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26.08.2005


    
UFOs im Fernsehen: N24-Dokumentationen Samstag/Sonntag

Flashmeldung: "UFO´s - Begegnungen der dritten Art"

Am Samstag und Sonntag (27./28.August 05) laufen zur späteren Mittagsstunde auf dem Nachrichten-TV-Sender N24 zwei Teile einer UFO-Dokumentation, die man tatsächlich wohl die Beste für 2005 bezeichnen kann. Hier meine TV-Kritik zur Sendung, die bereits im Juli ausgestrahlt wurde, jedenfalls Teil I von ihr:

Für den Abend des 7.Juli 05 war der erste Teil einer Dokumentation namens "UFOs - Begegnungen der dritten Art" auf dem Nachrichtenkanal von N24 angesagt. Aufgrund des Dramas um die wahnsinnigen Bombenterror-Anschläge in der britischen Hauptstadt London am selben Tag ging hier natürlich das ganze geplante Programmangebot aufgrund der aktuellen Ereignisse baden. Dennoch fand die programmgemäße ´Wiederholung´ der Sendung am späten Nachmittag des nächsten Tags statt - und die konnte ich aufzeichnen. Der für jenen Freitagabend angesetzte 2.Teil jedoch wurde zunächst sang- und klanglos gestrichen und durch eine andere Dokumentation ersetzt. Aber es ist davon auszugehen, dass die komplette Dokumentation zu einem anderen Zeitpunkt nochmals aufgeführt wird.

Zunächst zuckte ich zusammen, weil das Kürzel U.F.O. hier Eingangs als "unidentifiziertes außerirdisches Flugobjekt" definiert wurde und man zu schnell eine Übersicht in Sachen UFOs betreffs Roswell und Area 51 zog. Dafür machte man auch die Differenz zum SETI-Projekt auf, welches wirklich wissenschaftlich nach außerirdischen Zeichen sucht. Beruhigter nahm ich dann schon entgegen, dass der Ursprung für die Faszination an UFOs im Sinne außerirdischer Besucherraumschiffe in unseren Köpfen aufzufinden ist. Mehr als 40 Jahre lang haben UFO-Bilder und -Geschichten unsere Gedanken und Fantasien angeregt, "wobei die wenigsten von uns UFOs sahen". Ein Tag, der die Außerirdischen zur Erde brachte war hiernach der 30.Oktober 1938 mit dem berühmten Radiohörspiel von Orson Wells. Seither waren interplanetarische Storys mit einem neuen Gesicht belegt: dem der Marsianer. Hinzu kam das anbrechende Raketenzeitalter und mit dem Radar konnte man im Dunkeln sehen. Dann das Wunder der Atomkraft. Der Mensch im Jahre 1947 hatte sich an technische Wunder gewöhnt und setzte hohe Erwartungen, bekamen wir hier vermittelt. Warum also nicht auch das Wunder um Besucher vom anderen Planeten? Das Kommen der Untertassen passte in das Zeitbild.

>Fliegende Untertassen< gehören (?) in unsere verrückte Welt. Es begann alles mit Ken Arnold und es wurde gesagt, dass es die Presse war die den "flying saucer"-Begriff erfand um dem unheimlichem Kind da oben am Himmel einen Namen zu geben - und genauso wurde ausgeführt, dass die Öffentlichkeit zwar fasziniert von der Geschichte war aber gleichsam in Arnold einen "Einstein, Flash Gordon und einen Spinner" sah. In den Wochen nach Arnold´s Bericht gab es zig Untertassenberichte. Plötzlich suchten alle Menschen nach einem Irgendetwas am Himmel - und mancher konnte dann etwas zwischen den Wolken sehen was ihm komisch vorkam. Die "Fliegenden Untertassen" sorgten für die allererste große öffentliche Aufregung. Und zwei Wochen nach Arnold kam die Roswell-Geschichte auf. Erst heute ist er zum Herzen des UFO-Mythos geworden. Erstaunlich richtige Einschätzung der Entwicklung der Dinge! Man spielt übrigens eine Radiosendung des Rundfunks in Roswell vor, die dort am 8.Juli 47 ausgestrahlt wurde und in der der Fund der "flying disc" als eine RAKETE vorgestellt wurde, die erst zur weiteren Untersuchung mal weitergeleitet werden soll. Leider ist dann eine Weile die Roswell-Alien-Story im Mittelpunkt der Dokumentation - und zwar aus dem Blickwinkel der amerikanischen UFOlogie Ende der 80er und Anfang der 90er Jahre. Erst im Abspann ist zu sehen, dass diese N24-Sendung auf ein amerikanisches Original von 1996 zurückgeht, also 9 Jahre bereits auf dem Buckel hat.

Erstaunt sah man, dass die Untertassen-Klassiker wie die Lubbock-Lights als Vögel, der Great Falls-Film als zwei F-94 im Sonnenlicht sowie der Tremonton-Film als Möven-Schwarm erklärt werden. In traditionellen UFO-Gläubigen-Kreisen sind diese Fälle als "unglaublich wichtig" für dokumentarische Untertassen-Beweise gestempelt. Man sprach von der Arbeit der Untertassen-Projekte wie SIGN, GRUDGE und BLUE BOOK - das man dort tausende Berichte untersuchte, von denen aber nur wenige als noch unerklärt zurückblieben. Gleichzeitig entstand eine regelrechte Untertassen-Hysterie und eine "Untertassen-Bewegung". Gefördert und genährt von Ray Palmer mit seinen bunten Magazinen auf billigstem Papier in Massenauflage. Er setzte den ganz großen Trend frei. Er trug dazu bei, das aus dem Untertassen-Mythos eine regelrechte "Sammlung übernatürlicher Vorstellungen" wurde - und viele Schriftsteller und Herausgeber von Zeitschriften wie Büchern stiegen auf den fahrenden Zug auf. Neue Facetten entstand und entwickelten sich eigenständig weiter. Der Mythos blähte sich mehr und mehr auf. Jetzt wusste jeder was die Untertassen zu sein haben - Besucherraumschiffe aus dem All. Diese Vorstellung wurde zu einer fixen Idee für den UFO-Mythos, wird uns richtig und offenherzig dargelegt. Da staunte selbst ich.

Natürlich kam es so folgerichtig zur Kontaktler-Bewegung mit George Adamski im Mittelpunkt. Prächtiges Archivmaterial aus dieser Ära rundete das dargestellte Geschehen ab und zeigte nicht wenige komische Kautze die UFO-Geschichten mit allem Ernst vortrugen, prima. Zu sehen waren sogar mehrere Filme, die Adamski von den Scoutships drehte - und die alle durchweg unnatürlich ausschauen. Damit begann die "explosionsartige Verbreitung" der UFOlogie und die Open-Air-Tagungen am Giant Rock bekamen einen eigenen Flair. Aber sie sorgten für eine weitere Vertiefung der Untertassen-aus-dem-All-Konzeption. Mehr und mehr setzte sich so der Glaube durch, alsbald werde es für jedermann überzeugende Beweise für das Hiersein der Interplanetarier, der Weltraumbrüder, geben. Explosionsartig verbreiteten sich aber auch abenteuerliche Geschichten und Gerüchte sowie Behauptungen die kam jemand prüfte und hinterfragte. Vielerlei Spinnereien, Lügen und Fälschungen gingen hier durch und verdichteten den Untertassen-Mythos zu einem kaum zu durchdringenden Gespinst. Und doch - genau dies "treibt den UFO-Mythos an". Eine hervorragende soziologische Sicht auf die Dinge, wie ich meine.

Untertassen-Fotos sind da immer schon spannend gewesen weil sie automatisch den Eindruck vermitteln, man habe hier einen objektiven Beweis in Händen, etwas Handfestes endlich. Fotos der Tageslichtscheiben haben da zwingende Momente aufgebaut. So kommt für die Dokumentation auch Bruce Maccabee ins Spiel, dessen Hobby es ist Foto und Filme von Untertassen zu untersuchen. Er weis natürlich das die meisten UFO-Fotos gar keine sind und vielerlei Bilder beabsichtigte Täuschungen, die man aber als echt ausgibt. So wird er im Zusammenhang mit einer Abenddämmerungsaufnahme aus dem Jahr 1979 in Neuseeland gezeigt, wo eine Dame angebliche eine kronenförmige Lichteranordnung am Himmel aufgenommen haben will. Doch für Maccabee ist dies nur eine Reflexion kleiner Deckenlampenlichter in einem Wohnzimmer im Fensterglas. Von da aus geht es zum Alex Birch-Foto, welches erklärt wird dass da ausgeschnitte Papierschnippsel ans Fenster geklebt wurden (in Wirklichkeit sind die Objekte auf der Scheibe mit dem Ölfarbstift aufgemalt) und schließlich kommen wir zu McMinnville. Maccabee vor der Kamera: "Entweder ist das echt oder eine Fälschung, etwas anderes dazwischen gibt es nicht." Er weist hier auf die Stromleitungskabel über der Untertasse hin und frägt sich ob da eine herunterführende Aufhängung vorhanden ist, die man mittels Aufhellung und sonstigen Methoden der computergestützten Bilduntersuchung auffinden könne. Dies ist hier nicht der Fall, auch wenn ein deutlicher "Kratzer" rechts und schräg verlaufend sichtbar ist (der m.E. nach auch Teil der Aufhängung sein kann). Da es keine Bewegungsunschärfe des Objektes gibt, geht Maccabee davon aus, dass das Objekt auch nicht wie geworfen durch die Luft segelte.

Nun kam man zu Billy Meier´s unendliche Fotoserien, "die zu schön sind um echt zu sein". In einem Film von Meier sieht man deutlich die Plejaden-Untertassen-Flugdynamik im Bereich der mechanischen Pendelbewegung, das Objekt schwingt einfach im Bild hin und her. Als nächstes kam die Fotoserie von Trindade Island 1958 auf, die mir übrigens nie richtig überwältigend vorkam. Jerome Clark führt dazu beeindruckt aus: "Die Bilder zeigen kein unklares Objekt, was alles möglich sein kann. Das hier ist ganz klar ein Gebilde was jemand gebaut hat. Es gibt auf der Erde nichts was so aussieht. Dann die Dutzenden von Zeugen. Aus diesen Gründen haben diese Fotos eine außergewöhnliche Beweiskraft dafür das UFOs real und die Technologie von irgendjemanden sind." Es sei für ihn der Fall Nr.1 in der UFO-Geschichte. Ein klares Objekt? Dutzende Zeugen? (1) Die meisten Untertassen-Fotos zeigen illusorisch Gebilde die jemand gebaut hat (auch Modelle werden gebaut) und Körper die so nicht am Himmel herumfliegen. Für mich ist die Trindade-Serie eher auf der Ebene des bereits genannten Birch-Fotos anzutreffen. Das ´Saturn´-Objekt ist von Bild zu Bild anders (mal dick und fett, dann schlank und schmal), wirkt zweidimensional und ist überhaupt ´dunstig´ wie gemalt gehalten (was auch der tatsächliche Hintergrund ist). Von Objekt-Unsymmetrien über die Fotostrecke hinweg mal gar nicht zu sprechen. Eine aktuelle Fallanalyse wird über http://www.debunker.com/ufo.html von Robert Sheaffer angezeigt und mit weiterführenden, interessanten Links wie http://www.geocities.com/airsmither...

(1) = 16. Januar 1958 Der brasilianische Fotograf Almiro Barauna befand sich an Bord der ´Almirante Saldanha´, einem Forschungsschiff für hydrographische Untersuchungen, das im Bereich der Trinidad Island im Südatlantik vor Anker lag und an diesem Tag auslaufen sollte. Das Objekt wurde von Barauna als dunkelgrau und metallisch beschrieben, es war von einem grünlichen Dampf umgeben. Es hatte sich wellenförmig fortbewegt und spontan seine Geschwindigkeit geändert. Dennoch halten Kritiker die Fotos für nicht echt, da Barauna schon früher gefälschte Fotos von Schätzen am Meeresboden veröffentlicht hatte. Und in einem Magazin hat er einmal einen humoristischen Artikel mit dem Titel "Wie mich zu Hause eine Fliegende Untertasse verfolgte" geschrieben, in dem auch gefälschte Ufo-Aufnahmen abgedruckt waren. So wurde bewertet, das es sich bei seinen aktuellen Fotos um Fälschungen gehandelt hat. Die brasilianische Marine indes gab keinerlei Bestätigung für die Echtheit der Fotos, noch wies sie Barauna einen Schwindel nach. Zu dem ganzen Vorfall wurden später einfach keine Angaben mehr gemacht, obwohl es angeblich zur Zeit der Sichtung an Deck von Menschen nur so gewimmelt habe. Aber schon wenige Tage nach dem Ereignis konnten keine weiteren Zeugen aufgefunden werden; einige Marineoffiziere gaben lediglich an, sie "glaubten", dass die Fotos echt seien.

Im weiteren wird der Fall Washington, DC vom Sommer 1952 aufgegriffen, der angeblich "nie befriedigend erklärt werden konnte". Seitdem glauben aber einige UFO-Forscher und viele Menschen, dass die Regierungen mehr über UFOs wissen als sie zugeben. Im Zusammenhang mit der Area 51 kam dann die daraus sich entwickelte Idee auf, dass die US-Regierung sogar Fliegende Untertasse barg (Roswell) und nun entweder nachbaut oder die Originale in Nevada austestet. Der Beitrag endete dann mit dem GAO-Bericht von 1995 in Sachen Roswell, wonach illegaler Weise alle Unterlagen betreffs Roswell vernichtet worden seien. Dann verweist man auf den zweiten Teil dieser Produktion vom amerikanischen A&E Television Network aus dem Jahr 1996, also unmittelbar bevor die großen USAF-Berichte zu Roswell herauskamen, wodurch die ganze Affäre eine neue Richtung nahm. Insgesamt aber hat mir diese Doku recht gut gefallen, was ja nicht bei allen TV-Ausstrahlungen dieser Art für mich der Fall ist, siehe die vorher bei ARTE gelaufense Sendung und erst recht die bald darauf im ZDF ausgestrahlte ´Dokumentation´.

Externe Links

http://www.debunker.com/ufo.html
http://www.geocities.com/airsmither/trindde.htmbesetzt!

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