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06.01.2004


    
Besucher aus dem All waren unterwegs

Feuerbälle über Nordspanien

Tausende von Spaniern blickten gebannt in den Himmel. Ein Meteorit zerbarst über der Iberischen Halbinsel und übersäte den Abendhimmel mit "Feuerbällen". In Nordspanien stürzten nach Augenzeugenberichten Brocken des außerirdischen Gesteins auf die Erde. An der Mittelmeerküste im Osten des Landes lösten aufschlagende Teilchen kleinere Buschbrände aus. Menschen kamen nicht zu Schaden. Es entstanden auch keine größeren Sachschäden. Die Polizei suchte gestern mit Hubschraubern nach Brocken aus dem All. Das Himmelsphänomen konnte am Vorabend fast in der gesamten Nordhälfte der Iberischen Halbinsel beobachtet werden. In Nordportugal, Madrid und Valencia riefen Menschen in Notrufzentralen an. Einige glaubten, ein brennendes Flugzeug zu sehen, andere hatten rasende Sterne beobachtet.

Unter den Ersten, die den Meteoriten zu Gesicht bekamen, waren die Zuschauer im Fußballstadion von Santiago de Compostela im Nordwesten Spaniens. Sie richteten den Blick plötzlich vom Spielfeld in den Himmel. "Man sah einen roten Ball am Himmel. Er zog weißen Rauch hinter sich her", schilderte ein Augenzeuge. Unter den Zuschauern im Stadion war auch der Astronom José Angel Docobo. "Nach der Höhe und dem Neigungswinkel dürfte der Meteorit etwa 50 bis 100 Tonnen schwer gewesen sein", meinte der Wissenschaftler. Etwas weiter östlich - über der Provinz León - zerfiel der Himmelskörper beim Eintreten in die Erdatmosphäre in winzige Stückchen. "Es gab einen Knall wie bei einer Explosion", berichtete die Gastwirtin Elena Macho. Mehrere Augenzeugen sahen, wie "Feuerbälle" in ein Waldgebiet stürzten.

Dass Gesteinsbrocken aus dem All auf der Erde einschlagen, kommt häufig vor. Nach Expertenschätzungen erreichen pro Jahr über 19 000 Meteoriten mit einer Masse von über 100 Gramm die Erdoberfläche. Normalerweise nimmt dies niemand wahr, weil die nicht verglühten Brocken ins Meer oder auf unbewohntes Gebiet fallen. Höchstens 10 Meteoriten im Jahr werden gefunden.

Das Außergewöhnliche an dem Meteoriten in Spanien war, dass er vor Einbruch der Dämmerung bei Tageslicht beobachtet werden konnte. "So etwas sieht man nur ganz selten", berichtete der Astrophysiker José María Quintana. "Es ist nur eigenartig, dass keine der zahlreichen Beobachtungsstationen Alarm schlug." dpa, 05.01.2004   

Nachtrag WW: Entsprechende und recht beeindruckende Filmaufnahmen zeigten am Abend des 5.Januar 04 auch die TV-Nachrichtensendungen bei Sat und Pro7 zwischen 18:30 h und 20:15 h.


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