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25.01.2011


    
++ Absturz der ´Fliegenden Untertassen´- Crash-Behauptungen, Fortsetzung ++

Der Mensch steht im Mittelpunkt seines von ihm erfundenen mythologischen UFO-Phantoms als Märchen der Neuzeit, dem Weltraumfahrt-Zeitalter - Nicht ein UFO-Phänomen, sondern viele

+++ Absturz der ´Fliegenden Untertassen´- Crash-Behauptungen +++

Der Mensch steht im Mittelpunkt seines von ihm erfundenen mythologischen UFO-Phantoms als Märchen der Neuzeit, dem Weltraumfahrt-Zeitalter - Fortsetzung vom gestrigen Tagesreport...

Nicht ein UFO-Phänomen, sondern viele

+ Auch die englische UFO-Expertin Jenny Randles spricht vom "Paradox des UFO-Bildes". Die ganze UFO-Affäre ist extrem verwirrend. Einige Fakten wirft sie auf, die man ernst zu nehmen hat: In aller Regel ist es so, dass wenn jemand ein UFO gesehen zu haben glaubt, es sich dies in aller Regel aber als IFO herausstellt. Der präzise Anteil der IFOs im Gesamtproblem ist variabel, je nach Statistik und der Kompetenz der Untersucher. Entgegenkommende Statistiken sprechen von nur 90 % IFOs. Viele konzentrieren sich auf die "realen" UFOs, wissen zwar oberflächlich um IFOs, aber versagen dann doch in der Praxis, denn dann wären ja nicht die Kataloge "authentischer" UFO-Fälle noch IFO-verseucht!

Randles: "Das Rätsel der verwirrenden IFOs: In diesen Fällen ist ohne Zweifel die Identifikation bekanntgeworden und dennoch hat uns der Zeuge eine Erscheinung in recht verblüffenden und verwirrenden Fakten dargestellt. Es gibt eine Reihe von Fällen, wo Zeugen uns den Mond in Form einer UFO-Begegnung berichteten - und es gab an der Basis keinen Zweifel über die Glaubwürdigkeit der Zeugen! Was wir verstehen lernen müssen, ist es zu verstehen, wie ein ordinäres Objekt sich in ein exotisches UFO transformieren kann. Ist es allein ein Problem des Zeugen-Wahrnehmungs-Systems? Oder gibt es noch einen externen Einfluß, der uns nötigt, an die Existenz von ´Alien´-UFOs zu glauben? Entsteht aus der Kombination von beiden Faktoren jene Wirklichkeitsverzerrung, die wir wieder und wieder erleben müssen? Solche Fragen muss sich der seriöse UFO-Ermittler stellen und die Antworten sind signifikant für die UFO-Forschung der nächsten 40 Jahre. Wir werfen die IFO-Fälle all zu schnell weg und proklamieren, dass ein einmal aufgeklärter Bericht ohne Wert für die UFO-Frage sei. Aber die IFOs haben einen hohen Wert, ja sie mögen der Schlüssel für das ganze Rätsel sein", erstaunte (?) uns Jenny Randles schon vor Jahrzehnten.

UFO-Mythologie-Druck durch die UFO-Industrie

+ Sie betont auch den sozialen Druck durch Sensationsbücher und sensationalisierte Filme, durch Revolverblatt-Meldungen oder gar die Mittel der Werbeindustrie - all dies wirkt sich bewusst/unbewusst auf unsere Einstellung hinsichtlich dem UFO-Phänomen aus, oftmals genug jenseits der rationalen Wege. Wir haben es an anderer Stelle bereits formuliert: Es gibt 95 % (oder mehr) leicht zu erklärende UFOs und 5 % (oder weniger) weniger leicht zu erklärende UFOs. JR geht sogar davon aus, dass die weniger leicht zu erklärenden UFOs einige Gemeinsamkeiten mit den ordinären IFOs haben, dies haben andere Forscher bereits festgestellt. JR bringt einen illustrativen Fall hierfür ein, welchen wir ausnahmsweise (?) wegen seinem augenöffnenden Charakter hier verwenden wollen:

"Ein Paar (der Mann ist Wissenschaftler) fuhr nördlich von Shropshire nach Cheshire spät in einer Nacht im Oktober 1983, hierbei hatte es eine langanhaltende Begegnung mit einem Objekt, welches Lichtstrahlen auf ihren Wagen schickte und sie erschreckte. Sie dachten lange nach und schließlich meldeten sie dem dem Jodrell Bank Radio Telescope, welches die Story an mich weiterreichte. Trotz der hohen Zuverläßigkeit und Glaubwürdigkeit dieser Zeugen, ihrer definitiven Rationalität und hohen Intelligenz, ist es betonenswert, daß auch sie eine Fehlwahrnehmung des Mondes hatten. Niemand sonst in Shropshire oder Cheshire meldeten in dieser Nacht den Mond als ein UFO. Irgendetwas jedoch ließ die beiden hochglaubwürdigen Zeugen daran glauben, eine besondere UFO-Erfahrung gemacht zu haben. Esstentiell ist es hier festzustellen, dass das Geschehen einen Mischmasch aus subjektiver Erfahrung getriggert durch ein objektives Objekt darstellt."

Jenny Randles machte eine wichtige Observation, die wir voll bestätigen müssen: Je näher die Begegnung erfolgt, je exotischer und bizarrer die CE-III (+X) ist, je weniger Zeugen haben wir für diese Fälle, ja es sind Fälle fast immer mit nur einem Berichterstatter. Die perfekte Subjektivität macht sich auf: Die exotischen UFOs sind so primär subjektive Erfahrungen. Und davon sind dann die "authentischen" Fallkataloge voll, randvoll. Und biazz ist: UFOlogen fordern genau deswegen die Akzeptanz der UFOs als exotische Phänomene unserer Welt ein! Da sind wir nicht weit davon entfernt an die Kontaktler zu erinnern, welche über ihre Anhänger auch einfordern, ihnen zu glauben und UFOs als "wissenschaftlich bewiesen" anzuerkennen.

Problem - Beweise. Zumeist liegt uns der UFO-Nachweis in zweidimensionaler Form vor, als Fotos und Filme, die Wirklichkeit der dreidimensionalen Welt wird auf zwei Betrachtungsebenen gequetscht, genug Luft für optische Manipulation, Schau-Effekte und Trickkünste. Hier wirkt die Illusion perfekt. Jedes bessere (d.h. aufwendig gestaltete) UFO-Buch ist voll davon; untertitelt natürlich als "authentische UFO-Fotos", klar. JR jedoch: "Wir wissen, dass viele der besten Fotos von ´Fliegenden Untertassen´-Maschinen Trickfotos sind und wir können bei den verbleibenden Unaufgeklärten nicht wirklich sicher sein, dass dies nicht auch für sie gilt, ja immer wieder werden von diesen welche doch als Schwindel aufgeklärt und die übrig gebliebenen sehen auch nichts anders aus. Es gibt keine unerklärten Fotos und Filme von UFOs am hellen Tage am Boden, umgeben von Aliens bei der Arbeit. Es gibt keine CE-Fotobeweise, keine echten Fotos von UFO-Insassen." Woran liegt dies? Vielleicht liegt es am Phänomen selbst. Ist es nicht das, wovon viele selbstherrlich überzeugt sind? Man sollte sich auch mal überlegen, dass der Mensch natürlich nicht über seine Bahnen hinaustreten kann, das UFO-Phänomen aber sich so zeigt, wie wir uns Aliens etc vorstellen. JR: "Das UFO-Phänomen und die angeblichen Aliens stellen den Spiegel von irgendetwas dar, was WIR Menschen uns darunter vorstellen. Ganz im Gegenteil ist es wieder und wieder so, dass sich die UFOs uns unserem persönlichen Konzept von den ´Aliens´ stereotyp angepasst zeigen und dementsprechend den SF-Ideen und gängigen Vorstellungen entspringen. In beiden Fällen handelt es sich um menschliche Phantasien und Träume. In diesem Sinne sind UFO-Investigators mehr Traum-Interpreter als wissenschaftliche Forscher!"

UFOs als ein psychologisches Problem?

Mark Moravec lebt im australischen Sydney und gehört seit 1974 dem ´Australian Centre for UFO Studies/ACUFOS´ an, für welches er einige wichtige Studien-Projekte leitete. UFOs mögen eine physikalische Existenz darstellen, oder auch nicht. "Aber sicher existieren sie als ein psychologisches und soziologisches Phänomen", sind seine Worte (S.293). Gemeinhin werden psychologisches Reaktionen und Emotionen in Gegenwart der UFO-Erscheinung bzw im späteren Bericht hierzu als Pluspunkt für die Darsteller dieser Erfahrungen gewertet und für die Anwesenheit eines exotischen Phänomens namens UFO als bare Münze genommen. Doch Moravec nimmt diesem Argument schnell die Luft raus. Auch die Zeugen von fehlgedeuteten IFOs können völlig durchdrehen und abheben, wenn sie den Planeten Venus am nächtlichen Himmel sehen und annehmen, es handle sich hierbei um ein authentisches UFO. Bereits Hendry hatte nach 1.307 Fallstudien in den USA festgestellt: "Furcht, die durch eine UFO-Wahrnehmung hervorgetreten ist, sagt uns immer noch nichts darüber aus, ob es auch tatsächlich ein UFO im objektiven Sinne war, sondern nur darüber etwas, wie sich Zeugen in einen Vorfall hineinsteigern können, so simpel der Auslöser auch sein mag." Hintergrund hierfür sind einfach die sozialen Bedingungen mit denen der Mensch aufwächst, das Klima in welchem er glauben muss (und in welchem Furcht aufkommen kann), dass die UFOs "außerirdische Raumschiffe" sind. Demzufolge können dramatische emotionale Reaktionen durch Zeugen nicht notwendigerweise auf die Präsenz eines "authentischen" UFOs hinweisen, sondern nur darauf, was der Zeuge glaubt in dem UFO sehen zu müssen, ja es als ein echt-unbekanntes Ereignis nehmen zu müssen. Moravec weiter:

"Eine dramatische emotionelle Reaktion steigert damit nicht notwendigerweise die Glaubwürdigkeit eines UFO-Berichts." Die Abductions-Befürworter werden diese Worte gar nicht gerne vernehmen.

Moravec weiß von was er spricht, schließlich gehört er zu dem weltweit kleinem Teil der UFO-Enthusiasten, die auch kritische Feldforschungen betreiben und Vorfallsberichte untersuchen. Aus seiner diesbezüglichen Kenntnis heraus stellt er auch CENAP-Erfahrungen konkret heraus: Es ist nicht immer möglich, den Zeugen einer Fehldeutung wie z.B. einem durch atmosphärische Refraktion und internen binokularen Reflektionen verzerrten Stern dies auch als solchen deutlich zu machen, er will lieber bei dem ´Alien-Objekt´ bleiben. Was ist nun der Grund dafür, warum z.B. ein gewöhnliches Himmelsobjekt plötzlich sich in irgendein fremdes, mysteriöses und Alien-mäßiges Ding verwandelt? Teilweise hängt es mit dem Wissensmangel über den Nachthimmel zusammen; teilweise mit der sozial-konditionierten Vorstellung, dass man solche Raumschiffe in der Nacht als Lichter in der Nacht sehen könne; und teilweise hängt es am Wahrnehmungsprozeß selbst. Wahrnehmung ist der Prozeß von Sinneswahrnehmung und der Interpretation dieser als die Welt um uns herum. Eine Reihe von physiologischen und psychologischen Faktoren helfen uns dabei, Illusionen zu kreieren oder Unsachlichkeiten in den Zeugenbericht hineinzustopfen. Das Faktum alleine, dass die meisten UFO-Sichtungen während der Dunkelheit geschehen ist wichtig für Überlegungen in Richtung Wahrnehmungstäuschung. Hinzu kommen eine Reihe von Faktoren, die in Zusammenhang mit dem Ereignis der UFO-Sichtung einen Einfluß auf die Fähigkeit einer akkuraten Berichterstattung des Zeugen nehmen. Man weiß, dass die Detailauskünfte dann gesicherter sind, wenn die Wahrnehmung längere Zeit erfolgen konnte und das Ereignis genug Faszination mit sich brachte, um die Aufmerksamkeit auf sich lenken und halten zu können. Dennoch gibt es immer wieder bemerkenswerte Unsachlichkeiten hinsichtlich Schätzungen von Zeit, Geschwindigkeit und Entfernung. Eine Reihe von Studien wiesen nach, dass der Menschen beständig die Dauer von solchen Vorfällen überschätzt, betont Moravec und wir machen auf ein CENAP-/GEP-getragenes Wahrnehmungsexperiment aufmerksam, nach welchem Zeugen die Größendimension selbst bekannter Objekte am Himmel grob bis drastisch überbewerten!

Ist einmal eine Information in unserer Erinnerung abgespeichert, können weitere Veränderungen daran eintreten. Je länger der Zeitpunkt zwischen Geschehen und Rückerinnerung auseinander liegt, je weniger akkurat und vollständig ist die Augenzeugen-Darstellung am Schluß. Informationen, die bereits zum UFO-Phänomen vorher vorlagen können genauso einfließen und das Ereignis verzerren, wie später noch hinzugekommene Informationen - unsere Erinnerung wird dann modifiziert und nicht-existierende Details können als UFO-Charakter Darstellung gewinnen und verfremden das ursprüngliche Ereignis total. Bei kurzen Observationszeiten von UFO-Erscheinungen mangelt es in aller Regel an Details, die der Beobachter aufnehmen kann und "dem Ganzen dann eine größere Chance für eine Misidentifikation" einräumt, parallel einher muß man die Boliden- und Re-Entry-Erfahrung einbringen, wie wir meinen: In dieser speziellen Art von Kurzzeit-Fällen haben wir üble Erfahrungen gemacht. Hier werden Observations-Details eingebracht, die je nach Bildungsstand das Phänomen endgültig verfremden und gar technologisieren, obwohl es gar keinen Grund (objektiv) dazu gibt. "Der emotionelle Schock nun etwas neues und fremdes zu sehen, mag die Fähigkeit blockieren, Details der UFO-Erfahrung wahrzunehmen bzw wiederzugeben", stellt es der Australier da und nimmt hier auch Haines für sich ein. Erinnerungen tendieren mit dem Zug der Zeit zu verlöschen, sie verzerren sich und/oder werden reorganisiert, um sich externen Informationen über das UFO-Phänomen anzupaßen, die man aufgrund dem hören über andere UFO-Sichtungen und dem Studium von jeglicher Literatur aufschnappt, nicht zu vergessen sind die visuellen Medien-Porträts (welche besonders intensiven Niederschlag im Vorstellungsgebäude finden!) und die Diskussion zum Thema mit anderen Leuten (und ganz besonders UFOlogen).

"Während UFO-Zeugen als Gruppe sicherlich nicht psychologisch gestört sind, haben wir genug Hinweise, dass dies dennoch für eine kleine Anzahl von Zeugen gilt. Ich nenne sie die ´paranoiden Schizophrene´, die substanielle Misinterpretationen von realen Ereignissen vornehmen, was sich dann signifikant auf Denken und Verhalten des Betroffenen niederschlägt. Bizarre und unlogische Assoziationen in Denken und Sprechen sind hier vorherrschend - begründet oftmals in der persönlichen Lebenssituation, die in der Isolation und dem Rückzug vor anderen Menschen hinein in eine Fantasiewelt ihren Ausdruck findet. Gewöhnlich findet man dann paranoide Befürchtungen wie Einfluß und Kontrolle durch außenstehende Kräfte und Mächte vor. Die Paranoia ist eine Funktion des psychologischen Verteidigungs-Mechanismus, welche das Individuum aufbaut, um hierin persönliches Versagen und Fehlschläge auf externe ´Feinde´ projizieren zu können", macht Moravec seinen Punkt auf und so mancher Kollege, der diese Zeilen nun liest, wird mit dem Kopf nicken müssen, da er solche Erkenntnisse im Umgang mit UFO-Zeugen bereits sammelte.

Am Rande: Wenn nun solche Individuuen auf paranoide Schizophrene aus dem UFO-Lager treffen, die sich als langjährige UFO-Experten ausgeben, was geschieht dann? Wir jedenfalls haben in einigen wenigen Fällen zu Anfang unserer Studien solche Erfahrungen machen müssen und erfuhren dann Zeugen-Darstellungen der gänzlich extremen Art. Wie auch immer, der Anteil von psychologisch begründeten UFO-Erfahrungen ist gering, die Falldarstellungen daraus wieder dramatisch. Bereits 1979 hatte Hendry bei seinen 1.307 Fällen nur 0,5 % in diesem Bereich angesiedelt. Nach Moravec gehen zwei oder drei Fälle von 100 Sichtungen auf psychopathologische Ursachen zurück. Übrigens recht interessante Zahlen auch im Vergleich zum angeblichen Rest-Satz sogenannter "authentischer" UFOs, die rein statistisch einen Zahlenspiegel (und inhaltlichen?) darstellen könnten. Kecke Frage aus der CENAP-UFO-Newsticker-Redaktion: Stehen diese beiden Statistikbereiche im ursächlichen Zusammenhang?

Glaubenssysteme und der UFO-Zeuge

Mark Moravec hat uns auch einiges zu veränderten Bewusstseinzuständen (S.299ff) und sogenannten multiplen Persönlichkeiten (S.301) mitzuteilen, was an dieser Stelle jedoch einmal nicht unser Punkt sein soll, da dieser Bereich den Kontakten, Medien und Entführten zuzusprechen ist und nicht wirklich unser heutiges Thema ist. Behalten wir dies uns an anderer Stelle vor.

+ Hollington, East Sussex, England, 4.Oktober 1981: Frau A. sah TV, als sie plötzlich "fühlte" zum Fenster gehen zu müssen. Hier sah sie nun ein großes, hell-gelbes Objekt am Himmel. Sie machte ihre Schwiegertochter Janette darauf aufmerksam und beide Frauen beobachteten für die nächste halbe Stunde aufgeregt dieses pulsierende und gelegentlich die Gestalt wechselnde Objekt. Als einmal ein Flugzeug herbeikam, gab das Objekt Rauch von sich und verdeckte sich damit. Janette berichtete, Lichter und strukturierte Seiten an dem Objekt wahrgenommen zu haben. Beide Frauen behaupteten bis drei Wochen nach der Sichtungen Herzschwächeanfälle und nervöse Störungen erlebt zu haben. Frau A.fiel sogar vier Tage nach der Sichtung für 14 Stunden in Bewusstlosigkeit. Die Zeugen waren schwer davon überzeugt ein Raumschiff gesehen zu haben, welches von Aliens pilotiert wurde.

Nachfolgende Untersuchungen identifizierten das Objekt als den MOND.

Obiges Beispiel einer dramatischen Fehldeutung von einem gewöhnlichen, natürlichen Objekt ist sicherlich extrem, aber nicht ganz selten. Ein wirklich harmloses Objekt führte zu einen unzerrüttbaren Glauben an außerirdische Besucher. Der Soziologe Robert Hall stellte bereits fest: "Menschen sind schneller zu überzeugen, sobald sich Erfahrungen mit vorher vorhandenem Wissen und Glaubensvorstellungen decken lassen; Menschen ohne diese Voreinnahmen sind trotz ihrer Wahrnehmung weniger schnell zu überzeugen. Es scheint, als würden so ungewöhnliche Erlebnissituationen mit dem vorherrschenden Glauben interpretiert und Lücken in der Erfahrung mit bestehenden Improvisationen ausgefüllt." Ja, haben die Menschen vorgeprägte Vorstellungen davon, wie ein UFO auszusehen habe? Haines jedenfalls verglich UFO-Skizzen von vermeintlichen UFO-Augenzeugen mit Skizzen von Leuten, die kein UFO gesehen hatten. Die Vergleiche von hunderten Skizzen aus beiden Lagern zeigten keine deutlichen Unterschiede in der äußeren UFO-Gestalt. Und noch mehr, noch deutlicher wird das Ergebnis, wenn er feststellt, daß die "realen" UFO-Zeugen weitaus weniger dazu neigen solche Details wie Fortsätze und Markierungen auf das oder an das UFO einzubringen - die "realen" UFO-Wahrnehmungen sind also im Kern weitaus weniger detailausgeprägt als die gewöhnliche Phantasie-Vorstellung von einem UFO. Diese Studien machen es klar: Wir tragen vorgefaßte Konzepte über das Aussehen und Design von einem UFO mit uns herum, die sich nicht mit der breiten Masse von UFO-Erfahrungen decken lassen. Unsere Ideen vom UFO sind stereotype Medien-Porträts. Das stereotype Medien-Bildnis wiederum ist geprägt von gefälschten ´Fliegenden Untertassen´-Fotos. Um es hart zu sagen: Die ´Fliegenden Untertassen´ haben nichts mit dem realen UFO-Phänomen der Augenzeugendarstellungen zu tun, warum sich dann aber UFOlogen & UFO-Journalisten in aller Welt wie verrückt genau auf diese Wahnwelten einer anderen Realität stürzen ist die Frage an deren Loyalität seriöser Forschungsarbeit gegenüber...

Viele Menschen glauben daran, dass die UFOs ´Fliegende Untertassen´ von Aliens sind, die die Erde besuchen. Der Glauben an außerirdische UFOs erreicht seine extreme Form im Fall der "Kontaktler"; Leute die behaupten mit UFO-Wesen zu kommunizieren und/oder zeitweise an Bord derer "Spaceships" mitgeflogen zu sein, die nichts anderes darstellen, als die getricksten und von den realen Zeugen gar nicht wahrgenommenen Fliegenden Untertassen. Welch ein Wunder, dass da zahlreiche ´Fliegende Untertassen´-Bilder ausgerechnet aus der Hand der Kontaktler und ihrer Anhänger kommen (?). Mit den realen UFOs ist es aber noch komplizierter, bereits 1974 stellte Hynek die Eskalation der Hypothesen vor. [Astronom Hynek erklärte einmal, warum er eine negative oder neutrale öffentliche Position betreffs seiner UFO-Forschung Mitte der 50er Jahre einnahm: "Zu dieser Zeit war ich weder Assistent noch Professor an Ohio State, und Ohio State ist nicht Harvard, noch die Universität von Chicago; außerdem wollte ich meine Karriere damals nicht gefährten."] Er spricht hier für die UFO-Zeugen, welche zunächst Stück für Stück ihre eigene Wahrnehmung mit bekannten Erscheinungen in Deckung bringen wollen (vergleichen) und selbst nach Erklärungsmöglichkeiten suchen, um dann nach und nach alle ihnen bekannten Lö sungen ausklammern und schließlich zur UFO-Einstellung gelangen. Einige UFO-Zeugen überprüfen ihre Sichtung selbst, um sich vor hastigen und exotischen Folgerungen zu bewahren, ihnen geht das Wort vom ´Fliegenden Untertassen´-assoziierten UFO nicht leicht über die Lippen. Dies spricht für sie! Aber was spricht für die UFOlogen? Verschiedene Erhebungen zeigen uns auf, welches Geistes die Kinder der UFOlogie sind. Moravec befragte 20 wissenschaftlich-orientierte UFO-Forscher vom ACUFOS nach ihren Vorstellungen hinsichtlich UFOs; Greenawald befragte parallel 43 MUFON-Mitglieder in den USA (wobei MUFON hier eine seltsame Mixtur aus wissenschaftlich-orientierten Untersuchern und weniger kritisch-meinenden Enthusiasten darstellt). Sowohl in Australien wie auch in den USA überwog die ETH-Begeisterung - in Zahlen: 40 % bei den Australiern, 88 % bei den Amerikanern. Aber dies soll nicht alleine so stehen bleiben.

+ Auch UFOlogen gehen durch die harte Schule der Glaubensausbildung, jedenfalls dann, wenn sie selbst aktive UFO-Nachforschungen jenseits des Literaturstudiums und der Diskussion unter ihresgleichen betreiben. Hendry ging schon davon aus, daß die meisten UFOlogen ursprünglich einstiegen da sie sich vom scheinbaren physikalischen Beweis der ETH einfangen ließen. Mit zunehmender Information und tiefergehender Recherche konzentrieren sich diese UFOlogen dann auf sogenannte ´high strangeness Close Encounters of the Third Kind´ und psychischen Aspekten bis hin zur Parapsychologie. Dies führt sie dazu anzunehmen, daß der Verstand der Zeugen in irgendeiner Form manipuliert wurde und hier parapsychologische Elemente anfallen. Doch ein Teil der UFOlogen bleibt im Stadium der "Niet- und Nagel-UFO-Position" verharren und überleben sich selbst damit, da sie nicht dem Kampf ausgesetzt sind, den die anderen für sich entscheiden müßen. Aktive Forschung spricht in ihren Ergebnissen gegen die ufologischen Wünsche und sorgt für Frustrationen hinsichtlich des zunächst ach so vielversprechenden Beweises, unterstützt Moravec den Amerikaner Hendry (und nicht nur ihn). In Australien und Europa hat sich deswegen ein neuer Trend ausgebildet, der zweigeteilt ist: zum einen ist da die Fraktion derer die alles im sozio-psychologischen Blickwinkel sehen und dann die Ebene jener, die auf ein nicht-verstandenes Naturphänomen wie Kugelblitz, Erdlichter etc abzielen. Gut, die Hypothesen-Formulierung ist ein akzeptierter Teil der wissenschaftlichen Methode, "aber es ist wichtig für den UFOlogen für sich zu erkennen, inwieweit Glaube oder Vorurteile ihn treiben und zu gewährleisten, daß diese beiden Fakten ohne Einfluß auf seine ernsthaften Untersuchungen und Berichte bleiben".

Gefahren kommen auf: Nachdem das UFO-Ereignis die erste Interpretation durch den Zeugen erfuhr, kommen weitere Interpretationen durch den UFO-Forscher hinzu, verwässert kann dies alles werden, sobald zusätzliche Kommentare von außenstehenden Stellen kommen und neue Interpretationen erwachsen - die u.U.weit entfernt vom ursprünglichen Geschehen sein können und in die Sackgasse führen, wobei alle noch meinen, es handle sich um eine Hauptverkehrsstraße. In eigener (?) Sache: Genauso wie UFOlogen Gefangene ihrer eigenen Glaubenssysteme sind, gilt dies wohl auch für die "UFO-Skeptiker". Aber es gibt zwei Sorten von Skeptikern. Die einen, die "wahren Skeptiker", vermeiden an ein Glaubenssystem behaftet zu bleiben und bewerten Pro und Kontra einer Sache, die vorliegenden Beweise, aus ihrer Erfahrung im Umgang mit dem Phänomen heraus in skeptisch gewordener Sicht. Dazu zählt CENAP. Im Kontrast dazu stehen die sogenannten DEBUNKER, die eine vorgefestigte und ablehnende Haltung gegenüber der Existenz eines UFO-Phänomens haben. Solche paßen uns selbst nicht ins Konzept. Dies wird so manchen (heimlichen) Leser erstaunen, da kann man sehen, welch Unsinn über CENAP kursiert!

Gesellschaftliche Glaubensvorstellungen als Final Link

Der öffentliche Kreislauf eines UFO-Berichts ist gewöhnlich der ´final link´in der Kette aktueller UFO-Gewahrwerdung. Die Massenmedien widmen sich mit aller Priorität den sensationellen Darstellungen - der Wahrheit sind sie nicht verpflichtet, besonders wenn es um kontroverse Themen wie UFOs geht. Wem ist damit geholfen? Niemand! Ein bereits beeinflußter Report wird weiter verzerrt. Einige dieser Berichte werden wieder und wieder zitiert, wodurch ihnen ein folkloristischer Status zugeschoben wird. Dennoch: Diese Darstellungen bilden die Hauptquelle an Informationen für die Öffentlichkeit, überzogene Berichte beeinflußen wieder den Glauben der Öffentlichtkeit über UFOs. Obgleich es Dutzende von Erklärungs-Hypothesen gibt, verbindet die Majorität in der Bevölkerung das UFO-Problem automatisch mit außerirdischen Raumschiffen. Es hat sich bereits eine kulturell-gefestigte Mythe gebildet, wonach wir in Form der UFOs den Besuch von fremden Raumschiffen erfahren. Persinger bereits ging davon aus, daß die mediengenerierte Annahme, daß die UFOs nichts weiter als Fliegende Untertassen sind, zu einer Modifizierung im Bewusstsein der UFO-Zeugen führt und dementsprechende Sichtungen in Richtung dieser Vorverurteilung gelenkt werden.

Einige UFOlogen behaupten, dass da eine parapsychologische Komponente beim UFO-Phänomen vorherscht. Während die Behauptungen der Parapsychologie selbst kontrovers gehandhabt werden, sollte dies uns nicht hindern, den angeblichen parapsychologischen Aspekt des UFO-Phänomens weiter zu erkunden. Hier kommen wir zur Kategorie des PSI-UFO-Phänomens: Fälle, wo die Ereignisse scheinbar eine Verbindung zwischen UFO- und paranormalen Phänomenen hervorbringen. Doch es gibt, so Moravec aus seiner unschätzbaren Erfahrung heraus, eine Reihe von möglichen Erklärungen für diese PSI-UFO-Fälle, dies, obwohl die darstellerische Affäre überaus klar sein sollte. Moravec wörtlich: Einige Berichte betreffen Misinterpretationen von gewöhnlichen, natürlichen Phänomenen. Ein Großteil dieser Fälle führt der Australier auf psychologische Ursachen zurück, was bleibt da noch übrig? "In einigen Fällen, besonders bei mentalen Kommunikationen und Erscheinungen von Fremden, ist es deutlich, daß da ursächlich eine psychologische Störung (Psychose) vorliegt - herbeigeführt durch persönlichen Streß jenseits der UFO-Erfahrung. In diesen speziellen Fällen haben die Betroffenen schlichtweg UFO- und PSI-Mythen für ihre eigenen Wahngebilde umgemünzt. Sobald sich eine Gruppe um diese ´Befähigten´ festigt, festigt sich wechselseitig der Glaube daran und stärkt die Gruppe. Der Hintergrund ist klar: Sie befriedigen damit ihr eigenen psychologischen Bedürfnisse. Die Aliens bringen Hoffnung und Sicherheit in einer feindlichen, chaotischen Welt mit, außerdem überschreiten sie die unbefriedigenden restriktiven Dogmen der konventionell-organisierten Religionen", faßt der australische Untersucher seine Erkenntnisse zusammen, aber weiter: Die mentalen Kommunikationen stammen nicht von fremden Intelligenzen, sondern dem menschlichen Verstand, der aus dem unbewussten (?) Bereich heraus die Bedürfnisse des Individuums auf imgainäre und externe Wesenheiten der überlegenen Art projiziert.

Der Mangel an physikalischem Nachweisen läßt so manchen UFOlogen auf die parapsychologische Erklärungs-Hypothese zurückgreifen. Ein Problem, welches augenscheinlich hervortritt, ist die unendliche Anzahl von verschiedenen UFO-Gestalten und Wesenheits-Beschreibungen; die Unlogik des ET-Verhaltens und die Widersprüche in den Einzelfällen dieser Art. Aber: Versucht man ein unerklärliches Phänomen mit einem anderen dieser Natur zu erklären, steigert sich nur die Verwirrung! Soweit also Moravec mit seiner Angehensweise an das ufologische Problemfeld.

UFOs und das Realitätskonzept

Sind UFOs als ein Traum unserer Kultur zu begreifen? Wurden phantastische Konzepte der SF zu einer "Quasi"-Realität? Frau Randles bezieht sich im übrigen auf Lyall Watson, welcher 1979 die Studie "Lifetide" beim Verlag Hodder and Staughton verlegte und die UFOs eine "Destillation unserer Bedürfnisse nach einer überlegenen Intelligenz" nannte. Bestimmte subjektive Erfahrungen können diesem Bedürfnis nach als objektive Phänomene erlebt werden und so als ein Katalysator für unser kulturell geprägtes Glaubenssystem dienen. Hiernach sind die UFOs eine selbst-erzeugte Realität, geschaffen alleine schon dadurch, weil inzwischen viele Menschen es auch wollen, daß sie eine Realität sind. Und unsere kulturelle Sicht auf das Design eines UFOs wird durch die Medien & Co formuliert. Vielleicht haben wir in diesen Zeilen auch die Antwort auf eine verwirrende Frage gefunden, die uns alle beschäftigen muß: Wie können qualifizierte und erfahrene Beobachter zu derartigen Wahrnehmungs-Fehlleistungen gelangen und z.B. den Vollmond und andere doch gewöhnliche Phänomene als exotische UFOs betrachten? Im Kern besteht das UFO-Phänomen aus realen, visuellen nicht-erkannten IFO-Stimulationen, die uns UFO-Illusionen konstruieren lassen.

Der Punkt "UFOs und Gesellschaft" ist hier natürlich einzubringen. Egal, was UFOs nun sein mögen, sie haben in unserer Gesellschaft massiv eingeschlagen und formen unsere aktuellen Mythologien aus. Auch wenn sich UFOs schließlich ohne jegliche physikalische Realität herausstellen sollten, werden sie als Idee überleben, genauso wie die zeitgenössischen populären Ideen über Hexerei, trotz der Tatsache, daß es Hexen niemals wirklich dem Sinne und ihrer populären Bedeutung nach gab. Voltaire sagte über Gott, daß wenn es ihn nicht gäbe, wir die Notwendigkeit verspürten, ihn zu erfinden.

Hinsichtlich ´Fliegenden Untertassen´ kann man also sagen, dass unsere Gesellschaft sie als solche im Weltraumfahrt-Zeitalter als modernes Märchen zu brauchen scheint - sonst ist es so kalt....

... Fortsetzung und Abschluß dann im heutigen Tagesreport ...


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