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07.05.2000


    
Mönchengladbach: Polizei rätselt um Flugobjekt

Großeinsatz wegen "Geisterflugzeug"-Absturz

Der Pro7-Videotext (S.122) vom Sonntag-Vormittag, den 7.Mai 00, meldete: "Gibt es sie etwa doch? Ein Großaufgebot von Polizisten hat in Mönchengladbach vergeblich nach einem mysteriösen Flugobjekt gesucht. Ein Anwohner hatte in der Nacht den Absturz eines Flugzeuges in der Nähe des Autobahnkreises Mönchengladbach gemeldet. Vom Balkon des Zeugen hätten die herbeigerufenen Beamten und ein Fluglotse stundenlang Positionslichter ausmachen können. Gefunden wurde jedoch nichts. Foppten etwa Außerirdische die Polizei?" Auch der RTL-Videotext meldete auf S.126 weitere Details: mehr als 80 Beamte und Rettungskräfte waren in der Nacht von Freitag auf Samstag im Einsatz gewesen nachdem ein "seriöser Zeuge" die Polizei alarmiert hatte. Die Polizisten sahen daraufhin Lichter des "Flugzeugs", riefen einen Hubschrauber herbei, der danach suchte, aber auch dieser konnte nichts finden. Die Polizei: "Ein absolutes Rätsel."

Ein Anruf im Polzeipräsidium Mönchengladbach ergab, dass die Angelegenheit nur als "vermeintlicher Flugzeug-Unfall" gemeldet wurde und ausgeschickte Kräfte von Polizei/Feuerwehr nichts auffinden konnten - ein Flugzeug wurde auch nicht als vermißt gemeldet. Die Sache kam dadurch in Gang, weil ein Bürger vom Balkon im 5.Stock einer Hochhausreihe ein Kleinflugzeug in der Ferne über den Baumwipfeln entlangfliegen sah, was ihm "viel zu niedrig" erschien, als wenn es "abstürzen würde". Einen Absturz aber hatte er nicht gesehen, weil er zwischenzeitlich in die Wohnung ging. Als er zurückkam, sah er in etwa dort, wo das Flugzeug wohl hinverschwunden war ein xenonartiges weißes Blitzlicht mir gelegentlich rötlicher Einfärbung. Dies ließ ihn dann definitiv an einen Flugzeugabsturz in dem höher-gelegenen Waldstück glauben. Da der Anrufer glaubwürdig klang und ein bekanntes Mitglied der Gemeinde ist wurde dann die Suchaktion gestartet. Tatsächlich sahen Beamte in der Gegend und fernab das "rote und weiße Blinklicht" stundenlang in Bodennähe in einem Waldstück eines Naherholungsgebietes, aber man sich ihm nicht nähern. Vom nahen Flugplatz rief man nach einem Fluglotsen, der anrückte und ebenso vom Balkon des Melders aus die Erscheinung sogar mit einem Nachtsichtgerät zwischen den Bäumen beobachtete, es war gegen 1:30 h. Tatsächlich verlosch die Erscheinung bald darauf "als wenn die Batterien leer waren". Die Hilfskräfte versuchten von verschiedenen Richtungen her den Blinker auf Anweisung der Polizei auf dem Balkon einzukreisen, was aber aufgrund der geografischen Gegebenheiten und der damit verbundenen Perspektiven, der Dunkelheit etc nicht gelang. Auch war das Blinklicht nur besonders gut vom Balkon des Erstmelders mit Draufsicht in den Wald zu sehen. Von der Strasse aus sah man dagegen nichts.

Auch wenn kein Flugzeug bis dato vermißt wurde, schickte man das Deutsche Rote Kreuz und die Feuerwehr ebenso auf die Suche wie die Polizeistreifen, morgens startete dann ein Polizeihubschrauber, der die Zone mehrfach überflog, aber nichts von einem Absturz oder Niedergang finden konnte. Daraufhin wurde die Suche endgültig aufgegeben. Weitere Berichte von einem "seltsamen Flugzeug" oder einer ungewöhnlichen Lichterscheinung bzw gar UFO waren bis Sonntagnachmittag auch nicht bei der Lokalredaktion der "Rheinischen Post" noch bei Polizei oder Flughafen aufgelaufen, obwohl die Polizei aufgrund einer dpa-Meldung seit Samstagnachmittag mit Presseanfragen "überflutet" wurde. Wie der Leitstellen-Verantwortliche aus jener bewußten Nacht mir berichtete ist das Sichtungsgebiet ein beliebtes Naherholungsgebiet mit "Trimm-Dich-Wegen" und "Grillpunkten". Da genau an jenem Abend das erste "beautiful"-Wochenende anlief und überall Partys gefeiert wurden, ist es nicht auszuschließen, dass auch dort launige Menschen unterwegs waren und ihren Spaß hatten. Wahrscheinlich hat jemand eine Baustellen-Warnlampe zweckentfremdet und spielte damit ohne zu wissen, was aufgrund dessen da anlief. Der Durchgang des Klein-Flugzeugs hat offenbar damit ursächlich nichts zu tun und es ist purer Zufall, dass dann in Sichtrichtung des dahinfliegenden Flugzeugs das Blinklicht mit Einbruch der Dunkelheit auffiel. In der Nacht vom Samstag/Sonntag blieb es dagegen ruhig, das Blinklicht tauchte nicht wieder auf.

Ähnliche Fälle wurden bereits bekannt und verzeichnet: das so genannte Pfingst-UFO aus Mindelheim von Ende Mai 1980 sowie eine ähnlich verlaufende Beobachtung aus Meckesheim von Ende Januar 1984.


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