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18.01.2011


    
+ Update: Englands MoD-UFO-X-Akten und ´Spooky´ Pope +

Was Nick Pope ursprünglich über die ´UFO-Akte X´ in England zu sagen hatte: Was ist mit einem ´Heiligen Gral´ der britischen UFOlogie, Randlesham? - Die ´realen´ UFOs - Die House of Lords-UFO-Debatte

+++ Guten Abend aus Mannheim in den neuen Tag hinein! +++

Machen wir hier eine Fortsetzung zu den bereits angeschnittenen Thema in unseren Sondermeldungen der letzten Tage - quasi Ihr Informations-Bonus, Mitte Januar 2011 im UFO-Informationsboot des Grauens für echte UFOlogen bei unserem Wirklichkeitsouting in der ufologischen Hemisphäre; ´Lichtgestalten´ als Dunkelmänner in Wirklichkeit nennen dies dann gerne unter such "erstunken und erlogen" um die dunkle Seite UFO-Aberglaubensmacht weiterhin in den Fandomkreisen mit einseitiger, unobjektiver Peilung zu hegen und damit als Ideologie-Dünger zu pflegen. Auch dieser Sonderbeitrag dient dazu, den Kompaß wieder richtig in den Fingern der UFO-Mystifier mit den ´magischen Händen´ auszurichten - und natürlich, damit keine weiteren Halbheiten bis hin vom puren Enthusiasmus getriebene Lügen entstehen um weiter auf SF-UFO-Illusionsshow voller Ablenkung und doppelendem Boden (und Moral!) zu machen. Wie heißt so ein schöner Satz betreffs den UFOlogen - "So let´s be honest; they don´t really know what´s going on." Und dies ist noch neoliberal-freundlich formuliert, weil es ja bekanntlich um Dilettanismus als Grundsatz der Konservativ-UFOlogie und ihren Statisten als willige Helfer und Unterstützer geht.

+++ Nick Pope -- who worked on the Ministry of Defence´s UFO desk for three years -- revealed the rules of engagement for the first time. +++

RAF pilots have tried to BLAST UFOs out of the sky under a top secret Government directive

- He claimed RAF pilots had fired at UFOs on several occasions -- but failed to bring them down. He added: "I do believe we will bring one down. We´re developing increasingly sophisticated weapons."

Also los gehts mit unsererm nächsten unerwünschten Info-Bähgeschenk für die Alt-UFOlogen (jenseits aller Altersgrenzen!) und für die Neo-UFO-Phänomen-Erforschung aus ihrem Füllhorn (auch Info-Bonanza genannt):

+ Und was ist mit dem "Heiligen Gral" der britischen UFOlogie, Randlesham Forest?

... Für Pope ist klar, dass der Fall nur eine extraterrestrische Erklärung haben kann und in der ersten Nacht nur eine kleine, ferngesteuerte Maschine von den Wächtern an der Rollbahn gesehen wurde. Halt schrieb in seinem Bericht, er habe drei Objekte am Himmel gesehen, "wie Sterne", abgesehen davon, das sie "untypisch für Sterne rot, grün und blau blinkten". Jene im Norden (hier stach inbesondere die Wega ins Auge, die passend zu Halt´s Darstellung knapp über dem Horizont stand!) schienen durch den Feldstecher elliptisch auszuschauen und waren für zwei bis drei Stunden sichtbar! Für uns erfahrene UFO-Phänomen-Untersucher klingt dieses Element des Halt-Berichts wenig sonderbar und jeder Amateur-Astronom wird sich nun den Kopf kratzen und fragen, weshalb man sich ob dieser Erscheinungen überhaupt aufregt.

Doch nach Colonel Halt´s Bericht ans MoD passierte dort deswegen "absolut nichts", keine Befragung, keine diesbezüglichen Anweisungen - es geschah einfach gar nichts. Der Bericht wurde erst am 13.Januar (also 2 Wochen später, soweit zur Dringlichkeit!) geschrieben und als er dann in Whitehall ankam, hatte der damals verantwortliche Offizier beim damals noch DS8 genannten UFO-Schreibtisch keine Ahung, was er damit anfangen sollte, "ich muß zugestehen, dass dieser Fall nur zu einer Akte wurde". Das MoD war davon so perplex, überhaupt so eine Meldung zu erhalten, dass es sich noch nicht einmal für den Halt-Bericht bedankte noch den Eingang der Post bestätigte. Will heißen, dass wenn nicht einmal Halt sein berühmtes Memo geschrieben hätte, gäbe es noch nicht einmal diese Akte. Gegenüber Svahn gestand Pope nochmals 1998 ein: "Als das MoD den Halt-Bericht erhielt, muß man dort derart perplex gewesen sein, das es sich lähmend auswirkte. Weil, der nächste Schritt durch Whitehall war der - einfach nichts zu tun, außer eine Akte dazu anzulegen." All die Geschichten um einen Alarm auf Bentwaters zu dieser Zeit muß man im politischen Kontext der damaligen Ereignisse im Osten Europas sehen - der Situation in Polen und der Machtübernahme durch die Gewerkschaft, was zu internationalen Spannungen führte. Pope nahm sich jedoch der gemessenen Strahlungsdaten an und legte sie dem Defence Radiological Service vor, der sie als zehn Mal höher einstufte, als sie in dem Gebiet vorhanden sein dürften - dazu gleich noch mehr.

Andererseits muss man erwähnen, dass die betroffene AFB eine A-Waffen-Trägereinheit war und die Kondaminierung eines kleinen Stücks Erde mit einem Unfall etc zu tun haben mag, der irgendwann vorher stattgefunden hatte. Klipp und klar, Mr.Pope: Gibt es eine Vertuschung? Nick Pope: "Nein. Nicht beim MoD - ich denke mir, dass das MoD nur viel zu uneffektiv auf UFOs reagiert. Sehen Sie, wenn soetwas wie Rendlesham gemeldet wurde und man den Fall einfach zu einer Akte machte, was soll man dazu noch weiter sagen?" Nach Ansicht von Pope hat das Verteidigungs-Ministerium die große Gelegenheit verpaßt, einen derartigen Vorfall im Detail zum aktuellen Zeitpunkt zu untersuchen, einfach deswegen, weil es keine echte Untersuchungskapazitäten wie vergleichsweise früher beim amerikanischen Blue Book besaß. Eine solche Situation ist sicherlich direkt übertragbar auf zig andere Staaten des Globus.

Leider kann Pope keinen englischen Vorfall benennen, der ihn so nachträglich als Alien-Beweis beeindruckte wie Rendlesham, obwohl es dazu außer dem eigentlich harmlosen Halt-Memo nur noch die damals vorgenommene Strahlenmessung gibt und obwohl Lt.Col.Charles Halt 1994 in der Michael Aspel-Sendung ´Strange But True?´ erklärte: "Ich weiß, da war irgendetwas gewesen, aber ich bin ebenso davon überzeugt, dass es dafür eine logische Erklärung gibt."

+ Kurz noch zur Strahlenmessung, die mit einem militärischen Geigerzähler vorgenommen wurde, "der eigentlich für weitaus größere Strahlenbelastungen ausgelegt war, sodass in dem niedrigen Bereich er weitaus weniger genau war, weshalb eine akkurate Ablesung schwierig war" (S.149). Auch sind die Nachtstunden im dunklen Wald sicherlich wenig geeignet, um genaue Ablesungen vorzunehmen. Der Durchschnittswert der normalen Hintergrundstrahlung an diesem Ort liegt hier bei 0,05 bis 0,07 Milliröntgen - und der "UFO-injizierte" Wert bei 0,1 Milliröntgen. Alles noch am unteren Ende der Meß-Skala für militärisch-ausgelegete Geigerzähler. Zudem ist die Differenz zwischen beiden Werten sicherlich kein Beweis für einen nuklearen UFO-Fallout und deswegen auch vom britischen MoD nicht weiter beachtet worden. Einzig Zeuge Lary Warren beschreibt überaus abenteuerliche Epiosden rund um den UFO-Alarm im Randlesham Forest. Pope schließt das Kapitel mit einem Satz von Storyteller Warren ab: "Nehmt mich aus der Story heraus und ihr habt weiterhin eine Story und dieses lebt auch ohne mich." Das stimmt eben so nicht, die UFO-abenteuerliche Geschichte, die er aufzog ist nämlich genau jene, die UFOlogen in ihren Denkkästen mit sich herumschleppen und damit das öffentliche Vorstellungsbild zum Randlesham Forest-Vorfall prägten. Nimmt man Warren raus, reduziert sich das Spielchen auf Lt.Col.Halt´s Angaben und die sind weitaus weniger drastisch und dramatisch im Original ausgefallen.

Kein Wunder wenn Pope nun ausgerechnet Dokumenten-Manipulateur Clifford Stone als Stütze für Warren herbeizieht, der genau weiß, dass die Intelligenz vom Suffolk-Wald nicht von der Erde kam. Aha. Darüber hinaus lehnt Pope auch die Erklärung des englischen Astronomen John Mason ab, welcher berichtete, dass der Re-Entry einer russischen Rakete in dieser Nacht über England abbrannte. Auch wenn dieser "ohne Zweifel" von vielen Briten gesehen und über Südost-England als "brillianter Feuerball" gemeldet wurde, solle ein solcher doch nicht in der Luft explodieren wie es Larry Warren beschrieben hatte: Ein roter Lichtball kam über dem Feld daher und sah zunächst wie eine A-10 im Landeanflug bei Nacht aus. Aber dann hielt er an und explodierte geräuschlos in vielen farbigen Lichtern, um nur noch einen Dunstschweif zu hinterlassen. Genauso wird aus bestimmter Perspektive heraus aber die Beobachtung eines Feuerballs bzw Re-Entrys ablaufen! Soweit so gut, Warren war scheinbar so beeindruckt, dass er dann die späteren UFO-Gerüchte an der Basis aufgriff und daraus die Alien-Contact-Story bastelte. Und Pope kann da nicht differenzieren, wenn er frägt, ob auch ein derartiger Re-Entry über drei Stunden lang am Himmel stehen werde, was freilich purer Quatsch ist und die Ohnmacht des UFO-Offiziers verdeutlicht, wenn es darum geht, Einzelheiten different zu analysieren. Der Re-Entry aus Warren´s Darstellung hat nichts mit Lt.Col.Halt´s "wie Sterne" aussehenden Objekten am nördlichen Himmel (dort war Wega dominierend, daran sei nochmals erinnert) zu tun. Nick Pope klagt, dass die Regierung um sich eine Bürokratie aufbaut und deswegen auch bürokratisch denkt. Er selbst sah sich als Politiker, Archivist, Historiker und Pragmatiker in seinem Job. Ob er es wirklich auch war?

+ Wie auch immer, im weiteren bezieht er sich auf die Ereignisse aus der Nacht des 30./31.März 1993, damals hatte er es erstmals mit einer Welle von Sichtungen zu tun, die ihn den ganzen Tag beschäftigte, da Dutzende von Berichte bei ihm eingingen. Zumeist waren es Darstellungen über Lichter in der Nacht, aber es gab auch Meldungen von "deutlich strukturierten Maschinen". In dieser Nacht soll es also eine UFO-Welle gegegen haben, die "zufällig mit einem Re-Entry von einer COSMOS-Rakete" auftrat. Ein für Pope wichtiger Bericht kam von einer Militär-Polizei-Einheit an der RAF Cosford nahe Wolverhampton in den West Midlands. Ein weiterer von einem Meteorologen an der RAF Shawbury in Shropshire, der ein Objekt am Himmel mit vielen hundert Meilen in der Stunde dahinrasen sah, welches sich jedoch auf dem Radar der Anlage nicht abzeichnete. Pope in der Premierenausgabe von SIGHTINGS: "Ich denke, dass diese Welle von UFO-Sichtungen mein Schlüßel war, mit dem sich meine Einstellung betreffs der Realität von UFOs änderte." Da stand Pope auf und alarmierte seinen nächsten Vorgesetzten, den bereits erwähnten Assistant Chief of the ´Air Staff (ACAS)´ und fragte ihn, was nun zu tun sei. Dieser reagierte so: "Naja, Sie wollen die Sache tiefergehend untersuchen, aber was immer es auch war, es ist wieder weg und da können wir nicht mehr viel machen." Das war unglaublich frustrierend für Pope.

Hier spielte im konkreten Fall die Uninformiertheit von Pope eine gewichtige Rolle: Als erfahrener UFO-Untersucher hätte er zumindest das Beispiel vom Re-Entry des 5.November 1990 kennen sollen, um hier nicht einem Irrtum aufzusitzen. In jener November-Nacht war der Rest einer russischen Proton-Rakete über Spanien wieder in die Atmosphäre eingedrungen und verglüht, hierbei bildete sich ein Lichtschauspiel aus, welches bis nach Nürnberg hin als UFO-Flotte mißverstanden worden war und in Frankreich zu einem unnötigen ´Fliegenden Dreieck´-UFO-Alarm führte. Dies ist ein weiteres gutes Beispiel, wie schnell der psychologische Mechanismus greifen kann, vom Skeptiker zum fehlinformierten Gläubigen zu werden. So kommt es auch, das er sich riesige Gedanken macht, weil die "echten UFOs" scheinbar auf Radar imstande sind, Manöver auszuführen die normale irdische High Tec-Flugzeuge unmöglich durchführen können.

Er bezieht sich hierbei auf den belgischen Oster-UFOs-Fall von 1990 |sic!{, den er noch im Sommer 1996 in SIGHTINGS behandelt, obwohl schon längst klar ist, dass die optisch nicht gesehenen Radar-Ziele Meßfehler sind, wie inzwischen selbst der deutsche "UFO-Papst" Illobrand von Ludwiger in seinem Buchwerk ´UFOs: Zeugen und Zeichen´ zugestanden hatte. Sein belgischer Kollege Meesen {sic} war deswegen ursprünglich völlig aus dem Häuschen gewesen und hatte seinen Beitrag zur Verwirrung geleistet. Dennoch, Pope erkennt, dass das Radar als solches auch nicht unfehlbar ist und es genug Beispiele gibt, wo Echos angezeigt wurden, die keinerlei Bezug zur Realität hatten und der Radarschirm solide Objekte anzeigt, wo es gar keine gibt. Diese "Engel" oder Geisterechos können z.B. auch durch zwei sich gegenseitig interferierende Radars entstehen oder unter ungewöhnlichen meteorologischen Bedingungen, weshalb eine Funkwelle in dichten Luftschichten gebrochen und z.B. an einem geologisches Merkmal reflektiert wird und auf dem Schirm ein Objekt mitten in der Luft zeichnet. Dieser Effekt ist als anomale Ausbreitung (anaprop) bekannt. Tatsächlich: Radar-Leute nehmen oftmals Objekte in gerader Bahn wahr, die sich mit vielen tausend Kilometern in der Stunde dahinbewegen und automatisch als Meteorite klassifiziert werden. Übrigens: Von der RAF Fylingdales werden täglich die etwa 7.000 Objekte verfolgt, welche im erdnahen Raum herumschwirren und Weltraummüll darstellen.

+ Das hier aufgearbeitete Beispiel eines offiziellen Regierungs-UFO-Untersuchers ist sehr interessant und wichtig für die Betrachtung des UFO-Phänomens. Er wurde nicht als Naturwissenschaftler ausgewählt, nicht weil er als RAF-Pilot besonders geeignet war, nein er bekam als Zivilangestellter in seiner Beamtenlaufbahn den Job zugeschustert, obwohl er sich vorher gar nicht für UFOs interessierte. Eine Untersuchung, basierend auf dem entscheidenden Wissen über das IFO-Potential, fand hier nicht statt, sondern eine behördliche PR-Aufarbeitung durch einen Irgendjemand, der auf seiner Karriereleiter als Regierungs-Verwaltungsbeamter eben mal auf diesen besonderen Posten versetzt wurde. Ähnlich erging es den Blue Book-Chefs und den UFO-Offizieren auf den USAF-Stützpunkten, sie wurden berufen die Sache zu handeln, fertig. Nachdem klar wurde, dass der Fall namens UFO keine Bedrohung der nationalen Sicherheit darstellt, wurde er nurmehr als lästig empfunden und wird auch in den verantwortlichen hohen Rängen genauso gehandhabt - einfach wie der ungeliebte Sohn.

Es ist dann kein Wunder, wenn verzerrte IFO-Darstellungen wie vom Meteorit des Januar 1995 beim Manchester Airport nicht erkannt werden und wie beim normalen Mann auf der Straße mit ein Mosaikstückchen sind, um an außerirdische Raumschiffe zu denken. Andererseits weist dies Inkompetenz für eine wahrhafte Behandlung der UFO-Problematik nach. Maßstab für Nick Pope ist in der "Untersuchung" der gesunde Menschenverstand gewesen, das ist schon sehr viel wert, wie wir meinen. Doch Pope mußte eine alte Erfahrung neu machen: Einige Leute sind nicht bereit, rationale Erklärungen für ihre Sichtungen anzunehmen. Da rief mal ein Ehepaar an, welches ganz aufgeregt nebeneinander ein rot- und grün-blitzendes Licht am Himmel dahinziehen sah. Als Pope fragte, wo sie es sahen, gaben sie an, "nahe Heathrow". Als er dann sachte durchblicken ließ, dass dies wahrscheinlich die Lichter eines Flugzeugs waren, wurden die beiden sauer und wollten davon nichts wissen: "Das ist kein Flugzeug." Sah etwas wie ein Lichteffekt-Schauspiel von einem Skytracker aus, dann war es auch einer; sah etwas wie die Befeuerung eines nächtlings fliegenden Flugzeugs aus, dann war es auch eines.

Sicher, damit hat der Mann recht, wir gehen kaum anders vor (nachdem wir aber die IFOs erst aufgrund von UFO-Meldungsnachforschungen kennenlernten) - und sollten "echte" UFOs eben mit den Parametern von IFOs daherkommen, dann haben sie eben Pech gehabt. Wer will aber schon alle IFOs und ihre unterschiedlichen Parameter kennen? Selbst alte Hasen und Berufs-Wissenschaftler fallen immer wieder auf IFOs herein, das muß also umsomehr für einen Newcomer und Zivilbeamten wie Pope gelten, der selbst eingesteht, dass z.B. die militärischen UFO-Berichte nicht wertiger sind als die zivilen. Es sind diesmal nicht die UFO-Fälle aus dem englischen MoD die für uns interessant sind, um mehr über UFOs zu erfahren, sondern es ist die Handhabung der UFO-Meldungen im Behörden-Apparat und damit die Kollision der ufologischen Interessen, die weitgehend darauf aufbauen, dass die Behörden ein großes UFO-Geheimnis kennen und nur vertuschen wollen. Es geht auch um die ufologische Behauptung, wonach die UFO-Thematik hochrangig und respektierlich in den Regierungen abgehandelt wird und eine brisante Bedeutung hat. All dies wird nun in den Wind getreten und entkräftet, sodass die UFOlogie um einiges ärmer dasteht, als jemals zuvor - auch wenn sie genau das Gegenteil von sich im Brustton der Überzeugung erklärt. Natürlich wird sie dies nicht erkennen (wollen), um am Leben bleiben zu können. Sie beweist damit einmal mehr ihre Inkompetenz zur seriösen Handhabung der UFO-Herausforderung.

+ Pope erkennt, dass die öffentliche Vorstellung über das UFO-Phänomen als außerirdische Besucher in ´Fliegenden Untertassen´ durch die Medien geprägt wurde. Dies bereits seit Kenneth Arnold´s ´Fliegende Sicheln´-Sichtung, seitdem haben die Medien eine heiße Affäre mit dem Thema und die Macht der Presse ist wirklich gewaltig hinsichtlich unseres Denkens und unserer Konzepte. Mit was verkauft man Zeitungen? Mit Sensationen natürlich, kein Wunder also wenn konstant die absurdesten Behauptungen hochgezogen werden, während begründete Kritik der Ignoranz zum Opfer fallen. Während Nick Pope dies auf S.46 in seinem Buch für die Medienlandschaft festmacht, würden wir dies auch auf die UFOlogie im Allgemeinen ansetzen. Betreffs "Beweis"-Fotos geht er sogar in die 50er Jahre des letzten Jahrhunderts zurück, damals gab es den häufig vorgebrachten Wunsch einmal einen Geist auf Film zu bannen (genauso wie heutzutage die Aliens), sodass einige skrupellose Fotografen und "Geister-Jäger" sich diesem Wunsch beugten und derartige Fotos fälschten, die teilweise sehr lange und bis in unser Jahrhundert hinein als authentischer Beweis vorgelegt werden.

Natürlich gab es auch schon immer Zufalls-Aufnahmen, wie jenes Foto vom März 1967, welches der Techniker Robert Rinker an der Wetterstation auf dem schneebedeckten Chalk Mountain in Colorado vorlegte, nachdem er eine Serie von Bildern der Station gemacht hatte. Als er den Film entwickelte, fand er auf einer Aufnahme die Erscheinung eines unidentifiziertes Diskus mit einem deutlichen Rand wieder - das Objekt schien sich scheinbar horizontal durch den Himmel zu bewegen. Rinker hatte jedoch bei der Aufnahme nichts dergleichen gesehen, trotzdem hatte er hier einen Beweis. Die Erscheinung wirkt transparent und verwaschen im Kontrast zur ansonsten statischen Szenerie "und das Objekt ist fast sicher das Beispiel einer Linsenspiegelung, einer Lichtreflektion in der Kamera-Linse" (S.72). Betreffs dem Beweisfall McMinnville zitiert Pope leider nur den halben Condon-Report-Text, auch wenn er nachschiebt, das selbst die berühmten Cottingley Faires-Bilder der zwei Mädchen aus Cottingley, die mit Elfen im Garten spielen, niemals als Fototrick nachgewiesen worden sind und der Trick erst viele Jahrzehnte später bekannt wurde, als eines der damals in den Fall verwickelten Mädchen sich nun als Oma meldete und die Fälschung zugab. In Sachen Gulf Breeze und Ed Walters kann Pope nur anfügen: Entweder ein brillianter Schwindel auf einer niemals zuvor verwendeten Basis oder Walters Aliens sind echt. Ob man eine Doppelbelichtung und die Verwendung eines kleinen Pappteller-Modells als absolut neu betrachten darf, möchten wir anzweifeln, dafür aber wirft dies einen deutlichen Schatten auf Pope. Den Peter Day-Film vom Januar 1973 sieht Pope eher als Kugelblitz-Phänomen {?} an und kann sich nicht recht mit der Idee anfreunten, wonach es sich um brennende Treibstoffreste beim Abpumpen aus einem in Havarie geratenen Militärflugzeug der Amerikaner handelt {dump und burn}. Hier macht Pope den Fehler, ein Geheimnis (UFOs) mit einem weiteren Geheimnis (Kugelblitz) erklären zu wollen - sein Argument: Nach Zeugenaussage soll der Film eine Stunde vor dem Flugzeug-Unglück an Ort gemacht worden sein. Hier hat Pope keine Erfahrung, da das Element des "Zurechtbiegens" von Details bereits seit den Tagen des Great Falls-Films und seines Filmers bekannt ist. Verrückt wird der Day-Fall noch dadurch, weil niemand anderes als Pope gleich ein paar Seiten weiter genau die selbe Situation als aktuellen UFO-Bericht selbst durchlebte:

Am späten Nachmittag des 9.Dezember 1991 meldeten einige Dutzend Zeugen über Herefordshire ein feuriges Glühen am Himmel. Ein paar Leute sagten aus, dass das Glühen von einem gutturalen Brüllen begleitet wurde und es das Geräusch war, welches sie zum Himmel aufschauen ließ. Das Glühen dauerte selbst nur ein paar Sekunden. Der UFO-Schreibtisch-Officer beim britischen MoD riskierte es, sich mit seinem Chef anzulegen, als er ob der Meldungen bei den beiden UFO-Organisationen BUFORA und ´Quest International´ anrief und um einen Datenaustausch und um Kooperation betreffs dieser Sichtung bat. Beide Gruppen waren zunächst zurückhaltend, aber als der Mann vom Ministerium ihnen klarmachte, sie alle würden an der selben Sache arbeiten -die Wahrheit über UFOs herauszufinden- war das Eis gebrochen. Nun, auch die beiden Gruppen bekamen inzwischen Berichte zum selben Geschehen - keine Frage:

Etwas außergewöhnliches war am Winterhimmel geschehen. Zunächst nahm Pope an, dass das UFO ein Feuerball-Meteor gewesen sein könnte, obwohl der Geräusch-Faktor dies ausschließt, "da Feuerbälle geräuschlos sind" (?, nicht immer!). Dennoch kontaktierte er das Greenwicher Royal Observatory, welches jedoch nichts von einem Feuerball-Durchgang wußte. Schließlich fand er heraus, das eine amerikanische F-111 von RAF Upper Heyford in Oxfordshire auf eine Routineflug im betreffend Gebiet war, aber vom Kommandoposten wieder zurückgerufen wurde, da aufgrund eines plötzlichen Schlechtwettereinbruchs sich Eis über das Land legte und die Luftverkehrs-Kontrolle alle Maschinen am Boden haben wollte, bevor brenzliche Situationen durch Schlechtwetter-Landungen auftreten können. Kurz gesagt: Die betreffende F-111 entlud sich ihrer Treibstoffreserven und diese wurden mittels des Nachbrenners der Maschine in der Luft gezündet, weswegen ein spektakulärer Feuerball am Himmel für den Moment gesehen wurde - das Maschinenbrüllen selbst war jenes Geräusch, welches einige Zeugen zusammenzucken ließ. Diese Information gab Pope auch an die beiden UFO-Gruppen weiter, womit ein Zeichen für weiteren Informationsaustausch gesetzt wurde.

Am 23.Oktober 1993 befanden sich Bill Deuters, Stephen Farrow und Mark Wilkins beim Fischen in Rollesby an den Norfolk Broads. Dabei sahen sie ein hell-silbernes Licht am Himmel, welches bewegungslos in einiger Höhe erschien. Deuters riß seinen Camcorder hoch, welchen er bei sich hatte, um den Fang des Tages aufzunehmen - nun filmte er das Objekt für einige Sekunden, bevor es sich langsam und ruhig in der Distanz entfernte. Als die drei Männer dann das Video anschauten, schienen sie etwas unglaubliches aufgezeichnet zu haben. Das kleine silberne Licht verzerrte sich während der Zoomfahrt und entwickelte sich zu einer diamantförmigen Gestalt, die orangen glühte. Die untere Sektion des Gebildes schien dabei dunkler als die Oberseite zu sein. Schnell kam der Film als UFO-Vorfall ins britische Fernsehen. Einige Monate später wurde Pope von einem Freund des Trios kontaktiert, um von dem Videoclip informiert zu werden. Ein Planet wie z.B. die Venus schloß Pope aber als Ursache für das Gebilde aus, gleichsam z.B. ein Zivilflugzeug. Andererseits werden Wetterballone oftmals aus einem reflektierenden silbernen Material hergestellt und bewegen sich mit dem Wind, so könnte es sein, dass das Gebilde schließlich einen Windstoß am Himmel erhielt und in der Ferne verschwand, genauso wie von den Zeugen dargestellt. Dennoch, die seltsame Gestalt konnte dadurch nicht erklärt werden. Schließlich konnte über die Zeitung Mail on Sunday das Geheimnis gelüftet werden, nachdem man dort mit Panasonic UK Verbindung aufgenommen hatte und der dortige Techniker Simon Nash eine Erklärung für den orangenen UFO-Diamanten abgab: Er kannte den Effekt schon durch die Filmaufnahmen über dem Schwarzen Meer, welches das russische Fernsehen drei Monate vorher gezeigt hatte und hierbei der selbe UFO-Diamant zum tragen gekommen war. Es ist ein Verzerrungseffekt durch den Blendenmotor von Videokameras in beiden Fällen gewesen.

+++ Die realen UFOs +++

An erster Position nennt Nick Pope die belgischen Dreiecks-UFO-Sichtungen, wozu er sich ein ganz seltsames Konstrukt aneignet, welches über den Zeitraum 1989-1991 hinausgeht und ein typisches Muster von "Kindergarten-UFOlogie" aufweist. Doch eines nach dem anderen. Zuvor muß dem besserem Verständnis wegen eine Feststellung getroffen werden: Die englischsprachige Welt war bis Herbst 1996 nur fragmentarisch über die tatsächlichen Hintergründe zur belgischen Welle informiert, da z.B. SOBEPS umfangreiche Studie nur in einer deutschen Version erschien und somit dem englischem Sprachraum verschloßen blieb. Erst jetzt ist in England das Buch ´UFO: A Deadly Concealment - The Official Cover-Up´ von Derek Sheffield im Verlag Blandford verfügbar, welches als allererstes in die Tiefe des belgischen UFO-Outbreak geht. Dies hat natürlich Auswirkungen auf jegliche amerikanische bzw englische Betrachtung des belgischen UFO-Phantoms vor diesem Zeitpunkt. Die UFO-Forscher (in offiziellem Rang als auch als Privatleute) waren nicht eingehend informiert, als sie ihre Erklärungen und Stellungsnahmen hierzu abgaben. Dies sieht schon anders aus, wenn wir z.B. die deutschen Positionsnahmen hierzu betrachten. Wir können uns eine Stellungsnahme erlauben, so wie wir es in dem Heel-Buch ´UFOs: Die Wahrheit´ und in unserer Sonderveröffentlichung "UFOs 2000 - Die Eskalation" taten, da wir mit dem belgischen SOBEPS-Material in deutscher Sprache arbeiten konnten, um die Vorgänge sachgerecht zu analysieren.

Beeindruckend ist für Pope die Nacht des 30./31.März 1990, weil damals über ganz Belgien und im Norden von Deutschland (?) um die 2.600 UFO-Sichtungen (!) geschehen sein sollen. Dies muß von unserer Seite aus mit einem ganz dicken Fragezeichen versehen werden! Ja, für Pope ist "irgendetwas sensationelles am Himmel von Nordeuropa in dieser Nacht geschehen". Diesen Glauben möchten wir auch gerne haben. Total verblüfft müssen wir da bei Pope auf S.133 lesen, wie die Flugzeug-bedingte Radar-Feststellung von einem ansonsten für die verfolgenden Flieger unsichtbaren UFO plötzlich auch durch "Augenzeugen-Berichte vom Boden" bestätigt worden sein sollen. Dies ist nicht korrekt und hat mit den Aufzeichnungen von SOBEPS nichts zu tun.

Weshalb nun diese Affäre von Nick Pope so hochgelobt wird, hat seinen Grund in den Ereignissen aus der Nacht des 31.März 1993, "drei Jahre, auf den Tag genau, nach dem belgischen Zwischenfall". Als Pope an jenem Morgen um 9 h in sein Büro kam, stellte er fest, dass eine Welle von UFO-Sichtungen in der vorausgegangenen Nacht England ergriffen hatte, unter den Zeugen gab es viele Polizisten und Soldaten. Und schon rief ein Constable aus Devonshire an, welcher mit seinem Kollegen auf Streife gewesen als, als sie ein UFO ausmachten. Er war auch der erste Polizei-UFO-Zeuge überhaupt, mit dem es Pope direkt zu tun bekam, sodass er diesem sorgsam zuhörte, was er von sich zu geben wußte. "Dies war nicht Karl Müller, sondern ein ausgebildeter Beobachter, der es gewohnt ist ruhig und rational einen detailierten Bericht abzufassen. Darüber hinaus sah er mit seinem Partner das Geschehen, was der Sache eine starke Authenzität gab", führte der britische UFOloge im Dienste Ihrer Majestät aus. Pope war völlig überzeugt, da der Polizist schon sehr oft Nachtstreife fuhr und alle Geräusche und Anblicke der Nacht demnach kennt. Was er und seine Partner gesehen hatte, war ihnen jedoch noch niemals zuvor über den Weg gekommen. Dies konnte also keine Sternschnuppe und kein Meteor gewesen sein. Was sie gesehen hatten waren zwei helle Lichter die hintenan von einem dritten und schwächeren Licht in perfektem Formationsflug begleitet wurden, alle Lichter hinterlassen soetwas wie Kondensstreifen am Himmel.

Dann überschlugen sich die Ereignisse und ein Anruf nach dem anderen folgte, das kennen wir aus eigener Anschauung recht gut. Immer mehr Menschen meldeten sich, die genau das selbe Geschehen mehr oder minder variiert bezeugten. Obwohl die meisten Leute das Phänomen der dahinschießenden Lichter als mit großer Geschwindigkeit darstellten, gab es auch einige Leute, die davon sprachen, das es fast schon zu schweben schien - wie auch immer, die große Höhe des UFO-Phänomens wurde von vielen bestätigt, auch wenn es einige Erklärungen gab, wonach die Lichter niedrig am Himmel erschienen seien, so z.B. in Haverfordwest. "Es zeichnete sich das selbe Muster ab, wie es vor drei Jahren in Belgien festgestellt wurde", schreibt auf S.135 Pope nieder und läßt uns nochmals wundern. Darüber hinaus war Nick Pope scheinbar auch emotional stark beteiligt, da ihm ob des aktuellen Geschehens und seiner möglichen Verbindung zu dem früheren und für ihn echten UFO-Vorfall die Haare zu Berge standen, wie er selbst zugesteht. Das Dreiecks-UFO vom 30./31.März 1990 feierte scheinbar am 31.März 1993 seinen Jahrestag! Der Höhepunkt der englischen Welle war um 1:10 h gewesen, wobei aber die Bandbreite der Zeitangabe hier zwischen 1 h und 1:30 h schwankte. Die Konzentration der Sichtungen fand in Devon, Cornwall, Somerset und Wales statt (auch wenn es ein paar Meldungen sogar aus Irland gab). Und wieder einmal sind die Zeugenangaben über die Bahnbewegung und Ausrichtung des Phänomens derart schwankend, dass der UFO-Offizier in London nur die Meinung bekommen konnte, dass das Objekt sich intelligent gesteuert in einem "Zickzack" und mit unglaublicher Geschwindigkeit über England hinwegbewegte. Erst in den nachfolgenden Tagen erfuhr er, dass das selbe Objekt auch in Frankreich "und, besonders wichtig, in Belgien" gesehen worden war.

Doch RAF Fylingdales meldete, dass die Trümmer der russischen Rakete Cosmos 2238 in dieser Nacht als Re-Entry in die Erdatmosphäre eingedrungen waren und dies durchaus über England zu sehen gewesen ist. Wie bekannt brennt ein solches Stück Weltraumschrott wie ein Meteor in der Atmosphäre ab und produziert dabei einem flammenden Schweif für "einige Sekunden". Dies hat Pope etwas unüberlegt und vorschnell von sich gegeben und damit stellte er sich selbst ein Bein. Die ufologische Historie ist voller derartiger Darstellungen (auch aus England), die auf Boliden und Re-Entrys zurückgehen und genau die gleichen Inhalte und auch Verzerrungen beinhalten - gerade auch Pope hätte an die historische Nacht des 31.Dezember 1978 denken müßen, als ein Re-Entry über England erschien und sogar einen Weltraumbesucher nahe dem deutschen Nienburg einschlug und damals bereits der selbe Zauber vonstatten ging, den Pope am 31.März 1993 neu erlebte. Am 4.Januar 1979 hatte es bereits Entwarnung z.B. in der Klagenfurter ´Kleinen Zeitung´:

>Britisches UFO: Wahrscheinlich Überreste einer sowjetischen Rakete. Bei dem am Silvesterabend von zahlreichen Personen über der Ostküste Großbritanniens beobachteten unbekannten Flugobjekten (UFO) handelt es sich wahrscheinlich um Überreste einer sowjetischen Rakete, die in der Atmosphäre verglühten. Diese Ansicht vertrat am Dienstagabend das britische Verteidigungsministerium. In einem Kommunique wies das Ministerium darauf hin, dass die UdSSR am 26.Dezember den Satelliten Kosmos 1068 startete.<

Auf S.54 bezieht ´Spooky´ Pope sich nämlich auf die 18.Januar 1979-Sitzung des House of Lords genau wegen des Phänomens aus der vorherigen Silvesternacht*! Dieses hatte auch Lord Gainford gesehen und beschrieb es seinen Kollegen unter ihrem Gelächter. Hier zeigte sich, das auch eine politische Institution mit alter Tradition nicht vor Vernebelung, Verwirrung und Konfusion gefeit ist. Interessanter wie die Debatte selbst (und ihr 70seitiges Dokument namens "House Of Lords Official Report" über die paralamentarische Debatte, Hansard genannt) ist der Name jener Person, die die Diskussion aufbrachte und ihr führender Redner war: Der Earl of Clancarty, in der UFOlogie besser bekannt als Brinsley Le Poer Trench, einer der führenden englischen Autoren im Bereich der Pseudowissenschaft, des Okkulten und der UFOs, der gerade seinen Titel geerbt hatte um aus dieser Position heraus seinem UFO-Hobby mehr Schub zu geben. Eines seiner Werke heißt "Secret of the Ages" und handelt um ein Loch im Nordpol (Theorie der Hohlerde), durch welches sich Fahrzeuge aus dem Erdinnern herausbewegen, um in unserem Luftraum zu operieren. Andere seine Buchtitel sind "Operation Earth", "Forgotten Heritage", "The Sky People" oder "The Flying Saucer Story". Ein amerikanischer Kommentator meinte deswegen bissig: "Scheinbar sind die Briten anfällig für solch hanebüchende Sachen. Zum Glück ist Charles Berlitz kein Mitglied des amerikanischen Kongress." Wie auch immer, es wird in der UFOlogie ein viel zu großes Gewicht auf diesen Debattierclub gelegt (auch wenn John Michel 1979 im Verlag Pentacle hierzu ein Buch namens "The House Of Lords UFO Debate" veröffentlichte und Autoren wie Michael Hesemann sogar von der "Einrichtung einer UFO-Studiengruppe" überschwenglich, wenn auch falsch, sprachen), der keine politischen Entscheidungen trifft. Das eigentliche politische Instrument in England ist das House Of Commons. Das House Of Lords besteht aus Erzbischöfen, Baronen und Freiherrn etc. Aus heutiger Sicht waren dieses erste und die nachfolgenden Anhörungen kaum für den seriösen UFO-Forscher interessant, da die Runde entweder schlecht informiert oder zu skeptisch bzw zu naiv-gläubig ausfiel. Wie auch immer, daraus wurde dann die "House Of Lords All-Party UFO Group".

+ Der Earl of Kimberley, Luftfahrtexperte der Liberalen, hatte hier bei jener abendlichen Sitzung behauptet, dass es "Berichte darüber gibt, dass die Vereinigten Staaten und die UdSSR 1971 einen Vertrag unterschrieben, UFO-Informationen auszutauschen - aber der Vertrag besagte weiter, dass man den Rest der Welt im Dunkeln lassen wolle. Zu viele Menschen - einfache wie prominente - haben UFOs gesehen. Zehn Regierungen haben nun öffentlich zugegeben, dass UFOs existieren und real sind: Frankreich, Norwegen, Schweden, Brasilien, Argentinien, Venezuela, Mexiko, die Phillipinen, Peru und Grenada. Andere Regierungen wissen, dass UFOs existieren, aber geben dies nicht öffentlich zu. Ist es nicht an der Zeit, dass uns auch die britische Regierung informiert?" Dem hielt der Viscount of Oxford entgegen: "My Lords. Es wird in dieser Debatte erklärt, dass unsere Regierung in eine vorgebliche Schweige-Verschwörung verwickelt ist. Ich kann Eure Lordschaften versichern, dass die Regierung keineswegs in einer solchen Vertuschung engagiert ist. Ich muß betonen, dass das Verteidigungs-Ministerium jegliche UFO-Berichte prüft um festzustellen, ob sich daraus irgendetwas in Sachen Landesverteidigungs-Interesse ergibt, aber bisher haben wir nichts gefunden, was daran glauben läßt, das sie außerirdischen Raumschiffe darstellen."

Wie auch immer, aus dieser Erfahrung heraus hätte er nämlich schnell gelernt, dass die Verzerrungsparameter in Zeugendarstellungen immer wieder die selben sind, sobald die Menschen mit unerwarteten und ungewohnten Himmelsgeschehnissen der unheimlichen Art konfrontiert werden. Da werden falsche Richtungsangaben genauso gemacht wie falsche Zeitangaben, unrichtige Sichtungsdauer wird plakatiert und Höhenschätzungen sind sowieso am dunklen Himmel zu vergessen. Dies gilt nicht speziell für derartige UFO-Klassen, sondern für das ganze Spektrum der UFO-Erscheinungen im allgemeinen. Weiß man dies so wie Nick Pope nicht, dann wird man natürlich aus dem Unwissen heraus genötigt, Einschätzungen vorzunehmen, die an der Realität vorbeigehen und bei denen man selbst nicht merkt, auf dem falschen Gaul zu sitzen.

* = Ohne den ´Skeptical Inquirer´ vom Sommer 1979 wäre aber die Story noch unvollständig. Dort berichtete Hans van Kampen vom "Holländischen UFO-Hagel". Am 31.Dezember 1978 gab es einen beeindruckenden Hagel von UFO-Sichtungen in den Niederlanden. Viele tausend Menschen meldeten eine UFO-Formation quer über den Himmel ziehen. Die Leute im nördlichen Landesteil berichteten von einem relativ hoch dahinziehenden Phänomen, die Menschen im Süden von niedrig dahinzischenden Objekten. Im allgemeinen wurde das Phantom der Nacht als eine Serie von hellen Lichtern mit blitzenden Schweifen beschrieben. Sie erschienen grob im Nordwesten und verschwanden gegen Nordosten und waren etwa zwei Minuten lang zu sehen. Unter den Zeugen einige Piloten und Amateurastronomen. Kernzeit: kurz nach 20 h. Am 2.Januar 1979 war diese Erscheinung den meisten Zeitungen des Landes eine Seite-1-Schlagzeile wert. Einige eher sensationell ausgerichtete Blätter berichteten von einer "weltweiten UFO-Welle", weil das Phänomen ebenso in England gemeldet worden war. Wie immer, es gab auch hastige Wegerklärungsversuche. So deutete Prof. C.de Jager von der Staatsuniversität in Utrecht an, dass das Phänomen durch einen hellen Feuerball-Boliden entstanden sei während ein Experte des königlich-holländischen meteorologischen Instituts in De Bilt es als "ein seltenes Aurora-Phänomen" definierte.

Nur der bekannte holländische Satelliten-Beobachter Bert Kroon aus Apeldoorn nahm sich an der Satellitenbeobachtungsstation Kootwijk sachgemäß den Ereignissen an und verglich die Meldungen mit erwarteten Satelliten-Niedergängen an diesem Abend. So stellte sich heraus, dass die Booster-Stufe einer russischen Rakete vom 25.Dezember 1978 für 20:03 h zwischen Aberdeen, Schottland und Hannover (Westdeutschland) mit ihrem Re-Entry erwartet worden war. Die Stufe zerbrach in etwa ein Dutzend Teile und diese sorgten für das Himmels-Spektakel. Am 4.Janbuar 1979 revidierte dann Prof. de Jager seine erste Einschätzung und schloß sich Kroon an. Hans van Kampen erhielt später dann Fotomaterial eines in Deutschland niedergegangen Teils, welches von Herrn J.Oudshoorn, einem Mediziner, im Auftrag des holländischen Militär-Nachrichtendienstes fotografiert worden war.

+ Für Pope kann es kein Re-Entry gewesen sein, was da über den Nachthimmel des Königsreichs zog, allein schon deswegen, weil von der RAF-Einrichtung in Shawbury ein Wetterfrosch meldete, dass das Phänomen fünf Minuten lang zu sehen war (obwohl es mit vielen hundert Stundenkilometern dahinflog?) und in Rugeley man ein niedriges Summen vom UFO her wahrgenommen haben will (das Summen kann auch andere, externe Ursachen gehabt haben oder sogar als tatsächliches und mißverstandenes Begleitgeräusch des Re-Entry-Durchgangs aufgetreten sein). Wie ging es nun weiter? Pope schritt voran und tat etwas, was bisher in seinem Job einmalig war - er ließ sich alle Radaraufzeichnungen aus jener Nacht kommen und hatte somit etliche Stunden damit zu verbringen, sich die VHS-Videos der Aufzeichnungen anzuschauen. Das Ergebnis war enttäuschend, bestensfalls schwache Blips die aufleuchteten und wieder vergingen waren darauf wie Geister in der Nacht zu sehen und die RAF-Spezialisten erklärten sie auch noch als überaus bekannte Erscheinungen wie sogenannten ground clutter: z.B. Baumspitzen von hohen Bäumen, die sich gelegentlich auf Radar abbildeten etc. Frust brachte dies natürlich deswegen auf - Pope hatte unzählige glaubwürdige Augenzeugenberichte vorliegen, die er nicht mehr ignorieren konnte, aber was auch immer da vom 30. auf den 31.März 1993 "im Zickzack über Britanien flog, wurde nicht durch Radar bestätigt". Merkwürdig: RAF Fylingdales als Weltraum-Überwachungsposten hatte ihm doch den Re-Entry des Cosmos 2238 hochgerechnet gehabt. Danach hielt er aber wegen des UFO-Zaubers gar nicht erst Ausschau bei seiner Betrachtung des für ihn überdeutlichen, "echten" UFOs als wiederkehrende Manifestation des von ihm bereits falsch eingeschätzten Vorgangs aus Belgien vom 30./31.März 1990. So schnell kann man sich also aus dem Unwissen heraus psychologisch derart konditionieren, dass die Wahrheit gar nicht mehr gesehen werden kann und überaus nebulöse Ideengebilde erscheinen, die dem Betroffenen als betonharte Fakten erscheinen mögen. So entsteht das Trugbild, welches die UFOlogen vor sich aufgebaut haben.

Pope trug nun alle Informationen zusammen, die er in Sachen 30./31.März 1993 gesammelt hatte und "konstruierte einen Bericht" der Sichtungen, den er seinem Abteilungsleiter schickte. Er hatte bei der amerikanischen Botschaft nachgefragt, ob die Amerikaner etwas mit dem Fall zu tun hatten und einen ungewöhnlichen Flugzeug-Prototypen wie die sagenhafte "Aurora" über England in dieser Nacht eingesetzt hatten, doch dies wurde dort verneint. Bereits zur belgischen Welle hatten die belgischen Verantwortlichen bei den Amerikanern nachgefragt, ob jene Geheim-Flugzeuge eingesetzt hatten, welche vom Radar nicht erkannt als Tarnkappen-Bomber nun für Fliegende Dreiecks-UFOs für mißverständlichen Wirbel in Belgien gesorgt haben könnten - auch hier war ein glattes Nein die Folge gewesen, so schließt sich also wieder der künstlich erzeugte Kreis. Geflissentlich umging er den Begriff "UFO" und verwendete lieber "unbekannte Maschine" dafür. Der Report passierte die Kommandokette bis hin zum ´Assistant Chief of the Air Staff´. Als offizielle Feststellung vertrat Nick "Spooky" Pope hier die Meinung, dass eine Maschine von unbekannter Herkunft und Natur erschienen sei und das Motiv der Besatzung ebenfalls unbekannt geblieben ist. Über die Reaktion der Vorgesetzten haben wir oben bereits mehr erfahren. Dennoch war diese Fall-Erfahrung für Pope der Stein des Anstoßes, seine eigene Einstellung dem Thema gegenüber zu verändern, aus dem Skeptiker wurde der bekannte Gläubige in diesen Tagen nach dem 31.März 1993. Ich denke, dass derartige Inital-Erfahrungen die allermeisten UFOlogen irgendwann zu Beginn ihrer ufologischen Karriere durchgemacht haben. Und wie im Fall Pope mag es durchaus sein, dass das darauf errichtete Gebäude und seine Basis nur aus Luft und Sand besteht - einer Seifenblase eben.

+++ Was erfahren wir über echte ´UFO´-Politiker? +++

Major Sir Patrick Wall hatte ein aktives Interesse am Randlesham Forrest-Fall von 1980. Sir Patrick war der konservative Parlamentsvertreter für Humberside und interessierte sich bereits seit 30 Jahren für eine ernsthafte UFO-Forschung, in seiner politischen Funktion nutzte er auch jede Gelegenheit, um hier vorstellig zu werden. Er arbeitete beim MoD und als NATO-Berater während des Kalten Kriegs, in dieser Funktion hatte er direkten und nahen Zugang zu verschiedenen Angelegenheiten der nationalen Sicherheit. 1989 wurde er sogar BUFORA-Präsident und ist ebenfalls als internationaler Experte des UFO-Phänomens bekannt (?). Im weiteren hören wir mehr über Brinsley Le Poer Trench, dem Earl of Clancarty, welcher als UFO-Forscher und -Schriftsteller sich verschiedene Male bei den UFO-Organisationen Contact International und BUFORA hervortat und die treibende Kraft hinter der House of Lords-Debatte zum UFO-Thema im Januar 1979 war.* Damals gab es eine großes Interesse und obgleich die allgemeine Angehensweise eher oberflächlich blieb waren die parlamenatrischen Aufzeichnungen hierzu, der Hansard, schnell des Inhalts wegen ausverkauft. Als direktes Resultat dieser Debatte rief Lord Clancarty eine UFO-Studiengruppe des House of Lords ins Leben, die aber leider schon lange nicht mehr existiert. Pope: "Ich hatte selbst nur eine Gelegenheit mit einem Politiker die UFO-Frage zu diskutieren und dies war am 3.August 1992, als der Unterstaatssekretär der Verteidigung, Lord Cranborne, unser Büro besuchte. Ich gab ihm eine Einweisung und er war wegen der Anzahl der Berichte erstaunt, die wir erhielten. Dies war wahrscheinlich eine der eher seltenen Gelegenheiten, wo ein führendes Mitglied des Verteidigungs-Stabs ein Briefing zum UFO-Phänomen erhielt."

* = "UFO-Aktivitäten werden vertuscht" hieß es in einer dpa-Meldung, die die ´Frankfurter Rundschau´ vom 19.Januar 1979 verwendete: Die streikgeplagten Briten sollten ungeachtet ihrer Versorgungskrise und Notstandsdebatten nicht die Sicht für die wahrhaft globalen Probleme der ´Fliegenden Untertassen´ verlieren. Dies wenigstens ist die Meinung des Oberhausmitglieds Graf Clancarty, der gestern abend im ehrwürdigen Oberhaus des Parlaments, die Regierung "welt-weiter Vertuschung über die Aktivitäten ´Fliegender Untertassen´" bezichtigte. "Es ist an der Zeit, dass die Regierung unsere Bevölkerung darüber informiert, was sie über ´Fliegende Untertassen´ weiß", forderte der Graf. Mit Nachdruck trat er Behauptungen entgegen, dass die ´Fliegenden Untertassen´ aus dem Weltall eine bewaffnete Invasion auf dem Planeten Erde gestartet hätten. "Es sind wir Erdlinge, die auf sie gefeuert haben." ...

Fortsetzung dieses Sonderberichts erfolgt vielleicht morgen... Stay Tuned!


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