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18.06.2007


    
Dresden: Neues vom ´Alien-Anwalt´ Jens Lorek

BILD-Dresden - ´Der Alien-Anwalt aus Dresden: Sein 1.Fall - Angeblich wurde dieser Koch von UFOs entführt´ - und das bald zum 60.Jahrestag des UFO-Phantoms!

So ein "Alien-Lawyer" hat es auch nicht leicht. Zur Einstimmung aber erst diese Clips: http://www.youtube.com/watch?v=8w2Q... - http://www.youtube.com/watch?v=8V__... - http://www.youtube.com/watch?v=RG5t... - http://www.youtube.com/watch?v=FbEQ... - http://www.youtube.com/watch?v=pJJO...

In sehr großer Aufmachung berichtete auf S.3 die BILD-Dresden am Samstag, den 16.Juni 2007, in einem unübersebaren Artikel von J.Helfricht: "Der Alien-Anwalt aus Dresden: Sein 1.Fall - Angeblich wurde dieser Koch von UFOs entführt".

>Als Deutschlands 1.Anwalt für Alien-Opfer machte der Dresdner Jurist Jens Lorek (42) letztes Jahr Schlagzeilen. Jetzt hat er endlich seinen 1.Fall: Ein Hotelkoch sei von Außerirdischen entführt worden... Loreks Mandant heißt Paul H. (23) und weil ihm seine Geschichte niemand glaubte, wurde er erst mal in die geschlossene Abteilung des St.-Marien-Krankenhauses eingeliefert. Zu unrecht, wie der Alien-Anwalt befand. Er zog für H. vor Gericht, erwirkte gestern, dass die Unterbringung in der Anstalt aufgehoben wurde. Lorek: "Es gibt keine rechtliche Handhabe, jemanden in die Psychiatrie zu stecken, der denkt, Alien-Opfer zu sein."

Die Geschichte des ehemaligen "Kempinski"-Kochs Paul H. beginnt in der Nacht vom 2. auf den 3.September 2005 in der Dresdner Neustadt. "Ich erinnere mich an ein kreuzförmiges Raumschiff, das mich aufsog und in Spiralbewegungen ins All beförderte. Als ich wieder zu mir kam, war bereits Tag." An das Aussehen der Aliens erinnert sich H. nicht. Er weiß nur, dass ihn außerirdische "Siriaden" entführt, manipuliert und als "Schamanen in Ausbildung" auf die Erde zurückgebracht hätten: "Ich soll die Stadt für die Ankunft weiterer Außerirdischer weihen." Der Koch nimmt seine Mission ernst. Er löst sein Konto auf, besetzt eine Brache in der Neustadt, badet - angeblich auf Anweisung aus dem All - nackt in einem Brunnen. Als ihn die Polizei nackt auf dem Fahrrad erwischt, weist ihn das Amtsgericht in die Psychiatrie ein (Az.406 XVII 0940/07).

Alien-Anwalt Lorek hat recherchiert: "Paul H. fühlt sich nicht mehr als Mensch, sondern von einer anderen Welt, bekommt Anweisungen eines sirianisch-plejadischen Rates. Dies ist abgeleitet vom wirklich existierenden Stern Sirius und dem Sternhaufen Plejaden." Um seinem mittellosen Mandanten verteidigen zu können, hat Lorek Prozesskostenhilfe beantragt. Jetzt will er auch noch Hartz IV für ihn erwirken: "Denn auch für außerirdische Schamanen hat der Staat eine Grundsicherungspflicht."<

Hintergrund zu der bei BILD nur halbwegs erzählten Geschichte! RA Jens Lorek wurde am 8.Juni 2007 von BILD-Dresden-Reporter Helfricht angerufen, und schlitterte so in diese Story hinein. Lassen wir aber unseren CENAP-Kollegen am Besten selbst ausführen wie der Ereignisverlauf war und worüber er uns CENAP-intern alsbald unterrichtete:

"Der Journalist Dr. Helfricht von BILD Dresden rief mich eben an. In der Psychiatrie sitzt ein Mann, der dringend nach Hrn. Helfricht und mir verlangt. Er (also der Mann) sei ein Sohn Satans, wäre dann aber von Außerirdischen entführt und umoperiert worden. Jetzt müsse er den Befehlen eines ´syrophönizischen´ oder ´siridischen´ Rats gehorchen. Der Mann lebte (bzw. hauste) in einem Abrißgebiet der Dresdner Neustadt auf einem Baugrundstück in einem Zelt und hatte Fliegenpilze genommen, bevor er eingeliefert wurde. Fliegenpilze erzeugen Rauschzustände, bei denen es zu extremen Schweißausbrüchen kommt (die Kleidung wird davon tropfend naß). Der Vergiftete verliert das Zeitgefühl, überschätzt sich maßlos und kann Tobsuchtsanfälle bekommen. Auffällig ist eine extreme Verengung der Pupillen (bis Stecknadelkopfgröße)." Lorek interessierte sich in der Sache zunächst einmal für den Motivbestand der ganzen "Alien-Story", soweit er sie vom BILD-Reporter übermittelt bekommen hatte. Hans-Werner Peiniger konnte dazu nur einbringen: "Das erinnert mich dann wieder an einen Anruf einer männlichen Person, die unser Anrufbeantworter aufgezeichnet hatte. Wir sollten doch mal zurückrufen, weil er immer Fliegende Untertassen über Bremen sehe. Bei meinen Rückruf geriet ich dann an eine Schwester der geschlossenen Psychiatrie des Landeskrankenhauses Bremen. Da war ich erst einmal baff. Dann ließ ich mir jedoch den Patienten geben. Er erzählte mir dann, dass er, seitdem er seine Augen mit Säure verätzt habe, sein Bewusstsein erweitert hätte und dann eben diese Fliegenden Untertassen über Bremen sehe. Der Mann war von Beruf Ingenieur der Elektrotechnik und mit dem konnte ich mich so ganz normal unterhalten, wenn es um andere weltliche Themen ging. Was es nicht alles gibt..."

Am 15.Juni 07 konnte Lorek als Anwalt für Arbeits- und Sozialrecht (!, darum gings schließlich wirklich und DESWEGEN war er von BILD angesprochen worden, weil er als ´Alien-Anwalt´ hier natürlich den ´außerirdischen Aspekt´ aufarbeiten könne - was natürlich NUR SO einer Story wurde) uns mehr mitteilen, nachdem er mit dem Mann von BILD am Sonntagnachmittag in der Anstalt gewesen war, um die Angelegenheit abzuklopfen und schnell festzustellen war, dass der betroffene Mensch sich da aus der esoterischen UFOlogie seine eigene Wirklichkeitsflucht-Geschichte nach dem Jobverlust und den damit verbundenen Folgen zusammengesponnen hatte* und in Rauschzuständen dann auslebte - er aber selbst nicht zum ufologischen Fandom-Projekt gehört, als ´Einzelkämpfer´ unterwegs ist:

"1. Zur Erinnerung: Es hatte sich einer, der in die Geschlossene Abteilung der Psychiatrie eingewiesen worden war, über den Journalisten Helfricht an mich gewandt und wollte unbedingt von mir vertreten werden. Er war ein ´Schamane in Ausbildung´, war auf einen ´Holzkreuz´ durchs Weltall geflogen, bekam Anweisungen vom ´siriadisch-plejadischen Rat´ usw.

2. Nach erster Überprüfung kam ich zum Ergebnis, daß der Mann zwar ein Wirrkopf, aber nicht gefährlich ist: Er war nicht gewalttätig, legte kein Feuer, drehte keine Gas- oder Wasserhähne auf usw. Für mein Empfinden bestand keine Notwendigkeit, ihn die Geschlossene zu stecken, also hab ich das Mandat übernommen. Auch wenn der Mandant ein Sammelsurium von allem möglichen Esoterik- und ´UFO´-Aberglauben im Kopf hatte und man daran sieht, was bestimmte Leute mit ihren Büchern usw. bei psychisch labilen Leuten anrichten können.

3. Am gestrigen 14.6. gg. 11 Uhr hab ich gegen die Einweisung Rechtsmittel eingelegt. Nach 16 Uhr war ich (zusammen mit dem Journalisten Helfricht) bei dem Mandanten in der Psychiatrie. Es gehört zu meiner ganz normalen Anwaltsarbeit, Leute ´rauszuholen´, die zu Unrecht irgendwo festgehalten werden.

4. Heute morgen hat das Gericht die Einweisung in die Geschlossene aufgehoben. Also hatte ich Erfolg, alles prima - und jetzt kommts: Der Mandant sagte mir, ihm gefiele es hier im Krankenhaus, und hat mit dem Doktor vereinbart, daß er NOCH EIN PAAR TAGE FREIWILLIG in der Geschlossenen bleibt ... ich hab ihm geantwortet, daß er ein freier Mann ist und tun kann, was ihm beliebt. Hab auch den Arzt gesprochen, und der bestätigte mir: Der Mandant will gerne noch bleiben. Er ißt und schläft auf der Station und hat im übrigen unbegrenzten Ausgang."

*= Stichwort: "visionärer Impuls" sowie aufgrund dessen die Freisetzung eines ´kreativen Prozess´ als persönliche Fanfiction aufgrund von Bauchentscheidungen mit dem Wunsch diese auch auszuleben. Die aufgegriffenen inspirierenden Stränge werden daraus auch erweitert und individualisiert, um schließlich auch dem Mythos Tiefe zu geben - die Menschen selbst halten so die Legende lebendig. Man kann hier auch sehen, dass die UFO-esoterischen Inspirationen (= philosophische Ansätze für den, der darauf ´anspringt´) zur persönlichen ´Weiterentwicklung´ des ehemaligen jungen Kochs führte (und die ´Pilze´ wollen wir dabei auch nicht vergessen!). Fanfiction kennt keine Grenzen. Erlaubt ist was gefällt und ob es nach außen hin wirkllich Sinn ergibt ist zweitrangig.

So gesehen zeigt diese Wahngeschichte (eine schlichte ufologisch-gefärbte Tagträumerei war dies jetzt bei Weitem nicht mehr!) nur auf, dass die Aliens und Untertassen-Raumschiffe die Phantasien unserer Zeit symbolisieren - und auch BILD arbeitete in der bunten Berichterstattung zu dieser Geschichte genau mit diesen Symbolen, welche uns sofort ansprechen und anspringen - uns was zu sagen haben, was wir GLAUBEN bereits zu kennen. Genau deswegen sind alle UFO-Featureartikel oder UFO-TV-Meldungen immer mit Bildern der Untertassen als Eyecatcher versehen. Weil man da als Konsument gleich ´weiß´, wo es langgeht. Da wird mit den Vorstellungen des Publikums bewusst gearbeitet und auf diese auch konkret gesetzt. Natürlich wird damit auch immer mehr der Nährboden für diese Utopien nicht nur vermittelt, sondern auch ´gewässert´. U.F.O.s = >Fliegende Untertassen<! Das sind ikonenhafte Bildphantasien, die man ´Dank der Medien´ aus den Menschen nicht mehr herausbekommt und gleichsam auch den ´Kichereffekt´ bedient, der die UFOs mit ihren ´kleinen grünen Männchen´ wie eine Aura umgibt. Dem kann sich im Jahre 60 des Untertassen-Mythos offenkundig niemand entziehen. Ein Wunder für sich schon, da praktisch der UFO-Meldealltag aus eben diesen Untertassen NICHT besteht! Und das ist genauso ´verrückt´, wie der Typ, der aus der Klappse in Dresden schon gar nicht mehr raus will! Frei nach dem Motto: Es ist alles so schön bunt hier...

Externe Links

http://www.youtube.com/watch?v=8w2Q3CMqYPs
http://www.youtube.com/watch?v=8V__rfhTLBE
http://www.youtube.com/watch?v=RG5tNWWXYK8
http://www.youtube.com/watch?v=FbEQ5Fl-XH0
http://www.youtube.com/watch?v=pJJO3AwVX3s

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