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26.02.2001


    
Noch ein UFO im deutschen Osten

Halle wurde heute Abend vom UFO besucht!

An diesem Montagabend des 26.Februar 01 kam schon die nächste UFO-Meldung aus dem Osten herein, dieses Mal aus Halle. Eine Frau Schröder meldete sich, nachdem sie meine Rufnummer vom Planetarium Jena erhalten hatte. Seit einigen Tagen suchte sie nach einen Fachmann für "seltsame Himmelsphänomene" und habe sich deswegen schon quer durch die Gegend bis hin nach Dresden durchtelefoniert. Alle Stellen, die irgendwie an Astronomie, Flugverkehr und Polizei erinnerten. Seit Anfang des Monats nämlich sah sie immer kurz vor Sonnenuntergang am südwestlichen Abendhimmel ein "mächtiges lichtausstrahlendes Objekt" - aber immer nur, wenn der Himmel klar ist. Seither hatte sie ein halbes Dutzend Mal diese Erscheinung gesehen, die aber am Monatsanfang a) niedriger am Himmel gestanden habe und b) weitaus "näher", d.h. aufgrund größerer Leuchtkraft diesen Eindruck vermittelte. Durchschnittlich hatte sie um die zehn Minuten hingeschaut, und das eigentliche Verschwinden dann nicht beobachtet, weil sie derzeiten ans Telefon ging um ihre Nachbarn, Bekannte, Freunde und Arbeitskollegen zu alarmieren (insgesamt fast 20 Leute), dass das UFO wieder da ist. Es gab so schon Abende wo sie "zu einem Dutzend" auf der Strasse standen und das UFO beobachteten, dabei hielten PKW-Lenker an und starrten ebenso hinauf. In Leipzig stände sogar ihr erwachsener Sohn bereit, um bei ihrer Meldung vom Auftauchen des Objektes mit dem PKW zur Verfolgung anzusetzen. Da wurde also privat eine richtige "Alarmkette" zur UFO-Beobachtung aufgebaut. Ähnliches kennt man als UFO-Feldforscher aus anderen Zwischenfällen, sogar von solchen die internationale Schlagzeilen produzierten. Und immer sind es die selben Auslöser, aber darauf komme ich gleich noch.

Zwei Mal sah sie das Objekt aber "über eine halbe Stunde lang, bis es am Horizont verschwand". Ihr Sohn hatte übrigens nie richtigen Erfolg, da es immer zu knapp war bis er es richtig verfolgen konnte. Mehrfach hatte Frau Schröder den Flughafen Leipzig angerufen, da sie glaubte, dass das UFO "genau darüber steht und die es doch auf Radar haben müßen, aber immer sagt man mir dort, man nehme kein UFO wahr und daraufhin sagte ich ihnen, die sollen doch mal aus dem Fenster gucken!" Nun, die Frau rief mich unter dem glücklichen und seltenen Umstand an, während sie das UFO gerade beobachtete und es gleich himmlisch verorten konnte. Jetzt steht es rechts beim Mond. Ich bat die Dame darum kurz zu warten und ging auf den Balkon - um die selbe Sicht zu erhaschen. Ans Telefon zurückgekehrt sagte ich der Dame, dass das was sie mir bisher berichtet und was sie soeben zusammen mit mir in Mannheim einige Hundert Kilometer entfernt sehe nichts weiter als der Abendstern Venus ist. Sofort kam ein wie aus der Pistole geschossenes und leicht giftiges: "Das kann aber nicht sein, weil ich es ja mit der extra gekauften Videokamera anschaue und aufnehme und es eindeutig DREIECKSFÖRMIG ist."

Gefragt danach, wie es den mit dem unbewaffneten Auge ausschaue, berichtete sie spontan: "Na wie ein extrem heller, runder Stern..." Ich fragte nach, ob sie die Videokamera schon lange habe und darin im Umgang geübt sei. Antwort: "Nein, die habe ich erst seit Mittwoch letzter Woche und mit Technik stehe ich auf dem Kriegsfuß, aber der Verkäufer hat mir gesagt, dass die alles vergrößert..." Daraufhin bat ich Frau Schröder doch einmal an den Objektiv-Einstellungen zu ´drehen´, Zeit hatten wir ja und ich fürchtete nicht, dass das "UFO" wegfliegt. Sie machte die nächsten zwei/drei Minuten schön mit und beschrieb mir immer wieder dass was sie dabei durch den Sucher sah - diverse andere Gestalten formten sich dabei heraus und die Frau merkte selbst, dass da Schärfe und Zoom miteinander korrespondierten und Irrlichtergestalten dadurch erzeugt wurden. Schließlich hatten wir die fernmündliche Videokameraberatung abgeschlossen und nun erschien im Sucher korrekt ein kleines Lichtbällchen. Frau Schröder war bar verblüfft und auch ziemlich erstaunt: "Die Kamera gebe ich wieder zurück, kann ich ja binnen acht Tagen umtauschen. Und wegen der Venus habe ich all die Leute verrückt gemacht.... - wissen Sie, mein verstorbener Mann war so ein UFO-Gucker über Jahre hinweg, sogar das Fernsehen war schon bei uns. Der hat mich damit angesteckt..." Da klingelte es in meinem Kopf - Schröder/Sachsen! Ich hatte es hier mit Ilse Schröder zu tun, deren Mann Karl-Heinz 1997 mit seinen UFO-Fotos durch die Medien gegangen war (siehe JUFOF Nr.116 vom März/April 1998 und Sascha Schomacker´s Artikel "Nächtliche UFO-Sichtungen in Sachsen?"; bereits damals waren einige konkrete Fälle der Schröder´s eindeutig auf astronomische Objekte zurückzuführen!). Wie klein die Welt doch gelegentlich ist! Ich fragte sie deswegen und bekam es bestätigt, nun war es einmal an mir zu Staunen - was ja selten genug vorkommt.

Dies war nun eine wirklich bemerkenswert-interessante Situation, wie man sie wohl nicht täglich in den Schoss gelegt bekommt. So fragte ich Frau Schröder, wie sie nun aufgrund der simplen Aufklärung des aktuellen Geschehens rückwirkend die UFO-Sichtungen und -Fotos ihres Mannes sehe. Ihre Antwort: "Naja, ich will nicht schlecht über Tote reden, wissen Sie...?" Aber besonders traurig schien sie wg der Aufklärung ihrer eigenen Sichtungen nicht gewesen zu sein und lachte irgendwie erleichtert immer wieder auf und wiederholte sich mit "na sowas, na sowas". Schließlich bedankte sie sich wirklich herzlich und ich merkte richtiggehend wie ihr ein Stein vom Herzen fiel als sie sagte: "Wir hätten Sie wohl vor Jahren schon kennenlernen sollen."


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