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29.02.2000


    
UFOlogische Talfahrt:

Die letzten negativen Meldungen

Nicht erst seit Gestern pfeiffen es die Amseln vom Dach: Die UFOlogie hat sich nach den Boom-Jahren von 1990 bis 1996 gemächlich in eine Talfahrt begeben. Nach all den vielen Verlockungen und Versprechungen der UFOlogie-Promoter und der ausbleibenden inneren Weiterentwicklung des UFO-Phänomens ist der Mystery-Thrill irgendwie entwichen, was sogar im TV die "Akte X" mit streng sinkenden Zuschauerzahlen zu spüren bekommt. Eine UFO-Fachzeitschrift nach der andere kippt, im Verlagswesen halten sich die Lektore mit Neuerscheinungen bemerkenswert zurück. Auch wenn es mancher noch nicht bemerkt haben soll, aber "Roswell" oder "Area 51" sind eigentlich kein Thema mehr, auch wenn es mancher mit den immer selben Spekulativ-Informationen neu animieren will. Selbst die großen kommerziellen UFO-Zeitschriften sehen sich inzwischen ´gezwungen´ erstmals kritische Leserbriefe zuzulassen bzw zu veröffentlichen, ein bisweilen einzigartiger Vorgang. Immer mehr Leute haben die Nase von der traditionellen UFOlogie und ihren Promotern voll, es gibt sogar im Forum des Magazin 2000 heftige Schelte gegenüber Hesemann. In diesen Dimensionen war dies auch noch nie da.

Die UFOlogie steckt in einer Krise. Und dies nicht nur national. In den USA ist MUFON neben dem CUFOS (Center for UFO Studies) die größte UFO-Vereinigung und gibt das "MUFON UFO Journal" heraus. Mit der November 1999-Ausgabe der Zeitschrift wurde auch der Jahres-Bilanz-Bericht vorgelegt. Derweilen hat MUFON nur noch 3220 Leser, noch vor einem Jahr waren es 3388 - und vor drei Jahren noch knapp 5.000! Beim CUFOS erschien deren "International UFO Reporter" noch bis 1998 alle zwei Monate, inzwischen Vierteljährlich.

Aber dieses Problem bezieht sich nicht nur auf die UFOlogie, sondern auch den "großen Überbau" - die Esoterik. Wie mir gerade Edgar Wunder von Forum Parawissenschaften in Sandhausen mitteilte, befindet sich der aktuellen Ausgabe der Eso-Zeitschrift "Die andere Realität" ein leserbrief in welchem jemand notierte: "In den letzten Jahren frage ich mich, warum es stetig mit der Esoterik bergab geht. Ich schätze mal, dass in den letzten Jahren ab 1995 so 50-70 % derjenigen, die sich für Esoterik interessieren, abgesprungen sind." Dies mag nicht wundern, wenn selbst die Boulvardpresse inzwischen eher in Verbraucher-"Aufklärung" macht als den "sanften Wahn" zu fördern. Und wie reagierte die Redaktion darauf, die es wirklich wissen muß, da sie halbjährlich Mammut-Kongresse im Eso-Bereich organisiert? "Die Situation ist unserer Ansicht nach korrekt eingeschätzt. Nur: Nicht die Esoterik hat versagt, sondern viele Menschen, die mit ihr zu tun hatten. Im Grossen ist sicherlich nicht mehr viel zu retten; zumindest nicht zu unseren Lebzeiten. Insgesamt - das ist richtig - ist das Kind in den Brunnen gefallen."


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