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04.06.2002


    
UFO-Fieber in Old Germany

dpa-Meldung erbringt neue UFO-Meldungen - Doch es sind alles IFOs

Nachdem am Montag viele deutsche Zeitungen die Meldung "Glimmende Fackeln" am Himmel sind Planeten Venus und Jupiter Mannheim abdruckten, haben viele Menschen recherchiert (meistens über die Telefonauskunft), um mich zu erreichen - da auch sie Erscheinungen oder Phänomene beobachteten, für die sie eine Erklärung suchen. In allen Fällen sind die auslösenden Stimuli relativ schlicht und banal, wenn man um sie weiß. Sicherlich wäre es einmal an der Zeit, wenn das Fernsehen sich an das Thema ´wagt´ und die gängigsten UFO-Erzeuger im Film vorstellt. Daran mangelt es seit Jahrzehnten. Hier die Meldeeingänge, so wie sie reinkamen:

Zunächst ging eine eMail von Herrn Ralf B. aus Stuhr ein. Dieser war am Sonnabend-Morgen des 1.6.02 gegen 0:30 h mit dem PKW nach Hause zurückgekehrt und sah dabei zwei große, etwa wie eine Glühbirne, "rötlich-orangene Leuchtkugeln" aus Westen Richtung Osten und ca.30-40º kommen. Die beiden flogen zunächst ungefähr parallel dahin, später trieben sie etwas auseinander. "Die beiden Leuchtkugeln hatten eine vielfache Leuchtintensität der Venus und einen klar erkennbaren Umfang...aber ihre Leuchtintensität schwankte, aber auch wenn sie immer sehr stark war. Sie bewegten sich langsam fort, Geräusche waren nicht zu hören. Die Sichtungsdauer mag bis zu 5 Minuten betragen haben. Der Beobachter riß seine Frau aus dem Schlaf und machte die beiden Kinder (Sohn, 19, und Tochter, 25) darauf aufmerksam, die das Verschwinden mitbeobachten konnten. Die Witterungslage: Atmosphäre stabil, kühl, kein Wind, sternklarer Himmel. Zeuge rief am nächsten Tag beim Polizeirevier in Weyhe und bei der Bremer Flugleitstelle an, um zu hören, ob ähnliche Beobachtungen gemacht worden sind - doch bei beiden Stellen waren keine weiteren Berichte eingegangen. Herr B. machte sich die ganze Nacht über weitere Gedanken ob der Erscheinung, kam aber zu keiner Folgerung. Am Abend des 4.Juni interviewte ich ihn telefonisch und alle Parameter der Beobachtung gehen einmal wieder auf den relativ in der Öffentlichkeit unbekannten Miniatur-Heißluftballon, z.B. vertrieben von der Firma Schorr-Flugbedarf in Staffelstein, auf.

Die 83-jährige Frau L.wohnte in einem Dorf nahe Böblingen, nachdem ihre Zeitung über die Venus & Jupiter-Irritation berichtete, bat sie dort darum, meine Telefonnummer ausfindig zu machen. "Vor einigen Jahren musste ich mal wieder gegen 4 h morgens zum Klo raus. Als ich auf dem Rückweg an meinen Panorama-Fenster im Wohnzimmer vorbeiging, sah ich etwas ´Mystisches´ am südlichen Himmel hinter und leicht über den gegenüberliegenden Häusern. Mir war dies völlig Unheimlich", berichtete sie. Leider konnte sie weder Jahr noch Jahreszeit noch irgendwie festmachen, aber die Lichterscheinung als solche ist ihr lebhaft in Erinnerung geblieben, weil sie soetwas "ein leblang" noch nie gesehen hatte. Und was war nun die mystische Lichterscheinung gewesen? Für etwa 10 Minuten sah sie einen "fahl-rötlichen halben Lichtkreis" quer über den Horizont, der waberte und flimmerte - intensiver im Kern, nach außen hin immer schwächer werdend. Durchsetzt gelegentlich von grünen, gelben und weißen "Strahlenbahnen", die sich aber unscharf zeigten und recht schnell wieder verglommen. "Irgendwie sah dies aus wie ein ein wallender Teppich am Himmel, der plötzlich in sich zusammenfiel und nurmehr schwarzen Himmel zurückließ", berichtete die Dame. In den nächsten Tagen sprach sie mit den Nachbarn, Freunden und Famlienangehörigen darüber, aber niemand wusste dazu etwas zu sagen, geschweige denn als dass jemand dies ebenso gesehen hatte. Für mich hörte sich dies sofort wie ein Polarlicht-Phänomen an und fragte nach, ob die alte Dame soetwas schon einmal gesehen hatte - leider nein. Aber die Darstellung ist dafür typisch.

Herr N. fuhr als ehemaliger Schriftsetzer der Zeitung "Hannoversche Allgemeine Zeitung" in der Nacht des 1.Juni auf der Autobahn von Walsrode nach Großburgwedel (b.Hannover) von einem Freundenbesuch nach Hause. Dabei hatte er 30 Minuten lang "vor mir über der Autobahn zwei helle Objekte" ausgemacht, die niedrig am Horizont erschienen und mal, entsprechend der Strassenführung, mal "direkt vor mir quer über die Winschutzscheibe und dann mal im Seitenfenster zu sehen waren, aber immer vor mir herflogen - total gelblich-weißglühend". Einmal hielt er ob seiner Verwunderung auf dem Seitenstreifen an, "und die beiden Lichtkugeln verharrten ebenso sofort. Dies ist doch verrückt." Dann stieg der Mann ein und fuhr weiter, immer noch die beiden Objekte im Auge behaltend. Bis er sein Ziel erreicht hatte, waren die beiden "eine halbe Armspange voneinander entfernten Leuchten", am westlichen Horizont "abgetaucht". Er verbrachte eine schlaflose Nacht deswegen, weil die Observation so eindrücklich war. Noch in der Nacht rief er aufgeschreckt Freunde, Bekannte und Leute aus der Familie an, weil ihm die Beobachtung keine Ruhe ließ. Niemand konnte ihm sagen, was er da ausgemacht hatte. Als er dann im Radio während des Montags von meiner Erklärung des Ereignisses hörte, versuchte er schlußendlich erfolgreich mich ausfindig zu machen. Wir sprachen nochmals über die Observation und der Mann war froh, "nun endlich zu wissen, was da los war" - eben Venus & Jupiter am Himmel.

Aus Reinsdorf bei Zwickau meldete sich Herr Kurt K., Lebensmittelfahrer bei "Penny". Jener hatte im Sommer 2001 Freunde zu einer Grill-Party im nahen Ortmannsdorf besucht. Es war irgendeine Samstagnacht, "irgendwann vor 24 h". Die Stimmung war gut und man hatte bereits ein paar gekühlte 5-Liter-Dosen Bier konsumiert. "Aber ich war nicht total zu, wenn auch sicherlich nicht mehr fahrtüchtig, weswegen ich auch über Nacht bei den Freunden blieb und erst am Vormittag zurückfuhr", gab der Berichterstatter ehrlich zu. "Glauben Sie mir, ich war nüchtern genug, um mir keine Fantasien zu halluzinieren, aber wir alle sahen doch dies: Plötzlich rief jemand: ´Da ist ein UFO, schaut doch mal hin!´. Und da schwebte ein vielleicht halbmondgroßer eiförmiger Leuchtgegenstand mit orange-roter Lichtaustrahlung um sich herum herbei", berichtete der Mann. Untenrum war irgendwie soetwas wie "ein Brennen" zu sehen. Dann stand das Gebilde 20 oder 30 Sekunden lang still am Himmel, "unten fiel ein brennender Gegenstand senkrecht herab", um schließlich hoch in den Himmel zu entschwinden - dabei immer kleiner werden. Die ganze Schau dauerte etwa 5 Minuten an und war völlig geräuschlos. Die Observation verfolgte ihn zwar nicht direkt, aber immer wieder denkt er mal daran, "weil soetwas doch zu Ungeheurerlich ist". Nachdem er nun erstmals von CENAP erfuhr und dass wir außergewöhnliche Himmelsphänomene untersuchen, setzte er sich ans Telefon um die zentrale Meldestelle zu ermitteln. Meine anhand der Beobachtungs-Parameter geäußerte Vermutung Miniatur-Heißluftballon (MHB) verblüffte den Herrn, sodass ich empfahl selbst mal so einen MHB für die nächste Party bei Schorr zu ordern: 09573/969012. (Ich habe selbst nix davon und bekomme keine Prozente etc.)


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