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17.03.2006 |
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Im Blickpunkt: Warum Wiesbadener gerne UFOs sehenEinst war die Landeshauptstadt Kristallisationspunkt für die Fliegende-Untertassen-Szene Wiesbadener Kurier, Seite 1, am 17.März 2006:
Wiesbaden. Wiesbadens jüngste UFOs - made in Schloss Freudenberg - beschäftigen immer noch Polizeikräfte. Seit in jener denkwürdigen Nacht die kleinen Leuchtballons für große Aufregung sorgten und uninformierte UFO-Jäger in den Himmel stiegen, wird im Polizeipräsidium für Technik, Logistik und Verwaltung geprüft, ob Schlossherr Matthias Schenk den Hubschraubereinsatz zahlen muss. Dem experimentierfreudigen Chef des Erfahrungsfeldes der Sinne droht Strafe für etwas, das jeden Sommer x-fach am deutschen Himmel passiert. In lauen Nächten klingelt die Mannheimer UFO-Hotline von Werner Walter heiß, denn: Bei Grillfesten beliebte Miniatur-Heißluftballons, aber auch Diskoscheinwerfer werden gern mit Fliegenden Untertassen verwechselt. Um die 140 Meldungen pro Jahr gehen bei dem Hobby-UFOlogen ein, der seit 30 Jahren ungeklärten Himmelslichtern nachspürt. "Ach Gott, ach Gott, was ist denn wieder in Wiesbaden los?" fragte sich Walter schmunzelnd, als er in seiner Zwei-Zimmer-Wohnung, in der er die zentrale UFO-Meldestelle CENAP betreibt, vom jüngsten UFO-Alarm am Rhein hörte. Die Hessen-Hauptstädter sind, wie er weiß, geradezu prädestiniert für die Sichtung Fliegender Untertassen. War Wiesbaden doch einst Kritsallisationspunkt der Szene - längst, bevor die UFO-Welle der 70er von Amerika herüberschwappte. Mancher mag sich noch an den Internationalen UFO-Kongress 1957 erinnern (Markenzeichen Silberne Untertasse auf blauem Grund) und an den (längst verstorbenen) Kunstmaler Karl Veit. Er gründete damals die "Freie Akademie der UFOlogie" und den Ventla-Verlag in Schierstein, der tausende Seiten "kosmischer Literatur" über außerirdische Kontakte produzierte. Das war "eine UFO-Kirche mit einem Schuss Okkultismus und Spiritismus", verdreht Walter die Augen. Je länger der einst gläubige UFO-Jünger seine Forschungen betreibt, um so klarer ist ihm: Ob es UFOs gibt, steht in den Sternen. Auf der Erde jedenfalls halte kaum eine Meldung den Ansprüchen an außerirdische Flugobjekte stand. Sein Hobby pflegt der Einzelhandelskaufmann dennoch weiter: "Es ist immer wieder spannend, wie Leute reagieren und sogar Behörden verrückt spielen."
Mehr zur deutschen UFO-Historie unter http://www.cenap.alein.de/chronicle...
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