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12.06.2005


    
Arte und Fliegende Untertassen, weitergehende TV-Kritik

Teil II und Abschluß

CIA - Der Fall Richard Russell. Er war ein mächtiger Mann in Washington. Einer der demokratischen Präsidentschafts-Kandidaten die gegen General Eisenhower antreten. Leiter des Militärausschußes im Kongress. 1955 reiste Russell in diplomatischer Mission in die UdSSR, dabei sah er während der Bahnfahrt ein Objekt hochsteigen, starten und davonfliegen. Nach Doland sah es rund aus und besaß verschiedene "Schichten". Gleich darauf sahen Russell und seine Begleiter ein zweites derartiges Objekt austeigen und davonfliegen. Zwei Jahre später kam die Sache in die Presse (irgendwie hatte Keyhoe dabei seine Finger im Spiel, aber verlor bald darauf das Interesse an dem Fall sodass er ihn selbst für >The UFO Evidence< nicht mehr verwendete!). Danach gefragt warum er selbst nicht gleich nach seiner Rückkehr diesen Vorfall berichtetesagte Russell, man habe ihn gebeten darüber zu schweigen. Erst Mitte der 80er Jahre wurden die CIA-Akten dazu freigegeben. Nach Einschätzung des CIA waren die beiden Objekte aber keine Fliegenden Untertassen gewesen, sondern Senkrechtstarter der russischen Streitkräfte. Dies sei nach Dolan aber unmöglich, schließlich sprach der Zeuge von Fliegenden Untertassen. Dolan: "Wenn man dies bis zu Ende durchdenkt, dann kommt man zu zwei Folgerungen: entweder die Sowjets hatten selbst UFO-Sichtungen oder sie besaßen UFOs." Mehr zur Russell-Geschichte nun hier im OCR:

UFO-Historiker Joel Carpenter nahm sich für den ´International UFO Reporter´ (1) vom Frühjahr 2000 in dem Artikel "The Senator, The Saucer, and Special Report 14" diesem Thema an und ich will Ihnen hieraus einiges an Informationen entnehmen. Im Frühjahr 1955 hatte US-Senator Richard Brevard Russell (Demokrat, Georgia) eine Inspektionsreise nach Europa geplant, an die sich ein Besuch der Sowjetunion nahtlos anschloß. Als Leiter des Armed Services Committee war Russel einer der einflussreichsten Senatoren im amerikanischen Kongress. Russell´s Reise fand in einer Zeit signifikanter Aerospace-Entwicklungen statt: am 3.Juli hatten die Sowjets aufgrund einer Vorführung in Moskau die Furcht der USA aufgemacht, dass hinter dem Eisernen Vorhang eine neue Generation gigantischer Jetbomber aufgezogen werde und man fürchtete die "Bomber-Lücke" im Westen. In Genf hatte der UdSSR-Staatschef Nikita Chrustschow den Vorschlag von US-Präsident Eisenhower über ein Programm namens "Open Skies" gestritten und dieses zurückgewiesen, was die U-2-Einsätze zur Folge hatte, da Amerika unbedingt wissen wollte, was für technische Kapazitäten Moskau im strategischen Feld aufzuweisen hatte. Russell wollte einfach selbst erfahren, ob die Forderungen des amerikanischen Militärs nach mehr Geld für neue Rüstungen berechtigt waren - deswegen seine Reise nach Europa und dann durch Teile der UdSSR. Ursprünglich sollte Russell von Lyndon B.Johnson und seine Frau vegleitet werden, aber aufgrund eines Herzanfalls von Johnson reiste Russell nur mit Army Lt.Col.Edwad N.Hathaway los.

(1) = Herausgegeben vom J.Allen Hynek ´Center for UFO Studies´ (CUFOS); Standard-Literatur für den UFO-Forscher.

In Europa besuchten sie amerikanische und NATO-Basen. In Finnland trafen sie Reuben Efron, einem in Russland geborenen US-Bürger der als Dolmetscher in der Sowjetunion dienen sollte. Efron war in Washington selbst Anwalt und viele gingen davon aus, dass er ein heimlicher CIA-Anwerber war aber auf jeden Fall hervorragende CIA-Kontakte besaß, da er grundsätzliche alle Reisende in die UdSSR mit detailierten, geheimen Mappen ausrüstete, in denen Daten und Informationen über das Essen der UdSSR, Lebensverhältnisse, Unterkünfte und zu wirtschaftlichen Lage enthalten waren. In Moskau begegnete der kleinen Gruppe Robert R.Gros, einem aus San Francisco stammenden Geschäftsmann, der gerade in Sachen Öl und Erdgas in der Sowjetunion unterwegs war und exzellente Kontakte zur politischen Führung besaß. Gros schloß sich Russell´s Gruppe an. Nachdem sie Stalingrad besuchten fuhren die Amerikaner mit der Bahn nach Aserbaidschan am Kaspischen Meer. Nahe Alyat (oder Alayatskaya nach einigen Karten) sah Russell gegen 18 h des 4.Oktober von seinem Schlafabteil aus durch das Fenster zunächst ein kleines Licht, welches sich dann mehr und mehr zu einem sich drehenden, glühenden, gelb-grünen Fleck am Himmel einiges entfernt entwickelte und fast vertikal aufstieg, um dann schier horizontal davonzuschießen. Dies geschah 100 Meilen jenseits der Grenze nach dem Iran.

Russell war sofort wieder hellwach und eilte ins Gemeinschafts-Abteil zu seinen Begleitern und rief ihnen zu "Ich habe gerade eine Fliegende Untertasse gesehen!" Die Männer stürmten ans Fenster und sie konnten gerade noch einen helleren Flecken hoch am Himmel verschwinden sehen. Und: einige Sekunden später sahn alle vier Manner ein weiteres Lichtsignal in einer Spirale zum Himmel aufsteigen und dabei den selben Weg nehmend wie die erste Erscheinung. Wie es ausschaute emottierte die Erscheinungen Funken und Feuer. Ein Rauchschweif oder ähnliches war wegen der totalen Dunkelheit rundum nicht auszumachen. Die Männer nahmen an, dass da ein Militäranlage in der Gegend sich befand. Da kamen auch schon Zugbegleiter und schloßen die Fensterrollos. Zwei Tage später fuhr Gros nach Tbilisi und trennte sich für den Rückflug nach Moskau von Russell´s Gruppe. Dort besuchte er sofort die amerikanische Botschaft um von dem Vorfall zu berichten, hier erfuhr er, dass das CIA-Büros davon wußte, das in der Sichtungszone sich eine Raketen-Test-Basis befand. Wie Gros bemerkte war in der Botschaft und bei der CIA-Abteilung der Begriff "Fliegende Untertasse und Rakete ein und das selbe", hierdurch bekommt das Interesse an "unkonventionellen Flugzeugen" beim CIA ein ganz besonderes Ambiente. Als Gros nach den Staaten zurückkehrte wurde er von CIA-Direktor Allen Dulles persönlich darum gebeten betreffs dem Vorfall stillschweigen zu bewahren. Inzwischen war Russell mit seinen beiden Begleiter in der Tschechoslowakai angekommen und informierte in der amerikanischen Botschaft von Prag den CIA über das Geschehen während Hathaway den US Air Force Attaché Lt.Col.Thomas Ryan ins Vertrauen zog. Auch Dulles informierte am 18.Oktober das Intelligence Advistory Committee bestehend aus den Geheimdienst-Chefs verschiedener militärischer Behörden, dem FBI, der Atom-Energie-Kommission und dem Außenministerium über die Beobachtung von Senator Russell. Da in dem Bericht von einem "untertassenförmigen" Objekt gesprochen wurde, gingen Überlegungen um, wonach die Erscheinung auf eine Art russische Version des gerade bei AVRO im Entwicklungsstadium befindlichen "Silver Bug" (auch als "Project Y" bekannt) sein könnte - und die Sowjets einige Schritte weiter sein könnten. Dennoch wollte man warten bis Russell am 25.Oktober in den Staaten zurück war und dann von Herbert Scotville jr, technischer Direktor des Armed Forces Spezcial Weapons Project, persönlich am 27.Oktober befragt werden konnte, der übrigens später das CIA-Aufklärungs-Satelliten-Programm leitete.

Nach umfangreichen Interviews mit Russell und seiner Gruppe folgerte der CIA jedoch, dass diese Sichtung keineswegs die Theorie unterstützt, dass die Sowjets untertassenförmige oder derartig ausschauende unkonventionelle Flugzeuge entwickelt. Scoville jr., der Assistant Director des OSI, folgerte, dass die ausgemachten Objekte wahrscheinlich nichts weiter als normale Jetflugzeuge im scharfen Steigeflug waren, allein schon deswegen weil Zeuge Efron die Erscheinung als von dreieckiger Gestalt beschrieb und an ihr einen Nachbrenner ausmachte. Zudem war inzwischen aus dem abgehörten Funkverkehr der Sowjets in der Gegend klar geworden, dass dort neben Raketentests auch Flugzeugerprobungen mit Jetmaschinen stattfanden. Wilton E.Lexow, Chef der CIA-eigenen Applied Sciences Division, war ebenfalls skeptisch. Er fragte sich, warum die Sowjets weiterhin konventionelle Flugzeuge bauen sollten, wenn sie die sagenhaften "Fliegenden Untertassen" besaßen. Wie das zentrale OSI-Archiv zu UFOs aufzeigt, waren Überlegungen über die Fähigkeiten und Grenzen von nichtkonventionellem Fluggerät Hauptpunkt der Tätigkeit.

Tatsächlich hatte der Rundfunkmann Harold Salkin am 1.Juni 1960 beim Aerospace Technical Intelligence Center (ATIC) ein Interview mit Theodor Hieatt (stellv. Leiter des Luftwaffen-Geheimdienstes), Oberstlt.Spencer Whedon und Major Robert Friend (beide Blue Book) auf Wright-Patterson AFB geführt in welchem die beiden letztgenannten Personen auf Frage zugestanden, dass der CIA eine "überwachende Funktion" bei der Arbeit von Blaubuch habe. Daraus bastelten sich UFOlogen natürlich eine "Zensur" von Informationen über die außerirdische Fliegende Untertassen-Wahrheit, doch es ging um etwas ganz anderes, wie sich erst Jahrzehnte später herausstellen sollte. Trotzdem ist in Sachen Russell noch nachzutragen, dass diese heiße Kartoffel nicht lange wirklich geheim blieb und der Luftfahrtexperte Tom Towers vom ´Los Angeles Examiner´ das Gerücht um den Fall zugetragen bekam und eine Anfrage an den Senator stellte. Einige Zeit später bekam Max B.Miller von der UFO-Gruppe Flying Saucers International ebenso Wind von der Sache, weil ihm der ehemalige Pentagon-Pressesprecher für Projekt Blaubuch, Al Chop, einen Wink gegeben hatte und dabei sogar von vier UFOs sprach, die Russell gesehen haben soll. Chop hatte insgeheim ausgepackt, weil er den Fall Russell als zu heiß ansah, als dass dieser der Zensur zum Opfer fallen sollte. Miller schrieb also an Russell und bat um Auskunft, erhielt aber keine Antwort. Russell selbst nahm im weiteren die Sache nicht so wichtig und spielte sich in der Affäre nicht weiter auf - auch wenn er bis 1969 in seiner hohen politischen Position blieb. Seine Erfahrung (aber nicht nur die!) führten ihn dazu, dass das Armed Services Committee sich einige Monate nach seiner Rückkehr für eine Aufstockung des Militär-Budgets aussprach. Erstaunlicherweise hatte die Indiskretion von Chop für ihn keine weiteren Folgen, wodurch einmal mehr ausgewiesen wird, dass die ganze UFO-Thematik weitaus weniger heiß gekocht wurde, als UFOlogen es sich gerne wünschen. Russell starb 1971...

Überhaupt die Sache mit der UdSSR: Haines führte so aus: "Natürlich gab es große Besorgnis darüber was in der Sowjetunion passierte. Und was die CIA besorgte war der Umstand, dass die Sichtungen in der USA zunahmen, aber man davon aus der Sowjetunion gar nichts hörte. In der sowjetischen Presse stand von UFOs nichts. Man schloß daraus, dass die Sowjetunion die Entwicklung einer Geheimwaffe vor der Öffentlichkeit verberge und daher UFO-Berichte verbot." Natürlich versuchten auch die Sowjets scheibenförmige Flugobjekte zu bauen (genauso wie die USA). Den größten ´Fortschritt´ (in einem grobkörnigen Film zu sehen) machten sie dabei in den 70ern, naja aber es war eher ein untertassenförmiges Luftschiff. Ingenieur Valerij Burdakov dazu: "Die Form einer Fliegenden Untertasse herzustellen war nicht schwierig. Das Antriebsprinzip aber, welches für diese Flugobjekte eingesetzt werden sollte war ANTIGRAVITATION." Moskau soll dafür eine Menge Geld zur Verfügung gestellt haben. Dolan griff den Faden auf - 1955 etwa gab es in der USA Presseberichte, wonach man bald Durchbrüche in der Antigravitations-Forschung erzielen und diesen Antrieb bei untertassenartigen Flugzeugen einsetzen werde!

Und schon ist man beim AVRO-Car, einem schlechten Luftkissenfahrzeug mit schwerer Instabilität. Hiernach ein "öffentliches Ablenkungsmanöver" um das echte Forschungsprojekt namens "Silver Bug" geheimzuhalten. Doch man gibt zu, das der Silberkäfer nie flog (dies war ein mit rundum angesetzten Düsentriebwerken ausgerüsteter Körper) - und tatsächlich gehören beide Projekt unmittelbar zusammen. Die USAF wollte von AVRO eine moderne Luftkampfmaschine in Gestalt einer Fliegenden Untertasse haben und man versprach sich sehr viel, landete schließlich auf dem Hosenboden. Der AVRO-Car war das Endergebnis aller Versuche auf diesem Weg. Und schon war kein Wort mehr von der ANTIGRAVITATION in der Sendung zu hören, dafür aber von "schmutzigen Lügen gegenüber der eigenen Bevölkerung".

Nun kam die "U-2-Affäre" durch Haines auf den Spielplan. Und erzählt einiges an Quark: "Zwischen 1954 und den 60er Jahren stellte die Luftwaffe und der CIA so genannte Bluebook-Teams auf, die Piloten und Fluglotsen befragten die UFOs gesehen haben. Sie versuchten die Leute zu überreden kein UFO, sondern ein Naturphänomen gesehen zu haben." (1) Z.B. Sonnenlicht-Reflektionen auf Eiskristallwolken in der Hochatmosphäre. Dolan hat hier Recht - eine absurde Aussage. Ein paar Mal wohl, aber nicht in der Häufigkeit wie Haines es proklamiert. Für die Sowjets ist die U-2, andererseits, tatsächlich ein unbekanntes Flugobjekt zu jener Zeit der Handlung. Eigenartige Haltung (zunächst) in der damaligen Sowjetunion - wer solche UFOs mit den Leistungsparametern der U-2 sah wurde als "etwas verrückt" angesehen. Die Amerikaner schicken auch Spionageballone in die Sowjetunion, "die für UFOs gehalten werden" (dort wie hier!). Skyhooks waren damit gemeint, aber die Bedeutung dieser wird hier zu schnell abgeschmettert. Supergeheime Raketentests der Sowjets selbst werden zu UFO-Meldungen, einfach weil die Tests "so geheim sind, das noch nicht einmal die erste einberufene sowjetische Untersuchungs-Kommission die Wahrheit erfährt". (2) Es ist also "zum verrückt werden". Zeigt aber auch wie komplex aufgrund der Multikausalität das ganze UFO-Problem ist. Was ich schon immer sage - es gibt keine ´einfache´ Antwort. Das Problem ähnelt einem Orientierungslauf in einem Spiegelkabinett. Aber auch deswegen weil die Orientierung nicht zu leicht gemacht wird, wie z.B. anhand dieser ARTE-Dokumentation, die so mancher bald darauf als "Doku-Drama" betrachtete und nicht wie eine Informationssendung. Ein GEP-Vorständler: "Der Informationswert schien mir sehr begrenzt zu sein."

(1) = Dies ist so keineswegs richtig. Die CIA selbst hielt sich mit ihren Leuten ´direkt an der Front´ absolut zurück. So gesehen gab es keine organisierte Bemühungen der Central Intelligence Agency Nachforschungen und Untersuchungen in Zusammenhang mit UFO-Sichtungen anzustellen. (1.1.) Die USAF-Untersucher waren am Ball - aber nur was waren dies meist für Leute? Die Presse-Offiziere der nächstgelegenen USAF-Base wurden zum (ungeliebten) Job ohne weitere Einweisung bzw Schulung verdonnert (um sie mehr für ihr Geld tun zu lassen) oder die paar Hansel (Bürohocker) auf Wright-Field rückten selbst aus. Dies natürlich auch nur bei besonderen Fällen, genauso wie wir es als UFO-Forscher heute tun (ansonsten ist alles tatsächlich ein ´Bürojob´ - da wie dort). Die Fallbewertungen selbst wurden dann erst später im Blaubuch-Büro vorgenommen - und immer mal wieder UFO-Meldungen als Naturphänomene wie z.B. die Venus erklärt. In einigen Fällen bat man die Berichterstatter dagegen tatsächlich "die Sache nicht aufzubauschen". VERBOTEN bekam dies aber niemand. Bemerkenswerter Weise (dies nur am Rande) wurde auch niemals ein Militärpilot eingebuchtet oder zu einer Geldstrafe verurteilt, weil er eine UFO-Sichtung ungenehmigt freigab - und dies obwohl es eigentlich einen entsprechenden Paragraphen gibt (nicht speziell wegen UFOs, sondern allgemein wegen Internas aus dem Dienstbereich - kennt jeder ehemalige Bundeswehr-Soldat ebenso). Nach der Joint Army Navy Air Force Publication JANAP 146, Sektion III, sind entweder 10 Jahre Knast oder 10.000 $ Geldstrafe für diesen Fall theoretisch angesagt.

(1.1.) = Was die ´Firma´ wirklich leistete war eine weltweite Überwachung der medialen UFO-Situation. Genauer gesagt in der Übersetzung ausländischer Zeitungs- und Medienberichten zu UFO-Sichtungen für die "CIA-UFO-Datenbank". Doch dies war es auch schon gewesen und die Meldungen hier waren "unbewertete Informationen". Es gab keinerlei Schlußfolgerungen zu den dort enthaltenen Einzelfällen. UFOlogen behaupten zwar, dass die CIA daraus "Daten gewonnen habe", aber diese "Daten" kann jeder UFO-Ideologe genauso daraus "gewinnen". Da über Jahrzehnte hinweg dieses "Datenmaterial" von der CIA nicht preisgegeben wurde vermuteten UFO-Enthusiasten unter der Bürde ihrer eigenen Ideologie, dass da "aufregende Geschichten" auflägen, in einem Konspirations-Geheimprogramm "Fakten vertuscht werden" sollten. Genau das gleiche Material wurde längst auch in den weltweiten UFO-Zeitschriften unabhängig veröffentlicht. Darin liegt dann eine gewisse Ironie. Als dann die Agency ihr Material veröffentlichte kam schnell ein schamhaftes Schweigen dazu auf - oder man warf ihr vor, nicht alles zu veröffentlichen. Dabei gibt es auch in diesen Tagen keinerlei Hinweis darauf, dass man uns Informationen vorenthält. Einfach aus der eigenen Enttäuschung ob der Erwartungshaltung heraus, die zu ungerechtfertigten Schlüssen führte. Das ganze Problem hat wohl damit zu tun, dass die Menschen automatisch erwarten das alles was der legendäre CIA jemals niederschrieb in irgendeiner Weise ganz besondere Glaubwürdigkeit besitzt. Dass dem aber nicht so ist zeigen unendlich viele Pleiten der CIA auf dem eigentlichen Kerngebiet der Auslandsspionage. Die Überlegenheits-Aura der CIA selbst sorgt für starke Vorstellungs-Verzerrungen über sie und ist zugleich ihr innenpolitisches Kapital.

(2) = Dabei ist dies ganz und gar von besonderem Interesse, auch historisch gesehen, gerade auch historisch gesehen! Die nächtlichen Raketenstarts vom z.B. Cosmodrome in Plesetsk sorgten nämlich in Russland und darüber hinaus für einen ganz besonders starken UFO-Mythos. Gerade auch weil die Untersuchungs-Kommissionen darum nichts wussten und daher "echte UFO-Erscheinungen" mit absolut absonderlichen Umwelteffekten (= "Wechselwirkungen") proklamierten. Selbst die sich wissenschaftlich-gebenden westlichen UFOlogen fielen darauf herein. Man nenne nur ein Jahr - 1977, und einen Ort in Karelien - Petrozavodsk. Interessant auch im Gesamtumfeld: Während in den USA von Anfang an zugegeben wurde das es unerklärte Sichtungen gab, leugnete man überhaupt lange in der UdSSR das es überhaupt UFO-Sichtungen gäbe und nannte sie "imperialistische Propaganda". Dies sollte man sich auch mal in Erinnerung rufen, wenn man genauer hinschauen will.

UFO-Sichtung von Redmond, Oregon, im September 1955 - so die ARTE-Sendung. Der Ortspolizist Robert Dickerson entdeckt am Nachthimmel (!) ein merkwürdiges Licht. Niedrig über dem Horizont war ein helles Licht, welches herunterkam. Es sah wie ein Fußball aus und wirkte als wenn "Hitze von ihm aufsteigt" (flimmerte also). Verschiedene Farben kamen dabei zum Vorschein. Der Officer fährt zum Regionalflughafen wo er auf Laverne Wertz trifft, der im Tower Dienst tut und ebenso Zeuge wird: "Es sah aus wie wenn man zwei Untertassen konkav zusammen hält." Gelblicher Licher gab es rundherum. Das Objekt wird auch von einer Radarstation gesichtet und die alarmiert die USAF. Jetzt wird es dramatisch. Sechs Abfangjäger werden via Radar an das Ziel herangeführt. Dann "sehen sie es selbst auf ihrem Schirmen im Cockpit". "Mindestens zwei Piloten sehen das UFO im frühen Morgengrauen und fliegen in Richtung des Objektes", erfahren wir atemlos. Eine Maschine musste "ausweichen, weil sie in die Wirbelschleppe" des UFO kam, berichtet Dickerson in aller Ruhe vor der Kamera. Dann steigt das UFO mit immenser Geschwindigkeit, bleibt aber noch eine Weile auf den Radarschirmen sichtbar. Dann verlässt es den Erfassungsbereich in über 15.000 Meter Höhe. Dolan: Die erste offizielle Erklärung war ein "Radarfehler". Die "nächste Erklärung der Air Force: Dickerson und Wertz hätten einen Wetterballon gesehen". Nachdem die Sache in den Medien Wirbel machte griff die USAF nochmals nach und erklärte die Bodenzeugenbeobachtung als "Planet Venus". Dickerson: "Man wollte die Sache herunterspielen, erklären das wir etwas doof sind, inkompetent wären." Und in Washington arbeitete der Sicherheitsapparat "weiterhin daran das Thema UFOs aus der Öffentlichkeit zu entfernen", erklärt der Off-Sprecher.

Obiger Fall ist genauer zu betrachten, wie immer. Was haben wir zunächst als Boden-Augenzeugenbericht vor uns: Ein helles, rundes Objekt am Sommernachtshimmel, welches stundenlang über dem Horizont erscheint und herunterkam. Es flimmerte dabei und erschien in diversen Farben, was aufgrund der Luftunruhe in Sommernächten z.B. bei einem astronomischen Körper wenig verwunderlich ist. Dann wird eine militärische Radarstation alarmiert die in der Gegend ein "unknown target" ausmacht, was wahrscheinlich damals gar nicht so ungewöhnlich war weil freilich aufgrund des Tag-Nachtklimawechsels auch Temperaturinversionen zustande kommen. Sechs Maschinen werden dann herbeigeführt, scheint etwas zu dauern, weil nur zwei von sechs der Piloten im frühen Morgengrauen das "UFO" anzufliegen scheinen. Auf dem Radar (!) verändert sich die Situation im Morgengrauen mit der aufkommenden Sonne (und der damit sich wieder ´drehenden Temperaturbedingungen in den diversen Atmosphärenschichten´) und das erst niedrig erscheinende Objekt steigt dort in die Höhe. Die Bodenaugenzeugen berichten davon aber nichts, wie gesagt: Dickerson sah ja das Objekt herabkommen. Doch es wurde auch hier nicht wirklich klar wie die einzelnen Phasen abliefen. Dies war auch hier nur grob gehalten.

Irgendwie kam mir der Name Redmond/Oregon bekannt vor. So schaute ich mal in >The UFO Evidence< rein und fand auf S.113 tatsächlich einen Fall aus dem Ort, wenn auch auf den 24.September 1959 datiert und mit Verweis auf S.44. Dies ist tatsächlich unser Fall hier. Dickerson sah sonach ein Objekt in der Abenddämmerung ein "helles Objekt ähnlich einem Meteor" vom Himmel herabkommen. Nur - es hielt plötzlich an und schwebte dann knapp über dem Boden, gelb-rot glühend. Daraufhin fuhr der Officer zum Airport und sah von dort das UFO an einer anderen Position, nämlich nordöstlich des Flughafens. Dickerson, Wertz und andere im Tower schauten sich dies mit dem Feldstecher an. Mehr geschah dort nicht. Erst Stunden später (5 h morgens) wurde ein UFO auf dem Radar des Seattle Air Route Control Center in der Gegend (25 Meilen südlich) bei Redmond ausgemacht. Die Männer im Tower dort schauten inzwischen immer noch ihr UFO an - wenn inzwischen im Südosten und auf zehn Meilen entfernt geschätzt. Eine F-102 schien sich ihm zu nähern. Dabei veränderte die UFO-Gestalt sich zu einem Pilzkopf mit einer langen gelb-roten Flamme und es verschwand in den Wolken. Gleichsam aber wurde das UFO zwei Stunden lang noch vom Boden-Radar erfasst - und zwar nach wie vor bewegungslos an Ort aber dafür ganz heftig in der Höhe schwankend. Laut USAF wurde nie ein UFO in diesem Fall von den Flugzeug-Bordradars ausgemacht.

Komische Sache. Tatsächlich erschien die Venus auch in dieser ´Nacht´ prächtig am Himmel. Eine Bahnbewegung über Stunden hinweg wäre dabei freilich drin. Die Bewegung NO - SO ebenso, grob gesehen. Dumm nur, so meine eigene Berechnung bzw Rekonstruktion zum Tag und Ort mit ´Stary Nights´: Die Venus ging tatsächlich im Morgengrauen erst auf. In der Abenddämmerung war sie keinesfalls zu sehen. Nach Einbruch der Abenddämmerung aber stand im NO des Beobachtungsortes der auffällige Stern Capella so rötlich-gelb niedrig am Himmel. Und stieg zum Zenit auf. Gegen 5 h war dagegen im Südosten niedrig am Horiziont der Sirius prächtig zu sehen, aufgehend. Sind Sie nun verwirrt? Ich auch. Verkompliziert wird die Sache noch dadurch, dass die Log-Daten des Airports in Redmond zum Fall nur eine Sichtungsdauer "von zehn Minuten" betreffs der visuellen Sichtung von dort aus auswies. Also ein richtiges Durcheinander. Verwirrend zudem. Klar ist da eigentlich nichts, weswegen sich die Debatte hierzu auch zwischen USAF und NICAP bis 1963 lief. Überhaupt ist erstaunlich, dass der Fall erst im Frühjahr 1960 von der USAF aufgegriffen wurde weil der Meldefall Umwege ging und nicht wie bei ARTE dargelegt Teil der aktuellen regionalen Zeitungsberichterstattung war.

UFO-Historiker Loren Gross nahm sich dem Fall an und glaubt hier eigentlich "two seperate incidents" zu sehen, die nur zu einem Fall vermischt wurden. Erstaunt ist man durch Gross zu erfahren, dass überhaupt erst 1966 Officer Dickerson am umfangreichsten interviewt wurde - und zwar durch den Physiker Dr.James McDonald (1) vom Fachbereich Meteorologie an der Universität von Arizona, der den Fall nochmals nachforscherisch aufwickelte und dabei verblüffende Ergebnisse erzielte um die ganze Geschichte besser überblicken zu können. Der Polizei-Beamte sah also zunächst soetwas wie einen ´falling star´ plötzlich vom Horizont herabkommen. Doch diese Erscheinung hielt plötzlich in geringer Höhe und kaum 1/4 Meile entfernt an um als orange-rot-glühendes Objekt die Bäume unter sich sogar anzuleuchten. Eine Gestalt an sich war dabei NICHT auszumachen gewesen. Und nun kommt der Hammer: Dickerson erschien erst kurz vor 5 h am Flughafen. Was in der Zwischenzeit passierte ist völlig unklar, da vergingen viele Stunden! Wertz und Dickerson betrachteten sich nun durchs Fernglas ein "glühendes, weißes Licht" im Osten. Es schien dabei leicht sich hin und her zu bewegen, "verblieb aber an seiner Position". Dabei flimmerte es. Dickerson schätzte beim McDonald-Interview es 7-8 Meilen weit weg. Die beiden Männer sah das Ding dann 30 Minuten am Himmel. Inzwischen riefen Leute aus Powell Butte an und berichteten ebenso ein helles Objekt am Himmel zu sehen. An diesem Punkt angekommen, alarmierte Wertz Seattle FAA und erfuhr so, das man dort aus der Gegend "something" registrierte. Dann fuhren er und der Polizist nach Powell Butte um nachzusehen. Dort aber angekommen, war inzwischen nichts mehr zu erblicken. Was dann wirklich weiter geschah wurde leider nicht erhoben...

(1) = Dieser hatte inzwischen längst erkannt, dass die US Air Force "sich seit langem von der ihr unangenehmen Last des UFO-Themas befreien möchte", also nichts mehr damit zu tun haben wollte.

Die Geschichte wird immer toller. Laut dem Log von Redmond hatte man Seattle um 5:10 h kontaktiert. Doch Seattle wies in den eigenen Akten die Kontaktaufnahme für 6 h aus. Die Air Force dagegen wies aus, das vom militärischen Teil des Portland International Airport zwei F-104 um 5 h starteten, um ein unbekanntes Radarziel ("JB-129" genannt) aufzuklären. Und zwar über dem Mt.Hebo. Da man dort nichts vorfand, flogen die Maschinen später nach Redmond um auf die von dort kommende UFO-Meldung zu reagieren. Um 6:20 h kehrten die zwei F-102 zurück und gaben dem Kommando ihrer 25th Air Division durch nur "negative results" ob der Mission vermelden zu können. Und nun wird es immer toller. Kurz vor 7 h starteten zwei weitere F-102 von Seattle nach Redmond. Gleichsam machte man auf der McChord AFB in Washington zwei weitere F-102er bereit. Die 7 h-Rotte kehrte ebenso "without results" zurück. McChord schickte daraufhin wenigens eine der bereitgestellten Maschinen rüber - auch die fand gar nichts dort vor wo das Radarecho sich zeigte. Dort wo sich das UFO befinden sollte gab es nur "scattered clouds and bumby air". Um 8:13 h kreuzte eine zivile Tri-Pacer-Maschine das Radar-Ziel und ein Crew-Mitglied hatte einen Geierzähler zur Hand - und der schlug leicht über dem Pauline Mountain aus, aber gesehen wurde dabei nichts. Kurz vor 9 h durchforstete eine weitere F-102 tiefer das Gebiet - entdeckte aber nur dort beim Radar-"Kontakt" einige Boote auf einem See und einen Radio-Stationen-Transmitter am Berghang. Die Tri-Pacer wurde nochmals ins Gebiet geleitet, jetzt aber gab es auf dem Geigerzähler gar nichts mehr, zu sehen sowieso nichts. Von Portland aus startete kurz vor 10:30 h nochmals eine F-89 und kehrte nach einer Suche nach dem Radar-UFO wieder ergebnislos zurück.

Kurz vor 12 h mittags wurde vom Verantwortlichen der 25th Air Division dann ein H-19-Hubschrauber von Kingsley Field aus in den Einsatz geschickt. Die Maschine war bis kurz vor 14 h an Ort im Einsatz - fand und sah aber nichts. Daraufhin wurde die nach wie vor sich anzeigende ´unknown traffic´-Radarspur JB-129 gelöscht. In der selben Zeit war Wertz mit einer Zivilmaschine von Pilot Ben Jacques im Ortungsgebiet ebenso unterwegs, um nach dem UFO Ausschau zu halten - doch er und sein Pilot sahen nichts. McDonald stellte darüber hinaus frustriert fest, dass eine Nordlicht-Forschungskamera in jener Nacht nahe Redmond Bilder vom Nachthimmel machte. Doch dort war alles normal aufgenommen worden und kein UFO zu sehen. Das einzig auffallende Objekt dort war - die Venus. Dies konnte NICAP´s Richard Hall in Zusammenarbeit mit McDoland feststellen. Redmond war für den Wissenschaftler McDonald ein großer Flop gewesen.

Nebenbei: Im ´MUFON UFO Journal´ # 257 wurde kurz dieser Fall als "Redmond, Oregon RV Case" vorgestellt, und zwar wie bei Akte X. Hier hatte es der Autor von einem "riesigen Diskus der über der Stadt Redmond schwebte". Sechs F-102er und ein B-47-Bomber sowie eine F-89 wurden hiernach zur Verfolgung der Untertasse aufgeschickt. Als die USAF-Flotte sich dem Objekt näherte, "beschleunigte es und schoß gerade auf um zu verschwinden". Ein Pilot musste einer Kollision mit dem Objekt knapp ausweichen. Eine weitere Maschine der Flotte verlor fast die Kontrolle und drohte abzustürzen. Drei weitere Maschinen beschleunigten voll durch und zogen weiter hoch um die Untertasse zu verfolgen, aber sie hatten keine Chance. Es wurde von einer richtigen Verfolgungsjagt hier berichtet. Der Auor vermerkte das um 16 h Ortszeit dann sogar zwei riesige Fliegende Untertassen über dem nahen Portland schwebten.

Machen Sie sich eigene Gedanken über den Wert und die Aufbereitung des Falls. Zum Ende der Sendung hin ging es nochmals nach Schweden und dem UFO-Forscher Svahn, der sich wegen seiner nüchternen und skeptischen Arbeit "einen guten Ruf erarbeitet hat, sogar beim schwedischen Militär". Was auch absolut okay ist. Einmal im Monat, so heißt es hier, trifft er sich mit dem "UFO-Beauftragten des Militär-Forschungs-Instituts um Berichte auszutauschen" - was tatsächlich für sich genommen schon eine tolle Sache und Sensation ist. Der dortige Ansprechpartner ist Karsten Jöruo, der hier erklärt: "Ich glaube, Herr Svahn hat eine ganz ähnliche Angehensweise wie ich - und die ist wissenschaftlich. Und wahrscheinlich kann man 99 % der Fälle erklären, aber es gibt welche, die sind wirklich mysteriös." Zu sehen bekommen wir nun und erstmals eine Amateurvideoaufnahme vom 29.August 1997, gegen 17 h. Bei bewölktem Himmel zieht von rechts nach links ein Flugzeug horizontal mit seinem Kondenstreifen dahin. Plötzlich zieht oberhalb der Flugzeugbahn ein kleiner weißer Lichtpunkt flott aufsteigend nach rechts dahin und wird alsbald von einem zweiten derartigen Lichtpunkt ´verfolgt´, begleitet und kreuzt unterhalb sogar dessen Bahn. Leider wird dann die Aufnahme unscharf. Off-Kommentar dazu: "Wahrscheinlich gibt es für dieses Video eine einfache Erklärung. Bisher stehen aber alle befragten Experten vor einem Rätsel." Die einfachste Lösung hierfür wäre zufällig ins Bild kommende weiße Vögel...

Hessdalen, Norwegen. Es wird die dort installierte automatische Registrierungsstation für UFOs gezeigt und ein Film vom 4.Dezember 1999, kurz vor 17:30 h, den diese von einem kleinen weißen und tropfenförmigen Lichtkörper aufnahm, der horizontal gemächlich dahinschwebt. Erklärt wird, dass dazu "extrem starke elektromagnetische Felder gehören". Punkt. Doch wo ist der Beweis hierfür? Offiziell haben die Geheimdienste kein Interesse mehr an UFOs, heißt es. Doch dann zeigt man den "bizarren Bericht" über einen "Luftkampf von einem iranischen Jet mit einem UFO über Teheran im Jahre 1976". Und den Verteiler des Berichts dazu, eindrucksvoll genug - nur wird die problematische geopolitische Spannungssituation dazu nicht erwähnt, weswegen diese Geschichte für gerade die US-Behörden interessant wurde. Illobrand von Ludwiger schließlich: "Wenn wir die Fakten über die Beobachtungen kennen, und kennen auch auch die Meinung irgendwelcher offizieller Sprecher in den USA, erkennen wir, dass das nicht stimmen kann was sie sagen. Wir haben nur die Möglichkeit uns zu fragen - entweder lügen sie oder sie wissen es nicht. Dazwischen kann man wählen." Oder man schaut einfach genauer hin. Wie hier - und dann bekommt man schon eine Antwort die man sich selbst gehen kann. ARTE jedenfalls leistete dies nicht. Genauso wenig wie ehemals mit der Themenabend-Sendung "Einem Rätsel auf der Spur: UFOs in der Wissenschaft" vom 17.März 1996, wo einige Blendgranaden und Nebelbomben gezündet wurden. Meessen meinte sogar, dass die "politischen Machtzentren die Bevölkerung wie Marionetten manipulieren". Und in Sachen UFOs die Menschen manipuliert, "man kann sagen belogen werden". Auch Dolan schlug in die Kerbe. (1) Meine persönliche ´Kreditlinie´ für die Sendung war damit auch überschritten.

(1) = Ganz sicher gab es in West und Ost gelegentlich mal aus der eigenen Ohnmacht heraus "dummes Zeugs" an offiziellen Äußerungen und auch aus Berechnung "Schweigen" wie bei Roswell oder den russischen Plesetsk-Raketenstarts. Aber im Grunde ist dies NICHT das Fundamentalproblem der Stimmungs-UFOlogie, dies nicht. Sondern das Gequake der angebeteten Helden dieser Szene mit ihren Material-Ergüßen, der ufologischen Literatur. Weitaus mehr als je staatliche Stellen es da und dort schafften die Öffentlichkeit zu irritierten, gelang dies abenteuerlichen UFO-Geschichten-Erzählern - man erinnere an George Adamski und andere Kontaktler, die sogar vielgedruckte Foto-Fälschungen in Umlauf brachten und damit den UFO-Aberglauben erst recht förderten und zementierten. Man muss nur einmal verfolgen was die ´Roswell-Alien-Story´ ab den 80er Jahren des vergangenen Jahrhunderts durch die ufologische Darstellung allein auslöste - da waren die ´Regierungs-Offiziellen´ Waisenkinder dagegen. Die Esoterik-UFOlogie die mit Adamski und CoKG aufgemacht wurde bestimmt bis in unsere Tage hinein weltweit (global) in weitesten Teilen die UFOlogie.

Die aktuelle ARTE-Sendung wurde am 10.Juni 05 am Nachmittag wiederholt. Quoten gibt es hierzu leider nicht, wie bei anderen ARTE-Sendungen auch. TV-Kritiken in den Zeitungen wurden danach auch nicht bekannt. Die Reaktionen der UFO-Gemeinde waren nahe Null dazu. Binnen zwei Tage hatte ich eine erste TV-Kritik zur Sendung auf den CENAP-UFO-Newsticker ( http://www.cenap.alein.de/cenapnews ) gesetzt und dafür in diversen Foren ´Werbung´ gemacht - über 350 Aufrufe des Textes fanden daraufhin binnen 3 Tage nach Ausstrahlung statt. Was bleibt ist für mich ein Zitat von Lord Strabolgi im Januar 1979 bei einer Debatte im britischen Oberhaus zum UFO-Thema: "Es gibt zweifellos viele seltsame Phänomene am Himmel, und es kann ohne weiteres angenommen werden, dass die meisten UFO-Berichte von besonnnen und verantwortungsbewussten Menschen stammen. Dennoch finden diese Phänomene im allgemeinen eine einfach Erklärung." Betreffs dem "harten Kerns" an unerklärt gebliebenen Beobachtungen argumentierte Lord Strabolgi, dass in solchen Fällen "die Beschreibungen zu vage oder der Beweis zu weit hergeholt ist." Was die Behauptung betreffs einer Konspiration angeht, erklärte Seine Lordschaft: "Es ist angedeutet worden, dass unsere Regierung in ein angeblich verabredetes Stillschweigen verwickelt ist. Ich kann Eure Lordschaften versichern, dass die Regierung nicht an einer derartigen Verschwörung beteiligt ist. Es gibt nichts, worüber man Stillschweigen bewahren könnte. Es gibt keine Vertuschung und keine Informationssperre aus Sicherheitsgründen. Nichts gibt der Regierung Ihrer Majestät Anlass zu der Annahme, dass solche Phänomene ausserirdische Raumfahrzeuge sind." Bitte lesen Sie dazu auch den I-Net-CR Nr.2 unter http://www.cenap.alein.de/onlinecr.... mit dem Beitrag "UFOs in England" zur Arbeit von Nick Pope.

Für die ZDF-Enterprises (1)/ARTE-Sendung wurden im Abspann übrigens drei Personen genannt die für den Beitrag die Recherchen übernommen hatten. Ich stelle mir hier die Frage nach deren Kompetenz, auch weil sich nie jemand an mich während des Produktionsprozess wendete (genauso war es 1994 zur ARD-UFO-Show und anderen Gelegenheiten gewesen), obwohl ich bekannt bin wie ein "bunter Hund". (2) Naja, schlußendlich bin ich auch dafür bekannt kompetent die UFO-Stories ´kaputt´ zu machen. In Anbetracht meiner Ausführungen hier ist darüber hinaus die Frage zu stellen inwieweit die Ernsthaftigkeit des UFO-Themas nicht vorgestellt, sondern gar wieder einmal untergraben wurde. Bald schon kann man sich fragen, mit welch erschreckender Nachlässigkeit und ohne fundiertes Hintergrundwissen hier die "Argumente, Fakten und Quellen" zusammengenagelt wurden. Die Leichtgläubigkeit des Menschen erweist sich als schwieriges Problem zur richtigen Einordnung des UFO-Phänomens, da nur wenige Sachverständige fachlich korrekte Informationen besitzen. Was hier mal wieder gelaufen ist: Blinder "Visitenkarten"-Glauben ohne kritische Betrachtungsweise, scheinbar basierend auf dem eigenen Wunschdenken bzw der Leichtgläubigkeit der Verantwortlichen für diese Sendung, die die UFOs mal wieder in Watte packten.

(1) = Die ZDF-Sparte für Produktionen für den internationalen Markt.

(2) = Ende Mai 2005 kontaktierte mich ein Wissenschaftsredakteur eines in der Schweiz erscheinenden großen Nachrichtenmagazins und bat um ein Interview. Ich fragte ihn wie er ausgerechnet auf mich kam. Seine Antwort: "Da braucht man kaum 5 Minuten recherchieren und da kommt man automatisch an Sie."

Externe Links

http://www.cenap.alein.de/cenapnews
http://www.cenap.alein.de/onlinecr.htm

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