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17.03.2001


    
Abstürze von Weltraumschrott auf die Erde

Wenn Re-Entrys durchkommen

Hamburg (dpa) - Ins All geschossene Objekte sind bereits öfters unter

zum Teil spektakulären Umständen als Weltraumschrott auf die Erde gestürzt.

Nach Schätzungen von Wissenschaftlern schlugen seit dem Start des ersten

Sputniks 1957 über 17 000 von Raketen, Satelliten und Raumstationen

stammende Teile auf der Erde ein. Aufsehen erregten folgende Fälle: Februar

2000 - Ein mehrere hundert Kilogramm schweres Fragment einer von Russland

gestarteten Proton-Trägerrakete schlägt neben dem Haus eines Dorfbewohners

von Korgon (Westsibirien) ein. März 1997 - Trümmer eines russischen

Progress-Raumtransporters, der nach der gescheiterten Ankopplung an die Mir

aufgegeben worden war, stürzen rund 7000 Kilometer westlich von Chile in

den Südpazifik. November 1996 - Teile der kurz nach dem Start außer

Kontrolle geratenen russischen Raumsonde der Mission Mars 96 fallen nahe

der Osterinseln in den Pazifik. Zeitweise schienen bewohnte Gebiete Ost-

Australiens bedroht. März 1996 - Ein chinesischer Satellit von

Kleinwagen-Größe stürzt nach zweieinhalb Jahren im Weltraum zwischen Afrika

und Südamerika über dem Atlantik ab. Dezember 1995 - Trümmer des vor knapp

25 Jahren ins All gebrachten sowjetischen Satelliten Kosmos 398 stürzen

etwa 2100 Kilometer südöstlich von Hawaii in den Pazifik. Januar 1995 - Der

deutsch-japanische Satellit Express stürzt nach nur dreieinhalb-stündiger

Reise über Ghana ab. Die Raumkapsel wird erst neun Monate später gefunden.

1991 - Bis zu sechs Tonnen schwere Trümmer der außer Kontrolle geratenen

sowjetischen Raumstation Saljut 7 schlagen in den argentinischen Anden ein.

Januar 1989 - Eine sowjetische Raketenstufe verglüht mit rund 60 Kilometer

langem Feuerschweif in der Erdatmosphäre über Nordamerika. 1979 - Reste der

1973 in den Weltraum gebrachten US-Raumstation Skylab fallen über dem

Indischen Ozean und Westaustralien vom Himmel. Die bis zu 450 Kilogramm

schweren Trümmer verteilen sich über eine Länge von 2000 Kilometern und

eine Breite von 50 bis 60 Kilometern. 1978 - Ein mit einem Kernreaktor

ausgerüsteter sowjetischer Spionage- Satellit stürzt über menschenleerem

Gebiet in der Nähe des Großen Sklavensees in Kanada ab. April 1970 - Das

nach einer Explosion aufgegebene US-Raumschiff Apollo 13 verglüht in der

Erdatmosphäre. Eine an Bord mitgeführte Nuklear-Batterie wird abgesprengt

und landet im Pazifik. 1967 - Nach einem missglückten Start fällt ein

amerikanischer Wetter- Satellit in den Pazifik. Er wird samt nuklearer

Fracht geborgen. 1962 - Ein Bruchstück einer amerikanischen Atlas-Rakete

stürzt auf eine Farm in Südafrika. - Ein Eisenstück des sowjetischen

Sputnik 4 schlägt in einer Straßenkreuzung in Manitowoe (US-Staat

Wisconsin) ein.

dpa, 16.3.2001


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