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07.02.1999


    
UFO-Crash in Atwater?

Seltsamer Eindringling in Eisdecke eines amerikanischen Teichs

Erste UFO-Absturz-Aufregung 1999 in Atwater am Tadd Lake, Minnesota, USA! Die West Central Tribune vom Montag, den 25.Januar 1999, hatte spannende Ereignisse zu vermelden, nachdem sich Polizeichef Reed Schmidt weit aus dem Fenster gelehnt hatte und erklärte: "Da ist ein seltsames Loch auf dem Tadd Lake, es sieht aus als stämme es der Akte X und wir wollen wissen, was da los ist!" Angefangen hatte es am Morgen des 17.Januar 1999, als Loisa Rhode durch eine Art Überschallknall geweckt wurde und sich umschaute, was los war. Dabei fand sie ein seltsames Loch im Eis des Sees. Daraufhin rief sie die Stadtverwaltung an, welche die Sache gleich an die Medien weitergab, weil Mrs.Rhode als SF-Fan humorvoll behauptete, überzeugt zu sein, daß das Loch "durch ein Spaceship" erzeugt worden sei.

Der Kandiyohi County stand nun im öffentlichen Interesse, nachdem man ein sternartiges Loch auf dem zugefrorenen Tadd-See gefunden hatte. Wie es ausschaute, war da etwas vom Himmel herabgefallen und durch die Eisdecke gebrochen. Ein Meteorit, oder gar ein Teil von einem UFO? Auf jeden Fall breiteten sich rasch Gerüchte aus und am vorausgehenden Samstag-Nachmittag stiegen dann sogar Taucher in den See hinab, um an seinem schlammigen Boden nach Überreste zu suchen. Fast 500 Neugierige und eine Flotte von Medien-Fahrzeugen mit Satelliten-Übertragungs-Ausrüstung standen hinter den gelben Polizeiabsperrungen am Ufer parat, um den verheißungsvollen Dingen zu harren, die ihnen die Phantasie einredete. Würde eine Fliegende Untertasse, würden kleine grüne Männchen und sonstige Anzeichen außerirdischen Lebens geborgen werden?

45 Minuten lang durchsuchten drei Profitaucher aus dem Hutchinson-Gebiet die unmittelbare Einschlagszone, nachdem sie von einem Geologen eingewiesen worden waren, um zu erfahren, was sie am Teichgrund voraussichtlich erwarten würde und was von natürlicher Herkunft sei. Derart gebrieft sollten sie Anomalitäten feststellen können, da sie in der Dunkelheit des unter Eis liegenden Sees sich nur sehr grob mit ihren Unterwasserlampen optisch orientieren konnten und ansonsten sich auf den Tastsinn ihrer behandschuten Finger verlassen mußten. Zirkus-Atmosphäre begleitete die Taucher, sogar Neugierge aus dem fernen Minneapolis waren angereist. Wohnwägen standen am Ufer, da und dort brannten Lagerfeuer und Steaks wurden gegrillt. Ein Getränkehändler sorgte für Wärme in der Kälte auf dem Land. Am Ufer standen die Polizei, die lokale Feuerwehr und diverse Behördenvertreten Gewehr bei Fuß. Dann tauchten die drei Männer wieder auf und hatten sonderliche Dinge geborgen: eine tote Schildkröte und kleine Plastik-Soldaten-Figuren - dann aber die "Untertasse", nichts mehr als eine rostige Metall-Schüßel. Die ganze Operation war ein Schlag ins eisige Wasser gewesen. Die Reporter packten ihre Kameras wieder ein und zogen ab, nach und nach löste sich die Menge der Zuschauer auf. Alle waren ein bißchen enttäuscht, das es keine Sensationen zu vermelden gab. Dennoch zogen alle wie nach dem Zirkus wieder heim: Mit einem Lächeln auf dem Gesicht - alle hatten ihren Spaß und ihre Show am Ungewöhnlichen gehabt. Selbst die Taucher sahen das ganze als Übung an und waren nicht wirklich enttäuscht, gerade auch weil ihr Job mal im positiven öffentlichen Licht dargestellt wurde. Feuerwehr-Chef Marc Rosa nahm es gelassen, auch wenn er enttäuscht war, daß man nichts gefunden habe: "Nun, es brachte viel Spaß mit sich. Wir hatten ne Menge Leute und die Medien hier, die wir hier sonst nie gesehen hätten. Man wird noch lange über uns sprechen." Wie es ausschaut wird man nun die Fundstücke aus dem Teich im örtlichen Museum ausstellen.

Wie die Zeitung zu berichten wußte, hatte es in Folge der Erstmeldung zu obigen Vorfall ein weiteres derartiges Loch im Eis-Geschehen in Willmar beim Foot Lake und im Long Lake gegeben, diese hatte aber Conservation Officer Mike O^Brien sofort als das natürliche Ergebnis von schmelzendem Eis erklärt. Dem stimmte auch Bruce Gilbertson zu, der ein örtlicher Fischer ist und dieses Phänomen bereits kennt. Dennoch sähe das Loch vom Tadd Lake etwas anders aus. Chris Rutkowsky, ein Astronom an der Universität von Manitoba und Kanadas bekanntester UFO-Forscher, kennt derartige Eislöcher ebenso aus Kanada und zumeist entstehen diese durch von Flugzeugen abgeworfenes Material, welches vom Himmel fallend einschlägt und sich dann durchfrist, wenn es sich z.B. um Toilettenspülungen mit Chemikalienzusatz handelt. "In solchen Fällen wollen Sie gar nicht wissen, was am Ende Ihnen alles in die Hände fallen kann", meinte er spöttisch.


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