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13.06.2005

    
Pro7: Taken als UFO-Drama kommt groß heraus

Es ist soweit...

"Taken" startet auf Pro7

Am Montag, den 13.Juni 05, war es soweit - mit viel senderfamilieneigener Werbung in den vorausgehenden Wochen startete auf Pro7 die amerikanische TV-Serie "Taken", die bereits auf dem Bezahlkanal Premiere zu sehen war und die ich selbst als US-Original schon seit Dezember 2002 kannte (nutzen Sie die Suchfunktion hier und geben ´Taken´ ein).

Die ´taz´ dazu in einem Kommentar von Harald Keller:

>Fliegende Quallen

Steven Spielbergs neue TV-Serie "Taken" (21.15 Uhr, Pro7) über außerirdische Entführungen: eine pompöse Seifenoper mit einigen Macken.

Cinephile Snobs lassen es nur ungern gelten, aber Kino und Fernsehen sind enger verschränkt als gemeinhin angenommen. Wo liest man schon, dass Hitchcocks "Cocktail für eine Leiche" auf einem Live-Fernsehspiel der BBC basierte, dass Sidney Lumets Gerichtsklassiker "Die zwölf Geschworenen" ein Remake einer Fernsehinszenierung war? Einer, der das Fernsehen nie (ver-)schmähte, ist Steven Spielberg. Die Live-Fernsehspiele und anthologischen Serien der 50er-Jahre waren prägend für ihn, seine ersten Schritte als Regisseur tat er in Serien wie "Night Gallery" und "Columbo". Später, bereits erfolgreich, steuerte er als Produzent Serien wie "Amazing Stories" und "Emergency Room", in jüngerer Zeit "Band of Brothers" und "Taken" bei.

Interessant wird es, wenn Serienstoffe frühere Spielberg-Werke ergänzen oder erweitern. "Band of Brothers" war die ungleich realistischere Doku-Fiction-Version der Weltkriegsschnulze "Der Soldat James Ryan", in "Taken" lässt Ideengeber Leslie Bohem, der früher bei den Sparks den Bass zupfte, einmal mehr Aliens auf die Erde niederkommen. Sie erscheinen jedoch nicht in Gestalt verschrumpelter E.T.s und reisen auch nicht mit fliegenden Domen wie in "Die unheimliche Begegnung der dritten Art". Spaßeshalber nahm Bohem die Wahnideen und Verschwörungstheorien ernst, die sich seit den schwerst paranoischen 50ern um das Örtchen Roswell, Ufo-Landungen und angebliche Entführungen durch außerirdische Wesen ranken.

Die Geschichte beginnt 1944, während einer Luftschlacht über Deutschland. Captain Russell Keys (Steve Burton) hat lichtblaue Erscheinungen, wie fliegende Quallen sehen sie aus. Keys wird verletzt, seine Maschine abgeschossen. Der Tod ist unabwendbar. Und doch kommen er und seine Männer davon. Sie werden lebenslang grübeln, wie das zugehen konnte. Denn "Taken" ist ein Science-Fiction-Epos von Steinbeck´schen Ausmaßen: Die Schicksale dreier Familien werden nachgezeichnet, über eine Zeitspanne von mehreren Jahrzehnten, in zehn knapp 90-minütigen Folgen. Die Begegnung mit den Aliens macht sie zu Opfern, fanatischen Jägern, Verbrechern. Es gibt keine wilden Sternenkriege, dafür genaue Charakterstudien und gewagte Neuinterpretationen realer historischer Begebenheiten. Neu allerdings ist das nicht. Bryce Zabel verfolgte in "Dark Skies", 1996 uraufgeführt, ein ganz ähnliches Konzept. Zufall, dass mit Eric Close der damalige Hauptdarsteller auch bei "Taken" mitwirkt? "Dark Skies" war straffer, auch deutlich politischer. "Taken" dagegen ist eine pompöse Seifenoper, bezogen auf die historische Darstellung mit hohen Schauwerten. Zwar immer noch ein Dokument der Verunsicherung, aber in höchstem Maße melodramatisch. Erstaunlich in Anbetracht des betriebenen Aufwands sind die dramaturgischen Schwächen einzelner Episoden, wenn kurzerhand Außerirdische aus dem Nichts erscheinen, um der Erzählung den benötigten Wendepunkt zu verpassen. Das ist bisweilen sehr schematisch, absehbar und erzähltechnisch unbefriedigend. Woraus sich ergibt, dass der Name Spielberg nicht generell als Gütesiegel taugt - enttäuschend insbesondere, wenn man nach dem Meisterstück "Band of Brothers" auf ein gleichrangiges Anschlusswerk gehofft hatte.<

Auch die ´Mainpost´ griff sich mit einer dpa-Meldung das Thema:

>Steven Spielbergs «Taken» bei ProSieben

Hamburg (dpa) - Es geht um Außerirdische, aber vor allem um drei Familien über einen Zeitraum von vier Generationen. Hollywood-Legende Steven Spielberg war maßgeblich an der Produktion der mehrfach preisgekrönten TV-Serie «Taken» (Entführt) beteiligt, die an diesem Montag (21.15 Uhr) bei ProSieben erstmals ins frei empfangbare deutsche Fernsehen kommt. Auch die weiteren der zehn Folgen in Spielfilmlänge werden montags um 21.15 Uhr ausgestrahlt.

Es beginnt im Zweiten Weltkrieg über dem Ruhrgebiet. Am 1. August 1944 fliegt eine amerikanische Bomberstaffel einen Angriff und gerät unter Beschuss. Die Maschine von Captain Russell Keys (Steve Burton) stürzt ab, wird aber von einer geheimnisvollen Lichtkugel vor dem Aufprall bewahrt. Erst Jahre später begreift Russell, dass er und seine Kameraden von Aliens gerettet wurden. Über die nächsten Jahrzehnte hinweg haben die Familien Keys, Crawford und Clarke immer wieder Kontakte zu Außerirdischen. So verliebt sich die allein erziehende Mutter Sally Clarke (Catherine Dent) in den mysteriösen Besucher John (Eric Close), der nach dem Absturz eines Ufos bei Roswell in New Mexico wie aus dem Nichts auftaucht. Der Mann ist offensichtlich nicht von dieser Welt, und der gemeinsame Sohn der beiden erbt Johns besondere Fähigkeiten. Außerirdische bedienen sich der menschlichen Familien als Forschungsobjekte. Zugleich versucht der ehrgeizige Captain Owen Crawford, der das gestrandete Ufo untersucht hat, hinter das Geheimnis der Aliens zu kommen. Die Serie wurde mit einem Kostenaufwand von knapp 40 Millionen Dollar produziert und brachte dem amerikanischen Sci Fi Channel bei der Erstausstrahlung 2002 einen enormen Publikumserfolg: 23 Millionen Zuschauer schalteten ein. Auch die Kritiker waren angetan von der Science-Fiction-Saga. Bei der Emmy-Verleihung 2003 gab es die Auszeichnung für die beste Miniserie und fünf weitere Nominierungen. Auch für den Golden Globe wurde «Taken» nominiert.

Die Handlung wird von einer Erzählstimme im Hintergrund begleitet. Sie gehört der siebenjährigen Allie Clarke, die im Verlauf der Serie auch im Bild auftaucht und schließlich selbst zur Schlüsselfigur wird. Allie wird dargestellt von der damals acht Jahre alten Dakota Fanning, die auch in Steven Spielbergs neuestem Science-Film-Thriller «Krieg der Welten» mitspielt. Die zehn Folgen wurden von zehn verschiedenen Regisseuren inszeniert, die erste - «Hinter dem Himmel» - von Tobe Hooper, der 1982 «Poltergeist» drehte. Bei ProSieben läuft die Serie unter dem Titel «Steven Spielberg präsentiert Taken». Spielberg engagierte für die technischen Effekte Spitzenvertreter der Branche. James Lima («Spider-Man», «Starship Troopers») war für die visuellen Effekte zuständig, Chris Gorak («Minority Report», «Blade: Trinity») für das Produktionsdesign.<

Weitere Infos unter: http://morgenpost.berlin1.de/conten...

Externe Links

http://morgenpost.berlin1.de/content/2005/06/13/fernsehen/759666.html

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