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12.01.2006


    
SKYLAB und Area 51 - UFO-Mysterien im Weltraumzeitalter

Geheimnisse der Weltraumeroberung zur Erde gebracht

Die Eroberung des Weltenraumes durch den Menschen und durch die raumfahrtbetreibenden Nationen ist in unseren Tagen nicht mehr so das große Abenteuer wie noch vor Jahrzehnten. Dennoch, so manches Geheimnis aus der Raumfahrthistorie ist ganz spannend aufzudecken. So berichtete ´The Space Review´ am 9.Januar 2006 in einem Beitrag von Dwayne A.Day zum Thema "Astronauts And Area 51: The Skylab Incident" aufregende Nachrichten ( http://www.thespacereview.com/artic... ).

Um was geht es? Die Existenz von Area 51 am Groom Lake von Nevada wäre beinahe durch nicht-eingeweihte US-Astronauten während des amerikanischen SKYLAB-Programms verraten worden. Anfang 1974 hatten die Astronauten an Bord der ersten US-´Raumstation´ SKYLAB (eine nicht genutzte und leergepumpte bzw innen für die neue Nutzung umgebaute Saturn-V-Trägerrakete aus dem Apollo-Mondlandeprogramm) ihre Kamera aus dem Fenster gehalten und die Erdoberfläche fotografiert - und dabei Bilder einer US-Einrichtung aufgenommen die es gar nicht geben soll und auf keiner Landkarte verzeichnet war. Als sie zur Erde zurückkehrten und das Bildmaterial entwickelt wurde, sorgte es bei der NASA schnell für Kopfschmerzen, einfach weil es tatsächlich seit Beginn des US-Raumflugs für die Astronauten klare Anweisungen gab diese oder jene Gegenden NICHT zu fotografieren. Und doch hatten sie es in diesem Fall getan! Der CIA und das Verteidigungsministerium hielten deswegen den Atem an. Am 19.April 1974 erhielt der damalige CIA-Direktor William Colby ein Memorandum vorgelegt und wurde dort auf "ein kleines Problem" aufmerksam gemacht. Betroffen war die dritte und letzte SKYLAB-Crew, welche am 16.November 1973 in den Orbit gestartet war - Gerald Carr, Edward Gibson und William Pogue. Alles NASA-Astronauten-Frischlingen. Carr ein ein Navy Commander, Pogue ein Air Force-Flieger aus dem ´Thunderbirds´-Team und Gibson ein Wissenschaftsastronaut der Ingenieurswissenschaften. Und während ihrer Arbeiten hatten sie zufällig Bilder von der Geheimanlage am Groom Lake aufgenommen. Nach 84 Tagen im Weltgraum kehrten sie am 4.Februar 1974 mit ihrer brisanten Fotofracht zur Erde zurück und wurde 280 Kilometer südwestlich von San Diego in ihrer gewasserten Raumkapsel geborgen, an Bord der USS New Orleans gebracht, wo sie ihr Material der NASA übergaben.

Seit Beginn das Gemini-Programms gab es zwischen NASA und der US-Geheimdienstgemeinde ein Übereinkommen wonach alle Astronautenbilder von der Erde zunächst erst einmal vom National Photographic Interpretation Center im Gebäude 303 der Navy Yard von Washington, DC begutachtet werden sollten ehe man das Material der NASA endgültig übergab. NPIC (ausgesprochen "En-Pick") war damals eine Organisation unter der Führung der CIA, welche Satelliten- und Luftaufnahmen auszuwerten bzw zu interpretieren hatte. Die Details der Übereinkunft mit der NASA blieben lange Zeit geheim. Aber das Ziel der Geheimdienste war festzustellen, ob die Astronauten Fotomaterial aufgenommen hatten, welches der eigenen Fernaufklärung (= Spionage) dienlich sein könnte. Auch wenn die Ergebnisse seit Gemini nicht gerade diesbezüglich berauschend waren, so gab es doch ein paar interessante Bilder. Aber insgesamt war dies wenig erfolgreich, weswegen die USAF ihr eigenes ´Manning Orbiting Laboratory´-Programm andachte. Aber es gab noch einen anderen Grund warum der CIA einen ersten Blick auf die Astronauten-Bilder werfen wollte - dort könnten ja Aufnahmen vorhanden sein, die der feindlichen Aufklärung dienlich sein könnten. Solche wie vom Groom Lake. NPIC hatte vorher schon alle ´Images´ von Groom aus den eigenen Spionage-Satellitenfilmen entfernt und ein geheimen Kammern versteckt, nur damit nicht zufällig eigenes unauthorisiertes Personal dies zu Gesicht bekäme. Nur wenige Fotoanalysten des NPIC hatten die notwendige "clearence" wirklich alle Bilder zu sehen. Dies galt auch für Aufnahmen von U-2-Testflügen, Drohnen-Einsätzen und abkassierten sowjetischen Kampfflugzeugen die dort testgeflogen wurden. Der normale Fotoanalyst wusste wohl das U-2 und Blackbird am Groom zu sehen waren, aber wenn dort eine B-52 mit Drohnen oder eine MIG-21 am Boden stand, sollte es jenen nichts angehen.

Warum die SKYLAB-Astronauten nun trotzdem ein Bild vom Groom Lake anfertigten ist unklar, zu vermuten ist aber dass der AF-Pilot Pogue nur ein Erinnerungsfoto davon machen wollte - und zwar weil er selbst an der Nellis AFB dort seine Trainingseinsätze flog und man damals die abgeschirmte Area 51 nur "the box" nannte und jeder verboten bekam in deren Luftraum einzufliegen. Damit wird auch deutlich, dass die Astronauten selbst mit der Sache nicht angegangen wurden und man sie wohl auch deswegen heraushielt, weil dies zuviel Staub aufgewirbelt hätte. Egal was der Grund war, die Aufnahme alleine sorgte für Aufregung bei den Geheimdiensten. Das CIA-Memo an Colby vermerkte, dass das Foto intern durch die Agency-Kanäle gegangen war und man nun auf einen Beschluss warte, wie man damit umzugehen hat - da es bisher diesbezüglich keinerlei Anweisungen gab da niemand jemals daran dachte, dass dieser Sonderfall auftreten könnte. USAF, NRO, JCS und ISA wollten das Bild vor der Öffentlichkeit zurückhalten während die NASA und sogar das Außenministerium es freigeben wollten. Es gab also zwei Ansichten dazu, die beteiligten Behörden verkomplizierten dies nun alles. Colby beschloss den Deckel draufzuhalten (1) und der Fall wurde bis heute geheimgehalten. Inzwischen aber sind die Dokumente zum Vorfall durch die CIA freigegeben worden und damit kam die Geschichte ans Licht.

(1) = Seine Begründung war: "Solange jedenfalls bis die USSR solche Bilder selbst mit ihren eigenen Satelliten aufgenommen hat." Gleichsam fragte er sich, ob das Bild viel hergibt und wirklich etwas zeigt, was man geheimhalten soll, andererseits könnte es Fragen aufwerfen, welche Art von "klassifizierter USAF-Arbeit" dort auf dem Gelände betrieben wird. Um unangenehmen Fragen da wie dort aus dem Weg zu gehen, wurde die Geschichte als geheimzuhalten eingestuft. Dazu muss man auch die Einstellung des Geheimdienstes kennen. Ein Beispiel ist das National Reconnaissance Office (NRO), über welches 1971 erstmals in einem Artikel der ´New York Times´ erwähnt wurde, aber dessen Existenz die USA erst im September 1992 bestätigten. Selbst Geheimnisse die jeder kennt werden so lange wie möglich bewahrt.

Geheimnisse zu bewahren bis es nicht mehr geht, dies gilt auch für den Groom Lake selbst. Dabei ist dessen Existenz nebst dem Ausbau des Flugplatzes dort seit seines Ausbaus bekannt. Wenig bekannt wurde dies dennoch. So gibt es hiervon zwei Luftbildaufnahmen der US Geological Survey aus den Jahren 1959 und 1968, die zwar in öffentlichen Archiven auslagen, welche aber erst viele Jahre später als das erkannt wurden was sie zeigten. 1999 erst gab die USAF bekannt, dass die "Area 51" wirklich existiert. Inzwischen hatten längst sowjetische Spionagesatelliten des Gebiet in höchster Auflösung fotografiert gehabt.

Insgesamt aber macht dieses Thema hier einen bemerkenswerten Punkt auf, nämlich die Frage WARUM Astronauten-Fotos "konfisziert" worden sind. Entsprechende Gerüchte-Geschichten gehen ja tatsächlich in der UFO-Szene um!

Externe Links

http://www.thespacereview.com/article/531/1

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