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21.05.2000

    
Radar-Kontrolleure des O´Hare-Airport melden Geisterflieger

Das Problem mit falschen Radarzielen in den USA

The Associated Press (AP) meldete am 20.Mai 00 eine bemerkenswerte Geschichte aus Chicago, die auch auf unseren Themenbereich ausstrahlt. Falsche Radar-Erscheinungen auf den Schirmen von O´Hare International Airport zwingen immer wieder die Luftverkehrskontrolleure dazu, anfliegende Maschine zu unnötigen aber plötzlichen Ausweichmanöver zu drängen. Allein in den letzten 5 Wochen tauchten dieser "Geisterfluge" dreizehn Mal dort auf, wie soeben ein Untersuchungsbericht des Terminal Radar Approach Control-Zentrums in Elgin, Ill., aufgrund von Interviews mit den Kontrolleuren ausweist. "Diese Geister sind der totale Terror für das Luftverkehrs-Kontroll-Personal", erklärte Charles Bunting, Präsident der National Air Traffic Controllers Association. Solche falschen Radar-Ziele werden immer wieder erzeugt, wenn z.B. ein Kran oder ein Gerüst an Baustellen hochgezogen wird. Zudem erscheinen Flugzeuge die naheliegende andere Flughäfen ansteuern viel näher an O´Hara als sie wirklich sind. Die FAA ist deswegen jetzt eingeschritten, da diese Vorgänge sich zu sehr vermehrt hatten. Normal sind acht oder neun Radar-Geister pro Monat für die ganze USA, aber allein 13 Vorfälle binnen 5 Wochen an einem Airport ist sehr bedenklich für die Verantwortlichen. Mike Egan, Vizepräsident der Luftverkehrs-Kontrolleurs-Vereinigung, nennt die Angaben der FAA ein Herabspielen der tatsächlichen Probleme: "Wir haben landesweit vielleicht 130 solcher Fälle pro Monat und nicht ein Zehntel davon". Allein am vergangenen Freitag gab es gleich zwei derartige Vorfälle: "Wir wissen doch alle um das Problem." Kontrolleure von O´Hara führten das Problem auch darauf zurück, das der Luftraum um Flughäfen schon seit geraumer Zeit nicht nur horizontal mit anfliegenden Maschinen nach und nach ankommend belegt wird, sondern auch eine vertikalle Verteilung der Flugzeuge im Luftraum ausgenutzt wird, also in einem Vektor mehrere Maschinen nicht nur hintereinander hereinkommen, sondern auch übereinander in diverse Höhen. Und genau diese Prozedur führte schon seit Anfang an zu falschen Radarzielen.


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