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16.05.2005


    
Geheime Projekte - Flugscheiben im 2.Weltkrieg

UFOs: Was die Bundeswehr verschweigt

Der Mai ist gekommen...

Gleich Anfang Mai 2005 fiel mir das Magazin2000plus-Sonderheft "UFOs und Kornkreise" (Spezial Nr.8, 8 Euro) am Kiosk wegen seinem Titelbild auf: Ein UFO-Invasionsszenario am wolkigen Himmel mit F-4, einer Weltkriegs-Jagdmaschine und einer "Reichsdeutschen Flugscheibe". Sensibilisiert durch meine kritische Beschäftigung in letzter Zeit mit den Hitler-Untertassen schaffte ich mir das Heft an.

Ein Karlo Siegmann hatte den etwas wirrigen Leitartikel "UFOs: Was die Bundeswehr verschweigt" geschrieben (zur Headline selbst erfährt man aber im 7-seitigen Artikel nichts; was auch?). Um was es dem mir unbekannten Schreiber geht ist mir nicht wirklich und schlüßig einsichtig geworden - abgesehen von der weiteren Popularisierung des deutschen Flugscheiben-Themas mittels selbst ungeprüfter vorgegebener Erzählungen (wobei er sich hauptsächlich bei dem inzwischen verstorbenen Heiner Gehring bedient). Der Herausgeberin war´s wohl egal, Hauptsache man konnte so noch einen Werbekasten für vorausgehende M2000plus-Hefte setzen, in welchen "mehr über Flugscheiben" berichtet wurde. Natürlich für all die, die "mehr wissen wollen". Der anhängende Argo-Verlag bietet dazu ja das Leselust-Programm mit Titel wie >Geheime Geschichte<, >Wahrheit ans Licht<, >Weltbilderschütterung<, >Schatten der Macht<, >Vertuscht<, >Das Gegenteil ist wahr< oder >Flugreisen durch Zeit und Raum< an um zu zeigen wer konspirativ die Welt wirklich beherrscht. M2000plus und das anhängende Verlagsprogrammbedienen das Publikum mit Beweisen für geheime Umtriebe und dem Geschehen hinter den Kulissen. All dieses Nischenverlags-Buchmaterial löse vorgeblich große Geheimnisse und verändere ob der "explosiven Inhalte" die Welt für die von der Leselust gepackten Konsumenten, die hauptsächlich den Zugang über das Magazin2000plus finden um "aufrüttelnde" Wahrheits-Informationen geboten zu bekommen. Und um damit festzustellen, das genau das Gegenteil wahr ist, wie es eigentlich wirklich ist. So kann man Esoterik, Paraphysik und UFOlogie natürlich auch anfüttern und Themen aufmachen, die die anomalistische Welt bewegen.

Da schaue ich auch mal rein und fand hauptsächlich aufgeblasene große Worte... Der mir unbekannte Autor Siegmann hatte "in den letzten Jahren zahlreiche Kontakte zu Luftwaffenangehörigen mehrer Jagdgeschwader". Naja, eigentlich liegen diese Kontakte "15 Jahre zurück". Und es waren eigentlich auch nur zwei. Einmal mit einem namentlich natürlich nicht genannten Triebwerksmechaniker, der die Zeichnung von einem Haunebu II sofort erkannte, um "Aussagen zu Flugscheiben im Dritten Reich" zu machen. Woher er die dabei herauskommenden Erkenntnisse hatte, dies wollte er aber nicht sagen. Der andere namenlose Soldat war mal Tornado-Pilot und Ausbilder auf der Maschine. Ein alter Hase, der bereits zig Stunden auf dem Starfighter geleistet hatte. Nun will jener mal während eines Routineflugs nahe der Area 51 fast abgestürzt sein, um dann sich doch noch dorthin durchzuschlagen. Hier erfuhr er, dass die Amerikaner Technik (beachte die Allgemeinhaltung des Begriffs) des Dritten Reichs hier weiterentwickelten. Naja, mehr konnte "er uns nicht erzählen, zumindest nichts, was wir ohnehin schon wussten". Auf einer Satellitenaufnahme zur Area 51 dagegen ist dieser Text eingebracht: "US-Piloten berichteten Bundeswehrangehörigen von der Weiterentwicklung deutscher Flugscheiben-Technologie [sic!] bis zur Serienreife in der Area 51." Hört sich mächtig an. Niemand will bestreiten das auch Bundeswehrangehörige mal was von Flugscheiben und/oder der Area 51 gehört haben. Aber damit verschweigt uns die Bundeswehr ja überhaupt nichts. Die nahe Nellis AFB ist ja ein großes US-Militär- wie NATO-Kampfpiloten-Übungsgebiet. Da wird es ne Menge Sagen geben, die auch ganz und gar vom Area 51-Mythos genährt sind. Insbesondere in den Hochzeit rund ums die Alien-Kneipe in Rachel, wo die Soldaten sicherlich gerne mal abhingen.

"Mit dem Erscheinen einiger Bücher sind vor Jahren reichsdeutsche Flugscheiben unter den Bezeichnungen Vril und Haunebu einer größeren Öffentlichkeit bekannt geworden... Richtig ist sicherlich, dass ein Teil der Literatur, in der über Flugscheiben des 3.Reiches geschrieben wird, aus der braunen Ecke kommt. Die ´Neue Rechte´ versucht mit allen Mitteln, auch mit Hilfe der neuen Medien und der UFOlogie, sich ins rechte Licht zu setzen...", lese ich da. Gleichsam aber zum Ende des Artikels hin ist er Autor eher ausweichend-schwammig: "Zu den bekannten Informationen über Flugscheiben im Dritten Reich gibt es eine Menge von Daten, Fakten und Bildern. Zugegebenermaßen ist das Thema jedoch heikel, denn eine Beschäftigung mit dem Nazi-Regime ist nicht opportun angesichts der jahrzehntelangen nationalen Distanzierung. Zu Recht muß jede Annäherung an das nihilistische Gedankengut zu dieser Zeit abgelehnt werden. Nur hat das nichts mit Technikgeschichte zu tun." Und genau dies ist für mich absolut verräterisch, oder einfach nur dumm. Weder gibt es "bekannte Fakten" (und nur massenhaft Gerüchte in Form von Behauptungen, fragwürdigen Bildern und Daten) noch ist es "heikel" für den echten Luftfahrthistoriker. Siegmann hat es davon, es sei "nicht opportun angesichts der jahrzehntelangen nationalen Distanzierung" über Nazi-Flugscheiben zu sprechen, doch was meint er damit, was sagt er damit aus? Was ist die "nationale Distanzierung" wirklich? Und (noch wichtiger!) was ist da mit dem genannten "nihilistisches Gedankengut" gemeint, wenn es es knallhart um den Nationalsozialismus und seine Menschenverachtung konkret geht? Mir kommt dies als Verharmlosung vor, und einer versteckt dahinter verborgenen Orientierung des Schreibers.

Konfus macht mich auch, wenn der Berichterstatter in der Kategorie "Geheime Projekte", unter der sein Beitrag läuft, es von der "Eindeutig des vorgelegten Materials" für die Flugscheiben hat und im selben Atemzug sich wundert warum "UFO-Forscher über die Glaubwürdigkeit von vorhandenen Zeitzeugen streiten"? Da dreht sich mir der Kopf, wenn ich dann noch wie eine Anklage lesen muss: "Gerüchte und unbestätigte Meldungen schüren das Interesse der UFOlogie" zum Thema und selbst "kompetente UFO-Forscher auf Desinformationen" diesbezüglich hereinfallen und einen Schaden anrichten, "die sie auch noch billigend in Kauf nehmen". Ich kenne keine kompetente UFO-Phänomen-Untersucher die auf die Nazi-Flugscheibe hereinfallen, aber ich kenne massenhaft verspielte Laien-Autoren die diesbezüglich Verrücktheiten in Umlauf bringen und damit Schaden anrichten. Ich glaube, da wird nun ein Schuh draus! Siegmann selbst meint ziemlich irritierend, "dass es mit der Nichtwahrnehmung und der nicht öffentlich geführten Diskussion eher darum geht, einen Mythos abzubauen". Damit widerspricht er sich einmal mehr sich selbst und disqualifiziert sich wieder. Behauptete er doch zuvor noch, das TV-Sendungen der BBC und der ARD sowie die "dazugehörige Literatur" (???) das Thema breit aufbereiteten! Dies ist einfach Unfug. Erst hat er davon, dass die Flugscheiben einer großen Öffentlichkeit bekannt wurden - und dann von einer "Nichtwahrnehmung" des Themas (obwohl dazu noch der BILD-Artikel vom 6.Dezember 2004 abgedruckt wird). Hier wird kein Mythos abgebaut, sondern auch durch den Artikel von Siegmann konkret GEFÖRDERT.

Schwirrt Ihnen nun der Kopf? Doch ich kann es Ihnen nicht ersparen, diesen Zustand aufgrund der Aussagen in dem Heft noch zu verschlimmern. So verwendet man zwei Bilder des "Fliegenden Pfannkuchen" und des Sack´s Rundflüglers. Der suggestive und irreführende Text dazu: "Deutsches Experimentalflugzeug und ein Flugzeug der amerikanischen Navy mit der Bezeichnung Chance-Vought Flying Flapjack. Welches der beiden Fluggeräte ist der Nachbau, und wer hat veranlasst, dass wir darüber nicht informiert sind?" Richtig ist, dass der US-Navy-Flapjack ein Experimentalflugzeug war, völlig unabhängig von den Experimenten des Herrn Arthur Sack in Old Germany. NIEMAND wurde deswegen "nicht informiert". Die Desinformation (= also wenn UFOlogen-Leser davon nichts wissen), liegt an Autoren wie Siegmann selbst. Schließlich könnten sie problemlos ihre Leser darüber informieren, weil es dazu keinerlei historischen Geheimn isse gibt! Und dabei hat es der Autor dann vom "größten Täuschungsmanöver der Menschheitsgeschichte". Und dies betreibt er dabei selbst mit! So zitiert er ellenlang unbestätigte Piloten-UFO-Berichte der deutschen Luftwaffe während des 2.Weltkriegs. (1) Oder erklärt: "Fest steht, dass seit 1945 in Bezug auf die Weltraumfahrt der größte Teil der Menschheit belogen wird. Es geht im Weltraum etwas vor, was uns als Aktivitäten Außerirdischer verkauft wird." Schnallen Sie sich nun fest: Die Flugscheiben sind keine esoterischen Wundergeräte, wird niedergeschrieben, "sondern zunächst einmal nichts anderes als Flugzeuge ohne Rumpf mit runden Flügeln. Relativ sicher belegt ist, dass es die Flugscheibe in Deutschland nicht gegeben hat." Kurzum trotzdem: "Neben der offiziellen Raumfahrt läuft unter dem Namen ´Operation Fullmoon´ ein gigantisches geheimes Raumfahrtprogramm mit Flugscheiben." Hervorgegangen aufgrund von Flugscheiben-Entwicklungen "in Prag, Pilsen, dem Jonastal, Peenemünde und anderen Orten" wo sie ab 1942 gebaut wurden. Ich kann es gut verstehen, wenn Sie nun erst einmal einen Enzian herausholen weil Sie selten einen so in sich widersprüchlichen Beitrag gelesen haben.

(1) = Lt. Siegmann gab es beim Oberkommando der deutschen Luftwaffe das Sonderbüro Nr.13 unter dem Codenamen "Operation Uranus". Das 13.Spezialbüro bestand aus Flugoffizieren, Flugingenieuren und wissenschaftlichen Beratern - voll abgekupfert vom Projekt Blaubuch der US-Luftwaffe. Sonderbüro 13 sei das "erste offizielle Organ" in Nazi-Deutschland gewesen, welches mit dem Sammeln der UFO-Beobachtungsberichte begonnen habe. Dies unter einem "Professor Georg Kamper", der die Dokumentation der Ereignisse "in Berichten, Fotografien und Filmen zusammenfasste". Darunter auch ein Fall am 12.Februar 1944 im Raketenversuchszentrum von Kummersdorf, wo beim Start einer V-2 "ein sphärisches Corps" mitgefilmt wurde, welches die Rakete umrundete. Hintergrund: Timothy Good hatte in seinem Buch »Above Top Secret« darüber berichtet - und war auf eine Erfindung heriengefallen, die der französische UFOloge Henry Durrant als Spaß in Umlauf gebracht hatte. Er gab den Schwindel in der französischen Zeitschrift ´Ovni-Présence´ Nr.28 vom Dezember 1983 zu und erklärte weiterhin in jedem seiner drei UFO-Bücher jeweils zwei solche Späße eingebracht zu haben, die er ganz ernsthaft aber vortrug.

Noch ein Schluck aus der Pulle gefällig? Kein Problem, wenn Sie starke Nerven haben. Der Schreiber erklärt pseudoskeptisch: "Wenn diese deutschen UFOs nicht existieren, wer hat die drei Dutzend vorhandenen Fotos dann wissentlich gefälscht? Warum wird ihre Echtheit nicht genauso akribisch untersucht wie all die anderen UFO-Fotos weltweit?" Genau das was er abfrägt hätte er ja selbst tun können, anstellte deswegen nachzufragen! Dies ist Punkt 1. Punkt 2 ist die Fragwürdigkeit der Quellen des Bild-Materials (welches hier im M2000plus-Sonderheft ja reichlich Verwendung findet und offensichtlich aus dem Internet stammt) - und die absolute Unsicherheit wo die Urquellen sind, weil dazu nichts bekannt ist. Dies ist jedem einsichtlich, der auch nur oberflächlich sich mit dem Thema beschäftigt. Das Bildmaterial über die Flugscheiben vagabundiert kunderbunt durch die Szene; Quellenangaben sind kaum auszumachen. Pures Rhetorik-Geschwätz also. Genauso wie ihm einfache Fakten zuwider sind, als er erklärt, dass "der deutsche Flieger Rudolf Lusar 1941 ein außergewöhnlich interessantes Buch geschrieben" habe um über die geheimen Waffen damals zu berichten. Hinten und Vorne stimmt also die ganze Geschichte nicht.

Mangel einer ´bottom linie´. Doch damit noch lange nicht genug. Ein ebenso unbekannter Luis de Ferringo schiebt den Artikel "Deutsche Flugscheiben vor 65 Jahren" für die Sparte "UFOs im 2.Weltkrieg" auf vier Seiten nach. Die Redaktionslinie in Sachen "Reichsdeutsche Flugscheiben" ist mir nicht ganz klar und es kommt mir so vor, als sei da eine Themenstrecke gestrickt worden mit all dem was man halt dazu vorliegen hat. De Ferringo hat es eigentlich von dem VRIL-Jenseitsflugzeug, welches "überhaupt nichts mit dem 3.Reich zu tun hatte" und aufgrund der "interkosmischen Schwingung" in einem "Dimensionskanalflug" ´flog´. "Ich konnte mich von der Echtheit überzeugen" orakelt er da, meint aber das es "Zeichnungen" davon gibt und er deswegen zur leichtfüssigen Folgerung kommt: "Tatsächlich muss es eine derartige hochtechnologische Entwicklung gegeben haben, wie von ehemaligen Mitarbeitern und auch von Augenzeugen berichtet wurde." Er ist sich nur nicht sicher, ob dies alles mit Hilfe von den "Plejadier" in Gang kam, die "den Deutschen geholfen haben". Die "theoretische Grundlage" der Jenseitsflugmaschine JFM "findet sich in den bereits umrissenen Jenseits-Diesseits-Kosmologien, also die Parakosmologie und Kosmologie mit ihrer uralten geistigen Basis". "Es besteht also ein universelles Vergangenheits-Gegenwarts-Energie- und Naturkonstantengefälle. Ohne dieses spezielle kosmisch-evolutionäre Gefälle könnte weder die ´Jenseitsflugmaschine´ noch ein ´Raum-Zeit-Flugschiff´ funktionieren, welches die ´Jenseitsmaschine´ im Kern der Sache darstellte. Also eine flugfähige Zeitmaschine.... Soviel in knappen Worten zum Funktionsprinzip der ´Jenseits-Flugmaschine´ und des späteren ´Vril-Triebwerks´." Alles klar aufgrund dieser Leerhülsen? Schließlich seien dies "streng-wissenschaftliche Definitionen" ob "uralter sumerisch-babylonischer Jenseits- und Diesseitslehren", der bereits genannten "Parakosmologoe und Kosmologie" der zufolge "unser diesseitiger Kosmos aus einem ´Jenseitsquant´ entstand".

Der Autor bedauert aber, "dass die Flugscheibenthematik von bestimmten ´Organisationen´ bzw auch von manch einem deutschen UFO-Buchautor absichtlich denuniziert oder aggressiv abgelehnt wird. Manch einer von denen betreibt sogar schon Rufmord, indem sie Forscher oder Autoren, die sich mit der Thematik befassen, in die ´braune Ecke´ treiben und als ´Nazis´ bezeichnen. Selbst ein großer deutscher, in der Szene als seriös geltender Verein für wissenschaftliche Forschung wird derzeit wieder von der Staatsanwaltschaft attackiert, weil er sich mit der Flugscheibenthematik während des 3.Reiches befasst." Punktgenaues wird leider nicht ausgesagt, es wird einmal mehr alles im Düsteren gelassen.

Wischiwaschi. Ein Alfred Mederer greift das Thema "Flugscheiben haben viele Namen..." in dieser Runde auf: "Wer immer solche Objekte des Anstoßes gesehen hat und darüber spricht, musste sich einiges gefallen lassen. Gäbe es noch die Inquisition, ein solches unbelehrbares Individuum wäre reif für das hochnotpeinliche Gericht." Wo es in seinem Beitrag eigentlich lang gehen soll ist mir schleierhaft geblieben, wenn man dies liest: "Denkbar wären Weiterentwicklungen der im Deutschen Reich vor dem 2.Weltkrieg begonnenen Projekte (1), von denen anfängliche Grundformen in Alliiertenhand gefallen und vornehmlich von den USA und der Sowjetunion übernommen worden sein könnten, was nach Auffassung vieler Informierter nicht geschehen ist." Ein Widerspruch in sich und ein Widerspruch zum Siegmann-Artikel. Hier passt ja gar nichts zusammen. Recht mag Mederer aber damit haben: "...nimmt es nicht wunder, wenn sich die UFO-Szene zwangsläufig oder beabsichtigt, gelegentlich auch zu einem Tummelplatz von Spinnern und Psychopathen anbietet." Nämlich genau wegen solchen Artikeln, die scheinbar vom Verlag nur eingespannt werden, um das Buchmaterial rundherum zu verkaufen. So ist hier auch gleich ein Werbekasten nachgeschaltet, um mit entsprechender Literatur die weitere Leselust an solchem Zeugs zu wecken.

(1) = Er meint die Foo-Fighters, die aber "keinen sichtbaren Schaden anrichteten... Vermutlich dienten die im Deutschen Reich als Telemeterscheiben bezeichneten Objekte Versuchen zur Störung von Flugzeugmotoren und/oder Radargeräten... Als in den fünfziger Jahren über den Vereinigten Staaten, über Gottes eigenem Lande, massenhaft Fliegende Untertassen (1.1.) am hellichten Tage das Volk zu sehen bekam, erkannten die Regierenden, dass die Tage ihrer Herrschaft gezählt sein könnten... Offenkundig ist mit der praktizierten Abwiegelung und Vertuschung der eigentlich spektakulären Vorgänge eine Höchstleistung der Propagandaarbeit geglückt..." Auch hier bleibt man hinsichtlich dem mit einem großen Fragezeichen zurück, was uns der Schreiber eigentlich damit sagen wollte.

(1.1.) = Gleich darauf als "geheimnisvolle Krautbälle" wieder bezeichnet, wobei die Foo Fighters von Mederer mit den Grünen Feuerbällen gleichgesetzt werden - was aber zwei Paar verschiedene phänomenologische Schuhe sind.

Niemand anderes als Guido Moosbrugger (Haus- und Hofberichterstatter von Plejaden-Kontaktler Eduard ´Billy´ Meier) überraschte mich nun mit dem Begleit-Artikel "Exotische Flugobjekte irdischer Herkunft" als Bewerbung für sein Buch >Flugreisen durch Zeit und Raum/Reale Zeitreisen<. In der Aufmacher-Illustrierung taucht sofort eine Haunebu-Scheibe in den Blickhorizont des ganz speziellen Leselustlers. "Was nicht allen Leuten bekannt sein dürfte, ist die Tatsache, dass neben den herkömmlichen Raumfahrzeugen auf der Erde auch Flugobjekte existieren, die man mit Fug und Recht als exotisch bezeichnen darf... schon während des Zweiten Weltkrieges waren völlig unbekannte, scheibenförmige Flugobjekte gesichtet worden. Dies führte damals zur Annahme, es könnte sich bei diesen Objekten sehr wahrscheinlich um eine der Geheimwaffen Adolf Hitlers handeln...", erfährt man hier zunächst als Einstieg. Ja, sie waren da, aber es waren Eingaben die Hitler-Ingenieure von den Plejadiern sowie deren Verbündeten aus dem Lyra-Wega-System in den dreißiger Jahren erhielten und deswegen imstande waren diese Flugscheiben zu bauen! Moosbrugger: "Zur Erreichung dieses Zieles übermittelten sie an verschiedene, speziell auserwählte Erdenmenschen diverse technische Einzelheiten auf impuls-telepathischem Wege. Von den Auserwählten erwiesen sich besonders deutsche Techniker als geeignet, wie z.B. die Forscher namens Schriever, Dr.Richard Miethe und andere."

Nach dem Krieg fielen dann den Besatzungsmächten "zahlreiche Konstruktionspläne der deutschen Flugscheiben" in die Hände, woraus sie dann eigene Flugscheiben konstruierten, die noch weiterentwickelter waren. Demzufolge "existieren heutzutage exotische, irdische Flugobjekte in größerer Anzahl in verschiedenen Ländern der Erde...". Zudem seien "verschiedene außerirdische Raumschiffe in mehreren Ländern der Erde - nicht nur in den USA - entweder notgelandet oder abgestürzt und unter scharfen Sicherheitsmaßnahmen in Gewahrsam genommen worden". Dabei barg man "selbstverständlich auch tote oder noch lebende Insassen... teilweise handelte es sich bei diesen nicht nur um Menschen, sondern auch um Roboter oder Androiden." Genau diese Objekte oder ihre Nachbauten würden nun in der Area 51 getestet weil die eigenen amerikanischen Flugscheiben natürlich noch nicht auch nur annähernd an "das Niveau der außerirdischen Raumfahrttechnologie" heranreichen. Damit wird die "Wissenslücke" hin zu Luis de Ferringo geschlossen, aber der Widerspruch zu Siegmann bleibt erhalten, der ja genau erfahren haben will, dass auf der Area 51 die rein-irdischen Flugscheiben geflogen werden und dies alles mit Alien-Raumschiffen überhaupt nichts zu tun hat wie uns nun Moosbrugger weismachen will.

Und ganz neu berichtet der Schreiber: "Schließlich sind noch die Flugobjekte der späteren Nachfahren ehemaliger außerirdischer Intelligenzen zu erwähnen, die sich heute noch an geheimen Plätzen auf der Erde aufhalten. Zum Beispiel die fernen Nachfahren der außerirdischen Hyperboräer, die mit ihren goldfarbenen Raumschiffen in Kugelform ab und zu gesehen werden können, wenn sie sich nicht gegen optische Ortung abschirmen."

Mir jedenfalls war die pure Leselust an der hier aufgedeckten "Geheimen Geschichte der Flugscheiben" schnell vergangen. Die gebotenen "Geistesfunken" waren mir zu schwächlich und oftmals zeigten die Widersprüche auf, das genau das Gegenteil wahr ist. Heiliger Spekulatius, dies war einmal mehr ein prächtiges Muster für ufologische Irreführung. Da möchte man fast schon den Titel eines Beitrags von Lars Fischinger im selben Heft als Schlußwort nehmen: Gestohlene Zeit - und dafür habe ich auch noch 8 Euro hingeblättert.


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