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22.11.2002


    
USA: Neue TV-Doku über Roswell kommt mit leeren Händen daher

Fernsehkritiker des "Seattle Post-Intelligencer" ist von der neuen amerikanischen Roswell-UFO-Dokumentation herb enttäuscht

Am heutigen Freitagabend läuft zur besten Fernsehzeit die Sci Fi-Channel-Sendung "The Roswell Crash: Starling New Evidence". Doch der Fernsehkritiker John Levesque vom "Seattle Post-Intelligencer" ist von dem ausgegebenen Pressematerial und der dazugehörigen Videokassette enttäuscht. Zuviel wurde versprochen, zu wenig wurde gehalten. Das Roswell-Thema ist einfach übermüdet und ausgelaugt. Was man der Dokumentation auch anmerkt. Sie ist nämlich erschreckend schlecht ausgefallen und Zeitverschwendung. Levesque nannte sie schlichtweg "eine Schande" und zehn Minuten sinnvollen Inhalts hat man hier künstlich auf zwei Stunden Spiellänge gestreckt. Mit echtem Journalismus hat die "Dokumentation" wenig am Hut und man verkauft das ganze wie früher auf dem Jahrmarkt Zaubertrank. Alles was hier an "Neuem" versprochen wurde ist längst bekannt und unendlich oft schon über die US-TV-Schirme geflimmert. Und die "große Überraschung" aufgrund einer archäologischen Untersuchung ist schlichtweg jene - dass es keine gibt. Vielversprechend dagegen eine Behauptung von Moderator Bryant Gumbel vor laufender Kamera, wonach angeblich "Teile und Artefakte des Roswell-Crashs sich in beuteln verpackt in einem Tressor der Roswell Wells Fargo Bank" befinden und man nun nur noch darauf warten müsse, bis man dieses Material zur Laboruntersuchung freigibt. Thats it. Von journalistischer Untersuchung und Recherche an diesem Punkt kein weiteres Wort, geschweige denn Handeln - Moderator Gumbel ist eindeutig unterfordert mit seinem Job und muss nur sein Gesicht in die Kamera halten, damit der Schau nach die Sendung wenigstens "seriös" wirkt. Dabei würde es doch hier gerade für den investigativen Journalismus interessant werden! Es ist offenbar schwierig für einen Fernsehsender mit dem Begriff "Fiction" im Sendernamen mit "Fakten" umzugehen... Es gilt nur zu hoffen, dass die Spielberg-Serie "Taken" wenigstens mit der "Fiction" zurechtkommt und Spielberg zu seiner alten Form wie mit dem Blockbuster-Film "Unheimliche Begegnung der dritten Art" findet. Als TV-Zuschauer kann man schon zufrieden sein, wenn "Taken" halbwegs an "Dark Skies" anschließen kann.

Schuster bleib bei Deinen Leisten. There´s no business like show business, like no business I know...


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