. Zurück C E N A P

08.02.2007


    
Tageslicht-Himmelsphänomen über dem britischen Leeds?

Tobte der ´Krieg der Sterne?´ - UFO, Nebensonnen-Effekt oder...

Am Dienstag, den 6.Februar 07, entdeckte ich beim AKM-Forum den Beitrag "A good example of a sundog being mistaken for a fireball" den ein neues Mitglied namens Kevin Boyle aus Stoke-on-Trent in England am Tag zuvor ins Spiel brachte, nachdem ihn ein Freund über die Aufnahme von einem "brennenden Feuerball oder Satelliten-Reentry" aus Leeds aufmerksam machte. Bilder hierzu (und aus einem Handy-Video stammend - dieses selbst ist hier anzusehen: http://www.youtube.com/watch?v=MArC... ) finden sich unter einer britischen UFO-Diskussions-Seite names UFODATA Magazine-Forum: http://87.194.144.24/viewtopic.php?... mit dem dortigen Thema "Bright object sighted over Leeds", welches hier am 1.2.07 eröffnet worden war. Das AKM-Forums-Mitglied geht hierbei davon aus, dass dies eine zufällige Aufnahme von einer unvollständigen Nebensonnen-Erscheinung ist, die sich am Ende eines Flugzeug-Kondensstreifens ausbildete. Er fragte die AKM-Gemeinde nach deren Einschätzung, aber 1 1/2 Tage nach dem Eintrag gab es keinerlei Reaktion darauf. Nachdem ich den Fall aufgefunden hatte, beschäftigte ich mich sofort damit und stellte ihn auch auf diversen Foren zu Debatte.

Die Geschichte zur Meldung: Um 9:30 h Ortszeit hatte am 1.Februar ein Fahrgast eines Taxis in der belebten Kirkstall Road im Zentrum von Leeds eine seltsame Erscheinung am Himmel ausgemacht und ließ den Wagen anhalten, stieg kurz aus, um diese mit einem Videohandy aufzunehmen, wieder ins Fahrzeug einsteigen und weiterfahren. Was wir sehen, ist ein verwischender Flugzeugkondensstreifen hoch am Himmel, der offenbar von einer verdickten hellen konturlosen Erscheinung an seinem Ende (zu sehen in Bildmitte) ´begleittet´ wird. Rechts außen ist am Rand aber auch in selber Höhe die aufgehende Sonne zu sehen. Der Fall wurde an die BBC2 herangetragen, die am selben Abend in der Sendung ´Look North´ die Geschichte aufgriff: http://www.bbc.co.uk/leeds/content/... . Eine bessere Videoqualität ist als Quicktime-Clip unter http://www.mercuryrapids.co.uk/ufod... abgelegt. Ein Forumsuser (Sacha Christie) berichtete, das er ebenso ein Foto von der Erscheinung machen konnte als er den Bridgewater Place mit seinem neuen Wolkenkratzers verließ um zu einem nahen Park zu gehen. Schon den ganzen Morgen sah er Kondensstreifen am blauen Himmel. Doch als er den fraglichen Kondensstreifen sah und dann die leuchtende Erscheinung daran, griff er zur Kamera und hielt drauf. Das ´Phänomen´ selbst hielt sich zunächst scheinbar an Ort und Stelle unbeweglich. Aber als er dann weitermarschierte, stellte er fest, dass dies sich weiter zum Horizont niedergehend verschob. Bei dieser Aufnahme stellt sich aber wirklich die Frage, ob die Erscheinung wirklich ganz zufällig am Ende des Kondensstreifens erscheint und nicht zu ihm selbst gehört - und zwar in Gestalt eines großen Treibstoffausstoßes eines Fliegers, der Leeds International Airport zur Landung ansteuert und dabei seinen Restreibstoff aus Sicherheitsgründen abläßt und diese Treibstoffwolke von der Sonne hell angeleuchtet wird. Zudem ist in der sackförmigen Erscheinung hintenraus zum Schweif noch orangenes Leuchten schwach auszumachen. Was mir weitaus eher ins Auge fällt, als die zufällige Erscheinung von einer Nebensonne (Mock-Suns oder Sundog), die sich hier gerade zufällig als Sonnenstrahlenreflektion in Eiskristallen der Atmosphäre ausbildet/entwickelt. Tatsächlich schickte auch ein Nutzer des Forums Aufnahmen von einer eindeutigen und so auch allseits bekannten Nebensonnen-Erscheinung mit ihrerm horizontal-verlaufenden spitzen und von der Sonne gerade wegzeigenden ´Schweif-Effekt´ (daher auch der Name ´Sundog´) sowie einer vorauslaufenden regenbogenfarbigen ´Kopffront´ (zur Sonne ausgerichtet) ein. Hiernach wurde dieser Link eingebracht: http://antwrp.gsfc.nasa.gov/apod/ap... - dies zu einem Vorfall, der zunächst als dramatischer Bolidendurchgang gedeutet wurde, schließlich sich aber als Treibstoff-Ausstoß eines Flugzeugs im Landeanflug ergab. Wenn auch eindeutig niedriger und spektakulärer als im aktuellen Fall, aber immerhin kam dies schon der Sache näher.

Auf ´UFONews.TV´ stellte man die Geschichte als "Leeds UFO: Space Wars in Orbit? Is This What Star Wars Look Like From The Ground? A Ball Of White Fire Streaks Ovver Leeds, England" total märchenhaft und überzogen (also völlig ufologisch-zurechtgebügelt) heraus. Gleichsam gab die BBC2 in einer weiteren Folge in der Sendung ´Look North´ vom 6.2. der Geschichte den Abschuß, um den Fall als Erscheinung von einem Satelliten-Reentry-Phänomen zu ´erklären´. Was natürlich nicht wirklich dienlich war und die Geschichte nur zusätzlich verwirrte. Was mich am meisten überraschte war jedoch, das in der Diskussion niemand den Leeds-Airport ins Spiel brachte und damit die ´Inspiration´ freisetzte, um auf die Idee mit dem abgelassenen Treibstoff von einer Passagiermaschine beim Landeanflug zu kommen.

Dazu noch dies:

>Fuel Dumping. Fuel Dumping ist die englische Bezeichnung für das Ablassen von Treibstoff im Flug. Nur bestimmte zivile Langstreckenflugzeuge und Militärmaschinen können in einer Notsituation (technische oder medizinische Notfälle) Kerosin ablassen, wenn die Maschine relativ bald nach dem Start wieder landen muss. Über die technischen Vorrichtungen zum Ablassen von Kerosin verfügen Langstreckenflugzeuge wie die Boeing 747, Boeing 767, A 340, DC10-30 und die MD 11. Das maximale Startgewicht liegt bei diesen Flugzeugtypen durch den getankten Treibstoff über dem maximalen Landegewicht, für eine sichere Landung muss daher im Notfall Kerosin abgelassen werden. Beim Ablassen von Treibstoff muss eine Mindesthöhe von 1 524 m (5 000 Fuß) über Grund eingehalten werden. Es wird nur soviel Treibstoff abgelassen um das Flugzeug auf das höchstzulässige Landegewicht herabzusetzen. Ein Fuel Dump muss von der Deutschen Flugsicherung genehmigt werden. In den meisten Fällen finden die Fuel Dumps weit über den Mindesthöhen statt. Aufgrund der hohen Geschwindigkeit wird das Kerosin durch die Turbulenzen zu einem feinen Nebel verteilt und verdunstet größtenteils. Kein Pilot würde freiwillig Kerosin ablassen, da das aus ökonomischer Sicht völliger Unsinn wäre. Das Ablassen von Treibstoff geschieht nur zur Sicherheit aller Menschen an Bord. Die weißen Streifen, die ein landendes Flugzeug bei feuchter Witterung nach sich zieht enthalten kondensierten Wasserdampf aus der Luft. An den Landeklappen entstehen Wirbel, innerhalb derer sich der Luftdruck lokal absenkt, wobei überschüssiger Wasserdampf auskondensiert und die weißen Streifen entstehen können.<

Nach: http://www.munich-airport.de/DE/Are...

Externe Links

http://www.youtube.com/watch?v=MArCbVRiQVw
http://87.194.144.24/viewtopic.php?t=2164&postdays=0&postorder=asc&start=0
http://www.bbc.co.uk/leeds/content/articles/2007/02/01/feature_comet_feature.shtml
http://www.mercuryrapids.co.uk/ufodata_files/MOV00002.3gp
http://antwrp.gsfc.nasa.gov/apod/ap031001.html
http://www.munich-airport.de/DE/Areas/Company/UmweltUmland/lexikon/F/index.html

Views: 2329