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11.03.2001


    
Fortsetzung der MIR-UFO-News

Kleiner UFO-Flap in Old Germany?

Frau Walscheid aus Böblingen erhielt nach ewiger Rumtelefoniererheit meine Nummer von der Sternwarte Stuttgart. Wie sie mir berichtete, habe sie "vor einigen Jahren an einem Wochenende" ein UFO via PKW auf der B14 von Herrenberg nach Böblingen verfolgt. Es sah aus wie "4 Lichtteller die unterhalb der Wolken die ganze Strecke über vor mir kreisten". Sie nahm dies über 10 Minuten lang wahr, dann war diese Erscheinung "wie ausgeschaltet weg". Seitdem glaube sie an UFOs und habe sich "einige Hefte und Videos zugelegt", "wo aber nirgends dass zu sehen ist was ich gesehen habe, weswegen ich ziemlich enttäuscht bin". Tja, dies klang ziemlich nach Skytracker-Effekt - aber dies sagte ich ihr nicht, um Dennis Kirstein eine Chance zu geben mehr herauszufinden und gab der Frau seine Nummer. Doch sie rief niemals an... Zur Gespensterstunde meldete sich ein Herr Scholz aus Hüttental bei Siegen nachdem er meine Nummer nach einer "bundesweiten Irrfahrt des Telefonierens" vom Braunschweiger Luftfahrtbundesamt erhalten hatte. Seine Geschichte: "Vor über zehn Jahren wurde ich Zeuge wie eine orangene Kugel von Vollmondgröße zu Silvester durch den Himmel zog und dann nach 10 Minuten immer mehr aufsteigend in einer geräuschlosen Funkenexplosion ruckzuck verging." Sorry, damit hängte ich selbst frustriert das Telefon aus da es mir einfach leid wurde den immer wieder sich wiederholenden Quark zu hören. Irgendwann ist auch meine Fähigkeit des Zuhörens erschöpft. Und so war es auch hier. Soviel zum "aufregenden Alltag" eines UFO-Phänomen-Ermittlers, der eigentlich ganz und gar nicht mit verrückten UFO-Storys versorgt wird - und wenn doch mit/von einem ganz speziellen "Personal". Aber auch dies ist nichts Neues, bestätigt nur die Kontinuität - auch wenn sich die meisten UFOlogen deswegen aufregen mögen (es ist dennoch sowie als auch so).

In der selben Nacht noch erreichte mich vom Marshall Space Flight Center der NASA ein Bericht namens "The End is Mir". Auch dort gingen inzwischen beim Public Affairs Office zahlreiche Anrufe ein, weil besorgte Leute nachfragen was alles rund um den MIR-Crash geschehen könne und was die NASA dabei für eine Rolle spielt. Einzig Raumüberwachungsdaten stelle die NASA ihrer russischen Schwester Rosaviakosmos zur Verfügung (genauso wie es die ESA tut) und den gesteuerten Absturz verantworten die Russen allein. Die NASA sieht aber soweit keinerlei Probleme, da die Russen seit 1978 in solchen Dingen geübt sind und seither 80 Progress-Raumschiffe und fünf Salyut-Raumstationen aus dem Orbit holten und einigermaßen gut dies im Griff hatten. Größere Bedrohungen durch die MIR sieht man in Amerika nicht, da etwa pro Jahr zehn Asteroiden von den Dimensionen der russischen Raumstation mit weitaus größerer Wucht aus dem Kosmos kommend in die Erdatmosphäre eintauchen und diese von Satelliten des Verteidigungs-Ministeriums registriert werden. Hierbei gab es bisher noch nie größere Schäden, weil ein Großteil der kosmischen Materie im "Schutzfeld der Erde", ihre dichte Atmosphäre, verglüht. Einer der letzten diesbezüglichen Vorfälle war als der "Yukon-Feuerball" vom 18.Januar 2000 bekanntgeworden, als etwa 200 Tonnen kosmischer Materie in einem Stück in die Erdatmosphäre eindrang. Hierbei hatte man am Lake Tagish später kleine Materialmengen gefunden, doch kein Stückchen wog mehr als ein paar hundert Gramm. Nur wenn Materie vom Ausmaß der MIR komplett bis zur Erde durchschlägt würde ein Krater von der Größe eines Fußballplatzes entstehen. Die NASA erwartet zudem, dass die MIR in sechs oder mehr Hauptstücke zerbricht, die dann jeweils als eine Art "berstender Komet" herabregnen und dabei in immer kleinere Stücke zerfallen, was eine "kosmische Schau" von vielen immer kleiner werdenden Feuerbällen in einer Formation am Himmel hergibt. Man erwartet, dass das zu sehende Gebilde "bei weitem die Vollmondgröße" übertreffen wird.

Zudem wurde darauf hingewiesen, das je tiefer die MIR inzwischen pro Tage herabkommt (sie sinkt pro Tag um 1,5 km ab), man sie als Stern erster Ordnung schnell in der Dämmerung und gutem Wetter über den Himmel eilen sehen kann. So könnte jeder der wollte, der MIR nocheinmal hinterherwinken und ihr ein Adieu nachrufen.


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