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23.10.2002


    
UFO-Datengeheimnisse und die amerikanische Freiheit zur Information

Ehemaliger Chief of Staff im Weißen Haus zu Clinton´s Präsidentschaft will mehr über UFOs wissen

John Podesta, ehemaliger White House Chief of Stff unter Präsident Clinton (von Oktober 1998 bis Januar 2001, heute ist er Lehrer an der Georgetown University und Umweltaktivist), ist ein neuer politischer Mitspieler im UFO-Poker. Sein aktuelles Bestreben ist der Zugang zu nach wie vor geheimen Regierungs-Akten in Sachen UFOs, ganz bestimmter UFOs sogar. Podesta ist Mitbegründer einer neuen Bürgerrechts-Bewegung namens "Coalition for Freedom of Information" (CFI) mit einem breiten Themengebiet. Bestimmte unidentifizierte Luftraum-Phänomene gehören auch dazu - doch die Mehrheit der dort anstehenden Themen hat mit UFOs nichts zu tun. Soweit die ersten Gerüchte, die in der zweiten Oktober-Woche umherschwirrten. Am 22.Oktober 02 berichtete dann sogar der große US-Nachrichtensender über die neue Entwicklung: "Clinton aide slams Pentagon´s UFO secrecy" hieß es hier in einem Beitrag von Richard Stenger. Hier wird extra klar gemacht, dass die neue Aktivität eines US-Politikers mit der Begründung der Lobbygruppe CFI nichts mit den ufologischen Alien-Vorstellungen zu tun hat, sondern man nur ganz bestimmte Vorfälle näher untersuchen wolle. Als Beispiel wurde hier der Kecksburg-Zwischenfall in Pennsylvania vom 5.Dezember 1965 genannt, als an jenem späten Nachmittag ein gewaltiger Feuerball über den Himmel schoß und schließlich bei der genannten Stadt nierging. In Folge dessen rückte militärisches Personal an, welches das Gebiet absperrte und mit einem Niederflour-Lastwagen etwas abtransportiere, welches von einer Plane verhüllt wurde. In diesen Einsatz war das so genannte Projekt Moon Dust und die Operation Blue Fly verwickelt - über deren Aktivitäten das Pentagon Stillschweigen bewahrt. Und genau dies ist es was Podesta besonders interessiert: die Bergung von aufgefundenen Objekten unbekannter Herkunft, die vom Himmel stürzten. Mittels FOIA-Anfragen hatten früher schon UFO-Forscher versucht mehr über Moon Dust-Einsätze und Blue Fly-Operationen zu erfahren. Dies ist nicht neu. Aufgrund nationaler Sicherheitsbedingungen hält man gerne Informationen bedeckt, die diesen Themenbereich betreffen.

Als Portal in die Welt wählte nun Mr.Podesta mit seiner Coalition for Freedom of Information ausgerechnet den Sci-Fi-Channel in der Hoffnung (mehr kann dies aber auch nicht sein), den "wissenschaftlichen Kicherfaktor im Land in Sachen UFOs zu reduzieren". Ich denke aber, dass die Partnerschaft mit z.B. einer Zeitschrift wie "Nature" sicherlich der Sache dienlicher wäre als ein SF-Filmsender, der offenkundig die Sache aufgriff um die Spielberg-Miniserie "Taken" weiter zu promoten und spektakuläre Schlagzeilen sucht. Der Sci-Fi-Channel sponsert so am 8.November 2002 an der George Washington University in Washington ein Symposium "zur Untersuchung des Potenzials interstellarer Reise und dem Beweis für unidentifizierte Luftraum-Phänomene" mit (natürlich) Leuten wie den UFO-Gläubigen Richard Henry, Peter Sturrock und John Callahan aus der Greer´schen CSETI-Truppen-Bewegung des "Disclosure Project". Das Ganze erinnert auch irgendwie an die UN-"internationale Petition" die UFOlogen Anfang des Jahres starteten (und die mangels ufologischem Gemeinde-Interesse scheiderte).

Darüber hinaus ist das angebliche "Geheimnis von Kecksburg" längst schon keines mehr, wie wir schon im CENAP REPORT Nr.171 berichteten. Das geborgene Objekt war ein russischer Satelliten-Reentry. Die Bergung ausländischer Raumflugkörper ist die Aufgabe von Projekt Moon Dust und der Operation Blue Fly. Mehr hierzu Mitte November im CENAP REPORT. Ich will natürlich nicht annehmen, dass der Herr Podesta den CENAP REPORT liest und als UFO-Forscher bereits in der Vergangenheit unterwegs war, aber dennoch, wenn er sich auch mal in Amerika besser zu seinem neuen Thema umgeschaut hätte, wüsste er längst, dass die ganze Nummer die er da betreiben will "kalter Kaffee" ist. Daher mein "evergreen"-Ratschlag: Erst informieren, dann blöcken. Dumm dabei ist, dass wenn man informiert ist, keinen Grund zum Blöcken mehr hat.

CFI ist im I-Net erfassbar unter http://www.freedomofinfo.org

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