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23.03.2004


    
"Es ist schweinekalt auf dem Mars"

Gibt es noch anderes Leben im All?

"Es ist schweinekalt auf dem Mars"

so die Schlagzeile in der "Amberger Zeitung" vom 23.März 04.

>Gibt es noch anderes Leben im All? - Professor Dr. Harald Lesch über neue Forschungsergebnisse Regensburg. "Sind wir allein im Universum? - Oder gibt es noch anderes Leben im All?" Diesen Fragen stellte sich Professor Dr. Harald Lesch vom Institut für Astronomie und Astrophysik, Universität München. Im vollbesetzten Audimax in Regensburg eröffnete Lesch, aus der BR-Alpha-Fernsehreihe "Alpha Centauri" bekannt, in atemberaubender Redegeschwindigkeit interessante Einblicke in die Weiten des Alls. Bald bekannte er jedoch: "Die Wahrscheinlichkeit dafür, dass es auf einem anderen Planeten intelligentes Leben gibt, geht gegen null." "Wir sind da, weil die Sonne so heiß und das Universum so kalt ist", erklärte Lesch.

Doch sind wir allein im Universum oder gibt es irgendwo Außerirdische? Die Zahl der Sciencefiction-Filme übersteige die Zahl der UFO-Sichtungen. Talkshows mit "Entführten" zählten heute genauso zum täglichen Fernsehangebot wie die Obduktion eines abgestürzten Außerirdischen. Die unbekannten Wesen erfreuten sich ungeahnter Popularität. "70 Prozent der Amis glauben an Außerirdische", so Lesch, "davon glaubt ein Teil sogar, dass diese ihnen technisch überlegen sind." Scherzend fügte er hinzu: "Aber 90 Prozent der Außerirdischen glauben nicht an Amis." In der Astrophysik wird die Frage um die Fremdlinge immer lebendiger angesichts der Planeten, die um andere Sterne gefunden wurden. Die Astronomie kann zu diesem Thema einiges beitragen. Lesch diskutierte die astrophysikalischen Grundlagen zur Entstehung von Sternen und die sie umkreisenden Planeten. "Die Basis für alles sind die Naturgesetze", so Lesch. "Wir können als ethische Lebewesen nur existieren, weil es stabile Naturgesetze gibt, und nicht Chaos herrscht." Man forscht ständig, sucht nach Lebenszeichen. "Bei der Suche um Leben geht es nicht um Leben an sich, sondern um kommunikationsbereite Zivilisation", engte Lesch ein, "und wir beschränken uns auf die Milchstraße".

Cocconi und Morrison brachten das Thema zum ersten Mal zur Aussprache. Es wurde die "Green-Bank-Formel" zur mathematischen Beschreibung erstellt. Doch "die Mathematik ist zu nix zu gebrauchen und zu allem fähig", so Lesch über die Berechnungsversuche. 1960 befasste sich die SETI -Abschätzung damit, doch "die ist falsch", kommentierte Lesch trocken. "Mit Teleskopen wurde das Universum abgesucht, und man hat nix gefunden." Meldungen über angebliche Sichtungen seien unbegründet gewesen. "Die Suche nach Außerirdischen ist erfolglos geblieben." Und seitdem Küblböck und Bohlen da seien, habe man sowieso keine Meldungen über Außerirdische mehr erhalten, bedauerte Lesch lakonisch. Über die "grünen Marsmännchen", meinte Lesch, "es ist schweinekalt auf dem Mars, er hat keine Atmosphäre und kein Magnetfeld". Er hatte keine relevante Lage, um je Leben zu entwickeln. Außerdem sei kein Wasser auf dem Mars. Lesch betonte: "Wir haben heute nur die astrophysikalischen Bedingungen besprochen", - darüber hinaus gebe es ja noch die biologischen und klimatischen Bedingungen zu beachten. "Aber hinter den Staubwolken" ließ er den Träumern Hoffnung. "Es ist somit ein Glücksfall, dass es uns überhaupt gibt", resümierte Lesch.<

Quelle: http://www.zeitung.org/zeitung/5328...

Externe Links

http://www.zeitung.org/zeitung/532894-100,1,0.html

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