. Zurück C E N A P

09.09.2006


    
Nachgereicht: UFO-Vortrag Ende 2005 in Bamberg und die Folgen

Seltsamkeiten und so...

UFO-Vortrag in Bamberg, 9.12.05

Am Abend des 9.12.05 hielt ich an der Universität Bamberg im Auftrag der dortigen Regional-Vertretung der GWUP, den Bamberger Skeptikern - http://www.bambergerskeptiker.de , meinen UFO-Bilanzvortrag. Hierzu war im Internet auf diversen Foren schon frühzeitig hingewiesen worden und die Bamberger unter Christoph Bördlein (Autor des Buches "Das sockenfressende Monster in der Waschmaschine - Eine Einführung ins skeptische Denken", Alibri, ISBN 3-932710-34-7) hatten hierfür lokal die Werbetrommel gerührt. Nachdem ich auch im AKM-Forum den Vortrag vorstellte, gab es für mich seltsame Reaktionen wie: "Schlimm genug das sich eine Uni überhaupt für diesen Quatsch hergibt. Wer wirklich Aufklären will, hält sich an die Fakten und unterlässt es andauernd von UFO´s zu reden. Derzeit gibt es nämlich keinen einzigen belegten Fund oder Sichtung. Wer sich der Presse andauernd mit einer UFO-Hotline aufdrängt, und sich als UFO-´Forscher´ ausgibt, da ist es ja kein Wunder das aller Welt dieser Blödsinn vorgeleiert wird. Sorry, aber etwas anderes fällt mir dazu nicht ein." Oder: "Werner Walter (Jahrgang 1957, dem Jahr des Sputnik) ist Mannheimer Einzelhandelskaufmann und Amateur-Astronom, sowie Science Fiction-Fan. Ist das nicht sowieso ein Widerspruch? Ich interessiere mich seit meiner Schulzeit sehr für die Astronomie. Da konnte ich es kaum erwarten, in die 10.Klasse zu kommen, wegen dem Unterrichtsfach. Jedoch finde ich Filme wie Star Wars, Star Trek, Enterprise, also alles was SciFi-Filme sind, einfach nur bescheuert." Das Jesco von Puttkammer zum Beispiel trotz seines Faibles für deutsche Science Fiction (er hat sogar zusammen mit Walter Ernsting ´Perry Rhodan´-Taschenbücher geschrieben) dennoch eine große NASA-Manager-Karriere durchmachte wird dabei übersehen, ganz zu schweigen der Umstand das nicht wenige Astofreunde unterm Teleskop SF lesen. (1) Eine gewisse Spießigkeit kommt hier bei ein paar Sternguckern schon hervor, ausgerechnet...

(1) = Dr. Uwe Lemmer, Leiter des Nürnberger Planetarium, kam zur Profi-Astronomie über SF-Serien wie ´Raumpatrouille Orion´ und dem Lesen von Perry Rhodan-Romanen. Wie er selbst sagt: "Wie so viele über die Science Fiction." (´Regionomantus Bote´, Nr.2/2006) Nebenbei, weil es irgendwie auch passt. Einer der ersten großen Science Fiction-Filme aus Amerika, die sich den >Fliegenden Untertassen< annahmen war "Earth versus The Flying Saucers" (deutscher Verleihtitel: "Fliegende Untertassen greifen an" mit den damaligen Stars Hugh Marlow und Joan Taylor in den Hauptrollen, die "technical effects" steuerte niemand anderes als Ray Harryhausen bei) von Columbia Pictures (welche 1977 auch Spielbergs "Close Encounters..." auf die Leinwand brachten) - inspiriert (suggested) durch Donald Keyhoe´s Bucherfolg "Flying Saucers From Outer Space" ("Close Encounters..." wiederum wurde inspiriert durch A.J.Heynek´s UFO-Arbeit und seinem UFO-Klassifikationssystem).

Toleranter macht der Blick in die Sterne also nicht automatisch. Wie in der UFOlogie auch gibt es so auch in der astronomischen Fangruppe Menschen, die eigentümliche Ansichten haben und auch die Ignoranz pflegen. Genauso wie UFOlogen eine Oberflächlichkeit zeigen ist dies in der astronomischen Welt bei einigen Vertretern auch nicht anders. Die meisten UFOlogen mögen mich nicht, einige Astrofreunde deutlich auch nicht. Keiner liebt mich! Naja, damit habe ich zu Leben gelernt. ;-) Wie auch immer, die am 13.12.05 erschienene Januar 2006-Ausgabe der ´Sterne und Weltraum´ (S&W) brachte in der Rubrik "Astroszene" mein Angebot eines UFO-Aufklärungsvortrags. (1) Darauf machte mich das Schulplanetarium Chemnitz aufmerksam, welches sofort nach den Rahmenbedingungen hierfür nachfragte. Da war es an mir mal wieder, nicht wenig erstaunt zu sein. Wie auch immer, der Vortrag war mit 80 Gästen gut besucht und zwei Reporter vom ´Fränkischen Tag´ an Ort sowie von der überregionalen ´Frankenpost´ als Mantelzeitung für mehrere lokale Blätter begleiteten die Veranstaltung mit Interesse. Eine Anschlussdiskussion kam mit dem Publikum leider trotz Anreizversuche durch Bördlein und mir nicht zustande.

(1) =>"UFO"-Aufklärungsvortrag der CENAP: Das Centrale Erforschungs-Netz außergewöhnlicher Himmelsphänomene (CENAP, www.cenap.de) wurd nun bald 30 Jahre alt und spürt gemeinsam mit Luft- und Raumfahrtinteressierten sowie Amateurastronomen angeblichen UFO-Beobachtungen nach. Werner Walter, als Motor der Vereinigung und Begründer der bundesweiten UFO-Meldestelle bietet deswegen Sternwarten, Planetarien und Volkshochschulen in diesem Rahmen einen einstündigen Dia-Vortrag mit dem Titel "UFOs - Wunderzeichen am Himmel, wirklich?" an. Bereits vor kanpp einem Jahrzehnt wurde in einer Vortragstournee das für die Öffentlichkeit mit falschen Vorstellungen besetzte UFO-Thema bei vollen Häusern und großer medialer Begleitung aufgeklärt. Kontakt: UFO-Meldestelle CENAP, Tel.: 0621-701370, E-Mail: [email protected], Web: www.cenap.alien.de .<

Sonntagabend erhielt ich verblüfft diese eMail: "Guten Abend Herr Walter! Ich arbeite bei der Wetterwarte Mannheim. Ab und zu bekommen wir meist recht aufgeregte Anrufe von Mitbürgern, die am Himmel etwas für Sie außergewöhnliches sehen. Nicht immer ist es möglich eine meteorologische Erklärung zu geben und obwohl ich der UFO-Thematik wohlwollend gegenüberstehe, muss ich die Anrufer ohne wirklichen Rat verabschieden. Zur Zeit aktualisieren wir unsere Rufnummern-Liste, auch mit Nummern zu Erdbebenfragen (dafür sind wir auch nicht wirklich zuständig) und ähnliches. Haben Sie eine Rufnummer für unsere Liste an die wir unsere besorgten Anrufer zum Thema mysteriöse Himmelserscheinungen verweisen können - und können wir die Mail-Adresse [email protected] verwenden? Mit freundlichen Grüßen: Wetterwarte Mannheim/Hans Richard Henkes" Ist natürlich kein Problem.

Am Montagmorgen, den 12.12.05, unterrichtete uns Ferhat Talayan mit einem Link ( http://www.frankenpost.de/nachricht... ) betreffs dem Artikel in der ´Frankenpost´ zu einem der Artikel:

>UFO-Verfolgungsjagden - alles Unsinn? von Matthias Will

Der Forscher Werner Walter beschäftigt sich seit 30 Jahren mit "Fliegenden Untertassen"/Eine kritische Analyse

BAMBERG - In den vergangenen Wochen gab es viel zu tun für Werner Walter. Über 100 Anrufe sind nach seiner Aussage beim ?UFO-Telefon" in seiner Mannheimer Forschungsstation eingegangen. E-Mails habe er sogar noch mehr erhalten. ?Krass", ?Phantastisch", ?So etwas habe ich noch nie gesehen", ?Bin ich in einem Science-Fiction-Film?" - derartig emotionsgeladen schilderten ihm Menschen ein Phänomen, das sie am Himmel beobachtet hatten. ?Immer wieder war von einem seltsamen Feuerball die Rede gewesen", sagt Walter bei seinem Vortrag in der Bamberger Universität.

Feuerkugel? Er und seine Mitarbeiter sammelten daraufhin die Informationen und analysierten sie. Das Ergebnis war weniger spektakulär als mancher zuvor angenommen hatte. ?Es handelte sich um einen Meteor", klärt Walter auf. Das ist ein als Feuerkugel oder Sternschnuppe am Nachthimmel erscheinender Materiebrocken außerirdischen Ursprungs. So enden die Recherchen von Walter über vermeintliche UFOs, die gesichtet wurden, oft. In fast allen Fällen gebe es eine wissenschaftliche Erklärung für die scheinbar unerklärlichen Himmelszeichen, sagt der renommierte UFO-Forscher und Hobby-Astronom. ?Das Außergewöhnliche findet lediglich in den Köpfen der Menschen statt. In Wahrheit ist alles viel harmloser als es den Anschein hat."< ´Lesen Sie den ausführlichen Artikel in unserer Zeitung´, machte man dann beim Frankenpost.Online die Internet-User aufmerksam. Da war ich also gespannt darauf, dann den vollständigen Zeitungsartikel in einem Belegexemplar zu erhalten, wie mir Herr Will zugesagt hatte. Dann galt es noch abzuwarten was der ´Fränkische Tag´ als Vortrags-Begleitung anzubieten hatte. Am Mittwoch, den 14.12. erhielt ich von Stephan Kirsch (Bamberger Skeptiker) ein pdf-Dokument mit dem kompletten Scan des unübersehbaren Seite 3-Artikels der ´Frankenpost´ - Tageszeitung für Oberfranken. Übrigens wurde schon in einem abgesetzten Kasten direkt unter dem Kopf der Titelseite auf den Beitrag hingewiesen: "UFOs - gibt es wirklich keine? Den UFOs, Unbekannten Flug-Objekten, ist der renommierte Forscher Werner Walter auf der Spur. Doch was oft spektakulär aussieht, lässt sich fast immer wissenschaftlich erklären." Hier der ´fehlende´ Text zur Online-Version:

>Gibt es wirklich keinen Fall, der nicht rein naturwissenschaftlich erklärt werden kann? "Doch, etwa fünf Prozent der Fälle, die uns bislang gemeldet wurden, sind noch ungelöst." Walter und seine Mitarbeiter haben bislang insgesamt etwa 1000 Hinweise recherchiert. Die Fünf-Prozent-Quote sei vornehmlich dadurch zu erklären, dass in jenen Fällen zu wenige Zeugen und deshalb nicht ausreichend Informationen vorhanden sind. Als Spinner will der 48-Jährige Referent die Menschen, die UFOs - also so genannte unidentifizierte Flugobjekte - gesehen haben wollen, per se nicht abtun. "Ich habe ja Verständnis dafür, dass viele nach irgendeiner Erklärung für scheinbar geheimnisvolle Dinge suchen, die sich am Himmel abspielen." Vieles sei eben auf Unkenntnis zurückzuführen.

Doch bei denjenigen, die geschäftlich daraus Kapital zu schlagen versuchen, dass sich der "UFO-Gedanke in unserer heutigen Pop-Kultur überall festgesetzt hat", kennt Walter kein Pardon. Die Worte des UFO-Forschers sind nun von Ironie durchtränkt. Er berichtet von Fachkongressen, bei denen die "UFOlogen aus aller Welt zusammen kommen und die tollsten Theorien verfassen". Er erzählt von einem Jugendlichen, der in der Jugendzeitschrift BRAVO groß herausgekommen sei, weil er nach eigenen Angaben zunächst telepathischen Kontakt zu einem Außerirdischen hatte, ehe ihm das Alien schließlich höchstpersönlich erschien, um eine Botschaft zu überbringen. "Oft werden die Geschichten mit einem Hauch Esoterik verquickt. Das macht Spass, das bringt Spannung, das macht etwas her", spottet der 48-Jährige. Ein Buchautor, der in seinem Werk die Existenz von UFOs nachweisen wolltem habe sich als Fälscher entpuppt. "Sein Nachmieter fand auf dem Dachboden UFO-Modelle." Es habe sich herausgestellt, dass der Mann die Bilder, auf der "Fliegende Untertassen" zu sehen waren, gefälscht habe. Solche Täuschungen könnten mit einfachsten Mitteln - etwa durch geschickten Umgang mit einer Polaroidkamera - erreicht werden.

Vorwürfe macht Walter auch den Medien, die oft sensationslustig, unkritisch und unvollständig über das Thema berichteten. So habe eine US-Zeitung eine "abenteuerliche Geschichte" veröffentlicht, wonach ein deutscher Pilot mehrere UFOs über die Alpen hinweg verfolgt haben soll. "Die haben sogar den Namen und Wohnort des Pilotern genannt." Er, Walter, sei der Geschichte auf den Grund gegangen. Es sei zu einem Telefongespräch mit dem "UFO-Jäger" gekommen. "Der Mann hat mich entsetzt gefragt, von welcher Verfolgung denn überhaupt die Rede sei. Er sei gar kein Pilot, sondern Busfahrer." Die ganze Story hätten sich zwei Redakteure aus den Fingern gesaugt. jetzt ist Walter richtig in Fahrt. Er habe selbst die Mechanismen der Medienwelt überprüfen wollen, sagt er. Und deshalb seine eigene Geschichte über UFOs in die Welt gesetzt. Seine frei erfundenen Ausführungen samt einschlägiger Bilder habe er bei einem Fachverlag eingeschickt, der alles prompt veröffentlichte. "Und kurz darauf hat auch noch eine Fernsehzeitung die Geschichte unreflektiert übernommen." Auf die Fragem ob er denn bei der Aktion kein schlechtes Gewissen gehabt habe, antwortet Walter: "Ich glaube nicht, dass Günter Wallraff ein schlechtes Gewissen gehabt hat. Manchmal muss man Grenzen überschreiten, um Missstände aufzuzeigen." Der Schriftsteller Wallraff schilderte in kritischen Reportagen seine Erfahrungen in Betrieben und Institutionen, in denen er unter falschem Namen tätig war.

Grüblerisch. Walter hat auch für den berühmten "Roswell-Fall" - eine der spektakulärsten Geschichten in der UFO-Forschung - eine nüchterne Erklärung parat. Medien hatten immer wieder berichtet, dass 1947 ein Farmer nahe der US-Kleinstadt Roswell eine ´Fliegende Untertasse´ gesichtet habe, die später auf die Erde gestürzt sei. Angeblich sei das UFO in den US-Militärstützpunkt "Area 51" verbracht worden. Aus den Erzählungen des Ranchers, der nach eigener Aussage vor einer "großen Menge folienartigen Material" stand, habe sich schließlich doch etwas ganz anderes ergeben. "Die vermeintliche ´Fliegende Untertasse´ war in Wirklichkeit ein Höhenforschungsballon, der abgestürzt ist", erklärt Walter. Anfangs sei er ja selbst ein "bekennender Alien-Gläubiger" gewesen. "Im Laufe der Zeit bin ich jedoch immer grüblerischer geworden." Und schließlich hat er sich ganz verwandelt - in einen großen Skeptiker.

===

Über Frust, Alien-Fans und BND

Der Mannheimer Werner Walter berichtete in Bamberg über seine ehrenamtliche Tätigkeit als UFO-Forscher. Wir führten folgendes Interview mit ihm:

Herr Walter, Sie gelten als umstrittene Persönlichkeit in der UFO-Szene. Woraus resultiert dieser Ruf?

Aus Frust und Enttäuschung meiner Gegner. Die bewegen sich in einer Welt, deren Motto lautet: "Hurra, die Aliens sind da." Nun komme ich daher und zerstöre dieses Weltbild. Es ist doch klar, dass sie sich deshalb über mich ärgern.

"...Den einen gilt er als seriöser Forscher, den anderen als Skeptiker, gekauft vom Bundesnachrichtendienst", schrieb das ´Börsenblatt für den Deutschen Buchhandel´ über Sie...

Wenn ich tatsächlich für den Bundesnachrichtendienst arbeiten würde, dann müsste ich ganz sicher nicht mehr als Einzelhandelskaufmann mein Geld verdienen. Einige UFO-Fans haben mit vorgeworfen, ich würde für Geheimdienste arbeiten, nachdem ich öffentlich meine erfundene UFO-Geschichte als Fälschung entlarvte. Mir ging es darum, zu zeigen, wie unkritisch manche Medien solche Geschichten übernehmen. Man hat mir aber unterstellt, ich wolle nur eine wahre Geschichte unterdrücken. Das ist absurd.

Sind Sie religiös?

Auf dem Papier bin ich katholisch. Aber ich lebe den katholischen Glauben nicht.

Was halten Sie von Mythenforscher Erich von Däniken?

Seine Thesen, dass Außerirdische die Welt besucht haben, überzeugen mich nicht. Aber zugegeben, solche mythologischen Erklärungen gefallen vielen Leuten.

===

Zur Person: Werner Walter, Jahrgang 1957, ist hauptberuflich als Einzelhandelskaufmann in Mannheim tätig. 1976 gründete er das Centrale Erforschungsnetz außergewöhnlicher Himmelsphänomene (CENAP). Er und seine Kollegen haben ein UFO-Telefon eingerichtet. Unter der Telefonnummer 0621/701370 können Menschen anrufen, die außérgewöhnliche Himmelszeichen beobachtet haben. Walter ist außerdem Autor des Buches "UFOs: Die Wahrheit", das 1996 erschienen ist.<

Als optischer Aufmacher verwendete Herr Will das allseits bekannte in ´Fox Mulders´ Akte X-Büro hängende Billy Meier-Poster mit dem Aufdruck "I Want To Believe". Dass passte ja prima. Untertextet war es mit: "Reizthema UFOs: Vor allem in den USA gibt es immer wieder Meldungen über "Fliegende Untertassen". Diese Computeranimation zeigt, wie ein solches Exemplar aussehen könnte." Will machte auch ein Bild von mir, welches er gleich nebenan setzte: "Fünf Prozent ungeklärte Fälle: Werner Walter."

Zurück zum 12.12.: Gegen 9 h klingelte das Telefon und ´Radio Arabella´ meldete sich wegen des genannten Artikels. Aufhänger war a) das UFO-Telefon an sich und b) der Sonntagfrüh-Feuerball, eine Woche voraus, "weil soetwas interessiert die Hörer doch immer". So kam ein Interview für Bayern zustanden, welches als Hauptteil den Besucher aus dem All vom 4.Dezember im hohen Norden zum Thema hatte. Knapp eine Stunde die gleiche Geschichte mit ´Radio Gong´. Aber auch ein Vertreter des DWD (Deutscher-Wetter-Dienst) aus Franken meldete sich um nachzufragen, ob auch er die Rufnummer und eMail-Adresse von mir aufnehmen könne, nachdem er an diesem Morgen mit seinem Mannheimer Kollegen telefoniert hatte, um bei ihm "sicherheitshalber" nachzufragen, ob er mich in Mannheim als seriösen Forscher kennt! Nebenbei: Auch ein 82 Jahre alter Herr meldete sich am Vormittag aufgrund der Zeitungsmeldung, da er mir unbedingt seine schriftlichen Aufzeichnungen zu einen "Begegnungen mit Gott und den Ausserirdischen" als U-Boot-Maschinist aus dem II.Weltkrieg zukommen lassen wollte, "weil es soetwas auf der Welt noch nie gegeben hat und ein Forscher die Unterlagen ganz unbedingt erhalten müsse". Dummer Weise rief er aus dem Psychiatrischen Landeskrankenhaus bei Selb nahe Hof an. Warum ich dies weiß ist ganz einfach: Er ließ sich über die dortige Telefonzentrale meine Rufnummer besorgen und wurde dann mit Voranmeldung durch die Telefonzentrale an mich weiterverbunden! (1) Da kam bei mir eine besondere Art von ´Frohsinn´ auf, andererseits zeigte sich auch die Reichweite der Zeitung. Andere UFO-Meldungen kamen dagegen ob des Artikels mit breiter Streuung nicht herein. Aber dies ist jetzt auch wieder keine frische Erfahrung. Da ist es schon verblüffend wenn nur dieses krasse Beispiel von einem speziellen Menschen reinkam.

(1) = Schon am nächsten Tag erhielt ich einen Din-a-4-Umschlag von dem Herrn via Einschreiben mit Rückantwort, eingeschweißt in starrer Klarsichtfolie. "Lesen Sie bitte alles aufmerksam durch und machen Sie sich dazu Ihre Gedanken, und lassen Sie keinen Zweifel an mir aufkommen. Was ich Ihnen hier beilege ist nur ein Bruchteil von dem was ich geschrieben habe. Ich bin in meinem Leben oft unterschätzt worden, doch ich habe in Pillau an der U-Bootschule bei der Prüfung als Bester abschnitten", war schon das Anschreiben. Anbei lagen diverse Kopien von Briefen, die der Herr z.B. an Herrn Schröder, Ex-US-Präsident Richard Nixon (schon 1973 geschrieben), an das Bundesverfassungsgericht etc geschrieben hatte. Verwundert zog ich die Augenbrauen hoch. Der erste Schriftsatz war der an das Karlsruher Bundesverfassungsgericht, wo er um eine Anhörung nachsuchte, um seine Ausführungen "über Gewalttätigkeiten von Ausländern gegen Deutsche" machte. Auf zwei weiteren Seiten klagte er über die Staaten USA, England, Frankreich, Russland und so weiter, die "an der Vernichtung Deutschlands gearbeitet haben und weiter arbeiten" - und zwar im Auftrag des "internationalen Weltjudentum", welches auch die "Vernichtungskriege I und II gegen Deutschland anzettelte". Dies war und sei eine "verbrecherische Politik gegen Deutschland", wobei die "Schwerverbrecher" (= die genannten Staaten) die Schmutzarbeit machten. Eine besondere Sauerei sei es, dass "die nationale Rechte in Deutschland bekämpft und alle verbrecherischen Handlungen im Land den Rechten zugeschoben werden". Der Mann rief nun Karlsruhe auf, "gegen dieses größte Unrecht und Verbrechen aller Zeiten gegen das deutsche Volk" vorzugehen. Er hatte diesbezüglich auch schon Nixon, Gorbatschow und Ignatz Bubis 8 Seiten lange Schreiben zukommen lassen, Clinton bekam nur 4 Seiten diesbezüglich ab. Darauf berief er sich auf die Bibel: "GOTTESWORT ist die Wahrheit und sein Gesetz." Und auf einen Papst im Mittelalter: "Gott schütze uns vor Teufel, Türken und Kometen." Entsetzt nahm er wahr, dass "Deutschland Türken herein gelassen hat". Dies sei eine Versündigung gegen Gott. Achja, nebenbei habe er dies auch am 27.9.1963 von höchster Stelle zugetragen bekommen: "Es war der Höchste Chef im ganzen Universum vor dem ich da stand. Das war die Erste Begegnung die ich mit dem Höchsten Chef des Universums hatte." Durchschläge dieses Schreibens gingen damals an Johannes Rau, Frau Teissier, Karol Wojtyla, an das 75.Vereinsturnier SK Hof und einem Dutzend weiterer Stellen. Eine Regierungsangestellte antwortete darauf: "Ihr vorbezeichnetes Schreiben wurde hier zur Kenntnis genommen. Weiteres kann wegen der gesetzlich festgelegten Zuständigkeit des Bundesverfassungsgerichts jedoch nicht veranlasst werden. Es ist deshalb auch nicht beabsichtigt, Sie zu einem Besuch nach Karlsruhe einzuladen."

Als nächstes wande er sich an "Herr Schröder" im Bundeskanzleramt und führte im Gegensatz zum Schrieb nach Karlsruhe genauer aus: "Ich bekam am 23.Oktober eine außerirdische Botschaft mit 43 Wörtern in deutscher Sprache. Danach begann ich die Bibel zu studieren. Zur weiteren Bekräftigung bekam ich am 27.9.1963 Besuch vom Höchsten Chef im ganzen Universum, Gott. Es war abends um 23 h als ich am Himmel ein Licht sah. Ich ging dann etwa 20 Minuten auf dieses Licht zu. Nach dem es keinen Sinn mehr hatte weiter zu gehen blieb ich stehen und schaute weiter dieses Licht am Himmel, welches auch anhielt. Dann begann das Licht am Himmel zu pendeln und ein Lichtstrahl zeigte mit in welcher Richtung ich weitergehen soll. Nach weiteren 8 Minuten sah ich dann am Ortsrand ein leuchtendes außerirdisches Fahrzeug etwa 50 cm über dem Boden schweben. Als ich stehen blieb und schaute bekam ich eine Aufforderung näher zu kommen, was ich auch im langsamen Schritte tat. Als ich etwa 8 Meter vor diesem außerirdischen Fahrzeug stand versuchte ich ins Innere zu sehen, was aber nicht ging, plötzlich aber ging es. Man gab mir ein zeichen, dass ich näher kommen soll, was ich auch im langsamen Schritte tat. Ich stand dann einen halben Meter neben diesem schwebenden leuchtenden Fahrzeug. Es war GOTT, der Schöpfer des Himmels und der Erde. Es heißt in der heiligen Schrift ´Gott wohnt in einem unzugänglichen Lichte, niemand kann sich diesem Lichte nähern , es sei denn es ist Gottes Sohn´. Das war die erste Begegnung die ich mit Gott hatte. Es würde mich sehr freuen, Herr Schröder, wenn Sie mit mir Verbindung aufnehmen, ich könnte Ihnen dann noch mehr mitteilen. Antworten Sie mir bitte bald." Dem Kanzler legte er einen "Beurteilungsbogen für Angestellte" jener Firma bei, bei der er 1981 als technischer Zeichner arbeitete. Genauso wie einem Horoskop von sich, welchers er von Frau Teissier hat anfertigen lassen...

Jörg Böhme daraufhin: "Das scheint gar nicht so selten zu sein. Ein Arbeitskollege von mir bekommt immer Briefe in Kopie, die ein Bekannter von ihm auch an so ziemlich jede staatliche Behörde schickt - in schöner Regelmäßigkeit und seitenlang. Darin hat ers dann auch mit Weltuntergang, spirituellem Erwachen des Universums und vor allen den Gefahren der Explosion einer Wasserstoffbombe in der Erdumlaufbahn, was wohl die Russen vorhaben. Das ganze auch satzbautechnisch sehr wirr und kaum zu verstehen. Ein anderer hat die Weltformel gefunden und schreibt kryptische Inserate in der örtlichen Zeitung, hat auch eine eigene Webseite mit allem Zipp und Zapp, die man aber auch nicht versteht. Und die Leute scheinen einer normalen Arbeit nachzugehen und sind nicht in der Psychiatrie. Ich denke mir, das Ganze ist vom Psychologischen her durchaus interessant - wobei die Inhalte aber beliebig sind, ob Aliens, Weltjudentum, Gott oder die Wasserstoffbombe - das sind nur die Begriffe, an die sich so ein Wahn dann hochzieht." Ja, dem kann man nur zustimmen. Auch Jens Lorek meldete sich:

"Ich fühle mit Dir denn auch ich hatte und habe gelegentlich die zweifelhafte Freude, dienstlich Schriftstücke von Psychopathen lesen oder mit solchen Leuten reden zu müssen. Ich setze hier mal einen dienstlichen Bericht aus dem Jahre 1995 hin. Der Wirrkopf hieß Herr P. Ich habe den Herrn Hermann P. zweimal besucht, das erste Mal am Montag, dem 4.12.1995 um 18.00 Uhr und das zweite Mal am Mittwoch, dem 6.12.1995 um 14.00 Uhr. Herr P. wohnt auf dem Grundstück Dohnaer Str. in 01257 Dresden, das nach seinen Angaben sein Eigentum ist. Er ist 97 Jahre alt, trotzdem aber gut zu Fuß und dem äußeren Eindruck nach auch nicht körperlich krank. Herr P. hat eine Frau, die wesentlich jünger als er, aber auch schon Rentnerin ist. Trotz beider Gespräche wurde mir nicht recht klar, welches Anliegen Herr P. eigentlich hat. Er erzählte mir in etwa folgende Lebensgeschichte:

Sein Vater hätte an dem Krieg 1870/71 teilgenommen und sei dann Kaufmann in Hamburg gewesen. Der Vater habe seine erste Frau und bis auf eine Tochter auch alle Kinder in der Hamburger Choleraepidemie 1892 verloren. Das habe den Vater veranlaßt, nach Dresden zu ziehen, das Grundstück Dohnaer Str. 223 zu kaufen, das damals noch anders hieß, und darauf eine Fabrik zu errichten, in der Strohhüte hergestellt wurden. Der Vater heirate ein zweites Mal, und das erste Kind seines Vaters, der damals schon über fünfzig Jahre alt war, mit dessen zweiter Frau sei er gewesen, Hermann P., geb. 1898.

Die Mutter sei eine Dresdnerin gewesen und habe vor ihrer Heirat in dem Haus Ostra-Allee 26 gewohnt, das dort gestanden habe, wo heute das Haus der Presse ist. Ihre Familie sei mit Richard Wagner bekannt gewesen und hätte Briefe von Wagner besessen, die aber 1945 gestohlen worden wären. Er, Hermann P., habe am ersten Weltkrieg teilgenommen, Ludwig Renn sei sein Hauptmann gewesen. (Dazu ist zu sagen: Im Wohnzimmer des Herrn P. hängt ein sehr altes Foto, das einen jungen Mann in der Uniform der kaiserlichen Armee und mit den Rangabzeichen eines Fähnrichs zeigt. Ich fragte Herrn P., ob er der Mann auf dem Foto sei, und er bejahte.) Nach dem Kriege habe Herr P. ein Studium begonnen, wäre 1920 zu einer Einwohnerwehr eingezogen worden, wäre von dort aber desertiert und habe sich vier Jahre in Argentinien aufgehalten, bis ihm eine Amnestie die Rückkehr nach Deutschland ermöglichte. Zurückgekehrt, habe Herr P. die väterlichen Fabrik geleitet. Im Zweiten Weltkrieg sei er Sonderführer im Stab des Generals Stülpnagel in Paris gewesen und hätte den Rang eines Oberstleutnants gehabt. Nach dem Zweiten Weltkrieg sei die Leitung mehrerer Fabriken in Hohenstein-Ernstthal übertragen worden. Die väterliche Fabrik sei damals schon geschlossen gewesen, deshalb seien in den Saal der Fabrik Wohnungen eingebaut worden, die heute noch bestehen.

Dann kam Herr P. auf das Grundstück zu sprechen. Zum einen seien ihm Kohlen gestohlen worden, wobei er einen Mieter, der inzwischen ausgezogen sei, für den Dieb hielt. Er habe deswegen die Polizei gerufen und außerdem an den Oberbürgermeister und an Oskar Lafontaine geschrieben; letzteren wollte er außerdem vor "Gaunern" warnen, die in Oskar Lafontaines Partei seien. Herr P. erwähnte mehrmals, er wolle den Saal der Volkssolidarität oder der Arbeiterwohlfahrt vermachen, damit diese Organisationen dort an Vormittagen Veranstaltungen abhalten könnten, bei denen sich Senioren treffen könnten. Herr P. trug diese Geschichte nicht so zusammenhängend vor, wie sie hier niedergeschrieben ist. Vielmehr redete er reichlich wirr und sprach in drei Minuten erst davon, daß er sich bei der Stadtverwaltung als Schiedsmann beworben hätte und abgelehnt worden sei, dann davon, daß er über eine Telefonsprechstunde von Ärzten enttäuscht sei, die in der Zeitung angekündigt worden war, bei der der Anschluß aber immerfort besetzt gewesen sei, und schließlich davon, daß er Ehrenvorsitzender (?) der Arbeiterwohlfahrt sei.

Diesem Schriftstück liegt die Kopie einer Postkarte bei, die das Grundstück im Zustand vor dem ersten Weltkrieg zeigt. Bis auf die Esse und die beiden einstöckigen Gebäude links neben dem Vorderhaus sind die Häuser baulich unverändert. Ich habe das Grundstück am 6.12.1995 besichtigt. Es ist verwahrlost. Ich habe den Eindruck, daß Herr P. wegen seines sehr hohen Alters nicht mehr in der Lage ist, seine Angelegenheiten selbst zu besorgen. Ich schlage vor, den Sachverhalt dem Vormundschaftsgericht zu unterbreiten mit der Anregung, ggf. einen Betreuer für Herrn P. zu bestellen. Sowohl meinem Herrn P. als auch Werners Psycho ist eines gemeinsam: Sie schreiben wirres Zeug an alle möglichen Stellen und Leute, von denen sie denken, daß sie Autorität besäßen (Bundesverfassungsgericht, Bürgermeister, Oskar Lafontaine, Papst, US-Präsi ...)."

Na, da war ich aber mal gespannt was die Woche noch laufen würde, gerade auch weil ich schon seit einiger Zeit wusste, dass die Blätter ´Nürnberger Nachrichten´ und ´Nürnberger Zeitung´ in ihren gemeinsamen Wochenendbeilagen für den 17.Dezember 05 einen UFO-Artikel aufliegen hatten, den ein Zeitungsmann aus Stuttgart im Rahmen meines Vortrags an der Uni dort verfasst hatte und nach Nürnberg ´durchschob´ um in der direkten Vorweihnachtszeit mit UFOs eine "himmlische Geschichte" anzubieten.

Am selben Montagabend, des 12.12., bot Pro7 in der Krimireihe "Numbers" die Folge ´UFO´: "Ein mysteriöses Flugobjekt über L.A. ist von mehreren Augenzeugen gesichtet worden - doch weder zivile, noch militärische Radaranlagen haben etwas registriert. Auf der Suche nach einer Erklärung stößt Don auf die Flugzeugbastler David Croft und Lane Gosnell. Wie sich herausstellt, ist Gosnell an dem fraglichen Abend bei einem Probeflug tödlich verunglückt." (Nach Pro7-VT.) Die Sendung selbst war ziemlich ´holprig´ angesetzt was die ´Lösung´ des Falls angeht, aber: Eine interessante Note gab es dennoch. Und zwar der Überbau der Sendung: Wenn UFOs gesehen werden wird es wohl normale Erklärungen herfür geben.

Die Regionalgruppe der GWUP in Bamberg setzte diesen Text bei sich auf:

>Events/Ufos: Wunderzeichen am Himmel?

"It´s just that people who claim they´ve seen aliens are always pathetic lowlifes with boring jobs." (Lisa Simpson in: The Simpsons: The Springfield Files)

Referent: Werner Walter, geboren im Sputnik-Jahr 1957, ist Einzelhandelskaufmann in Mannheim. 1976 gründete der Hobby-Astronom und bekennende Sci-Fi-Fan das "Centrale Erforschungs-Netz außergewöhnlicher Himmelsphänomene" (CENAP). Er gehört zu den Mitbegründern der GWUP, ist Herausgeber der Ufologie-kritischen Fachzeitschrift "CENAP Report" und Autor des Bestsellers "Ufos: Die Wahrheit". Bekannt geworden durch Presse, Funk und Fernsehen ist auch die von ihm ehrenamtlich betriebene "Ufo-Meldestelle".

Kurze Zusammenfassung des Vortrags

Nur für Sekundenbruchteile ist es scharf zu sehen. Ein flackerndes Etwas flirrt durch den Nachthimmel. Dann verschwimmt das Bild der Videokamera zu einem matschigen Grau. Das Mikro nimmt den aufgeregten Kommentar des Hobby-Filmers auf: "Was ist das für ein Ding?!" - Und tatsächlich: Was der Amateur hinter der Linse da auf Band gebannt hat, ist wirklich nicht von dieser Welt. Außerirdischer Besuch aus einer anderen Galaxie? Werner Walter legt die nüchternen Fakten auf den Tisch: Nein, die Venus war´s, die hell vom Himmel strahlte. Invasion abgeblasen. Dieses Video war nicht der einzige vermeintliche Alien-Beweis, den Walter bei seinem Vortrag "Ufos: Wunderzeichen am Himmel?" ins Reich der Lügen und Mythen katapultierte. Die Bamberger Skeptiker hatten den CENAP-Leiter und GWUP-Mitbegründer zu diesem Thema an die Otto-Friedrich-Universität eingeladen.

Werner Walter, geboren 1957 im Jahr des Sputniks und aufgewachsen am Beginn des Weltraumzeitalters, zog einst aus, um den "mystischen Dingen am Himmel", wie er sagt, auf den Grund zu gehen. Ein Hobby-Astronom, der schon in früher Jugend durchs Teleskop in die Sterne schaute. Ein Ufo-Jünger, der meinte, dass die vielen Hinweise auf außerirdische Besucher unmöglich alle Lug und Trug sein konnten. Ein Alien-Gläubiger, der losging, um endlich stichhaltige Beweise für die Existenz extraterrestrischer Wesen zusammenzutragen. Doch schon bald musste Walter sich eingestehen, dass E.T. wohl doch nur eine Erfindung Steven Spielbergs war: Je mehr Hinweisen er nachging, je tiefer er in die Literatur einstieg und je länger er die Ufologen-Szene beobachtete, desto skeptischer wurde er. Vermeintliche Beweise entpuppten sich als einfache Sinnestäuschungen, medienwirksame Scherze, mehr oder weniger raffinierten Betrug oder plumpe Geschäftemacherei. Nach 30 Jahren als Ufo-Kritiker an vorderster Front, zieht Walter heute Bilanz. Sie fällt sehr nüchtern aus. Aber sie ist ehrlich und ungeschönt. Und trotzdem voller kurioser Ereignisse.

Ufos sind ein Exportschlager. Von den USA aus, dem "Mutterland der Ufos", so Walter, verbreiteten sie sich "wie Coca-Cola über die ganze Welt". Dabei begann der überirdische Rummel um die unbekannten Flugobjekte mit dem Kalten Krieg: Nach der Sichtung mysteriöser "Geisterraketen" am Himmel über Skandinavien im Jahr 1946 lenkte die vorerst unerklärliche Erscheinung das Interesse des Militärs auf sich. Doch die vermeintlichen neuen Waffen des Feindes jenseits des Eisernen Vorhangs entpuppten sich wenig später als zwar imposante, aber kaum gelenkte oder gar bemannte Meteoriten.

Ein Jahr später, 1947, stürzte in Roswell/New Mexico der wohl berühmteste Wetterballon der Menschheitsgeschichte auf den Acker eines arglosen Bauern. Doch erst Jahrzehnte später, Anfang der 80er Jahre, wurde das damals kaum beachtete Ereignis von der Ufologen-Szene mit neuem, außerirdischem Glanz versehen - und zwar aus ganz eigennützigen, profanen Gründen, so Walter: "Ende der 70er hatte das Interesse an Ufos stark nachgelassen. Die Szene brauchte etwas Neues, um sich am Leben zu erhalten. Und so wurde der so genannte Roswell-Zwischenfall neu erfunden. Dabei hat die erdichtete Version der 80er Jahre so gut wie nichts mehr mit den Ereignissen von 1947 zu tun." - Was war geschehen? Satellitentechnik war noch Zukunftsmusik, da wollten die USA eventuelle Atomtests der Sowjetunion aus der Luft erkunden. Folglich rüsteten die Militärs einen Höhenforschungsballon, wie er gewöhnlich zur Wetterbeobachtung verwendet wurde, mit einem Geigerzähler aus und ließen ihn steigen. Hoch oben sollte er Daten sammeln, die auf ungewöhnliche Radioaktivität hinweisen. Doch der Ballon wurde ein Opfer der Schwerkraft: Ein Farmer fand die folienartigen (und damals somit zweifellos befremdlich wirkenden) Überreste auf seinem Feld und brachte sie - in Erwartung einer Belohnung für den Fund einer "fliegenden Untertasse" - zum Sheriff.

So weit die Fakten. Die Ufo-Szene blähte den profanen Müllfund jedoch später zu einem Ereignis mit globaler, ja interstellarer Reichweite aus: Außerirdische seien abgestürzt und in die ebenso geheime wie auch legendäre "Area 51" gebracht worden. Das Militär aber verschweige alles. Eine Verschwörung ungekannten Ausmaßes sei im Gange. Jahrzehnte später will plötzlich jeder in Roswell den Absturz oder mindestens etwas anderes Außergewöhnliches beobachtet haben. "Doch die Zeugen widersprechen sich alle mit ihren Versionen der angeblichen Ereignisse", so Walter. Roswell mag zwar die bekannteste, sicher aber nicht die einzige erdichtete Ufo-Story sein. Walter hat noch mehr in petto: Da gab es den Fotografen, der ein angebliches Ufo ablichtete und dafür 450.000 US-Dollar Honorar bekam - bis er die Wohnung wechselte und sein Nachmieter ein Modell des Fluggerätes auf dem Dachboden fand. Oder den bekannten Ufologen, in dessen Nachlass man schließlich eine Tischlampe entdeckte, die verdächtig an eine seiner früheren Ufo-Fotografien erinnerte. Ufos, mit Ölfarbe auf Fensterglas gemalt. Ufos, als Miniaturen in Sandkästen groß in Szene gesetzt. Ufos, mit Polaroid-Tricks geknipst. Ufos, von Disco-Strahlern in den Nachthimmel gebeamt. Nachbarplaneten, Flugzeuge, Party- und Forschungsballone, VW-Radkappen, IKEA-Werbegags, fliegende Gimmicks aus der Kultzeitschrift "Yps" - es scheint, als könne alles, was am Himmel leuchtet oder auch nur kurzfristig die irdische Schwerkraft überwinden kann, wortwörtlich über Nacht als Alien-Vehikel interpretiert werden. Das eine Ufo basiert auf Wahrnehmungstäuschungen, das andere wird aus der eifrigen Feder recherchefauler Journalisten geboren. Werner Walter selbst inszenierte einst eine Ufo-Landung in Speyer und gab seine Geschichte als Augenzeuge an die Presse. Niemand recherchierte seine Story nach. Von einer Ufologen-Zeitschrift aus schaffte sein Ufo-Märchen sogar den Sprung in die "HörZu". Als Walter die Story aufklären wollte, hatte dort niemand Interesse daran. Die Gläubigen dagegen nehmen ihm die Sache jetzt noch übel und wähnen ihn gar im Sold der Geheimdienste ...

Doch heute, so Walter, ist das Thema erneut auf dem Rückzug. Die Ufos verlieren wieder einmal an Attraktivität. Und ähnlich wie in den 80er Jahren, als die Ufologen den "Roswell-Crash" aus dem Boden der Fantasie stampften, um der eigenen Szene neues Leben einzuhauchen, formiert sich auch jetzt ein neuer, frischer, doch gleichfalls muffig-brauner Ufo-Mythos am Horizont: der der so genannten "reichsdeutschen Flugscheiben". Demnach forschte Nazi-Deutschland (in manchen Varianten des extrem rechtslastigen Märchens sogar mit außerirdischer Entwicklungshilfe) an interplanetaren Fluggeräten, mit denen Adolf Hitler persönlich durch den Kosmos gekarrt wurde. Der Clou des Schwachsinns: Noch heute wartet der "Führer" in einer unterirdischen Basis am Nordpol auf seine siegreiche Rückkehr ins Reich, flankiert von einer ganzen Flotte Nazi-Ufos ... Doch so krude der Albtraum auch klingt - die NS-Perversion von "Das Imperium schlägt zurück" basiert in der Tat auf deutscher Ingenieursleistung: Tatsächlich experimentierte man 1944 mit einem Rundflügelflugzeug, das mit stark zusammengekniffenen Augen wirklich leicht an eine Art Ufo erinnert. Walter: "Das Teil ist drei Meter weit geflogen, dann zu Boden geplumpst und verbrannt." <

Nach: http://www.gwup.org/mitglieder/regi...

Die Bamberger Tageszeitung ´Fränkischer Tag´ hatte sich zu Weihnachten die Berichterstattung aufgehoben und so war dort am Donnerstag, den 22.Dezember 05, zu lesen:

>Raumschiff war eine Radkappe/Werner Walter entzaubert bei den Bamberger Skeptiker Ufo-Mythen

Sie sind ein bisschen aus der Mode gekommen. Vielleicht liegt´s daran, dass zurzeit kein Spielberg-Film die Kinokassen füllt, von Rudolf Görtler

Die nächste Presseente könnte die Konjunktur wieder ankurbeln: die der Ufo-Sichtungen und der Gemeinde seltsamer Menschen, die sich mit den angeblichen Besuchen Außerirdischer beschäftigen. Werner Walter räumte für die ?Bamberger Skeptiker", der lokalen Sektion der ?Gesellschaft zur wissenschaftlichen Untersuchung von Parawissenschaften" (GWUP), in einem Vortrag im Marcushaus der Universität gründlich mit den Märchen und Mythen der Ufo-Szene auf. Dabei war der 48-jährige Mannheimer selbst einmal Gläubiger, überzeugt von Besuchen Außerirdischer in ihren fliegenden Untertassen. Aber je mehr er sich mit den Erscheinungen am Himmel beschäftigte, desto mehr zweifelte er an den krausen Glaubenssätzen der Ufologen-Szene. Was bis zu gerichtsnotorischen Auseinandersetzungen führte. Gläubige lassen sich ihren Glauben eben durch rationale Argumentation ungern nehmen, das ist im Ufo-Milieu genau so wie etwa in dem der Esoteriker oder Alternativmediziner. Wenn dann noch das Interesse am schnellen Geld dazu kommt . . .

Walter betreibt ein privates Forschungsnetz ?CENAP", das zunächst unerklärliche Himmelsphänomene untersucht. Denn dass es solche gibt, bestreitet Walter nicht. In seinem Vortrag zeigte er Dias und Videos mit unbekannten Flugobjekten, die nach eingehender Untersuchung schnell bekannt werden: schlicht die Venus war´s, Meteoriten, so genannte ?Sky-Beamer", Flugzeug-Positionslichter, die Motorstufe einer sowjetischen Rakete. Von den Fälschungen von Witzbolden oder schlichten Betrügern ganz zu schweigen. Unendlich sind die Weiten des Weltalls, unendlich die Ideen - da wird die geworfene VW-Radkappe schon mal zum Raumschiff . . .

Das Eldorado für Verschwörungstheoretiker liegt im US-Bundesstaat New Mexico, wo anno 1947 ein fremdes Raumschiff abgestürzt sein soll. Dessen Besatzung werde in einer ?Area 51" gefangen gehalten. Der krude Stoff wurde auch im Streifen ?Independence Day" verwurstet. Das Raumschiff war ein Wetterballon, ergaben die sorgfältigen Recherchen von Walter, der Mythos erfunden in den 80er Jahren, als die schon damals etwas schwächelnde Szene neuen Zündstoff brauchte. Auch die wahlweise kleinen grünen, weißen oder grauen Männchen sind nicht mehr en vogue. Aktuell sind sie ganz ekelhaft braun. Denn am deutschen Himmel fliegen neuerdings Flugscheiben, die zur Nazi-Zeit entwickelt worden sein sollen. Der Führer habe sich mit ihnen und einer arischen Elite abgesetzt und wese nun unter der Antarktis.

Keine Hoffnung also für die Aliens und ihre Gemeinde? Circa fünf Prozent der Erscheinungen, sagte der Referent, können (noch) nicht geklärt werden. Es gibt zu wenig Informationen und keine externen Zeugen. Dennoch steht die Invasion - oder wahlweise Erlösung - nicht bevor. Walter: ?Es wird etwas gesehen, aber es ist harmloser, als wir denken. Das eigentliche Phänomen findet in unserem Kopf statt."<

Auch über:

http://www.fraenkischer-tag.de/nach...

Die Zeitung erreichte schließlich eine Leserpost von einem U.G.:

>Ich habe mit erstaunen Ihre Meinung bzw. übernommene Darstellung des Herrn Walter zu dem Thema der "UFO-Forschung" aus diesem Artikel entnommen. Da Sie sich nach meiner Beurteilung ohne eine Hintergrundrechersche des Themas" UFO-Forschung" sich mit den Angabe von Herrn Walter begnügen, kann ich nur den Kopf schütteln wie Sie das Thema abhandeln. Nach meiner Einschätzung sollten Sie als Redaktion auch darauf achten, nicht gleich alles was ein sogenannter "Skeptiker" zu diesem Thema äussert, auch als die "Realität" der UFO-Forschung weitergeben. Es wäre vielleicht hilfreich sich auch mal bei Wissenschaftler mit abgeschlossenem Studium zu erkundigen, die das Thema der UFO-Forschung versuchen zu enträtseln.

Hier ein Hinweis: www. mufon-ces.de

Sehr interessant ist, wie ein "skeptischer" Einzelhandelskaufmann (Herr Walter) mit den Erkenntnissen von studierten Wissenschaftlern beim Thema UFO-Forschung umgeht. Es geht bei der UFO-Forschung sicher nicht um eine außerirdische Implikation bei dem Phänomen herzustellen oder die Sichtungszeugen als "Spinner" darzustellen. Hier vermisse ich in Ihrem Artikel die nötige Objektivität sowie Hintergrundinformationen des Themas.<

Wie die Realität der UFO-Forschung bei MUFON-CES ausschaut ist ja bestens bekannt und gut geeignet um bei jeder UFO-Party die Leute vor Lachen unter den Tisch zu bringen, abgesehen beim Leserbriefschreiber, der sich ein Idealbild hochhält um seinen Glauben zu gewährleisten welches an der Realität versagend daherkommt. Träume wahrzumachen, wenn auch nur gefangen im Kreisverkehr. Darüber hinaus ist wirklich erstaunlich, wie der Herr U.G. mit der Wirklichkeit meines Vortrags und der Presseberichterstattung umgeht - MUFON-CES wurde da und dort gar nicht erwähnt. Zudem hat er ein Problem mit dem nie gesagten Wort wonach UFO-Sichtungszeugen "Spinner" sind. Und ganz objektiv gesehen, hier vermisst man die Objektivität beim angeschossenen Schreiber! Jenseits dessen wäre es natürlich besser gewesen, wenn der Herr selbst zum Vortrag erschienen wäre als im Nachhinein aus einem getarnten MG-Nest heraus mit Platzpatronen (ohwohl denkend mit scharfer Munition) zu feuern. Da hätte man sich ja austauschen können. So ist dies einfach nur schwach. Ich stelle mich ja gerne. Nur bei den UFO-Fans schaut dies dann ganz anders aus. Egal welcher Partei sie sich zugehörig fühlen, was mir einfach wie ein mentaler ´Softwarefehler´ erscheint. Und dies mag ich gar nicht.

Am 5./6.November 2005 hielt die Vereinigung in Ludwigsburg ihre Jahrestagung mit 60 Besuchern ab. Inhalt: Falluntersuchungen und die "theoretischen Aspekte der Physik zur Annäherung an das UFO-Phänomen". Basierend und orientiert "to the indisputable reality of UFOs". Hierbei stellte Wolgang Stelzig (Ingenieur bei Bosch) sein Projekt "Argus" als "Project Scan Scan" vor, um mit der Himmelsbeoachtungseinheit "potenzielle UFOs" auf Bild festzuhalten. Wie zu erfahren war ist der Prototyp n ach all den Jahren immer noch "under development now und ready to be tested". Doch sobald bessere Kameras und vor allem Geld zur Verfügung stehen, soll das Gerät endlich einmal praktisch eingesetzt werden. Versprochen wurde, dass dieses Problem "sich leicht lösen lasse" und wohl bald "a good technological tool for scientific-oriented UFO research" zur Verfügung stehe. Stelzig bekam dafür auch wieder netten Applaus. Mal sehen, ob dieser endlich das Projekt vorantreibt. Wobei natürlich nach wie vor die unbeantwortete Frage bleibt, WO man das Gerät einsetzen will, da es hierzulande keinen UFO-Hotspot gibt um sinnvoll ein solches Instrument einzusetzen. Aber dies habe ich Herrn Stelzig vor ein paar Jahren selbst schon gesagt, - und stieß auf taube Ohren. Irgendwie will mir (trotz der im Grunde guten Idee!) dies so vorkommen, als wenn hier ein erwachsener Mann seine Kindheitsträume spielerisch umsetzt.

Externe Links

http://www.bambergerskeptiker.de
http://www.frankenpost.de/nachrichten/regional/resyart.phtm?id=892925
http://www.gwup.org/mitglieder/regionalgruppen/bamberg/events/2005_12_09_walter.html
http://www.fraenkischer-tag.de/nachrichten/index.php?MappeCID=0al73o09u9b9j7qec6l05&Hie...

Views: 3220