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25.02.2000


    
NASA-UFOs und Eis im Weltraum

NASA-Berater James Oberg meldet sich

In diesen Wochen sind in Anbetracht der Vorankündigung von ufologischen Profiteuren und PR-Aktivisten die "warnenden Informationen" natürlich besonders intensiv zu beachten. So meldete sich gerade im "Skeptical Inquirer Electronic Digest" (mehr über den "Skeptical Inquirer" und des dahinterstehenden CSICOP finden sie unter http://www.csicop.org - laut dem HOMEPC-Magazin eine der zehn meistbesuchten amerikanischen Wissenschaftsseiten im Internet) vom 22.Februar 2000 James Oberg zu Wort. Oberg, der 22 Jahre lang für NASA´s Mission Control in Houston tätig war, ist heute Weltraumfahrt-Berater für ABC-News und Raumfahrt-Redakteur für United Press International. Ehemals schrieb er das Buch "UFOs & Outer Space Mysteries", welches 1982 bei "The Donning Company Publishers" herauskam und damals Wellen schlug, da er dort die Apollo-11-UFO-Gerüchte ins Reich der Märchen verwies. Bekannt wurde Oberg auch durch die Aufklärung des berühmten Petrozavodsk-Vorfall vom September 1977 über Karlien, wobei das ehemals geheime sowjetische Cosmodrome Plesetsk und dortige geheime Raketenstarts mit Spionagesatelliten erstmals in den Blickpunkt der Weltöffentlichkeit rückte. In Insider-Kreisen hat der den Spitznamen "Captain Jim" weg.

Er hatte sich in den letzten paar Jahren wieder verstärkt in der UFO-Gemeinde zurückgemeldet, um auf die diversen in der UFOlogie gehandelten "UFO-Beweise" rund um Space Shuttle-Missionen und MIR-Aktivitäten einzugehen, die zunehmend wilder geworden sind, obwohl das dort behandelte Phänomen der "Fire Flies" seit Beginn der bemannten Raumfahrt bekannt ist. Nachdem offenbar der STS-48-Fall und die UFO-Behauptungen zu STS-80 (1996) und STS-63 (1995) sowie anderen US-Raumfahrtmissionen in den Hintergrund geriet, kommen nun neue Storys auf. Hiernach sei bei der Mission STS-75 (Februar 1996) beim Einsatz eines ausfahrbaren Masts mal wieder ein gigantisches "UFO" aufgenommen worden, ebenso bei der STS-96-Mission (Mai 1999). Teuflische Konspirations-Behauptungen gehen damit einher. Immer wieder sind es weiße Flecken, die auftauchen wenn sich das Shuttle in den sonnenbeschienen Bereich seines Orbits bewegt. Sie bewegen sich gemächlich in gerader Bahn dahin - abgesehen dann, wenn die Shuttle-Düsen feuern und diese Flecken plötzlich durch den mechanischen Impuls z.B. rechtwinklig aus der Bahn gerissen werden.

All diese "UFOs" oder gar "UFO-Flotten" sind nichts weiter als von der Shuttle-Außenhülle sich ablösende kleinste (Eis-)Partikel. Solche sind seit fast 40 Jahren der Raumfahrt bekannt. Sobald die Kameras nicht richtig fokusiert sind oder diese Objekte sich jenseits der Schärfentiefe-Einstellung bewegen, schauen sie so befremdlich auf, wie sie zunächst ausschauen. Insbesondere die "Donut"-Ring-UFOs stechen dem Betrachter ins Auge und kommen ihm merkwürdig vor, aber diese Gestalt kommt nur durch die optische "Fehljustierung" der Kameraoptik zustande, die auf Unendlich eingestellt ist während diese kleine Eispartikel knapp vor dem ansetzenden Auflösevermögen der Kamera umhertreiben.

Wie Oberg nun mitteilte hatte die NASA schon zu Zeiten des Apollo-Programms eine Studie dieser Objekte in Auftrag gegeben, um festzustellen, ob sie auf Lecks an den Düsen oder auf sich ablösende Isolationsschicht-Teile zurückgehen. Insgeheim machten die Astronauten darüber ihre Scherze und nannten sie "moon pigeons" (Mond-Tauben). Tatsächlich gingen die meisten dieser Objekte nur auf sich ablösende Eiskristalle zurück, andere wieder auf Farbpigment-Flocken des Anstrichs oder auf irgendwelche hängengeblieben und vereiste Treibstoffreste. Andere, eher taumende Objekte gehen auf losgelöste Ausrüstungsteile oder Verpackungselemente aus der Ladebuch des Shuttles zurück, die ebenso komisch aussehen können, wenn sie nahe vor der Kamera vorbeischweben.

Mehr über die Arbeit von James Oberg im Internet auf der URL: http://www.jamesoberg.com.

Externe Links

http://www.csicop.org
http://www.jamesoberg.com.

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