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13.06.2007


    
Roswell - 60 Jahre UFO-Mythos: Läuft jetzt die Medienmaschine an?

Roswell (und mehr) - Thema auch bei BR1-Radio am Donnerstag

Zur Einstimmung auf das Thema Roswell und ´Wetterballon´ (Stratosphärenforschungsballon) sollten Sie diese US-Wochenschau von 10 Jahren später ansehen: http://www.youtube.com/watch?v=jH-s... . Hier wird wunterbar gezeigt, was das US-Militär zum Zwecke technischer Überlegenheit vor dem ´Roten Bär´ in Moskau alles anstellte, um mit derartigen Ballons und den sich daraus ergebenden Möglichkeiten aufzutrumphen. Hier sehen Sie den Versuch, um von einem Stratosphärenballon aus eine Rakete ins Weltall zu schießen, was ein starkes Stück ist und das Geheim-Projekt MOGUL als Kinderkram erscheinen lässt! - Hier versuchte man NUR, mittels einem Stratosphärenballon Meßgeräte wie Geigerzähler über der UdSSR zu stationieren.

Am Dienstag, den 12.Juni 2007, erreichte mich eine Redakteuerin vom Bayerischen Rundfunk, erstes Radioprogramm. Für den Donnerstag, den 14.Juni 2007, haben man den ´Roswell-Tag´ auf dem Spielplan gesetzt. In Erinnerung an den Tag des Fundes vor 60 Jahren in der Wüste von Neu-Mexiko. Die Frau erklärte mir, dass den ganzen Tag über in den diversen Sendungen unterschiedliche Beiträge rund um das Thema UFOs/Aliens etc laufen werden und aus jeder einzelnen Redaktion ein Redakteur einen Beitrag beisteuert. Die Anruferin habe das Thema "UFOs über Bayern" zugeordnet bekommen und suchte mich für ein Gespräch in ihrer 6- 9 h-Sendung "Musikjournal" hierzu aus - wegen der Mini-ddp-Agenturmeldung vom Tag zuvor zu Kitzingen und Mainaschaff.

Die ´Kölnische Rundschau´ vom 13.Juni 2007 berichtete ( http://www.rundschau-online.de/html... - hier schon in der Vorabmeldung am Abend des 12.Juni) in einem Beitrag von Torsten Sülzer:

>Außerirdische auf Stippvisite?

Alles Gute kommt von oben. Es hat zwar lange gedauert, bis die Welt überhaupt Notiz von diesem merkwürdigen Vorfall im Sommer 1947 nahm, aber als der Stein erst mal ins Rollen gekommen war, war er nicht mehr aufzuhalten. Mit unglaublichem Eifer stehen sich Ufo-Gläubige und Skeptiker bis heute verbissen gegenüber. Außerirdische? Oder streng geheime Armee-Utensilien? Fast alles, was an Informationen überliefert ist, wird von der einen oder anderen Seite angezweifelt. Machte Mac Brazel diesen ´Fund seines Lebens´ wirklich am 14. Juni? Warum wartete er dann bis zum 7. Juli, also satte drei Wochen, bis er Sheriff Wilcox in Roswell unterrichtete? Die Ufo-Szene begeht den Roswell-Jahrestag bis heute am 4. Juli. . . Und hatte Brazel Trümmerteile bei sich, oder erzählte er dem Auge des Gesetzes nur davon? Und wer hat die außergewöhnlichen Teile damals überhaupt mit eigenen Augen gesehen?

Für die Ufologen ist die Sache klar: Denn erstens - das ist unbestritten - war es der Armee-Pressesprecher Walter Haut, der die Öffentlichkeit am 8. Juli 1947 darüber informierte, man habe eine Fliegende Untertasse erbeutet. Sagt das nicht alles? War da ein übereifriger Karrierist vorgeprescht und wurde später wieder zurückgepfiffen? Zweitens: Auch neutralen Beobachtern drängt sich bei Sichtung der Informationen der Eindruck auf, dass die Armee in Roswell etwas zu vertuschen hatte. Wieso berichtete das Militär erst 1997, dass mutmaßlich gefundene Körper von Außerirdischen eigentlich Versuchspuppen gewesen seien - wo es doch vorher immer hieß, es seien überhaupt keine Körper entdeckt worden? Gab es im Juli ´47 tatsächlich militärische ´Säuberungsaktionen´ in diversen Redaktionsstuben?

Für die Skeptiker ist die Sache auch klar: Nach ihrer Sicht war Pressesprecher Haut tatsächlich einfach nur vorschnell, als er die Geschichte von ´Fliegenden Untertassen´ erzählte. Auch für die Vertuschungsaktion haben sie eine Erklärung: Zunächst verbreitete die Armee die Version, die Wrackteile seien nur die Überreste eine abgestürzten Wetterballons. Später erklärte die Armee die Wrackteile zu Bestandteilen des Geheimprojektes ´Mogul´ - ein Ballonzug, der mit Radar-Reflektoren ausgerüstet war. Per ´Mogul´ wollten die Amerikaner im Kalten Krieg die Zündung einer etwaigen ersten russischen Atombombe messen. Weshalb ´Mogul´ unter die höchste Geheimhaltungsstufe fiel. Das wäre eine Erklärung von manche Unstimmigkeit.

Roswell haben wir viel zu verdanken - Aber sei es drum: Wer weiß, was wir alles verpasst hätten ohne Roswell und die unzähligen Veröffentlichungen, die im Laufe der Jahrzehnte zum Thema erschienen sind. Kaum denkbar, dass es die fantastische Erfolgsserie ´Akte X´ mit Fox Mulder und Dana Scully und all den Roswell-Anspielungen gegeben hätte. Die Gemeinde Roswell könnte heute nicht so gut vom Tourismus leben (im Juli findet dort wieder das ´Amazing Roswell Ufo Festival´ statt - mit einem der ´Lone Gunmen´ aus ´Akte X´ als Stargast). Wenn Charles Berlitz und William L. Moore 1980 mit ihrem Buch das ´Roswell-Ufo´ nicht wieder in den Fokus des öffentlichen Interesses gezerrt hätten, dann wäre zwei Jahre später der Film ´E.T.´ vielleicht nie gedreht worden. Und dann wäre Drew Barrymore vielleicht nie berühmt geworden, und - ach, man könnte noch weiter philosophieren. . . So wie jene Ufo-Fans, die sogar einen Zusammenhang zwischen Roswell und dem Verbleib Adolf Hitlers konstruiert haben. . .<

Nun lief das Thema 60 Jahre UFO-Mythos offenbar an, wobei Roswell unverdient im Mittelpunkt steht. Daraufhin verfasste ich eine PM, die ich bei PR-Inside.com aufsetzte - http://www.pr-inside.com/de/der-gt-... sowie auch auf der ´großen Tour´ ausgab:

>Historisches Datum? 14.Juni 1947 - Roswell-UFO-Absturz

Der >Fliegende Untertassen<-Mythos wird 60 Jahre alt - aber Roswell ist nur eine Medienlegende

Mannheim. War genau vor 60 Jahren in der Wüste von Neu Mexiko eines der größten Menschheitsereignisse geschehen - die vor der Welt verheimlichte Begegnung mit Außerirdischen mit einer Crash-Landung? Begann damit die UFO-Legende? "Sicher, der moderne Raumfahrt-Zeitalter-Mythos von den außerirdischen Raumschiffen in Gestalt von ´Fliegenden Untertassen´ begann im Sommer 1947 - aber keineswegs mit dem in aller Welt völlig falsch seit 30 Jahren vorgestellten ´UFO-Absturz von Roswell´", so Amateurastronom und UFO-Phänomen-Historiker Werner Walter vom Mannheimer ´UFO-Telefon´ (0621-701370) im Centralen Erforschungsnetz außergewöhnlicher Himmelsphänomene (CENAP).

Sicher: Am 14.Juni 1947 ritt der Rancher William ´Mac´ Brazel auf der von ihm verwalteten Forster-Ranch weit hinter Roswell hinaus, um nach einer Schafherde zu schauen. Dabei fand er ein großes ´Trümmerfeld´ mit für ihn seltsamen Teilen vor, doch kein apparatives Objekt oder gar eine zerteilte ´Fliegende Untertasse´ mit heraushängenden Aliens daran! Was Brazel fand, war nichts weiter als das was er selbst original damals beschrieb: "Eine große Quanität folienartiges Material, zusammengeklebt mit Scotchband, stabilisiert mit Balsaholzstöckchen. Inmitten des ´Trümmerfeldes´ befand sich ein großes sternartiges, gänzendes Objekt aus Alu-Folie." Von einer Maschine war ursprünglich nie ein Wort gefallen, von Aliens sowieso nicht. Für den Rancher lag da einfach irgendwelcher ´Garbage´ großflächig verteilt in der Wüste. Seltsam war das Ganze schon, aber ihm war´s egal. Als Brazel zum 4.Juli-Feiertag nach Roswell fuhr, hörte er im Radio vom Angebot einer Firma $ 5000,-- für den Finder einer ´Fliegenden Untertasse´ zu zahlen und da kam ihm die Erinnerung an das vor Wochen bereits in der Wüste gefundene Material auf.

Das ´flying saucer´-Phantom war geradezu aufgrund der Beobachtung des Privatpiloten Kenneth Arnold vom Nachmittag des 24.Juni 1947 über dem Washingtoner Mt.Rainier-Gebirgsmassiv ausgebrochen und zur nationalen Hysterie ausgeartet. DAMIT hatte die ganze Geschichte begonnen. Zwischen der Meldung von Arnold bis hin zur ´Roswell´-Geschichte war inzwischen viel geschehen: Etliche Untertassen-Sichtungen wurden bekannt und auch da und dort waren bereits "UFOs" gefunden worden, denen sich die US-Bundespolizei FBI annahm. Roswell war in Wirklichkeit nur irgendein beliebiger Vorfall in dieser Ereigniskette öffentlicher UFO-Panik! Damals wurde alles merkwürdige anmutendes Geschehen am Himmel oder vom Himmel als "flying disc" benannt, auch wenn es ganz und gar anders ausschaute. Vor allen Dingen: In dieser Ära war damit auch gar nicht vom öffentlichen Verständnis her damit ein "außerirdisches Raumschiff" gemeint! In diesen Tagen gab es noch gar keine Deutung, sondern man sah im amerikanischen Volk diese neue Geschichte einfach nur als großer Spass an. Dazu muss man auch wissen, dass die US-Nation nach der Arnold-Sichtung und in Anbetracht der Independence Day-Feierlichkeiten wie in einer rauschartigen Hysterie lag und bald 850 Zeitungsberichte zu ´Fliegenden Untertassen´-Geschichten aus dem ganzen Land auflagen. Roswell war da nur eine Story unter sehr vielen - und wurde auch in Amerika schnell vergessen.

Kurzum: Ein Wetteroffizier an der nächstgelegenen Kommando-Basis Forth Worth betrachtete sich das eingelieferte Material und bewertete es als Überreste eines geplatzten riesigen Wetterballons. Und damit war binnen 24 Stunden diese Story im Jahr 1947 gestorben - für die Medien, für die Öffentlichkeit und auch für die späteren UFO-Fans! Allein schon wegen dem aufgefundenen Aluminium-bedeckten Sternkörper, der nichts weiter als ein bis heute eingesetzter Radarreflektor darstellte. Dies ist die originale Geschichte, der historische Fakt. Erst 30 Jahre später erfanden gelangweilte Roswellianer im Ruhestand die "neue Version der Roswell-Story" unmittelbar nachdem Spielbergs UFO-Spielfilm "Unheimliche Begegnung der Dritten Art" die "zweite UFO-Welle" in der modernen Geschichte zündete und das bis dahin eingeschlafene UFO-Thema neu zu vitalisieren. Und damit begann im neuen Medien-Zeitalter der Veränderungen auch ein irrer "UFO-Mutant" aus der Wüste von Neu Mexiko zu entsteigen und entfernte sich superschnell von den originalen Ereignissen, um den Startschuß für die Ära "Akte X" und Verschwörungsparanoia zu eröffnen. Nun entstanden Images von abgestürzten ´Fliegenden Untertassen´ und aufgefundenen Aliens. Und dies hatte alles überhaupt nichts mehr mit dem Original zu tun und war auch nicht mehr einzudämmen. Ein von den US-Medien gezeugter (und geliebter) Mythos entstand - und alles verdrehte sich hin zu einer UFO-Phantastik. UFOtainment eben. Und dieses UFOtainment eroberte die Welt.

Die neue Version von Roswell, so muss man laut Walter, verstehen, entwickelte sich innerhalb einer "verrückten Ära in den USA" in den 1980er Jahren. "Da gab es total durchgedrehte komische Kauze, die scheinbar ihre Traumatas bewältigten. Da behauptete einer in Vietnam einst gegen Aliens wie im ´Predator´-Film gekämpft zu haben oder einer kam daher und berichtete von Kampfeinsätzen amerikanischer Sondertruppen in Tulce, Neu Mexiko, gegen Alien-Stützpunkte unter der Erde. Und und und. Da war alles irgendwie gedopt und die berühmte ´Are 51´-Story entwickelte sich genau aus diesen albtraumhaften Tagträumereien", so Walter, der damals diese unheimliche Entwicklung direkt mitverfolgte und nur ungläubig den Kopf schüttelte, "da sich pure Paranoia" ausbreitete. Aber in Präsident R.Reagans "Starwars"-Ära nur zu verständlich ist. Spinner und Irre hatten hier ihre Glanzzeiten. Und genau dies hatte Auswirkungen bis hin zur Möglichkeit "Akte X" zu einem Welthit werden zu lassen. In diesem Dünger erwuchs die uns allen bekannte Roswell-Story, die mit der Wirklichkeit aber auch gar nichts zu tun hat. Auch wenn diese Geschichte eine große Bindungswirkung für die wenigen verbliebenen UFO-Fans, UFOlogen, entwickelte - "und zwar als letzte Ausflucht, in der man einfach auch die Wahrheiten nicht mehr verträgt sowie vor dieser panikartig flüchtet". Dies gehört eben auch zum UFO-Aberglauben.

Roswell - ein UFO-Mythos stürzt ab. Erschreckend ist dabei, welche eigene Dynamiken der falsche Roswell-Medien-Mythos annimmt. Bis hin zur angeblichen "Alien-Autopsie", die 1995 über fast alle Fernsehsender lief und den Niedergang des UFO-Themas einläutete. 60 Jahre UFOs mit Roswell aufzuziehen ist total verkehrt - auch wenn durch die Medien (sic!) das Thema dorthin in einer unendlichen Runde geführt wird. Siehe so auch: http://www.science-explorer.de/ufos... ; http://www.rollyp.de/my_hobbys/ufo1... . Und natürlich: http://de.wikipedia.org/wiki/UFO-Ab... .<

Externe Links

http://www.youtube.com/watch?v=jH-smtDtGMQ&NR=1
http://www.rundschau-online.de/html/artikel/1179846648873.shtml
http://www.pr-inside.com/de/der-gt-fliegende-untertassen-lt-mythos-wird-60-jahre-alt-ab...
http://www.science-explorer.de/ufos_aliens/roswell.htm
http://www.rollyp.de/my_hobbys/ufo18.html
http://de.wikipedia.org/wiki/UFO-Absturz_von_Roswell

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