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18.06.2005


    
Aliens, UFOs und FACTS in der Schweiz

Wir sind nicht allein - Forscher glauben an Leben im All

Wir sind nicht allein - Forscher glauben an Leben im All

So war der Titel-Aufmacher des Schweizer Print-Nachrichtenmagazins FACTS Nr.24 vom 16.Juni 2005, von dem ich am 18.6. mein Belegexemplar erhielt. Im Vorfeld hatte mich Herr Thomas Häusler von der entsprechenden Wissenschaftsredaktion kontaktiert und um ein Gespräch gebeten. (1) Die dabei abgegebenen Statements flossen in die Berichterstattung ein. Zwei Beiträge machten die Titelstory zur Frage "Sind wir allein im Weltall?" aus - "Hallo, hello, ciao, allo..." und "Ganz von dieser Welt". Ausgangspunkt war natürlich Spielbergs neuer Alien-Invasions-Film "Krieg der Welten" kurz vor der Sommerferien-Saison 2005.

(1) = Dabei fragte ich ihn erstaunt wie er ausgerechnet auf mich kam, seine Antwort: "Schon nach kurzer Recherche stolpert man ja geradezu über Sie. Da kommt man ja nicht daran vorbei." Inzwischen hatte er auch intensiv das CENAP-Internet-Angebot studiert, was man zum UFO-Part in der Berichterstattung auch deutlich verspürt. Eher selten hat sich ein Journalist so die Zeit genommen, um seine Geschichte ´rund´ zu machen. Ich muss nach Eingang des Belegheftes und des Lesens des Artikels selbst darüber staunen.

Inhalts-Highlights:

"Offensichtlich landeten Aliens bisher nur in Büchern und Filmen, trotzdem erwarten nun auch nüchterne Wissenschaftler, in den Tiefen des real existierenden Alls auf Leben zu stoßen. ... Sind wir allein - oder nicht? Die ´allergrößte unter den Existenzfragen´, wie sie der Kosmologe Paul Davies nennt, beschäft die Menschheit seit dem Altertum. ... ´Heute halten die meisten Astronomen des vatikanischen Observatoriums außerirdische Wesen für unvermeidlich´, sagt Giuseppe Koch, einer der päpstlichen Himmelsgucker. Die späte Einsicht teilen laut Umfragen 60 Prozent der Amerikaner und 55 Prozent der Deutschen. Jetzt rüsten Weltraumbehörden und Sternwarten auf, um dem Rätsel auf den Grund zu gehen. ´Die Entdeckung von Leben im Kosmos ist in greifbare Nähe gerückt´, sagte der damalige Chef der NASA, Sean O´Keffe, letztes Jahr. Der junge Forschungszweig der Asttrobiolohie hat Hochkonjunktur; Allein im Astrobiology Institute der NASA grübeln mehr als 700 Wissenschaftler über Ursprung und Evolution des Lebens auf anderen Welten. ...

Die UFO-Literaten verwoben ihre Aliengarn gerne mit der realen Welt. So war Wells´ s Martsepos keine simple Gruselstory, sondern eine Kritik am Imperialismus des britischen Empire, das in die Kolonien einfiel wie wie wellsschen Marsianer in England. In den Dreissigerjahren nahmen in den USA Gazetten wie ´Amazing Stories´ mit Geschichten über besucher vom orion das aufkommende Raumfahrtzeitalter vorweg - und bereiteten das Feld für das kommende Alienfieber. Das entzündete sich am 24.Juni 1947. An diesem Dienstagnachmittag pilotierte kenneth Arnold sein Flugzeug über die Cascade Mountains im Nordwesten der USA. Um 15 h sichtete er neun strahlende Objekte, die mit immensem Tempo über den Himmel flitzten. ´Es schien unmöglich´, diktierte er der Zeitung ´East Oregonian´, ´aber da war es - uch musste meinen Augen glauben.´ Der Reporter vom ´East Oregonian´ bezeichnete Arnolds Erscheinungen als ´saucer-like´ - zu deutsch: wie eine Untertasse. Der Begriff war geboren - und mit ihm die UFO-Bewegung. Von da an hörten die Sichtungen nicht mehr auf.

Vier Jahre später brachte es der erste Untertassenfilm Hollywoods gleich zum Kassenschlager: ´Der Tag, an dem die Erde stillstand.´ Alien Klaatu schweb te in Washington ein und ruft alle Regierungen zu Friedensverhandlungen auf. Der Film griff die Ängste im Kalten Krieg auf und amplifizierte die UFO-Welle zur Hysterie. Bald tauchten am US-Himmel fast täglich leuchtende Objekte auf, die von F-94-Kamüpfjets gejagt wurden. Der Friedensengel Klaatu spiegelte sich im einst berühmten UFO-Propheten Geoirge Adamski, der 1952 in der Mojave-Wüste in einer Untertasse mit einem Venusianer über die nukleare Abrüstung debattiert haben wollte. Adamski nährte damals mit seinen Büchern die spirituellen Sehnsüchte der UFO-Gläubigen genauso wie Erich von Däniken seit 1968 mit seinen Pamphleten, in denen er Aliens, Götter und Paranormales verrührt.

Seither besuchen vor allem in Sommernächten Ausserirdische die Welt. ´Dann sitzen die Leute draussen und schauen in den Himmel´, sagt Werner Walter, der in Mannheim eine UFO-Hotline betreibt. Seltene Ereignisse lassen bei ihm das Telefon die Nacht durch klingeln. Das letzte Mal am 19.Mai, als der Jupiter am Mond vorbeizog. Wenn bald Spielbergs ´War of the Worlds´ über die Leinwände flimmern wird, erwartet Hobbyastronom Walter geschäftige Nächte. Vielleicht gar so wie 1989, als Belgien von Europas letzter UFO-Welle heimgesucht wurde. Zur Gaudi der Weltpresse liess die belgische Armee Abfangjäger zur Alienverfolgung aufsteigen. Walter fand später heraus, dass es sich vermutlich um Ultraleichtflieger gehandelt hatte, aber das interessierte keine mehr - schon gar nicht die Gläubigen, ´die mit keinerlei Argumenten vom Wahn abzubringen sind´, wie Walter feststellt. Seit der Welle in Belgien herrscht etwas Flaute in der Szene - von der wachsenden Aufregung der Forscher um Marsmikroben lassen sich eingefleischte UFO-Jünger nicht anstecken. ..."

Das Anschlußwort des Artikels überließ man quasi mir: "...Hier treffen die Gedanken kühner Wissenschaftler auf die Träumereien der UFO-Anhänger. Manche glauben an Besuche der Ausserirdischen, anderen wähnen sie längst unter uns. ´Doch inzwischen ist die Welle abgeflaut´, sagt UFO-Enttarner Walter. Das US-Militär dämmte den Kult ein, als es 1997 einen Bericht über den Roswell-Fall herausrückte. ... Unter dem Einfluss der TV-Serie ´X-Files´, in der FBI-Agenten paranormale Phänomene untersuchen und öfter Verschwörungen aufdecken, die etwa Alienbesuche vertuschen sollen, interessierten sich viel UFO-Jünger nun eher für Paranormales und Komplott-Theorien, hat Walter beobachtet. Doch nicht wenige seien ganz abgesprungen, vermutet er: ´Die Wissenschaft versorgt inzwischen die Traumbedürfnbisse der Menschen dank SETI und dem Hubbleteleskop besser als die gefälschten Untertassenbildchen."


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