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14.02.2002


    
Geheimbasis Area 51: Es gibt sie schwarz auf weiß

Ralf Härtel aus Mittweida fand die Beweise in vergessenen Regierungsdokumenten - Die Station ist keine Erfindung von Ufo-Fanatikern - Tote Kühe und Tempo-Tests

Von Mario Ulbrich (in der Freien Presse, 12.2.202)

Mittweida. Es ist das geheimste Testgelände der US-Luftwaffe: Area 51, weit draußen in der Wüste Nevada, der verborgenste Teil eines militärischen Sperrgebiets, das seinerseits so groß ist wie die Schweiz. Betreten ver- boten, Fotografieren verboten, Überfliegen verboten. Nur Spekulieren ist erlaubt. Versteckt die US-Regierung in Area 51 ein Ufo? Alien-Leichen? Oder „nur“ geheime Technologie?

Das Pentagon streitet ab, dass es den Begriff „Area 51“ gibt: Der Name sei eine Erfindung von Verschwörungstheoretikern. Ralf Härtel weiß es besser. Dem Hobbyforscher aus Altmittweida ist es gelungen, die Existenz der Geheimbasis anhand amtlicher Regierungsdokumente aus den USA nachzuweisen. Akten, die das Militär offenbar vergessen hatte ...

Nördlich des Spielerparadieses Las Vegas befinden sich etliche militärische Einrichtungen. Sie alle sind auf Landkarten zu finden. Area 51 fehlt. Keinerlei Eintragung am Trockensee Groom Lake, wo die Geheimbasis versteckt sein soll. Dass es dort Gebäude gibt, ist jedoch ein offenes Geheimnis. Ufo-Forscher haben sich angeschlichen und die Anlage fotografiert; sogar Satellitenaufnahmen existieren, deren Echtheit vom Pentagon zähneknirschend bestätigt worden ist.

Im Jahre 1998 veröffentlichte die CIA einen Bericht, über die Entwicklung des Höhenaufklärers U-2. Diese Flugzeuge wurden zwischen 1954 und 1974 wiederholt über dem Groom Lake getestet, ehe sie aus extremer Höhe Fotos von sowjetischen Militär- objekten schossen. In Fachartikeln ist das längst nachzulesen. Trotzdem wurden im CIA-Bericht alle Stellen, die den Ort der Tests benannten, geschwärzt. „Die Existenz dieser Basis wird vom Militär auch heute noch bestritten“, sagt Ralf Härtel. „Wozu?“

Sein Ehrgeiz war es, einen Beweis zu finden.

„Irgendetwas amtliches mit ,Area 51’ darauf.“ Seit 1996 hat Härtel Hunderte Briefe und E-Mails an US-Behörden geschrieben. Er hat mit Beamten korrespondiert, ehemalige Wachleute mit Fragen gelöchert, Unterlagen aus Archiven angefordert. Heute besitzt der Mittweidaer 200 Dokumente, von denen die meisten noch nie zuvor in Enthüllungs-Büchern über die Area 51 benutzt worden sind. Die Recherche war mühsam. Härtel: „Nur 20 Blätter enthalten ewas von Interesse.“ Aber: Es sind auch einige Volltreffer dabei.

Härtels Fundgrube war die US-Atomenergiebehörde, die Anfang der 50er Jahre Besitzerin des geheimen Geländes war, ehe dieses vom Militär übernommen worden ist. Damals wurden hier Atombomben getestet. Härtel fand einen Bericht über die Entdeckung von sieben toten Kühen. Als Fundort wurde „Area 51“ angegeben. Der Name ist also keine Erfindung von Ufologen; er existiert seit langem. Roxanne Dey vom Büro für Öffentlichkeitsarbeit der Atombehörde in Las Vegas, bestätigte, dass „Area 51“ die Bezeichnung für ein bestimmtes Gebiet innerhalb eines riesigen Testgeländes sei. Beim US-Geologenstab existiert ein Fotoindex. Härtel: „Dort ist die Area 51 neben dem Groom Lake eingezeichnet.“

Das unscheinbarste Dokument ist das brisanteste: Es handelt sich um das Protokoll einer Geschwindig-keitsmessung. Dabei wurde ermittelt, wie lange ein Fahrzeug von der Papoose Lake Station 2 bis zur Station 3 oder 4 benötigt. Die Stationen am Papoose Lake sind diejenigen, welche angeblich Leichen von Außerirdischen enthalten, deren Ufo 1947 über Roswell abgestürzt sein soll. Die Existenz einer Einrichtung an diesem See wurde vom US-Militär bislang noch vehementer als das Vorhandensein der Area 51 bestritten.

Also doch Außerirdische? Der 22-jährige, der in Leipzig eine Medienausbildung absolviert, ist kein Ufo-Fanatiker. „Ich habe lediglich nachgewiesen, dass die US-Regierung von der Existenz der Area 51 weiß. Was sie dort tun, ist eine andere Frage.“ Aber Härtel erinnert sich auch an die Worte, die amerikanische Präsident Ronald Reagan Mitte der 80er Jahre vor der UNO sagte: „Ich denke manchmal, dass unsere Meinungsverschiedenheiten bedeutungslos wären, wenn eine fremde Macht die Erde bedrohen würde. Und deshalb frage ich Sie: Ist eine solche Macht schon unter uns?“ Reagan benutzte in seiner Rede nicht das englische Wort „foreign“, als er von Fremden sprach. Er sagte: „Aliens.“


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