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10.09.2006


    
10 Fragen an: Werner Walter, CENAP-Gründer

Who is who...? Der Versuch einer Positionsnahme in Sachen UFOs

Werner Walter, Jahrgang 1957, ist Deutschland´s legendärer UFO-Skeptiker und Gründer der UFO-Forschungsgruppe Centrales Erforschungs-Netz außergewöhnlicher Himmelsphänomene, Herausgeber des umfangreichsten UFO-Journals Deutschlands, den CENAP REPORT, und einer umfangreichen Dokumentarreihe namens "UFOs -grenzenlos", parallel unterhält er ein für europäische Verhältnisse einmaliges UFO-Videoarchiv. 1996 veröffentlichte er das Buch "UFOs: Die Wahrheit", welches unter ISBN 3-89365-524-7 beim HEEL-Verlag in Königswinter erschien. Im Internet betreibt Werner Walter zwei Homepages mit den folgender URL-Adresse:

http://www.cenap.de

Von Beruf her ist er Einzelhandelskaufmann und studiert seit 1973 bereits das UFO-Phänomen. Begonnen hat er als junger Mann als glühender Verfechter außerirdischer UFO-Hypothesen, die praktische Erfahrung in zahllosen eigenen Fall-Recherchen und die Erkenntnisse internationaler Kollegen im CENAP-Network ließen ihn immer kritischer die UFOlogie begleiten und skeptisch ob exotischer UFOs werden.

Werner Walter, die einen nennen Dich einen "militanten Skeptiker", die anderen sprechen bei Dir vom UFO-Neinsager und wieder andere, die ansonsten UFO-Skeptiker verteufeln, können in Dir dennoch keinen "hartgesottenen Skeptiker" sehen. Was ist Deine Position im UFO-Feld?

Seht her, all diejenigen, die da ein Urteil über mich fällen wollen, haben damit natürlich ganz bestimmte Absichten: Das Publikum von mir und damit der Diskussion fernhalten! Die einen schweigen uns tot, die anderen diffamieren und denunzieren uns und wieder andere machen uns an, ohne jemals in der Sachdiskussion gewesen zu sein. Es gibt sogar "Buchbesprechungen" zu unseren Dokumentararbeiten, ohne das der Rezensent diese gelesen (oder gar begriffen) hat, aber dafür um so schneller aus seiner prädisponalen Haltung heraus ein vernichtendes Urteil abgab. Nennt man dann Pferd und Reiter beim Namen, werden diese Leute wütend und können mit Sticheleien gar nicht mehr aufhören: Kindergarten-UFOlogie nenne ich dies. Ich und meine Kollegen sind keine bierernsten UFO-Skeptiker (was nicht heißt, wir machen uns darüber lustig!), sondern haben in mehr als 20 Jahren erfahrungswissenschaftlich das Thema als intellektuelle Herausforderung aufgearbeitet. Wir haben in unzähligen Einzelfall-Untersuchungen die Story hinter der Story erkundet und tun dies mit Begeisterung auch heute noch. Barer Blödsinn, wenn ich solche dummen Sprüche wie "UFO-Neinsager" oder "UFO-Gegner" hören muß. Ich und meine Kollegen verstehen uns als UFO-Phänomen-Untersucher. Überaus erstaunlich ist, dass die größten Kritiker von mir, sich erst gar nicht auf Diskussionen einlassen und/oder unsere Publikationen lesen, während auf der anderen Seite ich/wir dies hinsichtlich der Gegenseite laufend tun! Wir reichen die Hand, aber man schlägt sie uns aus, als wenn sie von der Pest besetzt wäre. Wer hat da Angst sich vom Rationalismus anstecken zu lassen?

Was soll das sein?

Nun, wie Ihr wißt, kann bisher niemand eine UFO auf den Labortisch legen, noch ist jemals ein UFO vom Himmel gefallen und im Nationalmuseum eines Landes vorgestellt worden. Kurzum: Das U in UFO steht immer noch im Sinne der eigentlichen Wortgebung für unidentifiziert. Ich mag solche bewußten Versprecher wie "unbekannte" oder "unidentifizierbare" Flug-Objekte nicht, da diese einen suggestiven Charakter haben und an der Realität des Phänomens vorbeigehen, da damit Hof und Garten für das Verständnis augemacht wird, dass die UFOs tatsächlich von objektiv-unbekannter Natur sind. Der UFO-Phänomen-Untersucher untersucht einfach nur das UFO-Phänomen als solches. Ob es reale und exotische UFOs gibt, wer weiß? Dagegen sicher ist jedoch und es ist unleugbar, es gibt ein UFO-Phänomen auf zumindest zwei Ebenen: 1.) Als Beobachtungsmeldung von für die Beobachter unerklärliche Himmelserscheinungen und 2.) als Diskussionsgegenstand in unserer Gesellschaft und Kultur. Was wir hier machen ist klar: Die Einzelfalluntersuchung, um festzustellen, ob es bei den UFOs überhaupt exotische und tatsächlich nicht erklärbare Erscheinungen gibt; im weiteren natürlich die soziologischen Hintergründe der UFO-Phänomen-Diskussion in unserer Kultur analysieren, also sich mit dem UFO-Aberglauben auseinandersetzen. Man ist viel zu schnell dabei, das UFO-Phänomen als Ausdruck einer uns überlegenen Intelligenz, vielleicht von außerirdischer Herkunft, zu verstehen. Solange man Gegenargumente zum Einzelfall einbringen kann und solange auch diese Einzelfälle geprüft werden, solange kann man auch den Mangel an Beweisen beklagen. Ist es nicht auffällig, dass z.B. mit dem mindestens 64 Seiten umfassenden CENAP REPORT das umfangreichste UFO-Journal auf dem Markt ist, worin eben genau diese Gegenargumente aufgemacht werden? So kann man quantitativ alleine sehen: Es gibt mehr Gegenargumente als Proargumente. Allein dies sollte schon zum nachdenken anregen. Wir haben mit unserer Dokumentararbeit "UFOs 2000 - Die Eskalation" zum Beispiel die belgische Dreiecks-UFO-Welle auseinandergenommen und neu bewertet. Oder erinnern wir uns an den Heinz Rohde-ARD-UFO-Film vom Oktober 1994, welchen wir in der Arbeit "UFOs - und es gibt sie doch nicht" aufarbeiteten und zu ganz anderen Ergebnissen kamen, als diese unausgewogene Pseudo-Reportage fast 8 Millionen Zuschauern vorgaukelte.

Man sagt, dass die CENAP-Ermittlungen am "Glücksrad" stattfinden!

Quatsch, purer Unfug. Dies sind bewußt ausgestreute Desinformationen, wie es sie im UFO-Feld ausreichend aus sich selbst heraus gibt (siehe die unnötige MJ-12-Diskussion) und auch fruchtet, nur um uns negativ aufzufassen. So kommen dann solche Aussagen zustande wie in der UR 7 nachzulesen: "Sogar Werner Walter sagte keinen Ton, der ja sonst immer recht schnell mit seinen Urteilen ist". Dies suggeriert freilich, das meine Urteile "vorschnell" und unüberlegt aus der ablehnenden Natur meiner Positionsnahme herauskämen. Das konkrete Beispiel macht es klar: In der UR 6 war der Fall "UFO-Foto-Serie!" von Euch eingebracht worden, die drei verwendeten Bilder waren größer als der Text dazu - welcher selbst recht uninformativ für eine logische Folgerung ist und deswegen kein Zwischenruf von mir stattfand. Ich will meinen Kollegen-Freund Roland Horn nicht angreifen, wenn er von einem astronomischen Körper, die VENUS, in diesem Fall spricht. Nur: Wie hat er dies mit den Angaben "Ende der 70er Jahre an der Nordsee" aufmachen gekonnt? Und wie konnte "ein bekannter Fotoanalytiker" mit diesen wenigen Informationen die Bilder für "echt" qualifizieren??? Also hier wurde meiner Meinung nach weitaus gewaltiger am Glücksrad gedreht, als es bei uns auch nur annähernd der Fall sein soll. Wie auch immer, mir scheint es sich bei dem Bildmaterial eher um die Sequenz einer Mond- oder Sonnenfinsternis zu handeln, als um eine Venus-Fotoserie. Das verdeckende Element, von links nach rechts einandernd, ist doch deutlich zu sehen. Um eine Venus-Sichel aufzunehmen, bedarf es hochwertigen astronomischen Geräts, davon war aber in dem mageren Fallbericht weit und breit nichts zu lesen. Lehren aus dem Fall: Mehr Details abfordern und auch umfangreich darstellen; nicht jeder dahergebrachten Fotoanalyse glauben; weitaus vorsichtiger und kritischer hinsichtlich Fotomaterial sein; immer sich der Gefahr bewußt sein, mit sogenanntem "Beweis-Material" gelinkt zu werden. Und: Erst einmal bei erfahrenen Kollegen einen Gegen-Check machen zu lassen. Ihr erinnert Euch, ich habe dies bereits einmal angeboten und sogar ein Bündel Fälle bearbeitet, dann aber nichts mehr von Euch deswegen gehört und erst recht keine neuen Fälle zur Bewertung vorgelegt bekommen. Ich bin deswegen zwar nicht böse, aber Ihr seht damit selbst, wie die Mechanismen wirken.

Es ist unserer Meinung nach überaus legal die "Spreu vom Weizen" trennen zu wollen, also im Ansatz schon danach Ausschau zu halten, was identifizierbare Flug-Objekte sind und was reale UFOs sein mögen. Methodische Fallermittlung ist unsere Aufgabe, Recherchen und Datenvergleich - schlußendlich die Analyse. Gibt es plausible Gründe, um eine UFO-Meldung als IFO auszusondern, muß man dies schonungslos tun. Weist ein UFO entsprechende IFO-Parameter auf, dann hat dieses UFO eben Pech gehabt, so muß man es einmal knallhart sagen. Mir ist nicht bekannt, wonach wir jemals einen UFO-Fall z.B. als Fehldeutung des Planeten Jupiter erklärten, während es beispielsweise in Wirklichkeit ein Satellit gewesen ist. Im Gegensatz dazu fällt uns auf, dass die Fachbücher der in der Öffentlichkeit hochgejubelten "Experten" voller nicht erkannter IFOs sind. Und manche dieser Leute, wollen sich auch gar nicht mit IFOs belasten und stempeln flott diesen oder jenen Bericht zum authentischen UFO-Report ab, weil es der Verkaufsauflage gut tut. Kein Wunder, wenn wir also die "Leichen im Keller" jener Traumverkäufer benennen und uns damit einen schlechten Ruf einhandeln, der bewußt auch so verbreitet und gefördert wird. Es gibt da tatsächlich soetwas wie "Klassenkampf" und Standes-Dünkel. Schaut Euch nur einmal das neue Lammer/Sidla-Buchwerk UFO-Nahbegegnungen an. Da schreiben die Jünglinge der UFOlogie von "dogmatisch orientierten Skeptikern", um sich selbst als das Non-Plus-Ultra vorzustellen. Mit weiteren Negativ-Merkmalen wird hier psychologisch bewußt gearbeitet: Uns fehle die intellektuelle Fähigkeit zur Erkenntnis, logisches Denken, ein scharfer Geist und die fachmännische Qualifikation! Stellt Euch vor, ich wäre soetwas wie ein Hesemann, der hätte nun bereits die besten Anwälte Deutschland´s eingeschaltet...- mir geht dies am Arsch vorbei (und kann sogar über die Cartoons lachen, die über mich verbreitet werden). Arroganz und Überheblichkeit machen diesen Klassenk(r)ampf aus, wenn man mir als Einzelhandelskaufmann all jene Merkmale abspricht, die ich vorhin gerade zitierte. Lammer/Sidla haben sogar schwere Böller aufgefahren und werfen der DARA vor, es sei kurios, wenn wir ihr als Berater dienen sollten. Außerdem können sie sich gar nicht vorstellen, dass sich Naturwissenschaftler von mir in Sachen UFO beraten lassen, "falls ja, dann ist da...einiges faul, oder die zuständigen Personen wären fehl am Platz."

Viel besser wäre es da gewesen, wenn die MUFON-CESler mal in die eigene Schublade geschaut und damit Selbstkritik geübt hätten, um Glaubwürdigkeit zu vertreten. Ich sage nur FEHRENBACH. Hiernach wäre Bescheidenheit sicherlich angesagt gewesen, aber NEIN, die MUFON-CES-Herren gingen wieder einmal vor Gericht, um den erfahrenen UFO-Skeptiker Rudolf Henke zu verklagen, um sich endlich per Gerichtsentscheid (welch merkwürdiges Forum) die Wissenschaftlichkeit der UFOlogie bescheinigen zu lassen. Bevor es aber soweit kam, dass das "Urteil im Namen des Volkes" verkündet werden sollte, zog Herr von Ludwiger das Verfahren zurück, weil eine Reihe seiner Anhänger diesem Verfahren nicht zustimmten. Schade, Fernsehsender, Zeitungen und Zeitschriften standen schon parat, um diesen neuerlichen Skandal aufzugreifen. Es kommt zu Zerrbildern, wenn z.B. Lammer/Sidla ausgerechnet die DEGUFO als einzigen Partner für eine Zusammenarbeit empfiehlt, wer unsere Sonderdokumentation "CR-Extra 1/96" kennt, wird hier nur verwundert den Kopf schütteln können. Wo was faul ist, wird hierdurch klipp und klar einer neuen Bewertung zugeführt.

Gibt es nun UFOs, oder gibt es sie nicht? Komm auf den Punkt, Werner Walter...

Nochmals: UFO steht für unidentifizierte fliegende Objekte, dieses weltweit akzeptierte Formulierung entstammt der militärischen Fliegerfachsprache und alle UFOlogen, UFO-Forscher, UFO-Phänomen-Untersucher und UFO-Interessierte sollten dies einmal anerkennen. Für die meisten ist UFO gleichbedeutend mit Fliegenden Untertassen, auch wenn so mancher sich vorgeblich scheut, diese gleich mit außerirdischen Besuchern gleichzusetzen, weil sich dies öffentlich gut macht und scheinbar "Kritikfähigkeit" dem Promoter zuspricht, was dann dem Fachmann aber schnell als Worthülse aufgeht - ich will mich hier mald selbst als einen solchen Fachmann bezeichnen. Immer wieder werden unidentifizierte Flug-Objekte von ehrlichen Menschen gemeldet und beinhalten teilweise auch erstaunliche Beobachtungsdarstellungen. Daran kann es keinen Zweifel geben! Allein von dieser Warte ist das UFO-Phänomen "real", genauso real aber wie die "X-files" oder Donald Duck und Perry Rhodan.

Was soll das nun wieder bedeuten?

Laßt mich ausreden und obige Sätze weiterführen. Wie wir alle wissen (sollten), sind im UFO-Feld die allermeisten Darlegungen über UFO-Erfahrungen leider Nieten. Traditionellen Zahlen nach etwa 90 %, meiner Einschätzung nach 99,9 %. Wer bestimmt eigentlich, was IFO und was UFO ist? Natürlich sind es wir UFO-Forscher, die das Phänomen handhaben. Doch wer will schon wissen, was alles ein IFO ist? Ein DASA-Astrophysiker, der laut seiner Kollegen eine "neutrale" UFO-Organisation aufzog und laufend auf die "Wissenschaftlichkeit" seiner Forschungen pocht, während er aufgrund eines verzerrt aufgenommenen Straßenschildes über hyperdimensionale "Schwingungsbäuche" in der Öffentlichkeit spekulierte und ein handtellergroßes Kinderspielzeug wissenschaftlich auf Raumschiffgröße hochanalysierte? Oder jener Bestseller-Autor mit edlem Blute, der sich einen falschen Doktortitel kaufte und schon bei Titelhändler Weyer vorsprach, nebenbei natürlich auch Unsterblichkeits-Elixiere zusammenbraut? Oder jener Verleger einer mystisch-kitschig bunten UFO-Postile, der sich mit "Deutschlands größter UFOloge" selbst-beweihräuchern läßt und ruckzuck überall Zweckfreundschaften schließt, um dann ebenso schnell mit Klagedrohungen ob seines empfindlichen Riechkolbens den Kritikern zu drohen?

Was hat das nun mit UFOs zu tun?

Hört her. Es sind Menschen, die uns allen das UFO-Phänomen vermitteln und unser Verständnis prägen, ja selbst ansonsten objektives Filmmaterial wird von Menschen so oder so produziert. Die Motivation ist unterschiedlich. Für viele sind UFOs ein phantastisches Spielzeug und herausfordernder als Briefmarkensammeln. Manche Sekte besetzt das Fliegende Untertassen-Bild mit pseudoreligiösen Ansätzen, ja sogar über Jahrzehnte hinweg wurde von einer großen pseudoreligiösen Vereinigung die UFOlogie Deutschlands geprägt. Auf diesem wuchernden Untergrund vitalisiert sich hierzulande die UFO-Debatte, was man nie übersehen darf! Ich frage Euch: Sind UFOs mehr wert als Hinterzimmer-Biertisch-Spruchweisheiten oder abgehobene, verklärte philosophisch-wundersame Weltbildanschauungen im Kittel einer esoterischen Bewegung? Ich will hoffen, dass die Mehrheit der Leser jetzt rufen wird: JA. Dann aber frage ich diese Leser konkret: Wieviele UFO-Einzelfall-Untersuchungen mit abwägender, begründeter Bewertung haben Sie selbst schon durchgeführt? Sehen Sie, wie immer verlassen Sie sich auf andere - die mit dem "guten Ruf", ansonsten siehe oben...

Aber die Kollegen im Feld recherchieren doch auch und...

Da muß ich mal unterbrechen, sonst platzt mir der Kragen: Der Fisch stinkt vom Kopf. Das Wort "Recherchieren" wird schnell mißverstanden. Herumreisen und Zeugenbehauptungen aufnehmen, die Leute nette Menschen von angenehmer Art zu nennen ist wohl für die Story eines Journalisten eine Recherche. Hier geht es in Sachen UFOs aber um mehr, wie ich meine. Wie gesagt, die Story hinter der Story ist wichtig, der Kern des Problems. Will man allen netten und angenehmen Zeitgenossen ihre UFO-Geschichten abnehmen, gäbe es gar keine IFOs. So absurde Gedankengänge kann aber niemand ernsthaft haben. Hat man eine UFO-Darstellung, dann sollte man sie erstmals mit bekannten Erscheinungen des Luftraums vergleichen, dazu muß man aber erstmals die Einzel-Stimulis kennen und darüber hinaus noch das Spektrum ihrer Erscheinungsparameter. Das ist aber bei den allermeisten wohl-bekannten "Experten" nicht der Fall, egal ob man da einen Good aufschlägt oder bei von Ludwiger blättert, überall finden wir leicht von jenen Forscher-Kollegen nicht-erkannte IFOs. Recherchen kann man natürlich jederzeit durchführen, man muß aber auch erkenntnistheoretisch seine Erfahrungen einbringen - diese Erfahrungen macht man aber nicht in drei, vier Jahren, sondern es ist ein langer Prozeß. Leider kann man UFO-Forschung nicht an der Uni lernen noch in einem Fernkurs absolvieren und dann ein Diplom sich übers Bett hängen. UFO-Forschung ist und bleibt ein autodidaktischer Vorgang in Wechselbeziehung mit den UFO-Meldungen, dem soziologischen Ausdruck als UFO-Phänomen und mit dem "Fandom". Niemand wird allein durch das Betrachten der Pro7-Serie "Die Akte X", dem Studium von fünf Jahrgängen Magazin 2000 und drei von Buttlars das UFO-Problem als solches verstehen lernen. Ich sage hier sogar: Er wird eher der Paranoia verfallen und überhaupt keinen ernsthaften Durchblick erfahren, auch wenn er sich dies so denkt.

Was sind für Dich die besten UFO-Fälle?

Mit den Jahren schwand meine Erwartungshaltung und ich persönlich lege für keinen UFO-Fall mehr die Hand ins Feuer. Dazu habe ich schon zuviel Gäule vor der Apotheke kotzen sehen... Oder anders gesagt: Ich habe zuviele in der Literatur vorgegebene UFO-"Beweise" als bunt-schimmernde Seifenblasen zerplatzen gesehen. Sobald man ernsthaft den Dingen nachgeht, ist es wie mit Sand zwischen den Fingern... Dies ist sicherlich eine unangenehme Aussage für den wahren Gläubigen, aber ich will auch niemanden nach dem Munde reden. Ich bin auch kein Ideologe, der die UFOs "bekämpft", frei nach dem immer wieder aufgebrachten Motto: Was nicht sein kann, darf nicht sein. Blödsinn. Ich habe meine Kritik und Skepsis aufgrund einer umfangreichen eigenen Studie kultiviert, aufgrund der durchgeführten "Dreckarbeit". Dies ist der Grund meiner Wandlung vom Gläubigen zum Skeptiker. Aber ich bin gerne bereit, jedem neuen Fall nachzugehen und Beweise zu analysieren. Dies ist doch die wahre Haltung für einen wissenschaftlich-orientierten Geist. Übrigens: Diverse Umfragen unter UFO-Vereinigungen zu den "besten UFO-Fällen" bringen erstaunlicher Weise keinen Gleichklang zutage, sondern jeder sieht anderes Fallmaterial als "bestes" an und widerruft von anderen eingebrachten "bestes Fall-Material" als IFO oder Fälschung. Ist schon bemerkenswert interessant.

Also gibt es für Dich keine Hoffnung mehr auf ein echtes UFO?

Natürlich kann man Hoffnungen haben, was wären wir schon ohne Hoffnungen? Aber ich kultiviere die Hoffnung nicht und sehe den empirisch angesammelten Erfahrungen ins Auge. Ich weiß, schon lange nachdem mein letzter "Gegner" auf mein Grab gepißt hat, wird es dennoch für viele Menschen die Hoffnung auf das eine und einzige wahre UFO geben. Dazu ist das UFO-Phänomen in seiner populistischen Ausartung einfach zu gut, da kann man schwadronnieren und spekulieren bis die Schwarde kracht und jeder macht da gerne mit, um sich den Tagträumereien hinzugeben und neuen Thrill für sich zu erfahren. UFOs sind so gesehen immer interessant, was sich analog auch im Verkaufserfolg der Pro-UFOlogie-Literatur bzw in Einschaltquoten niederschlägt.

In Eurer UR Nr.7 habt Ihr Budd Hopkins betreffs einer amerikanischen TV-Sendung des Programms NOVA zu Worte kommen lassen. Doch Denise Dilanni, Produzentin der Sendung "Kidnapped by UFOs?", wehrt sich gegen die Anfeindungen von Hopkins und Dr.John Mack. Hopkins nannte die NOVA-Sendung "polemisch" und sie habe absolut nichts mit einer wissenschaftlichen Untersuchung zu tun. Was soll er auch sonst tun? Wie immer, ist dies nur eine Seite der Münze! NOVA dagegen bot ganz offiziell am 17.10.1995 Hopkins gegenüber in einem Einschreibebrief und Fax an, jeglichen physikalischen Beweis aus einem aktuellen Fall durch unabhängige Wissenschaftler untersuchen zu lassen. Jegliches Implantat sollte durch das MIT untersucht werden. Nachdem die Sendung gelaufen war, leugnete Hopkins, jemals solch ein Angebot bekommen zu haben. In der Sendung kam MIT-Physiker Dr.David E.Pritchard zu Worte, der als geneigter Entführungs-Forscher bereits einige angebliche Implantate analysierte: "Es gibt nicht einen unabhängig bestätigten wissenschaftlichen Beweis für eine Alien-Abduction. Nicht einen." Die Reaktion von Hopkins ist durchaus typisch, sobald solche Leute mit dem Rücken zur Wand stehen, geben sie allerlei Ausflüchte von sich, um ihrer Gefolgschaft zu gefallen. Bereits Mack hat mehrfach betont, dass die Entführungen nicht in unserer physikalischen Realität ablaufen - also: Was solls? Genauso wie all die Fliegenden Untertassen-Märchen kann man die Entführungen vergessen. Naja, ich weiß, damit gehen die grundlegenden Spielzeuge der UFOlogie verloren, aber was soll´s wenn man objektiv forschen will?

Mit den Medien gehst Du auch nicht gerade schonend um!

Ja, obwohl man mich gerne als "Gutes Gewißen" und der eigenen journalistischen Ohmacht des Themas wegen vor die Kamera holt, schielt man parallel einher aber auch gerne auf Traum-Quoten. Das Mediengeschäft ist eine große Hurerei, sage ich. Die UFO-Legende haben wir größtenteils den Massenmedien zu "verdanken". Beispiele? Wo finden wir die massenwirksamsten und phantastischsten UFO-Meldungen? Freilich in der Revolver- und yellow-Presse. Woher haben wir unsere UFO-"Bilder" im Kopf abgetankt bekommen? Von der großen Leinwand und dem Glotzkasten. Filme wie Der Tag an dem die Erde stillstand oder Unheimliche Begegnung der Dritten Art haben einen gewaltigen Einfluß parallel auf unsere Vorstellungen genommen. Heute erfahren wir dies durchaus auch auf neuem Massen-Niveau mit solchen Serien wie "X-files". Bei Der Tag... bekam das Publikum die Fliegenden Untertassen bildlich und konzeptuell ausgearbeitet vorgesetzt. Bei Unheimliche Begegnungen bekamen wir glaubhafte Aliens (die Grauen) eingepaukt, weswegen sich diese dann später in der Realität angeblich verselbstständigt haben - hier ist der wahre Mimikry-Effekt zu sehen. Sobald uns glaubhafte Bilder vorgegaukelt werden, sind wir bereit diese zu übernehmen. Aus diesem Grunde wurde das Schildkröten-Märchenwesen ET aus dem gleichnamigen Spielberg-Film niemals zum Gegenstand der ufologischen Darstellung bzw Erfahrung. Anders sah es da z.B. bei Klatuu in Der Tag... aus, dieser wurde schnell zur Space Brother-Figur der Kontaktler-Bewegung Anfang der 50er Jahre. Oder nehmen wir für Deutschland das Raumschiff ORION in seiner typischen Fliegenden Untertassen-Gestalt. Wer weiß heute schon noch, das erst nach dieser deutschen TV-Serie die UFO-Bewegung namens UFOlogie hierzulande aufblühte? Bereits der französische Forscher Meheust hat alle Muster der heutigen und aus Amerika importierten UFOlogie in der frühen SF-Literatur der selben Nation festgemacht.

Hund beißt Mann ist keine Schlagzeile wert, aber Jagthund schießt Jäger ab ist eine dicke Story allemal wert. So ist es natürlich auch, ja gerade auch mit dem bunten Thema namens UFOs. Wer unter Ihnen z.B. einmal Zeitungsberichte analysiert, findet schnell heraus, dass das durchgehende Muster so abläuft: Erste Meldung des Ereignisses als solches und dann Schweigen - von Nachprüfungen und Untersuchungen hört man in aller Regel nichts (obwohl diese stattfinden und auch meistens zu einer Aufklärung der banalen Art führen!). Woran liegt dies? Schlichtweg am Hund-Jäger-Prinzip. Darüber hinaus gehen natürlich die sensationssuchenden Medien eine unheilvolle Partnerschaft mit den UFO-Lieferanten ein. Diese "Lieferanten" sind die "gut-klingenden" Namen der UFOlogie, die wiederum aufgrund der fördernden Verkaufs-Basis der Massenmedien für ihre Produkte (zumeist Bücher, jetzt auch Videos) nur unterstützende Schlagzeilen liefern. Das wechselseitige Interesse ist Ihnen sicherlich klar: Die Medien suchen Bestätigungen für ihre Sensationsschlagzeilen, die sie nur bei Enthusiasten finden und die UFOlogen wollen als Schlagzeilen-Lieferanten und Buchverkäufer im Spiel bleiben.

Dies hat verheerende Folgen. Stellt man sich die UFO-Forschung bzw UFO-Auseinandersetzung als ein demokratisches Parlament vor, gibt es natürlich verschiedene "politische" Flügel, die miteinander den Demokratieprozeß (hoffentlich) fördern, weil sie sich miteinander und direkt auseinandersetzen. Schön wäre es, wenn dies auch hierzulande in Sachen UFOs gelten würde. Auch in der realen Wissenschaft gibt es die Kommunikation und den Austausch von Informationen, die Überprüfung und Kontrolle - nur in der UFOlogie darf es dies scheinbar nicht geben. Ich schwöre: Mir bekannte und von Ihnen alle verehrte UFO-Autoren haben sich als Anti-Demokraten und Pseudo-Wissenschaftler entpuppt. Da wurden Wissenschafts-Journale und Journalisten bedroht; da gehen UFOlogen gerne zu ihren Anwälten und vor Gericht, weil sie Kritik erfahren und sich in ihren Geschäften eingeengt fühlen; da üben Auflagen-Millionäre Druck auf TV-Stationen aus, nur um ja nicht mit einem sacherfahrenen Skeptiker gemeinsam vor die Kamera treten zu müßen. Etc, usw. Aus dieser Ecke kommt auch der Zauberspruch von "Geheimhaltung". Dies ist natürlich nur eine Flucht nach vorne, um sich selbst entschuldigen zu können, eigentlich nur schwache Indizien und keine handfesten Beweise für UFOs einbringen zu können. Man schiebt einfach die erträumte Beweislast auf andere ab, die dann selbst den für sie erstaunlichen Vorwurf des "Cover-up" ausgesetzt werden. Was ist, wenn es kein Cover-up gibt?

Wie Ihr seht, weiß ich durchaus von was ich rede, ob andere wissen, von was sie da abschwallen, mag ich bezweifeln. Es wäre fein, wenn UFO-Forschung sich nicht nur auf plakative Vorurteile und Träumereien stützen könnte, sondern hauptsächlich den Zugang zur echten Fall-Ermittlung und Hintergrundrecherche eröffnet. Wer diesen schwierigen und beschwerlichen Weg bestreitet, wird wohl einige Frustrationen erfahren, aber den Durchblick in einer komplexen Affäre namens UFO finden. Haben auch Sie den Mut, lieber Leser? Denken Sie alle einfach mal die ganze UFO-Geschichte nochmals unter diesen Gesichtspunkten durch.

Who is who...? Der Versuch einer Positionsnahme

Mein Name ist Walter, Werner Walter. Ich lebe seit meiner Geburt am 11.August 1957 in Mannheim. Von Beruf bin ich Einzelhandelskaufmann der Unterhaltungs-Elektronik, zeitweise betreute ich in einem Warenhaus auch die Möbelabteilung mit. Ich bin also ein bodenständiger Mensch. Und als solcher beschäftige ich mich in meiner knappen Freizeit mit einem überirdischen Phänomen, ohne den Boden unter den Füßen zu verlieren: UFOs. Als Kind des Space-Age erfuhr ich die Faszination des Phänomens zunächst in seiner populären Auslegung als Fliegende Untertassen mit überaus hochentwickelten außerirdischen Piloten vom fernen Planeten. Die Aura dieses Geheimnis erfaßte mich anno 1973.

Ja, ich war, wie so mancher Leser dieser Zeilen, ein UFO-Freak. Wenn ich heute meine Leserbriefe und kleine Artikel von damals betrachte, denke ich schnell, dass diese ein anderer Mensch geschrieben haben muß. Wie auch immer, plötzlich erfaßte mich das UFO-Phänomen in all seinen phantastischen Dimensionen, wie sie eben von der einseitig ausgelegten UFO-Presse dargestellt wurden. Ich wurde zum Entdecker und fühlte mich als Detektiv auf dem Weg in die Kulissen versteckter Mysterien hinter der Alltagswahrheit. Dabei glitt ich sogar in eine Art "UFO-Sekte" ab, die damals federführend im öffentlichen "output" von ufologischen Darstellungen war. Bald jedoch stank mir dies gewaltig an und flog wegen diversen kritischen Hinterfragungen gerade in Bezug auf Kontaktlerbehauptungen dort im hohen Bogen raus. Auch gut! Die Sicht auf die sogenannte "UFOlogie" schärfte sich plötzlich, der Nebelvorhang der "Gehirnwäsche" aufgrund verzerrter ufologischer Literatur löste sich auf und erste eigene Falluntersuchungen taten freilich ihr übriges.

Anno 1976 entstand dann das allseits gefürchtete und völlig falsch verstandene CENAP, das Centrale Erforschungs-Netz außergewöhnlicher Himmels-Phänomene. So wurde ich zur ufologischen Legende, wie letzthin der UFO-Interessent Roger E. aus Basel feststellte. Aufgrund weltweiter Korrespondenzen, Materialsammlungen, Studien, Auswertungen, Gesprächen mit UFO-Zeugen und diversen sonstigen Erfahrungen auf Reisen sowie Vorort-Untersuchungen zu ganz tollen UFO-Meldungen wurde ich immer skeptischer und mein Enthusiasmus verlor sich. Ich wurde vom glühenden UFO-Gläubigen zum Erz-Skeptiker in Old Germany schlichthin. Dies kostete mich an Untersuchungen über die Jahre hinweg mehr Geld und Herzensblut als Sie sich vielleicht denken können und (leider) steht kein Geheimdienst oder sonstwer förderativ hinter mir. Sicher habe ich in meiner Zeit als UFO-Phänomen-Untersucher so um die 25.000 DM aufgewendet.

Gerade aufgrund dieser inzwischen 23jährigen konkreten und persönlichen Erfahrung bin ich skeptischer hinsichtlich exotischen UFOs als jemals zuvor. Dabei habe ich es mir nie einfach gemacht und einfach den Mantel nach dem Wind gehalten, so manches Wortgefecht fand statt. Ich bin heute vielen lautstarken und hochgelobten Promotern und Geschäftemachern des UFO-Glaubens ein Dorn im Auge, sodass vielerlei Verrücktheiten, Verzerrungen und Unwahrheiten in Umlauf gebracht wurden, um mich und meine Position zu diskreditieren. Ich habe derweilen viele Gruppen und Einzel-UFOlogen kommen und gehen sehen. Das zusammen mit Hansjürgen Köhler anno 1976 gegründete CENAP besteht weiterhin und wir gehören zu den alten Hasen genauso wie die Lüdenscheider GEP oder von Ludwigers MUFON-CES. Seit Anfang an gebe ich den CENAP REPORT heraus, der bereits über 230 x erschienen ist und mit derzeit 64 Seiten Umfang und 6wöchigem Erscheinungsmodus wohl das umfangreichste UFO-Privatzeitschriften-Organ der Szene ist. Parallel einher stelle ich ein zwanzigbändiges Dokumentarwerk der Reihe "UFOs - grenzenlos" dem interessierten und sachkundigen Forscher zur Verfügung.

Als "militanter Skeptiker" wurde ich bereits hingestellt, als "Nein"-Sager und als "Feind der UFO-Forschung". Eine Absurdheit nach der anderen also. Mir und meinen Kollegen, die inzwischen tatsächlich eine recht skeptische Haltung gegenüber UFO-Phänomenen aus dem Sachwissen heraus einnehmen, ist nicht daran gelegen, UFOs einfach "wegzuerklären", sondern das UFO-Phänomen aufzuklären. Dies sollte doch das grundsätzliche Bestreben von UFO-Forschung überhaupt sein und nicht die Produktion immer neuer Mysterien, nur um ein naives Publikum für sich zu gewinnen und Geschäfte mit ihm zu machen. Der Verkauf von "Opium an das Volk" und die Belieferung der UFO-Fangemeinde mit "Brot und Spielen" auf irgendwelchen sogenannten "Weltkongressen" kann da wohl kaum forscherischer Selbstzweck sein, außer wenn man ihn dazu macht. Sinn und Zweck der seriösen UFO-Forschung sollte es natürlich sein, die Spreu vom Weizen zu trennen - und solange noch Gegenargumente der plausiblen Art zu gemeldeten UFO-Ereignissen aufkommen können, sollte man bedächtig und vorsichtig mit UFO-Spekulationen sein. CENAP versteht sich als Regulativ einer überschäumenden und phantasie-überbordeten UFOlogie. Es kann unserer Meinung nach nicht angehen, wenn unzählige UFOlogen und UFO-Autoren sich mit einem Vorurteil an die UFO-Thematik schwingen und mit einer festen Position allerlei Wirrheiten zusammenschreibseln. Und genau dies wird aber seit fast 50 Jahren im UFO-Feld wie selbstverständlich von der Gemeinschaft der Interessierten hingenommen. Dadurch entstand ein falsches Bild vom UFO-Phänomen - eben jenes, welches durch Hollywood-Filme, Kontaktler-Märchengeschichten und fotografierenden Spaßvögeln uns eingebrannt wurde: Das Märchenbild von den Fliegenden Untertassen und dem paranoiden Wirken angeblicher Außerirdischer hier mitten unter uns.

Sie werden nun ausrufen: "Da gibt es doch Beweise!" Sind es wirklich welche, die der kritischen Betrachtung standhalten, oder sind es eher Indizien für schillernde Seifenblasen? Interessant ist auf jeden Fall die prädisponale Voreingenommenheit der großen Mehrheit von UFOlogen und am Phänomen Interessierter. Schaut man einmal hinter die Kulisse so ist doch leicht festzustellen, dass die Esoterik die treibende Kraft für den UFO-Aberglauben ist und schnell Querverbindungen zu Spiritismus und Okkultismus deutlich werden. Lebensphilosophien und pseudoreligiöse Weltbild-Vorstellungen vermengen sich in diesem komplexen Feld schnell mit Geheimlehren und rechtsaußen-liegendem Größenwahn, der durch eine geschickte Verpackung so leicht als solcher gar nicht erkennbar ist. Märchenerzähler und Fabulierer sind fester und hochangesehener Bestandteil der Szene, genauso wie Egomanen und ufologische Gurus. Paranoiker aller borderland-Interessen haben sich im UFO-Sektor vereint. Und so manche Verrücktheit kehrt immer wieder als harter UFO-Beweis in die Diskussion zurück. Natürlich gibt es auch, meiner Meinung nach, harte ökonomische Interessen, um bestimmte hoch-spekulative Bereiche der UFO-Frage so darzustellen, als wären sie Kerngegenstand des eigentlichen UFO-Phänomens. Und nicht umsonst muß festgestellt werden, dass die allermeisten immer wiederkehrenden Beweis-Fälle längst das Zeitliche gesegnet haben, nur will es keiner wissen - obwohl man es bei uns längst hätte nachlesen können!

Es stimmt einfach in weiten Teilen der sogenannten UFOlogie nicht, dass die daran beteiligten Individuuen das UFO-Rätsel forscherisch oder gar auf wissenschaftlicher Ebene lüften wollen - die allermeisten UFO-Interessenten haben feste und unverrückbare Vorurteile hinsichtlich außerirdischen Raumschiffen und deren Piloten aufgebaut und wollen diese phantastische "Wahrheit" bewiesen haben - und dafür geben sie viel Geld bei jenen aus, die ihnen dieses verlockende Angebot via Buch und Video, Seminar und Konferenz machen. Freilich sind diese Angebote so gestrickt, dass das Publikum schnell von der wissenschaftlichen Diskussion im Pro und Kontra weg ist und in der verkaufsfördernden Traumwelt der UFOlogie eingeht. Die allermeisten UFO-Interessierten machen es sich damit zu einfach und kapseln sich schnell wegen einer voreingenommenen ideologischen Haltung von den Realitäten ab, sodass man auch von einer Gehirnwäsche reden könnte. Ich muß es wissen, unterlag ich zwischen 1973 und 1976 genau diesem Mechanismus. Nur hatte ich Glück, ich wollte mich nicht auf die Nachbeter der UFOlogie verlassen und unabhängig durch Einzelfall-Untersuchungen sowie Recherchen mehr erfahren. Dies ist ein unschätzbarer Vorteil gewesen, den die wenigsten UFOlogen überhaupt für sich in Anspruch nehmen können, egal wie groß die Klappe aufgerißen wird und Worthülsen aus diesen berufenen Mündern uns zu umnebeln versuchen.

Die Wissenschaftlichkeit in der Angehensweise an das UFO-Phänomen kann nur durch die Erfahrungswissenschaft und die offene Diskussion der unterschiedlichen Teilnehmer an der echten Exploration des Phänomens umgesetzt werden. Genau dies ist leider nur in einem sehr geringen Umfang auch möglich, weil sich die meisten UFOlogen einer Art "Kindergarten-UFOlogie" verschrieben haben und von abwägenden Einzelfall-Untersuchungen und (Gegen-)Recherchen in Sachen "Spreu vom Weizen trennen" gar keine Ahnung haben und darüber hinaus in Ignoranz gegenüber den erbrachten Fakten üben - auch wenn sie denken, einem übergeordnetem Geheimnis auf der Spur zu sein (in Wirklichkeit sind es nur illusionäre Seifenblasen). Eine Recherche kann journalistisch ausgelegt sein, um die Story im Sack zu haben - man befrägt den Zeugen, was er gesehen hat und macht daraus eine Geschichte für irgendein obskures UFO-Organ. Dann werden wie beim Briefmarkensammler die entsprechenden Motive des UFO-Bildes zusammengesucht und schnell macht man sich Gedanken darüber, was wohl das gelbe UFO vom März 1966 über Mexiko-Stadt mit dem gleichfarbigen UFO vom November 1988 in Neu-Münster gemeinsam haben kann, kommen beide aus Andromeda? Dies ist im Großen und Ganzen schon das, was die selbsternannte UFOlogie betreibt und was scheinbar auch der Herzenswunsch all jener ist, die diese Art von UFOlogie betreiben wollen.

Unsere Angehensweise ist eine andere: Die Story hinter der Story aufzudecken. Uns allen ist doch klar, dass die allermeisten UFO-Meldungen nur auf IFOs (identifizierbare fliegende Objekte) zurückgehen, auf als UFOs fehlgedeutete bekannte Erscheinungen des Luftraums. Hier erkannte ich mit meinen Kollegen in mühsamer Einzelfall-Recherche und einer internationalen Korrespondenz mit ebenso orientierten ausländischen Kollegen bald, dass das IFO-Problem das Kernproblem der UFO-Frage darstellt. Kaum jemand beschäftigt sich damit und die allermeisten wollen es nur mit exotischen UFOs zu tun haben, kein Wunder also, wenn Fall-Kataloge angeblicher UFOs von IFOs durchsetzt sind. Es überrascht und erstaunt mich immer wieder, wenn Kollegen im Feld so ein angebliches UFO nach dem anderen in ihren Vorträgen und Veröffentlichungen aneinanderreihen und kaum oder kein Wort über IFOs verlieren. Dabei sollte ein einfaches Zahlenbeispiel alles deutlich machen: Selbst bei liberal-konservativer Positionsnahme ist deutlich, das von 100 gemeldeten UFOs 90 auf rasch erkennbare IFOs zurückgehen, wobei schon der Hund deswegen im ufologischen Pfeffer begraben liegt, da diese IFOs schon als UFOs gemeldet wurden! Dies sollte bedeuten, dass der UFOloge sich im Verhältnis 10:1 mit IFOs beschäftigen muß, aber bei all meinen Gesprächen mit unzähligen UFOlogen ist davon nie die Rede. Und wenn, dann nur als Regenmantel zum Selbstschutz oder um sich den Anschein von Seriosität zu geben.

Ich kann dies alles feststellen, weil ich als kompetenter Insider, der inzwischen im dritten Jahrzehnt der Untersuchung des Gegenstandes namens U.F.O. steht, genau diese Erfahrungen machte. Jetzt wird Ihnen sicherlich auch klar, weswegen ich genau diese Position des Skeptikers einnehmen mußte, will ich die Werte von "Wahrheit" und "Klarheit" nicht verraten. Ich bin kein Gegner der UFO-Forschung, da ich selbst aktiver und beherzten UFO-Untersucher bin. Nur kenne ich die Schwachstellen der UFOlogie und da gibt es genug zu kritisieren, aber nicht der Kritik als Selbstzweck wegen, sondern um die Qualität der UFO-Phänomen-Erkundung auf breiter Basis zu verbessern. Aber ich habe gerlent, dass dies ein Kampf gegen Windmühlenflügel ist, da kaum jemand ein wirkliches Interesse daran zeigt. Damit disqualifiziert sich die UFOlogie als angeblich ernsthafter Versuch der wissenschaftlichen Angehensweise an das vermeintliche Phänomen selbst. Dies ist aber nicht mehr mein Problem, sondern das Problem der UFOlogen und ihrer fehlenden Anerkennung im realen Alltag unserer sozialen Gemeinschaft. Anstelle dies an der Wurzel zu erkennen, flüchtet die breite Masse der UFO-Fans in höhere Sphären der Paranoia und der Wunschträume rund um MJ-12, Roswell-Deklaration, Entführungen und Area 51. Und die Helden für dieses SF-romanartige Spektakel stehen an allen Ecken bereit, um sich feiern zu lassen.

Auch wenn man mir und Kollegen vorwirft, es fehle uns an der intellektuellen Fähigkeit zur Erkenntnis, logischem Denken, am scharfen Geist und an der fachmännischen Qualifikation (so nachzulesen auf S.283 des neuen ufologischen Meilensteins von Lammer/Sidla, UFO-Nahbegegnungen), dann ist dies einfach nur lachhaft und zeugt von der Inkompetenz jener wissenschaftlichen Traumtänzer, die ebenfalls nur eine Randexistenz in der UFOlogie einzunehmen haben und mit unglaublicher Arroganz sich selbst als Elite-UFO-Truppe überhöhen wollen. In bester ufologischer Tradition werden wir hier also zu "Dogmatikern" eines angeblich alten und überholten Weltbildes gestempelt. Wohin auch der MUFON-CES-Kommerz-Zug fährt wird uns allen überdeutlich, wenn die UFO-Amateurforscher der MUFON-CES nur eine Zusammenarbeit, auf wissenschaftlicher Basis, mit der DEGUFO möglich sieht, da man gerade dort "offen" dem UFO-Phänomen gegenübersteht. Eine Analyse der bisher erschienen DEGUFORUM-Hefte, vorgestellt im CENAP REPORT EXTRA Nr.1/1996, zeigt tatsächlich klipp und klar, woran sich DEGUFO orientiert und wer oder was die Denker dort sind: Esoteriker. Also gut, damit hat MUFON-CES ihre Ehe mit einem Partner besiegelt, wenn man auch an anderer Stelle bisher nie müde wurde, genau solche Esoteriker anzufeinden. Nun gut, die intellektuelle Fähigkeit zur Erkenntnis, für logisches Denken, dem scharfen Geist und die fachmännische Qualifikation hat nun das MUFON-CES-Autorengespann Lammer/Sidla einmal mehr nachgewiesen. Genauso wie es bereits Herr von Ludwiger mit seinen "Dimensionsbäuchen" anhand eines fotografischen Verwischungseffekts durch ein Straßenschild tat und Herr Klein ein Kinderspielzeug zum echten UFO in einem "modernen computergestützten mathematischen Analyseverfahren" werden ließ. Interessant ist dabei auch eine wichtige Note: Niemand anderes als der MUFON-CES-Obere stelbst wird in seinen Ansprüchen niemals müde, die erfahrungswissenschaftliche Grundlage für UFO-Forschung zu betonen. Er und seine elitären UFOlogen sollten sich doch einmal daran halten. Soweit also zur einzigen neutralen UFO-Forschungsorganisation im deutschsprachigen Raum, die in ihrem neuesten Buchwerk nur in einem kleinen, unscheinbaren Nebensatz den größten Flop ihrer Geschichte (Fall Fehrenbach) verharmlosend mit "nicht immer kann man Fälschungen, wie im Fall Fehrenbach, auf Anhieb als solche identifizieren" umgeht. Dies stimmt ja so nicht, schließlich war es ja gerade die aufwendige "moderne, computergestützte mathematische" Analyse von zwei hochrangigen ufologischen Elite-Wissenschaftlern, die wieder einmal in einem Reinfall gipfelte. Das haben wir gerne, die einen öffentlich anscheißen wollen und die eigenen Fehlleistungen noch schönfärben.

Nun wissen Sie mehr über mich, CENAP und die Szene. Rückschlüße müßen Sie selbst ziehen, Erkenntnisse aufnehmen und verarbeiten. Dann fällt vielleicht ein Vorhang am ufologischen Regenbogen und Ihr Blick wird schärfer.

Externe Links

http://www.cenap.de

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