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22.07.2003


    
Versagen der Medien in Sachen Aufklärung

UFO-Angst in Griechenland...

...hieß es am Dienstag, den 22.Juli 2003, bezüglich einer dpa-Meldung im Mannheimer Morgen als Schlagzeile. Zum zweiten Mal innerhalb eines Monats hat ein leuchtendes unbekanntes Flugobjekt am Himmel über Nordgriechenland die Menschen in Angst versetzt. "Es kam vom Osten und erleuchtete die ganze Gegend", berichteten Einwohner des Dorfes Nevrokopi. Dutzende Anrufe gingen bei der Polizei ein. Bereits im Juni hatte ein ähnliches Objekt für Aufregung gesorgt. Wissenschaftlern zufolge handelt es sich entweder um einen Meteoriten oder um einen früheren Satelliten, der beim Eindringen in die Atmosphäre verglühte.

Nach einer anderen Zeitungsmeldung, die mir R.Gehardt zukommen ließ, gibt es ein paar zusätzliche Infos: Zunächst befindet sich das genannte Dorf nahe der griechisch-bulgarischen Grenze und das Ereignis war für das Fernsehen so bedeutsam, dass man darüber sofort berichtete und Zeugenaussagen ausgestrahlt wurden. Das Phänomen selbst ereignete sich in der betroffenen Region in der Nacht zum Montag.

Nun, man könnte diese Geschichte so zur Seite schieben. Vom Juni-Erstfall habe ich bereits im CENAP REPORT Nr.285 berichtet und auch eine Fotoaufnahme der Erscheinung vorgestellt. Eindeutig ist das Geschehen auf eine Feuerkugel zurückzuführen, also eine besonders große "Sternschnuppe". Wie inzwischen über Daniel Fischer´s Skyweek Nr.9-11/2003 bekannt wurde, gab es übrigens eine weitere helle Feuerkugel über den Niederlanden am 31.Mai 2003 gegen 20:46 h. Auch diese Boliden-Erscheinung sorgte für große Aufregung, erreichte aber niemals die "Welt". Aber dies nur nebenbei - auch wenn es interessant ist, dass diese Geschichte aus unserem direkten Nachbarland hier gar nicht bekannt wurde während das fernere Griechenland binnen einiger Wochen gleich zwei Mal wegen einer solchen Erscheinung in die Schlagzeilen gerät. Vielleicht hat es etwas mit den Sommerferien und Ferienzielen der Deutschen zu tun (?). Griechenland ist da ohne Zweifel attraktiver als Holland.

Doch etwas ganz anderes ist dabei weitaus wichtiger: Offenbar hat die öffentliche Aufklärung zum ersten Himmelsphänomen NICHT funktioniert und kam nicht an. DESWEGEN wurde bei einer gleichartigen Erscheinung nur ein paar Wochen darauf wieder die Bevölkerung ´wild´. Auch in Old Germany gab es derartige Fälle von großen Feuerball-Meteoriten über die Jahrzehnte hinweg immer wieder, aber jeder einzelene Fall liegt hier wirklich viele viele Jahre auseinander - und eigentlich erst beim 6.April 2002-Feuerball von Süddeutschland wurde sehr wirksam durch meine Unterstützung in den Medien erstmals in Fernsehen, Presse und Radio umfangreich in Wort und Bild dargestellt. Dies wird vielleicht Auswirkungen für den nächsten großer Feuerball-Bericht hierzulande haben, muss man aber auch erst mal abwarten. Aber eigentlich war die Aufklärung in diesem Fall sehr "tiefenwirksam", weil breitbandig angelegt und erstmals wirklich zufriedenstellend durchgeführt. Wie auch immer, eine ähnlich massiv gelagerte Aufklärung zu einem solchen Ereignis gab es zuvor nicht. Soll einfach mal festgehalten werden. Natürlich ist der Mensch vergesslich. Darum gibt es keine Garantie, das beim nächsten großen deutschen Feuerball-Vorkommnis in einigen Jahren (?) die Leute wieder in UFO-Schrecken verfallen.

Doch beim griechischen Doppelereignis sollte die "Halbwertzeit" der öffentlichen Erinnerung weitaus unproblematischer ausgefallen sein, wenn die Aufklärung aufgrund des Erstereignisses wirklich durchschlagend gewesen wäre. Es ist eine (unwirksame) Sache, in einer "Nachberichterstattung" kurz in ein oder zwei Sätzen zu schreiben, dass dieses oder jenes Himmelsphänomen dies oder das war. Da sich kaum jemand wirklich vorstellen kann, wie es im Einzelfall AUSSCHAUT geht dies schnell unter. Deswegen ist die Berichterstattung in Folge des süddeutschen Feuerballs vom 6.April 02 vorbildlich zu nennen, mal ganz jenseits meiner Beteiligung und eigenem Schulterklopfen. Dies muss man alles im Umfeld dessen sehen, wie bisher ursprüngliche UFO-Meldungen über die Öffentlichkeit erklärt wurden - meistens eben nur in einem trockenen Satz. Visuelle Phänomene sollte man auch anhand Bildern und Filmen darlegen. Und damit Aufklärung betreiben, mit ihrer Vorführung - seltsamer Weise tut man sich damit unnötig in der Medienwelt schwer. Wie oft habe ich über vielgedruckte dpa-Meldungen im Laufe der Jahre Miniaturheißluftballons als UFO-Verursacher aufmerksam gemacht? Doch nach wie vor werden jene Objekte als "UFOs" berichtet, natürlich auch weil sie nach wie vor herumfliegen. Doch nach wie vor fehlt es an einer visuellen Breitenaufklärung indem man ZEIGT, wie solch ein Ballon am Nachthimmel ausschaut und was er ist! Wie wichtig dies ist zeigt eigentlich jeder neuerliche Fehlalarm um einen solchen Körper, wenn ich versuche den Beobachtern klarzulegen, was sie aufgrund der von ihnen gemeldeten Phänomen-Parametern eigentlich ausgemacht haben - da gibt es nur Unverständnis, weil man sich selten ein Bild von solch einem Miniaturheißluftballon machen kann. Einfach auch weil man soetwas den Leuten in der Breite noch nicht erklärt hat. Dies gilt natürlich auch für alle anderen IFOs, die dann als falsch-bewertete UFOs eingestuft werden. Dies gilt für Deutschland genauso wie für alle anderen Länder der Welt.

Merkwürdiger Weise gab es noch nie in der "UFO-Fernseh-Historie" irgendwo auf den Globus eine Dokumentation in der die diversen IFOs ausführlich gewürdigt wurden um den Zuschauern darzulegen, um was es wirklich geht! Obwohl dies relativ einfach wäre. Kurzum: Die Medien sorgen laufend für neuen "Gesprächsstoff", weil sie selbst nicht imstande oder fähig sind ernsthafte und konsequente Aufklärung zu betreiben.


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