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27.09.2002


    
UFO-Arbeitstagung Cröffelbach auf dem Agentur-Ticker

... Von der fliegenden Untertasse zum Kugelblitz

Kritische Ufo-Forscher treffen sich bei Schwäbisch Hall: Stuttgart (rpo). Die Assoziation Ufo und Spinner drängt sich in vielen Fällen auf, muss aber nicht zwangsläufig sein. Am Wochenende treffen sich die kritischen Ufo-Forscher Deutschlands in Cröffelbach zu einer äußerst seriösen Tagung. "Die Assoziation Ufo und Spinner drängt sich immer auf", bedauert Rudolf Henke, der das Treffen organisiert.

Tatsächlich seien viele Ufo-Forscher, viele Veranstaltungen und Vereinigungen unseriös, sagt der 48-jährige Biologe. Was er selbst und seine Kollegen bezwecken, hört sich denn auch anders an als die gängige Vorstellung von jemandem, der sich mit unidentifizierten Flugobjekten auseinandersetzt. Die kritischen Ufo-Forscher gehen Meldungen von Ufo-Sichtungen nach, und in bis zu 95 Prozent aller Fälle finden sie auch eine rationale Erklärung für die vermeintlich außerirdische Erscheinung.

"Es ist kein Geheimnis und auch nichts Unnatürliches, dass Menschen Dinge sehen, die sie nicht zuordnen können", erklärt Edgar Wunder von der Gesellschaft für Anomalistik in Sandhausen. Derzeit führen Lichtkreise von Laserstrahlen, die am nächtlichen wolkenverhangenen Himmel auf Discotheken hinweisen, die Ufo-Hitliste an. Auch kleine Modellheißluftballons, die des Nächtens orange strahlend durch die Luft schweben, werden als Ufo gemeldet. Sie wirken gespenstisch, und wer sie nicht kennt und noch nie gesehen hat, kann mit Fug und Recht behaupten, ein unidentifiziertes fliegendes Objekt beobachtet zu haben.

Mit detektivischem Ehrgeiz spüren die kritischen Ufo-Forscher die Ursachen auf. Interessant ist für sie außerdem, welche Menschen solche Beobachtungen machen, ob und an wen sie ihr Erlebnis weitergeben und wie in der Presse damit umgegangen wird.

So referiert am Wochenende in Cröffelbach ein Psychologe über typische Muster der Medienberichterstattung zu Ufos. Ein Sprachwissenschaftler spricht zum Thema "Gewissensbehauptungen in der Ufologie". Ein weiterer Vortrag hat den Umgang von Kindern und Jugendlichen mit dem Thema Ufos und Außerirdische zum Inhalt, Rudolf Henkes eigener Beitrag handelt vom Phänomen Kugelblitz.

Erste Sichdung immer noch nicht geklärt

Manche der "aktiven Untersucher von Ufo-Meldungen", wie sie sich selbst bezeichnen, beschäftigen sich seit gut einem Vierteljahrhundert mit der Materie, sagt Henke. Je länger man dabei ist, desto weniger überraschen einen die Ursachen für Sichtungen.

Was der erste Ufo-Sichter der Welt Anno 1947 erblickt hat, bleibt übrigens bis heute umstritten. Zahlreiche Veröffentlichungen haben sich mit den Erzählungen des Hobbypiloten Kenneth Arnold über eine Formation von silberglänzenden Scheiben am Himmel über dem US-Bundesstaat Washington beschäftigt. Damals wurde der Begriff "fliegende Untertasse" erfunden. Arnold beschrieb die Bewegung der Scheiben, als wenn man Untertassen einem flachen Stein gleich über das Wasser flitzen ließe. Das Ufo war geboren.

Heute lassen sich die Menschen in drei Ufo-Gruppen einteilen: Spötter, die grundsätzlich alles Ufohafte als Humbug abtun; Kritiker, die versuchen, rationale Erklärungen zu finden, und Esoteriker, die an Außerirdische als Heilsbringer glauben und auf Raumschiffe warten, die sie von der Erde retten. Allerdings hat die Anziehungskraft der Esoterik-Theorien in den vergangenen zehn Jahren an Bedeutung verloren wie esoterische Themen insgesamt, erklärt Edgar Wunder. Als kritischer Ufo-Forscher stehe man immer zwischen den Fronten, fügt er hinzu. Von den einen verspottet, von den anderen verachtet, weil man ihre Illusionen zerstört.

Dabei gibt es für viele der kritischen Forscher wohl kaum etwas Befriedigenderes, als auf den Grund der Erscheinung zu stoßen. Rudolf Henke zweifelte am eigenen Verstand, als er vor einiger Zeit abends im Auto saß und ein merkwürdiges, weil L-förmiges Licht zwischen den Wolken hervorschimmern sah. "Wenn die Wolken sich nicht verzogen und freie Sicht auf den Mond gewährt hätten, den sie vorher so seltsam verdeckt haben, wüsste ich bis heute nicht, was das nun gewesen sein soll."

Quelle: http://www.rp-online.de/news/wissen...

Externe Links

http://www.rp-online.de/news/wissenschaft/weltraum/2002-0927/ufo_forscher.html

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