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08.04.2005


    
Rätsel im All

Kosmische Steinbrocken zerren an den "Pioneer"-Sonden

"Kosmische Steinbrocken zerren an den "Pioneer"-Sonden

Mexico City - Die beiden amerikanischen Raumsonden "Pioneer 10" und "11" verhalten sich nicht so, wie sie sollten: Irgendeine unbekannte Kraft scheint sie auf ihrem Flug an den Grenzen des Sonnensystems zu verlangsamen. Seit Jahren zerbrechen sich die Forscher den Kopf über mögliche Ursachen: Ist das Gravitationsgesetz falsch? Sehen wir den Einfluß der mysteriösen dunklen Materie? Falsch, sagt jetzt ein Team mexikanischer Astrophysiker: Es sind lediglich die Himmelskörper des Kuiper-Gürtels, die an den Raumsonden zerren.

"Es ist nicht nötig, die dunklen Kräfte des Universums zu bemühen", erklären Jose de Diego, Dario Nunez und Jesus Zavala von der Universidad Nacional Autonoma de México, "man sollte erst versuchen, das Phänomen mit ganz alltäglicher Physik zu erklären." Und diese alltägliche Physik bietet der Kuiper-Gürtel: Er ist eine Ansammlung von Millionen kleiner eisiger Himmelskörper, Überbleibsel aus der Frühzeit des Sonnensystems.

Bislang gingen die Astronomen davon aus, daß der Kuiper-Gürtel jenseits der Neptun-Bahn beginnt und sich von dort weit ins All hinaus erstreckt. Die Berechnungen von de Diego und seinen Kollegen zeigen nun, daß sich das seltsame Verhalten der "Pioneer"-Sonden erklären läßt, wenn der Kuiper-Gürtel bereits hinter der Bahn des Planeten Uranus beginnt und zehnmal massereicher ist als bislang angenommen.

Allerdings hätte ein solch massiver Kuiper-Gürtel weitere Folgen: Er würde auch die Bahn des Neptun beeinflussen. Der Planet würde pro Umlauf - also alle 165 Jahre - um 1,62 Kilometer näher an die Sonne heranrücken. Dieser Effekt ist damit aber so gering, daß er nicht im Widerspruch zu den Beobachtungen steht. wsa

Artikel erschienen am Mi, 6. April 2005"

QUELLE : http://www.welt.de/data/2005/04/06/...

Externe Links

http://www.welt.de/data/2005/04/06/630982.html

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