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05.02.2007


    
Das "Lichterwunder" aus Wardenburg ist wohl geklärt...

Nicht ganz ein "Skybeamer"-Effekt, aber wohl doch ein ungewöhnliches Himmelsphänomen aus der Klasse der "light pillars"

Die Wendung! Josef Laufer hat ´gewonnen´. Unerwarteter Weise griff er zu einer raffinierten Technik, an die bei uns noch keiner gedacht hat. Über Google-Earth steuerte er das Haus von Herrn Slawik an, Bahnhofsiedlung in Waldenburg. Er stellte fest, dass der Astro-Fotograf entgegen meiner Erwartung DOCH an einem nebenanliegenden Industriegebiet wohnt. Dann überlagerte er die geografische ´Satelliten-Bild´ bestätigte örtliche Situation mit dem bekannten Bildmaterial von der ´Erscheinung´. Tja, was soll man da noch entgegnen? Das sieht selbst für mich sehr überzeugend aus, wie die Erscheinung auf das Industrie projiziert ist. Passt 1:1. Hinzu kommt das Hans Schremmer sich meldete, um auf eine bemerkenswerte AKM-Seite hinzuweisen: http://www.meteoros.de/unbe/unbe1.htm . Hiernach hatte Heino Bardenhagen in Helvesieck gegen 20:20 h des 28.Januar 1998 den Himmel auf seine Astrotauglichkeit und nach Nordlichter überprüft und erfuhr quasi den Vorläufer zum aktuellen Fall: "Am Abend des 28.01.1998 überprüfte ich gegen 20.15 MEZ den Himmel auf Astrotauglichkeit und Nordlichter. Dünner Cirrostratus und Altocumulus verhinderten allerdings Astrofotos, aber im Südosten stand ein Strahl variabler Helligkeit am Himmel. Zuerst dachte ich, daß ein Diskothekenbesitzer seine Sky-Beamer testete, doch als ich den Strahl fotografieren wollte, bemerkte ich, daß über dem gesamten Osthimmel scharf gebündelte Strahlen in unterschiedlichen Rhytmen von 30 bis ca. 120 Sekunden aufflammten und verblaßten. Der ganze Zauber dauerte schließlich bis 21.20 MEZ." Berichte über diese Erscheinung in "Sterne und Weltraum" (4/98, S. 349) und "Mitteilungen des Arbeitskreises Meteore" sowie diverser Boulevardzeitungen und -zeitschriften brachten keine zufriedenstellende Erklärung.

Das von Bardenhagen gelieferte Bildmaterial, zumindest das erste Foto, hat die Gesamtsituation von Boden, Horizont und Himmelsphänomen einmalig gelungen im Blickfeld, auch wenn hier die ´Strahlen´ direkt nach unten verlaufen während bei Skawik diese eher links ´rüberziehen´. So wird die ´Entstehungslage´ recht gut verdeutlicht. Till Crender vom MPI für Aeronomie in Katlenburg-Lindau führte physikalisch-´technisch´ die Erklärung für dieses außergewöhnliche Himmels-Phänomen nochmals aus. Wenn schon "light pillars" eine ungewöhnliche Erscheinung sind, die sicherlich nicht im Standard-´Schulunterricht´ Erwähnung finden, so ist das von den Herrn Slawik/Bardenhagen stammende Bildmaterial schier nochmals jeweils ein ´Exot´ dazu. Das sichtbare Vergehen der Phänomene hat so also auch nichts mit einem Abschalten der Lichtquellen am Boden zu tun, sondern mit dem Auflösen der himmlischen Spiegelfläche bestehend aus den reflektierenden Eiskristallen - entweder weil ihre Wolke weitertreibt, diffundiert oder schlichtweg ´wegschmilzt´. Genauso ist es übrigens nur andersrum mit Mond-Halos, so wie sich einer in Doppelausführung ganz prächtig am späten Sonntagabend des 4.2.07 an unserem Himmel zeigte.

Externe Links

http://www.meteoros.de/unbe/unbe1.htm

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