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24.06.2002


    
Kaum ist die britische WM-Mannschaft glücklos heimgekehrt heißt es:

Schottisches Örtchen Bonnybridge ist "Welt-Ufo-Hauptstadt"

Gerade kehrte die englische Fußballer-Riege glücklos ausgeschieden in der Fussball-Weltmeisterschaft aus dem fernen Asien nach Hause zurück, wird sie damit begrüßt, dass wenigstens das Königreich im fantastischen Sektor "weltmeisterlich" sein soll. Seit einigen Jahren wird das Städtchen Bonnybridge von englischen UFO-Freunden das Fantastischen als Brennpunkt von UFO-Erfahrungen hochgelobt, genauso wie norwegische UFO-Fans ihr Hessdalen hochjubeln oder die Amerikaner sogar untereinander in einen Attraktions-Wettbewerb um ihre "UFO-Hauptstadt" richtiggehend die "amerikanische Art" ausloben: Roswell, Gulf Breeze, Elmwood, Brown Mountains oder Marfa. Und überall liegt das Kernproblem zu Grunde: Wohl auch deswegen, weil die dort aus Schottland aufkommenden UFO-Begegnungsdarstellungen von Anfang an NICHT von sacherfahrenen und somit in der Feld-Forschung trainierten UFO-Phänomen-Untersuchern aufgegriffen und qualifiziert sowie kompetent behandelt worden sind. Die Ereignisse konnten auch deswegen so "außer Kontrolle" geraten und wurden unübersichtlich, weil Freunde aus dem UFO-Fandom die Promotion-Trommel schlugen, sodass schier jeder am Himmel dahinfliegende Ballon zum "UFO" deklariert werden konnte. Doch wir Deutsche brauchen uns nicht zu grämen, schließlich hatten wir in den 70ern auch eine Art "UFO-Hauptstadt": Breitenheim, bei Koblenz in der Eifel. Beispiel:

"Ob Sie´s glauben oder nicht: Fliegende Untertassen gibt´s - jedenfalls in den Köpfen phantasievoller Zeitgenossen. Ein Steuerexperte aus der Eifel behauptet steif und Fest: Ich zähle täglich meine UFOs." So die TV-Zeitschrift Hör Zu (damals die ungekrönte Marktführerin mit Millionenauflage) in einem Leitartikel ihrer Ausgabe vom 12.Mai 1973 in Bezugnahme auf der ersten deutschen TV-Ausstrahlung des SF-Klassikers "Das Ding aus einer anderen Welt". Mindestens vier bis fünf UFOs sah Wörner inzwischen pro Nacht und er hat telepathischen Kontakt mit ihnen - aber Beweise hatte er bis zu dem Zeitpunkt eigentlich noch nicht, abgesehen "von stundenlangen Berichten, die jedem Romanschreiber zur Ehre gereichten". Dennoch hat er an den Kreml und nach Washington geschrieben, um die Welt-Mächte als "UFO-Bekämpfer" für sich zu gewinnen. Im nächsten Moment schon schimpft er über die UFO-Gesellschaft in Wiesbaden, in der er üble Konkurrenz wittert: "Die phantasieren mir zuviel herum." Nur seine Geschichten seien alle wahr und beruhen alle auf tatsächliche Begebenheiten, weswegen er inzwischen viele Jugendliche auf seine Seite zog und zum Beispiel einen Schüler aus Köln gewann, um mit ihm zu beobachten, genauso wie den Konditorlehrling D.Knorr und den Maschinenschlosser H.Gerards in Mönchengladbach. Wörner fand sogar in der Gemeinde Breitenheim (bei Bad Kreuznach) einen UFO-Hotspot, eine Örtlichkeit wo nächtlings von ihm und seinen Freunden immer wieder UFOs gesehen werden: "Mich würde es gar nicht wundern, wenn im Oktober in der Nähe von Breitenheim ein bemanntes außerirdisches Flugobjekt landen und die Jugend zu einem mehrstündigen Ausflug ins All einladen würde!" Ein Bürger aus Breitenheim indessen hatte eine ganz einfache Erklärung für die dort so oft von Wörner gesehenen UFOs: "In der Nähe gibt es mehrere Militärflugplätze, die stark frequentiert sind. Und bekanntlich leuchten beim Landeanflug die Positionslampen auf. Da liegt es doch auf der Hand, was von den UFO-Beobachtungen zu halten ist."

Unter diesem Blickwinkel dürfen Sie gerne auch die aktuelle Agenturmeldung betrachten:

»London (dpa, 23.Juni 2002) - Neben dem Ungeheuer vom Loch Ness hat Schottland nun eine neue Touristen-Attraktion: Das Örtchen Bonnybridge nordöstlich von Glasgow ist aus einem internationalen Vergleich als "Ufo-Hauptstadt der Welt" hervorgegangen. Nach einem Bericht der britischen Sonntagszeitung "The Observer" werden nirgendwo sonst so viele unbekannte Flugobjekte gesichtet wie dort. Überhaupt haben Ufos demnach eine Schwäche für Schottland: 300 "fliegende Untertassen" werden in dem Land von Whisky und Dudelsack jährlich gemeldet - vier Mal so viele wie in Frankreich und Italien, die auf der Liste der beliebtesten "Anflugsziele" den zweiten und dritten Platz belegen. Graham Birdsall, Chefredakteur der Fachzeitschrift "UFO Magazine", erläuterte, die Besucher aus dem Weltraum würden vor allem von abgelegenen Gebieten angezogen. Außerdem verfüge Schottland über zahlreiche Flugplätze [sic!]. "Eine (andere) Theorie sagt, dass die Region Bonnybridge ein Fenster zu einer anderen Dimension ist." Bei den Sichtungen handele es sich keineswegs nur um seltsame Himmelserscheinungen. Einige Personen seien sogar schon von Ufos attackiert worden, erklärt Birdsall. Skeptiker verweisen dagegen auf Parallellen der Ufo-Berichte zum Ungeheuer vom Loch Ness: In beiden Fällen würden Touristen angelockt, ohne dass die als sparsam bekannten Schotten auch nur einen Penny für den Unterhalt dieser Attraktionen ausgeben müssten.«

Auf der Arbeitstagung der deutschen UFO-Forscher 2001 wurde "das beste Videomaterial" gezeigt, welches aus Schottland in Sachen der dortigen UFOs vorliegt - in der Summe war die Enttäuschung der Teilnehmer über diese "UFO-Beweisvideos" genauso groß wie die der britischen Fussball-Mannschaft die gerade aus Südkorea nach Hause heimkehrte.


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