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20.04.2007


    
"UFO-Alarm"?: 2 x Venus am Himmel im Badischen?

Unglaubliche Ereignisse: Wieder Boliden unterwegs und die ISS im Fokus

Am 16.4.07 wurde gegen 23:10 h "eine richtig große Sternschnuppe gesehen, sie hatte etwa eine Helligkeit von 1 bis 2 mag und war gut 3 Sekunden sichtbar. Sie kam unterhalb von Arktur runter. Von SO nach OSO, sie fiel mit etwa 30° im Verhältnis zum Boden. Sie legte etwa eine Distanz von 10° zurück. Vielleicht bin ich ja nich der einzige der sie gesehen hat" verkündete ein Astronomie.de-User aus Horb am Neckar. Tatsächlich erhielt ich aus Heidelberg dazu auch eine telefonische Meldung, hierbei sei aber der Eindruck entstanden, als sei kurz vor dem Verschwinden, das Objekt irgendwie in der Lufthülle "abgeprallt" und in einem bald 90 Grad-Winkel weggezischt! War es also nur ein ´Erdkratzer´-Meteor...?

Georg G. aus Mellrichstadt schickte mir eine eMail, da er eine Frage wegen einer Beobachtung am 18.April 07 hatte: "...lacht mich bitte nicht aus, aber ich war am 18.04.07 gegen 01 Uhr oder etwas später mit meinem Hund in unserem großen Hof, weil ich zu faul war ne größere Runde zu laufen. Ich schaue gerne in den Nachthimmel, um evtl. Sternschnuppen zu beobachten. Diesmal ist mir eine ganz ungewöhnliche aufgefallen. Sie ist vollkommen waagerecht von Südosten nach Nordwesten geflogen. Ich mußte nichtmal meinen Kopf heben, um sie zu beobachten, sondern einfach nur geradeaus in den Himmel schauen. das ungewöhnliche daran war, das die ´Sternschnuppe´ einen so langen Schweif hinter sich herzog, der außerdem unglaublich lange sichtbar war. Selbst als die Sternschnuppe hinter den Häusern in meiner Nachbarschaft aus meinem Gesichtfeld verschwand (ohne zu erlöschen), blieb der Schweif den ganzen Weg, den sie für mich sichtbar flog (Sichtwinkel ca. 150 Grad), noch kurze Zeit (vielleicht zwei, drei Sekunden) zu sehen war. Der Schweif war auch nicht so hell, wie sonst üblich. Es war fast wie ein Kondensstreifen. Aber es war kein Geräusch zu hören und die Sternschnuppe war viel, viel schneller als ein niedrigfliegender Düsenjäger. Ich kiffe nicht, trinke keinen Alkohol. Also ich bilde mir doch so was nicht ein. Aber gibt es Sternschnuppen, die solange sichtbar sind und absolut waagerecht zu sehen sind? Wäre lieb von euch, mir mal zu mailen, was das gewesen sein könnte." Dazu versuchte ich auch weitere Beobachter bei meinen üblichen Verdächtigen zu finden. So konnte Edgar M. aus Bechteln konnte dazu mitteilen: "...habe die Sternschnuppe auch gesehen. Sie war gigantisch hell und besagter schweif auch. Die dauer schätze ich auf 5 Sekunden. Die Richtung war gegen S/W."

Nach dem Fall >"Blitzendes Objekt" im Badischen< alias himmlische Ostereier 2007, gab es nun eine weitere Überraschung offenbar in selber Angelegenheit. Am 19.April 07 kontaktierte mich via eMail Wolfgang St. mit dem Betreff ´2 Venusse am gestrigen Abendhimmel´: "Ich habe in der frühen Dämmerung am 18. April 2007 gegen 20:15 Uhr die Venus gesucht und war sehr überrascht 2 davon zu sehen (kein Alkohol). Beide ´Venusse´ waren etwa gleich hell und ca. 3 Grad voneinander getrennt. Mein Erster Impuls war ´eine Supernova´. Nach einigen Minuten der Beobachtung bemerkte ich, dass der Abstand der beiden Himmelskörper schrumpfte und nach ca. 7 Minuten erreichte der Abstand mit ca 1/3 Grad sein Minimum. Das bewegliche Objekt zog unglaublich langsam nach Nordosten. Als der Abstand der beiden Objekte zueinander gegen 20:35 Uhr ca. 8 Grad erreicht hatte wollte ich mich daran machen mein Teleskop aufzubauen, denn ich vermutete jetzt einen Höhenballon. Da ging bei diesem Objekt fast schlagartig (ca. 1 - 2 Sekunden) das Licht aus und weg war es. Ein verschwinden des Lichtes wegen Eintritts in den Erdschatten schließe ich aus, weil praktisch keine Bewegung stattfand in dieser einen Sekunde. Ich wohne in Baden-Württemberg, ziemlich genau in der Mitte zwischen Mannheim und Karlsruhe.

Ich dachte auch schon an einen Satelliten, wie die ISS, aber wer von uns Amateur-Astronomen hat nicht schon einmal die ISS oder einen der zahlreichen weiteren Satelliten gesehen. Die bewegen sich allesamt auf mehr oder weniger niederen Umlaufbahnen mit Umlaufdauern so um die 90 Minuten. Das heißt ihre Geschwindigkeit am Himmel ist sehr schnell. Das Objekt welches ich beobachtet habe, hat sich zwar bewegt, aber so langsam, dass innerhalb einer oder 2 Minuten die Bewegung gerade eben so vage erkannt werden konnte und in einem Zeitraum von 20 oder 25 Minuten am Himmel gerade mal rund 5 bis 7 Grad zurückgelegt wurden. Ich habe nun mehrere Theorien, die jedoch teilweise gleich wieder zu verwerfen sind:

1. Supernova --> scheidet aus, wegen der genannten Bewegung.

2. Ein großer Asteroid, der einen nahen Vorbeiflug an der Erde hatte. Scheidet ebenfalls aus, da ein solcher Brocken mit dieser Helligkeit bereits vor Wochen entdeckt worden und bekannt gewesen wäre. Außerdem wäre kein plötzliches Verlöschen aufgetreten.

3. Ein Wetterballon in großer Höhe. Sehr wahrscheinlich, aber warum das plötzliche Verlöschen. Eintritt in den Erdschatten - unwahrscheinlich, da das verlöschen sehr schnell vonstatten ging und wer schon mal einen Satelliten verlöschen sah, weiß, dass dafür ein Weg von mehreren Grad am Himmel notwendig ist. Das Verlöschen dieses Objektes aber sehr schnell vonstatten ging und in dieser kurzen Zeit praktisch keine Bewegung stattfand. Es sei denn das Ding wäre geplatzt - ist sowas möglich?

4. Start einer Rakete der Amerikaner. Raketen werden immer nach Osten hin gestartet, um den Drehimpuls der Erde mitzunehmen. Die Richtung würde also stimmen, wenn es eine Rakete der Amis wäre. Die Leuchterscheinung wäre dann der Feuerstrahl des Triebwerks der vieleicht 2. Stufe mit langer Brenndauer und anschließendem Bennende. Die langsame Bewegung möglicherweise hervorgerufen durch den perspektivischen Effekt bei überwiegend vertikaler Bewegung. Mir ist allerdings kein Raketenstart gestern bekannt. Bin also ratlos. Haben Sie eine Idee, was das gewesen sein könnte?"

Von der Geschichte wusste ich schon, da sie am Abend zuvor bei Astronomie.de von dem Melder bereits eingebracht worden war. Daher wusste ich auch, das die Sichtung in Waghäusel bei Karlsruhe stattgefunden hatte - unlängst hatte ich ja dort für die örtlliche Sternwarte einen Vortrag gehalten. Zu den dortigen Astronomiefreunden gehört zufälliger Weise auch der Berichterstatter selbst. Ein Forumsmitglied aus Oldenburg meldete dazu: "Sowas hab ich auch schon 2x gesehen...vermutlich Wetterballon etc auf Abwegen. Wie gesagt hab ich das auch schonmal gesehen, das Ding verblasste dann auch ganz plötzlich. Keine Ahnung wieso. " Ein anderer verwies auf die ISS in dieser Sache; der Melder dazu, um eben die ISS auszuschließen: "Das ist schon richtig, aber wer von uns Amateur-Astronomen hat nicht schon einmal die ISS oder einen der zahlreichen weiteren Satelliten gesehen?" Aus Hirschfelde bei Jena kam dies dann von einer Beobachterin dort: "So einen Wetterballon habe ich auch schon mal gesehen, damals war ich auch ziemlich verblüfft (sehr helles Objekt, das sich sehr langsam über den Himmel bewegt, so wie es Wolfgang beschrieben hat). Weil mir das so merkwürdig vorkam, kramte ich das Fernglas heraus und hatte das Glück, daß der Ballon genau in dem Moment zerplatzte als ich durchs Glas schaute (man sah noch einen Moment lang einige hellere ´Punkte´ herumfliegen, dann war es vorbei). Wenn man nur mit bloßem Auge zusieht, sieht es wahrscheinlich aus wie ein ganz plötzliches Verlöschen. Das scheint mir eine plausible Erklärung für Wolfgangs Beobachtung zu sein." Ein User aus München: "Ein Zerplatzen eines Wetterballons haben wir mal mit einem grossen Refraktor beobachtet, da hat man dann sogar die einzelnen Fetzen runterschweben sehen. Ich vermute auch, das das hier die richtige Erklärung ist, denn bei geringer Vergrösserung am dunklen Himmel sollte das eine sehr drastische Abnahme der Helligkeit geben." Der Zeuge schließlich: "Ich denke das wird es dann wohl gewesen sein. Betreibe Astronomie auch schon seit 30 Jahren und habe sowas vorher nie gesehen und habe nie zuvor gehört, dass die Dinger zerplatzen." Dies ist doch sehr interessant, da sich hierdurch eindeutig und klar zeigt: Ewiglange Erfahrung sowie persönliche Praxis um die Ereignisse am Himmel können im Spezialfall nichts nützen, auch wenn das Ereignis an sich eigentlich ziemlich banal ist! Für die ernsthafte UFO-Phänomen-Erforschung ist dies eine sehr wichtige Erkenntnis! Sie zeigt nämlich auf, dass eben doch Irritationen bei den Profis durch ganz normale Himmelserscheinungen aufkommen können, wenn sie nicht wirklich um deren Natur wissen. Es einfach voraussetzen, dass sie es wissen genügt eben nicht!

Über Wetterzentrale.de meldete sich in obiger Sache ein Kollege: "An der Volkssternwarte Hannover haben wir am 4.4. und am 16.4. ebenfalls solch ein Phänomen beobachtet. Am 4.4. sah ich gegen 20 Uhr oberhalb von Venus ein ebenso helles Objekt. Da habe ich natürlich sofort mit einem Teleskop nachgesehen und sofort den runden, weißen Ballon erkannt. Ich hatte zufällig auch eine Webcam da und habe diese dann gleich an das Teleskop angeschlossen. Die Suche war zwar mühsam, ich fand die Radiosonde aber schließlich doch und konnte einige Filme aufnehmen. Es war schön zu erkennen wie die Sonde unter dem Ballon baumelte. Siehe Standbild. Am Montag, 16.4., beobachteten wir dann erneut eine Sonde, die sich schon weit im Osten befand. Im Teleskop war wieder der Ballon und die Sonde zu erkennen. Das Verschwinden ist auch einfach zu erklären, da die Ballone in einer gewissen Höhe platzen (sie dehnen sich ja aufgrund des beim Aufsteigen immer geringer werdenden Luftdrucks aus). Das habe ich schon einmal, vor vielen Jahren, live am Teleskop miterlebt. Der Ballon zerplatzte in viele kleine Fetzen, die dann langsam herunter rieselten. Natürlich war er dann mit bloßem Auge nicht mehr zu erkennen."

Nebenbei und zur ISS: Ralf Vandeberg aus den Niederlanden hat einen ISS-Überflug vom Abend des 15.April 07 durch sein Teleskop filmen gekonnt (10 Zoll Newton und Philips ToUcam PCVC750k im Primair-Fokus) und hat ein Filmchen davon hier abgelegt: http://img484.imageshack.us/img484/... - eine ältere Aufnahme ist hier zu finden: http://www.kk-system.co.jp/Alpo/kk0... . Respekt was mit Amateurmitteln heutzutage alles möglich wird. Am 16.4.07 gelang es einem Astrokollegen den Planeten Venus, die Plejaden und die Strichspur der ISS auf ein Bild zu bekommen, auch schön anzusehen. Tja, am Himmel da ist was los! Und schon gab es bei Astronomie.de am 19.April die Nachfrage ´Was habe ich denn da heute gesehen?´: "...heute am 19.04 um etwa 21:20 Uhr habe ich einen Flugkörper gesehen. Ich entdeckte ihn in Düsseldorf zwischen Venus und Mond im Westen. Dort setzte er seine Reise mit einer hohen Geschwindigkeit längst am großen Wagen fort und tauchte dann so ziemlich genau im Osten unter. Das Eigenartige war, dass er fast so hell wie Venus war und an Helligkeit kaum verlor. Es blinkte nicht in einer anderen Farbe wie bei irgendwelchen Flugzeugen. Die ganze Reise von West nach Ost dauerte nur ungefähr 3 Minuten!! Es war ein dauerhaft gleißendes Licht ähnlich der Venus, welches im 10 mal 50 Feldstecher leicht oval erschien. Was konnte das gewesen sein? Sicher ist, ein Flugzeug war es nicht, denn das ist langsamer, blinkt meistens, ist erheblich dunkler und gibt irgenwelche Geräusche von sich! Ich habe sowas ähnliches, mit der fast gleichen Flugbahn schon mal vor ein paar Wochen gesehen. WAS KÖNNTE DAS GEWESEN SEIN? Über einen Hinweis wäre ich dankbar." Und die Hinweise kamen - es war die ISS.

Externe Links

http://img484.imageshack.us/img484/9237/iss20070415kk5.gif
http://www.kk-system.co.jp/Alpo/kk07/p070217a1.gif
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