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21.04.2007 |
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Update -Himmelsphänomene aktuell: ´Wetterballon-UFO-Invasion´......und die Unvorhersehbarkeit des Publikums in Sachen ´Fremdobjekt bei Mondsichel´
Erstaunt nahm ich am späten Abend eine eMail von Arnold Barmettler als Chef von Astronomie.info mit dem Betreff ´Seltsames am Himmel´ entgegen: "Heute Abend habe ich diese Anfrage erhalten. ´Was war das am 20.04.2007 um ca. 20.00 bis 20.30 Uhr, ziemlich senkrecht über 1712 Tafers/Schweiz? Ich dachte zuerst es sei die Venus! War aber ein sehr helles, weisses Licht. Plötzlich schwächer, dann zwei Lichter die sich in nördlicher und südlicher Richtung von einander weg bewegten und aus. Was war DAS? Wer weiss mehr? Wen kann man Fragen?" Auch hier den Parametern nach das ´alte Lied´ vom zerplatzenden Wetterballon. Zudem weist dies auch einmal mehr auf meine alte Erfahrung hin, wonach insbesondere in astronomischen Sterngucker-Kreisen Wetterballone für Irritation sorgen - da man die zwar von der Theorie her kennt, aber die dann in der Praxis selbst ´unangemeldet´ zu sehen, ist dann doch nicht so wie gesehen erwartet. Barmettler übrigens 24 Stunden später: "Gestern habe ich offenbar für keinen Cent überlegt. Der Ort der Sichtung war ja gleich neben Payerne* - ich dachte die Beobachtung käme aus Graubünden (Südostschweiz), dort gäbe es nämlich keine offiziellen Startplätze!" Er berichtete mir aber auch gleich in einer anderen Angelegenheit mit: "Momentan entwickle ich CalSky weiter, so dass Flares auch von anderen Satelliten als den Iridium-Satelliten berechnet werden können. Jetzt ist es mal MetOp A, an den Lacrosse arbeite ich gerade noch - http://www.calsky.com/?Iridium=& ".
*= Claudio Abaecherli, AGO, in dieser Sache: "Tatsächlich werden in Payerne seit Jahrzenten täglich Meteoballöne für die sog. Radiosondierung gestartet (zB hier findet man als Bild das Resultat einer solchen Radiosondierungen - 5. Bild von oben): http://www.meteoschweiz.ch/web/de/w... . Doch können auch anderswo ähnliche Ballöne losgelassen werden - Als ich noch bei der Flab-Truppen war (=Fliegerabwehr) - wurden ab und zu solche Dinge, ausgerüstet mit einem Alu-Radarreflektor, losgelassen um die Windkorrektur berechnen zu können. Ich nehme an, dass dies noch heute geschehen kann. Und u.a. auch in Graubünden (das ist kein Staatsgeheimnis) gibt es Flab-Schiessplätze. Daher sind solche Sichtungen, insbesondere wenn Flab-Schiessübungen angesagt sind (steht in den Zeitungen) an verschiedenen anderen Orten möglich. Ob andere Truppen auch solche Ballöne verwenden, weiss ich nicht, ich vermute es aber. Und vielleicht macht die Bundeswehr auch davon Gebrauch..."
Doch, dies war es noch nicht, am Samstagabend erhielt ich jene eMail: "Sehr geehrter Herr Walter, gestern (20.4.2007) wurde auf der Starkenburg-Sternwarte in Heppenheim zwischen 20:45 und 21:00 MESZ ein helles, mit blossem Auge nicht von einem Stern zu unterscheidendes Objekt beobachtet. Erst mit den schon einsatzbereiten Teleskopen konnte es als hoch fliegender Wetterballon erkannt werden, der schliesslich platzte und in einer Trümmerwolke zur Erde sank. Aus der Position am Himmel konnte man schliessen, dass der Ballon sicherlich auch von Mannheim aus eindrucksvoll zu sehen gewesen sein muss. Sind bei Ihnen zur fraglichen Zeit UFO-Meldungen eingegangen?" - War aber nicht der Fall, auch wenn ich selbst wegen den vorauslaufenden Meldungen da einen scharfen Blick drauf hatte! Und noch toller. AmSonntagabend erhielt ich von Matthias B. diese eMail-Meldung zum Samstagabend voraus: "Exakt genau so einen Wetterballon gab es auch einen Tag später, nämlich gestern Abend (Samstag) zwischen 20:30 und 20:45 MESZ zu sehen! Ich traute meinen Augen fast nicht, als ich von Weinheim* aus neben Venus ein genauso helles Objekt auf gleicher Höhe ein paar Grad daneben sah. Das Ding war wirklich genau gleich hell (Argelander-Stufe "0") und nicht von Venus unterscheidbar, da es ebenfalls nicht szintillierte. Es stieg sehr sehr langsam nach oben, was man beim Vergleich mit Venus auch mit blossem Auge erkennen konnte. Erst durch ein zum Glück schnell einsatzbereites Teleskop sahen wir, dass das linke Objekt der Ballon war. Auch hier wieder eine baumelnde Schnur unten dran mit einem Gegenstand. Scheinbarer Durchmesser ca. dreimal der Venusdurchmesser - wenn das 12 Meter sind (siehe http://de.wikipedia.org/wiki/Wetter... ), könnte man die Entfernung abschätzen (wenn man Lust und Zeit hat). Das Ding ist dann genau wie am Freitag zerplatzt und man konnte wunderbar den glitzernden Teilchenregen verfolgen."
*= Irre: Weinheim ist nicht unweit von Mannheim-Vogelstang entfernt, ein ´Katzensprung´ geradezu und quasi vor meiner Haustüre. Und wegen des schönen Wetters sowie den bereits aufgelaufenen Meldungen zu den ´geheimnisvollen´ UFO-Wetterballons neben der Venus hatte ich auch an diesem Samstagabend genau zur genannten Zeit in den Himmel geschaut und mir die Umgebung der Venus genau beäugt - doch ich sah mal wieder außer eben der Venus nichts anderes!
Vielleicht mal interessant für Sie da reinzuschauen:
http://www.Ix200.de/beobachtung_wet... http://www.waa.at/bericht/2001/07/2... Videos: http://www.youtube.com/watch?v=Uc7c... - (´Beinchen´-Ballon - Wahnsinn!) - http://www.youtube.com/watch?v=D_xF... (wildes Hin- und Herwackeln handgehaltener Kamera plus totale Defokusierungen) - http://www.youtube.com/watch?v=HDan... (manchmal sieht es schon irre aus, wenn entsprechende ´Umgebungsreize´ im Bild auftauchen)
Nachdem die Konjunktion Venus/Mondsichel am Donnerstagabend bei ein paar Leuten zur Irritation führte und am Freitagabend bei gleichen Witterungsbedingungen das praktisch ´gespiegelte´ Schauspiel (jetzt Venus rechts unterhalb der Mondsichel) nochmals anstand und zudem wegen des anbrechenden Wochenende viele Menschen die Freitagnacht außer Haus nutzen, stand zu fürchten, dass es wieder entsprechende Meldeeingänge geben würde. Und - es passierte gar nichts (auch gut) obwohl das Himmelsschauspiel dennoch vorhanden war, in der gleichen auffälligen und unübersehbaren Pracht wie 24 Stunden zuvor. Nur sah sich niemand veranlasst sich auf den Weg zu machen und die Geschichte nachfragend - um den Hintergrund dazu erfahren zu wollen - weitergeben. Damit wird einmal mehr klar, dass es nicht "vorausberechenbar" ist wenn und wann es zu "UFO-Meldungen" kommt. Dies hat niemand im Griff - es kommt wie es kommt. Die öffentlichen Reaktionen sind nicht zu bestimmen und so kommt die ´UFO-Situation´ schon immer relativ zufällig zustande. Wie bei den Wetterballons der letzten Zeit zu sehen, ist da sehr viel vom Zufall abhängig. Ähnlich verhält es sich auch mit dem ´UFO-Meldeeffekt´ aufgrund des praktisch in der breiten Öffentlichkeit unbekannten Miniatur-Heißluftballon. Tausende steigen da jährlich allein in Deutschland zum Himmel und sehen ja für alle Beobachter aus einer gewissen Distanz befremdlich und unvergleichbar mit den Alltags-Himmelserscheinungs-Erfahrungen aus. Trotzdem sind die auflaufenden UFO-Meldungen diesbezüglich sehr gering.
In diesem Rahmen der fragenden Überlegungen sei mal völlig ausgeschlossen, das wohl sowieso in Anbetracht "komischer Himmelsobjekte" nur die allerwenigsten Menschen die Courage und Motivation aufbringen, ihre merkwürdigen Beobachtungen weiterzugeben und sich auf die ´große Tour´ zu machen, um überhaupt erst herauszufinden, an wen man a) solche Berichte überhaupt weitergeben kann, der einem dann auch interessiert und informiert zuhört, sowie b) wahrscheinlich auch ausreichend Bescheid weiß, um wahrscheinlich auch eine Antwort geben zu können.
Montag, 23.April 2007. Der in unserer Metropol-Region wieder und wieder auftretende Wetterballon ließ mich nicht in Ruhe. Natürlich war die Natur der immer wieder neu auftretenden Erscheinung identifiziert, aber woher er immer wieder kam blieb unbekannt. Damit wurde dies Teil quasi zu einem "UFO-Wetterballon". In all meinen Jahrzehnten als Himmelsphänomen-Nachspährer war dies erstmals, wo in meiner Region wiederholt ´ein´ Wetterballon wie nach ´Fahrplan´ erschien - einfach auch, weil rundum es keinerlei Startplatz für Wetterballons z.B. durch den Deutschen Wetterdienst (DWD) gibt. Die beständig ruhige Wetterlage mit Windstille am Boden zumindest ließ auch die Frage aufkommen, woher aus weiterer Ferne das Objekt kam. Von der aerologischen Station nahe Stuttgart war das was mir da am ehesten einfiel. Seltsam bisher auch der Umstand, dass da jeweils fragliche Objekt NICHT in herbeikommender Bewegung noch beim Aufstieg gesehen bzw gemeldet wurde. Die ´Lebensdauer´ (in aller Regel) von einem Standard-Wetterballon, der bis in 20-25 km Höhe aufsteigen kann, ist etwa 60-90 Minuten. Dabei dehnt er sich bis auf 10/12 Meter Durchmesser aus - wodurch eine große Sonnenlichtreflexionsfläche spiegelartig gegeben ist - und seine Hülle ist so ´gefühlsecht´-dünn geworden, das er in der so genannten Scheidelhöhe aufgrund des Luftdrucks platzt. Doch bis dahin und auch dorthin muss er ja erst einmal kommen... Und warum ausgerechnet jetzt und nie früher? Gab es einen neuen Startplatz eines Wetterdienstes in der Metropolregion Rhein-Neckar bzw Nord-Baden, von dem wir nichts mitbekommen hatten? Oder stand eine Werbekampagne mit dem Abwurf von Flugblättern dahinter?? Ich erinnerte mich an die "Operation Kreuzzug für den Frieden" Anfang der 1950er Jahre unter R.Reagan entlang des ´Eisernen Vorhangs´, wo man mit Wetterballone Flugblattt-Pakete in den Osten schickte, um Propaganda-Material abregnen zu lassen. Wie es der Zufall wollte, lief bei 3Sat am Samstagnachmittag eine MDR-Dokumentation über die Russen und die NVA in der DDR. Dabei ging es auch um die Abteilung psychologische Kriegsführung, wo man noch bis zum Zusammenbruch der DDR und dem baldigen Rückzug der russischen Truppen ebenfalls Wetterballons bereit hielt, mit denen man Propagandamaterial in den Westen schicken wollte und dort plante abregnen zu lassen, wenn der Ballon platzt. Vielleicht hatte ein pfiffiger Werbetreiber diese alte Methode neu für sich entdeckt?
Thema Forschung/Recherche: Auf Zack sein, nicht in den ´Winterschlaf´ verfallen ist das A und O der UFO-Phänomen-Erforschung, um festzumachen, was wirklicher Sachstand ist. Zunächst rief ich die Mannheimer Außenstelle des DWD an und schilderte mein Anliegen aufgrund der aktuellen Ereignisse. Dort jedoch war man einfach nur baff. Man konnte mir da auch nicht wirklich weiterhelfen und konnte sich auch nicht vorstellen, woher diese Ballone kamen, da die DWD-Ballonaufstiegsstellen auch im weiteren Umkreis nur noch 2 x am Tag (Mittag und Mitternacht) Ballons auflassen. Zudem ist das Wetter auch nicht dazu geeignet gewesen, einen ´Überlebenskünstler´ zu produzieren und so weit wie bis über unsere Region zu tragen. Die Möglichkeit blieb jedoch vorstellbar das eine mobile aerologische Meßeinheit z.B. der amerikanischen Streitkräfte aus Ramstein oder Frankfurt in der Gegend aus irgendwelchen bedarfsorientierten Gründen unterwegs sei... Danach kontaktierte ich zusätzliche offiziell via eMail diverse Wetterdienste (so auch die aerologische Station bei Stuttgart, Weingarten), um dort mal die Lage zu schildern und nachzufragen. Gleiches galt für die Medien in der Groß-Region. Doch von denen hörte ich an diesem Tag gar nichts, die waren auch noch am nächsten Tag mucksmäuschenstill - und waren noch nicht einmal clever genug hier das Potenzial für eine ´Story´ zu sehen. Auch auf den Foren der üblichen Verdächtigen stellte ich mal meine "UFO-Wetterballon"-Anfrage ein und erhoffte mir von Wetterzentrale.de da noch am meisten, weil es hier ja die ausgesprochenen Wetter-Fans mit Erfahrung im Wetterumfeld gibt - und ausgerechnet von da kam hierzu nichts zur Sache. Auch erstaunlich.
Als ich danach das Haus verließ, um Einkäufe zu tätigen, schritt ich zunächst in den Tabak- und Zeitschriftenladen, um Suchtstoff für den Tag anzuschaffen. Als ich mich in die Schlange vor der Theke einfädelte, sprach mich ein Stimmgewaltiger unerwartet etwa so an: "Sie kennen sich doch am Himmel aus! Was iss´n das für´n Paar Strahler bald jedem Abend bei Sonnenuntergang?" Nach nem kurzen "Ja! Was´n los?" berichtete er mir, die ganze vergangene Woche über immer gegen 20:30 h "einen ganz hellen Strahler" bei der Mondsichel gesehen zu haben und zwei oder drei Mal mal oben-, neben- oder untendran noch so ein "grelles Teil", was dann aber später nicht mehr da war. Noch ehe ich was dazu sagen konnte, meldete sich der Ladeninhaber an der Kasse und sagte zu uns - "Ja, komisch - habe ich auch schon gesehen. Da ist ein Stern und dann noch einer, genauso hell und groß. Sah zusammen mit der Mondsichel schon toll aus..." Und plötzlich redete der ganze Laden rund um mich herum durcheinander, sechs bis sieben Personen - es war ´wie angezündet´. Alle ´miteinander´ - und ich stand belämmert da, bekam große Augen. Ich erklärte das "eine Teil ist der Abendstern, kennt ihr als Venus" (Reaktionen darauf: "Ach das ist der.., aber so groß und grell?", "Daran habe ich auch noch nicht gedacht..., war schon ungewöhnlich, aber über so Sachen mache ich mir keine Gedanken" {sic!}; eine Frau zu ihren Mann: "Siehste ist doch ein Stern, Du mit Deinem Hubschrauber immer..."...) Und zum Zweiten sagte ich nur, dass das ein Wetterballon ist, aber ich noch nicht weiß, woher der kommt. Reaktionen dazu: "Ich dachte die gibts nur am Nordpol..." und "Haben die Scheinwerfer bei sich?" Was alleine für sich genommen auch bemerkenswert ist, weil es zeigt, wie der allgemeine Kenntnisstand in der Bevölkerung ist. "Weisse Bescheid!" - würde jetzt ´Horst Schlämmer´ sagen.
Später am Tag schaute ich mal nach, was über die diversen Foren in dieser Sachlage hereingekommen war - und ob in Sachen Herkunft der Ballone eine Klärung zustande kam. Es mag sich vielleicht wie ´Haarspalterei´ anhören, jetzt noch nach der klaren Identifizierung der Erscheinung diesen Weg zu gehen, aber es ist für mich wie bei der Frage nach einer ´Feuerball´-Geschichte festzustellen, ob dies nun ein Bolide oder ein Reentry war. Im aktuellen Fall weiß man ja nie, wozu noch das Wissen um die Herkunft später wertvoll sein kann! Da geht es um den Blick ´hinter den Horizont´. Gut, bei Astronomie.de erfuhr ich so nun: "Ich wohne in Schwetzingen, BW und habe ihn am Freitag und am Samstag auch gesehen! Er kam langsam von Richtung Venus, überstieg langsam deren Helligkeit und zog langsam geradlinig zum Zenith. Dort verschwand er dann. Ich konnte ihn am Freitag ab ca. 21:00 Uhr beobachten, am Samstag etwas früher (dort können Besucher, die wir zum Grillen eingeladen hatten, die Sichtung bestätigen). Im Sucher blieb er noch Lichtpunkt, im 8" Newton konnte ich bei 250x einen weißen, kreisrunden Ballon erkennen, der unten einen Schwarzen Punkt hatte. Dort befand sich eine weiße Schnur an der ein roter Gegenstand hing (wahrscheinlich ein Messgerät). Bisher konnte ich den Ballon aber nicht beim Platzen beobachten." Am späten Montagabend wurde vom selben Beobachter nachgetragen: "Ich komme gerade vom Beobachten rein. Ich konnte den Ballon wieder um 20:40 im Westen ausmachen. Da habe ich ihn bei 100x ins Okular geholt und beschlossen, ihn so lange zu verfolgen bis er platzt. Das tat er dann auch um 20:51! Zuerst konnte man sehen, wie er plötzlich ganz hell wurde, dann zerplatzte er in viele Einzelteile die rundrum wegflogen. Der rote Fallschirm öffnete sich und das Messgerät sank sehr schnell an einem langen Seil nach unten. ich konnte es noch ca. 10° weit verfolgen, dann verschwand er hinter einer Wolke. PS: Ich muss meine Beobachtung von vorher korrigieren: Der rote Gegenstand war nur das Paket vom Fallschirm, das Messgerät, das heute manchmal hell aufblitzte, kam erst nach einer Strecke Seil, die ca. 5x den Durchmesser des Ballons betrug." Ein User brachte diesen bemerkenswerten Hinweis ein: "Der Beobachtungszeitpunkt könnte auf einen Routinestart 18.00UTC hindeuten. Benachbarte Radiosondenstationen sind z.B. Nancy, Stuttgart und Idar-Oberstein. Ausserdem findet diesen Sommer eine grosse Messkampagne zur Untersuchung von Gewittern im Nordschwarzwald statt. Dabei werden auch zusätzliche Radiosonden gestartet, z.B. im Murgtal." Über Astrotreff.de erfuhr ich: "Ich wohne bei Heidelberg und habe das ´Phänomen´ am Freitagabend (20.4.) beobachtet. Nahe bei Venus, ungefähr gleich hell wie die Venus. Habe dann mit meinem Teleskop draufgehalten und nach ein paar Sek. ist es ´zerplatzt´. Mich würde auch interessieren, wo das Ding herkommt."
Dienstag, 24.4.: Gleich um 10 h erreichte mich ein Herr aus Bobenheim-Roxheim, der mir berichtete, am Sonntagabend ab 20:45 h da oberhalb der Venus ein auffallend-leuchtendes Objekt ausgemacht zu haben und daraufhin sein Teleskop aufbaute, ausrichtete und da gerade noch beobachten konnte, wie jenes Gebilde in einigen Sekunden von unten nach oben "abdimmte" und dannn verschwunden war. Am Nachmittag erreichte mich auch eine Dame aus Eisenberg, die sich "jetzt durchgerungen" hatte, sich einmal zu melden, "weil mir da eine Sache keine Ruhe lässt". In den letzten zwei Wochen habe sie immer wieder einmal (ca 4-5 x) knapp vor Sonnenuntergang hochgeschaut, um nach der Venus zu sehen. Dabei habe sie dann "eine zweite Venus" {sic!} ausgemacht, "was ja gar nicht sein kann, da fängt man ja an an sich selbst zu zweifeln - aber mein Mann und die Nachbarin können das bestätigen!" Da aber bis heute dazu nichts in der RHEINPFALZ stand, wollte sie es dann doch wissen und kam über das Planetarium Mannheim an mich. Via eMail bekam ich zwei Neuigkeiten rein, die die Geschichte wohl endgültig abrundeten. Zunächst meldete sich nochmals Matthias B.: "Heute (Montag) ging wieder ein Ballon hoch - habe ihn diesmal von Heppenheim aus zwischen 20:34 und 20:52 MESZ (da verschwand er hinter einer Wolke) mit dem Feldstecher beobachtet. Der war jetzt nicht ganz so hell, vielleicht zwischen -2 und -3 mag. Position: Azimut zwischen Mond und Venus, vom Mond aus gerechnet ca. 1/5 der Strecke. Höhe ca. 3/4 der Venushöhe." B. vermutete, dass der Startpunkt aufgrund aller inzwischen bekannten Informationen Idar-Oberstein in der Pfalz sein sollte. Und mit selber Post kam dann die ´Erlösung´ durch Peter Braner herein:
"Sehr geehrter Herr Walter, Ihre Anfrage {an die DWD-Regionalzentrale Stuttgart} ist zuständigkeitshalber an mich weiter geleitet worden. Ich bin Aufstiegsleiter der ehemaligen Aerologischen Station Stuttgart (jetzt Autosondenstation Stuttgart). Der von Ihnen beobachtete Wetterballon (und darum handelt es sich vermutlich tatsächlich) stammt nicht vom Deutschen Wetterdienst. Unsere Startzeiten sind 12:45 und 00:45 MESZ. Meine Recherchen haben aber ergeben, daß die Bundeswehr ebenfalls Wetterballons fliegt. Für Ihre Beobachtungen infrage kommt der Ballon, der um 18:45 MESZ in Idar-Oberstein gestartet wird. Bei einer durchschnittlichen Flugzeit von ca 120 Minuten platzt der Ballon gegen 20:45 MESZ - genau, wie von Ihnen beobachtet!
Dafür, daß diese Beobachtungen nicht regelmäßig gemacht werden, gibt es folgende Erklärungen:
1) die Jahreszeit. Am besten sind Wetterballons zu sehen, wenn es am Erdboden bereits dunkel, in großer Höhe (Wetterballons erreichen mehr als 30.000 Meter Höhe!) aber noch hell ist, d.h. wenn die Sonne vom Ballon aus gesehen noch nicht unter dem Horizont versunken ist. Das ist nur im Frühjahr und Herbst der Fall. Im Sommer ist es zur Zeit, wenn der Ballon platzt, am Erdboden noch zu hell. Im Winter ist die Sonne, auch vom Ballon aus gesehen, bereits unter gegangen. 2) die Wetterlage; wir haben eine recht lange anhaltende Hochdruckwetterlage hinter uns, die sich auszeichnet durch a) schwachen Wind und b) wenig oder garkeine Bewölkung.
Beides führt dazu, daß der Ballon ´im Gesichtskreis´ bleibt, und auch nicht durch Wolken verdeckt ist. Ideale Beobachtungsmöglichkeiten also! Es muß also die richtige Jahreszeit mit der richtigen Wetterlage zusammen kommen, damit solche Beobachtungen gemacht werden können. Und das ist halt oft nicht der Fall."
Damit hatte meine ´arme Seele´ ihre Ruhe gefunden und das Lösungs-Findungs-Glück stand auf der Seite des Tüchtigen. Ich verschickte die PM >Geheimnis des "UFO-Wetterballons" aus dem Rhein-Neckar-Gebiet gelüftet - Startplatz Idar-Oberstein und nicht die Venus< um die Sache soweit zum Abschluß zu bringen, die Menschen aufzuklären und zu informieren. Und auch, um die Geschichte damit vom Hals zu haben. Externe Linkshttp://www.calsky.com/?Iridium=&http://www.meteoschweiz.ch/web/de/wetter/wetterereignisse/starkniederschlag_ende_mai.html http://de.wikipedia.org/wiki/Wetterballon http://www.Ix200.de/beobachtung_wetterballon.html http://www.waa.at/bericht/2001/07/20010272api.html http://www.youtube.com/watch?v=Uc7cWjzjOtY http://www.youtube.com/watch?v=D_xFxBxUoVk http://www.youtube.com/watch?v=HDanF17IdMc |
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