diesen und jenen Fall bereits bekannt ist, auch über diesen und jenen ´Fachmann´. Dafür gibt es Raunen um Dokumente, die ´in den Panzerschränken der Militärs und Geheimdienste verschwanden´. Kinkerlitzchen auf dem Computer und einen Glauben, der Berge und in Schrecken versetzt. ARD, ab in die letzte Reihe". Dennoch, der angeblich kritische "Stand der UFO-Forschung" aus Sicht der Dinge durch Illobrand von Ludwiger, fand seine Zuschauer. Kein Wunder, der Journalist Jochen Eversmeier vom Berliner Tagesspiegel berichtete, daß das von Ludwiger-Buch zum "Stand der UFO-Forschung" Ausgangspunkt für die ARD-UFO-Show wurde.

Fast 8 Millionen Zuschauer sorgten für einen Überraschungserfolg für die ARD an diesem bewußten 24.Oktober 1994, einen Anteil von satten 24 Prozent schrieb sich die ARD da wie selten zuvor ins Stammbuch - jeder vierte TV-Zuschauer an diesem Abend sah bei fast 30 TV-Kanälen zur Auswahl diese Sendung, dies ist ein fast einmaliger Wert! Nun, uns hat es nicht verwundert, da wir bereits seit Jahren wußten, daß die TV-Nation Nummer 1, die Vereinigten Staaten von Amerika, größte Übung darin haben, genau in jener Jahreszeit speziell aufbereitete UFO-Dokumentationen ins Programm zu heben, um zum Saisonstart Quotenknüller zu haben. Dies ist wohl den Verantwortlichen bei der ARD auch zu Ohren gekommen, weswen diese Sendung vom düsteren Platz der Dritten ins leuchtende Erste erhoben wurde. Mit fast Spannung erwarteten wir also die Ausstrahlung des 45 Minuten langen Spektakels. Der Montagabend wurde von der ARD traditionell zur Primetime mit Tierdokumentationen und Shows wie die Goldene 1 besetzt, nun wagte man sich mit einem neuen "Reportage"-Format zu einem faszinierenden Thema an diesen Sendeplatz und gewann, da das ´klimatische Umfeld´ hierfür bestens geeignet war. Wollte man als Marketing-Spezialist eine Werbe-Aktion aufziehen, die ARD-UFO-Sendung wäre als ´golden shot´ in die Marketing-Geschichte eingegangen.

Insgesamt wurden etwa 20 UFO-Fälle in dieser unterhaltsamen Reportage behandelt. Doch den Anspruch "UFOs: Und es gibt sie doch" konnte der einseitig ausgelegte Film nicht erfüllen, auch wenn die uninformierte Öffentlich mit offenem Mund vor den Fernsehgeräten gesessen haben mag. Doch wir als thematisch informierte und deswegen auch kritisch gewordenen UFO-Phänomen-Untersucher waren nicht zu überzeugen, da wir längst für eine Vielzahl der dargestellten Vorfälle oder gar "UFO-Beweise" plausible natürliche Erklärungen kannten! Mindestens 7 dieser Fälle müssen als unglaubwürdig abgelehnt werden; für mindestens neun weitere Fälle fanden sich naheliegende natürliche Erklärungen. Zu den übrigen vier Fällen liegen zu wenig nachprüfbare Informationen vor, um eine gesicherte Erklärung vorzulegen. Allerdings finden sich hierzu Meldungen mit gleichartigen Datenmustern, die aufgeklärt werden konnten, so daß es auch für diese UFO-"Beweise" keinen Grund gibt, sie mit exotischen Lösungen zu belegen. Und eine Ausführung des Films sollte in deutschland zu großer Irritation führen und auf unserer nationalen UFO-Hotline zu einer unnötigen Schwemme von falschen UFO-Meldungen führen. Ein IFO-Stimuli wurde als exotische UFO-Erscheinung vorgeführt und Millionen Menschen bekamen falsche Vorstellungen vermittelt. Konkret:

Es ist im Oktober 1993 gegen 20 h. Frank & Karin Uhlemann sind nach Nehren auf der Autobahn B27 zu Frank´s Eltern unterwegs und fahren Richtung Mössingen von Tübingen kommend. Da bemerken sie "zwei unheimliche Gebilde" am Himmel, bestehend aus einem großen und einem kleinen Lichterkreis. Dieses "geheimnisvolle Flugobjekt" begleitet sie über mehrere Kilometer hinweg, neben und vor ihnen. Ähnliche Vorfälle kannten wir bereits aus anderen Teilen Deutschlands. Als die Uhlemann´s dann bei Franks Vater angekommen sind, schwebt das Doppelkreis-Gebilde nach wie vor über dem Horizont, gebildet durch ein Gewerbegebiet. Wie üblich, suchten auch sie nach einer vernünftigen Erklärung, "doch es gibt keine. Zuerst geht man alle Möglichkeiten durch, die einem einfallen. Es konnten keine Lichter von unten sein, weil man dann die Kegel hoch gesehen hätte, da waren aber keine Lichtkegel. Das macht einem Angst." Vater Uhlemann tritt mit dem Baby auf dem Arm vor die NDR-Kamera und ist sich nun sicher: "Wir sind nicht allein im Universum." Diese unheimlichen Lichtgebilde, die einem Angst machen, kennen wir als seriöse UFO-Sichtungs-Ermittler zur Genüge - es sind keine furchtbringenden außerirdischen Invasoren, sondern die Lichteffekte unter den Wolken, die von entsprechenden Lichteffektgeräten an Großveranstaltungsorten wie z.B. Discotheken namens Skytracker produziert werden. Der "UFO-Effekt" tritt hierbei nur dann auf, wenn die hochführenden Lichtfinger aufgrund der vorherrschenden Wetterlage nicht ausgebildet werden. Hierzu ist in der Luft ein Medium wie z.B. Dunst oder Nieselregen notwendig, um Lichtbrechungen hervorzurufen, wodurch die Strahlenkegel sichtbar werden. Die Lichtkanonen (Space-Cannons) haben einige tausend Watt Lichtleistung und sind scharf fokusiert, fast schon wie Laser. Schräg in die Landschaft gen Himmel projiziert sind die Effekte je nach Wolkenhöhe über 20 oder 25 km weit sichtbar und können dabei die Illusion der "Begleitung" oder "Verfolgung" erzeugen...

Herr von Ludwiger, MUFON-CES und schon gar nicht die verantwortliche Unterhaltungs-Redaktion des NDR waren imstande, dieses scheinbare Rätsel aufzuklären. Ganz im Gegenteil: Aufgrund dessen, daß die Sendung mit fast 8 Millionen Zuschauer ´gesegnet´ war, sorgte die falsche Darstellung dieser Erscheinung als echtes und exotisches UFO-Phänomene zu einer kleinen ´Panik´ quer durch Deutschland. So berichtete der Berliner Kurier am 20.November 1994: "Das Geheimnis der ´Fliegenden Untertassen´ am Berliner Himmel". Autos hileten am Straßenrand, Fußgänger blieben stehen, viele blickten verstohlen aus den Fenstern. Über ihren Köpfen kreisten unheimliche Lichtscheiben am Nacht-Himmel. "Es sah aus als würden UFOs über der City Patrouille fliegen", sagte Klempner Peter Bengsch (31) aus Friedrichshain. Er sah die Fliegenden Untertassen auf der Heimfahrt von Karow über der Innenstadt schweben. Wie er glauben immer mehr Berliner an UFOs. Besonders, seit im Oktober eine Dokumentation mit dem Titel "Und es gibt sie doch!" im Fernsehen lief. Eckehard Rothenberg (56), Chef der Archenhold-Sternwarte in Treptow, wurde sonst höchstens einmal pro Woche ein UFO gemeldet: "Jetzt alarmieren uns täglich mindestens sechs Berliner, berichten von unheimlichen Licht-Objekten und Strahlenfingern. Viele sind sogar in Panik..." Das Wetter und jede Menge Kilowatt sind auch die Ursache für die jetzige UFO-Welle in Berlin: Fünf bis zu 10.000 Waat starke Scheinwerfer schicken in der City ihr Licht abends in den Himmel, werben so fürs Varieté "Wintergarten" und das Spektakel "Pomp, Duck and Circumstance" (beide in Tiergarten). Weil die Nacht sehr klar war (30 Kilometer Sichtweite), blieb der Scheinwerfer-Strahl selbst unsichtbar. Das Licht traf dann auf tiefhängende Wolken (960 Neter über der Erde), spiegelte sich in den feinen Wassertröpfchen. Und weil die Scheinwerfer sich bewegen, kreisen jetzt runde UFOs über Berlin.

Analog dazu fällt uns das unrühmliche Späßchen des ZDF mit seiner "UFO-Landung"-Einblendung bei einem Krimi 1982 ein, seitdem hätte man eigentlich in Sachen UFOs etwas sensibler sein sollen - auch in Rückerinnerung an das geradezu klassische Beispiel der medial gezeugten Massenpanik 1938 in New Jersey/New York durch ein auf authentisch getrimmtes Hörspiel zu dem Roman War of tThe Worlds. Nun wurden unzählige Menschen aufgrund eines banalen Lichteffektes zur Überzeugung getrieben, daß es tatsächlich exotische UFOs und Fliegende Untertassen als Raumfahrzeuge aus dem Kosmos gibt! Damit hat das Fernsehen in einer dokumentarischen Reportage selbst künstlich das UFO-Fieber geschürt und den UFO-Aberglauben genährt! Die Folge: Ausgerechnet wir wurden auf zwei Wochen mit Meldungen aus ganz Deutschland regelrecht eingedeckt, in denen die aufgebrachten, genervten und aufgeregten Beobachter solcher Lichteffekte nun mit felsenfester Überzeugung und durch die TV-Berichterstattung noch in dieser falschen Vorstellung gefestigt, ihre "UFOs" berichteten. "Fliegende Untertassen", "Lichtformationen" und "Lichträder" waren die Folge. Eine Dame aus Gießen weinte herzzerreißend am Telefon und stotterte schluchzend: "Nun kann ich es erzählen, solche UFOs gibt es also doch!" In Risa bei Chemnitz waren ebenso rotierende Lichtkreise ausgemacht worden. Hierfür konnte ich alsbald eine Disco als Verursacher ausfindig machen, interessanter und bemerkenswerter Kommenbtar des Besitzers: "Etwa schon wieder ´ne UFO-Meldung?" In diesem Fall nutzte der Disco-Besitzer das Glasdach eines Einkaufszentrum als Prisma zur Brechung der Lichtstrahlen seiner Lichterkanone. Und um dem Faß noch den Deckel wegzuhauen: Hätten a. von Ludwiger´s Truppe und/oder b. Rohdes Showteam wirklich gründlich recherchiert und z.B. mit CENAP oder der Schwesterorganisation GEP Kontakt aufgenommen, wäre diese Schlappe nie passiert, da diesen Vereinigungen derartige "UFOs" und ihre Natur bereits seit drei Jahren bestens bekannt waren! 14 Monate teure NDR-Recherche und die naiv-blinde Hinwendung zu "UFO-Akademikern", die mit uns dummen ´Laien´ nichts zu tun haben wollen, haben bei uns zu einer völlig unberechtigten Mini-UFO-Panik geführt - hier war der Sender schlicht verantwortungslos und versagte. Künstliche und unnötige Mystifizierung statt Volksaufklärung! Nicht nur bei dieser Facette der Sendung war die öffentlich-rechtliche Reportage gut auf dem Niveau des Kommerzfernsehens gelegen. Dies hätte überhaupt nicht sein müßen, wenn wirklich Recherchen durchgeführt worden wären, da am 9.Oktober 1994 eine dpa-Meldung in alle Redaktionen der Nation getickert wurde: "Deutschland im UFO-Fieber: Unruhe durch Discostrahler". Zig Zeitungen druckten diese ab und auch die Pro7-Nachrichten brachten deswegen einen in Mannheim gedrehten Beitrag! In der Unterhaltungsredaktion muß man da schon beide Augen gewaltig zudrückt haben, um uns zu übersehen.

Analog dazu erinnern wir daran, daß in von Ludwigers "Der Stand der UFO-Forschung" ein weiterer Klassiker der IFOs, nämlich der Miniatur-Heißluftballon, als UFO ieS durchgehen gelassen wurde, weshalb sich der Mann keinen guten Ruf erarbeitete, da er einen simplen Scherz-Ballon nicht erkannte. In seinem Standard-Werk ließ er 1992 folgende Miniatur-Heißluftballon-Berichte als UFOs durchgehen: Eschau bei Erlangen, 19. und 23.März 1979; Bielefeld-Leopoldshöhe, 9.Mai 1979; Nürnberg, 20.September 1978; Kandersteg, 18.Dezember 1978; wieder Eschau, 21.Dezember 1978; Heroldsberg bei Nürnberg, 28.Mai 1979; Bad Aibling, 17.Juli 1981. So gesehen erzeugte er Szenen-Intern in Anbetracht dieser simplen IFOs sogar künstliche Scheuklappen und führte die Leser von der IFO-Erfahrung weg. Besonders der Fall von Bad Aibling ist dabei eine Pleite, weil hier sich sogar der Ballonstarter bei der Zeitung meldete und sie darüber berichtete, aber das wurde bei Ludwiger ´vergessen´ zu erwähnen! Er kann es nur ´vergessen´ haben, weil ihm dies bekannt sein muß, da er auf der selben Seite in einem Interview vorgestellt wurde. Ob die Alptraum-Greys an dem Gedächtnisverlust-Phänomen schuld waren wissen wir nicht. Wissen tun wir dagegen, daß wir schon seit Jahren in der Szene als "die Ballon-Heinis" verrufen waren, weil wir angeblich "alle UFOs als Luftballons" wegerklärten, was nur dumme Agitation ausdrückt. Richtig dagegen ist tatsächlich, daß wir einen wichtigen IFO-Stimuli Anfang der 80er Jahre entdeckten und diese wichtige Erkenntnis auch in der Szene bekanntmachten. Aber wie immer bei IFOs, niemand will hinhören. Auch wenn dadurch schräge Sichtweisen zustandekommen... Immer wieder zustande kommen. Kritischen Journalisten und erfahrenen UFO-Forschern aus dem Feld der Skeptiker wirft von Ludwiger dann vor, "weltanschaulich motiviert" zu sein, "Schreibtischtheoretiker" zu sein, um ihr altes Weltbild zu retten, indem sie die schönen UFOs wegerklären. Man kann natürlich umgekehrt dann auch feststellen, daß es UFO-Fans gibt, die sich der IFO-Erkenntnisse verweigern um sich ihre heißgeliebten UFOs zu erhalten. Wir meinen, daß daraus dann schon eher ein Schuh wird. Gerade auch in Erkenntnis um das ganze hier dargestellte Geschehen mit all seinen Hintergrundinformationen.

Weiter im ´Verwirrungstakt´ der Reportage. Ein Sprecher erklärt: "Jahrelang in den Archiven der US Air Force geheimgehalten, einer der ersten als echt anerkannten UFO-Bildbeweise. Fotografiert am 7.Juli 1947 in Pontiac, Michigan, USA." Zwei kleine scharze Fleckchen vor grell-hellem Hintergrund sind zu sehen. Dies muß ein überaus supergeheimer Fotofall sein, weil das entsprechende Bildchen bereits seit zig Jahren in der UFO-Literatur abgedruckt wurde und der genannte Fall selbst im Project Blue Book und seiner Kategorie "Unidentifiziert" nicht auftaucht. Jeder kann das genannte Bildchen nachmachen. Schneiden Sie sich schwarzen Karton in Fingernagelgröße zurecht und kleben sie dies dann an eine Fensterscheibe, nehmen Sie eine schlichte Kamera und fotografieren sie die Fensterscheibe mit irgendeinem Hintergrund. Schon haben auch Sie einen "Geheim-Beweis" dieser Qualität in Händen!

Als nächstes folgt das berühmte Paul Trend-Fotomaterial in Form von zwei Bildern, die ehemals 1950 in Oregon aufgenommen wurden und schon bald in der Presse quer um die Welt gingen, auch dies kann nichts aus dem "Panzerschrank" sein. Laut dem Fernsehen war dies "ein ebenfalls für echt erklärtes UFO". Von den schwindelverdächtigen Begleitumständen bis zur Veröffentlichung des Materials fällt natürlich kein Wort, dadurch nämlich wäre auch dieser Fall eine gehörige Portion entwertet gewesen. Hiernach folgt eine weitere Fliegende Untertassen-Aufnahme aus Weddel, nahe Hamburg, aufgenommen am 7.Mai 1977 von einem notorischen UFO-Spinner. Während bereits der Dean of UFOlogy, Dr.Hynek, erklärte, "Es ist wichtig, zu bedenken, daß bei UFO-Aufnahmen die Fotografie nicht verläßlicher ist als der Fotograf", erfährt auch hier keiner der fast 8 Millionen Zuschauer nichts um diesen Problempunkt. Kommentar des TV-Sprechers: "Ein etwa zehn Meter großes unidentifizertes Objekt, von Experten für echt befunden wegen des Schattenwurfs rechts im Bild." Die Experten waren niemand anderes als die Leute von MUFON-CES gewesen und der "Schattenwurf" ist eine heftige Interpretation, genauso gut kann es sich hierbei nur um braunes Gras natürlicher Art fernab am Boden handeln. Andere, unvoreingenommene Experten, z.B. aus der Fotoindustrie, hatten dagegen von Anfang an, das Foto als Fälschung bezeichnet. Der Fotograf hatte bald darauf sogar selbst gegenüber dem UFO-Journalisten Michael Hesemann den Schwindel eingestanden.

Deswegen also zählen die UFOs "noch zu den großen Rätseln des Universums. Foto- und Filmdokumente verschwanden in den Panzerschränken der Militärs und Geheimdienste". Was in den "Panzerschränken" des Pentagon verstaubte, haben wir bereits ausgeführt. Im übrigen sind die Blaubuch-Unterlagen nicht in Pentagon-Panzerschränken versteckt, sondern im Washingtoner National-Archiv in Pappkartons gestappelt und öffentlich während den Bürostunden zugänglich. Direkt zynisch könnte man anmerken, daß das MUFON UFO Journal Nr.316 gerade im August 1994 erschienen war, in welchem der Fernseh-Journalist George Knapp aus Las Vegas berichtete, daß jener die bisherigen UFO-Geheimakten aus den russischen Archiven gegen harte Dollars aufgekauft hatte und deswegen erklärte: "Ich würde Ihnen gerne berichten, unglaubliche Einsichten in das UFO-Geheimnis ermitteln gekonnt zu haben, aber dem ist nicht so." Dies hätte auch MUFON-CES-Chef von Ludwiger wissen müßen, schließlich ist er ja der von MUFON-Direktor Walt Andrus selbst als "Elite"-UFOloge ausgerufen worden. Kein Wunder, wenn auch Rohde ihn so als Chef einer internationalen Vereinigung der UFO-Forscher vorstellte, der den "Stand der UFO-Forschung dokumentiert und begründet, warum unser UFO-Wissen immer noch so unvollständig ist. Es gibt keine wissenschaftliche Forschung, jedenfalls keine finanzierte wissenschaftliche Forschung". Es ist wie die Ironie des Schicksals, wenn man die Hintergründe und Gegebenheiten der vorausgenannten UFO-"Beweise" sieht und dann erkennt, warum es 1) keine wissenschaftliche Forschung geben kann bzw sie scheidern muß und 2) das UFO-Wissen des Publikums "immer noch so unvollständig ist". Zum einen scheinen die UFO-Forscher zur wissenschaftlichen Forschung nicht imstande zu sein und zum anderen wird das Publikum zumindest aus Unfähigkeit heraus dumm gehalten. Dazu braucht man keine Polemik anzuführen, sondern einfach nur die Fakten sprechen lassen.

Was sich hier schon klar abzeichnet, sind die wechselseitigen Mechanismen, die zum UFO-Aberglauben führen. Dies ist wichtig zu sagen, weil die hier zu behandelnte ARD-UFO-Reportage wegen ihres außergewöhnlichen Publikumerfolgs zu starken Teilen mithalf, den UFO-Aberglauben in Deutschland zu festigen, anstellte ihm entgegenzutreten. Die späteren ´Nachzieher´ der Privaten basierten hauptsächlich auf dem Quotenerfolg der öffentlich-rechtlichen UFO-Sendung der ARD. Gerade als ich dieses Kapitel im Frühjahr 1999 verfaßte, hatte ich an der Mannheimer Abendakademie einen UFO-aufklärenden Vortrag gehalten. Hiernach meldete sich ein Herr in der Diskussion zu Worte und gestand mir zu, "irgendwann Mitte der 90er Jahre durch eine ´wissenschaftliche´ Reportage in der ARD von außerirdischen Besuchern überzeugt worden zu sein, obwohl ich vorher Jahrzehnte lang skeptisch war". Ähnliche Worte erfuhren ich und meine Kollegen vorher immer wieder im Umgang mit UFO-Freunden des Phantastischen. Auch wenn man oftmals genug nicht genau festmachen kann, wodurch Menschen ihre ufologische Überzeugung konkret aufmachen (die allerwenigsten sind selbst jemals UFO-Beobachter gewesen), im Fall der ARD-Show haben sich aber ne Menge im Netz verfangen! Dies braucht man nicht mehr zu debattieren.

Die ARD-Primetime-Sendung vom 24.Oktober 1994 kam haargenau inmitten des UFO-Booms nicht nur in Deutschland zur Punktlandung, um den alten Gaul weiterhin zu dreschen. In Deutschland speziell entwickelte sich der letzte UFO-Boom aufgrund der 1989 aus dem russischen Woronesch gemeldeten angeblichen UFO-Landung mit phantastischen Ausschmückungen der Darstellungen durch eine Schülergruppe. Als Folge eines von der TASS hierzu verbreiteten Berichtes, gewannen plötzlich Sichtungen von sogenannten Fliegenden Dreiecken (das neue Design der alten Fliegenden Untertassen) in Belgien an Gehalt und als dann noch im Sommer 1990 aus der Zone rund um das ostdeutsche Greifswald in der ehemaligen DDR massenhaft UFO-Sichtungen und eindrucksvolle UFO-Filme auftraten, war es um die Volksseele geschehen. Die parallel verstärkt auftauchenden britischen Kornkreis-Piktogramme förderten zudem den Ausbruch des esoterischen New Age-Glaubens und der Symbolgehalt all dieser "kosmischen Wunder" kulminierte in der hier behandelten TV-Sendung, da das Publikum auf die Glaubwürdigkeit der ARD setzt und hier natürlich auch auf die vollmundig angekündigte UFO-Reportage mit ihrem wissenschaftlichen Unterton. Nur wenn man all diese Punkte realisiert, wird man verstehen lernen, weshalb die ARD-Sendung in Sachen UFOs so verhängnisvoll sich auswirkte.

Wir können an dieser Stelle die Sendung nicht vollständig auseinandernehmen, dies ist bereits in zwei umfangreichen Publikationen damals geschehen. Im CENAP REPORT Nr. 219 vom Oktober/November 1994 und in Rudolf Henke´s Dokumentarband "UFOs - und es gibt sie doch nicht!" Interessierte können jedoch jederzeit Kopien hiervon nachfragen. Dennoch hier noch einige entscheidende Highlights, die mit dem Absatz zuvor in Verbindung stehen. Rohde behandelte natürlich auch die belgischen UFOs, weil die belgische UFO-Gruppe SOBEPS diese ´wissenschaftlich erforscht´ hat (wir würden es jedoch ´dilettantisch´ nennen, was sich auch aufgrund der SOBEPS-Veröffentlichung hierzu genau belegen läßt). Ihr Prof.Dr. Auguste Meesen stand dafür. Prof. Meesen steht so vor einer belgischen Übersichtskarte, auf der man die Sichtungsörtlichkeiten markiert hatte, kurz wird ein fragwürdiges Fliegendes Dreieck-Dia eingeblendet, welches ein apparatives, konstruiertes Objekt erkennen läßt. Suggestiv dazu die Moderation: "Tausende von zeugen haben [diese] UFOs gesehen." Ja, Tausende haben geglaubt Fliegende Dreiecke zu sehen - aber nicht jenes strukturierte Objekt was auf dem Bild gezeigt wurde! Tatsächlich sahen die Menschen ihre nächtlichen UFOs a. zumeist in den großen Luftfahrtkorridoren (Luftfahrtstraßen) des Landes, b. zumeist in der Nähe von Flughäfen und c. zumeist auch nur als drei weiße Lichter, die dreieckige angeordnet waren und in deren Mitte sich ein (günstiger Weise entsprechend den internationalen Luftfahrt-Vorschriften) rot-blinkendes Anti-Kollisions-Licht. Doch diese realen Beobachtungen sind weit davon entfernt, was hier ein junger Mann in Beisein seiner Freundin (die aber keine Zeugenaussagen machen möchte!) auf Dia festgehalten hat. Mal wieder gilt: All dies erfährt der Zuschauer natürlich nicht. Wir hätten problemlos dies alles ausführen können, wenn man uns nur gefragt und beratend zur Seite gezogen hätte, wenn der Autor nur gewollt hätte! Aber es lief ja ganz anders ab. Und dann eine Manipulation mit verstärkt suggestiver Beeinflußungskraft: Der Sender zeigt eine Computer-Animation von einem fetten Flug-Objekt Marke "Fliegendes Tortenstück" in einer Nachahmung des Flugs eines Fliegenden Dreiecks am hellichten Tage. Der sogenannte Off-Kommentar des Senders dazu: "Zweifelsfrei eine Flugmaschine der dritten Art. Irrtum: Ausgeschlossen!" Hier stimmte auch gar nichts: Während der Sprecher von einem flachen, langgezogenen Objekt mit 30 Metern Länge und 2 Metern Höhe spricht, sehen wir genau das Gegenteil auf der Mattscheibe. Das gezeigte Trickfilmobjekt besitzt ein Längen-Höhenverhältnis von knapp 4:1 während die Moderation ein Höhen-Längenverhältnis von 15:1 ausweist. Dies sollte fast jedem ´Blinden´ aufgefallen sein. Während schon die Tatsachen nicht so recht stimmten, war die Rekonstruktion tatsächlich nur ein Showeffekt gewesen. Der wissenschaftlichen UFO-Forschung (wie auch immer eine solche aussehen soll) kam man einmal mehr nicht auf die Spur, noch wurde man ihr ansatzweise gerecht.

Zum gezeigten Dia heißt es dann ganz ´wissenschaftlich´: Die wissenschaftliche Analyse enthüllt: Das geheimnisvolle Dreieck ist aus...Materie!" Laienhafte UFO-Skeptiker wie wir hielten es wohl für eine feinstoffliche Geistererscheinung... Natürlich war das Objekt aus Materie, was sonst? Schließlich wich es deutlich von all den anderen Zeugendarstellungen von Lichtern am Himmel ab. Fast 8 Millionen Zuschauer mußten in ihren Fernsehsesseln erstarrt sein, als inhaltsschwanger gesagt wurde, daß die Bildanalyse durch die Königlich Belgische Militärhochschule in Brüssel durchgeführt wurde, als einen hochamtlichen Spezialisteneindruck hinterlassen mußte. Verschwiegen dagegen wird, daß die Analyse von Schülern dieser Militärakademie ausgeführt worden ist, die sich erst in der Ausbildung zum Bildauswertungsspezialisten befanden! Denen war es völlig wurscht, was die Moderation ihnen andichtete, wonach diese "Militär-Experten" sich mit Fragen beschäftigten, "die nach dem lautlosen UFO-Flug, die plötzlichen Ortsveränderungen mit vielfacher Schallgeschwindigkeit und dem UFO-Antrieb" ausgerichtet seien, schließlich hat dies nichts mit dem vorliegenden Foto zu tun, aufgrund dessen Erscheinung eigentlich nichts weiter zu analysieren gibt. Unter diversen Falschfarbendarstellungen des Fotos liest aber Prof. Meesen verblüffendes heraus und er hat es von "Luft-Ionisationen", weswegen er um "impulsartige, elektromagnetische" Lenkungen und Fortbewegungen der UFOs spekuliert. Hört sich zwar nett und gut an, hat aber anhand des Fotos wirklich nur mit Kaffeesatzlesen zu tun. Hinterhergeschnitten wird übrigens ein echter Wissenschafter, Dr.Herbert Scheingraber vom MPI, der es aber um allgemeine physikalische Probleme hat und Phänomenen, die mit dem vorgenannten Thema überhaupt nichts zu tun haben, aber suggestiv so geschnitten sind, als würde Scheingraber genau den Worten Meesen´s folgen. Eine weitere Suggestion, über die sich der MPI-Wissenschaftler später zurecht aufregen würde, weil er aus dem Kontext seiner Ausführung hier zugeschnitten wurde und selbst mit UFOs nichts am Hut hat.

Wie die Faust aufs Auge ist da der nachfolgende Off-Kommentar, dem es an Zynismus nicht mangelt, wenn man das bisher schon betrachtete üble Spiel kennt: "Die Erforschung der UFOs, sie leidet unter schweren Erblasten. Da gibt es jene selbsternannten UFOlogen, die Lügen und Fälschungen verbreiten, und das Thema UFOs zur Verunsicherung vieler mißbrauchen und zum abkassieren. Und da gibt es eine Öffentlichkeit, die pauschal jene zu Spinnern erklärt, die glauben ein UFO gesehen zu haben. Zwar sind zuverläßige Bildbeweise immer noch äußerst selten, doch irdische Spuren, die gibt es reichlich, wie Illobrand von Ludwiger weiß." Weder Autor, noch die Leute am Schneidetisch noch die Redaktion dahinter werden gemerkt haben, welchen Boomerang sie da ablieferten - ein Boomerang der Häme, der Ironie und des Zynismus. Wir als kenntnisreiche und informierte UFO-Forscher ärgerten uns grün und blau um dieses Ergußes journalistischer Ohnmacht unter ufologischer Einflüsterung.

Nachwirkungen

Nach dieser Sendung telefonierte ich mich quer durch das Land und fragte die Meinungen meiner Kollegen ab. Alle standen dem TV-Produkt negativ gegenüber. Die Sendung war nicht nur naiv und blauäugig ausgefallen, nein auch der Faktor Ignoranz und Arroganz kam durch. Ignoranz gegen anderslautenden Informationen der Kritiker-Seite; Arroganz indem man diese einfach der Show wegen übersah, übersehen mußte. Der NDR/ARD hatte sich ganz auf die Schiene von Rainer Holbe´s Kommerzreihe "Phantastische Phänomene" festgelegt und davon scheinbar beflügeln lassen. Der Wissenschaftler Hoimar von Ditfurth, welcher zwanzig Jahre vorher im ZDF in einer "Querschnitt"-Sendung ("Warum ich nicht an UFOs glaube") die letzte öffentlich-rechtliche UFO-Reportage brachte, muß sich im Grabe umgedreht haben. Die Folge war eine Pressemitteilun namens "ARD-UFO-Reportage: Ein Versager der unheimlichen Art" wurde verfaßt und ging in dieser Nacht noch an fast 50 Pressestellen hinaus.

Die Deutsche Presse-Agentur (dpa) griff daraufhin die Meldung auf und fertigte daraus die Ticker-Botschaft "Mannheimer UFO-Forscher: ARD verbreitet UFO-Blendwerk". Auch die TV-Kritiker verschiedener Tageszeitungen gingen deswegen auf Distanz zur Ausstrahlung. Stefan Zorn in der ´Hannoversche Allgemeine Zeitung´ nannte die Sendung "Überflüssig", weil der Autor (Heinz Rohde) "nicht einsehen wollte, das seinem Werk kritisches Nachfragen besser getan hätte". Auch Hans Wiesner vom ´Münchner Merkur´ blieb dabei "Doch lieber mit Fragezeichen" die Sendung zu besetzen. Der ´Mannheimer Morgen´ nannte den Film gleich eine "Pseudo-Dokumentation", in der mit "verblüffender Ernsthaftigkeit" man die Mär vom Besucher aus dem Weltraum "munter sponn". Zudem versäumte Rohde Kritiker zu Worte kommen zu lassen, "die den Unsinn ins Reich der Phantasie verwiesen hätten". "Handwerklich wie inhaltlich hat Rohde schwer gepfuscht. Sollte der Autor zuvor in Physiker- wie Journalistenkreisen zumindest den Hauch eines Ansehens besessen haben, dürfte es damit nach der Ausstrahlung dieser Märchenstunde vorbei sein. Der Schwarze Peter geht aber auch mit dem NDR heim, der einen solchen Schwachsinn ins Programm hob". Ralf Schlüter von der ´Berliner Zeitung´: "Für sein filmisches Pro-UFO-Pamphlet hat Rohde eine eigenwillige Form der Beweisführung entwickelt... Rohde bemühte sich um den Anschein von Seriosität. Ein Kritiker der UFO-Forschung kam jedoch nicht zu Wort, die vorgestellten Experten waren bereits bekehrt. Die UFO-Fangemeinde blieb unter sich." Klaus Wienert von der ´Frankfurter Rundschau´ war ebenso auf unserer Seite: "Film über unbekannte Flugobjekte löst heftige Kritik aus" war sein Beitrag.

Neben der CENAP-Kritik hatte sich nämlich auch Jean Pütz, Kölner Wissenschaftsjournalist, auf unsere Schiene begeben und von sich aus die Sendung einen Skandal genannt, zudem noch eine "bedauerliche Entgleisung". Pütz ist zudem für den Deutschlandfunk Vorsitzender bei der Wissenschaftspressekonferenz. ´Die Rheinpfalz´ hieb nach und Henning Harmssen nannte die UFO-Reportage "absolut unergiebig" und in "jeder Hinbsicht sinnlos" sowie "lächerlich". Rohde versäumte es "den Dingen auf den Grund zu gehen". Jörn Röver von der ´Stuttgarter Zeitung´ beschrieb die "Kontroverse nach ARD-Film über Außerirdische" so: "Kritische UFO-Experten in Deutschland sahen sich zugunsten von Sensationsdarstellung übergangen. Sie hätten auf Anhieb eine Reihe der vermeintlich unidentifizierten Flugobjekte erklären können", "Kritiker wie Werner Walter vom CENAP waren nicht zu Wort gekommen". Rainer Kasselt von der ´Sächsischen Zeitung´ nannte die Sendung also eine "Luftnummer" und "man glaubte sich im Sender geirrt zu haben". Und das Nachrichtenmagazin bezeichnete daraufhin den NDR als einen "UFO-Sender", weil in einer außerirdischen Märchenstunde dieser fast acht Millionen Zuschauer veralbert hatte. Dieter Deul von der TAZ: "Rohdes beitrag kümmert sich nicht um die jopurnalistische Nebensächlichkeit einer Erklärung oder Abwägung. Statt dessen sammelte er wacker seine Ostereier." Michel Murucker vom ´Berliner Tagesspiegel´: "Unter den Fernsehautoren aber soll es auch einige geben, die viel heiße Luft schon für eine Dokumentation halten."

Hier stand also eine deutliche sowie nicht zu übersehende Phalanx die Ohrfeigen austeilte. Ob all dieser Empörung sowie Kritik durch mich angeregt, mußte die ARD reagieren. Am Mittwoch, den 26.Oktober 1994, gab es plötzlich auf dem ARD-Videotext (Seite 610, "ARD - Intern") die Meldung: "NDR weist Kritik am UFO-Film zurück: In einer Erklärung des NDR heißt es, der Film habe eine nüchterne Bestandsaufnahme von UFO-Phänomenen geboten. Der Autor Heinz Rohde ist Diplom-Physiker." Was für eine traurige Entschuldigung und gleichsam ein Ohnmachts-Eingeständis. Zudem wurde eine Sondersendung für den 27.Oktober in der ARD angekündigt, in der die UFO-Show nochmals diskutiert werden sollte. Hier ging es ganz konkret um die Wahrung des Gesichts, retten was zu retten ist, nur gut dastehen hieß die Devise. Wenn dies die Moral der ARD sein sollte, dann heißt es nur eine Verabschiedung aus der sogenannten "Ersten Reihe". Um die Affäre noch absurder zu machen: Menschen die beim NDR nach der Sendung anriefen, wurden an mich nach Mannheim verwiesen. Irgendwie ist da etwas gewaltig schieg gelaufen, da die meisten Anrufer Herrn von Ludwiger verlangten bzw dachten diesen hier zu erreichen!

Doch mit den Verrücktheiten sind wir aufgrund dieser Sendung noch lange nicht am Ende, machen Sie sich noch auf einiges gefaßt. Als Folge der ARD-Ankündigung über eine Sondersendung riefen mich diverse Radiosender und Zeitungen an, um Stellungsnahmen und Interviews zu erbitten, da man dort überall automatisch davon ausging, das ich als Hauptkritiker Teilnehmer der Runde sei und man wollte vorab schon meine Argumente einholen! Unter den Anrufern war auch der Programmchef des Süddeutschen Rundfunk (SDR), der darum bat ihm auszuhelfen. Was war geschehen? Aufgrund der wirklich CENAP-bezogenen heftigen/deftigen Kritik in den Medien wurde eine Sitzung des ARD-Programmrats in Mainz einberufen, um die umstrittene ARD-UFO-Sendung zu diskutieren. Da man selbst keine Aufzeichnung der Sendung bereit hatte (!), wurde um eine Kopie von mir gebeten. Man wollte sich keine Blöße geben und vom NDR abgesetzt agieren. Die Details der Aufzeichungsübergabe sollte der Leiter der Wissenschaftsredaktion des SDR mit mir absprechen, der gleich darauf unwirsch und aufgebracht sich meldete, um die Modalitäten zum Ausleihen meiner Aufzeichnung abzuklären.

Ich wartete also auf einen Anruf des NDR in Hamburg, um eine Einladung für die Sondersendung (ausgegeben als "Expertenrunde") zu erhalten. Doch nichts dergleichen geschah, auch wenn wir selbst und zig Journalisten in Deutschland und darüber hinaus (es hatte sich selbst ein ORF-Journalist bei uns gemeldet) dies als ganz selbstverständlich erwarteten!!! Die Ankündigung der ARD-UFO-Runde als Sondersendung führte zu Nachfragen von z.B. ´Mannheimer Morgen´, ´Die Rheinpfalz´, Radio PRP,Radio FFH, MDR, ´Die Zeit´, ´Mittelhesssische Zeitung´, dem Hessischen Rundfunk, RTL und NDR 2 (!). Überall wurden die Gesichter lang, als ich erklären mußte, daß der NDR bisher noch keine Einladung an mich ausgesprochen hatte und die Zeit dafür langsam knapp wurde. Ein TV-Sender war sich derart sicher, ich würde wohl bei der Sondersendung dabei sein, das ich gebeten wurde auf meiner Fahrt unterwegs Halt zu machen und ihm für ein Live-Interview knapp vor der Ausstrahlung zur Verfügung zu stehen! Doch es kam ganz anders. Irgendjemand mit begründetem Interesse und Einfluß hatte hier seinen Finger drauf! Es war nicht das erste Mal, daß ein Sender entweder lautstarke Skeptiker/Kritiker nicht einläd oder auf Intervention von UFOlogen wieder ausläd. Scheinbar haben manche UFOlogen und Redakteure eine panische Angst vor sachinformierten Kritikern, die die sprichwörtlichen "Leichen im Keller" kennen. Sich dann aber den Anschein von Ernsthaftigkeit oder gar Wissenschaftlichkeit zu geben wird zur Lachnummer, da der wissenschaftliche Fortschritt vom freien Meinungaustausch, von der Diskussion, von der Kritik lebt. Andererseits mag es auch ganz banale Hintergründe haben, wenn man die Sachverständigen von der ´anderen Seite´ übersieht: Die Verantwortlichen haben Angst davor, wir könnten ihre Show kaputtmachen. Doch dies macht dann das umstrittene Produkt immer noch nicht seriöser, gerade dann wenn man die Hintergründe um des Skandals kennt, wie nun die Leser dieser Zeilen. Eine von mir am Donnerstag, den 27.Oktober, von mir durchgeführte Umfrage bei den bekannten UFO-Skeptikern des Landes ergab, das niemand von diesen ersatzweise angesprochen bzw eingeladen worden war. Dies brachte das berühmte Faß zum überlaufen, wieder wurden sachkundige Experten der kritischen Seite nicht beachtet, um keinen Gesichtsverlust zu erfahren. Ich faxte somit die Pressemitteilung "ARD-UFO-Skandal weitet sich aus: Expertenrunde ohne skeptische Experten!" in die Welt hinaus.

Nun, die "Expertenrunde" der ARD-Sondersendung nannte sich "UFOs - gibts die wirklich?" und fand unter der Moderation des hilflosen ARD-Korrespondenten Peter Gatter statt. Die Studiogäste waren Illobrand von Ludwiger "von der Deutschen Aerospace und Sachverständiger für unidentifizierbare Flugobjekte", Heinz Rohde, Ranga Yogeshwar von der WDR-Wissenschaftsredaktion und Harald Lesch vom MPI für Astrophysik. Basta. Hier ging es fleißig um den ´Heißen Brei´ herum, den Gesichtsverlust wollte man ausbügeln. Nicht mehr und nicht weniger. Da neben von Ludwiger kein echter UFO-Sachverständiger zugegen war, wurde hier nurmehr viel heiße Luft geboten und der UFO-Fan von Ludwiger hatte leichtes Spiel. Yogeshwar und Lesch standen mehr oder weniger hilflos da, sie versuchten nur aufgrund ihrer Position eine gute Figur zu machen, mußten aber im Detail freilich scheidern. Rohde dagegen erwies sich als eine Art "Stiefellecker" der MUFON-CES, damit hat er sich garantiert keinen Gefallen getan, aber was blieb ihm ansonsten übrig? von Ludwiger dagegen hebelte die unerfahrenen, wenig sachkundigen Kritiker im Studio aus: "Sie kommen hierher ohne sich informiert zu haben. Das mache ich doch nicht mit..." Rohde selbst hat es dann ominös vom "Besitzer eines Möbel-Supermarktes", der als UFO-Forscher aktiv wird und damit mich meint, obwohl ich nie Besitzer eines "Möbel-Supermarktes" war: "Nun weiß ich nicht, ob das Verkaufen von Tischen und Stühlen sozusagen die Möglichkeiten liefert, sich mit einem so komplizierten Gegenstand, der auch noch in der Gesellschaft so belastet ist, mit Interpretationen zu befassen; soetwas halte ich für sehr, sehr unglücklich." Nichts weiter als Gesichtsbewahrung mit Formalien war hier angesagt - auf der anderen Seite wurde die sachliche Qualifikation von mir damit heruntergeputzt, um sich selbst aus der Schlinge zu ziehen. Standesdünkel, Arroganz, Überheblichkeit und Hochmut retten aber die Situation nicht. Weitaus unglücklicher hätte Rohde halten sollen, was da ein Akademiker und seine Truppe verzapfte - und welche berechtigte Kritik deswegen losbrach!

Eine feine "Expertenrunde" hatte sich hier zusammengefunden, der man unterschoben hatte, daß die Zuschauer nun mehr über UFOs erfahren würden - diesem Ziel wurde man einmal nicht gerecht und ein weiterer Rohrkrepierer war über den Äther gegangen, der durch die Teilnahme von Wissenschaftsjournalist Ranga Yogeshwar gewürzt wurde, der die Finger in die Wunde legte und weswegen es zu Tumulten im Studio kam und Moderator Gatter mehrmals "Ruhe" rufen mußte. Wieder ging eine Pressemitteilung, "ARD-UFO-Sondersendung fiel bei UFO-Skeptikern wg Unausgewogenheit durch!", übers CENAP-Fax in die Redaktionen hinaus. Die Folge: Die Fernseh-Kritiken fielen auch wegen der Sondersendung negativ aus. Ponkie von der ´Abendzeitung´ nannte beide Sendungen gleich einen "Dokumentationsquark", weswegen es "viel Protestgeschrei in Anti-UFO-Kreisen" gab. Der ´Mannheimer Morgen´ bedauerte, daß der Zuschauer auch jetzt über weite Strecken nichts verstand. Bei der ´Hannoversche Allgemeine Zeitung´ wurde der Beitrag schlicht als "überflüssig" abgestempelt und Kritiker Stefan Zorn nannte sie gar einen "Kindergarten". Die ´Stuttgarter Zeitung´ wurde fundamentalistisch: "Ausgewogenheit im Fernsehen - gibt es das wirklich?" Was hier geboten worden war nannte man "oberflächliche Wissenschaftsunterhaltung statt unterhaltender Wissenschaft". Roland Timm vom ´Hamburger Abendblatt´ meldete sich zu Worte und stellte sich vor Beginn die entscheidene Zuschauerfrage: "Würde diese eilig nachgeschobene Debatte klären helfen, was seit Montag auch ARD-intern die Gemüter erhitzt?" Nein: "Es war ein frommer Wunsch." Die Sächsische Zeitung nannte die Show "halbseiden" und "Luftnummer": "Wer hat hier nicht alle Untertassen im Schrank?" Der ´Berliner Kurier´ nannte die Ausstrahlung "Des Unsinns zweiter Teil". ´Focus´ blieb beim vernichtenden Urteil "unsäglich".

Dennoch, wie die ´Westfälische Rundschau´ am 26.Oktober 1994 zu berichten wußte, "diskutiert ganz Deutschland" - "beim NDR stand gestern die Klingel [des Telefons] nicht mehr still". Und weiter: "Harsche Kritik äußerte UFO-Experte Werner Walter in Mannheim. Die Sendung sei Blendwerk und habe die Zuschauer verwirrt. Vor allem die in der Reportage behandelten Sichtungen von UFOs über Belgien seien leicht erklärbar." Tatsächlich wurde auch der NDR von Beobachtern angeblicher UFOs überschwemmt, die ähnliche Observationen machten, "wie sie in der Sendung geschildert wurden". Damit sind die Disco-Lichteffektgeräte gemeint, weswegen der NDR (ausgerechnet) die Beobachter an die Mannheiner UFO-Meldestelle verwies!!! Die ´Offenbach-Post´ vom selben Tag nannte die Sendung daher nurmehr "Metaphysischer Dünnpfiff" und verwies darauf, daß die Sendung "gründlich in die Hose ging", weil "zahlreiche der aufgetischten Fälle seit Jahr und Tag als geklärt gelten - sie sind vornehmlich Blödsinn, Täuschungen, Spiegeleien und Eulenspiegeleien. Da hat uns die ARD ganz schön vergackeiert. Leider vergaßen die ´Dokumentarfilmer´ das beizeiten zu erwähnen. Die Folge: 45 lange Minuten in der letzten Reihe - und das ausgerechnet bei der ARD". Damit ging die auf ernst getrimmte TV-Unterhaltungssendung in aller Öffentlichkeit voll daneben. Doch das wurde vom Autor und vom Sender überhört. Wie gesagt: Gesichtsverlust wolle man sich nicht ins Stammbuch schreiben lassen, auch wenn die Medien draußen vor dem NDR-Tor in Hamburg ganz und gar anderer Meinung waren und vernichtende Urteile abgaben. Der ´Express´ so am 26.10.94: "UFO-Fieber: Wissenschaftler geraten sich in die Haare", um die CENAP-Kritik aufzugreifen. Die ´Kölnische Rundschau´ vom 25.Oktober hatte unter der Schlagzeile "Banale Konsequenzen", die "plakative Präsentation" als "entwertend" gelocht: "Daß Rohde von getürkten UFO-Fotos berichtet macht die Sache nicht objektiver... Etwas mehr Skepsis hätte da gutgetan." Henning Harmsen sah für die ´Rheinpfalz´ ebeno kritisch fern und brachte den Beitrag "Absolut unergiebig" in die vielgelesene Pfälzer Zeitung vom 26.Oktober 1994: "Ich sehe was, was Du nicht siehst. Daran mußte ich bei dieser absolut unergiebigen UFO-Revue denken." Der Kritiker sprach von einem "in jeder Hinsicht sinnlosen Film", der "schlichtweg lächerlich" ist und in einer "nichtssagenden Erbsenzählerei" ausartete. Gescheitert war Rohdes Film auch deswegen, "weil er nichts weiter zu bieten hat als eine pure Aufzählung, ohne den Dingen auf den Grund zu gehen".

Die ´Neue Westfälische´ vom 29.Oktober wußte es genau: "Unerklärbare Flugobjekte bewegen ein Millionenpublikum: UFO-Debatte führt zum Skandal". "Bei der ARD ist dicke Luft. Und dabei hätte die öffentlich-rechtliche Anstalt allen Grund zur Freude. Ein am Montag ausgestrahlter Beitrag zog fast acht Millionen Zuschauer vor den Flimmerkasten. ´Seit ihrem Bestehen hat die ARD auf diesem Sendeplatz noch nie eine so hohe Einschaltquote erlebt´, sagt der zuständige NDR-Redakteur Uwe Zimmermann." Dennoch, es gab "vernichtende Kritik" an der Ausstrahlung, die "innerhalb der ARD ein Nachspiel haben wird". Wie die Zeitung erfuhr, war Rohde nur ein "freier ARD-Mitarbeiter", der von sich selbst behauptete, einen "ganz bescheiden gemachten Film" abgeliefert zu haben, wobei dies sogar irgendwie stimmt! Jean Pütz blieb dennoch dabei, daß diese Sendung "eine Katastrophe" war. Auch der ´Südkurier´ klagte, daß die Sendung "dürftig" war, weil es an "Gegenpositionen" mangelte. Und die TV-Kritik der ´Bild + Funk´ war deutlich, als die den Beitrag einen "einseitigen Bericht" nannte. Die ´Hör Zu´ reagierte schließlich in ihrer Fernsehkritik von Karlheinz Mose und erklärte die UFO-Sendung zu "einem Film für Gläubige". In der ´Hör Zu´ vom 11.November 1994 gab es zwei interessante Leserbriefe zu beiden ARD-Sendungen. Zunächst Kurt Jürgens, Ratingen: "Daß sich sogar das Pentagon mit UFOs beschäftigt hat, liegt nur daran, daß sich die Amerikaner nicht von der russischen Kriegsmaschinerie überraschen lassen wollten. Es gibt nicht die geringste Wahrscheinlichkeit, daß unser Planet von Außerirdischen beobachtet oder gar besucht wird..." Dann Peter Dreves, Büdelsdorf: "Die UFO-Diskussion am 27.Oktober in der ARD war schlimmer als ein Polit-Disput. Streckenweise herrschte totales Durcheinander - jeder redete gegen jeden. Vorschlag: Diskussion wiederholen, kompetentere Leute einladen, Redezeit begrenzen. Die Einschaltquoten beweisen: das Thema interessiert!"

Der ´Nordbayerische Kurier´ vom 29.Oktober 1994 griff sich ganzseitig dem Thema des "multimedialen Untertassen Kult". Hesemann hatte gerade in Bayreuth Indizien vorgeführt, die die Existenz außerirdischen Lebens beweisen sollten. Martin Groll erkannte, daß "die UFOs los sind. Der Kult um die nicht-identifizierbaren Flugkörper, lebt." Doch strengere Nachforschungen haben viele dieser UFO-Sichtungen als das entlarvt, für was sie überzeugte UFO-Skeptiker schon immer hielten: als natürliche Phänomene, als Verwechslungen, manche sogar als eindeutige Fälschungen. Gutgläubige UFO-Fanatiker hat das dennoch nie davon abgehalten, jene noch so unscheinbare Himmelserscheinung für einen Besuch der Außerirdischen zu halten. Ausgerechnet von diesen "Sektierern" will sich Hesemann "abgrenzen", obwohl genau sie sein Publikum ausmachen. "Ich bin kein Scharlatan" hämmert er seiner Fangemeinde ein. "Seine Arbeit hält der korpulente Autor für wissenschaftlich. Für seine Gegner verneint er dies", lesen wir da überaus verblüfft und noch mehr: "Ich frage diese Leute, ob Sie schon jemals Recherchen vor Ort angestellt haben, und sie antworten mir: nein." Hesemann fühlt sich in der Rolle des verkannten Pioniers, des einsamen Rufers in der Wüste. "Gerne vergleicht er sich, wenn auch nicht direkt, so doch zumindest andeutungsweise mit Kopernikus, de rin seiner Zeit wegen seiner Theorien verlacht und angefeindet wurde. Etwas Märtyrerhaftes scheint da durch, auch wenn er es nicht offen zugibt", erfahren wir wenig erstaunt, weil wir Hesemann kennen. "Filme sind für Hesemann Fakten, an diesem Credo hält er fest. Den Hinweis, Filme seien manipulierbar, weist er barsch zurück", schreibt Groll nieder. "Außerdem, so Hesemann, sei es sehr zweifelhaft, daß beispielsweise ein mexikanischer Bauer so viel Geld in Special Effects reinstecken könne, um seinen UFO-Streifen zu türken. Die Echtheit sei ´nicht bestreitbar´". Kein Wunder also, wenn unbedarfte Zuhörer und Leser mit wenig Vorwissen Hesemann nicht widerlegen können, stellt die Zeitung klar und kommt damit zu einem sehr wichtigen Punkt. Tatsächlich sind es nicht aufwendige Special-Effekts mit den UFO-Filme getürkt werden, sondern recht banale Tricks mit den fotopsychologisch das Publikum "umgehauen" wird. Und damit kann das Publikum über die Ohren gehauen werden, welches zudem kaum fachmännische Ahnung hat und deswegen leicht auf den Leim geführt werden kann.

Natürlich überhäuft der "UFO-Geschäftsreisende" mit Fällen und Beweisen, "die einen förmlich erschlagen und jeglichen Versuch der Nachprüfung im Keime ersticken. Rasch springt hesemann von Bild zu Bild, von Filmsequenz zu Filmsequenz." Dazu referiert Hesemann, mal mehr, mal weniger deutlich, streckenweise nuschelnd. Ohne zu vergessen, hier ein Anekdötchen, da eine Binsenweisheit, dort eine Moralpredigt einfließen zu lassen. UFOtainment pur. "Abenteuerlich wird Hesemanns Show spätestens dann, wenn er seine großen Trümpfe ausspielt: die ´supergeheimen´ Akten aus den Archiven des CIA, KGB und der NASA... Der Krieg der Sterne findet bei Hesemann nicht nur im Wohnzimmer statt. Das amerikanische Raketenabwehsystem SDI sei vor allem gegen eine mögliche Bedrohung aus dem Weltall gerichtet.. und Spielbergs Film ´Unheimliche Begegnung...´ sei Teil eines Erziehungsprogramms gewesen, um die Öffentlichkeit auf Kontakt mir ´extraterrestrischer Intelligenz´ vorzubereiten", ist hier zu lesen. Begleitet wird der Artikel von diversen Bildern, darunter auch eine "authentische" Aufnahme, ja das "beste Bild einer Fliegenden Untertasse über Deutschland" anno 1977 "in der Nähe von Hamburg". Dies ist die sogenannte Wedel-Aufnahme von Walter Schilling, die auch in der ARD/NDR-Sendung vom 24.Oktober 1994 als schlagender UFO-Beweis abgehandelt wurde. In dem Buch "Das Rätsel: Unbekannte Flugobjekte" (Moewig, 1998) sollte dann Hesemann selbst hierzu einen Beitrag einbringen, um MUFON-CES eines auf die Mütze zu geben. Hier gestand er ein, vom Fotografen zwischen 1981 und 1983 Dutzende "primitiver Fotocollagen" erhalten zu haben. Aber weitere Nachforschungen erwiesen sich als undurchführbar, weil Schilling 1984 infolge eines Sexualdeliktes in einer psychiatrischen Klinik aufbewahrt wurde. Hesemann selbst hatte bereits im Juni 1982 von der Ground Saucer Wtach (GSW) erfahren, daß das Wedel-Foto auf ein kleines Modell zurückgeht. Und bereits am 11.August 1983 teilte Schilling Hesemann gegenüber mit: "...ich habe eine gute Nachricht für Sie. Das Mini-UFO von Wedel Anno 1977. Ich habe es selbstgemacht, fliegen gelassen un dann bloß noch ein Foto gemacht... Details: Habe es in Feinarbeit daheim gebaut und es flog aus meiner Hand über der Wedeler Marsch...Verstehst Du, Freund Michael? Das ist gut. Ein sehr guter Witz. Okay."

Jubelrufe der UFOlogie

Aber es gab auch UFOlogen, die die Gunst der Stunde nutzten und sich sonnten, freilich unbelastet von aller Kritik und mit voll zugeschalteten Scheuklappen. So brachte der Hanauer Anzeiger am 28.Oktober 1994 die Schlagzeile "UFOs und nochmals UFOs - Der Hanauer Buchautor Ernst Meckelburg sieht sich bestätigt" ins Blatt. Der Hanauer Autor, dessen Buchauflagen inzwischen in die hunderttausende gehen, lehnte sich genüßlich im Sessel seines Hauses zurück, weil er "eine indirekte wissenschaftliche Reputation erfahren" habe. Die ARD-Sendung habe zumindest einen Teil seiner in mehreren Büchern veröffentlichten Ansichten "bestätigt", da ein "seriöser Sender" Himmelserscheinungen vorgestellt hatte, "die nicht mit dem heutigen physikalischen Wissen erklärbar sind". Ernst Meckelburg sah sich in seiner Arbeit, seinen Forschungen und Überlegungen durch Rohde´s Unterhaltungsshow bestätigt! Und der UFO-Entführte George Spöttle behauptete laut einer ADN-Agenturmeldung (abgedruckt im Hamburger Abendblatt vom 24.11.994) in Budapest auf dem Konvent "UFOCON 94" ungerührt: "In der ehemaligen DDR hat es mehrere tausend Entführungen durch Außerirdische gegeben. Weit mehr als in Westdeutschland! Die Opfer wurden in Raumschiffe verfrachtet und für medizinische Experimente benutzt." Nach Spöttle unterlägen diese "brisanten Akten" strenger Geheimhaltung und seien inzwischen vom Bundesnachrichtendienst nach Pullach gebracht worden. Spöttle weiter: "Ich weiß von Kollegen, die für die Gauck-Behörde gearbeitet haben, daß internationale Geheimdienste wie der CIA und der MI5 die mehreren tausend Dossiers prüfen." Laut Spöttle habe es eine UFO-Abteilung der Stasi gegeben, die mit mehreren Ostberliner Ministerien und den DDR-Luftstreitkräften zusammenarbeiteten. Auch Psychologen der Humboldt-Universität hätten geholfen, die Personen zu befragen, die mit Außerirdischen in Kontakt gekommen seien. Der Hamburger Diplom-Physiker und Fernsehautor Heinz Rohde (der gerade die mehr als umstrittene UFO-Reportage "UFOs: Und es gibt sie doch" zur besten Sendezeit über den ARD-Kanal laufen ließ): "Sicherlich hat die Stasi UFOs beobachtet - schon allein aus militärischem Interesse."

...Fortsetzung folgt...


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